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Kurz & bündig
Kultur · Wissenschaft


Kultur

Städtisches Museum
Ausstellung verlängert
pdg — Die im Städtischen Museum gezeigte Präsen­tation „Die Möbel der Familie Hahn“ wird auf unbe­stimmte Zeit verlän­gert. Sie „erzählt“ die Geschichte der Möbel von Max Raphael und Gertrud Hahn, die auf dem Weg der „Arisie­rung“ in das Museum gelang­ten und am 8. Novem­ber 2014 den Erben rücker­stattet wurden. Die Erben haben sich nun ent­schlos­sen, die Möbel und ande­ren Objekte dem Museum als Dauer­leihgabe zu über­lassen. In einer künftigen Dauer­aus­stel­lung des Museum könne dann bei­spiel­haft für die Verfol­gung aller Juden in Göttin­gen anhand dieser Möbel die Geschichte der Familie Hahn, ihrer Vertrei­bung aus Göttin­gen und das Wachsen neuer Bezie­hungen gezeigt werden, dankte Museums­leiter Ernst Böhme den Erben.

„Haus des Wissens“
Neuer Name gesucht
Die Uni hat einen Namenswettbewerb für das neu zu grün­dende „Haus des Wissens“, in dem ihre Samm­lungen gebün­delt und der Öffent­lichkeit bessser zugäng­lich gemacht werden sollen, ausge­rufen. Er startet in der Nacht des Wissens (siehe vor­stehen­den Beitrag) mit einer Podiums­diskus­sion um 20.00 Uhr auf der Bühne im Zen­tralen Hörsaal­gebäude. Hier und in der Zoo­logie, die als künf­tiges Museums­gebäude auser­koren ist, sowie an den Info-Punk­ten einzel­ner Samm­lungen können die Namens­vorschläge ab sofort abge­geben werden. Sie sollten originell, ein­gängig und inter­national ver­ständ­lich sein. Maximal drei kann jeder einrei­chen und an folgende Adresse schicken: Universität Göttin­gen, Zentrale Kustodie, Kennwort: Namens­wettbe­werb, Weender Land­straße 2, 37073 Göttin­gen oder per E-Mail an museums­name@uni-goet­tingen.de. Auch ein Formular auf der Web-Seite des Museums eignet sich dazu: www.uni-goettingen.de/hausdeswissens.
Einsendeschluss ist der 15. Februar. Haupt­gewinn ist eine Museums­reise nach Berlin. Unter allen Teilneh­menden werden zudem exklu­sive Füh­rungen durch die Samm­lungen verlost.

Alexanderpreise vergeben
Jährlich verleiht die Alexanderstiftung Preise für journa­listische Arbeiten, die sich mit der Ver­gan­genheit der Stadt Göttin­gen und ihres Um­feldes beschäf­tigen. Für 2015 vergibt die Alexan­derstif­tung aus zahl­reichen ein­gereich­ten und vorge­schlage­nen Veröf­fent­lichun­gen einen ersten, zweiten und zwei dritte Preise. Außer­dem wird wieder ein Schüler­preis über­reicht wer­den. Weitere Informationen

Göttinger Figurentheatertage
30jähriges Jubiläum
Vorverkauf beginnt
Figurentheatertagepdg — Vom 7. bis zum 22. Februar finden die 30. Göt­tin­ger Figuren­theater­tage statt. 20 renom­mierte Büh­nen aus dem gesamten Bundes­gebiet und den Nieder­lan­den nehmen daran teil, um Kin­dern und Erwach­senen in insge­samt 38 Auf­füh­run­gen die Viel­falt dieser beson­deren Theater­form zu präsen­tieren. Gespielt wird an vielen Orten in der Stadt, auch in Nort­heim. Zu den beson­deren Pro­gramm­punk­ten im Jubi­läumsj­ahr zählen u.a. ein Masken­umzug vom Neuen zum Alten Rat­haus, zusätz­liche Abend­veran­stal­tun­gen auch in der Woche und eine Präsen­tation von stu­denti­schen Insze­nierun­gen mit einem anschlie­ßen­den Gespräch über den Studien­gang Puppen­spiel der Ernst Busch-Hoch­schule, Berlin. Der Karten­vorver­kauf für die meisten Veran­staltun­gen erfolgt über die Tou­rist-Infor­ma­tion im Alten Rat­haus (Tel. 4998031), wenige andere direkt bei den Ver­anstal­tern.
www.figurentheatertage.goettingen.de

Restitution
Stadt gibt erstmals
jüdisches Kulturgut zurück

pdg — Die Stadt Göttingen hat erstmals jüdisches Kulturgut zurück­erstat­tet, das wäh­rend des national­sozialis­tischen Regi­mes auf dem Weg der soge­nann­ten „Arisie­rung“ aus jüdi­schem Besitz in das Städti­sche Museum gelangt war. Mög­lich gewor­den ist dies nach einer in den Jahren 2008 bis 2010 erfolgten Unter­suchung aller in der NS-Zeit im Museum einge­gange­nen Objekte. Im Rahmen einer Feier­stunde hat der Enkel des jüdischen Unter­nehmer­ehe­paares Max Raphael und Gertrud Hahn, Prof. Dr. Michael Hayden, die Resti­tutions­urkunde aus den Händen von Ober­bürger­meister Rolf-Georg Köhler am 8. Novem­ber erhalten. Die Groß­eltern fielen 1941 dem Holo­caust zum Opfer. Hayden lebt in Kanada und wurde am Vortag mit der Ehren­doktor­würde der Georg-Au­gust-Uni­versität ausge­zeich­net. Begleitet wurde er von seiner Familie sowie weite­ren Ange­höri­gen. Zu dem seinen Groß­eltern geraub­ten Kultur­gut gehö­ren insge­samt 17 Möbel­stücke, Ofen­platten und andere Objekte.Weitere Informationen

Stadtarchiv
Historisches Manuskript
als Dauerleihgabe

In Anwesenheit der Göttin­ger Kultur­dezer­nen­tin und des Leiters des städti­schen Archivs, Ernst Böhme, erhielt die Stadt im November als Dauer­leih­gabe das Manu­skript eines Fahnen­liedes aus der Zeit der Göttin­ger Januar­unruhen von 1831. Ein Husu­mer Bürger ent­deckte die beiden Sei­ten in einem Nach­lass. Weitere Informationen

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Wissenschaft

Neurowissenschaften
Gene beeinflussen
Hirnstrukturen

umg — Wie die Gene die Ausformung des Gehirns beeinflussen, ist noch weitgehend unbekannt. Ein internationales For­schungs­konsor­tium hat nun beim Men­schen fünf Ver­dachts­gene entdeckt, die mit der Größe verschie­dener Gehirn­regio­nen zusam­men­hängen. Die Wissen­schaftler hoffen, mit den Er­geb­nissen die mole­ku­laren Grund­lagen psychia­trischer Erkran­kun­gen besser zu verste­hen.Weitere Informationen

Diversität
Aufruf zum Erhalt
der Artenvielfalt

Osteuropäische Staaten sollen retten
was westliche versaut haben

pug — Ein Großteil der Artenvielfalt in Eu­ropa ist heute von der exten­siven Nutzung in unseren Kultur­land­schaften abhängig. Mit dem Schwund der tradi­tionell bewirt­schafteten Lebens­räume durch land­wirtschaft­liche Intensi­vierung mit hohem Pestizid- und Mineral­dünger­einsatz sterben auch viele Arten aus. Inner­halb der Euro­päischen Union (EU) ist dieser Verlust in den östlichen neuen Mitglieds­staaten wie Polen, Ungarn und Bul­garien noch nicht so weit fort­geschrit­ten wie in den west­lichen Staaten, insbe­sondere in Frank­reich, Deutsch­land und den Nieder­landen. Gemein­sam mit Wissen­schaft­lern aus 20 euro­päischen Ländern haben sechs Ökologen der Univer­sität Göttingen einen Aufruf zum Erhalt der Arten­vielfalt in osteuro­päischen Agrar­landschaf­ten ver­öffent­licht.Weitere Informationen

Biologie
Stabschrecken
instrumentalisieren Ameisen
für eigene Fortpflanzung

pug — Stab- und Gespenstschrecken imitie­ren Zweige und Blätter in Perfek­tion, um sich vor ihren Feinden zu verber­gen. Diese Anpas­sung macht auch vor den Eiern der Insekten nicht Halt: Sie ähneln in verblüf­fender Weise den Samen von Pflanzen. Die weib­lichen Stab­schrecken werfen meist konti­nuier­lich einzelne Eier zu Boden, die dann häufig mit Hilfe von Ameisen weiter verbreitet werden. Diese Strategie macht es bestimm­ten flügel­losen schmarot­zenden Wespen schwer, die Stab­schrecken­eier in großer Zahl für den eigenen Nach­wuchs in der Laub­schicht aufzu­spüren. Evolutions­biologen der Univer­sität Göttin­gen haben zusam­men mit Forschern aus Deutsch­land, Belgien und der Schweiz nun eine neue Fort­pflanzungs­strategie der Stab- und Gespenst­schrecken entdeckt, die ihre Eier im Paket able­gen.Weitere Informationen

Kurdistan
Kooperationen ausgebaut
pug — Die Universität baut ihre Zusam­men­arbeit mit der autonomen Re­gion Kurdis­tan aus: Uni­versitäts­präsiden­tin Prof. Dr. Ulrike Bei­siegel und der kur­dische Bildungs- und For­schungs­minister Dr. Yousif Goran führten anläss­lich des Besuches einer Dele­gation in Göttin­gen entspre­chende Gespräche. In der Absichts­erklärung zwischen der Georgia Augusta und dem Kur­distan Institut für strate­gische Studien und wissen­schaft­liche For­schung (KISSR) beabsich­tigen beide Institu­tionen, die beste­henden Koope­ratio­nen in den Berei­chen Geo­wissen­schaften und Iranistik weiter auszu­bauen. Über den Aus­tausch von Stipen­diaten hinaus besteht das primäre Ziel darin, gemein­same For­schungs­initiati­ven anzu­stoßen, unter ande­rem in den Berei­chen Forst­wissen­schaften, Geologie und Umwelt­schutz.

Goethe-Institut
Casper-Hehne im Beirat
pug — Das Präsidium des Goethe-Instituts hat Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne, Ger­manistin und Vizeprä­sidentin für Inter­natio­nales an der Univer­sität Göttin­gen, in den wissen­schaft­lichen „Beirat Sprache“ berufen. Casper-Hehne wird das Amt von 2015 bis 2018 wahr­nehmen. Aufgabe der Beiräte ist es, das Goethe-Ins­titut in Grund­satz­fragen und bei kon­kreten Projekten fachlich zu beraten. Der wissen­schaft­liche „Beirat Sprache“ unter­stützt das Präsidium und den Vorstand des Goethe-Ins­tituts im Hinblick auf Bildungs­koopera­tionen, Fort­bildung, Sprach­vermitt­lung und Sprach­prüfun­gen im Bereich Deutsch als Fremd­sprache sowie Multi­media.

Sport
Bewegung und Grips

Studie untersucht Einfluss von Sport
pug — Sport hat enorme Vorteile für die psy­chische Gesund­heit: Er hebt die Stim­mung, erhöht die Stress­resis­tenz, verbes­sert das Gedächt­nis und verlang­samt den Rück­gang von kogni­tiven Fähig­keiten mit dem Alter. Studien mit Nagern zeigen, dass körper­liche Betä­tigung intrin­sisch beloh­nend wirkt: Haben die Nager Zugang zu einem Laufrad, rennen sie frei­willig viele Kilo­meter pro Tag. Wissen­schaft­lerin­nen der Univer­sität Göttin­gen haben heraus­gefun­den, dass frei­williges Rennen den Zeit­raum jugend­licher Anpas­sungs­fähig­keit im Gehirn bis ins Erwach­senen­alter verlän­gern kann.Weitere Informationen

Kindheit und Gesundheit
Studie wird fortgesetzt
pug — Kopfschmerzen treten bei Kindern und Jugendlichen zwischen sieben und 14 Jahren mit zuneh­mendem Alter immer häu­figer auf: Mehr als 15 Prozent der 14-Jährigen sind davon durch­schnitt­lich min­destens einmal in der Woche, zuweilen sogar öfter, betroffen. Das sind die Ergeb­nisse einer Befra­gung, die Psycho­logen der Univer­sität Göttin­gen in den Jahren 2003 bis 2006 durch­geführt haben. Das Bundes­minis­terium für Bil­dung und For­schung (BMBF) hat die Längs­schnitt­studie über Schmer­zen bei Kindern und Jugend­lichen und anderen gesund­heit­lichen Aspek­ten sechs Jahre lang finan­ziell geför­dert. Jetzt soll sie mit der insge­samt fünften Erhe­bung fortge­setzt werden. Weitere Informationen

DLR
Lasermessungen
erstmals im Flug vorgenommen

Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göt­tin­gen und Braun­schweig ist gemein­sam mit Airbus eine Welt­premiere gelun­gen: Erst­mals haben sie im Flug die Luftströ­mung an der Trag­fläche eines Passa­gierjets mit einem Laser sichtbar gemacht. Sie entwi­ckelten ein Verfah­ren, das die ober­halb des Flügels vorbei­strömen­den Nebel­tröpf­chen erfasst und damit jede noch so kleine Luft­bewe­gung zeigt. Die Erkennt­nisse helfen, zukünf­tige Trag­flächen für lang­samere und leisere Anflüge zu opti­mieren.Weitere Informationen

Physik
Kraftmessungen an Zellen
pug — Biophysiker der Universität Göt­tin­gen haben eine Methode ent­wickelt, mit der die mecha­nischen Eigen­schaf­ten einer einzel­nen Zelle sowie die von ihr erzeug­ten Kräfte höchst präzise im pico-New­ton-Bereich (pico = ein Bil­lions­tel) gemes­sen werden können. In den vergan­genen Jahren hat sich heraus­gestellt, dass solche Kräfte und mecha­nische Eigen­schaften für biolo­gische Zellen genauso wichtig sind wie traditio­nelle bio-che­mische Faktoren. Die Wissen­schaftler beschrei­ben in ihrer Studie einen Mess­aufbau, der auf zwei opti­schen Pinzetten beruht, mit denen eine lebende Zelle zwischen zwei kleinen Kugeln „aufge­hängt“ (adhä­riert) ist. Die beiden Kugeln, an denen die Zelle haftet, dienen sowohl dazu, Kräfte auf die Zelle auszu­üben, als auch die von der Zelle gene­rierten Kräfte aufzu­nehmen.Weitere Informationen

Molekularmedizin
Proteeinregulation in Zellen
Neuen Mechanismus entdeckt
umg — Start und Stopp – klare Ansagen wie diese galten bisher als eine Art Quali­täts­siche­rung bei der Herstel­lung von Eiweiß­stoffen (Proteinen) in Körper­zellen. Forscher an der Uni­versitäts­medizin Göttin­gen (UMG) haben jetzt heraus­gefun­den: Das Über­lesen des Stopp-Signals kann biolo­gisch wichtig sein und sogar weiter führen. Ein Team von Mole­kular­medizi­nern hat jetzt einen neuen Mecha­nismus ent­deckt, wie Proteine an be­stimm­te Orte inner­halb der Zelle gelan­gen können. Das Ergebnis der For­schun­gen: Durch das Über­lesen eines Stopp-Codons ent­steht ein Fahrticket zu Reise­zielen inner­halb der Zelle.Weitere Informationen

Bio-Energie
Alternative zu Mais gesucht
1,1 Millionen Euro Fördergelder
pug — In mehr als 3.000 Biogasanlagen in Deutsch­land funktioniert die Produk­tion von Biogas nur unter Zugabe indus­triell herge­stell­ter Spuren­ele­mente. Diese Anlagen werden fast aus­schließ­lich mit Mais betrieben, und Mais ist nicht in der Lage, die für die Biogas­bil­dung not­wendi­gen Spuren­ele­mente wie Kobalt oder Nickel in aus­reichen­der Menge aufzu­neh­men. Wissen­schaftler der Univer­sität Göttin­gen sowie des Deut­schen Biomasse­forschungs­zen­trums (DBFZ) und des Helm­holtz-Zen­trums für Umwelt­forschung (UFZ) in Leipzig suchen nun nach pflanz­lichen Alter­nativen zu den indus­triellen Spuren­elemen­ten. Das Bundes­ministe­rium für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft (BMEL) fördert das Ver­bund­projekt über die Fach­agentur Nach­wach­sende Roh­stoffe e.V. (FNR) drei Jahre lang mit insge­samt rund 1,1 Millio­nen Euro.Weitere Informationen

Biologie
Asexuelle Fortpflanzung
bei Pflanzen

pug — Die Kreuzung von zwei sexuellen Pflan­zenarten kann spontan dazu führen, dass sich die Hybride auf asexuelle Weise fort­pflanzt. Das haben Wissen­schaft­ler der Univer­sität am Beispiel verschie­dener Hah­nen­fuß-Arten heraus­gefunden.Weitere Informationen

Nephrologie
Chronische Nierenerkrankungen
durch Schrittmacher ausbremsen

umg — Forscher konnten erstmalig zeigen, dass eine Schritt­macher­therapie das Voran­schreiten von Nieren­erkran­kungen mög­licher­weise verlang­samen kann.Weitere Informationen

Informatik
Technologie
gegen Cyberangriffe

pug — Um sensible Systeme besser schüt­zen zu kön­nen, entwickelt das Institut für Infor­matik der Uni­versi­tät Göttin­gen eine neu­artige Techno­logie zur Erken­nung und Ein­däm­mung von Cyber­angrif­fen. Das Projekt „Intel­ligen­te Intru­sion-Detec­tion-Sys­teme für Indus­trie­netze (INDI)“ wird vom Bundes­minis­teri­um für Bil­dung und For­schung mit 1,6 Millio­nen Euro geför­dert.Weitere Informationen

Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Leibniz-Preis
für Tobias Moser

Dr. Tobias Moser, Professor für Audi­torische Neuro­biolo­gie und Leiter des Innen­Ohr-Labors der Klinik für Hals-Na­sen-Ohren­heil­kunde der Univer­sitäts­medi­zin Göttin­gen, erhält den bedeu­tendsten deutschen Wissen­schafts­preis der Deutschen For­schungs­ge­mein­schaft (DFG), den Gott­fried Wilhelm Leibniz-Preis. Er bekommt 2,5 Millionen Euro zur freien For­schungs­verfü­gung.
Moser ist gegenwärtig weltweit führend in der Erforschung der Synap­sen im Innen­ohr und inter­national an vorderster Spitze in der Erfor­schung der Physiologie und Patho­physio­logie des Innen­ohrs. In jüngs­ter Zeit ist es ihm und seinen Mitar­beitern gelun­gen, die Werk­zeuge der Opto­genetik zu nutzen, um die Fasern des Hör­nervs optisch zu reizen. Dieser Befund ver­spricht im­mense Verbes­serun­gen in einer neu zu ent­wickeln­den Genera­tion von Innen­ohrimplan­taten.

Geowissenschaften
Neue kristalline Form
von Wasser

pug — Wissenschaftler der Universität Göt­tin­gen und des Instituts Laue-Lange­vin in Grenoble haben ein neues Was­sereis herge­stellt. Die 17. kristal­line Form von Wasser mit dem Namen „Eis XVI“ ist die bislang am wenigs­ten dichte Form von Wasser: Sie kristal­lisiert in einer Anord­nung, die bisher nur in einer mit Gas gefüll­ten Form bekannt war. Damit wird zum ersten Mal der Einfluss der Wechsel­wirkun­gen zwischen Wasser- und Gasmole­külen im Experi­ment unmit­telbar quanti­fizier­bar.Weitere Informationen

Biologie
Affen: Männerfreundschaften
kompensieren Stress

pug — Menschen, die enge soziale Bezie­hun­gen oder Freund­schaften pflegen und sich weniger einsam fühlen, leiden seltener unter Infek­tionen, Herz­erkran­kun­gen und chronisch erhöhten Stress­hormo­nen. Eine Studie von Wissen­schaft­lern der Univer­sität Göttin­gen und des Deut­schen Prima­ten­zen­trums legt nahe, dass diese Effekte unab­hängig von unserer kom­plexen sozialen Lebens­welt und den vielfäl­tigen Anfor­derun­gen des moder­nen Alltags sind, da sie nun einen ähn­lichen Zusam­men­hang bei männ­lichen Berber­affen im Mitt­leren Atlas in Marokko fanden.Weitere Informationen

Molekularbiologie
Schutz bei oxidativem Stress
umg — Wissenschaftler der UMG und der Universität Michigan/USA entdecken, wie unscheinbares Protein Zellen vor freien Radikalen schützt. Mit Sauer­stoff verbinden die meisten Menschen vor allem Positives: Jede einzelne Zelle des Körpers benötigt ihn. Tritt Sauer­stoff jedoch in Form von reak­tiven Radi­kalen, also Mole­külen, auf, ist er extrem schäd­lich für den Körper. Man spricht dann von oxi­dativem Stress. Er greift das Erbgut an oder verändert Proteine so, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr aus­führen können. Die Proteine sind den Sauer­stoff­radikalen jedoch nicht schutz­los aus­gelief­ert. Die Zellen können mit oxidativem Stress um­gehen, ihre Proteine bleiben funk­tions­tüchtig. Wie schaffen sie das?Weitere Informationen

Universitätsbund
Unterstützung für Studierende
und Wissenschaftler

pug — Der Universitätsbund Göttingen e.V. unter­stützt auch im kommenden Jahr Wissen­schaftler und Studierende der Uni­versität Göttingen. Die Förde­rungen reichen von Bei­hilfen für Exkur­sionen und Tagungen über die Finan­zierung der zentralen Ring­vor­lesung bis zu Zu­schüssen für Aus­stellungen und die Akade­mische Orchester­vereini­gung. Der Vorstand des Uni­versitäts­bunds beschloss am 2. Dezember, 49 Projekte mit ins­gesamt rund 50.000 Euro zu fördern.Weitere Informationen

Stiftungsprofessur
Modernes China aus
globalhistorischer Perspektive

pug — Die Volkswagen AG fördert ab dem kom­menden Jahr eine Stiftungs­profes­sur „Modernes China mit Schwer­punkt auf global­histori­schen Perspek­tiven“ an der Univer­sität Göttingen. Ziel der Professur ist die weitere Vertie­fung von China-Kompe­tenz in For­schung und Lehre. Das Förder­volu­men beträgt jährlich 300.000 Euro für maximal acht Jahre. Die Profes­sur wird am Ostasia­tischen Seminar der Univer­sität ange­siedelt und im Anschluss an die Förde­rung von der Univer­sität übernom­men.Weitere Informationen

Geowissenschaften
Fossiler Bernsteinfund
fleischfressender Pflanze

Erster Fund weltweit
pug — Ein Forscherteam der Universitäten Göttingen, Bielefeld und der Botani­schen Staats­samm­lung München hat die weltweit ersten fossilen Klebfallen einer fleisch­fres­senden (karni­voren) Pflanze entdeckt. Dabei handelt es sich um zwei mit Drüsen bedeckte Blätt­chen, die in einem Stück Balti­schen Bern­steins einge­schlossen sind. Sie stammen aus einem Tagebau bei Kalinin­grad in Russ­land und sind etwa 35 bis 47 Mil­lionen Jahre alt. Bisher be­schränk­te sich der fossile Nach­weis karni­vorer Pflanzen auf Samen und Pollen von Son­nen­tauge­wächsen.Weitere Informationen

Personalia
Präsidium bestätigt
pug — Der Senat der Universität Göttingen hat die Germanistin Prof. Dr. Hiltraud Cas­per-Hehne und den Forst­wissen­schaft­ler Prof. Dr. Reiner Finkel­dey jeweils für eine weitere Amtszeit zu Vize­präsi­denten der Hoch­schule gewählt. Der Stif­tungs­ausschuss Univer­sität muss die Wahl noch bestä­tigen. Prof. Casper-Hehne ist seit April 2009 Vize­präsi­dentin der Univer­sität und zustän­dig für das Ressort Inter­natio­nales. Ihre Amts­zeit endet im März 2019. Prof. Finkel­dey ist seit April 2013 Vize­präsi­dent für For­schung. Seine Amtszeit endet im März 2017.

Kardiovaskuläre Forschung
wird weiter gefördert

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung DZHK weitere fünf Jahre: Ab 2015 erhält das DZHK jährlich 40 Millionen Euro. Als einer von sieben Standorten erhält Göt­tingen, vertreten durch das Heart Research Center (HRCG), einen Zuschuss von jährlich etwa drei Millionen Euro zuzüg­lich weiterer Mittel für Studien in Höhe von zirka vier Millionen Euro.
Im DZHK arbeiten die besten Wissen­schaft­ler Deutschlands fächer- und einrich­tungs­über­greifend an der Erfor­schung von Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen. Ein Ziel ist die trans­lationale Forschung: Resultate der Grund­lagen­forschung sollen schnel­ler in die klinische Erpro­bung und zum Patien­ten gebracht werden.
Kontakt: Prof. Dr. G. Hasenfuß, Tel. 39-20400, rfaber@med.uni-goettingen.de

U4-Netzwerk
Gemeinsame Ausbildung
für Promovierende

pug — Die Universitäten im U4-Netzwerk – Göttingen, Gent, Groningen und Uppsala – werden künftig ihre Promovierenden gemein­sam ausbilden. Ein entspre­chendes Rahmen­abkom­men haben die Partner­hoch­schulen während des diesjäh­rigen Rektoren­treffens in Göttingen unter­zeichnet. Die Promo­vieren­den der betei­ligten Hoch­schulen sollen künftig von Profes­sor/in­nen von mindes­tens zwei der vier Univer­sitäten zusam­men betreut werden. In diesem Rahmen werden sie einen längeren Aus­lands­aufent­halt an einer der Partner­univer­sitäten absol­vieren, um dort wissen­schaft­liche Ein­rich­tun­gen wie Daten­banken, Samm­lungen und Labore zu nutzen.Weitere Informationen

Sonderforschungsbereiche
DFG Förderung verlängert
pug/umg — Die Deutsche Forschungs­gemein­schaft (DFG) hat die Förde­rung für zwei Sonder­forschungs­bereiche (SFB; 937 und 889) an der Univer­sität und Uni­versitäts­medizin Göttin­gen um jeweils vier Jahre verlän­gert. Der SFB „Kollek­tives Verhal­ten von weicher und biolo­gischer Materie“ an der Fakultät für Physik erhält ab dem 1. Januar 2015 eine Förde­rung von insge­samt 7,9 Millio­nen Euro, der SFB „Zelluläre Mecha­nismen senso­rischer Ver­arbei­tung“ an der Univer­sitäts­medizin Göttin­gen wird eben­falls ab dem 1. Januar 2015 mit insge­samt 9 Millionen Euro unter­stützt.Weitere Informationen

Ideenwettbewerb
Uni prämiert Vorschläge
zur Mobilität im Studium

pug — Die Universität Göttingen hat sechs Vorschläge aus dem Ideenwettbewerb für Studierende 2014 prämiert. Thema der dies­jährigen Ausschrei­bung war „Mobil stu­dieren“. 94 Vorschläge wurden einge­sendet, die besten sechs erhielten Geld- und Sach­preise.Weitere Informationen

Anatomie
Körperbau von Elite-Sprintern
pug — Je symmetrischer die Kniegelenke eines Läufers, desto besser die Laufleis­tung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie eines inter­nationa­len Forscher­teams unter der Leitung der ameri­kani­schen Rutgers University mit Beteili­gung der Univer­sität Göttingen. Die Wissen­schaftler konnten anhand des Körper­baus von Welt­klasse-Athle­ten aus Jamaika zeigen, dass die Sprin­ter mit den symme­trischs­ten Knie- und – in gerin­gerem Maße – Sprung­gelen­ken die besten Lauf­leistun­gen vorweisen konn­ten.Weitere Informationen

Wirtschaftswissenschaften
Heimtierhaltung
als Wirtschaftsfaktor

Forscher der Universität Göttingen haben die wirtschaftliche Bedeutung von Haus­tieren unter­sucht. 11,5 Millionen Katzen, 6,9 Millio­nen Hunde, 6,1 Millio­nen Klein­tiere sowie viele Zier­vögel, Zierfische und Reptilien: 38 Prozent der Einwoh­ner Deutsch­lands leben mit einem Heimtier zusam­men. Welche Wert­schät­zung die Besit­zer ihren Tieren ent­gegen­bringen, lässt sich anhand der Aus­gaben für ihr „Hobby“ bemes­sen. Nach einer Studie des Lehr­stuhls für Wirt­schafts­politik der Univer­sität Göttin­gen bewirkt die Heim­tierhal­tung in Deutsch­land Aus­gaben in Höhe von etwa 9,1 Mil­liar­den Euro pro Jahr. Dies ent­spricht etwa 0,32 Prozent des Brutto­inlands­produkts. Weitere Informationen

Carreras Leukämie-Stiftung
Forschungsförderung zum
Myelodysplastischen Syndrom

umg — Forscher der Klinik für Hämatologie und Medi­zinische Onkologie untersuchen in einem von der Deutsche José Carreras Leu­kämie-Stif­tung e.V. geförderten For­schung­sprojekt, ob neue Techno­logien wie die DNA-Sequen­zierung der zweiten Gene­ration (Next Genera­tion Sequenc­ing) und die mole­kulare Karyo­typisie­rung helfen können, um bei Pa­tienten mit Myelodys­plasti­schem Syn­drom (MDS) erwor­bene Verände­rungen der Erb­anla­gen so früh wie möglich nachzu­weisen.Weitere Informationen

Auszeichnung
Vitamin D-Mangel im Alter
umg — Dr. Marija Djukic, Priv.-Doz. am Institut für Neuro­patho­logie der Uni-Me-dizin Göttin­gen (UMG) und Ober­ärztin des Geria­trischen Zentrums im Ev. Kran­ken­hauses Göttin­gen-Weende (EKW), hat den von der Rolf- und Huber­tine-Schiff­bauer-Stif­tung ausge­lobten Förder­preis 2014 erhal­ten. Er wird jährlich von der Deut­schen Gesell­schaft für Geria­trie e. V. (DGG) für heraus­ragende wissen­schaft­liche Arbei­ten auf dem Gebiet der Alters­medizin verliehen. Djukic erhielt die Auszeich­nung für ihre Publi­kation „Vitamin D deficiency reduces the immune response, phago­cytosis rate, and intra­cellu­lare killing rate of micro­glial cells“ („Vitamin D-Mangel verrin­gert die Immun­antwort, die Phago­zytose- und intra­zelluläre Abtötung­srate von Mikro­gliazellen“).Weitere Informationen

Physik
Forschung zur
Wechselwirkung von Elektronen

pug — Die physikalischen Eigenschaften aller Materialien, insbesondere der mag­neti­schen, werden maßgeb­lich durch die kom­plexen Wechsel­wirkun­gen von Elek­tronen unter­ein­ander bestimmt. Das Hinzu­fügen gerings­ter Mengen mag­neti­scher Atome wie Eisen zu einem Kupfer­kristall führt bereits dazu, dass sich die elek­trische Leit­fähig­keit unter­halb einer bestimm­ten Tempe­ratur dras­tisch erhöht und der soge­nannte Kondo-Effekt auf­tritt. Erhöht man nun die Zahl der mag­neti­schen Stör­stellen weiter, ent­steht ein Wett­bewerb um die Anord­nung der Elektro­nen um die Mag­neten. Wissen­schaft­lern der Univer­sität Göttin­gen und dem For­schungs­zen­trum Jülich ist ein wich­tiger Schritt zum besse­ren Ver­ständ­nis des Wechsel­spiels dieser Ord­nungs­prozesse gelun­gen.Weitere Informationen

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Kunstquartier
Grüne kritisieren Stadtratsbeschluss
OB Köhler: „Projekt von nationaler Qualität“ / CDU/FDP: „Massive Einschnitte für andere“
Pragmatisch-visionslos wenden sich die Göttinger Grünen gegen einen Stadtrats­beschluss zur weiteren Förderung eines Göttinger Kunst­quartiers im Nikolai­viertel, nur „weil sich aus dem Bund ein warmer Geldregen über die Stadt ergießt“ – und lassen damit einen inzwischen inter­national hoch geachteten Verleger und Kunst­förderer ziemlich im provin­ziellen Regen stehen. Sie stehen damit allerdings nicht allein, sondern haben weitere konser­vative Bedenken­träger an ihrer Seite.

Die Kritik der Grünen geht ins Grund­sätzliche: „So begrü­ßenswert die Einrich­tung einer Kunsthalle in Göttingen ist, so frag­würdig ist die Kultur­politik, in deren Kontext die Entschei­dung steht“, meint der Sprecher des Kreisver­bands, Mathis Wesel­mann. Während die Stadt seit Jahren vor allem auf den Bestands­erhalt setze, werde jetzt wegen des „warmen Geldregens“ unter hohem Zeitdruck ein neues Projekt ange­stoßen. Das sei unter solchen Umständen ein proble­mati­sches Signal: Man müsse Verwaltung und Stadtrat schon fragen: „Auf welcher anderen Grundlage als einem positi­vem Bauch­gefühl wurde diese Entschei­dung getroffen?“

„Schwache politsche Lobby“: Top-saniertes Städtisches Museumvs

Woran sich Grüne und andere Kritiker reiben ist, dass der Bestands­schutz für die klei­neren Kultur­ein­rich­tun­gen in Göttin­gen gefähr­det sein könnte. Die bis­herige Umset­zung des Ent­schul­dungs­hilfe­ver­trags und die jüngsten Kür­zungs­vor­schläge bei Stadt­archiv und städti­schem Museum hätten hinrei­chend gezeigt, dass im Zweifel bei den Ein­rich­tungen mit der schwächs­ten politi­schen Lobby gespart würde.

Weselmann fordert daher eine offene Debatte über die Kultur­förde­rung der Stadt – es wäre nicht die erste. Der Fokus solle von der Förde­rung großer Spiel­stätten auf den Aufbau einer Infra­struktur für Kultur­schaf­fende verla­gert werden: „Wir sollten nicht so stark den Konsum von Kunst subven­tionie­ren sondern Kreati­vität fördern.“ So sei bei­spiels­weise eine stärkere Ver­knüp­fung von städti­scher Theater­land­schaft und freier Theater­szene wün­schens­werter als die Sub­ventio­nie­rung von Ein­tritts­preisen. Die bis­herige Förder­praxis müsse gerade bei den großen Kultur­ein­rich­tun­gen hinter­fragt werden. Das Göttinger Sym­phonie­orches­ter werde beispiels­weise zu über 50 Prozent aus städti­schen Mitteln finan­ziert, spiele aber zu 60 Prozent in anderen Städten. Dies müsse offen disku­tiert werden. Aller­dings geht Wesel­mann nicht darauf ein, wie anders eine solche Kultur­ein­rich­tung den – nicht zuletzt auch durch die Politik vor­gege­benen – zu erwirt­schaften­den Eigen­anteil herein­bekom­men soll, wenn nicht durch Auftritte in der Region.

Wegen der Deckelung der freiwilligen Leistungen auf 3,24 Pro­zent des Haus­halts, anderer­seits aber regel­mäßi­ger Ste­ige­rungs­raten bei den Zuschüs­sen von Deut­schem Theater und Sym­phonie Orchester beob­achtet der Verein KUNST die Dis­kus­sion um die Finan­zie­rung des geplan­ten KuQua zwar „mit großem Inter­esse, aber auch mit Sorge“. Grund­voraus­set­zung dafür sei aller­dings, dass das zu erstel­lende Kon­zept durch­dacht und gerade auch im Hin­blick auf die ent­stehen­den Kosten über­zeu­gend und belast­bar sei, heißt es in einer Erklä­rung des Vereins, die wäh­rend der KUNST-Gala in der Stadt­halle verle­sen wurde.Weitere Informationen

Weselmann weiter: „Die Frage ist nicht so sehr, ob wir alle großen Kultur­einrich­tungen in der jetzigen Form am Leben halten könnten – wir können es wahr­schein­lich nicht –, sondern ob das über­haupt das richtige Ziel wäre.“ Göttingen also als Stadt, die Wissen schaft – aber in puncto Kultur kleine Brötchen backend vor sich hin­dümpelt? Ober­bürger­meister Rolf Georg Köhler hat in seinem nur wenige politische Akzente setzenden Neujahrs­grußwort am 6. Januar in der Stadthalle zumindest bei diesem Thema klar Stellung bezogen und dagegen­gehalten: „Dass wir im Augenblick noch nicht auf alle Fragen eine Antwort haben, kann doch nicht bedeuten, sich von diesem Projekt nationaler Qualität zu verab­schieden, von einem Projekt, das auch ein städte­bauliches Signal für die südliche Innen­stadt bedeutet.“ Insofern gelte es auch, Prioritäten zu setzen: „Wenn wir ein neues Projekt umsetzen, eine neue Aufgabe über­nehmen wollen, müssen wir uns im Zweifels­fall von einem alten Projekt trennen, müssen wir auf eine andere Aufgabe verzichten.“

DownloadGleichwohl kann es nicht schaden, dabei auch die Mehrheit der Bürger hinter sich zu wissen. Die Rede von Rolf Georg Köhler können Sie hier im Wortlaut nachlesen.

CDU/FDP-Gruppe warnt vor weiteren teuren Risiken
CDU und FDP im Göttinger Rat warnen ebenfalls bereits seit längerem vor nicht abseh­baren finan­ziellen Risiken durch das geplant Kunst-Quartier. Sie fühlen sich darin „durch qualifi­zierte Kritik von sachkun­digen Bürgern in Leser­briefen und Anschreiben in ihrer Ablehnung bestätigt. Im Verlauf der Debatte seien zudem neue Probleme und Gefahren aufgetaucht, die im Zweifel wiederum zu Lasten anderer Göttinger Kultur­institu­tionen gehen würden. „Zudem werden, wie bei der Debatte um den künftigen Standort des Städtischen Museums, bisherige Entschei­dungen ins Gegenteil verkehrt, zunächst zielge­richtet inves­tierte Gelder werden dann wohl sinnlos in die Luft geblasen worden sein,“ heißt es in einer Stellungnahme.Weitere Informationen

 

Studie
Konsumenten sehen Stallhaltung kritisch
Mehrzahl der Verbraucher befürwortet laut Göttinger Agrarökonomen Weidehaltung
pug/eb — Deutsche Verbraucher wünschen sich die Milchkuh auf der Weide. Dies hat eine Ver­braucher­analyse von Agrar­ökono­men der Univer­sität Göttingen nachge­wiesen – und ist ange­sichts indus­trieller Tierquälerei auch kein Wunder. Während Konsu­menten die Weide­haltung durchweg mit positiven Attributen wie natürlich, tierlieb und gesund in Verbindung bringen, sehen sie die Stallhal­tung weitaus kritischer.

Melkkarussell
 
Glückliche Kühe? Melkkarussell in einem GroßbetriebFoto: Gunnar Richter

Vor allem die Gruppe der qualitäts­bewussten Konsu­menten ist auch bereit, mehr für Produkte aus Weide­haltung zu bezahlen. Die Gruppe der Weide­befür­worter, welche sowohl durch ein geringeres Einkommen als auch gerin­geres Bildungs­niveau geprägt ist, zeigt eine signifi­kant gerin­gere Zahlungs­bereit­schaft für beispiels­weise Weide­milch.

„Das Phänomen, dass Verbraucher in ihrer Rolle als Bürger die Weide­haltung zwar bevor­zugen, als Konsu­ment jedoch weniger darauf achten, welche Produkte sie letztlich kaufen, wird häufig als ,Consu­mer-Citizen-Gap‘ beschrieben“, erklären die Wissen­schaftler vom Depart­ment für Agrar­ökonomie und Rurale Entwick­lung. „Es gibt eine klare Diskre­panz zwischen den Wünschen als Bürger und dem Verhalten als Konsu­ment.“ Die Wissen­schaftler sehen in dem Wunsch der Verbraucher nach Weide­haltung eine große Heraus­forderung für die deutsche Milchwirt­schaft.Weitere Informationen

Zunehmend versuchen auch Betriebe der Lebens­mittelin­dustrie, Verbraucher mit entspre­chenden Aussagen zur natürli­chen Reifung bzw. Herstellung zu ködern, die mitunter jedoch nicht mit immer mit ganz seriösen Werbe­verspre­chen einher­gehen. So hat der Bundes­verband Ver­braucher­zentralen erst vor kurzem Werbung für „Hansano Weidemilch“ beanstandet, über die sich Kunden wegen irrefüh­render Angaben auf der Verpa­ckung beschwert haben. In wenigen Tagen gelten europaweit neue Regeln zur Kenn­zeich­nung und Aufmachung von Lebens­mitteln. Die Lebens­mittelinfor­mations­verord­nung schafft bei der Herkunft von Lebens­mitteln, bei Nähr­werten, Aller­genen oder Imitaten mehr Klarheit. Verbes­serungs­bedarf gibt es aber nach wie vor, meint die Ver­brau­cher­zentrale Nieder­sachsen.Weitere Informationen

 

Verbraucherzentrale Niedersachsen
Mehr als 111.000 Ratsuchende in 2013
Mehr als 111.000 Verbraucher in den Beratungs­stellen, am Ver­brau­cher­telefon, per Brief, Mail oder bei Vorträgen suchten im vergangenen Jahr Rat und Hilfe bei der Ver­brau­cher­zen­trale Nieder­sachsen als Anlauf­stelle zu allen Aspekten des Ver­brau­cher­alltags. Ob unbe­rechtigte Inkasso­forde­rungen, Abmah­nungen wegen Urheber­rechts­ver­stößen, unter­gescho­bene Verträge an der Haustür oder am Telefon oder Ärger mit dem Strom- bzw. Tele­kommu­nikations­anbieter: Fragen zu Ver­brau­cher­recht, Telefon und Internet waren im vergan­genen Jahr unver­ändert hoch. Das ist u.a. ein Ergebnis der Jahres­bilanz 2013.

B3 VZN Göttingen
Themen der Göttinger Beratungsstelle 2013Grafik: VZN

Die seit dem vergangenen Jahr endlich wieder auf 1,5 Mio. Euro jährlich erhöhte Finanz­hilfe des Landes stellt erst­malig seit vielen Jahren die Ver­brau­cher­schützer wieder auf eine halbwegs solide Basis. Mit der gesetz­lich abge­sicher­ten Förde­rung könne man die erfolg­reich einge­leitete Struktur­reform weiter voran­bringen und mit der Bünde­lung von Beratungs­kompe­tenz in den neuen Regional­zentren biete die Ver­brau­cher­zen­trale Ratsu­chenden ein zukunfts­fähiges und modernes Erschei­nungs­bild mit verbes­sertem Service und Ange­boten“, resumiert Geschäfts­führerin Petra Kristandt. Zuvor hatte die Ver­brau­cher­zen­trale längere Zeit mit Mittel­kürzun­gen durch die Politik zu kämpfen, die landes­weit zu etlichen Schlie­ßungen von Bera­tungs­stellen führten.

Randolph Fries ist im Juli zum neuen Vorsit­zenden gewählt worden. Der Geschäfts­führer des Deutschen Mieter­bundes Nieder­sachen-Bre­men e.V. und bisherige stellver­tretende Vorsit­zende über­nimmt damit das Amt von Sigrid Leuschner, die nicht mehr kandi­dierte. Leuschner führte die Organi­sation zwanzig Jahre lang: „Mit ihrer lang­jährigen politi­schen Erfah­rung als Mitglied des nieder­sächsi­schen Land­tages hat sie sich vor allem in den immer wieder bedroh­lichen Finanz­situatio­nen souverän bei der Landes­regie­rung für die Ver­brau­cher­zen­trale Nieder­sachsen stark gemacht. Sie hat maßgeb­lich dazu beige­tragen, dass die Ver­brau­cher­zen­trale Nieder­sachsen heute finan­ziell besser aufge­stellt ist“, würdigte der neue Vorsit­zende die Arbeit seiner Vorgän­gerin.

Aktuell auf der Tages­ordnung der Ver­brau­cher­schützer steht das Thema Frei­handels­abkom­men TTIP (Trans­atlanti­sche Handels- und Inves­titions­partner­schaft) zwischen der EU und den USA. Zu befürchten steht eine deut­liche Aufwei­chung der Stan­dards beim Ver­brau­cher­schutz (z.B. der Sicherheit und Hygiene bei Lebens­mitteln), weshalb die Mit­glieder­versamm­lung eine Reso­lution zu TTIP verab­schie­det hat. Damit unter­stützen die Dele­gierten die Landes­regie­rung in ihren Forde­rungen gegen­über der EU-Kommis­sion und appel­lieren an die Bundes­regie­rung, sich für bewährte Ver­brau­cher­schutz­stan­dards einzu­setzen. „Wir fordern u.a. mehr Trans­parenz und die Beibe­haltung des Vorsorge­prinzips. Es gilt, Schäden vorzu­beugen und nicht wie in den USA, Schäden teuer zu repa­rieren. Dies ist ein Grund­prinzip in der EU-Wirt­schafts-ordnung, an dem nicht gerüttelt werden darf“, betont Vorsit­zender Randolph Fries. Sein eben­falls neu gewählter Stellver­treter Ulrich Gransee ergänzt: „Besorg­niserre­gend ist auch, dass künftig Ver­brau­cher­rechts­stan­dards als Eingriff in die Geschäfts­interes­sen von trans­national agierenden Unter­nehmen ange­sehen und diesen Unter­nehmen Sonder­rechte einge­räumt werden.“ Die Gewähr­leistung der wirtschaft­lichen Selbst­bestim­mung der Ver­brau­cher­ werde dadurch in hohem Maße in Frage gestellt.
Der Jahresbericht 2013 der Verbraucherzen­trale Niedersachsen steht als Download unter www.verbraucherzen­trale-niedersachsen.de/Jahresberichte zur Verfügung.

 

Busliniennetz
SPD: Nachbesserungen erforderlich
Nach Auskunft der SPD-Fraktion erreichen diese vermehrt Beschwer­den und Änderungs­wünsche von Bürger/in­nen zum „Neuen Linien­netzplan“ der Göttin­ger Verkehrs­betriebe (GöVB). Leser­briefe in der Tages­presse deuten ebenfalls darauf hin, dass für die Nutzer oder poten­ziellen Nutzer nicht alles zur Zufrie­denheit verläuft. Deshalb soll sich der Bauaus­schuss zeitnah mit den einge­gan­genen Beschwer­den beschäf­tigen, fordert die Fraktion.

 
Entschärft: Pulkfahrten in der InnenstadtFoto: vs

Frank-Peter Arndt (Foto: SPD), SPD-Fraktions­vorsit­zender, nennt als Beispiel eine feh­lende direkte Verbin­dung vom Senioren­heim am Inge­borg-Nahn­sen-Platz in die Innen­stadt, was zu Recht von den Bewoh­nern bemän­gelt werde, „aber auch andere Linien­führun­gen stehen in der Kritik.“

Arndt

Die SPD-Ratsfrak­tion hatte be­reits in der Bau­aus­schuss­sit­zung vom 20. No­vem­ber Ver­wal­tung und Göt­tin­ger Ver­kehrs­betrie­be aufge­for­dert, kurz­fristig auf die Bürger­beschwer­den und -anre­gun­gen zum neuen Bus­linien­netz zu ant­wor­ten und, soweit mög­lich, Abhilfe zu schaf­fen. In der nächs­ten Sit­zung des Aus­schus­ses am 4. Dezem­ber soll darüber Bericht erstat­tet werden, welche Bür­ger­beschwer­den es gab und wie mit den Be­schwer­den und Anre­gun­gen umge­gan­gen wurde – und gege­benen­falls welche Pro­blem­lösun­gen es diesbe­züg­lich gab. Arndt: „Es kann nicht sein, dass die Ver­wal­tung und die GöVB auf berech­tigte Beschwer­den der Bürge­rin­nen und Bürger nicht rea­giert und schweigt.“

Allerdings ist die erhebliche logistische Heraus­forde­rung, wie sie ein völlig umge­krem­peltes Linien­netz darstellt, gerade mal ein paar Wochen alt – eigentlich zu kurz, um bereits validier­bare Aussagen darüber treffen zu können, ob es sich bewährt oder nicht. Eine Balance zu finden zwischen halbwegs vertret­baren Millionen­subven­tionen des öffent­lichen Nahver­kehrs und einer optimalen Anbin­dung für das Indivi­duum wird zwangs­läufig immer zu Kompro­missen führen müssen. Kurz­fristige Reak­tionen auf Kritik mögen vielleicht den ein oder anderen Nutzer zufrieden stellen, für andere wiederum Nachteile mit sich bringen. Ein jeder­mann befriedi­gendes Netz gab es bereits in der Vergan­genheit nicht und wird wohl auch in Zukunft illuso­risch bleiben. Schnell­schüsse sind da sicher fehl am Platz.

 

Europäische Woche der Abfallvermeidung
Heute schon Lebensmittel weggeschmissen?
235 Euro landen jährlich im Müll
Bei der diesjährigen Europäischen Woche der Abfall­vermei­dung vom 22. bis 30. November liegt der Fokus auf dem Thema Lebens­mittel­verschwen­dung. Zum fünften Mal werden in den europäi­schen Mitglied­staaten Aktionen veran­staltet, die Beispiele geben für Abfallver­meidung, Wieder­verwen­dung und Recycling in Industrie, Gewerbe, Haushalt und in Behörden.

 
235 Euro jährlich pro Haushalt: LebensmittelentsorgungMontage: vs

Mit rund 280 Aktionen beteili­gen sich bundes­weit über 145 Entsor­gungs­unter­nehmen, Behörden und Ver­wal­tun­gen, soziale Einrich­tun­gen, Ver­brau­cher­zentra­len, Unter­nehmen und Einzel­per­sonen an der Woche – darunter auch die Göttinger Entsor­gungs­betriebe (GEB). Neben Presse­mittei­lungen werden Bera­tungs­stände über Bildungs­ange­bote oder auch Tausch- und Ver­schenk­börsen angeboten.

Ähnlich der Vermüllung mit Kunst­stoff­(tüten) hat das Wegwerfen unver­dorbe­ner Lebens­mittel mittler­weile enorme Ausmaße ange­nom­men. Jeder Haushalt wirft im Durch­schnitt jährlich Lebens­mittel im Wert von 235 Euro weg. Das sind etwa 82 Kilo Brot, Obst, Gemüse, Milch- und Fleisch­produkte sowie andere essbare Waren. Etwa 53 Kilo davon – also mehr als zwei Drittel – sind vermeid­barer Abfall. Darüber hinaus werden bundes­weit noch weitere etwa 100.000 Tonnen Lebens­mittel und Speise­abfälle aus Gastro­nomie, Catering, Mensen, Kranken­häusern und Schulen und aus Super­märkten oder der Lebens­mittel­indus­trie entsorgt.

Weltladenregal

Diese Verschwendung von Lebens­mittel geschieht häufig gedan­kenlos und ist zudem auch über­flüssig. „Wer das Weg­werfen von Lebens­mitteln verhin­dert, spart nicht nur Geld und vermeid­bare Abfälle, sondern schont auch Ressour­cen und leistet einen Beitrag zur Bekämp­fung des Hungers“, meint die Presse­spreche­rin der GEB, Maja Heindorf. Zur Abfall­vermei­dung in diesem Sinne gehört deshalb nicht nur eine bedarfs­gerechte Einkaufs­planung, sondern auch eine vernünf­tige Lager­haltung und Aufbewah­rung, um die Haltbar­keit von Lebens­mitteln zu verlängern. Mit der zu Unrecht bei einigen verpönten soge­nannten „Reste­küche“ ließe sich dem Problem „Wohl­stand­müll“ durchaus zu Leibe rücken, sind doch manche leckeren National­gerichte eben daraus entstanden – Paella etwa oder die Rata­touille. Eintöpfe lassen sich ebenso gut dafür einspannen wie etwa auch Spaghetti, die für so ziemlich jede Beigabe gut sind („Spaghetti con resti di cibo“).

Überflüssige Lebensmittel könnte man aber beispiels­weise auch an Nachbarn und Freunde verschen­ken, rät Maja Heindorf. Größere Mengen aus Betrieben sollten bei der Göttinger Tafel landen. Über das Internet­portal www.foodsharing.de können Händler, Produ­zenten, Gastronome und natürlich auch Privat­personen über­schüssige Lebens­mittel kostenlos anbieten und abholen lassen. Im Eingangs­bereich des Göttinger Weltladen­cafés in der Nikolai­straße 10 steht übrigens ein Food­sharing-Regal (Foto: GEB), eine Initiative von Foodsharing e.V., für Lebens­mittel­spenden bereit.

Wirklich verdorbene Lebens­mittel gehören natürlich nach wie vor in die Biotonne, aber das ist, wie gesagt, nur ein Drittel dessen, was tatsächlich dort landet.
Kontakt GEB: Tel. 4005 400.

 

VZN-Grafik <leer>
Die 6 am häufigsten genannten Angaben, was Verbraucher auf den ersten Blick auf einem Eti­kett erkennen wollen (grün) und auf was sie beim Kauf besonders achten (gelb)<leer>Grafik: Lebensmittelklarheit

Studie
Verbraucher wollen wissen,
woher ihr Essen kommt

Eine Studie des Verbraucherschutz-Portals Lebensmittel­klarheit hat gezeigt, dass die überwie­gende Zahl der Befragten konkrete Angaben darüber wünscht, woher ihre Lebens­mittel stammen. Verbrau­cher wollen sich beim Einkauf schnell orientieren können – aber an Hinweisen, die vom Inhalt auch tatsäch­lich einge­löst werden. Was drauf ist, muss drin sein, was drin ist, muss drauf stehen und was drauf steht, muss verständ­lich sein. Das dies längst nicht immer so ist, zeigen die Beispiele in der linken Spalte auf dieser Seite.

„Hergestellt für …“ – diese Angabe reicht Verbrau­chern nicht. Statt­dessen interes­sieren sie sich insbe­son­dere bei tierischen Lebens­mitteln für den Ort, an dem Tiere gehalten und gemästet wurden. Bei frischem Obst und Gemüse erwarten sie Angaben dazu, in welchem Land es geerntet wurde. 69,2 Prozent der Befragten geben an, sie vertrauten Lebens­mitteln mehr, wenn bei diesen die Herkunft ange­geben werde.

Die Verwendung von Länder­symbolen auf Verpa­ckungen nehmen Verbrau­cher sehr ernst. Sowohl Flaggen als auch Formu­lierungen wie zum Beispiel „alla Genovese“, die auf eine bestimmte Herkunft schließen lassen, werden an konkrete Herkunfts­erwar­tungen geknüpft. Wichtig ist daher, dass ein verläss­liches und über­sicht­liches System zur Herkunfts­kennzeich­nung geschaf­fen wird.

Verbraucher haben auch konkrete Vorstel­lungen, wie eine ver­braucher­freund­liche Produkt­gestaltung aussehen sollte: Name, Bezeich­nung, Produkt­bild, Netto­füllmenge, Marke und MHD gehören laut der jüngsten repräsen­tativen Studie im Rahmen von Lebens­mittel­klarheit auf die Vorder­seite eines Produkts. Der Verband hat aus diesen Wünschen die ideale infor­mative Produkt­verpackung erstellt (Abb.).
www.lebensmittelklarheit.de

 

Dispozinsen
Kunden zahlen immer noch bis zu 14,25 Prozent
Intransparenz bei vielen Banken / „Beratungsresistenz“ in Göttingen
Bankkunden zahlen immer noch bis zu 14,25 Prozent Dispozinsen, wenn sie ihr Konto überziehen, obwohl sich Banken und Sparkassen für weniger als ein Prozent Geld bei der Europäi­schen Zentral­bank leihen können. Dennoch haben die jähr­lichen Erhe­bungen der Stiftung Waren­test Wirkung gezeigt: Knapp 250 von 1504 unter­suchten Banken haben ihren Dispozins seit dem Vorjahr um mindes­tens einen Prozent­punkt gesenkt. Nicht so die Sparkasse Göttingen, die seit langem in der Kritik der Öffent­lich­keit steht. Einige Banken erheben dafür jetzt höhere Konto­führungs­gebüh­ren, um sich an den Kunden schadlos zu halten.

 
Goldene Eier legende Wollmilchsau: DispozinsenFoto:VZN

Die Tester ermittelten Zinsunter­schiede von fast 10 Prozent­punkten. Der Durch­schnitt der Dispo­zinsen liegt bei 10,65 Prozent. Einige Banken versuchen beim Dispo besser auszu­sehen als sie sind. Sie bieten günstige Dispo­zinsen nur für Giro­konten mit hoher Konto­führungs­gebühr. Sehr viele Banken veröf­fent­lichen den Dispozins nach wie vor nicht im Internet, so dass für Kunden kaum ein Vergleich möglich ist. Auch ein Preis­aus­hang vor Ort war nicht immer auffindbar, obwohl die Banken gesetz­lich dazu verpflichtet sind, ihn in der Filiale auszu­hängen. Die Ausreden der Mitar­beiter waren aben­teuer­lich: Man kenne den Dispozins selbst nicht oder teile ihn erst nach der Eröff­nung eines Kontos mit. Oft sind es teure Banken, die den Kunden die Höhe des Zinses für die Überzie­hung ihres Kontos ver­schwei­gen.

In Göttingen sticht innerhalb Nieder­sachsens insbe­sondere die Sparkasse immer wieder als „Leucht­turm­projekt“ negativ hervor. Nach einem Marktcheck der Ver­braucher­zentrale Nieder­sachsen steht sie – nicht zum ersten­mal – mit an der Spitze bei den Wucher­zinsen. Erst kürz­lich hatte sich die SPD-Land­tagsab­geord­nete Gabriele Andretta das Geldinstitut vor­genom­men: Ange­sichts eines histo­risch niedri­gen Leitzins­niveaus von 0,15 Prozent gehe es bei einem Dispozins von aktuell 12,49 Prozent und Über­ziehungs­zinsen von 16,99 Prozent letztlich „um nichts anderes als um das beden­ken­lose Abkas­sieren bei Men­schen, die den Banken auf Gedeih und Verderb ausge­liefert sind“. Diese Zahlen sind nicht einmal einen Monat später bereits überholt: Mittler­weile müssen Geldins­titute sogar einen nega­tiven Zins bezahlen, wenn sie ihr Geld bei der Euro­päischen Zentral­bank (EZB) parken statt es unter die Leute zu bringen und können sich sogar zu 0,05 Prozent refinan­zieren, bekommen das Geld also hinter­herge­schmis­sen. Der Verbrau­cher profi­tiert von all dem nicht.

„Weil wir anders sind“ – auch bei den Dispo-Zinsen: aktuelle Werbung der Sparkasse GöttingenScreenshot (29.09.2014)

Mit mehr als diffusen Begrün­dun­gen ver­sucht etwa die Spar­kasse dage­gen­zuhal­ten, merkt aber dabei nicht einmal, wie sie weiter an ihrem Nega­tiv-Image feilt: „Gerade auch im Zusam­men­hang mit den Kredit­wün­schen unserer Kunden legen wir sehr hohen Wert auf eine indivi­duelle, ganzheit­liche und faire Bera­tung“, erklärt deren Sprecher Michael Rappe – und eben auch auf einen indivi­duellen, nahezu konkur­renz­los hohen Zins­satz. Merk­würdig dabei ist, dass just zu dem Zeitpunkt, wo der EZB-Zinsatz sinkt, die internen Kosten des Geld­hauses offenbar immer in dem­selben Maße zu steigen scheinen, sodass man – leider, leider – den Kosten­vorteil nicht an die Kund­schaft weiter­reichen kann.

Mit einem am „öffent­lichen Auftrag orien­tierten Bera­tungs- und Kredi­tierungs­verhal­ten“ hebe man sich ganz bewusst und deutlich von günstigen Spezial­anbie­tern, aber auch von der Mehrheit der profit­orien­tierten Groß­banken ab, so Rappe weiter, ist also bewusst deutlich ungüns­tiger. Der PR-Mann verweist zudem auf die Mild­tätig­keit seines Hauses: Die Sparkasse nehme immerhin „grund­sätzlich für jeden Kunden“ eine Girokonto­einrich­tung vor, auch wenn sie nicht profi­tabel sei, wie z.B. bei derzeit etwa 1.100 „Giro­konten für Jeder­mann“ sowie etwa ebenso vielen Pfän­dungs­schutz­konten, was jährliche Zuschuss­beträge von etwa einer halben Million Euro erfor­dere. Das kann man glauben, nach­voll­ziehen kann man es nicht. Weitere Zahlen nennt Rappe nämlich nicht. Wie sich solch hohe Verwal­tungs­kosten (227,00 Euro pro Konto) zusam­men­setzen, darauf bleibt er die Antwort schuldig, es würde vielleicht auch dem Vorwurf der Stiftung Waren­test nach weit­verbrei­teter Intrans­parenz ent­gegen­stehen.

Mehr Transparenz einfor­dern könnten hin­gegen jene vom Göt­tinger Rat gestell­ten Mitglie­der im Verwal­tungs­rat der Spar­kasse Göttin­gen (SPD: Wolfgang Meyer, Frank-Peter Arndt, Helmi Behbe­hani; CDU: Brigitte Eiselt, Fritz Güntzler sowie Prof. Dr. Christian Schrader, auf Vorschlag der Grünen), die der Geschäfts­führung ein wenig auf die Finger sehen sollen – wenn sie sich denn nicht als bloße Abnicker und Aussitzer verstehen würden. Zwar ist es richtig, dass sich diese Mitglieder nicht in das ope­rative Geschäft einmi­schen dürfen, wenn es aber um das Ansehen und äußere Erschei­nungs­bild geht, welches zudem auf die Stadt als Ganzes zurück­fällt, dann sind sie sehr wohl gefordert. Zu hören ist von ihnen jedoch so gut wie nichts, obgleich ein Grum­meln über die Zins­politik der Spar­kasse Göttingen quer durch alle Reihen der Ratsfrak­tionen zu verneh­men ist und auch inner­halb der Verwal­tung immer wieder mal anklingt. Beim unge­störten Einsam­meln ihrer Sitzungs­gelder ziehen sie sich jedoch auf die Argu­men­tation zurück, man habe ja keinerlei Weisungs­recht gegen­über der Spar­kasse. So jeden­falls reagierte der Rat bereits 2012 auf einen entspre­chenden Vorstoß der Linke-Rats­fraktion.

Das ist zumin­dest schein­heilig. Keinem Verwal­tungsrat­mitglied ist es verwehrt, immer und immer wieder das unan­ständige Gebaren eines Vorstandes mora­lisch anzu­pran­gern statt sich wegzu­ducken, dies explizit ins Proto­koll aufneh­men zu lassen und auch der Öffent­lichkeit davon Kenntnis zu geben – Geschäfts­geheim­nisse verra­ten werden dadurch jeden­falls nicht.

 
„Beratungsresistenz des Vorstandsvorsit­zenden“: Kontrahenten Becker und Hald (rechts)Foto: Archiv

Auch die Göttinger Rats-Grünen, klagt Fraktions­vorsit­zender Rolf Becker, hätten „mit einem Brief an den gesam­ten Vorstand, in persön­lichen Gesprä­chen und durch Ver­hand­lun­gen im Verwal­tungs­rat lange versucht, den Vorstand zur Sen­kung der Zinssätze zu bewegen, aber er beharrt auf seiner unso­zialen Zins­politik“. Becker nennt die Erklä­rungs­versu­che der Spar­kasse „wenig über­zeu­gend bis zynisch“. Dies gelte vor allem für den beschwich­tigen­den Hinweis, bei länger­fristi­gem Über­ziehungs­bedarf könne man ja einen zins­günsti­geren Privat­kredit aufneh­men: „Gerade Menschen mit geringen finan­ziellen Mitteln haben oft keine realis­tische Chance, einen solchen Kredit zu erhalten, weil sie den Nachweis der Kredit­würdig­keit nicht erbrin­gen können.“ Ange­sichts der „nur schwer zu ertra­gen[den] Beratungs­resis­tenz des Vor­stands­vorsit­zenden Rainer Hald“ hofft Becker auf Rolf-Georg Köhler (SPD), „der als neuer Göttinger Ober­bürger­meister auch den Vorsitz im Verwal­tungsrat über­nehmen wird und die Sparkasse aus eige­ner beruf­licher Erfah­rung von innen kennt“.

Zumindest solange wird sich an der Beratungs­resistenz des Vor­stands­vorsit­zen­den vor­aus­sicht­lich nichts ändern – jedenfalls nicht mit den derzei­tigen Verwal­tungs­ratsmit­gliedern. Andere Geldins­titute übrigens haben Über­ziehungs­kredite inzwi­schen ganz abge­schafft.
Dass es für Anleger noch halbwegs attraktive Auswege aus der Zinsmisere gibt, hatte kürzlich erst die Stiftung Waren­test bei einer Unter­suchung von 41 Bankspar­plänen ermittelt und dabei überra­schend gute Kondi­tionen entdeckt – mit zum Teil mehr als 3 Prozent Rendite.
DownloadDer Test Dispozinsen ist in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest erschienen. → www.test.de/dispo
Eine Tabelle der günstigsten und teuersten überregionale Banken und Direktbanken können Sie hier herunterladen.

 

Umweltschutz
Neues Sammelsystem für Elektrokleingeräte kommt an
Das vor wenigen Wochen neu einge­führte Sammel­system für Elektro­klein­geräte scheint sich offenbar zu bewähren. Die Göttinger Entsor­gungs­betriebe (GEB) haben jetzt eine erstmalige Leerung der 17 in der Stadt verteilten Container vorge­nommen und dabei insge­samt ca. 6.000kg Elektro­kleingeräte einge­sammelt – das entspricht in etwa der Menge von 25 Kubik­metern.

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An vielen Stellen in der Stadt: neue Container<leer>Foto: GEB

„Die saubere Qualität der Samm­lung über­zeugt“, resü­miert Maja Heindorf von den GEB. Die Göttinger Bevöl­kerung nutze den neuen Erfas­sungsweg offenbar erstaun­lich verant­wortungs­voll. Aller­dings: an einigen wenigen Stand­orten wurden auch Elektro­großgeräte neben den Depot­contai­nern abge­stellt. Die Container sind jedoch aus­schließ­lich für Klein­geräte vorge­sehen. Groß­geräte müssen direkt in die Rudolf-Wis­sel-Straße zum Recycl­inghof gebracht oder können durch die Sperr­müllab­fuhr entsorgt werden (Anmel­dung online möglich).

Seit 2006 ist es gesetzlich verboten, elektrische Klein­geräte über den Hausmüll zu entsorgen. Gleich­wohl landen noch immer Unmen­gen an Elektro­schrott im Restab­fall. Nicht nur, dass es für die Umwelt schädlich ist, auch enthalten diese Klein­geräte wertvolle Rohstoffe wie Alumi­nium, Eisen oder Kupfer. Nur bei sachge­mäßer Entsor­gung können sie entfernt und wieder verwertet werden. Dazu will der Feld­versuch in Göttingen beitragen.

<leer> Wussten Sie schon …
… dass Elektroschrott u.a. viele gefähr­liche Sub­stan­zen enthält, etwa Blei, Queck­silber, Cad­mium, polybro­mierte Biphenyle (PBB), polybro­mierte Diphenyl­ether (PBDE) und Chrom­verbin­dungen? Sie sind hoch­giftig und können Krebs aus­lösen.

Natürlich ist der beste Müll jener, der gar nicht erst anfällt. Beim Kauf sollte also auf die Lang­lebig­keit der Artikel geachtet werden. Weg­werf­pro­dukte, wie zum Beispiel Ein­weg­kame­ras, sollten vermie­den werden, und ein gebrauchtes statt ein frisch vom Fließ­band kom­mendes Handy tut es eigent­lich auch. Selten gebrauchte Geräte wie Bohr­maschi­nen oder Hecken­scheren kann man sich auchgut mit den Nach­barn teilen oder kosten­günstig im Bau­markt auslei­hen.

Noch befindet sich das Göttinger Sammel­system in einer Test­phase. Erst Ende 2015 wird darüber endgültig entschieden.
Container Standorte unter: www.geb-goettingen.de

 

Immobilienfinanzierung
Neue Verbraucherschikane von Banken
Kunden nach Widerruf unerwünscht
Kunden können fehlerhafte Kredite widerrufen. Darüber hatte die Zeit­schrift Finanz­test in ihrer Juli-Aus­gabe berichtet. Doch nach einer Kündi­gung erhalten Kunden nicht von jeder Bank einen neuen Kredit. Die ING-Diba lehnt ganz ab.

Die Verbraucherzentralen Hamburg, Bremen und Sachsen hatten tausende Verträge geprüft und in vier von fünf Fällen bean­standet, dass Kunden nicht korrekt über ihr Widerrufs­recht belehrt worden waren. Das ist seit November 2002 Pflicht. Widerruft ein Kunde, muss er die Rest­schuld ablösen, in der Regel mit einem neuen Kredit­vertrag. Bei der ING-Diba hat er jedoch keine Chance auf einen Anschluss­kredit: Die Bank schuldet seit dem 4. August 2014 nur Kredite um, deren Zinsbin­dungsfrist abläuft. Die Ver­braucher­zentrale Bremen kennt auch Fälle von anderen Insti­tuten, in denen Anschluss­kredite abgelehnt wurden.

Kreditnehmer müssen vor dem Widerruf sicher­stellen, dass sie die Restschuld tilgen können. Informa­tionen hierzu finden sich im Spezial Immo­bilien­kredite auf test.de. Wer das Geld nicht flüssig hat, braucht eine Finan­zierungs­zusage, die vier bis sechs Wochen gilt. Die Ver­braucher­zentrale Bremen bittet Kunden mit Problemen beim Anschluss­kredit um Nach­richt an baufinan­zierung@vz-hb.de
www.test.de

 

Leinebürger fordern Zusagen ein
Naherholungsgebiet als Ersatz für das verlorene Parkgelände / Grüne solidarisch
lr/eb — Am 10. Juli fand in Göttingen das Richtfest für den Neubau des Maßregel­vollzugs am Ros­dorfer Weg statt. Anlässlich dieses Ereig­nisses erinnert die Bürger­initiative Leine­bürger an die ihr seinerzeit von der Politik gegebene Zusage, ein in direkter Nach­barschaft befind­liches, angeblich zur Bebauung ungeeig­netes Gelände als Ersatz für ihr jahr­zehnte­lang genutztes Naherho­lungs­gebiet freizu­geben – auf dem nun ein Rohbau steht.

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Aufwertung zum Naherholungsgebiet: die brach liegende Fläche neben dem ehemaligen Leineberg-Park<leer>Foto: vs

Wir schreiben das Jahr 2007: Gut gelaunt genießen die Anwohner des Leine­bergs den heißen Sommer in ihrem selbst­ernann­ten „Leine­berg-Park“, nicht ahnend, dass in diesem Moment die Zerstörung ihres idyllischen Erholungs­gebiets beschlossen wird. Vier Jahre verbringen sie noch in glück­licher Unwis­senheit und genießen die Zeit unbe­schwert im Grünen. Als die „Leine­bürger“ 2011 dann durch Zufall von der geplanten Zerstö­rung ihrer liebge­wonnen Grün­anlage erfahren, bemühen sie sich umge­hend um kons­truktive Vorschläge und bieten der Landes­regierung seriöse Alterna­tiven. Diese Anstren­gungen stoßen jedoch auf wenig Gegen­liebe, werden prinzi­piell abgelehnt oder widerlegt, was manch­mal nur mit Tricks gelingt.

So hatten die Anwohner ein seit Jahren brachlie­gendes Alter­nativ­gelände, keine 500 Meter entfernt, für die Bebau­ung ins Gespräch gebracht, doch wegen angeb­licher Unbe­baubar­keit wurde es vom Tisch gewischt. Im Nach­hinein stellte sich heraus, dass ein Gutachten, welches für das Alter­nativ­gelände erstellt wurde, nicht auf das gesamte Grund­stück, sondern nur auf einen schmalen Streifen bezog, welcher sich vom Rest des Geländes unter­schied. Auch ein Schreiben der Bewoh­ner an den damaligen Minister­präsiden­ten McAllister konnte die Zerstörung der maleri­schen Natur­fläche nicht abwenden, sodass nunmehr ein Neubau für 30 Millio­nen entstand – zehn Millionen mehr als ursprüng­lich geplant.

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Fühlen sich betrogen: Friedlicher Protest der Leinebürger<leer>Foto: privat

„Naherholung, grüne Lunge, geschützte Fleder­mäuse, seltene Vögel, geschützter Raum für Patienten der angren­zenden psychia­trischen Klinik, Mittel­punkt einer einma­ligen histori­schen Anlage. All das wurde als ,gruppen­egoisti­sche Motive‘ abgetan, von bösen Bürgern, die den Insassen der bisherigen Einrich­tung unsägliches Leid antäten, weil sie den Bau verhin­dern wollten“, machten die Leine­bürger damals ihrem Unmut Luft. Dabei stand für sie nie in Zweifel, dass „psychisch kranke Menschen … eine ange­messene Unter­brin­gung [brauchen] – insbeson­dere, wenn sie ihr ganzes Leben wegge­sperrt sind“, betonen sie auch heute wieder.

Heute: Die Bauarbeiten schreiten voran, der Rohbau des Gebäudes ist fertig. Anlass für die Leine­bürger, noch einmal auf das in ihren Augen gesche­hene Unrecht hinzu­weisen und den Kampf um verlorenes Gelände wieder aufzu­nehmen: In einer Petition fordern sie, das von ihnen vorge­schlagene Alternativ­gelände endlich als Naherho­lungs­gebiet auszu­weisen: „Da sich das Areal offenbar nicht als Bauland eignet, liegt es doch nahe, dieses in ein parkähn­liches Gelände mit Wegen, Bänken und Grünan­lagen zu verwan­deln, das eine Brücke zwischen Leineberg, Tonkuhlen und Kiessee schafft“, heißt es darin. Ein ortsnaher Ausgleich sei während der Ausle­gungs­phase des B-Planes in Politik und Öffent­lichkeit diskutiert und ihnen auch mündlich zugesagt worden. „Wir bauen auf dieses Wort.“

Grüne begrüßen Intention der Petition: „Nachbarflächen müssen gesichert werden!“
Die Grünen im Rat zeigen sich solidarisch mit der zentra­len Intention einer Petition der Leine­bürger. „Durch die ökolo­gische Aufwer­tung der Grünan­lagen sowie mit Hilfe neuer Wegefüh­rungen und Bänke könnten wir hier für die Naher­holung und den Biotop­verbund eine sinnvolle Verbin­dung zum nahe gelegenen Kiessee schaffen“, erklärt Ratsmitglied Ulrich Hole­fleisch. Der Baupolitiker erinnert an einen entspre­chenden Prüfauftrag im Bauaus­schuss am 5.7. 2012. „Entschei­dend ist die Umwid­mung des Geländes im Flächen­nut­zungs­plan.“ Durch aufwändige Ausgleichs­rege­lungen eine klassische Parkfläche entstehen zu lassen, kommt für ihn nicht in Betracht: „Ich will hier nicht den Rasen kurz mähen lassen, sondern die ökolo­gische Qualität weitge­hend erhalten.“

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Zusätzlicher Landschaftsverbrauch durch eine zusätzliche Auffahrt, ob­gleich die zur sich querstellenden Asklepios-Klinik hätte mitgenutzt werden können<leer>Grafik: Rinne & Partner

Die Fraktion hatte seinerzeit ihren Mitglie­dern freige­stellt, wie sie über das Ansin­nen der Landes­behörde (der das Areal gehört), dort einen Neubau für den Maß­regel­vollzug zu errich­ten, abstim­men wollen. Eine Mehr­heit stimmte zu, weil sie auf abseh­bare Zeit „keine andere Mög­lich­keit sah, die vom Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rechte kritisierte men­schen­unwür­dige Unter­brin­gung der Bewoh­ner/innen im ehe­maligen ,Festen Haus‘ zu verbessern“, heißt es in einer Erklärung der Fraktion und unter Anspie­lung auf die völlig fehlende Koope­rations­willigkeit der benach­barten Asklepios-Klinik: „Eine ärgerliche Konstel­lation der Eigentums­verhält­nisse und Nutzungs­möglich­keiten der Flächen ließ vielen die Entschei­dung für den Neubau an dieser ungüns­tigen Stelle unab­wendbar erscheinen.“

Das allerdings ist nur die halbe Wahr­heit, so unab­wend­bar war die Ent­schei­dung nicht: Schon damals hatte der Vertre­ter der Landes­behörde, Michael Brassel vom Staat­lichen Bau­manage­ment, während der emotio­nalen Dis­kus­sio­nen im Bau­aus­schuss durch­klin­gen lassen, dass man ja auch noch Alter­nativ­flächen für den geplan­ten Bau in petto hätte, falls die Stadt nicht spuren würde – nur eben in Göttin­gen nicht. Das aller­dings wurde von den Ent­schei­dungs­trägern geflis­sent­lich über­hört, denen – aus welchen Grün­den auch immer – ein bebau­tes Areal doch lieber war als ein Naher­holungs­gebiet. Immer­hin hatten die Grünen in der Aus­schuss-Sitzung vom 5. Juli 2012 durch­gesetzt, dass die nun von der Bürger­initia­tive auf dem Leine­berg wieder ins Spiel gebrachte „Alter­nativ­fläche … recht­lich gesi­chert und über Aus­gleichs­maßnah­men zum zukünf­tigen Erho­lungs­gebiet für die Bürge­rin­nen des Stadt­teils Leine­berg“ wird. Dieser Ergän­zungs­antrag wurde seiner­zeit ein­stim­mig gutge­heißen.

Brassel, das Schlitzohr, bot dem Ausschuss sogar an, die Brache (Abb. ganz oben) durch die Stadt erwerben zu lassen – zu Bauland­preisen selbst­redend, nicht zu Grün­land­preisen –, wohl wissend, dass man das mit einer (damals) klammen Stadt nicht machen kann.

 

Universität
Gründung eines „Konfuzius-Instituts“
verfestigt Beziehungen zu Folterstaat

Wider den Geist der Göttinger Sieben / Kritik der Gesellschaft für bedrohte Völker
Ausgerechnet Rechtswissenschaftler schweigen Menschenrechtsverletzungen †o†
Am 3. Juli feierten die Universitäten Göttingen und Nanjing ihre langjährige Zusammen­arbeit mit einem öffent­lichen Festakt. Die beiden Hoch­schulen arbeiten seit 30 Jahren in Forschung und Lehre zusammen, am Tag vor dem Festakt haben sie das „weltweit erste Akade­mische Konfuzius-Institut“ gegründet, welches „aktuelle Forschungs­erkennt­nisse in die Öffent­lichkeit vermitteln“ soll – Erkennt­nisse zur Unter­drückung der Mei­nungs­frei­heit und zu Men­schen­rechts­verlet­zun­gen hinge­gen bewusst aus­blendet.

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Heute wie damals: Deutsche – auch Wissenschaftler – sehen gern weg, wenn es darauf ankommt hinzusehen. Verhaftung einer Demonstrantin in der VR China, Rektor Neumann beim Göttinger Uni-Jubiläum 1937.<leer>Quelle: amnesty international / Städt. Museum

Ausgerech­net „Rechts“­wis­sen­schaft­ler, nämlich die deut­schen und chine­sischen Direk­toren des gemein­samen Insti­tuts für Rechts­wis­sen­schaf­ten, Prof. Dr. Rüdi­ger Krause und Prof. Dr. Fang Xiao­min, spra­chen über Ver­gan­gen­heit und Zukunft der 25-jäh­rigen Zu­sam­men­arbeit auf ihrem Fach­gebiet und brachten dabei das ein­malige Kunst­stück fertig, gra­vie­rende Rechts­ver­stöße, wie sie bei­nahe täg­lich aus dem „Reich der Mitte“ ihren Weg in öffent­liche Foren und die Tages­pres­se finden – etwa die Ver­fol­gung von Minder­hei­ten oder die Unter­drückung der Mei­nungs­frei­heit – mit kei­nem Wort zu erwäh­nen. Der anschlie­ßende Vor­trag von Prof. Dr. Peter-Tobias Stoll, eben­falls Direk­tor des Deutsch-Chine­sischen Insti­tuts für Rechts­wissen­schaft, reihte sich da naht­los ein und beschäf­tigte sich viel­sagend mit den „Her­aus­forde­run­gen und Chan­cen der Ko­ope­ra­tion mit China in Wis­sen­schaft, Wirt­schaft und Poli­tik“.

Er entlarvt zugleich die Intentionen, von denen eine solche Zusam­men­arbeit geleitet wird, nämlich die von Wissen­schaft und Politik flankierten wirtschaft­lichen Interessen und Bezie­hungen weiter voranzu­bringen. Da könnte eine Beschäf­tigung oder gar juristische Würdi­gung des Rechts­systems der Volks­republik China, zu dessen Methoden willkür­liche Inhaftie­rungen wie auch der Einsatz von Folter gehören, nur stören.

Die weltweit renommierte Göttinger Menschen­rechtsorga­nisation Gesell­schaft für bedrohte Völker (GfbV) sieht ange­sichts solch skanda­lösen Verhal­tens die Unab­hängig­keit der Wissen­schaft in Gefahr, die Stadt der „Göttinger Sieben“ brauche statt solcher Feierlich­keiten vielmehr eine kritische Diskussion. „Wir hätten uns in Göttingen eine umfas­sende Diskus­sion darüber gewünscht, ob ein Institut, das vom chinesi­schen Bildungs­ministe­rium ausdrück­lich dazu ange­halten wird, ein posi­tives Bild Chinas im Ausland zu zeichnen, in unseren kritischen Wissen­schafts­betrieb passt“, meint deren Asien­referent Ulrich Delius.

Konfuzius 2
„Statt Feierlichkeiten kritische Diskussion“: Inhaftierter Olympiakritiker, Bürgerrechtler und Aidsakti­vist Hu Jia, von Geheim­polizei bedrängte Ehe­frau Zeng Jinyan, inhaf­tierter Friedens­nobel­preis­träger Liu Xiaobo, Gewalt­anwen­dung durch Zivil­polizei, Folter­opfer Falun Gong
<leer>Fotos: Archiv / VOA staff / China intern / Falun Gong

„Wenn Rüstungskonzerne Forschungs­projekte an Univer­sitäten fördern, gibt es einen Aufschrei der Em­pö­rung in der Öffent­lichkeit. Denn die Unab­hängig­keit der Lehre gilt als gefährdet“, begrün­dete Delius die Skepsis der GfbV. In mindes­tens sieben deutschen Sino­logie-Semi­naren fungieren deren Profes­soren auch als Leiter der örtlichen Konfu­zius-Insti­tute. Die Konfu­zius-Institute sind organisa­torisch an das Entwick­lungszen­trum des chinesi­schen Bildungs­minis­teriums für den Chine­sisch-Unter­richt als Fremd­sprache ange­bunden, das dem Bildungs­ministe­rium der Volks­republik China unter­steht. „Hier kann es schnell Interes­sens-Kolli­sionen geben, es sei denn, deutsche Profes­soren üben sich im vorausei­lenden Gehorsam und in der Selbst­zensur, denn das Ministe­rium hat natürlich seine ganz eigenen Erwar­tungen an die Vermitt­lung eines positiven China-Bildes“, befürchtet Delius. Natürlich solle und müsse auch Positives über China vermit­telt werden, doch das Negative – wie die Unter­drückung der Tibeter oder die schweren Menschen­rechts­verlet­zungen an Uiguren im Nord­westen des Landes – sollten nicht unter­schlagen werden.

Der chinesische Wissen­schaftler und Dolmetscher Prof. Dr. Jianbin Wang hat die Medaille Aureus Gottin­gensis der Universität Göttin­gen erhalten. Mit dieser Medaille würdigt die Univer­sität Göttingen seit 1965 Menschen, die sich in beson­derer Weise für die Hoch­schule eingesetzt haben. Prof. Wang ist neben Erich Bieder­beck, Prof. Dr. Emil Woermann, Heinz Hilpert, Hilde­gunde Willrich, Sigrid Lüttge und Lars Ellegaard die siebte mit dieser Medaille ge­ehrte Person.  

In den USA und Kanada gibt es gerade eine breite Diskussion unter Wissen­schaft­lern über mögliche negative Folgen für die Wissen­schaft durch die Einrich­tung von Konfu­zius-Insti­tuten. So hat die „Amerika­nische Vereini­gung der Univer­sitätsprofes­soren“ den US-Univer­sitäten vorge­worfen, mit der Ansied­lung solcher Institute die Integrität von Universi­täten und Lehrper­sonal beein­trächtigt zu haben. Auf besondere Kritik stieß dabei, dass China bei der Besetzung von Posten in Konfu­zius-Insti­tuten ein Mitsprache­recht hat.

 

Göttinger Wald
Notfallschilder für Erste Hilfe
„Rettungspunkte“ sollen Notfallhelfer leiten
pdg — Zur Alarmierung von Rettungs­kräften bei Notsitua­tionen im Göttinger Stadtwald per Mobilfunk wurden im Wald zwölf Schilder als soge­nannte Rettungs­punkte aufgestellt. Die darauf vermerkten Abkür­zungen und Zahlen ermög­lichen die genaue Standort­bestim­mung durch die Feuer­wehr und Rettungs­dienste, die somit schnell zur Hilfe eilen können, wenn Personen im Wald zum Beispiel einen Unfall haben, einer Bedro­hungs­situation ausge­setzt sind oder einen Schwäche- oder Allergie­anfall erleiden.

Rettungspunkt

Auf jedem Schild folgt hinter der Abkürzung „GÖ“ eine Nummer, einige haben zusätzlich hinter den Ziffern ein „H“ als Hinweis, dass hier gegebe­nenfalls der Einsatz eines Rettungs­hubschrau­bers möglich ist. Außerdem ist auf den Tafeln die Notfall­telefon­nummer 112 vermerkt, unter der in Göttingen die örtliche Rettungs­leitstelle der Feuer­wehr erreicht wird. Mit zwölf Rettungs­punkten im 18km² großen Stadtwald sind die Dichte der Rettungs­punkte höher als üblich und damit die Abstände zwischen den Punkten wesentlich kürzer. Grund dafür ist die besondere Bedeutung dieses Gebietes als Erholungs­raum der Göttinger Bevöl­kerung.

Informationen über die zur Verfügung stehenden Notfall­rettungs­punkte erhalten Waldbe­sucher über Flyer, die an den wichtigsten Waldein­gängen (Molken­grund, Kehr, Hollands­grund und Seckborn­grund) zu finden sind, aber auch digital über die kosten­lose Smartphone-App „Hilfe im Wald“.

 

Oberbürgermeisterwahl
SPD-Kandidat setzt sich durch
Wenn es Ihnen nicht passt, dann dürfen Sie mich eben nicht wählen“, reagierte Rolf-Georg Köhler kürzlich noch auf einer Veranstal­tung, bei der es aus aktuel­lem Anlass (Baptisten­kirche / ehem. Voigtschule) um die Göttinger Kultur und ihre Kultur­initia­tiven ging. Es hat offen­sicht­lich vielen dennoch gepasst.

Nach vorläufigen Berechnungen geht Köhler mit etwa 59 Prozent als Sieger aus dem Rennen um das Amt des Ober­bürger­meis­ters hervor (Martin Rudolph: ca. 41 Prozent). Am bemer­kens­wertes­ten bei dieser Wahl, bei der zum Schluss die Grünen mehr Werbung für den roten Bewerber betrieben als die SPD selbst, ist wohl die Wahl­beteili­gung: Nur noch 31 Prozent (50,12 Prozent bei der Vorwahl) ließen sich hinterm Ofen hervor- und in die Wahl­kabinen locken – ein Indikator dafür, welchen Rückhalt die Kandi­daten in der Bevöl­kerung besitzen und wie diese bzw. die von ihnen vertre­tene Politik sich von ihnen repräsen­tiert fühlt.
www.wahlen.goettingen.de

 

Klimawandel
Heftige Unwetter halten Einsatzkräfte auf Trab
Schwerstarbeit für die Feuerwehr / Kunst e.V.: Sanierung von Spielstätten forcieren
pdg/eb — Eines der heftigen Unwetter dieses Jahres, dass von West nach Nordost über die Bundes­republik und damit auch über Göttingen zog, hat hier erheb­liche Schäden hinter­lassen. Allein im am stärksten betrof­fenen Ruhr­gebiet wurden mehrere 10.000 Blitze gezählt, die nahezu ununter­brochen die Nacht zum 10. Juni taghell erleuch­teten. 19 Feuer­wehr­wachen waren mit 120 Einsät­zen beschäftigt. Allein aus dem Keller im Audito­rium der Univer­sität mussten rund 500.000 Liter Regen­wasser abge­pumpt und Bäume gefällt werden. In den städti­schen Grün­anlagen wurden nach Angaben der Stadt bislang rund 80 Schäden registriert. Einzelne Bäume hielten auch auf dem Bartholo­mäus­friedhof dem Wind nicht stand und stürzten um. Eine Vorstel­lung der Göttinger Händel-Fest­spiele im Deutschen Theater musste wegen eines Wasser­ein­bruchs im Dach über der Seiten­bühne vorzeitig abge­brochen, der jähr­liche Univer­sitäts-Sporttag „Dies Acade­micus“ abgesagt und auf den Juli verscho­ben werden.

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Mehrere 10.000 Blitze gezählt: Unwetter in der Region
<leer>Foto: André Karwath

Überlastete Rohrlei­tungen im Neuen Rathaus führten zu Undich­tigkei­ten im Technik­oberge­schoss und einem Wasser­einbruch im Keller und auch die Feuer­wehr selbst war betroffen: Ellie­hausen und Grone gab es Wasser­eintritte durch die Dächer der Feuer­wehr­häuser; in Grone war der Altbau betroffen, der derzeit stattfin­dende Anbau blieb unbe­schädigt. In der Voigt-Real­schule in Weende stehen Räume des Haus­meisters, des Verwal­tungs­gebäudes und des Mensa­gebäu­des unter Wasser. Zusätz­lich ist ein Aufzugs­schacht vollge­laufen; dadurch sind mög­licher­weise die Elek­tronik und die Batte­rien beschä­digt. Die genaue Schadens­auf­nahme erfolgt noch. Das Wasser wird durch Haus­meister entfernt.

In den Gebäuden Maschmühlenweg 141–145 stand der Wasch­maschinen­raum im Keller­geschoss etwa zehn Zenti­meter unter Wasser. In mehreren Häusern im Masch­mühlen­weg und im Königs­stieg wurde Wasser durch die Fenster gedrückt. Im Gebäude Rote Straße 34 drang Regen in das Treppen­haus ein. In der Musa gab es einen Wasser­einbruch im Keller. Mehrere Musa-Mitar­beiter/in­nen sind dort bereits seit Dienstag­nacht im Einsatz und wurden von der Feuer­wehr unter­stützt. Mit Hilfe der bereits vorhan­denen sowie einer zusätz­lich einge­setzten Pumpe konnte der Schaden bisher in Grenzen gehalten werden.

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OB dankt Helfern
pdg — Oberbürger­meis­ter Wolf­gang Meyer hat sich in einer öffent­lichen Erklä­rung bei den vielen haupt- und ehren­amt­lichen He­lfer/in­nen bedankt, die wäh­rend und nach den Unwet­tern im Stadt­gebiet im Ein­satz waren. „Es ist gut zu wissen, dass in unse­rer Stadt Men­schen leben, mit deren Hilfe wir aus dem Stand heraus in der Lage sind, solchen Unwet­tern zu begeg­nen, wie sie am ver­gan­genen Diens­tag und Mitt­woch über Göt­tin­gen gefegt sind,“ sagte er. In seinen Dank bezog Meyer die Mitar­bei­ter/in­nen und Mit­glie­der der Feuer­wehren, der Polizei, der Ret­tungs­dienste sowie aller ande­ren Orga­nisatio­nen und Unter­neh­men ein, die mit vol­lem Ein­satz und oft die ganze Nacht lang uner­müd­lich an der Schadens­begren­zung mitge­wirkt haben. Meyer dankte außer­dem allen öffent­lichen und priva­ten Kräf­ten, die seit dem frühen Mitt­woch Mor­gen an der Be­seiti­gung der Folgen arbei­teten, die die Gewitter verur­sacht haben. Er bat aller­dings auch um Ver­ständ­nis dafür, dass die Repa­ratur- und Auf­räum­arbei­ten noch einige Zeit in An­spruch neh­men könn­ten.
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Für die Feuerwehrkräfte bedeutete das Gewitter Schwerst­arbeit. Im Stadtgebiet Göttingen rückten die Einsatz­kräfte der Haupt­feuer­wache, der Feuer­wehr des Klinikums, der Werks­feuer­wehr der Univer­sität, der 13 Orts­feuer­wehren und von drei Feuer­wehr­wachen aus dem Land­kreis zu 120 Einsät­zen in der Nacht aus. Am Mittwoch­morgen und -nach­mittag (11. Juni) kamen etwa 40 Einsätze hinzu. Bei den meisten mussten vollge­laufene Keller vom Regen­wasser befreit werden. Im Audito­rium der Univer­sität stieg der Wasser­pegel auf 1,50 Meter an. Auch im Institut für Mikro­biologie und beim Reiterhof in Holtensen mussten Räume vom Wasser befreit werden. Laut Feuer­wehr verur­sachte zudem ein Wasser­einbruch in der Produk­tions­halle der Firma Novelis in Weende einen Stopp der dortigen Produk­tion.

In der Kita Gartenstraße stürzten ein Baum und Äste vom Wall auf das Gelände. Schäden sind noch nicht bekannt. Auf dem Spielplatz Schlözer­weg gaben zwei Buchen den Wind­böen nach und beschä­digten bei ihrem Aufprall zwei Nachbar­zäune sowie zwei Parkbänke. Auf dem Spielplatz Rosen­winkel wurden mehrere Bäume entwurzelt, außerdem brachen mehrere große Äste aus den Kronen heraus. So entstan­den Schäden am Dach, an der Dachrinne sowie am Vorbau des Nachbar­hauses und am Zaun. Der Betrieb auf den betrof­fenen Plätzen ist teilweise einge­stellt und voraus­sichtlich ab der nächsten Woche wieder möglich. Im Stadt­wald fiel ein Ast auf einen Tennisplatz am KWP und zerstörte dabei einen Zaun und einen Schieds­richter­stuhl.

In vielen Grünanlagen lösten sich Äste aus den Baum­kronen, die leicht herunter­fallen und Passanten verletzten können. Auch 37 Mitar­beiter/in­nen des Bauhofes der Stadt Göttin­gen und zwei Baum­pflege­firmen erfassen die Schäden und haben mit der Beseiti­gung begonnen, die noch mehrere Tage andauern wird. Wer sich in den Parkan­lagen aufhält, sollte daher beson­ders aufmerk­sam sein, um mög­lichen Gefahren auszu­weichen und im Zweifels­fall auch Umwege in Kauf nehmen.

 

Passantenzählung
Göttinger Einkaufsmeilen auf den mittleren Plätzen
Fragwürdige Statistik zur Attraktivität von Innenstädten
Nicht nur eine „schon seit einigen Jahren zu beobach­tende Polarisie­rung zwischen starken und schwachen Einkaufs­lagen, respektive Groß- und Klein­städten“ konstatiert das Hamburger Bera­tungs- und Vermitt­lungs­unter­nehmen für Gewerbe­immobilien Engel & Völkers in einem soeben erschie­nenen Report, sondern „inzwischen auch eine immer stärkere Differen­zierung im Einkaufs­verhalten“. Reine Versorgungs- und/oder Internet­einkäufe werden demzufolge überwie­gend unter der Woche abgewickelt, während sich das erlebnis- und freizeit­orientierte Shoppen „in anregender Innen­stadt­atmosphäre“ immer mehr auf den freien Samstag­nach­mittag konzen­triert.

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Erlebnis- und freizeit­orientiertes Shoppen: Weender Straße<leer>Foto: vs

Von den 22 Groß- und Mittel­städten Deutschlands, in denen in mehr oder weniger anre­gender Atmo­sphäre geshoppt und eventet wird, ist Göttingen ungefähr im Mittelfeld wiederzu­finden. Einsame Spitze und nach wie vor Shopping­meile Nummer 1 ist im vierten Jahr in Folge die Kaufinger­straße in München, dicht gefolgt von der Neuhauser Straße, ebenfalls in der Bayern-Metro­pole. Erst dann folgt die Kölner Schilder­gasse. Für die Zähler über­raschend, taucht im Top-20-Ranking Hannover mit der Bahnhof­straße, der Georg­straße sowie der Karmarsch­straße gleich mit drei Platzie­rungen auf.

Solche Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Zum einen macht es sicher­lich einen Unter­schied, ob die Messungen etwa bei strah­lendem Sonnen­schein oder bei miesem Regen­wetter, wenn niemand gern freiwillig auf die Straße geht, durch­geführt wurden (in München beispiels­weise schien die Sonne, in Göttingen wurde an Regen­tagen gezählt), zum anderen muss man die absoluten Zahlen (Kaufinger­straße 16.653 Besucher pro Stunde, Weender Straße 4.806) auch in Relation zum Ein­zugs­gebiet setzen.

Generell, so die Consulting-Firma weiter, habe an nahezu allen Zähl­punkten die Passan­tenfre­quenz gegen­über dem Vorjahr zuge­nommen, mitunter um nahezu 25 Prozent, wobei deutliche Unter­schiede zwischen den Zähl­tagen Dienstag und Samstag zu verzeichnen sind. Unter den lokalen, auch alt eingeses­senen Laden­besitzern beschleu­nige sich zudem die Auslese. Neben den Auswir­kungen des Online-Handels trügen dazu maßgeb­lich interna­tionale Marken­unter­nehmen bei: „Bei globalen Ketten stehen zuneh­mend die deutschen Wirtschafts­metro­polen im Visier ihrer Expan­sions­strate­gien“, berichtet Christiane Meyer von Engel & Völkers Com­mercial.

Ein Problem, welches Städteplanern nur allzu gut bekannt ist – ohne dass sie deshalb der Ansied­lung großer, den kleinen Einzel­handel verdrän­gende Ketten Einhalt gebieten würden. Logisch also, „dass neben sozio­demografi­schen Fakten die Größe des Einzugs­gebiets sowie die Entwick­lung und die Perspek­tiven wichtige Kriterien für die Attrakti­vität der Einzel­handels­standorte sind“, wie die Statistiker schreiben, weil sich ja nur durch immer größere Einzugs­gebiete höhere Einnahmen erzielen und Mieten bezahlen lassen, welche wiederum nur die oben erwähnten interna­tionalen Marken­unter­nehmen aufbringen können. Was wiederum zur „Auslese“ von jenen alt eingeses­senen Laden­besitzern führt, die gerne in der Innen­stadt bleiben würden, könnten sie denn solche Mieten bezahlen, und deren Abwan­derung Stadtent­wickler mehr oder weniger tatenlos zusehen und durch eine kontra­produktive Ansied­lungs­politik gar noch fördern.

 

Erinnerungskultur
Jedem das Seine
Denkmalsockel am Bahnhof: Kunst oder Trojanisches Pferd?
„Dem Landesvater seine Göttin­ger Sieben“ – und der Göt­tinger Künst­lerin Chris­tiane Möbus ihr eigenes Denk­mal. Mit ihm möchte sie sich würde­voll in die Ahnen­reihe jener kriti­schen Denker einrei­hen, die sich 1837 gegen die Aufhe­bung der Verfas­sung im König­reich Han­nover wandten und dafür mit ihrer Entlas­sung bezah­len muss­ten; manche sogar mit ihrer Vertrei­bung.

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Zu aktualisierender Diskussionsvorschlag des Göt­tinger Schriftstellers Wolfgang Bittner aus dem Jahr 1980<leer>© W. Bittner

„Dem Landesvater seine Göttinger Sieben“, so hat sie ihr Werk benannt – einen kahlen Sockel, der dem vor dem Hanno­verschen Haupt­bahn­hof stehen­den Denk­mal von König Ernst August I. nach­empfun­den ist und auf dem nicht nur die renitenten Wissen­schaftler mit ihren Namen verewigt werden sollten, sondern auch die Künst­lerin selbst, so stellt sie sich dies samt einer kleinen Anzahl von Befür­wor­tern vor, die den Klotz dann den Göttin­gern zum Geschenk über­reichen wollen.

Einen „inspirierenden kriti­schen und zugleich für eine breite Öffent­lichkeit gut zugäng­lichen Beitrag zur Diskus­sion des Mahnmals in der heutigen Gesell­schaft“, nennt ein Schweizer Kunst­profes­sor den Granit­block und so sollte es auch nicht wundern, wenn die Göttinger Bevöl­kerung sich von einem solchen Klotz ähnlich inspi­rieren lässt wie einst bei der schräg in den Himmel ragenden Röhre auf dem Uni-Campus. Diese „Kunst“ im öffent­lichen Raum hatten sich Studie­rende alsbald zurück­erobert, indem sie, deutlich origi­neller als das ursprüng­liche Werk, einen aus Maschen­draht gefer­tigten Radfahrer die Säule empor­radeln ließen – sehr zum Verdruss seines Schöpfers übrigens, der sich dies unver­züglich verbat.

Dass es mit der Inspiration, jedenfalls der Schöpfer, nicht immer allzuweit her ist, zeigt eine weitere Plastik am selben Ort, die Grass’sche G7-Stele nämlich, die ebenso als Symbol für den Gipfel der (sieben) bedeutendsten Industrienationen der Welt stehen könnte wie für das, was eigentlich intendiert ist.

Die Verwaltung jedenfalls befür­wortet das ihr ange­tragene, „außer­gewöhn­liche Kunst­werk von hohem ästhe­tischen Reiz“, will auch gleich die Kosten für Funda­ment und Unter­haltung mit über­nehmen und es ebenso auf dem Bahnhofs­vorplatz aufstellen wie das Vorbild in Hannover. Ihre Begeis­terung ist jedoch eher verhalten. Kultur­dezer­nentin Dagmar Schlapeit-Beck findet es nicht etwa rund­heraus gut oder gar hervor­ragend, sondern ästhetisch „befriedi­gend“, Fach­bereichs­leiter Hilmar Beck schwant bereits: „Denkmale in Göttin­gen sind immer strittig.“ Kommt drauf an.

Die Diskussion jedenfalls geht gerade erst los. Mit wohldo­sierten Worten („grund­sätz­liche Freude über jedes bürger­schaft­liche Engage­ment“, „interes­sante Idee“, „Engage­ment und die Leis­tung von Frau Möbus in keiner Weise schmälern“) will man der Künst­lerin schonend beibringen, dass man „diese Art der Ausfüh­rung nicht für sach­gerecht und den Göttinger Sieben nicht würdig“ findet, erklärt etwa Marcel Pache im Namen der CDU/FDP-Gruppe im Rat. Zu beden­ken sei auch eine evtuelle Urheber­rechts­verlet­zung im Hinblick auf die Archi­tektur des Bahnhofs­vorplatzes, und das könne der Gruppe nicht ganz egal sein. Sie wird sich deshalb in der nächsten Kulturau­sschuss­sitzung gegen die Schenkung ausspre­chen. Es könnte sich ja als Danaer­geschenk entpuppen.

 

Basketball
Göttinger Politspitzen sponsern persönliche Vorlieben
mit öffentlichen Geldern der Gebührenzahler

Elitärer Profisport trotz kritischer Haushaltslage bezuschusst / Bevölkerung: „Unverschämtheit“
Mit einem Paukenschlag endet die Amtszeit des Göttinger Ober­bürger­meisters – und mit einer In­stinkt­losig­keit zugleich. Hinter verschlos­senen Türen haben auf Initiative von Wolfgang Meyer die Spitzen von SPD und CDU im Verwal­tungsaus­schuss des Rates der Pro Basket­ball Göttin­gen GmbH (BG Göttingen) mehr als 100.000 Euro zuge­schanzt – einem kom­mer­ziellen Sport­betrieb, dessen Spieler zumeist einen ähn­lichen Bezug zu Göttin­gen haben wie jene von Bayern München etwa oder andere Profi(t)-Be­triebe im Sport auch.

Einer Umfrage im Göttinger Tageblatt zufolge halten 90 Prozent (!) der Befragten die Subven­tionie­rung des kommer­ziellen Vereins schlicht für eine „Unver­schämt­heit“, nur 9 Prozent sind gegen­teili­ger Meinung. Als vorge­schobe­nes Argument gilt den wenigen Politi­kern, die dies ausge­kungelt haben, ein angeb­licher Mehr­wert für die Stadt Göttingen durch eine öffent­lich­keitswirk­same Vermark­tung Göttin­gens als „Stadt des Basket­balls“. Ob dadurch aber beispiels­weise die Über­nach­tungen in der Hotel­lerie ansteigen oder auch nur ein Umsatz­zuwachs bei Konsum­gütern und Dienst­leistun­gen zu verzeich­nen ist oder gar neue Gewerbe­ansied­lungen und Arbeits­plätze dadurch gene­riert werden, darf mehr als bezwei­felt werden und scheint an den Haaren herbei­gezogen. Konkrete Angaben darüber, wie sich ein angeb­lich besserer Ruf durch Basket­baller tatsächlich durch positi­ve Zahlen belegen lässt, wurden zu keiner Zeit vorgelegt – selbst nicht zu Zeiten, als die BG bereits Bundes­ligafor­mat aufwies und sich wenig später der Haupt­sponsor Sparkasse gleich­wohl aus diesem Engage­ment zurück­zog. Der im stillen Käm­merlein gefasste Beschluss verhöhnt die durch das Entschul­dungs­hilfe­angebot des Landes gefor­derten Sparbe­mühun­gen, durch die viele Mitarbeiter in der Verwal­tung aufgrund von „Arbeits­verdich­tung“ ebenso Opfer bringen müssen wie auch ein großer Teil der Bürger­schaft. Ein solches Verhalten kurz vor der Ober­bürger­meister­wahl ist ein Fall für die Kom­munal­aufsicht wie auch für den Landes­rech­nungs­hof.

Breitensport
Vernachlässigte Sportförderung: Weender Freibad, KAZ-Akrobatik, Ballett<leer>Fotos: Förderverein Freibad Weende / VS / ASC

Unter dem Code V001 sahen die Vor­schläge der Ver­wal­tung im sog. „Zu­kunfts­ver­trag“ Kür­zun­gen bei den städti­schen Sport­förde­rungs­mit­teln von ins­ge­samt 480.000 Euro vor. 297 Rück­mel­dun­gen lehn­ten dies ab, 189 wa­ren dafür. Unter dem Code V002 wur­den Kür­zun­gen von 160.000 Euro bei der GWG vor­schla­gen, wel­che direkt die BG 74 be­tref­fen. 376 spra­chen sich da­für aus, 93 da­ge­gen. <leer>
<leer> Lediglich die Grünen im Rat haben sich dem Ansin­nen des Ober­bürger­meis­ters ver­wei­gert – sie sind der Sit­zung de­mons­trativ fern­ge­blie­ben. Bei al­lem Re­spekt vor der Leis­tung der BG 74 und ihrem Wie­der­auf­stieg sieht OB-Kan­didat Sieg­fried Lies­ke „im städti­schen Haus­halt kei­ne Spiel­räu­me für eine un­mit­tel­bare finan­ziel­le Un­ter­stüt­zung. Es fällt mir schwer, den Bür­ger/in­nen zu ver­mit­teln, dass wir in dem ei­nen Jahr die Mit­tel für den Brei­ten­sport kür­zen und Park­ge­büh­ren erhö­hen und im nächs­ten Jahr zu­sätz­li­ches Geld für den Profi­sport aus­ge­ben.“ Dies sei aus Per­spek­tive ei­ner ver­lässli­chen Haus­halts­poli­tik nicht zu ver­ant­worten.

Sie handeln mit Waren, so wie andere Ge­wer­be­trei­bende auch mit Wa­ren han­deln, nur dass ihre Ware aus Spie­lern be­steht. Und weil dabei oft­mals hohe (Ab­lö­se-)Sum­men beim Wa­ren-Ein­kauf ent­ste­hen, weil man ja in einer buch­stäb­lich „ande­ren Liga“ spie­len will, ist das Risiko ent­spre­chend hoch, sein Pro­dukt auch wieder ver­kau­fen zu kön­nen. Da ist es gut, wenn die Spit­zen von Rat und Ver­wal­tung von sport­begeis­ter­ten Bas­ket­ball­fans durch­setzt sind. Sie haben nicht nur den Na­men der neu er­rich­te­ten Sport­halle für die Bas­ket­bal­ler an ein Göt­tin­ger Geld­insti­tut ver­scher­belt, ohne jene über­haupt zu fra­gen, die diese Halle ganz über­wie­gend finan­ziert ha­ben und die doch auch ein An­recht darauf hät­ten, bei der Na­mens­ge­bung betei­ligt zu wer­den, sie finan­zie­ren nun mit wie­der­um öf­fent­lichen Gel­dern auch noch ih­re per­sön­lichen Vor­lie­ben. Von sol­chen kom­mu­nalen Zu­schüs­sen kön­nen andere Ge­werbe­trei­ben­de in dieser Stadt nur träu­men.

Oberbürgermeister Wolfgang Meyer, ein kaum ein Spiel auslas­sender erklärter Fan der nun in die Bundes­liga zurück­kehren­den Göttinger Basket­baller sowie CDU-Frak­tions­chef Fritz Güntzler, dessen Affinitiät zum Profi­sport bereits durch seinen Vorsitz im Sportaus­schuss deutlich wird, dürfen sich nun sicherlich auf ein Frei­karten-Kontin­gent für die lau­fende Saison freuen. Das ist so üblich gegen­über Spon­soren – und versüßt den Abschied aus dem Amt eines Ober­bürger­meis­ters unge­mein.

 

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Kurz & bündig
Politik · Wirtschaft · Gesellschaft


Politik und Verwaltung

Verwaltung
Ausschuss- und Ortsratssitzungen
Unterausschusss
Stadterneuerung Weststadt:
3. Februar
Ausschuss für Bauen,
Planung und Grundstücke:
5. Februar
Ausschuss für Allgemeine Angelegenheiten,
Integration und Gleichstellung:
9. Februar

Einzelheiten zu den Sitzungen auf Seite 1

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Göttinger Entsorgungsbetriebe
Neuer Internet-Auftritt
Mit einer neuen Website warten die Göttinger Ent­sor­gungs­betriebe auf. Ziel war eine größere Nutzer­freund­lich­keit und eine Optimie­rung für Mobil­geräte. Vielfäl­tiges Infoma­terial steht zum Her­unter­laden im Download bereit, Ansprech­partner werden für den direkten Kontakt benannt. Altbe­kann­tes wie die Sperr­müll-Karte und der Online-Ka­lender sind leicht zu finden.

GVZ II
LeineBürger kritisieren Bauvorhaben
Die von SPD und Grünen befürwortete und in absehbarer Zeit beginnende Erschließung der Süd-Ost-Terrasse im Logistik„park“ Siekanger wird von der Bürgerinitiative LeineBürger sowohl aus finanzieller wie auch aus ökologischer Sicht kritisiert. Einmal, weil dadurch Einsparungen im Straßensanierungsprogramm erfolgen werden, was dem Allgemeinwohl der Stadt abträglich ist, zum anderen, weil die Baumaßnahmen in die Brutzeit der Feldlerche fallen und der Schutz und Erhalt einer vom Aussterben bedrohten Tierart bereits jetzt durch immer geringeren Lebensraum gefährdet sei. Regionaler Wettbewerb würde zu einer immer stärkeren Zersiedelung der Landschaft im südlichen Randbereich der Stadt führen – und zu weniger Lebensqualität.

Northeim / Göttingen
Justiz verhindert Abschiebung
Geht es nach dem Willen der Aus­länder­behörde Nort­heim, soll der 24jährige Hassan G. am 27. Januar in die Türkei abgeschoben werden. 2004 bean­tragte Hassan G die Verlän­gerung seiner Aufent­haltser­laubnis. Die Aus­länder­behörde entschied aber nicht über seinen Antrag, son­dern stellte ihm seitdem nur eine soge­nannte Fiktions­bescheini­gung,aus. Nach zehn­jährigem Warten auf eine Ver­länge­rung wurde wurde sein Antrag von der Behörde in Northeim abge­lehnt, da er in Deutsch­land „nicht inte­griert“ sei. Er sollte am Dienstag in die Türkei abgeschoben werden. Hassan wurde im Land­kreis Northeim geboren und lebt sei 4 Jahren in Nör­ten-Harden­berg. Er ging hier zur Schule, spricht perfekt deutsch und arbeitet seit 7½ Jahren. Er bekommt keinerlei staatliche Unter­stützung, hat hier seine Familie und Freunde. Seine Eltern haben einen Aufent­halts­status und seine Geschwister die deutsche Staats­ange­hörigkeit. Weitere Informationen

Neues Amtsblatt
pdg — Die Festsetzung der unveränderten Hebesätze für die Grundsteuer 2015 sind einziges Thema der ersten Ausgabe des Amtsblatts für die Stadt in diesem Jahr, die am 22. Januar erschienen ist.
Das Amts­blatt ist kosten­los im Info-Büro im Neuen Rat­haus, im Alten Rat­haus, in der Stadt­biblio­thek sowie in den Verwal­tungs­stellen Geismar, Grone und Weende erhält­lich und im Inter­net unter www.goettingen.de Rathaus & OB Rat & Ortsräte Amts­blatt zu finden.

Statistik
2014 weniger Rotlichtverstöße
und Fahrverbote

pdg — Weniger Verstöße bei der Rotlicht­kontrolle, ein unein­heit­liches Bild bei der Geschwin­digkeits­über­wachung, weniger Fahr­verbote und weniger Einnah­men durch Verwarn- und Buß­gelder – so lautet das Fazit einer vorläu­figen Statistik 2014 des Göttin­ger Stadt­ord­nungs­dienstes. Die sieben Anlagen zur Rotlicht­über­wachung regis­trierten im letzten Jahr genau 3.958 Verstöße. 2013 lag die Zahl bei 4.614.
Die meisten Missachtungen roter Ampel­signale (993) wurden an der stadtein­wärts führen­den Fahr­bahn An der Lutter / B27 festgestellt. 2014 erfasste die mobile Ge­schwin­digkeits­überwa­chung mit 141.638 Fahr­zeugen mehr als 2013 (138.398). In 7,32 (7,73) Prozent der Fälle wurden Übertre­tungen der zulässi­gen Geschwin­digkeit festge­stellt. Die Polizei ermittelte bei ihren Über­wa­chungs­maßnah­men weitere 632 (1.411) Fälle. Die stationäre Geschwin­digkeits­über­wachung an den Mess­punkten in der Stein­metz­kurve, in Groß Ellers­hausen und in Roringen verzeich­nete 2014 einen Anstieg der gemes­senen Verstöße. Insge­samt regis­trierten sie 6.879 (2013: 6.555) Übertre­tungen. 1.439 Mal wurden in der Stadt Fahr­verbote ausge­sprochen und damit rund 160 weniger als im Vorjahr. Die Verwar­nungs- und Bußgeld­einnah­men der Stadt erreich­ten nach den bisher ausge­werteten Verfahren im fließen­den Verkehr 1,556 Millionen Euro (2013: 1.817), im ruhen­den Verkehr 951.000 Euro (870.000).

Volkshochschulen
SPD-Kreistagsfraktionen weisen Kritik
an Personalentscheidung zurück

Die SPD-Fraktionen in den Kreistagen von Osterode und Göt­tingen weisen die „gehar­nischte Kritik“ der Bürger­initia­tive „Für Osterode“ als unbe­gründet zurück. Diese hatte die Bestel­lung von Thomas Eberwien zum Geschäfts­führer der KVHS Süd­nieder­sachsen moniert und unter­stellt, dies wirke sich nach­teilig auf den Stand­ort Osterode aus. Eber­wien ist bereits Geschäfts­führer der Volks­hoch­schule Göttin­gen.Weitere Informationen

Rathaus
Verwaltung gibt Newsletter heraus
Ab diesem Jahr können sich jederfrau und -mann regel­mäßig über die öffent­lichen Sitzungs­termine des Rates und seiner Aus­schüsse sowie über wichtige Sitzungen und Veran­staltun­gen rund um die Arbeit von Rat und Verwal­tung infor­mieren lassen: durch einen „Rathaus-News­letter“, der vom Referat Öffent­lich­keits­arbeit heraus­gege­ben wird. Er kann online abon­niert werden und erscheint erstmals am 9. Januar.
Die Rats-Grünen äußerten sich ebenso erfreut wie skeptisch über das Vorhaben, welches sie bereits vor einer Reihe von Jahren einmal und kürzlich erst wieder auf die Tages­ord­nung gebracht hatten. „Bislang müssen sich die Bür­ger/in­nen aktuelle Unter­lagen mühsam aus dem Rats­infor­mations­system heraus­suchen und wundern sich oft, dass sie wichtige Termine bereits verpasst haben. Damit ist es jetzt hoffent­lich vorbei“, meint Frak­tions­chef Rolf Becker. Und: „Die Betonung liegt auf ,hoffentlich‘.“
www.goettingen.de/newsletter

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wird gern zitiert und verlinkt
Bitte beachten Sie: Links ver­wei­sen we­gen täg­li­cher Ak­tua­lisie­rung der On­line-Aus­gabe oft schon nach weni­gen Tagen ins Leere, ver­blei­ben aber eine kleine Ewig­keit in den Such­maschi­nen. Das Netz vergisst nichts. Auch keine veral­te­ten Links.
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Übrigens: Seriöse Links iden­tifi­ziert man durch eine mit Da­tum verse­he­ne Quel­len­an­gabe und gibt der zitierten Quelle davon auch Kenntnis.

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* Bei der Anfertigung webtauglicher PDFs sind wir Ihnen auf Wunsch gern behilflich.

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Wirtschaft

Gewerbliche Wirtschaft

Arbeitsmarkt
Weiterhin positive Entwicklung
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Januar 2015 zum vierten Mal in Folge gestiegen. Mit einem Plus von 0,2 Punkten gegen­über dem Vormonat hat sich die Zunahme etwas abgeschwächt. Der Frühin­dikator des Instituts für Arbeits­markt- und Berufs­forschung (IAB) liegt nun bei 101,8 Punkten.Weitere Informationen

Junge geduldete Migranten
Chancen auf Ausbildung
sehr unterschiedlich

Vor dem Hintergrund der Diskussion um fehlende Fach­kräfte hat Deutsch­land seit 2009 den Zugang zum Aus­bildungs­markt für junge gedul­dete Migran­ten erleich­tert. Die Umset­zung dieser geän­derten politi­schen Vorga­ben hat das Institut für Arbeits­markt- und Berufs­forschung (IAB) in Fall­studien unter­sucht und fest­gestellt, dass es vor Ort deut­liche Unter­schiede gibt.Weitere Informationen

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Wieder etwas mehr Arbeitslose
Die günstige Entwicklung auf dem südniedersächsi­schen Arbeits­markt in den letzten Monaten fand auch im Dezem­ber ihre Fort­setzung: Zwar stieg die Zahl der Arbeits­losen im Agentur­bezirk Göttin­gen im Vergleich zum Novem­ber leicht an. Dabei fiel der Anstieg nach Anga­ben der Göttinger Agentur für Arbeit jedoch gerin­ger aus, als es die übliche saiso­nale Entwick­lung erwar­ten ließ. Konkret waren im Agentur­bezirk Göttingen im Dezem­ber 14.634 Men­schen arbeits­los gemel­det, 187 bzw. 1,3% mehr als im Novem­ber. Gegen­über Dezember 2013 sank die Zahl jedoch um 1.476 bzw. 9,2%. Die Arbeits­losen­quote lag bei 6,2%, 0,6 Prozent­punkte unter dem Vorjahres­monat und lediglich 0,1 Prozent­punkte über dem Novem­berwert. Weitere Informationen

Globale Umweltzerstörung
durch Politik und Konzerne

Die Organi­sation Rettet den Regen­wald engagiert sich auf be­wunderns­werte Weise für den Erhalt der letzten noch verblie­benen öko­logischen Reser­vate – wovon letzt­lich unsere Zukunft ab­hängt – und ruft regel­mäßig zu Kam­pagnen gegen deren weitere Zerstörung auf. Gö-Polis veröffent­licht sie hier und möchte seine Leser dazu animieren, sich am Erhalt unserer Lebens­grund­lagen aktiv zu beteiligen. Immer, wenn Sie an dieser Stelle ein neues Bild vor­finden, gibt es ei­ne neue Ak­tion bzw. Neues zu berich­ten.

Laos
Mekong-Staudamm gefährdet Ökosystem
RegenwaldDemo gegen Staudämme im MekongFoto: International Rivers
Der Mekong ist die Lebensader Südostasiens. Doch die An­rai­ner­staaten wollen den Fluss für die Strom­gewinnung bändigen. Ende Januar ent­scheiden die Regie­rungen über den Bau des Don Sahong-Stau­damms in Laos – er hätte fatale Folgen für das Öko­system und seine Bewoh­ner. Bitte unter­stützen Sie ihre Petition für die Bewah­rung ihrer Heimat:
www.regenwald.org

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Beruf und Bildung

business4school
Stärkung von Internationalität
und Wirtschaftskompetenz

Erster Schüler/innenkurs im Februar
Lions Clubs Göttingen schaffen neue Möglichkeiten für Schu­len, um die wirtschaft­liche und gesell­schaft­liche Kompe­tenz von Schüler/innen der Region zu fördern. Im Feb­ruar startet der erste Schüler­kurs, mit dem das von den Göttin­ger Lions Clubs neu ins Leben geru­fene Bil­dungs­ange­bot „business4school“ Fahrt auf­nimmt. Ziel des mehrere Module für Lehrer/innen und Schüler/in­nen umfas­senden Pro­gramms ist es, wirt­schaft­liches Gesamt­verständ­nis als Ver­brau­cher, Bürger und für Unter­neh­men an die Schulen der Region zu bringen.Weitere Informationen

Stadtbibliothek
Computerkurse im Februar
Auch im Februar bietet die Stadtbib­liothek Kurse zu verschie­denen Com­puter­anwen­dungen an, die jeweils zwei Stunden dauern und 16,00 Euro kosten (am Kurstag bei den Dozenten zu bezahlen). Bei einigen davon kann der eigene Laptop mitge­bracht werden, sie richten sich zumeist an Menschen ohne PC-Vor­kennt­nisse.
Bei „Erste Schritte am PC“ (4. Februar) lernen sie von 9.00 bis 11.00 Uhr elemen­tare Com­puter­grund­lagen und -fertig­keiten wie zum Beispiel den richtigen Umgang mit Maus und Tastatur. Eine „Einfüh­rung in Excel“ wird am 7. Februar von 8.00 bis 10.00 Uhr ange­boten. Bei „Foto­buch erstellen“ (9. Februar) lernen die Teil­nehmer/in­nen von 19.00 bis 21.00 Uhr, wie man Schritt für Schritt aus digitalen Bildern ein indivi­duelles Foto­buch gestal­ten kann. Am 11. Februar findet von 9.00 bis 11.00 Uhr der „Neu­start ins Internet“ statt. Hier stehen das Navi­gieren und Surfen im Netz sowie der Um­gang mit E-Mail- und Chat­pro­gram­men im Mittel­punkt. Der Kurs wird am 14. Februar von 8.00 bis 10.00 Uhr in russi­scher Sprache angeboten. In die Grund­lagen der Bildver­arbei­tung führt am 16. Februar von 19.00 bis 21.00 Uhr der Workshop „Digitale Bild­verarbei­tung“ ein. Um die Grund­lagen der Text­verarbei­tung und praxis­bewährte Lösun­gen geht es bei „Word“ am 21. Februar von 8.00 bis 10.00 Uhr. Am 23. Februar findet von 19.00 bis 21.00 Uhr ein neues Ange­bot statt: „Scribus“ heißt eine freie Desk­top-Publish­ing-Soft­ware (DTP), mit der wir­kungs­voll Texte, Bilder und Grafiken kombi­niert werden können.
Anmeldungen und Reservie­rungen können unter Tel. 400-2684 oder direkt in der Stadt­biblio­thek im 2. OG erfolgen.

Verkehrswacht Göttingen
Fahrsicherheitstrainings
für Pkw- und Motorradfahrer

Die Verkehrswacht Göttingen e.V. bietet auch im Jahr 2015 Sicherheits­trainings an. Trainiert wird mit dem eigenen Pkw. „Betreutes Fahren 17“-Teilnehmer können am Pkw-Sicher­heitstrai­ning ohne Beglei­tung teilneh­men. Die Termine (jeweils von 9.00–18.00 Uhr): Pkw: Samstags 07.03., 18.04., 27.06., 29.08., 26.09., 31.10.; Motorrad: Samstags 02.05., 23.05. Ver­anstal­tungsort ist der Platz der Göttinger Ver­kehrs­betriebe GmbH, Gustav-Biele­feld-Str. 1. Die Teil­nahme­gebühr beträgt 95€. Einige Berufs­genos­sen­schaf­ten über­nehmen die Kosten.
www.verkehrswacht-goettingen.de

Zukunftstag 2015
Polizei vollkommen ausgebucht
Wieder einmal wurde die Polizei für den Zukunftstag 2015 bereits Wochen vorher mit Anmeldungen überhäuft. Die zen­trale Veran­staltung am 23. April ist komplett aus­gebucht – weitere Anmeldungen zwecklos.

Universitätsmedizin
Schule für langzeitkranke Kinder
Spenden für Lehr- und Lernausstattung benötigt
Klinikschuleumg — Seit Mitte der 80er Jahre hat die Uni­ver­sitäts­medizin Göttingen (UMG) eine eigene Klinik­schule. In dem klei­nen Pavillon in der Osthalle erhal­ten Kinder und Jugend­liche Unter­richt, die über einen länge­ren Zeit­raum stationär oder teilsta­tionär in der Kinder­klinik behan­delt werden müssen. Die Klinik­schule bekommt nun neue Räume – und benötigt Spenden für die Raum­ausstat­tung.Weitere Informationen

Hochschulrektorenkonferenz
Forderung nach Wiedereinführung von
allgemeinen Studienbeiträgen trifft auf Kritik

Der hochschulpolitische Sprecher der Grünen im Nie­der­sächsi­schen Landtag, Ottmar von Holtz, weist die Forde­rung des Präsi­denten der Hoch­schul­rektoren­konfe­renz nach Wieder­einfüh­rung von allge­meinen Studien­beiträgen ener­gisch zurück. Bildungs­bereiche sollten nicht gegen­einander ausge­spielt werden, so von Holtz.Weitere Informationen

Schulprojekt
Bildsprache in Filmen
Schüler auf interkultureller Spurensuche
Mit dem Schulprojekt „IslaMovies – eine (inter)kultu­relle Spuren­suche“ wollen Wissen­schaftler der Univer­sität Göt­tingen zusam­men mit einer Künst­lerin und zwei Lehr­kräften die Ausein­ander­setzung mit eigener und fremder Religion und Kultur fördern. Das Projekt ist auf die Dauer von zwei Jahren angelegt und richtet sich an Schüle­rinnen und Schüler der Ober­stufe aus dem Max-Planck-Gym­nasium Göttin­gen und dem Roswitha Gym­nasium in Bad Ganders­heim. Pro Jahr sind 20 Plätze frei. Weitere Informationen

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Verbraucherschutz

Aktuelle Produkt-Tests über

• Haarföhn
• Räucherlachs
• Tablets

Neue Bücher für Verbraucher
• Smoothies für alle Jahreszeiten
• Finanztest Spezial Steuern 2015
• Handbuch Eigentumswohnung

Aktuelle Verbrauchertäuschungen
Auf dem Verbraucherschutz-Portal Lebensmittelklarheit.de bean­standet die Ver­brau­cher­zentrale aktuell folgende Produkte wegen irre­führen­der oder falscher Angaben auf der Verpackung:
• Rossmann Smoothie Rote Beeren
• Milram cremig-würziger Müritzer
Einzelheiten dazu und wie die betroffenen Firmen auf die Beanstan­dungen reagieren, auf der Verbrau­cher­schutz-Seite.Weitere Informationen

Bausparkassen
Nur drei von 20 überzeugen
Kunden von Bausparkassen müssen durch Beratungsfehler und schlechte Angebote oft tau­sende Euro zu viel zahlen oder ihren Immo­bilien­kauf um Jahre verschie­ben. Nur drei der 20 Bau­spar­kassen in Deutsch­land über­zeugten im Test. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der Februar-Aus­gabe von Finanztest. In einem Praxis­test mit einem ein­fachen Modell­fall haben Test­kun­den jeweils 7 Geschäfts­stellen aller 20 Bauspar­kassen aufge­sucht. Der Unter­schied zwischen einer guten und schlech­ten Leistung einer Bau­spar­kasse machte im Modell­fall mehr als 13.000 Euro aus.Weitere Informationen

Sparangebote
Wohnungsgenossenschaften
besser als Banken

Im aktuellen Zinstief ist für das Ersparte nur schwer eine Geld­anlage mit ange­messe­ner Rendite zu finden. Über eine interes­sante Alter­native berichtet die Zeitschrift Finanztest in ihrer Februar-Ausgabe: Sparan­gebote von Woh­nungs­genos­sen­schaf­ten. Sie zahlen oft bessere Zinsen als Banken. Sparen können zwar nur Mitglie­der. Doch der Beitritt lohnt sich nicht nur für Woh­nungs­suchende.Weitere Informationen

Zusatzstoffe in Lebensmitteln
E-Nummern-Verzeichnis neu aufgelegt
Nicht hinter jeder E-Nummer verbirgt sich gleich Bedenk­liches, hinter vielen aber schon. Der Ratgeber der Ver­braucher­zentrale „Was bedeuten die E-Num­mern?" ent­schlüs­selt in seiner 67. aktuali­sierten und erwei­terten Auflage mehr als 320 europa­weit zugelas­sene Lebens­mittel­zusatz­stoffe. Farb­stoffe, Konser­vie­rungs­stoffe, Antioxi­dations- und Säue­rungs­mittel, Verdi­ckungs- und Feucht­halte­mittel, Ge­schmacks­verstär­ker sowie Süßstoffe werden in der aufstei­gend sortierten E-Num­mern-Liste benannt, erklärt und nach aktuellen wissen­schaft­lichen Erkennt­nissen kritisch beurteilt. Anschau­liche Symbole zeigen Verbrau­chern, bei welchen E-Num­mern die umstrit­tene Gen­techno­logie zum Einsatz kommt oder welche Zusatz­stoffe zu Ver­hal­tens­auffäl­ligkei­ten bei Kindern führen können. Wichtige Hin­weise für Aller­giker oder Asthma­tiker fehlen genauso wenig wie solche für Vege­tarier und Veganer, die mit der Liste Stoffe tieri­scher Her­kunft aufspü­ren können.
5,90 Euro. In allen Beratungsstellen der Ver­brau­cher­zen­trale Nieder­sachsen.

Umwelt
Verbraucherzentralen
sehen Handlungsbedarf
bei Lebensmittelverpackungen

Die stattliche Summe von ca. 350 Euro gibt jeder Bun­des­bürger im Jahr für Verpa­ckungen aus. Fast die Hälfte davon verur­sacht die Ernäh­rungs­branche. Verpa­ckungen schützen Lebens­mittel, aber sie belasten gleich­zeitig die Umwelt und geben in kleinen Mengen eine Vielzahl von Stoffen an das Lebens­mittel ab. Die Menge dieser Rück­stände aus Verpa­ckungen wird zwar rechtlich reguliert, aber bei der Beurtei­lung der gesund­heit­lichen Risiken vieler Inhalts­stoffe sind selbst Experten häufig ratlos. Die Ver­brau­cher­zen­tralen fordern verbes­serte For­schung sowie inten­sivere Kon­trollen und Trans­parenz hin­sicht­lich der einge­setzten Mate­rialien. Zugleich sollen Ver­brau­cher mehr Infor­matio­nen zur sicheren Hand­habung bekom­men.Weitere Informationen

Augenoptiker
Webshops nicht unbedingt schlechter
Alle 10 Augenoptikerketten im Test schneiden ähnlich und besten­falls „befriedi­gend“ ab. Dabei können die Brillen der beiden On­line-Opti­ker mit denen der Optiker vor Ort mit­halten, sie sind aber oft um mehrere hundert Euro preis­güns­tiger. Wer Bera­tung braucht oder beson­dere Anfor­derun­gen hat, ist bei einem statio­nären Augen­optiker besser aufge­hoben. Zu diesem Ergebnis kommt die Stif­tung Waren­test.Weitere Informationen

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Gesellschaft

Elektromobilität
Renaissance für Oldtimer
Tüftler erwecken alte Autos zu neuem Leben
Kabinen­rollerTüftler erwecken zu­nehmend alte Kult­mar­ken wie­der zum Le­ben und stel­len Klas­si­ker ge­mäß dem Mot­to „Zu­rück in die Zu­kunft“ als Klein­serie auf die Rä­der. So ge­sche­hen beim Mes­ser­schmidt Kabinen­roller (Abb.). Der Inbegriff des Wirt­schafts­wunders sorgt als Schmal­spur­flitzer mit E-Antrieb für jede Menge Fahrspaß. Der regionale Energie­versor­ger Wemag mit Sitz in Schwerin hat einen Trabbi elektri­siert und bietet Umbau­sätze auch für Käfer und Co. Und auf Mallorca erweckt ein Schwabe die vor 95 Jahren unter­gegan­gene mallor­quini­sche Auto­marle „Loryc“ im klassi­schen Blech­kleid mit Elektro­motor wieder zum Leben.Weitere Informationen

Universitätsmedizin spendet Schutzkleidung
für Partnerkrankenhaus in Ghana

Schutzkleidungumg — 70 Schutzanzüge und 300 Schutzmasken hat die Uni­ver­sitätsmedizin Göttingen (UMG) für sein Partner­kran­kenhaus in St. Martin de Porres Hospital in Eikwe/ Ghana gespendet. Eikwe liegt an der Grenze zur Elfen­bein­küste in West­afrika. In Westafrika kam es vermehrt zu Erkran­kungen an Ebola. Die Schutz­kleidung kam bereits bei einem ersten Verdachts­fall zum Einsatz.Weitere Informationen

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Polizeiberichte
Tagesaktuelle Meldungen
Die ausführlichen Polizeiberichte finden Sie hier: Weitere Informationen

Gute Freunde: Alkohol + Unfall
wa — Ein 46-Jähriger übersah auf der B 27 als Linksab­bieger an der Einmün­dung Knochen­mühle einen ent­gegen­kom­men­den Pkw, der mit drei Insas­sen aus Waake besetzt war. Beim Zusam­menstoß wurde dessen Fahrerin schwer verletzt.

Wohnungseinbruch
jk— Bei einem weiteren Tages­wohnungs­einbruch in ein Wohnhaus Am Goldgraben ließen Diebe am Vormittag in der Zeit zwischen 11.30 und 12.00 Uhr nach derzeitigem Stand eine Münz­sammlung mitgehen.

Autohausruine in Geismar beschädigt
jk — Im Zusammenhang mit Ermitt­lungen wegen einer Sach­beschädi­gung am Nach­mittag des 13. Dezember 2014 bittet die Polizei Göttingen die Bevöl­kerung der Stadtteiles Geismar jetzt um Mithilfe.

Streifenwagen mit
Schreckschusspistole beschossen

jk — Bei einem Polizeieinsatz im Greitweg ist am Diens­tag­abend (27.01.) eine Funkstreife der Polizei Göttingen von einem 21 Jahre alten Mann offen­sicht­lich gezielt mit einer Schreck­schuss­pistole beschossen und der Funk­streifen­wagen beschädigt worden.

Hochwertigen Goldschmuck gestohlen
jk — Aus einer Wohnung in einem Mehr­parteien­haus im Süntel­weg haben Unbe­kannte am Abend des 16.01. diversen hoch­wertigen Gold­schmuck sowie Bargeld gestohlen.

Hundewelpen auf Parkplatz ausgesetzt
jk — Auf einem Parkplatz bei Seeburg hat ein 28 Jahre alter Auto­fahrer aus Mainz am Nach­mittag des 11. Januar einen Schuh­karton mit sechs kleinen Hunde­welpen entdeckt.

Schon wieder herrenloses Fahrrad
jk — In einem Gebüsch vor seinem Wohn­haus hat ein Anwohner der Unteren Karspüle am Abend des 3. Januar ein rotes Holland­rad der Marke Godewind gefunden.

Bei Zusammenstoß schwer verletzt
jk — Beim Linksab­biegen von der Kasse­ler Land­straße in den Königs­stieg ist am Dienstag­morgen (20.01.) gegen 5.50 Uhr ein VW Passat Kombi mit einem stadtaus­wärts fahren­den Audi A3 zusammen­gestoßen.

Pkw gestreift und geflüchtet
jk — An der Einmün­dung Otto-Bren­ner-Straße/ Karl-Ar­nold-Straße ist nach derzei­tigen Ermitt­lungen am Montag­morgen (19.01.) gegen 7.35 Uhr ein silber­blauer Hyundai Getz rechts an einem verkehrs­bedingt auf der Links­abbieger­spur wartenden Peugeot vorbei­gefahren und hat das Auto dabei am vorderen Kotflügel beschädigt.

Alkoholisierter Autofahrer
gegen Betonwand

jk — Auf der A7 zwischen den Anschluss­stellen Nörten-Har­denberg und Göttin­gen-Nord ist am frühen Sonntag­morgen (18.01.) gegen 5.00 Uhr ein 29 Jahre alter BMW-Fahrer gegen eine Beton­wand geprallt. Der Auto­fahrer blieb unver­letzt, er saß unter Alkohol­einfluss am Steuer.

Alkoholisierter schlägt Heckscheibe ein
jk — Ein alkoholisierter 30 Jahre alter Mann aus Hildes­heim hat nach derzei­tigen Ermitt­lungen Sonntag­nacht (18.01.) gegen 3.40 Uhr auf der Göttinger Straße zunächst einen Auto­fahrer zum Anhalten gezwungen und danach die Heck­scheibe seines Wagens einge­schlagen.

Wechseltrickbetrüger gefilmt –
Polizei fahndet

jk — Mit Bildern aus der Über­wachungs­kamera fahndet die Polizei Göttingen nach zwei mutmaß­lichen Wechsel­trickbe­trügern, die am 1. Oktober 2014 in einer Göttinger Spielhalle in der Großen Breite 100 Euro ergaunert haben.

Einbruch in Gaststätte
Kla — In der Nacht zum Samstag (16./17.01.) war eine Gast­stätte im Albani­viertel Ziel von Einbrechern. Über ein Fenster gelangten die bisher unbe­kannten Täter in die Räum­lich­keiten.

Einbruch in Wohnhaus
Kla — In Abwesenheit der Bewohner am Freitag (16.01.) zwischen 15.00 und 15.30 Uhr gelangten unbe­kannte Täter in ein Mehr­familien­haus im Masch­mühlen­weg. Es wurden Bargeld und diverse persön­liche Gegen­stände entwendet.

Ausgebranntes herrenloses Wohnmobil
jk — Ein im Innenraum ausge­brann­tes älteres Wohn­mobil ohne Kenn­zeichen gibt derzeit der Polizei Göttingen Rätsel auf. Das Fahrzeug vom Typ Fiat Ducato mit Bürstner-Aufbau stand seit Ende Dezember letzten Jahres auf einem Firmen­parkplatz in der Rudolf-Wis­sel-Straße.

Schülerin angefahren – Fahrerflucht
jk — Beim Zusammenstoß mit einem unbe­kannten silber­nen Pkw ist am Freitag­morgen (16.01.) gegen 07.30 Uhr im Düstere-Ei­chen-Weg eine 14 Jahre alte Radfah­rerin leicht verletzt worden.

Einbruch in Bioladen
jk — Bei einem Einbruch in ein Natur­kost-Fach­geschäft in der Oberen Mühlen­straße in Rosdorf wurde in der Nacht zu Donnerstag (15.01.) ein Tresor aufge­brochen und die darin gelagerten Einnahmen in noch unbe­kannter Höhe gestohlen.

Geschäftseinbruch in Grone
jk — Durch ein aufgebro­chenes Fenster sind Unbe­kannte in der Nacht zu Mittwoch (14.01.) in ein Betten­fachge­schäft im Siekweg einge­drungen und haben zwei Wert­schränke gestohlen.

Brand in Wohnhaus
jk — Bei einem Feuer in einem Mehr­parteien­wohnhaus in Niko­lausberg ist am Mittwoch­abend (14.01.) ein Schaden in noch unbe­kannter Höhe entstanden. Ersten Ermitt­lungen zufolge brach das Feuer in einer Keller­geschoss­wohnung aus. Als mögliche Ursache wird ein durch eine ange­zündete Kerze in Flammen aufge­gangener Weih­nachts­baum ange­nommen.

Hindernisse auf die Straße gelegt
jk — Mehrere für Autofahrer gefähr­liche Hinder­nisse haben Unbe­kannte in der Nacht zum Mittwoch (14.01.) gegen 3.15 Uhr auf die Rein­häuser Land­straße gelegt. Zu einem Unfall kam es zum Glück nicht.

Radfahrerin leicht verletzt
jk — Beim Zusammenstoß mit einem schwarzen Van ist eine 19 Jahre alte Fahrrad­fahrerin aus Bovenden am Diens­tag­nachmittag (13.01.) leicht verletzt worden. Die betei­ligte Auto­fahrerin entfernte sich unerkannt.

Fahrrad zusammengeklaut
Polizei sucht Eigentümer
jk — Die Polizei Göttingen hat bei einem 31 Jahre alten, u.a. wegen Eigen­tums­delikten polizei­lich bekannten Göttinger im Dezember ein auf den ersten Blick hochwertiges Mountain­bike sicher­gestellt. Bei genauer Begutach­tung des Fahrrades stellte sich jedoch heraus, dass an den Billig­rahmen der Marke Mifa mehrere hoch­wertige Zubehör­teile montiert bzw. die vorher vorhan­denen Original­teile durch solche ersetzt worden sind.

 

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