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Altbekanntes Blutdruck-Medikament schützt offenbar auch chronisch kranke NierenWeitere Informationen

 
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    Spacer 06.03.2015 0:02 SpacerOptimiert für das Format 16:9      
 

Kurz & bündig
Kultur · Wissenschaft


Kultur

Mülheimer Dramatikerpreis 2015
DT eingeladen
Erich Sidlers Inszenierung von Rebekka Kricheldorfs Homo Empathicus ist zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen worden und tritt gegen sechs weitere Stücke an. Das eigens für das Deutsche Theater geschriebene Stück fordert das gesamte Ensemble. Neben dem ausgelobten Dramatikerpreis wird Anfang Juni auch ein Publikumspreis vergeben.

Stadtbibliothek
Nikolausberg braucht
ehrenamtliche Mitarbeiter

pdg — Die Stadtbibliothek Göttingen sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt ehren­amt­liche Mitarbeiter/innen für die Betreu­ung ihrer kleinen Zweig­stelle Niko­laus­berg, die dort in der Grund­schule unter­gebracht ist und an jedem Montag von 15.00 bis 18.00 Uhr geöffnet hat. Die Ehren­amtli­chen küm­mern sich um die Ausleihe und Rück­gabe von Medien, beraten vor Ort und sorgen für Ord­nung in der Zweig­stelle. Dafür wird eine kleine Auf­wands­ent­schädi­gung gezahlt.
Kontakt: Tel. 400-2827.

Apex im März
Songs und Weltmusik
Junge, aufstre­bende Song­schreibe­rinnen und Sänge­rinnen werden im Monat März im Apex zu Gast sein, die seit einigen Jahren mit bemer­kens­werten Texten und persön­lich geprägter Musik von sich reden machen und als „Stimmen ihrer Gene­ration“ gefeiert werden. Als nächste kommt am 18. März Vivie Ann mit ihrer Forma­tion und ihrem brand­neuen Debüt­album auf die Bühne. Stephanie Neigel dürfte dem Göt­tinger Publi­kum inzwi­schen keine Unbe­kannte mehr sein; zuletzt gastierte sie als Teil der Forma­tion „Les Bru­nettes“ im Apex. Sie folgt gleich auf Vivie Ann am 19. März mit ihrer Band und präsen­tiert Stücke ihres Albums „Capture Time“.
Der Bereich Kabarett/Comedy ist im März Män­ner-domi­niert: Frank Sauer, Thilo Seibel, Mathias Tretter und Sebastian Schnoy gehören zu den mehrfach ausge­zeich­neten, durch zahl­reiche Funk- und Fernseh­auf­tritte bekannte und deutsch­land­weit gastie­renden Vertre­tern des politi­schen Kaba­retts. Die vier bringen neue und in Göttingen noch nicht gezeigte Programme mit. Nicht vergessen werden dürfen an dieser Stelle die regel­mäßig begeis­tern­den New Orleans Synco­pators (am 28.) und – last but not least – die Göttin­ger Forma­tion Palla­dim (am 12.), die Welt­musik dar­bietet.
Darüber hinaus gibt es als Vorgeschmack zu den dies­jähri­gen Hän­del-Fest­spie­len einen ersten Händel-Talk am 11. März mit der Gam­bistin Hille Perl.
Veranstaltungen

Theater
Boat People Projekt
sucht Laiendarsteller/innen

Unter dem Arbeitstitel „Welt­Poli­tik­Reak­tions­Ventil“ laden die Künst­ler/in­nen vom boat people projekt euch zu einem poli­tisch-künst­leri­schen Prozess ein. Egal ob Mann oder Frau, klar oder durch­ein­ander, deutsch oder nicht-deutsch (spre­chend), Klein­kind oder Greis, Baby oder Teenie – alle können ihre Erfah­run­gen ein­brin­gen, Theater spielen, sie selbst sein. Sie können Kritik äußern, Uto­pien entwi­ckeln, kreativ herum­toben: Was kotzt euch an, wenn ihr die Tages­schau seht, welche Strate­gien habt ihr, um das Elend der Welt auszu­halten, wie trägt euer Glaube das Unrecht, wie weit weg von euch emp­findet ihr die Krisen dieser Welt? Was treibt euch auf die Straße? Fühlt ihr euch ohn­mächtig oder trotz allem stark und sicher? Was ist eure Strategie? Und was bringt euch noch zum Weinen? Wo sind eure Grenzen?
Viele Fragen, die sich in diesen Zeiten nur noch wenige stellen.Weitere Informationen

Tourismus
Reiseplaner Göttingen
tig — Erstmals gibt die Tourist-Information Göttingen in diesem Jahr die Broschüre „Reise­planer Göttingen 2015“ heraus. Auf 48 Seiten präsen­tiert der infor­mative Reise­prospekt die Univer­sitäts­stadt als attrak­tives Ziel für Wochen­endur­lauber, Geschäfts- und Gruppen­reisende sowie für Tages­touristen.Weitere Informationen

Göttinger Elch
für Rudi Hurzlmeier

pdg — Der Satirepreis „Göttinger Elch“ geht 2015 an den Maler, Zeichner und Autor Rudi Hurzlmeier. Die feierliche Ver­lei­hung, an der auch frühere Preis­träger teilneh­men werden, findet am 10. Mai um 11.00 Uhr im Deut­schen Theater Göttin­gen statt. Am gleichen Tag wird die retro­spektive Ausstel­lung „Rudi Hurzl­meier – Meister­werke der Goldi­gen Periode“ im Alten Rathaus der Stadt eröffnet und ist dort bis zum 28. Juni zu sehen. Die Laudatio hält der Dichter und Schrift­steller Thomas Gsella; Vorjah­res-Preis­träger Georg Schramm steuert ein beson­deres Grußwort bei. Auf der Bühne werden auch Hurzl­meiers Zeichner­kolle­gen Hauck und Bauer sowie Marcus Weimer (Rattel­schneck) gratu­lieren.
Karten für die Preisverleihung zum Preis von 11 bis 20 Euro (erm. 3 Euro) werden aufgrund der großen Nach­frage in diesem Jahr erstmals verlost. Dazu muss der Karten­wunsch – maximal zwei Karten pro Person in der gewünsch­ten Preis­kategorie – unter Angabe des Namens und der Kontakt­daten ab 16. März bis zum 2. April 2015 per Mail an elch@goettin­gen.de oder telefo­nisch unter Tel. 400-2486 über­mittelt werden. Die Karten­vergabe erfolgt nach der Verlo­sung ab 20. April 2015 an der Kasse des Deut­schen Theaters.Weitere Informationen

Restitution
Stadt gibt erstmals
jüdisches Kulturgut zurück

pdg — Die Stadt Göttingen hat erstmals jüdisches Kulturgut zurück­erstat­tet, das wäh­rend des national­sozialis­tischen Regi­mes auf dem Weg der soge­nann­ten „Arisie­rung“ aus jüdi­schem Besitz in das Städti­sche Museum gelangt war. Mög­lich gewor­den ist dies nach einer in den Jahren 2008 bis 2010 erfolgten Unter­suchung aller in der NS-Zeit im Museum einge­gange­nen Objekte. Im Rahmen einer Feier­stunde hat der Enkel des jüdischen Unter­nehmer­ehe­paares Max Raphael und Gertrud Hahn, Prof. Dr. Michael Hayden, die Resti­tutions­urkunde aus den Händen von Ober­bürger­meister Rolf-Georg Köhler am 8. Novem­ber erhalten. Die Groß­eltern fielen 1941 dem Holo­caust zum Opfer. Hayden lebt in Kanada und wurde am Vortag mit der Ehren­doktor­würde der Georg-Au­gust-Uni­versität ausge­zeich­net. Begleitet wurde er von seiner Familie sowie weite­ren Ange­höri­gen. Zu dem seinen Groß­eltern geraub­ten Kultur­gut gehö­ren insge­samt 17 Möbel­stücke, Ofen­platten und andere Objekte.Weitere Informationen

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Wissenschaft

Nephrologie
Bekanntes Blutdruck-Medikament schützt offenbar auch chronisch kranke Nieren
Nierenforscher der Universitätsmedi­zin Göt­tingen haben entdeckt, dass ein alt­be­kanntes Blut­hoch­druck­medika­ment in nied­riger Dosis offenbar auch chro­nisch kranke Nieren schützen kann.Weitere Informationen

Organspende
Studie über Skeptiker
Teilnehmer gesucht
Eine Studie „Ich möchte lieber nicht“ will die Beweg­gründe für Skepsis und Unent­schie­denheit gegenüber Organ­spenden erfor­schen. Gesucht werden dazu Teil­nehmer für Inter­views und Gruppen­dis­kus­sionen.Weitere Informationen

Geobiologie
Evolution an Schwefel-
und Methanquellen

Die Evolution von in der Tiefsee an heißen Schwe­fel- oder Methan­quellen leben­den Tieren hängt nicht nur von den dort spru­deln­den chemi­schen Quellen ab, son­dern vielmehr auch von der im Ozean gelösten Menge Schwefel, fand der Göt­tinger Paläon­tologe Dr. Steffen Kiel heraus.Weitere Informationen

Menschenrechte
Universität distanziert sich
von Ehrungen während
der Nazi-Zeit

Unrechtsbewusstsein
reicht nur bis 1945

pug/eb — Es fällt sicherlich leichter, sich von wissen­schaft­lichen Kolla­bora­tionen zu tren­nen, die trotz men­schen­verach­tender Be­gleit­um­stände früher zwar gern ein­gegan­gen wurden, heut­zutage aber ein Klotz am Bein und eh ohne Nutzen sind. Des­halb hat sich die Univer­sität Göttin­gen dieser Tage spät von acht Ehrun­gen distan­ziert, die sie wäh­rend der Zeit des National­sozialis­mus verlie­hen hatte. Weni­ger leicht hin­gegen fällt es ihr, einen ebenso klaren Schnitt in der Zusam­men­arbeit mit ähn­lichen Syste­men der Gegen­wart zu machen, die in Sachen Men­schen­rechte dem dama­ligen Nazi-Terror in nichts nach­stehen, für die For­schung und ihre damit verwo­bene Wir­schaft aber ebenso profi­tabel sind wie es die dama­lige, zumeist frei­willige Unter­wer­fung unter das NS-System seiner­zeit war. Weitere Informationen

Geobiologie
Urzeitliche Farbstoffe in
heutigen Tiefseebewohnern

pug — Forscher der Universität Göttingen konn­ten sowohl bei einer Vielzahl von fossilen Seelilien und Haar­sternen (Crinoiden) aus der Jura- und Trias-Zeit als auch bei noch heute lebenden See­lilien aus der Tiefsee die gleiche Gruppe von Chinon-Farb­stoffen (Hypericine) nach­weisen. So konnten sie erst­mals zeigen, dass diese Farbstoffe in den mit Seeigeln und See­sternen verwand­ten Meeres­tieren seit mindes­tens 240 Millionen Jahren weitver­breitet vorkom­men und sich im Laufe der Crinoi­den-Evolu­tion fast nicht verän­dert haben.Weitere Informationen

AIDS
Ausweitung von HIV-Tests
auf ältere Menschen
gefordert
pug — Bisher sind in den meisten natio­nalen Studien, die sich mit dem mensch­lichen HI-Virus beschäf­tigen, die HIV-Tests auf Men­schen beschränkt, die jünger als 50 oder 55 Jahre sind. Eine Gruppe inter­natio­naler Wissen­schaft­ler unter der Leitung der Univer­sität Göttin­gen und der Harvard School of Public Health fordert in der Fach­zeit­schrift The Lancet HIV, dass bei Daten­erhe­bun­gen im Zusam­men­hang mit HIV in Ent­wick­lungs­län­dern auch ältere Men­schen bei HIV-Tests mit ein­bezo­gen werden sollten. Weitere Informationen

Neurowissenschaften
Gene beeinflussen
Hirnstrukturen

umg — Wie die Gene die Ausformung des Gehirns beeinflussen, ist noch weitgehend unbekannt. Ein internationales For­schungs­konsor­tium hat nun beim Men­schen fünf Ver­dachts­gene entdeckt, die mit der Größe verschie­dener Gehirn­regio­nen zusam­men­hängen. Die Wissen­schaftler hoffen, mit den Er­geb­nissen die mole­ku­laren Grund­lagen psychia­trischer Erkran­kun­gen besser zu verste­hen.Weitere Informationen

Diversität
Aufruf zum Erhalt
der Artenvielfalt

Osteuropäische Staaten sollen retten
was westliche versaut haben

pug — Ein Großteil der Artenvielfalt in Eu­ropa ist heute von der exten­siven Nutzung in unseren Kultur­land­schaften abhängig. Mit dem Schwund der tradi­tionell bewirt­schafteten Lebens­räume durch land­wirtschaft­liche Intensi­vierung mit hohem Pestizid- und Mineral­dünger­einsatz sterben auch viele Arten aus. Inner­halb der Euro­päischen Union (EU) ist dieser Verlust in den östlichen neuen Mitglieds­staaten wie Polen, Ungarn und Bul­garien noch nicht so weit fort­geschrit­ten wie in den west­lichen Staaten, insbe­sondere in Frank­reich, Deutsch­land und den Nieder­landen. Gemein­sam mit Wissen­schaft­lern aus 20 euro­päischen Ländern haben sechs Ökologen der Univer­sität Göttingen einen Aufruf zum Erhalt der Arten­vielfalt in osteuro­päischen Agrar­landschaf­ten ver­öffent­licht.Weitere Informationen

Biologie
Stabschrecken
instrumentalisieren Ameisen
für eigene Fortpflanzung

pug — Stab- und Gespenstschrecken imitie­ren Zweige und Blätter in Perfek­tion, um sich vor ihren Feinden zu verber­gen. Diese Anpas­sung macht auch vor den Eiern der Insekten nicht Halt: Sie ähneln in verblüf­fender Weise den Samen von Pflanzen. Die weib­lichen Stab­schrecken werfen meist konti­nuier­lich einzelne Eier zu Boden, die dann häufig mit Hilfe von Ameisen weiter verbreitet werden. Diese Strategie macht es bestimm­ten flügel­losen schmarot­zenden Wespen schwer, die Stab­schrecken­eier in großer Zahl für den eigenen Nach­wuchs in der Laub­schicht aufzu­spüren. Evolutions­biologen der Univer­sität Göttin­gen haben zusam­men mit Forschern aus Deutsch­land, Belgien und der Schweiz nun eine neue Fort­pflanzungs­strategie der Stab- und Gespenst­schrecken entdeckt, die ihre Eier im Paket able­gen.Weitere Informationen

Kurdistan
Kooperationen ausgebaut
pug — Die Universität baut ihre Zusam­men­arbeit mit der autonomen Re­gion Kurdis­tan aus: Uni­versitäts­präsiden­tin Prof. Dr. Ulrike Bei­siegel und der kur­dische Bildungs- und For­schungs­minister Dr. Yousif Goran führten anläss­lich des Besuches einer Dele­gation in Göttin­gen entspre­chende Gespräche. In der Absichts­erklärung zwischen der Georgia Augusta und dem Kur­distan Institut für strate­gische Studien und wissen­schaft­liche For­schung (KISSR) beabsich­tigen beide Institu­tionen, die beste­henden Koope­ratio­nen in den Berei­chen Geo­wissen­schaften und Iranistik weiter auszu­bauen. Über den Aus­tausch von Stipen­diaten hinaus besteht das primäre Ziel darin, gemein­same For­schungs­initiati­ven anzu­stoßen, unter ande­rem in den Berei­chen Forst­wissen­schaften, Geologie und Umwelt­schutz.

Goethe-Institut
Casper-Hehne im Beirat
pug — Das Präsidium des Goethe-Instituts hat Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne, Ger­manistin und Vizeprä­sidentin für Inter­natio­nales an der Univer­sität Göttin­gen, in den wissen­schaft­lichen „Beirat Sprache“ berufen. Casper-Hehne wird das Amt von 2015 bis 2018 wahr­nehmen. Aufgabe der Beiräte ist es, das Goethe-Ins­titut in Grund­satz­fragen und bei kon­kreten Projekten fachlich zu beraten. Der wissen­schaft­liche „Beirat Sprache“ unter­stützt das Präsidium und den Vorstand des Goethe-Ins­tituts im Hinblick auf Bildungs­koopera­tionen, Fort­bildung, Sprach­vermitt­lung und Sprach­prüfun­gen im Bereich Deutsch als Fremd­sprache sowie Multi­media.

Sport
Bewegung und Grips

Studie untersucht Einfluss von Sport
pug — Sport hat enorme Vorteile für die psy­chische Gesund­heit: Er hebt die Stim­mung, erhöht die Stress­resis­tenz, verbes­sert das Gedächt­nis und verlang­samt den Rück­gang von kogni­tiven Fähig­keiten mit dem Alter. Studien mit Nagern zeigen, dass körper­liche Betä­tigung intrin­sisch beloh­nend wirkt: Haben die Nager Zugang zu einem Laufrad, rennen sie frei­willig viele Kilo­meter pro Tag. Wissen­schaft­lerin­nen der Univer­sität Göttin­gen haben heraus­gefun­den, dass frei­williges Rennen den Zeit­raum jugend­licher Anpas­sungs­fähig­keit im Gehirn bis ins Erwach­senen­alter verlän­gern kann.Weitere Informationen

Kindheit und Gesundheit
Studie wird fortgesetzt
pug — Kopfschmerzen treten bei Kindern und Jugendlichen zwischen sieben und 14 Jahren mit zuneh­mendem Alter immer häu­figer auf: Mehr als 15 Prozent der 14-Jährigen sind davon durch­schnitt­lich min­destens einmal in der Woche, zuweilen sogar öfter, betroffen. Das sind die Ergeb­nisse einer Befra­gung, die Psycho­logen der Univer­sität Göttin­gen in den Jahren 2003 bis 2006 durch­geführt haben. Das Bundes­minis­terium für Bil­dung und For­schung (BMBF) hat die Längs­schnitt­studie über Schmer­zen bei Kindern und Jugend­lichen und anderen gesund­heit­lichen Aspek­ten sechs Jahre lang finan­ziell geför­dert. Jetzt soll sie mit der insge­samt fünften Erhe­bung fortge­setzt werden. Weitere Informationen

DLR
Lasermessungen
erstmals im Flug vorgenommen

Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göt­tin­gen und Braun­schweig ist gemein­sam mit Airbus eine Welt­premiere gelun­gen: Erst­mals haben sie im Flug die Luftströ­mung an der Trag­fläche eines Passa­gierjets mit einem Laser sichtbar gemacht. Sie entwi­ckelten ein Verfah­ren, das die ober­halb des Flügels vorbei­strömen­den Nebel­tröpf­chen erfasst und damit jede noch so kleine Luft­bewe­gung zeigt. Die Erkennt­nisse helfen, zukünf­tige Trag­flächen für lang­samere und leisere Anflüge zu opti­mieren.Weitere Informationen

Physik
Kraftmessungen an Zellen
pug — Biophysiker der Universität Göt­tin­gen haben eine Methode ent­wickelt, mit der die mecha­nischen Eigen­schaf­ten einer einzel­nen Zelle sowie die von ihr erzeug­ten Kräfte höchst präzise im pico-New­ton-Bereich (pico = ein Bil­lions­tel) gemes­sen werden können. In den vergan­genen Jahren hat sich heraus­gestellt, dass solche Kräfte und mecha­nische Eigen­schaften für biolo­gische Zellen genauso wichtig sind wie traditio­nelle bio-che­mische Faktoren. Die Wissen­schaftler beschrei­ben in ihrer Studie einen Mess­aufbau, der auf zwei opti­schen Pinzetten beruht, mit denen eine lebende Zelle zwischen zwei kleinen Kugeln „aufge­hängt“ (adhä­riert) ist. Die beiden Kugeln, an denen die Zelle haftet, dienen sowohl dazu, Kräfte auf die Zelle auszu­üben, als auch die von der Zelle gene­rierten Kräfte aufzu­nehmen.Weitere Informationen

Molekularmedizin
Proteeinregulation in Zellen
Neuen Mechanismus entdeckt
umg — Start und Stopp – klare Ansagen wie diese galten bisher als eine Art Quali­täts­siche­rung bei der Herstel­lung von Eiweiß­stoffen (Proteinen) in Körper­zellen. Forscher an der Uni­versitäts­medizin Göttin­gen (UMG) haben jetzt heraus­gefun­den: Das Über­lesen des Stopp-Signals kann biolo­gisch wichtig sein und sogar weiter führen. Ein Team von Mole­kular­medizi­nern hat jetzt einen neuen Mecha­nismus ent­deckt, wie Proteine an be­stimm­te Orte inner­halb der Zelle gelan­gen können. Das Ergebnis der For­schun­gen: Durch das Über­lesen eines Stopp-Codons ent­steht ein Fahrticket zu Reise­zielen inner­halb der Zelle.Weitere Informationen

Bio-Energie
Alternative zu Mais gesucht
1,1 Millionen Euro Fördergelder
pug — In mehr als 3.000 Biogasanlagen in Deutsch­land funktioniert die Produk­tion von Biogas nur unter Zugabe indus­triell herge­stell­ter Spuren­ele­mente. Diese Anlagen werden fast aus­schließ­lich mit Mais betrieben, und Mais ist nicht in der Lage, die für die Biogas­bil­dung not­wendi­gen Spuren­ele­mente wie Kobalt oder Nickel in aus­reichen­der Menge aufzu­neh­men. Wissen­schaftler der Univer­sität Göttin­gen sowie des Deut­schen Biomasse­forschungs­zen­trums (DBFZ) und des Helm­holtz-Zen­trums für Umwelt­forschung (UFZ) in Leipzig suchen nun nach pflanz­lichen Alter­nativen zu den indus­triellen Spuren­elemen­ten. Das Bundes­ministe­rium für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft (BMEL) fördert das Ver­bund­projekt über die Fach­agentur Nach­wach­sende Roh­stoffe e.V. (FNR) drei Jahre lang mit insge­samt rund 1,1 Millio­nen Euro.Weitere Informationen

Biologie
Asexuelle Fortpflanzung
bei Pflanzen

pug — Die Kreuzung von zwei sexuellen Pflan­zenarten kann spontan dazu führen, dass sich die Hybride auf asexuelle Weise fort­pflanzt. Das haben Wissen­schaft­ler der Univer­sität am Beispiel verschie­dener Hah­nen­fuß-Arten heraus­gefunden.Weitere Informationen

Nephrologie
Chronische Nierenerkrankungen
durch Schrittmacher ausbremsen

umg — Forscher konnten erstmalig zeigen, dass eine Schritt­macher­therapie das Voran­schreiten von Nieren­erkran­kungen mög­licher­weise verlang­samen kann.Weitere Informationen

Informatik
Technologie
gegen Cyberangriffe

pug — Um sensible Systeme besser schüt­zen zu kön­nen, entwickelt das Institut für Infor­matik der Uni­versi­tät Göttin­gen eine neu­artige Techno­logie zur Erken­nung und Ein­däm­mung von Cyber­angrif­fen. Das Projekt „Intel­ligen­te Intru­sion-Detec­tion-Sys­teme für Indus­trie­netze (INDI)“ wird vom Bundes­minis­teri­um für Bil­dung und For­schung mit 1,6 Millio­nen Euro geför­dert.Weitere Informationen

Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Leibniz-Preis
für Tobias Moser

Dr. Tobias Moser, Professor für Audi­torische Neuro­biolo­gie und Leiter des Innen­Ohr-Labors der Klinik für Hals-Na­sen-Ohren­heil­kunde der Univer­sitäts­medi­zin Göttin­gen, erhält den bedeu­tendsten deutschen Wissen­schafts­preis der Deutschen For­schungs­ge­mein­schaft (DFG), den Gott­fried Wilhelm Leibniz-Preis. Er bekommt 2,5 Millionen Euro zur freien For­schungs­verfü­gung.
Moser ist gegenwärtig weltweit führend in der Erforschung der Synap­sen im Innen­ohr und inter­national an vorderster Spitze in der Erfor­schung der Physiologie und Patho­physio­logie des Innen­ohrs. In jüngs­ter Zeit ist es ihm und seinen Mitar­beitern gelun­gen, die Werk­zeuge der Opto­genetik zu nutzen, um die Fasern des Hör­nervs optisch zu reizen. Dieser Befund ver­spricht im­mense Verbes­serun­gen in einer neu zu ent­wickeln­den Genera­tion von Innen­ohrimplan­taten.

Geowissenschaften
Neue kristalline Form
von Wasser

pug — Wissenschaftler der Universität Göt­tin­gen und des Instituts Laue-Lange­vin in Grenoble haben ein neues Was­sereis herge­stellt. Die 17. kristal­line Form von Wasser mit dem Namen „Eis XVI“ ist die bislang am wenigs­ten dichte Form von Wasser: Sie kristal­lisiert in einer Anord­nung, die bisher nur in einer mit Gas gefüll­ten Form bekannt war. Damit wird zum ersten Mal der Einfluss der Wechsel­wirkun­gen zwischen Wasser- und Gasmole­külen im Experi­ment unmit­telbar quanti­fizier­bar.Weitere Informationen

Biologie
Affen: Männerfreundschaften
kompensieren Stress

pug — Menschen, die enge soziale Bezie­hun­gen oder Freund­schaften pflegen und sich weniger einsam fühlen, leiden seltener unter Infek­tionen, Herz­erkran­kun­gen und chronisch erhöhten Stress­hormo­nen. Eine Studie von Wissen­schaft­lern der Univer­sität Göttin­gen und des Deut­schen Prima­ten­zen­trums legt nahe, dass diese Effekte unab­hängig von unserer kom­plexen sozialen Lebens­welt und den vielfäl­tigen Anfor­derun­gen des moder­nen Alltags sind, da sie nun einen ähn­lichen Zusam­men­hang bei männ­lichen Berber­affen im Mitt­leren Atlas in Marokko fanden.Weitere Informationen

Molekularbiologie
Schutz bei oxidativem Stress
umg — Wissenschaftler der UMG und der Universität Michigan/USA entdecken, wie unscheinbares Protein Zellen vor freien Radikalen schützt. Mit Sauer­stoff verbinden die meisten Menschen vor allem Positives: Jede einzelne Zelle des Körpers benötigt ihn. Tritt Sauer­stoff jedoch in Form von reak­tiven Radi­kalen, also Mole­külen, auf, ist er extrem schäd­lich für den Körper. Man spricht dann von oxi­dativem Stress. Er greift das Erbgut an oder verändert Proteine so, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr aus­führen können. Die Proteine sind den Sauer­stoff­radikalen jedoch nicht schutz­los aus­gelief­ert. Die Zellen können mit oxidativem Stress um­gehen, ihre Proteine bleiben funk­tions­tüchtig. Wie schaffen sie das?Weitere Informationen

Universitätsbund
Unterstützung für Studierende
und Wissenschaftler

pug — Der Universitätsbund Göttingen e.V. unter­stützt auch im kommenden Jahr Wissen­schaftler und Studierende der Uni­versität Göttingen. Die Förde­rungen reichen von Bei­hilfen für Exkur­sionen und Tagungen über die Finan­zierung der zentralen Ring­vor­lesung bis zu Zu­schüssen für Aus­stellungen und die Akade­mische Orchester­vereini­gung. Der Vorstand des Uni­versitäts­bunds beschloss am 2. Dezember, 49 Projekte mit ins­gesamt rund 50.000 Euro zu fördern.Weitere Informationen

Stiftungsprofessur
Modernes China aus
globalhistorischer Perspektive

pug — Die Volkswagen AG fördert ab dem kom­menden Jahr eine Stiftungs­profes­sur „Modernes China mit Schwer­punkt auf global­histori­schen Perspek­tiven“ an der Univer­sität Göttingen. Ziel der Professur ist die weitere Vertie­fung von China-Kompe­tenz in For­schung und Lehre. Das Förder­volu­men beträgt jährlich 300.000 Euro für maximal acht Jahre. Die Profes­sur wird am Ostasia­tischen Seminar der Univer­sität ange­siedelt und im Anschluss an die Förde­rung von der Univer­sität übernom­men.Weitere Informationen

Geowissenschaften
Fossiler Bernsteinfund
fleischfressender Pflanze

Erster Fund weltweit
pug — Ein Forscherteam der Universitäten Göttingen, Bielefeld und der Botani­schen Staats­samm­lung München hat die weltweit ersten fossilen Klebfallen einer fleisch­fres­senden (karni­voren) Pflanze entdeckt. Dabei handelt es sich um zwei mit Drüsen bedeckte Blätt­chen, die in einem Stück Balti­schen Bern­steins einge­schlossen sind. Sie stammen aus einem Tagebau bei Kalinin­grad in Russ­land und sind etwa 35 bis 47 Mil­lionen Jahre alt. Bisher be­schränk­te sich der fossile Nach­weis karni­vorer Pflanzen auf Samen und Pollen von Son­nen­tauge­wächsen.Weitere Informationen

Kardiovaskuläre Forschung
wird weiter gefördert

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung DZHK weitere fünf Jahre: Ab 2015 erhält das DZHK jährlich 40 Millionen Euro. Als einer von sieben Standorten erhält Göt­tingen, vertreten durch das Heart Research Center (HRCG), einen Zuschuss von jährlich etwa drei Millionen Euro zuzüg­lich weiterer Mittel für Studien in Höhe von zirka vier Millionen Euro.
Im DZHK arbeiten die besten Wissen­schaft­ler Deutschlands fächer- und einrich­tungs­über­greifend an der Erfor­schung von Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen. Ein Ziel ist die trans­lationale Forschung: Resultate der Grund­lagen­forschung sollen schnel­ler in die klinische Erpro­bung und zum Patien­ten gebracht werden.
Kontakt: Prof. Dr. G. Hasenfuß, Tel. 39-20400, rfaber@med.uni-goettingen.de

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Fundsachen
SPD will herrenlose Fahrräder verschenken
Die Göttinger SPD-Ratsfraktion spricht sich dafür aus, Fahrräder, die sonst zur Aufbes­serung des städti­schen Haus­haltes versteigert werden, an Flücht­linge und andere bedürf­tige Menschen zu verschen­ken. Sie wird deshalb in der kom­menden Sozial­ausschuss-Sitzung am 10. März einen entspre­chenden Antrag stellen.

 
Fahrradstadt Göttingen; „Sollte hier auch möglich sein“Foto: vs

Ein eigenes Fahrrad verbessere die Lebens­qualität der Betrof­fenen deutlich, meint dazu der Vorsit­zende des Sozialaus­schusses, Dr. Klaus-Peter Hermann. „Wir schlagen daher vor, die vom städti­schen Baube­triebshof gesam­melten Fahrräder aufzuar­beiten, zu repa­rieren und anschlie­ßend den betrof­fenen Menschen zur Verfü­gung zu stellen.“

„Zeichen von Willkommenskultur“: Klaus-Pe­ter HermannFoto: SPD

Gerade für Menschen mit schmalem Einkom­men, dazu gehörten Flücht­linge genauso wie andere bedürf­tige Menschen, bedeute gesell­schaft­liche Teilhabe auch die Möglich­keit mobil zu sein, erläutert Hermann weiter und nimmt sich zum Vorbild für diese Aktion das Sozialamt der Landes­haupt­stadt Stuttgart. Dieses hat in Koope­ration mit weiteren Projekt­partnern ein ähnliches Projekt bereits im Sommer 2014 ins Leben gerufen. Durch die Beteili­gung von Projekt­partnern konnte sicher­gestellt werden, dass die Fahrräder verkehrs­sicher herge­richtet wurden.

„Eine ähnliche Aktion sollte in der Fahrrad­stadt Göttingen eben­falls möglich sein“, so Hermann. Die SPD-Rats­fraktion möchte deshalb die alljährliche Verstei­gerung von Fahrrädern zumindest in diesem Jahr aussetzen. Statt­dessen soll der Bestand der Fahrräder in der Fahrrad­werkstatt der Beschäf­tigungs­förde­rung kAöR aufgear­beitet und an hier in Göttingen lebende Flücht­linge und andere bedürftige Menschen in einer zentralen Aktion verschenkt werden. Auch das sei ein Zeichen von Willkom­mens­kultur.

 

Geothermie
Im März wird Göttingens Erde beben
Auf der Suche nach alternativen Energieformen
pug/umg — Um herauszufinden, inwiefern Erdwärme künftig bei der Energie­versor­gung der Univer­sität und Univer­sitäts­medizin Göttingen eine Rolle spielen könnte, lässt deren Tochter­gesellschaft Univer­sitäts­energie Göttingen GmbH gemeinsam mit der Geother­mie-Gruppe des Geowissen­schaft­lichen Zentrums in den kom­menden Wochen den Unter­grund Göttingens mit seismi­schen Verfahren unter­suchen.

Nicht immer so leicht zu erschließen wie hier: Heiße Quelle in Chile
Foto: Gerard Prins

Dabei erzeugen spezielle, auf Lkw mon­tierte Vibra­toren Schall­wellen, mit denen die Struk­tur des Unter­grun­des bis zu einer Tiefe von 5.000 Metern sicht­bar gemacht werden kann. Bevor sich der auffäl­lige Mess­trupp vor­aus­sichtlich in der zweiten März­woche etwa zehn Tage lang durch Göttin­gen bewegt, werden ab Anfang Februar alle öffent­lichen und privat betrof­fenen Einrich­tungen, Grund­stücks­besit­zer und Anwoh­ner infor­miert und um Erlaub­nis gebeten, die ent­spre­chen­den Flächen – vor allem öffent­liche Straßen – nutzen zu dürfen.

Universität und Univer­sitäts­medi­zin Göttin­gen wollen ihre künf­tige Energie­ver­sor­gung unter ökolo­gischen und ökono­mischen Gesichts­punk­ten sowie unter Beibe­hal­tung der hohen Versor­gungs­sicher­heit neu aus­rich­ten. Erd­wärme, vor allem aus großer Tiefe von bis zu 5.000 Metern, könnte dabei in Zukunft einen bedeu­ten­den Beitrag zur zen­tralen Ver­sor­gung des Fern­wärme­netzes liefern. Da über die genauen geolo­gischen Verhält­nisse unter­halb von Göttin­gen ver­gleichs­weise wenig bekannt ist, sind zunächst die Geo­wissen­schaft­ler gefragt: Die nun anste­henden ersten geo­physika­lischen Mes­sungen sollen Grund­lagen liefern, um das Poten­zial der Erdwärme im Sinne einer regene­rati­ven Nutzung abschätzen zu können.

Vor Beginn der eigent­lichen Messun­gen im März wird das Projekt in einer öffent­lichen Infor­mations­veranstal­tung noch einmal ausführ­lich vorgestellt. Dort werden auch Fachleute für Fragen zur Verfügung stehen. Der genaue Termin steht noch nicht fest.
www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=4868

 

Kriminalität
Landeskriminalamt startet zweite Dunkelfeldstudie
40.000 Bürger/innen werden angeschrieben
Die Kriminologische Forschungs­stelle (KFST) des Landes­kriminal­amtes Nieder­sachsen (LKA NI) führt ab Februar 2015 eine weitere Befragung zum Dunkel­feld der Krimi­nalität in Nieder­sachsen durch. In Deutsch­land einzig­artig, begann das LKA NI schon mit einer ersten Befragung im März 2013, um Infor­mationen über die nicht zur Anzeige gebrachte Krimi­nalitäts­lage in Nieder­sachsen zu erlangen.

Dunkelfeldstudie

Die Erkennt­nisse dieser von Beginn an auf Wieder­holbar­keit ange­legten Studie ergänzen die Polizei­liche Kriminal­statistik um unmit­telbare Erfah­rungen der Bevölke­rung und vervoll­stän­digen so das Bild von der Krimi­nalitäts­lage im Land und schließen bisherige Erkenntnis­lücken.

Um auch weiterhin aktuelle Tendenzen und Entwick­lungen des Krimi­nalitäts­gesche­hens aus Sicht der Bevöl­kerung zu erkennen, schließt sich nunmehr eine weitere landes­weite Befra­gung an. Parallel dazu werden auch Schles­wig-Hol­stein und Mecklen­burg-Vor­pom­mern eine Dunkel­feld­studie nach nieder­sächsi­schem Muster durch­führen, sodass nach Abschluss auch ein Vergleich zwischen den Bundes­ländern möglich sein wird.Weitere Informationen

 

Kunstquartier
Grüne kritisieren Stadtratsbeschluss
OB Köhler: „Projekt von nationaler Qualität“ / CDU/FDP: „Massive Einschnitte für andere“
Pragmatisch-visionslos wenden sich die Göttinger Grünen gegen einen Stadtrats­beschluss zur weiteren Förderung eines Göttinger Kunst­quartiers im Nikolai­viertel, nur „weil sich aus dem Bund ein warmer Geldregen über die Stadt ergießt“ – und lassen damit einen inzwischen inter­national hoch geachteten Verleger und Kunst­förderer ziemlich im provin­ziellen Regen stehen. Sie stehen damit allerdings nicht allein, sondern haben weitere konser­vative Bedenken­träger an ihrer Seite.

Die Kritik der Grünen geht ins Grund­sätzliche: „So begrü­ßenswert die Einrich­tung einer Kunsthalle in Göttingen ist, so frag­würdig ist die Kultur­politik, in deren Kontext die Entschei­dung steht“, meint der Sprecher des Kreisver­bands, Mathis Wesel­mann. Während die Stadt seit Jahren vor allem auf den Bestands­erhalt setze, werde jetzt wegen des „warmen Geldregens“ unter hohem Zeitdruck ein neues Projekt ange­stoßen. Das sei unter solchen Umständen ein proble­mati­sches Signal: Man müsse Verwaltung und Stadtrat schon fragen: „Auf welcher anderen Grundlage als einem positi­vem Bauch­gefühl wurde diese Entschei­dung getroffen?“

„Schwache politsche Lobby“: Top-saniertes Städtisches Museumvs

Woran sich Grüne und andere Kritiker reiben ist, dass der Bestands­schutz für die klei­neren Kultur­ein­rich­tun­gen in Göttin­gen gefähr­det sein könnte. Die bis­herige Umset­zung des Ent­schul­dungs­hilfe­ver­trags und die jüngsten Kür­zungs­vor­schläge bei Stadt­archiv und städti­schem Museum hätten hinrei­chend gezeigt, dass im Zweifel bei den Ein­rich­tungen mit der schwächs­ten politi­schen Lobby gespart würde.

Weselmann fordert daher eine offene Debatte über die Kultur­förde­rung der Stadt – es wäre nicht die erste. Der Fokus solle von der Förde­rung großer Spiel­stätten auf den Aufbau einer Infra­struktur für Kultur­schaf­fende verla­gert werden: „Wir sollten nicht so stark den Konsum von Kunst subven­tionie­ren sondern Kreati­vität fördern.“ So sei bei­spiels­weise eine stärkere Ver­knüp­fung von städti­scher Theater­land­schaft und freier Theater­szene wün­schens­werter als die Sub­ventio­nie­rung von Ein­tritts­preisen. Die bis­herige Förder­praxis müsse gerade bei den großen Kultur­ein­rich­tun­gen hinter­fragt werden. Das Göttinger Sym­phonie­orches­ter werde beispiels­weise zu über 50 Prozent aus städti­schen Mitteln finan­ziert, spiele aber zu 60 Prozent in anderen Städten. Dies müsse offen disku­tiert werden. Aller­dings geht Wesel­mann nicht darauf ein, wie anders eine solche Kultur­ein­rich­tung den – nicht zuletzt auch durch die Politik vor­gege­benen – zu erwirt­schaften­den Eigen­anteil herein­bekom­men soll, wenn nicht durch Auftritte in der Region.

Wegen der Deckelung der freiwilligen Leistungen auf 3,24 Pro­zent des Haus­halts, anderer­seits aber regel­mäßi­ger Ste­ige­rungs­raten bei den Zuschüs­sen von Deut­schem Theater und Sym­phonie Orchester beob­achtet der Verein KUNST die Dis­kus­sion um die Finan­zie­rung des geplan­ten KuQua zwar „mit großem Inter­esse, aber auch mit Sorge“. Grund­voraus­set­zung dafür sei aller­dings, dass das zu erstel­lende Kon­zept durch­dacht und gerade auch im Hin­blick auf die ent­stehen­den Kosten über­zeu­gend und belast­bar sei, heißt es in einer Erklä­rung des Vereins, die wäh­rend der KUNST-Gala in der Stadt­halle verle­sen wurde.Weitere Informationen

Weselmann weiter: „Die Frage ist nicht so sehr, ob wir alle großen Kultur­einrich­tungen in der jetzigen Form am Leben halten könnten – wir können es wahr­schein­lich nicht –, sondern ob das über­haupt das richtige Ziel wäre.“ Göttingen also als Stadt, die Wissen schaft – aber in puncto Kultur kleine Brötchen backend vor sich hin­dümpelt? Ober­bürger­meister Rolf Georg Köhler hat in seinem nur wenige politische Akzente setzenden Neujahrs­grußwort am 6. Januar in der Stadthalle zumindest bei diesem Thema klar Stellung bezogen und dagegen­gehalten: „Dass wir im Augenblick noch nicht auf alle Fragen eine Antwort haben, kann doch nicht bedeuten, sich von diesem Projekt nationaler Qualität zu verab­schieden, von einem Projekt, das auch ein städte­bauliches Signal für die südliche Innen­stadt bedeutet.“ Insofern gelte es auch, Prioritäten zu setzen: „Wenn wir ein neues Projekt umsetzen, eine neue Aufgabe über­nehmen wollen, müssen wir uns im Zweifels­fall von einem alten Projekt trennen, müssen wir auf eine andere Aufgabe verzichten.“

DownloadGleichwohl kann es nicht schaden, dabei auch die Mehrheit der Bürger hinter sich zu wissen. Die Rede von Rolf Georg Köhler können Sie hier im Wortlaut nachlesen.

CDU/FDP-Gruppe warnt vor weiteren teuren Risiken
CDU und FDP im Göttinger Rat warnen ebenfalls bereits seit längerem vor nicht abseh­baren finan­ziellen Risiken durch das geplant Kunst-Quartier. Sie fühlen sich darin „durch qualifi­zierte Kritik von sachkun­digen Bürgern in Leser­briefen und Anschreiben in ihrer Ablehnung bestätigt. Im Verlauf der Debatte seien zudem neue Probleme und Gefahren aufgetaucht, die im Zweifel wiederum zu Lasten anderer Göttinger Kultur­institu­tionen gehen würden. „Zudem werden, wie bei der Debatte um den künftigen Standort des Städtischen Museums, bisherige Entschei­dungen ins Gegenteil verkehrt, zunächst zielge­richtet inves­tierte Gelder werden dann wohl sinnlos in die Luft geblasen worden sein,“ heißt es in einer Stellungnahme.Weitere Informationen

 

Verbraucherzentrale Niedersachsen
Mehr als 111.000 Ratsuchende in 2013
Mehr als 111.000 Verbraucher in den Beratungs­stellen, am Ver­brau­cher­telefon, per Brief, Mail oder bei Vorträgen suchten im vergangenen Jahr Rat und Hilfe bei der Ver­brau­cher­zen­trale Nieder­sachsen als Anlauf­stelle zu allen Aspekten des Ver­brau­cher­alltags. Ob unbe­rechtigte Inkasso­forde­rungen, Abmah­nungen wegen Urheber­rechts­ver­stößen, unter­gescho­bene Verträge an der Haustür oder am Telefon oder Ärger mit dem Strom- bzw. Tele­kommu­nikations­anbieter: Fragen zu Ver­brau­cher­recht, Telefon und Internet waren im vergan­genen Jahr unver­ändert hoch. Das ist u.a. ein Ergebnis der Jahres­bilanz 2013.

B3 VZN Göttingen
Themen der Göttinger Beratungsstelle 2013Grafik: VZN

Die seit dem vergangenen Jahr endlich wieder auf 1,5 Mio. Euro jährlich erhöhte Finanz­hilfe des Landes stellt erst­malig seit vielen Jahren die Ver­brau­cher­schützer wieder auf eine halbwegs solide Basis. Mit der gesetz­lich abge­sicher­ten Förde­rung könne man die erfolg­reich einge­leitete Struktur­reform weiter voran­bringen und mit der Bünde­lung von Beratungs­kompe­tenz in den neuen Regional­zentren biete die Ver­brau­cher­zen­trale Ratsu­chenden ein zukunfts­fähiges und modernes Erschei­nungs­bild mit verbes­sertem Service und Ange­boten“, resumiert Geschäfts­führerin Petra Kristandt. Zuvor hatte die Ver­brau­cher­zen­trale längere Zeit mit Mittel­kürzun­gen durch die Politik zu kämpfen, die landes­weit zu etlichen Schlie­ßungen von Bera­tungs­stellen führten.

Randolph Fries ist im Juli zum neuen Vorsit­zenden gewählt worden. Der Geschäfts­führer des Deutschen Mieter­bundes Nieder­sachen-Bre­men e.V. und bisherige stellver­tretende Vorsit­zende über­nimmt damit das Amt von Sigrid Leuschner, die nicht mehr kandi­dierte. Leuschner führte die Organi­sation zwanzig Jahre lang: „Mit ihrer lang­jährigen politi­schen Erfah­rung als Mitglied des nieder­sächsi­schen Land­tages hat sie sich vor allem in den immer wieder bedroh­lichen Finanz­situatio­nen souverän bei der Landes­regie­rung für die Ver­brau­cher­zen­trale Nieder­sachsen stark gemacht. Sie hat maßgeb­lich dazu beige­tragen, dass die Ver­brau­cher­zen­trale Nieder­sachsen heute finan­ziell besser aufge­stellt ist“, würdigte der neue Vorsit­zende die Arbeit seiner Vorgän­gerin.

Aktuell auf der Tages­ordnung der Ver­brau­cher­schützer steht das Thema Frei­handels­abkom­men TTIP (Trans­atlanti­sche Handels- und Inves­titions­partner­schaft) zwischen der EU und den USA. Zu befürchten steht eine deut­liche Aufwei­chung der Stan­dards beim Ver­brau­cher­schutz (z.B. der Sicherheit und Hygiene bei Lebens­mitteln), weshalb die Mit­glieder­versamm­lung eine Reso­lution zu TTIP verab­schie­det hat. Damit unter­stützen die Dele­gierten die Landes­regie­rung in ihren Forde­rungen gegen­über der EU-Kommis­sion und appel­lieren an die Bundes­regie­rung, sich für bewährte Ver­brau­cher­schutz­stan­dards einzu­setzen. „Wir fordern u.a. mehr Trans­parenz und die Beibe­haltung des Vorsorge­prinzips. Es gilt, Schäden vorzu­beugen und nicht wie in den USA, Schäden teuer zu repa­rieren. Dies ist ein Grund­prinzip in der EU-Wirt­schafts-ordnung, an dem nicht gerüttelt werden darf“, betont Vorsit­zender Randolph Fries. Sein eben­falls neu gewählter Stellver­treter Ulrich Gransee ergänzt: „Besorg­niserre­gend ist auch, dass künftig Ver­brau­cher­rechts­stan­dards als Eingriff in die Geschäfts­interes­sen von trans­national agierenden Unter­nehmen ange­sehen und diesen Unter­nehmen Sonder­rechte einge­räumt werden.“ Die Gewähr­leistung der wirtschaft­lichen Selbst­bestim­mung der Ver­brau­cher­ werde dadurch in hohem Maße in Frage gestellt.
Der Jahresbericht 2013 der Verbraucherzen­trale Niedersachsen steht als Download unter www.verbraucherzen­trale-niedersachsen.de/Jahresberichte zur Verfügung.

 

Busliniennetz
SPD: Nachbesserungen erforderlich
Nach Auskunft der SPD-Fraktion erreichen diese vermehrt Beschwer­den und Änderungs­wünsche von Bürger/in­nen zum „Neuen Linien­netzplan“ der Göttin­ger Verkehrs­betriebe (GöVB). Leser­briefe in der Tages­presse deuten ebenfalls darauf hin, dass für die Nutzer oder poten­ziellen Nutzer nicht alles zur Zufrie­denheit verläuft. Deshalb soll sich der Bauaus­schuss zeitnah mit den einge­gan­genen Beschwer­den beschäf­tigen, fordert die Fraktion.

 
Entschärft: Pulkfahrten in der InnenstadtFoto: vs

Frank-Peter Arndt (Foto: SPD), SPD-Fraktions­vorsit­zender, nennt als Beispiel eine feh­lende direkte Verbin­dung vom Senioren­heim am Inge­borg-Nahn­sen-Platz in die Innen­stadt, was zu Recht von den Bewoh­nern bemän­gelt werde, „aber auch andere Linien­führun­gen stehen in der Kritik.“

Arndt

Die SPD-Ratsfrak­tion hatte be­reits in der Bau­aus­schuss­sit­zung vom 20. No­vem­ber Ver­wal­tung und Göt­tin­ger Ver­kehrs­betrie­be aufge­for­dert, kurz­fristig auf die Bürger­beschwer­den und -anre­gun­gen zum neuen Bus­linien­netz zu ant­wor­ten und, soweit mög­lich, Abhilfe zu schaf­fen. In der nächs­ten Sit­zung des Aus­schus­ses am 4. Dezem­ber soll darüber Bericht erstat­tet werden, welche Bür­ger­beschwer­den es gab und wie mit den Be­schwer­den und Anre­gun­gen umge­gan­gen wurde – und gege­benen­falls welche Pro­blem­lösun­gen es diesbe­züg­lich gab. Arndt: „Es kann nicht sein, dass die Ver­wal­tung und die GöVB auf berech­tigte Beschwer­den der Bürge­rin­nen und Bürger nicht rea­giert und schweigt.“

Allerdings ist die erhebliche logistische Heraus­forde­rung, wie sie ein völlig umge­krem­peltes Linien­netz darstellt, gerade mal ein paar Wochen alt – eigentlich zu kurz, um bereits validier­bare Aussagen darüber treffen zu können, ob es sich bewährt oder nicht. Eine Balance zu finden zwischen halbwegs vertret­baren Millionen­subven­tionen des öffent­lichen Nahver­kehrs und einer optimalen Anbin­dung für das Indivi­duum wird zwangs­läufig immer zu Kompro­missen führen müssen. Kurz­fristige Reak­tionen auf Kritik mögen vielleicht den ein oder anderen Nutzer zufrieden stellen, für andere wiederum Nachteile mit sich bringen. Ein jeder­mann befriedi­gendes Netz gab es bereits in der Vergan­genheit nicht und wird wohl auch in Zukunft illuso­risch bleiben. Schnell­schüsse sind da sicher fehl am Platz.

 

Europäische Woche der Abfallvermeidung
Heute schon Lebensmittel weggeschmissen?
235 Euro landen jährlich im Müll
Bei der diesjährigen Europäischen Woche der Abfall­vermei­dung vom 22. bis 30. November liegt der Fokus auf dem Thema Lebens­mittel­verschwen­dung. Zum fünften Mal werden in den europäi­schen Mitglied­staaten Aktionen veran­staltet, die Beispiele geben für Abfallver­meidung, Wieder­verwen­dung und Recycling in Industrie, Gewerbe, Haushalt und in Behörden.

 
235 Euro jährlich pro Haushalt: LebensmittelentsorgungMontage: vs

Mit rund 280 Aktionen beteili­gen sich bundes­weit über 145 Entsor­gungs­unter­nehmen, Behörden und Ver­wal­tun­gen, soziale Einrich­tun­gen, Ver­brau­cher­zentra­len, Unter­nehmen und Einzel­per­sonen an der Woche – darunter auch die Göttinger Entsor­gungs­betriebe (GEB). Neben Presse­mittei­lungen werden Bera­tungs­stände über Bildungs­ange­bote oder auch Tausch- und Ver­schenk­börsen angeboten.

Ähnlich der Vermüllung mit Kunst­stoff­(tüten) hat das Wegwerfen unver­dorbe­ner Lebens­mittel mittler­weile enorme Ausmaße ange­nom­men. Jeder Haushalt wirft im Durch­schnitt jährlich Lebens­mittel im Wert von 235 Euro weg. Das sind etwa 82 Kilo Brot, Obst, Gemüse, Milch- und Fleisch­produkte sowie andere essbare Waren. Etwa 53 Kilo davon – also mehr als zwei Drittel – sind vermeid­barer Abfall. Darüber hinaus werden bundes­weit noch weitere etwa 100.000 Tonnen Lebens­mittel und Speise­abfälle aus Gastro­nomie, Catering, Mensen, Kranken­häusern und Schulen und aus Super­märkten oder der Lebens­mittel­indus­trie entsorgt.

Weltladenregal

Diese Verschwendung von Lebens­mittel geschieht häufig gedan­kenlos und ist zudem auch über­flüssig. „Wer das Weg­werfen von Lebens­mitteln verhin­dert, spart nicht nur Geld und vermeid­bare Abfälle, sondern schont auch Ressour­cen und leistet einen Beitrag zur Bekämp­fung des Hungers“, meint die Presse­spreche­rin der GEB, Maja Heindorf. Zur Abfall­vermei­dung in diesem Sinne gehört deshalb nicht nur eine bedarfs­gerechte Einkaufs­planung, sondern auch eine vernünf­tige Lager­haltung und Aufbewah­rung, um die Haltbar­keit von Lebens­mitteln zu verlängern. Mit der zu Unrecht bei einigen verpönten soge­nannten „Reste­küche“ ließe sich dem Problem „Wohl­stand­müll“ durchaus zu Leibe rücken, sind doch manche leckeren National­gerichte eben daraus entstanden – Paella etwa oder die Rata­touille. Eintöpfe lassen sich ebenso gut dafür einspannen wie etwa auch Spaghetti, die für so ziemlich jede Beigabe gut sind („Spaghetti con resti di cibo“).

Überflüssige Lebensmittel könnte man aber beispiels­weise auch an Nachbarn und Freunde verschen­ken, rät Maja Heindorf. Größere Mengen aus Betrieben sollten bei der Göttinger Tafel landen. Über das Internet­portal www.foodsharing.de können Händler, Produ­zenten, Gastronome und natürlich auch Privat­personen über­schüssige Lebens­mittel kostenlos anbieten und abholen lassen. Im Eingangs­bereich des Göttinger Weltladen­cafés in der Nikolai­straße 10 steht übrigens ein Food­sharing-Regal (Foto: GEB), eine Initiative von Foodsharing e.V., für Lebens­mittel­spenden bereit.

Wirklich verdorbene Lebens­mittel gehören natürlich nach wie vor in die Biotonne, aber das ist, wie gesagt, nur ein Drittel dessen, was tatsächlich dort landet.
Kontakt GEB: Tel. 4005 400.

 

VZN-Grafik <leer>
Die 6 am häufigsten genannten Angaben, was Verbraucher auf den ersten Blick auf einem Eti­kett erkennen wollen (grün) und auf was sie beim Kauf besonders achten (gelb)<leer>Grafik: Lebensmittelklarheit

Studie
Verbraucher wollen wissen,
woher ihr Essen kommt

Eine Studie des Verbraucherschutz-Portals Lebensmittel­klarheit hat gezeigt, dass die überwie­gende Zahl der Befragten konkrete Angaben darüber wünscht, woher ihre Lebens­mittel stammen. Verbrau­cher wollen sich beim Einkauf schnell orientieren können – aber an Hinweisen, die vom Inhalt auch tatsäch­lich einge­löst werden. Was drauf ist, muss drin sein, was drin ist, muss drauf stehen und was drauf steht, muss verständ­lich sein. Das dies längst nicht immer so ist, zeigen die Beispiele in der linken Spalte auf dieser Seite.

„Hergestellt für …“ – diese Angabe reicht Verbrau­chern nicht. Statt­dessen interes­sieren sie sich insbe­son­dere bei tierischen Lebens­mitteln für den Ort, an dem Tiere gehalten und gemästet wurden. Bei frischem Obst und Gemüse erwarten sie Angaben dazu, in welchem Land es geerntet wurde. 69,2 Prozent der Befragten geben an, sie vertrauten Lebens­mitteln mehr, wenn bei diesen die Herkunft ange­geben werde.

Die Verwendung von Länder­symbolen auf Verpa­ckungen nehmen Verbrau­cher sehr ernst. Sowohl Flaggen als auch Formu­lierungen wie zum Beispiel „alla Genovese“, die auf eine bestimmte Herkunft schließen lassen, werden an konkrete Herkunfts­erwar­tungen geknüpft. Wichtig ist daher, dass ein verläss­liches und über­sicht­liches System zur Herkunfts­kennzeich­nung geschaf­fen wird.

Verbraucher haben auch konkrete Vorstel­lungen, wie eine ver­braucher­freund­liche Produkt­gestaltung aussehen sollte: Name, Bezeich­nung, Produkt­bild, Netto­füllmenge, Marke und MHD gehören laut der jüngsten repräsen­tativen Studie im Rahmen von Lebens­mittel­klarheit auf die Vorder­seite eines Produkts. Der Verband hat aus diesen Wünschen die ideale infor­mative Produkt­verpackung erstellt (Abb.).
www.lebensmittelklarheit.de

 

Dispozinsen
Kunden zahlen immer noch bis zu 14,25 Prozent
Intransparenz bei vielen Banken / „Beratungsresistenz“ in Göttingen
Bankkunden zahlen immer noch bis zu 14,25 Prozent Dispozinsen, wenn sie ihr Konto überziehen, obwohl sich Banken und Sparkassen für weniger als ein Prozent Geld bei der Europäi­schen Zentral­bank leihen können. Dennoch haben die jähr­lichen Erhe­bungen der Stiftung Waren­test Wirkung gezeigt: Knapp 250 von 1504 unter­suchten Banken haben ihren Dispozins seit dem Vorjahr um mindes­tens einen Prozent­punkt gesenkt. Nicht so die Sparkasse Göttingen, die seit langem in der Kritik der Öffent­lich­keit steht. Einige Banken erheben dafür jetzt höhere Konto­führungs­gebüh­ren, um sich an den Kunden schadlos zu halten.

 
Goldene Eier legende Wollmilchsau: DispozinsenFoto:VZN

Die Tester ermittelten Zinsunter­schiede von fast 10 Prozent­punkten. Der Durch­schnitt der Dispo­zinsen liegt bei 10,65 Prozent. Einige Banken versuchen beim Dispo besser auszu­sehen als sie sind. Sie bieten günstige Dispo­zinsen nur für Giro­konten mit hoher Konto­führungs­gebühr. Sehr viele Banken veröf­fent­lichen den Dispozins nach wie vor nicht im Internet, so dass für Kunden kaum ein Vergleich möglich ist. Auch ein Preis­aus­hang vor Ort war nicht immer auffindbar, obwohl die Banken gesetz­lich dazu verpflichtet sind, ihn in der Filiale auszu­hängen. Die Ausreden der Mitar­beiter waren aben­teuer­lich: Man kenne den Dispozins selbst nicht oder teile ihn erst nach der Eröff­nung eines Kontos mit. Oft sind es teure Banken, die den Kunden die Höhe des Zinses für die Überzie­hung ihres Kontos ver­schwei­gen.

In Göttingen sticht innerhalb Nieder­sachsens insbe­sondere die Sparkasse immer wieder als „Leucht­turm­projekt“ negativ hervor. Nach einem Marktcheck der Ver­braucher­zentrale Nieder­sachsen steht sie – nicht zum ersten­mal – mit an der Spitze bei den Wucher­zinsen. Erst kürz­lich hatte sich die SPD-Land­tagsab­geord­nete Gabriele Andretta das Geldinstitut vor­genom­men: Ange­sichts eines histo­risch niedri­gen Leitzins­niveaus von 0,15 Prozent gehe es bei einem Dispozins von aktuell 12,49 Prozent und Über­ziehungs­zinsen von 16,99 Prozent letztlich „um nichts anderes als um das beden­ken­lose Abkas­sieren bei Men­schen, die den Banken auf Gedeih und Verderb ausge­liefert sind“. Diese Zahlen sind nicht einmal einen Monat später bereits überholt: Mittler­weile müssen Geldins­titute sogar einen nega­tiven Zins bezahlen, wenn sie ihr Geld bei der Euro­päischen Zentral­bank (EZB) parken statt es unter die Leute zu bringen und können sich sogar zu 0,05 Prozent refinan­zieren, bekommen das Geld also hinter­herge­schmis­sen. Der Verbrau­cher profi­tiert von all dem nicht.

„Weil wir anders sind“ – auch bei den Dispo-Zinsen: aktuelle Werbung der Sparkasse GöttingenScreenshot (29.09.2014)

Mit mehr als diffusen Begrün­dun­gen ver­sucht etwa die Spar­kasse dage­gen­zuhal­ten, merkt aber dabei nicht einmal, wie sie weiter an ihrem Nega­tiv-Image feilt: „Gerade auch im Zusam­men­hang mit den Kredit­wün­schen unserer Kunden legen wir sehr hohen Wert auf eine indivi­duelle, ganzheit­liche und faire Bera­tung“, erklärt deren Sprecher Michael Rappe – und eben auch auf einen indivi­duellen, nahezu konkur­renz­los hohen Zins­satz. Merk­würdig dabei ist, dass just zu dem Zeitpunkt, wo der EZB-Zinsatz sinkt, die internen Kosten des Geld­hauses offenbar immer in dem­selben Maße zu steigen scheinen, sodass man – leider, leider – den Kosten­vorteil nicht an die Kund­schaft weiter­reichen kann.

Mit einem am „öffent­lichen Auftrag orien­tierten Bera­tungs- und Kredi­tierungs­verhal­ten“ hebe man sich ganz bewusst und deutlich von günstigen Spezial­anbie­tern, aber auch von der Mehrheit der profit­orien­tierten Groß­banken ab, so Rappe weiter, ist also bewusst deutlich ungüns­tiger. Der PR-Mann verweist zudem auf die Mild­tätig­keit seines Hauses: Die Sparkasse nehme immerhin „grund­sätzlich für jeden Kunden“ eine Girokonto­einrich­tung vor, auch wenn sie nicht profi­tabel sei, wie z.B. bei derzeit etwa 1.100 „Giro­konten für Jeder­mann“ sowie etwa ebenso vielen Pfän­dungs­schutz­konten, was jährliche Zuschuss­beträge von etwa einer halben Million Euro erfor­dere. Das kann man glauben, nach­voll­ziehen kann man es nicht. Weitere Zahlen nennt Rappe nämlich nicht. Wie sich solch hohe Verwal­tungs­kosten (227,00 Euro pro Konto) zusam­men­setzen, darauf bleibt er die Antwort schuldig, es würde vielleicht auch dem Vorwurf der Stiftung Waren­test nach weit­verbrei­teter Intrans­parenz ent­gegen­stehen.

Mehr Transparenz einfor­dern könnten hin­gegen jene vom Göt­tinger Rat gestell­ten Mitglie­der im Verwal­tungs­rat der Spar­kasse Göttin­gen (SPD: Wolfgang Meyer, Frank-Peter Arndt, Helmi Behbe­hani; CDU: Brigitte Eiselt, Fritz Güntzler sowie Prof. Dr. Christian Schrader, auf Vorschlag der Grünen), die der Geschäfts­führung ein wenig auf die Finger sehen sollen – wenn sie sich denn nicht als bloße Abnicker und Aussitzer verstehen würden. Zwar ist es richtig, dass sich diese Mitglieder nicht in das ope­rative Geschäft einmi­schen dürfen, wenn es aber um das Ansehen und äußere Erschei­nungs­bild geht, welches zudem auf die Stadt als Ganzes zurück­fällt, dann sind sie sehr wohl gefordert. Zu hören ist von ihnen jedoch so gut wie nichts, obgleich ein Grum­meln über die Zins­politik der Spar­kasse Göttingen quer durch alle Reihen der Ratsfrak­tionen zu verneh­men ist und auch inner­halb der Verwal­tung immer wieder mal anklingt. Beim unge­störten Einsam­meln ihrer Sitzungs­gelder ziehen sie sich jedoch auf die Argu­men­tation zurück, man habe ja keinerlei Weisungs­recht gegen­über der Spar­kasse. So jeden­falls reagierte der Rat bereits 2012 auf einen entspre­chenden Vorstoß der Linke-Rats­fraktion.

Das ist zumin­dest schein­heilig. Keinem Verwal­tungsrat­mitglied ist es verwehrt, immer und immer wieder das unan­ständige Gebaren eines Vorstandes mora­lisch anzu­pran­gern statt sich wegzu­ducken, dies explizit ins Proto­koll aufneh­men zu lassen und auch der Öffent­lichkeit davon Kenntnis zu geben – Geschäfts­geheim­nisse verra­ten werden dadurch jeden­falls nicht.

 
„Beratungsresistenz des Vorstandsvorsit­zenden“: Kontrahenten Becker und Hald (rechts)Foto: Archiv

Auch die Göttinger Rats-Grünen, klagt Fraktions­vorsit­zender Rolf Becker, hätten „mit einem Brief an den gesam­ten Vorstand, in persön­lichen Gesprä­chen und durch Ver­hand­lun­gen im Verwal­tungs­rat lange versucht, den Vorstand zur Sen­kung der Zinssätze zu bewegen, aber er beharrt auf seiner unso­zialen Zins­politik“. Becker nennt die Erklä­rungs­versu­che der Spar­kasse „wenig über­zeu­gend bis zynisch“. Dies gelte vor allem für den beschwich­tigen­den Hinweis, bei länger­fristi­gem Über­ziehungs­bedarf könne man ja einen zins­günsti­geren Privat­kredit aufneh­men: „Gerade Menschen mit geringen finan­ziellen Mitteln haben oft keine realis­tische Chance, einen solchen Kredit zu erhalten, weil sie den Nachweis der Kredit­würdig­keit nicht erbrin­gen können.“ Ange­sichts der „nur schwer zu ertra­gen[den] Beratungs­resis­tenz des Vor­stands­vorsit­zenden Rainer Hald“ hofft Becker auf Rolf-Georg Köhler (SPD), „der als neuer Göttinger Ober­bürger­meister auch den Vorsitz im Verwal­tungsrat über­nehmen wird und die Sparkasse aus eige­ner beruf­licher Erfah­rung von innen kennt“.

Zumindest solange wird sich an der Beratungs­resistenz des Vor­stands­vorsit­zen­den vor­aus­sicht­lich nichts ändern – jedenfalls nicht mit den derzei­tigen Verwal­tungs­ratsmit­gliedern. Andere Geldins­titute übrigens haben Über­ziehungs­kredite inzwi­schen ganz abge­schafft.
Dass es für Anleger noch halbwegs attraktive Auswege aus der Zinsmisere gibt, hatte kürzlich erst die Stiftung Waren­test bei einer Unter­suchung von 41 Bankspar­plänen ermittelt und dabei überra­schend gute Kondi­tionen entdeckt – mit zum Teil mehr als 3 Prozent Rendite.
DownloadDer Test Dispozinsen ist in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest erschienen. → www.test.de/dispo
Eine Tabelle der günstigsten und teuersten überregionale Banken und Direktbanken können Sie hier herunterladen.

 

Umweltschutz
Neues Sammelsystem für Elektrokleingeräte kommt an
Das vor wenigen Wochen neu einge­führte Sammel­system für Elektro­klein­geräte scheint sich offenbar zu bewähren. Die Göttinger Entsor­gungs­betriebe (GEB) haben jetzt eine erstmalige Leerung der 17 in der Stadt verteilten Container vorge­nommen und dabei insge­samt ca. 6.000kg Elektro­kleingeräte einge­sammelt – das entspricht in etwa der Menge von 25 Kubik­metern.

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An vielen Stellen in der Stadt: neue Container<leer>Foto: GEB

„Die saubere Qualität der Samm­lung über­zeugt“, resü­miert Maja Heindorf von den GEB. Die Göttinger Bevöl­kerung nutze den neuen Erfas­sungsweg offenbar erstaun­lich verant­wortungs­voll. Aller­dings: an einigen wenigen Stand­orten wurden auch Elektro­großgeräte neben den Depot­contai­nern abge­stellt. Die Container sind jedoch aus­schließ­lich für Klein­geräte vorge­sehen. Groß­geräte müssen direkt in die Rudolf-Wis­sel-Straße zum Recycl­inghof gebracht oder können durch die Sperr­müllab­fuhr entsorgt werden (Anmel­dung online möglich).

Seit 2006 ist es gesetzlich verboten, elektrische Klein­geräte über den Hausmüll zu entsorgen. Gleich­wohl landen noch immer Unmen­gen an Elektro­schrott im Restab­fall. Nicht nur, dass es für die Umwelt schädlich ist, auch enthalten diese Klein­geräte wertvolle Rohstoffe wie Alumi­nium, Eisen oder Kupfer. Nur bei sachge­mäßer Entsor­gung können sie entfernt und wieder verwertet werden. Dazu will der Feld­versuch in Göttingen beitragen.

<leer> Wussten Sie schon …
… dass Elektroschrott u.a. viele gefähr­liche Sub­stan­zen enthält, etwa Blei, Queck­silber, Cad­mium, polybro­mierte Biphenyle (PBB), polybro­mierte Diphenyl­ether (PBDE) und Chrom­verbin­dungen? Sie sind hoch­giftig und können Krebs aus­lösen.

Natürlich ist der beste Müll jener, der gar nicht erst anfällt. Beim Kauf sollte also auf die Lang­lebig­keit der Artikel geachtet werden. Weg­werf­pro­dukte, wie zum Beispiel Ein­weg­kame­ras, sollten vermie­den werden, und ein gebrauchtes statt ein frisch vom Fließ­band kom­mendes Handy tut es eigent­lich auch. Selten gebrauchte Geräte wie Bohr­maschi­nen oder Hecken­scheren kann man sich auchgut mit den Nach­barn teilen oder kosten­günstig im Bau­markt auslei­hen.

Noch befindet sich das Göttinger Sammel­system in einer Test­phase. Erst Ende 2015 wird darüber endgültig entschieden.
Container Standorte unter: www.geb-goettingen.de

 

Immobilienfinanzierung
Neue Verbraucherschikane von Banken
Kunden nach Widerruf unerwünscht
Kunden können fehlerhafte Kredite widerrufen. Darüber hatte die Zeit­schrift Finanz­test in ihrer Juli-Aus­gabe berichtet. Doch nach einer Kündi­gung erhalten Kunden nicht von jeder Bank einen neuen Kredit. Die ING-Diba lehnt ganz ab.

Die Verbraucherzentralen Hamburg, Bremen und Sachsen hatten tausende Verträge geprüft und in vier von fünf Fällen bean­standet, dass Kunden nicht korrekt über ihr Widerrufs­recht belehrt worden waren. Das ist seit November 2002 Pflicht. Widerruft ein Kunde, muss er die Rest­schuld ablösen, in der Regel mit einem neuen Kredit­vertrag. Bei der ING-Diba hat er jedoch keine Chance auf einen Anschluss­kredit: Die Bank schuldet seit dem 4. August 2014 nur Kredite um, deren Zinsbin­dungsfrist abläuft. Die Ver­braucher­zentrale Bremen kennt auch Fälle von anderen Insti­tuten, in denen Anschluss­kredite abgelehnt wurden.

Kreditnehmer müssen vor dem Widerruf sicher­stellen, dass sie die Restschuld tilgen können. Informa­tionen hierzu finden sich im Spezial Immo­bilien­kredite auf test.de. Wer das Geld nicht flüssig hat, braucht eine Finan­zierungs­zusage, die vier bis sechs Wochen gilt. Die Ver­braucher­zentrale Bremen bittet Kunden mit Problemen beim Anschluss­kredit um Nach­richt an baufinan­zierung@vz-hb.de
www.test.de

 

Leinebürger fordern Zusagen ein
Naherholungsgebiet als Ersatz für das verlorene Parkgelände / Grüne solidarisch
lr/eb — Am 10. Juli fand in Göttingen das Richtfest für den Neubau des Maßregel­vollzugs am Ros­dorfer Weg statt. Anlässlich dieses Ereig­nisses erinnert die Bürger­initiative Leine­bürger an die ihr seinerzeit von der Politik gegebene Zusage, ein in direkter Nach­barschaft befind­liches, angeblich zur Bebauung ungeeig­netes Gelände als Ersatz für ihr jahr­zehnte­lang genutztes Naherho­lungs­gebiet freizu­geben – auf dem nun ein Rohbau steht.

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Aufwertung zum Naherholungsgebiet: die brach liegende Fläche neben dem ehemaligen Leineberg-Park<leer>Foto: vs

Wir schreiben das Jahr 2007: Gut gelaunt genießen die Anwohner des Leine­bergs den heißen Sommer in ihrem selbst­ernann­ten „Leine­berg-Park“, nicht ahnend, dass in diesem Moment die Zerstörung ihres idyllischen Erholungs­gebiets beschlossen wird. Vier Jahre verbringen sie noch in glück­licher Unwis­senheit und genießen die Zeit unbe­schwert im Grünen. Als die „Leine­bürger“ 2011 dann durch Zufall von der geplanten Zerstö­rung ihrer liebge­wonnen Grün­anlage erfahren, bemühen sie sich umge­hend um kons­truktive Vorschläge und bieten der Landes­regierung seriöse Alterna­tiven. Diese Anstren­gungen stoßen jedoch auf wenig Gegen­liebe, werden prinzi­piell abgelehnt oder widerlegt, was manch­mal nur mit Tricks gelingt.

So hatten die Anwohner ein seit Jahren brachlie­gendes Alter­nativ­gelände, keine 500 Meter entfernt, für die Bebau­ung ins Gespräch gebracht, doch wegen angeb­licher Unbe­baubar­keit wurde es vom Tisch gewischt. Im Nach­hinein stellte sich heraus, dass ein Gutachten, welches für das Alter­nativ­gelände erstellt wurde, nicht auf das gesamte Grund­stück, sondern nur auf einen schmalen Streifen bezog, welcher sich vom Rest des Geländes unter­schied. Auch ein Schreiben der Bewoh­ner an den damaligen Minister­präsiden­ten McAllister konnte die Zerstörung der maleri­schen Natur­fläche nicht abwenden, sodass nunmehr ein Neubau für 30 Millio­nen entstand – zehn Millionen mehr als ursprüng­lich geplant.

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Fühlen sich betrogen: Friedlicher Protest der Leinebürger<leer>Foto: privat

„Naherholung, grüne Lunge, geschützte Fleder­mäuse, seltene Vögel, geschützter Raum für Patienten der angren­zenden psychia­trischen Klinik, Mittel­punkt einer einma­ligen histori­schen Anlage. All das wurde als ,gruppen­egoisti­sche Motive‘ abgetan, von bösen Bürgern, die den Insassen der bisherigen Einrich­tung unsägliches Leid antäten, weil sie den Bau verhin­dern wollten“, machten die Leine­bürger damals ihrem Unmut Luft. Dabei stand für sie nie in Zweifel, dass „psychisch kranke Menschen … eine ange­messene Unter­brin­gung [brauchen] – insbeson­dere, wenn sie ihr ganzes Leben wegge­sperrt sind“, betonen sie auch heute wieder.

Heute: Die Bauarbeiten schreiten voran, der Rohbau des Gebäudes ist fertig. Anlass für die Leine­bürger, noch einmal auf das in ihren Augen gesche­hene Unrecht hinzu­weisen und den Kampf um verlorenes Gelände wieder aufzu­nehmen: In einer Petition fordern sie, das von ihnen vorge­schlagene Alternativ­gelände endlich als Naherho­lungs­gebiet auszu­weisen: „Da sich das Areal offenbar nicht als Bauland eignet, liegt es doch nahe, dieses in ein parkähn­liches Gelände mit Wegen, Bänken und Grünan­lagen zu verwan­deln, das eine Brücke zwischen Leineberg, Tonkuhlen und Kiessee schafft“, heißt es darin. Ein ortsnaher Ausgleich sei während der Ausle­gungs­phase des B-Planes in Politik und Öffent­lichkeit diskutiert und ihnen auch mündlich zugesagt worden. „Wir bauen auf dieses Wort.“

Grüne begrüßen Intention der Petition: „Nachbarflächen müssen gesichert werden!“
Die Grünen im Rat zeigen sich solidarisch mit der zentra­len Intention einer Petition der Leine­bürger. „Durch die ökolo­gische Aufwer­tung der Grünan­lagen sowie mit Hilfe neuer Wegefüh­rungen und Bänke könnten wir hier für die Naher­holung und den Biotop­verbund eine sinnvolle Verbin­dung zum nahe gelegenen Kiessee schaffen“, erklärt Ratsmitglied Ulrich Hole­fleisch. Der Baupolitiker erinnert an einen entspre­chenden Prüfauftrag im Bauaus­schuss am 5.7. 2012. „Entschei­dend ist die Umwid­mung des Geländes im Flächen­nut­zungs­plan.“ Durch aufwändige Ausgleichs­rege­lungen eine klassische Parkfläche entstehen zu lassen, kommt für ihn nicht in Betracht: „Ich will hier nicht den Rasen kurz mähen lassen, sondern die ökolo­gische Qualität weitge­hend erhalten.“

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Zusätzlicher Landschaftsverbrauch durch eine zusätzliche Auffahrt, ob­gleich die zur sich querstellenden Asklepios-Klinik hätte mitgenutzt werden können<leer>Grafik: Rinne & Partner

Die Fraktion hatte seinerzeit ihren Mitglie­dern freige­stellt, wie sie über das Ansin­nen der Landes­behörde (der das Areal gehört), dort einen Neubau für den Maß­regel­vollzug zu errich­ten, abstim­men wollen. Eine Mehr­heit stimmte zu, weil sie auf abseh­bare Zeit „keine andere Mög­lich­keit sah, die vom Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rechte kritisierte men­schen­unwür­dige Unter­brin­gung der Bewoh­ner/innen im ehe­maligen ,Festen Haus‘ zu verbessern“, heißt es in einer Erklärung der Fraktion und unter Anspie­lung auf die völlig fehlende Koope­rations­willigkeit der benach­barten Asklepios-Klinik: „Eine ärgerliche Konstel­lation der Eigentums­verhält­nisse und Nutzungs­möglich­keiten der Flächen ließ vielen die Entschei­dung für den Neubau an dieser ungüns­tigen Stelle unab­wendbar erscheinen.“

Das allerdings ist nur die halbe Wahr­heit, so unab­wend­bar war die Ent­schei­dung nicht: Schon damals hatte der Vertre­ter der Landes­behörde, Michael Brassel vom Staat­lichen Bau­manage­ment, während der emotio­nalen Dis­kus­sio­nen im Bau­aus­schuss durch­klin­gen lassen, dass man ja auch noch Alter­nativ­flächen für den geplan­ten Bau in petto hätte, falls die Stadt nicht spuren würde – nur eben in Göttin­gen nicht. Das aller­dings wurde von den Ent­schei­dungs­trägern geflis­sent­lich über­hört, denen – aus welchen Grün­den auch immer – ein bebau­tes Areal doch lieber war als ein Naher­holungs­gebiet. Immer­hin hatten die Grünen in der Aus­schuss-Sitzung vom 5. Juli 2012 durch­gesetzt, dass die nun von der Bürger­initia­tive auf dem Leine­berg wieder ins Spiel gebrachte „Alter­nativ­fläche … recht­lich gesi­chert und über Aus­gleichs­maßnah­men zum zukünf­tigen Erho­lungs­gebiet für die Bürge­rin­nen des Stadt­teils Leine­berg“ wird. Dieser Ergän­zungs­antrag wurde seiner­zeit ein­stim­mig gutge­heißen.

Brassel, das Schlitzohr, bot dem Ausschuss sogar an, die Brache (Abb. ganz oben) durch die Stadt erwerben zu lassen – zu Bauland­preisen selbst­redend, nicht zu Grün­land­preisen –, wohl wissend, dass man das mit einer (damals) klammen Stadt nicht machen kann.

 

Universität
Gründung eines „Konfuzius-Instituts“
verfestigt Beziehungen zu Folterstaat

Wider den Geist der Göttinger Sieben / Kritik der Gesellschaft für bedrohte Völker
Ausgerechnet Rechtswissenschaftler schweigen Menschenrechtsverletzungen †o†
Am 3. Juli feierten die Universitäten Göttingen und Nanjing ihre langjährige Zusammen­arbeit mit einem öffent­lichen Festakt. Die beiden Hoch­schulen arbeiten seit 30 Jahren in Forschung und Lehre zusammen, am Tag vor dem Festakt haben sie das „weltweit erste Akade­mische Konfuzius-Institut“ gegründet, welches „aktuelle Forschungs­erkennt­nisse in die Öffent­lichkeit vermitteln“ soll – Erkennt­nisse zur Unter­drückung der Mei­nungs­frei­heit und zu Men­schen­rechts­verlet­zun­gen hinge­gen bewusst aus­blendet.

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Heute wie damals: Deutsche – auch Wissenschaftler – sehen gern weg, wenn es darauf ankommt hinzusehen. Verhaftung einer Demonstrantin in der VR China, Rektor Neumann beim Göttinger Uni-Jubiläum 1937.<leer>Quelle: amnesty international / Städt. Museum

Ausgerech­net „Rechts“­wis­sen­schaft­ler, nämlich die deut­schen und chine­sischen Direk­toren des gemein­samen Insti­tuts für Rechts­wis­sen­schaf­ten, Prof. Dr. Rüdi­ger Krause und Prof. Dr. Fang Xiao­min, spra­chen über Ver­gan­gen­heit und Zukunft der 25-jäh­rigen Zu­sam­men­arbeit auf ihrem Fach­gebiet und brachten dabei das ein­malige Kunst­stück fertig, gra­vie­rende Rechts­ver­stöße, wie sie bei­nahe täg­lich aus dem „Reich der Mitte“ ihren Weg in öffent­liche Foren und die Tages­pres­se finden – etwa die Ver­fol­gung von Minder­hei­ten oder die Unter­drückung der Mei­nungs­frei­heit – mit kei­nem Wort zu erwäh­nen. Der anschlie­ßende Vor­trag von Prof. Dr. Peter-Tobias Stoll, eben­falls Direk­tor des Deutsch-Chine­sischen Insti­tuts für Rechts­wissen­schaft, reihte sich da naht­los ein und beschäf­tigte sich viel­sagend mit den „Her­aus­forde­run­gen und Chan­cen der Ko­ope­ra­tion mit China in Wis­sen­schaft, Wirt­schaft und Poli­tik“.

Er entlarvt zugleich die Intentionen, von denen eine solche Zusam­men­arbeit geleitet wird, nämlich die von Wissen­schaft und Politik flankierten wirtschaft­lichen Interessen und Bezie­hungen weiter voranzu­bringen. Da könnte eine Beschäf­tigung oder gar juristische Würdi­gung des Rechts­systems der Volks­republik China, zu dessen Methoden willkür­liche Inhaftie­rungen wie auch der Einsatz von Folter gehören, nur stören.

Die weltweit renommierte Göttinger Menschen­rechtsorga­nisation Gesell­schaft für bedrohte Völker (GfbV) sieht ange­sichts solch skanda­lösen Verhal­tens die Unab­hängig­keit der Wissen­schaft in Gefahr, die Stadt der „Göttinger Sieben“ brauche statt solcher Feierlich­keiten vielmehr eine kritische Diskussion. „Wir hätten uns in Göttingen eine umfas­sende Diskus­sion darüber gewünscht, ob ein Institut, das vom chinesi­schen Bildungs­ministe­rium ausdrück­lich dazu ange­halten wird, ein posi­tives Bild Chinas im Ausland zu zeichnen, in unseren kritischen Wissen­schafts­betrieb passt“, meint deren Asien­referent Ulrich Delius.

Konfuzius 2
„Statt Feierlichkeiten kritische Diskussion“: Inhaftierter Olympiakritiker, Bürgerrechtler und Aidsakti­vist Hu Jia, von Geheim­polizei bedrängte Ehe­frau Zeng Jinyan, inhaf­tierter Friedens­nobel­preis­träger Liu Xiaobo, Gewalt­anwen­dung durch Zivil­polizei, Folter­opfer Falun Gong
<leer>Fotos: Archiv / VOA staff / China intern / Falun Gong

„Wenn Rüstungskonzerne Forschungs­projekte an Univer­sitäten fördern, gibt es einen Aufschrei der Em­pö­rung in der Öffent­lichkeit. Denn die Unab­hängig­keit der Lehre gilt als gefährdet“, begrün­dete Delius die Skepsis der GfbV. In mindes­tens sieben deutschen Sino­logie-Semi­naren fungieren deren Profes­soren auch als Leiter der örtlichen Konfu­zius-Insti­tute. Die Konfu­zius-Institute sind organisa­torisch an das Entwick­lungszen­trum des chinesi­schen Bildungs­minis­teriums für den Chine­sisch-Unter­richt als Fremd­sprache ange­bunden, das dem Bildungs­ministe­rium der Volks­republik China unter­steht. „Hier kann es schnell Interes­sens-Kolli­sionen geben, es sei denn, deutsche Profes­soren üben sich im vorausei­lenden Gehorsam und in der Selbst­zensur, denn das Ministe­rium hat natürlich seine ganz eigenen Erwar­tungen an die Vermitt­lung eines positiven China-Bildes“, befürchtet Delius. Natürlich solle und müsse auch Positives über China vermit­telt werden, doch das Negative – wie die Unter­drückung der Tibeter oder die schweren Menschen­rechts­verlet­zungen an Uiguren im Nord­westen des Landes – sollten nicht unter­schlagen werden.

Der chinesische Wissen­schaftler und Dolmetscher Prof. Dr. Jianbin Wang hat die Medaille Aureus Gottin­gensis der Universität Göttin­gen erhalten. Mit dieser Medaille würdigt die Univer­sität Göttingen seit 1965 Menschen, die sich in beson­derer Weise für die Hoch­schule eingesetzt haben. Prof. Wang ist neben Erich Bieder­beck, Prof. Dr. Emil Woermann, Heinz Hilpert, Hilde­gunde Willrich, Sigrid Lüttge und Lars Ellegaard die siebte mit dieser Medaille ge­ehrte Person.  

In den USA und Kanada gibt es gerade eine breite Diskussion unter Wissen­schaft­lern über mögliche negative Folgen für die Wissen­schaft durch die Einrich­tung von Konfu­zius-Insti­tuten. So hat die „Amerika­nische Vereini­gung der Univer­sitätsprofes­soren“ den US-Univer­sitäten vorge­worfen, mit der Ansied­lung solcher Institute die Integrität von Universi­täten und Lehrper­sonal beein­trächtigt zu haben. Auf besondere Kritik stieß dabei, dass China bei der Besetzung von Posten in Konfu­zius-Insti­tuten ein Mitsprache­recht hat.

 

Göttinger Wald
Notfallschilder für Erste Hilfe
„Rettungspunkte“ sollen Notfallhelfer leiten
pdg — Zur Alarmierung von Rettungs­kräften bei Notsitua­tionen im Göttinger Stadtwald per Mobilfunk wurden im Wald zwölf Schilder als soge­nannte Rettungs­punkte aufgestellt. Die darauf vermerkten Abkür­zungen und Zahlen ermög­lichen die genaue Standort­bestim­mung durch die Feuer­wehr und Rettungs­dienste, die somit schnell zur Hilfe eilen können, wenn Personen im Wald zum Beispiel einen Unfall haben, einer Bedro­hungs­situation ausge­setzt sind oder einen Schwäche- oder Allergie­anfall erleiden.

Rettungspunkt

Auf jedem Schild folgt hinter der Abkürzung „GÖ“ eine Nummer, einige haben zusätzlich hinter den Ziffern ein „H“ als Hinweis, dass hier gegebe­nenfalls der Einsatz eines Rettungs­hubschrau­bers möglich ist. Außerdem ist auf den Tafeln die Notfall­telefon­nummer 112 vermerkt, unter der in Göttingen die örtliche Rettungs­leitstelle der Feuer­wehr erreicht wird. Mit zwölf Rettungs­punkten im 18km² großen Stadtwald sind die Dichte der Rettungs­punkte höher als üblich und damit die Abstände zwischen den Punkten wesentlich kürzer. Grund dafür ist die besondere Bedeutung dieses Gebietes als Erholungs­raum der Göttinger Bevöl­kerung.

Informationen über die zur Verfügung stehenden Notfall­rettungs­punkte erhalten Waldbe­sucher über Flyer, die an den wichtigsten Waldein­gängen (Molken­grund, Kehr, Hollands­grund und Seckborn­grund) zu finden sind, aber auch digital über die kosten­lose Smartphone-App „Hilfe im Wald“.

 

Oberbürgermeisterwahl
SPD-Kandidat setzt sich durch
Wenn es Ihnen nicht passt, dann dürfen Sie mich eben nicht wählen“, reagierte Rolf-Georg Köhler kürzlich noch auf einer Veranstal­tung, bei der es aus aktuel­lem Anlass (Baptisten­kirche / ehem. Voigtschule) um die Göttinger Kultur und ihre Kultur­initia­tiven ging. Es hat offen­sicht­lich vielen dennoch gepasst.

Nach vorläufigen Berechnungen geht Köhler mit etwa 59 Prozent als Sieger aus dem Rennen um das Amt des Ober­bürger­meis­ters hervor (Martin Rudolph: ca. 41 Prozent). Am bemer­kens­wertes­ten bei dieser Wahl, bei der zum Schluss die Grünen mehr Werbung für den roten Bewerber betrieben als die SPD selbst, ist wohl die Wahl­beteili­gung: Nur noch 31 Prozent (50,12 Prozent bei der Vorwahl) ließen sich hinterm Ofen hervor- und in die Wahl­kabinen locken – ein Indikator dafür, welchen Rückhalt die Kandi­daten in der Bevöl­kerung besitzen und wie diese bzw. die von ihnen vertre­tene Politik sich von ihnen repräsen­tiert fühlt.
www.wahlen.goettingen.de

 

Klimawandel
Heftige Unwetter halten Einsatzkräfte auf Trab
Schwerstarbeit für die Feuerwehr / Kunst e.V.: Sanierung von Spielstätten forcieren
pdg/eb — Eines der heftigen Unwetter dieses Jahres, dass von West nach Nordost über die Bundes­republik und damit auch über Göttingen zog, hat hier erheb­liche Schäden hinter­lassen. Allein im am stärksten betrof­fenen Ruhr­gebiet wurden mehrere 10.000 Blitze gezählt, die nahezu ununter­brochen die Nacht zum 10. Juni taghell erleuch­teten. 19 Feuer­wehr­wachen waren mit 120 Einsät­zen beschäftigt. Allein aus dem Keller im Audito­rium der Univer­sität mussten rund 500.000 Liter Regen­wasser abge­pumpt und Bäume gefällt werden. In den städti­schen Grün­anlagen wurden nach Angaben der Stadt bislang rund 80 Schäden registriert. Einzelne Bäume hielten auch auf dem Bartholo­mäus­friedhof dem Wind nicht stand und stürzten um. Eine Vorstel­lung der Göttinger Händel-Fest­spiele im Deutschen Theater musste wegen eines Wasser­ein­bruchs im Dach über der Seiten­bühne vorzeitig abge­brochen, der jähr­liche Univer­sitäts-Sporttag „Dies Acade­micus“ abgesagt und auf den Juli verscho­ben werden.

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Mehrere 10.000 Blitze gezählt: Unwetter in der Region
<leer>Foto: André Karwath

Überlastete Rohrlei­tungen im Neuen Rathaus führten zu Undich­tigkei­ten im Technik­oberge­schoss und einem Wasser­einbruch im Keller und auch die Feuer­wehr selbst war betroffen: Ellie­hausen und Grone gab es Wasser­eintritte durch die Dächer der Feuer­wehr­häuser; in Grone war der Altbau betroffen, der derzeit stattfin­dende Anbau blieb unbe­schädigt. In der Voigt-Real­schule in Weende stehen Räume des Haus­meisters, des Verwal­tungs­gebäudes und des Mensa­gebäu­des unter Wasser. Zusätz­lich ist ein Aufzugs­schacht vollge­laufen; dadurch sind mög­licher­weise die Elek­tronik und die Batte­rien beschä­digt. Die genaue Schadens­auf­nahme erfolgt noch. Das Wasser wird durch Haus­meister entfernt.

In den Gebäuden Maschmühlenweg 141–145 stand der Wasch­maschinen­raum im Keller­geschoss etwa zehn Zenti­meter unter Wasser. In mehreren Häusern im Masch­mühlen­weg und im Königs­stieg wurde Wasser durch die Fenster gedrückt. Im Gebäude Rote Straße 34 drang Regen in das Treppen­haus ein. In der Musa gab es einen Wasser­einbruch im Keller. Mehrere Musa-Mitar­beiter/in­nen sind dort bereits seit Dienstag­nacht im Einsatz und wurden von der Feuer­wehr unter­stützt. Mit Hilfe der bereits vorhan­denen sowie einer zusätz­lich einge­setzten Pumpe konnte der Schaden bisher in Grenzen gehalten werden.

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OB dankt Helfern
pdg — Oberbürger­meis­ter Wolf­gang Meyer hat sich in einer öffent­lichen Erklä­rung bei den vielen haupt- und ehren­amt­lichen He­lfer/in­nen bedankt, die wäh­rend und nach den Unwet­tern im Stadt­gebiet im Ein­satz waren. „Es ist gut zu wissen, dass in unse­rer Stadt Men­schen leben, mit deren Hilfe wir aus dem Stand heraus in der Lage sind, solchen Unwet­tern zu begeg­nen, wie sie am ver­gan­genen Diens­tag und Mitt­woch über Göt­tin­gen gefegt sind,“ sagte er. In seinen Dank bezog Meyer die Mitar­bei­ter/in­nen und Mit­glie­der der Feuer­wehren, der Polizei, der Ret­tungs­dienste sowie aller ande­ren Orga­nisatio­nen und Unter­neh­men ein, die mit vol­lem Ein­satz und oft die ganze Nacht lang uner­müd­lich an der Schadens­begren­zung mitge­wirkt haben. Meyer dankte außer­dem allen öffent­lichen und priva­ten Kräf­ten, die seit dem frühen Mitt­woch Mor­gen an der Be­seiti­gung der Folgen arbei­teten, die die Gewitter verur­sacht haben. Er bat aller­dings auch um Ver­ständ­nis dafür, dass die Repa­ratur- und Auf­räum­arbei­ten noch einige Zeit in An­spruch neh­men könn­ten.
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Für die Feuerwehrkräfte bedeutete das Gewitter Schwerst­arbeit. Im Stadtgebiet Göttingen rückten die Einsatz­kräfte der Haupt­feuer­wache, der Feuer­wehr des Klinikums, der Werks­feuer­wehr der Univer­sität, der 13 Orts­feuer­wehren und von drei Feuer­wehr­wachen aus dem Land­kreis zu 120 Einsät­zen in der Nacht aus. Am Mittwoch­morgen und -nach­mittag (11. Juni) kamen etwa 40 Einsätze hinzu. Bei den meisten mussten vollge­laufene Keller vom Regen­wasser befreit werden. Im Audito­rium der Univer­sität stieg der Wasser­pegel auf 1,50 Meter an. Auch im Institut für Mikro­biologie und beim Reiterhof in Holtensen mussten Räume vom Wasser befreit werden. Laut Feuer­wehr verur­sachte zudem ein Wasser­einbruch in der Produk­tions­halle der Firma Novelis in Weende einen Stopp der dortigen Produk­tion.

In der Kita Gartenstraße stürzten ein Baum und Äste vom Wall auf das Gelände. Schäden sind noch nicht bekannt. Auf dem Spielplatz Schlözer­weg gaben zwei Buchen den Wind­böen nach und beschä­digten bei ihrem Aufprall zwei Nachbar­zäune sowie zwei Parkbänke. Auf dem Spielplatz Rosen­winkel wurden mehrere Bäume entwurzelt, außerdem brachen mehrere große Äste aus den Kronen heraus. So entstan­den Schäden am Dach, an der Dachrinne sowie am Vorbau des Nachbar­hauses und am Zaun. Der Betrieb auf den betrof­fenen Plätzen ist teilweise einge­stellt und voraus­sichtlich ab der nächsten Woche wieder möglich. Im Stadt­wald fiel ein Ast auf einen Tennisplatz am KWP und zerstörte dabei einen Zaun und einen Schieds­richter­stuhl.

In vielen Grünanlagen lösten sich Äste aus den Baum­kronen, die leicht herunter­fallen und Passanten verletzten können. Auch 37 Mitar­beiter/in­nen des Bauhofes der Stadt Göttin­gen und zwei Baum­pflege­firmen erfassen die Schäden und haben mit der Beseiti­gung begonnen, die noch mehrere Tage andauern wird. Wer sich in den Parkan­lagen aufhält, sollte daher beson­ders aufmerk­sam sein, um mög­lichen Gefahren auszu­weichen und im Zweifels­fall auch Umwege in Kauf nehmen.

 

Passantenzählung
Göttinger Einkaufsmeilen auf den mittleren Plätzen
Fragwürdige Statistik zur Attraktivität von Innenstädten
Nicht nur eine „schon seit einigen Jahren zu beobach­tende Polarisie­rung zwischen starken und schwachen Einkaufs­lagen, respektive Groß- und Klein­städten“ konstatiert das Hamburger Bera­tungs- und Vermitt­lungs­unter­nehmen für Gewerbe­immobilien Engel & Völkers in einem soeben erschie­nenen Report, sondern „inzwischen auch eine immer stärkere Differen­zierung im Einkaufs­verhalten“. Reine Versorgungs- und/oder Internet­einkäufe werden demzufolge überwie­gend unter der Woche abgewickelt, während sich das erlebnis- und freizeit­orientierte Shoppen „in anregender Innen­stadt­atmosphäre“ immer mehr auf den freien Samstag­nach­mittag konzen­triert.

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Erlebnis- und freizeit­orientiertes Shoppen: Weender Straße<leer>Foto: vs

Von den 22 Groß- und Mittel­städten Deutschlands, in denen in mehr oder weniger anre­gender Atmo­sphäre geshoppt und eventet wird, ist Göttingen ungefähr im Mittelfeld wiederzu­finden. Einsame Spitze und nach wie vor Shopping­meile Nummer 1 ist im vierten Jahr in Folge die Kaufinger­straße in München, dicht gefolgt von der Neuhauser Straße, ebenfalls in der Bayern-Metro­pole. Erst dann folgt die Kölner Schilder­gasse. Für die Zähler über­raschend, taucht im Top-20-Ranking Hannover mit der Bahnhof­straße, der Georg­straße sowie der Karmarsch­straße gleich mit drei Platzie­rungen auf.

Solche Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Zum einen macht es sicher­lich einen Unter­schied, ob die Messungen etwa bei strah­lendem Sonnen­schein oder bei miesem Regen­wetter, wenn niemand gern freiwillig auf die Straße geht, durch­geführt wurden (in München beispiels­weise schien die Sonne, in Göttingen wurde an Regen­tagen gezählt), zum anderen muss man die absoluten Zahlen (Kaufinger­straße 16.653 Besucher pro Stunde, Weender Straße 4.806) auch in Relation zum Ein­zugs­gebiet setzen.

Generell, so die Consulting-Firma weiter, habe an nahezu allen Zähl­punkten die Passan­tenfre­quenz gegen­über dem Vorjahr zuge­nommen, mitunter um nahezu 25 Prozent, wobei deutliche Unter­schiede zwischen den Zähl­tagen Dienstag und Samstag zu verzeichnen sind. Unter den lokalen, auch alt eingeses­senen Laden­besitzern beschleu­nige sich zudem die Auslese. Neben den Auswir­kungen des Online-Handels trügen dazu maßgeb­lich interna­tionale Marken­unter­nehmen bei: „Bei globalen Ketten stehen zuneh­mend die deutschen Wirtschafts­metro­polen im Visier ihrer Expan­sions­strate­gien“, berichtet Christiane Meyer von Engel & Völkers Com­mercial.

Ein Problem, welches Städteplanern nur allzu gut bekannt ist – ohne dass sie deshalb der Ansied­lung großer, den kleinen Einzel­handel verdrän­gende Ketten Einhalt gebieten würden. Logisch also, „dass neben sozio­demografi­schen Fakten die Größe des Einzugs­gebiets sowie die Entwick­lung und die Perspek­tiven wichtige Kriterien für die Attrakti­vität der Einzel­handels­standorte sind“, wie die Statistiker schreiben, weil sich ja nur durch immer größere Einzugs­gebiete höhere Einnahmen erzielen und Mieten bezahlen lassen, welche wiederum nur die oben erwähnten interna­tionalen Marken­unter­nehmen aufbringen können. Was wiederum zur „Auslese“ von jenen alt eingeses­senen Laden­besitzern führt, die gerne in der Innen­stadt bleiben würden, könnten sie denn solche Mieten bezahlen, und deren Abwan­derung Stadtent­wickler mehr oder weniger tatenlos zusehen und durch eine kontra­produktive Ansied­lungs­politik gar noch fördern.

 

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Kurz & bündig
Politik · Wirtschaft · Gesellschaft


Politik und Verwaltung

Verwaltung
Ausschuss- und Ortsratssitzungen
Ausschuss für Allgemeine Angelegenheiten,
Integration und Gleichstellung:
9. März
Ortsrat Herberhausen: 10. März
Ortsrat Elliehausen / Esebeck: 10.. März
Jugendhilfeausschuss: 12. März
Ortsrat Weende / Deppoldshausen: 12. März
Ratssitzung: 13. März

Einzelheiten zu den Sitzungen auf Seite 1

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Friedhof
Führung durchs Krematorium
pdg — Der Fachdienst Friedhöfe der Stadt Göttingen bietet am 7. März ab 11.00 Uhr eine etwa einstündige Führung durch die Feuer­bestat­tungs­anlage auf dem Park­friedhof Junker­berg an. Treff­punkt ist der Ein­gang zur Kapelle im Haupt­gebäude. Fach­kundige Mitar­beiter zeigen die Räum­lich­keiten und erklären die Abläufe und Prozesse vor Ort. Wegen der begrenz­ten Teil­nehmer­zahl von 20 Perso­nen ist eine Anmel­dung unter Tel. 400-5213 bzw. 400-5212, oder per E-Mail an friedhoefe@goettingen.de erwünscht. Größere Gruppen können auch einen separaten Termin verein­baren.
Das Krema­torium Göttingen zählt zu den wenigen Anlagen, die das Gütesiegel „Kontrol­liertes Krema­torium“ der Arbeits­kreise Kommu­nale Friedhofs­verwalter und kommu­nale Krema­torien im Deutschen Städtetag führen dürfen.
Am 7. März ab 11.00 Uhr, Friedhof Junkerberg.

Elliehausen
Anliegerinfo zum Ausbau „Am Eikborn“
pdg — Ab 18.00 Uhr geht es am Dienstag, 10. März, im Restau­rant „Syrtaki“ (Dieders­häuser Straße 2) um den ab Frühjahr 2016 geplan­ten Ausbau der Straße „Am Eikborn“ im Abschnitt zwischen „In der Klappe“ und „Gesund­brunnen“. Mitar­beiter der städti­schen Bauver­waltung stellen die aktuellen Planun­gen vor und infor­mieren zu Fragen des Bauab­laufs sowie der Anlieger­beiträge.

GöLinke sieht Frauennotruf gefährdet
Die Befürchtungen der Göttinger Linke-Ratsfraktion, dass das von SPD, Grünen, CDU und FDP getragene soge­nannte ‚Entschul­dungs­hilfepro­gramm‘ nach der durch gute Steuer­einnah­men entstan­denen Euphorie nun starke Risse bekomme und wichtige Institu­tionen wie der Frauen­notruf darunter zu leiden hätten, bewahr­heite­ten sich nach Ansicht der Partei jetzt. Wichtige Angebote würden einge­schränkt und Mitar­beiterin­nen weniger Stun­den arbeiten können, was zu einer Minde­rung der Qualität der Ange­bote führe und nicht von den Frauen der Einrich­tung zu verant­worten sei. „Verant­wort­lich dafür, dass Frauen, die unter extremen Gewalt­erfah­run­gen zu leiden hatten, künftig nicht mehr auf solch ein Bera­tungs­angebot zurück­greifen können, sind die Fraktio­nen von SPD, Grünen, CDU/FDP“, meint Frak­tions­vorsit­zender Patrick Humke. Insofern seien die „verbrei­teten Kroko­dils­trä­nen der Grünen sehr verlogen“ – schließ­lich handele es sich bei ihnen um den „Motor des Ent­schul­dungs­hilfe­pro­gramms“. Die Göttinger Linke-Rats­frak­tion fordert eine unver­zügliche Kompen­sation von Mitteln für den Frauen­notruf.

Tempo 30
Stadt muss nachbessern
pdg — Zur Umsetzung einer geplanten Tempo-30-Regelung in den Nachtstunden im Bereich der Reinhäuser Land­straße muss die Stadt Göttingen neue Verkehrs­zählun­gen veran­lassen. Das ist die Konse­quenz aus einem Schreiben des Nieder­sächsi­schen Ministe­riums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr zu den Anforde­rungen an die Ermitt­lung der Lärm­werte bei einer Beschrän­kung auf Haupt­verkehrs­straßen auf 30 km/h nachts.
Die Stadt will die gewünschten Erhebungen so schnell wie möglich durch­führen. Die Anforde­rungen des Landes bezie­hen sich vor allem auf die Aktualität der Erhe­bungs­daten, die nicht älter als fünf Jahre sein dürfen. Die für den Bereich der Rein­häuser Land­straße zugrunde gelegten Verkehrs­mengen ent­stamm­ten Zählun­gen leicht älteren Datums.
Zum zweiten erwartet das Land für die schalltechnische Un­tersuchung eines klassifi­zierten Straßen­zuges eine Verkehrs­zählung über mindes­tens 140 Stunden, wobei die Zählung nach verschie­denen Fahr­zeug­arten unter­scheiden muss. Stadtrat Siegfried Lieske kündigte in einer Stellung­nahme an, die neuen Daten unmit­telbar nach Erhe­bung dem mit dem Göttin­ger Lärm­aktions­plan befass­ten Sach­verstän­digen­büro zur Ermitt­lung der Lärm­werte zur Verfü­gung zu stellen. Die Ergeb­nisse würden anschlie­ßend dem Ministe­rium mitgeteilt.

Schulwechsel
Informationsveranstaltungen zu den
Angeboten der weiterführenden Schulen

pdg — Für die Eltern der künftigen Fünftklässler aus Göt­tingen findet am Diens­tag, 21. April, um 19.30 Uhr in der Stadthalle Göttingen eine zentrale Infor­mations­veran­stal­tung zu den Ange­boten der weiter­führen­den Schulen statt. Vorge­stellt werden dabei sowohl die ver­schie­denen Schul­for­men als auch Themen wie Ein­zugsbe­reiche, Ganz­tags­schul­wesen, Mittag­essen sowie Anmelde­termine und -verfah­ren.
Im Anschluss besteht zudem die Möglichkeit, weitere Fragen an Infor­mations­stän­den der einzel­nen Schulen zu bespre­chen. Darüber hinaus veran­stalten die weiter­führen­den Schulen rund 20 Infor­mations­veran­stal­tun­gen und Tage der offenen Tür, an denen sie interes­sierten Kindern und Eltern ihr Angebot präsen­tierten. Der erste Termin findet am Sams­tag, 7. März, in der Ge­schwis­ter-Scholl-Gesamt­schule statt. Den Abschluss bildet ein Tag der offe­nen Tür an der Montes­sori­schule am 8. Mai. Die Anmelde­termine für die Gesamt­schulen sind am 17. und 18. Juni, für die Gym­nasien und die Boni­fatius­schule II am 24. und 25. Juni 2015 vorge­sehen.
www.goettingen.de Schulen Infos zum neuen Schuljahr

Grüne
Frauennotruf besser ausstatten
Der Stadtvorstand der Grünen fordert dringend zu prüfen, ob der städtische Zuschuss für den Frauen­notruf e.V. als Bera­tungs- und Fach­zentrum für sexuelle und häus­liche Gewalt wieder erhöht werden kann. Bereits während der Ver­hand­lungen des Ent­schul­dungs­hilfe­paketes hatte sich der Stadt­vorstand gegen eine Kürzung beim Frauen­notruf ausge­spro­chen. Inzwi­schen mussten aufgrund von stei­genden Lohn- und Sach­kosten Stunden­kürzun­gen vorge­nom­men werden.

ADFC-Fahrradklimatest
Göttingen holt auf
pdg — Göttingen ist am Ende des ADFC-Fahrradklimatests 2014 in Berlin als „Aufholer“ ausge­zeichnet worden. Zu den „Auf­holern“ zählen Städte, die sich gegen­über dem Test 2012 in Sachen Fahrrad­freund­lichkeit am meisten verbes­sern konnten. Spitzen­plätze nehmen u.a. Münster, Karls­ruhe, Frei­burg, Erlan­gen, Olden­burg, Ingol­stadt, Bocholt, Nord­horn und Wesel ein. Die Aus­zeich­nung haben in der Bundes­haupt­stadt Bürger­meister Ulrich Hole­fleisch und Stadt­baurat Thomas Dienberg ent­gegen­genom­men.Weitere Informationen
www.adfc.de/fahrradklima-test

Göttingen in Zahlen
pdg — In der Publikationsreihe des Referats Statistik und Wahlen der Stadt Göttingen „Göttinger Statistik-Journal“ ist die Ausgabe 3/2014 dieses viertel­jährlichen Berichts­dienstes erschienen. Er präsentiert für die Monate Juli bis September 2014 eine Vielzahl von Daten und Fakten über die Stadt Göttingen, umrahmt von kurzen textlichen Infor­mationen über Aktuelles und Wissens­wertes aus der Göttinger Statistik. Die aktuelle Ausgabe befasst sich in einem kurzen Infor­mations­blick mit perso­nellen Verän­derungen im Referat und in einem zweiten Text mit der Verkehrs­unfall­statistik für das Jahr 2013. An einigen Stellen werden ein oder mehrere Vergleichs­jahre hinzu­gezogen, um somit Entwick­lungen und Trends beleuch­ten zu können.
Zeitgleich erscheint das 40. Heft von „Göttinger Statistik – Aktuell“. Darin wird ein Vergleich der Zensus­zahlen mit vorlie­genden Daten aus den von der Stadt gepflegten Registern vorge­nommen. Verglichen wird neben der reinen Ein­wohner­zahl auch die Anzahl und Struktur von Haus­halten, nach Geschlecht und Staats­angehörig­keit. Nur in diesen Merk­malen waren ein Vergleich über­haupt möglich und Abwei­chungen festzu­stellen.
Erhältlich beim Referat Statistik und Wahlen im Neuen Rathaus; E-Mail: statistik+wahlen@goettingen.de oder online unter www.goesis.goettingen.de →Statistische Publikationen.

Grünen-Ratsfraktion
Fraktionsvorstand neu gemischt
Als Nachfolgerin von Katrin Reuter, die Göttingen verlassen hat, wurde jetzt Maria Gerl-Plein neu in den Frak­tions­vor­stand gewählt. Gerl-Plein ist bereits stell­vertre­tende Ratsvor­sitzende und wird in den Aus­schüs­sen für Kultur und Jugend­hilfe aktiv werden.

TTIP
Piraten starten bundeweite Umfrage
„Frag Deinen MdB“
Die Piratenpartei Deutschland führt in der laufenden Woche bundesweit die Kampagne zu TTIP durch: Den Bun­des­tags­abgeord­neten werden zu den bislang öffent­lich gewor­denen Punkten bei TTIP in einem offe­nen Brief schrift­lich sechs Fragen gestellt und sie gebeten, hierzu Stellung zu nehmen. Sie werden teils aus ihren Wahl­kreisen heraus von Piraten persön­lich zu ihrer Position befragt, teils von den Landes­verbän­den. Die Fragen beziehen sich u.a. auf die regula­torische Koope­ration, den trans­atlanti­schen Handel und Daten­schutz, das Vor­sorge­prinzip oder die ein­heit­lichen Stan­dards. Sie sollen anschlie­ßend veröf­fent­licht werden.

Grüne
Alte Bekannte neu im Rat
Die Wirtschaftswissenschaftlerin Dagmar Sakowsky kehrt als Fraktions­mitglied der Grünen nach längerer Absti­nenz wieder zurück in den Rat. Sie wird im Aus­schuss für Finan­zen, Wirtschaft und Feuerwehr sowie im Personal­aus­schuss aktiv werden. Darüber hinaus wird sie die Grünen im Auf­sichts­rat der Göttin­ger Wirt­schafts­förde­rungs­gesell­schaft GWG vertre­ten. Sakowsky wird Nach­folge­rin von Katrin Reuter, die aus beruf­lichen Gründen nach Berlin geht.

Amtsblatt No3
pdg — Die Veröffentlichung der Vereinbarung über die Er­he­bung von Ret­tungs­dienst­ent­gelten für das Jahr 2015 ist einziges Thema der 3. Aus­gabe des Amts­blatts für die Stadt Göttin­gen.
Das Amts­blatt ist kosten­los im Info-Büro im Neuen Rat­haus, im Alten Rat­haus, in der Stadt­biblio­thek sowie in den Verwal­tungs­stellen Geismar, Grone und Weende erhält­lich und im Inter­net unter www.goettingen.de Rathaus & OB Rat & Ortsräte Amts­blatt zu finden.

GVZ II
LeineBürger kritisieren Bauvorhaben
Die von SPD und Grünen befürwortete und in absehbarer Zeit beginnende Erschließung der Süd-Ost-Terrasse im Logistik„park“ Siekanger wird von der Bürgerinitiative LeineBürger sowohl aus finanzieller wie auch aus ökologischer Sicht kritisiert. Einmal, weil dadurch Einsparungen im Straßensanierungsprogramm erfolgen werden, was dem Allgemeinwohl der Stadt abträglich ist, zum anderen, weil die Baumaßnahmen in die Brutzeit der Feldlerche fallen und der Schutz und Erhalt einer vom Aussterben bedrohten Tierart bereits jetzt durch immer geringeren Lebensraum gefährdet sei. Regionaler Wettbewerb würde zu einer immer stärkeren Zersiedelung der Landschaft im südlichen Randbereich der Stadt führen – und zu weniger Lebensqualität.

Northeim / Göttingen
Justiz verhindert Abschiebung
Geht es nach dem Willen der Aus­länder­behörde Nort­heim, soll der 24jährige Hassan G. am 27. Januar in die Türkei abgeschoben werden. 2004 bean­tragte Hassan G die Verlän­gerung seiner Aufent­haltser­laubnis. Die Aus­länder­behörde entschied aber nicht über seinen Antrag, son­dern stellte ihm seitdem nur eine soge­nannte Fiktions­bescheini­gung,aus. Nach zehn­jährigem Warten auf eine Ver­länge­rung wurde wurde sein Antrag von der Behörde in Northeim abge­lehnt, da er in Deutsch­land „nicht inte­griert“ sei. Er sollte am Dienstag in die Türkei abgeschoben werden. Hassan wurde im Land­kreis Northeim geboren und lebt sei 4 Jahren in Nör­ten-Harden­berg. Er ging hier zur Schule, spricht perfekt deutsch und arbeitet seit 7½ Jahren. Er bekommt keinerlei staatliche Unter­stützung, hat hier seine Familie und Freunde. Seine Eltern haben einen Aufent­halts­status und seine Geschwister die deutsche Staats­ange­hörigkeit. Weitere Informationen

Volkshochschulen
SPD-Kreistagsfraktionen weisen Kritik
an Personalentscheidung zurück

Die SPD-Fraktionen in den Kreistagen von Osterode und Göt­tingen weisen die „gehar­nischte Kritik“ der Bürger­initia­tive „Für Osterode“ als unbe­gründet zurück. Diese hatte die Bestel­lung von Thomas Eberwien zum Geschäfts­führer der KVHS Süd­nieder­sachsen moniert und unter­stellt, dies wirke sich nach­teilig auf den Stand­ort Osterode aus. Eber­wien ist bereits Geschäfts­führer der Volks­hoch­schule Göttin­gen.Weitere Informationen

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wird gern zitiert und verlinkt
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Wirtschaft

Gewerbliche Wirtschaft

E-Bikes
Bosch tauscht defekte Motoren aus
Bei Pedelec-Antrieben der ersten Generation (Classic+ Line) von Bosch können gravie­rende Probleme auftreten, wie der Hersteller einräumt. In einer „Service­aktion“ tauscht der Hersteller defekte Antriebe aus – aber erst, wenn die Störung bereits aufge­treten ist, kritisiert die Stiftung Waren­test, die einen vorsorg­lichen Rückruf für ange­bracht hält, bei dem der Antrieb im Fachbe­trieb kontrol­liert und vorsorg­lich ausge­tauscht wird. Der Defekt könne nämlich zu gefähr­lichen Stürzen oder Kolli­sionen führen. Ein Schmier­mittel, das eigentlich die Beweglich­keit mecha­nischer Teile sicher­stellen soll, stört eine wesentliche Funk­tion des Rades, wodurch der Antrieb durch­rutscht, als wäre die Kette gerissen. Die Kontrolle über das Elektro­fahr­rad könne so verloren gehen.

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Arbeitsmarkt in ruhigem Fahrwasser
Stabil präsentierte sich der Arbeitsmarkt im südlichen Nie­dersach­sen auch im Februar dieses Jahres. Gemäß der erwar­teten saiso­nalen Entwick­lung ging die Zahl der Arbeits­losen gegen­über Januar leicht zurück. Im Februar waren 16.039 Menschen bei der Agentur für Arbeit Göttin­gen und den Jobcen­tern der Region arbeitslos gemeldet. Damit lag der Wert um 252 bzw. 1,5% unter dem Januar-Er­gebnis. Gegen­über dem Vor­jahres­monat sank die Zahl der Arbeits­losen um 1.260 bzw. 7,3%. Weitere Informationen

Internetkriminalität
Gefälschte E-Mails
angeblich vom Arbeitsamt

Derzeit erhalten Internet-Nutzer angebliche E-Mails von der Bundes­agentur für Arbeit (BA). Die Empfän­ger werden gebeten, persön­liche Daten an eine gefälschte BA-Mail­adresse zu senden. Die Absender sind nicht zu iden­tifizie­ren. Bei diesen E-Mails handelt es sich mit aller Wahr­schein­lichkeit um Spams, vermut­lich mit dem Ziel, an reale Nutzer­daten zu gelangen. Möglicher­weise enthal­ten die E-Mails auch Viren oder Trojaner. Die BA weist aus­drück­lich darauf hin, dass sie in keinerlei Zusam­men­hang mit der­artigen E-Mails steht. Die BA rät daher, verdächtige unauf­gefor­dert erhal­tene E-Mails unge­lesen zu löschen. Das gilt auch für Mails, die eine Arbeit ver­sprechen, und deren Absen­der-Adresse und Adresse für Bewer­bungen nicht über­einstim­men.

Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende
„Handzentrum“ gegründet
24-Stunden-Notfallversorgung
Ein neues Zentrum mit Experten aus den Abteilungen Unfall­chirurgie und Orthopädie sowie Plastische, Ästhe­tische und Rekons­truktive Chirurgie hat jetzt seine Arbeit im Evange­lischen Kranken­haus in Weende aufge­nommen. Sämtliche Hand­verlet­zungen und Hand­erkran­kungen werden dort rund um die Uhr inter­diszi­plinär behandelt.

Immer mehr Frauen in Teilzeit
Im Jahr 2014 waren elf Millionen Frauen teilzeit­beschäf­tigt, das sind doppelt so viele wie 1991. Auch der Anteil der Frauen an den Beschäf­tigten ist seit 1991 gestiegen und zwar um fünf Prozent­punkte. Damit war 2014 fast die Hälfte aller Beschäf­tigten weiblich. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeits­markt- und Berufs­forschung (IAB) zur Entwick­lung der Erwerbs- und Arbeitszeit­muster seit der Wieder­vereini­gung hervor.Weitere Informationen

Arbeitsmarkt
Weiterhin positive Entwicklung
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Januar 2015 zum vierten Mal in Folge gestiegen. Mit einem Plus von 0,2 Punkten gegen­über dem Vormonat hat sich die Zunahme etwas abgeschwächt. Der Frühin­dikator des Instituts für Arbeits­markt- und Berufs­forschung (IAB) liegt nun bei 101,8 Punkten.Weitere Informationen

Globale Umweltzerstörung
durch Politik und Konzerne

Die Organi­sation Rettet den Regen­wald engagiert sich auf be­wunderns­werte Weise für den Erhalt der letzten noch verblie­benen öko­logischen Reser­vate – wovon letzt­lich unsere Zukunft ab­hängt – und ruft regel­mäßig zu Kam­pagnen gegen deren weitere Zerstörung auf. Gö-Polis veröffent­licht sie hier und möchte seine Leser dazu animieren, sich am Erhalt unserer Lebens­grund­lagen aktiv zu beteiligen. Immer, wenn Sie an dieser Stelle ein neues Bild vor­finden, gibt es ei­ne neue Ak­tion bzw. Neues zu berich­ten.

Depesche-Trendartikel, Geesthacht
Tropenholz im Teenie-Schreibblock
RegenwaldViele Papierprodukte von Depesche enthalten Tropenholzfasern
Topmodel, Beste Mama, Horses Dreams – so heißen die Motive vieler Mal- und Notiz­bücher der Firma Depesche. Beson­ders Mädchen schwärmen davon, die Trend­produkte sind seit Jahren ein Kassen­schlager. Doch das Papier der Firma birgt ein schlim­mes Geheimnis: Bei Labor­analysen wurden wiederholt Tropen­holzfasern aus Primär­wäldern gefunden. Bitte unter­zeichnen Sie unseren Aufruf an die Firma Depesche. Bitte kein Tropen­holz in Mal- und Notiz­bücher sowie andere Papier­produkte.
Anm. der Redaktion: Der Einsatz von Tropenholz wurde be­reits vom World Wide Fund For Nature (WWF) kritisiert. Die Firma Depesche erklärt dazu, dass das von ihr bezogene Papier seit 2014 FSC-zerti­fiziert sei, aber vorhan­dene Lager­bestände nicht vernich­tet würden, sondern weiter­hin in den Handel gelang­ten. An dieser Aussage erstaunt, dass ein Trend­artikel über­haupt so lange auf Lager liegt.
Indonesien subventioniert Palmölindustrie
Indonesiens Präsident Joko Widodo will Biotreibstoff massiv subven­tionieren. Umge­rechnet 1,5 Milliarden Euro sollen in die Kassen der Konzerne fließen. Die Palmöl­industrie reibt sich die Hände. Indone­sische Aktivisten gehen auf die Barri­kaden. „Die einzige Gruppe, die von dieser Politik profitiert, sind private Palmöl­firmen“, sagt Zenzi Suhadi von der Organi­sation Walhi. „Mit dem Steuer­geld der kleinen Leute wird Land­raub finan­ziert.“ Unser Partner Nordin von Save our Borneo (SOB) sagt: „Palmöl ist voller Korruption, Menschen­rechts­verletzun­gen und Umwelt­zerstö­run­gen.“ Indone­sische Regenwald­schützer wollen die Subven­tionie­rung verhindern und bitten um Unter­stü­tzung.
www.regenwald.org

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Beruf und Bildung

Verkehrswacht Göttingen
Fahrsicherheitstrainings
für Pkw- und Motorradfahrer

Die Verkehrswacht Göttingen e.V. bietet auch im Jahr 2015 Sicherheits­trainings an. Trainiert wird mit dem eigenen Pkw. „Betreutes Fahren 17“-Teilnehmer können am Pkw-Sicher­heitstrai­ning ohne Beglei­tung teilneh­men. Die Termine (jeweils von 9.00–18.00 Uhr): Pkw: Samstags 07.03., 18.04., 27.06., 29.08., 26.09., 31.10.; Motorrad: Samstags 02.05., 23.05. Ver­anstal­tungsort ist der Platz der Göttinger Ver­kehrs­betriebe GmbH, Gustav-Biele­feld-Str. 1. Die Teil­nahme­gebühr beträgt 95€. Einige Berufs­genos­sen­schaf­ten über­nehmen die Kosten.
www.verkehrswacht-goettingen.de

Studium
Neue Info-Plattform für Studierende
pug — Eine neue Informationsplattform für Studierende der Univer­sität Göttingen verknüpft online alle studien­rele­vanten Informa­tionen und hilft bei der erfolg­reichen Planung des Studien­verlaufs. Seit dem Winter­semester 2014/2015 haben circa 7.000 Studie­rende das Pilot­projekt der Sozial­wissen­schaft­lichen Fakultät ange­klickt, das nun auch an anderen Fakul­täten der Univer­sität einge­setzt werden soll. Das Angebot ist bundes­weit das erste seiner Art und wurde mithilfe des von Bund und Ländern geför­derten Programms Göttingen Campus QPLUS entwickelt. Die Studie­renden loggen sich im Portal eCampus ein und können über die Benutzer­ober­fläche der Infor­mations­plattform auf alle Daten aus den wich­tigsten studen­tischen Online-Diens­ten zugreifen.

business4school
Stärkung von Internationalität
und Wirtschaftskompetenz

Erster Schüler/innenkurs im Februar
Lions Clubs Göttingen schaffen neue Möglichkeiten für Schu­len, um die wirtschaft­liche und gesell­schaft­liche Kompe­tenz von Schüler/innen der Region zu fördern. Im Feb­ruar startet der erste Schüler­kurs, mit dem das von den Göttin­ger Lions Clubs neu ins Leben geru­fene Bil­dungs­ange­bot „business4school“ Fahrt auf­nimmt. Ziel des mehrere Module für Lehrer/innen und Schüler/in­nen umfas­senden Pro­gramms ist es, wirt­schaft­liches Gesamt­verständ­nis als Ver­brau­cher, Bürger und für Unter­neh­men an die Schulen der Region zu bringen.Weitere Informationen

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Verbraucherschutz

Aktuelle Produkt-Tests über

• Sommerreifen
• Saugroboter
• Kinderwagen
• Gemischtes Hackfleisch

Neue Bücher für Verbraucher
• Smoothies für alle Jahreszeiten
• Finanztest Spezial Steuern 2015
• Handbuch Eigentumswohnung

Aktuelle Verbrauchertäuschungen
Auf dem Verbraucherschutz-Portal Lebensmittelklarheit.de bean­standet die Ver­brau­cher­zentrale aktuell folgende Produkte wegen irre­führen­der oder falscher Angaben auf der Verpackung:
• Hipp Kinder Bio Pasta
• Alexios Sahne-Joghurt
Einzelheiten dazu und wie die betroffenen Firmen auf die Beanstan­dungen reagieren, auf der Verbrau­cher­schutz-Seite.Weitere Informationen

Strom für Nachtspeicherheizungen
Viele hundert Euro sparen
Nutzer von Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen können oft viele hundert Euro sparen, wenn sie den Strom­anbieter wechseln. Denn inzwi­schen können sie den Anbie­ter frei wählen und müssen ihren Strom für die Hei­zung nicht mehr beim örtli­chen Energie­unter­neh­men kaufen und dessen Preise akzep­tieren. Die Zeit­schrift Finanz­test hat in der März-Aus­gabe über 1.300 Ener­gie­versor­ger nach Tarifen für Nacht­speicher und Wärme­pum­pen gefragt.

Internet-Foren
Schnell drin, schwer wieder raus
„Das Netz vergisst nichts“, heißt es oft. Die Stiftung Warentest wollte es genauer wissen: Testper­sonen streuten kompro­mittie­rende Fotos und peinliche Kommen­tare in Foren und sozialen Netz­werken. Monate später versuch­ten sie, alles wieder zu löschen – eigen­händig und durch drei spezia­lisierte Agen­turen. Ergebnis: Mit Hart­näckig­keit und Zeit lassen sich einige Spuren verwi­schen, komplett löschen ist schwieriger.Weitere Informationen

Postbank
Extra-Gebühren für Papier-Aufträge
Die Postbank will von den meisten ihrer knapp fünf Mil­lionen Giro­konto-Kunden ab April 0,99 Euro für jeden schriftlich einge­reichten Auftrag kas­sieren. Nur per Online- oder Telefon­banking erteilte Aufträge bleiben gebüh­renfrei. Ein aktuelles Bundes­gerichts­hof-Urteil (Az. XI ZR 174/13) zeigt: Das ist womög­lich rechts­widrig. Die Stif­tung Waren­test stellt einen Musterbrief zum Down­load bereit, mit dem man wider­sprechen kann.

Reisebüros
Nicht teurer als im Internet
Wer im Reisebüro bucht, zahlt in der Regel nicht mehr als Online­kunden und kann eine Menge Zeit sparen. Zu diesem Ergeb­nis kommt die Stif­tung Waren­test in der Februar-Aus­gabe ihrer Zeitschrift test, für die sie die Bera­tung von 15 über­regio­nal bedeu­tenden Reise­büro­anbie­tern getestet hat. Außer­dem hat sie die Preise der ange­botenen Reisen mit den entspre­chenden Online­angebo­ten ver­glichen.Weitere Informationen
Trotz Gerichtsurteil:
Reiseportale tricksen weiter bei Preisen

Bei der Online-Flugbuchung muss von Anfang an der End­preis ange­zeigt werden, wie der Euro­päische Gerichts­hof (EuGH) kürz­lich entschied. Die Stif­tung Waren­test hat fest­stellen müssen, dass einige Anbie­ter dies einfach igno­rieren. In einer Stich­probe wurden je fünf Flug­gesell­schaften und Reise­portalen über­prüft. Von den Inter­net-Flug­börsen hält sich nur lastminute.de an die gesetz­lichen Vor­schrif­ten. Erfreu­licher ist das Ergebnis auf den Inter­net­seiten der Flug­linien. Sie zeigen sich trans­paren­ter.

Ebay-Verkäufe
Plötzlich steuerpflichtiger Händler
Vorsicht beim Online­handel auf Ebay, Amazon und Co: Private Online­verkäufe bergen ihre Risiken. Denn schneller als man denkt, wird man vom Privat­verkäufer zum steuer­pflichtigen Händler. Zumal das Finan­zamt mit modernster Software ganz genau hinsieht. In ihrer aktuellen Februar-Aus­gabe benennt die Zeitschrift Finanztest die fünf wichtigsten Fallen.Weitere Informationen

Niedrigzinsen
Neue Kündigungswelle
gut verzinster Bausparverträge

Viele Bausparkassen versuchen erneut Altkunden aus gut ver­zinsten Bauspar­verträgen zu drängen. Der Ver­braucher­zentrale liegen mehrere Fälle dazu vor. Ver­brau­cher sollten die Kündi­gung nicht akzep­tieren und sich wehren, rät die Ver­brau­cher­zen­trale Nieder­sachsen. Sie fordert die Bauspar­kassen auf, weiterhin den Grund­satz der Vertrags­treue zu beachten und die eigenen Kündi­gungs­strate­gien nochmals zu über­prüfen.Weitere Informationen

Bausparkassen
Nur drei von 20 überzeugen
Kunden von Bausparkassen müssen durch Beratungsfehler und schlechte Angebote oft tau­sende Euro zu viel zahlen oder ihren Immo­bilien­kauf um Jahre verschie­ben. Nur drei der 20 Bau­spar­kassen in Deutsch­land über­zeugten im Test. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der Februar-Aus­gabe von Finanztest. In einem Praxis­test mit einem ein­fachen Modell­fall haben Test­kun­den jeweils 7 Geschäfts­stellen aller 20 Bauspar­kassen aufge­sucht. Der Unter­schied zwischen einer guten und schlech­ten Leistung einer Bau­spar­kasse machte im Modell­fall mehr als 13.000 Euro aus.Weitere Informationen

Sparangebote
Wohnungsgenossenschaften
besser als Banken

Im aktuellen Zinstief ist für das Ersparte nur schwer eine Geld­anlage mit ange­messe­ner Rendite zu finden. Über eine interes­sante Alter­native berichtet die Zeitschrift Finanztest in ihrer Februar-Ausgabe: Sparan­gebote von Woh­nungs­genos­sen­schaf­ten. Sie zahlen oft bessere Zinsen als Banken. Sparen können zwar nur Mitglie­der. Doch der Beitritt lohnt sich nicht nur für Woh­nungs­suchende.Weitere Informationen

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Gesellschaft

GöSF
Feriensportprogramm 2015
Auch in diesem Jahr gibt es wie-der ein umfangreiches Ferien­sport­programm, das ab sofort für die Anmel­dung freige­schaltet ist. Kinder und Jugend­liche im Alter von 6 bis 17 Jahren können sich aus über 30 Sport­arten das Passende heraus­suchen. Neben den Klassi­kern wie Bad­minton oder Leicht­athletik sind auch wieder ausge­falle­nere Sport­arten, z.B. Cheer­leading, dabei. Für Wasser­ratten gibt es ebenso ein vielfäl­tiges Angebot wie für Aben­teuer­lustige. Zudem werden wieder zahl­reiche Sportcamps in den Ferien ange­boten.
Das komplette Programm ist über www.goesf.de abrufbar.

Unfall am Audi
Gasverpuffung fordert Menschenlebem
Die durch eine in einem Gebäude am Auditorium ausgelöste Explosion schwer verletzte Mitarbeiterin des Blut­spende­dienstes der Univer­sitäts­medizin ist am Frei­tag, dem 13. Februar, ihren Brand­verlet­zungen erle­gen. Auch die sofor­tige Verle­gung in eine Spezial­klinik konnte die Frau nicht retten.

Sport
Tour d’Energie: Viele Anmeldungen
Seit Anfang 2015 haben Radsportinteressierte die Mög­lichkeit, sich einen Platz im Starterfeld der Tour d’Ener­gie zu sichern. Die ersten drei Wochen der Anmel­dung verliefen zum Vorjahr identisch. Ein deutliches Plus konnte in der letzten Woche vor dem Ende der ersten Anmelde­phase festgestellt werden. Derzeit haben sich schon 2.300 Teilnehmer angemeldet, davon werden zwei Drittel auf der 100km-Strecke starten.
Kinder und Erwachsene können sich auf www.tour­denergie.de sowohl für die (Mini-)Taggi-Tour wie auch für die Tour d’Energie anmelden.

Städtische Wohnungsbau
Spendenaktion unterstützt
KiTa und Göttinger Tafel

Als Ergebnis einer weihnacht­lichen Spenden­aktion konnte die Städtische Woh­nungs­bau Mitte Februar der Kinder­tages­stätte in der Wolfgang-Dö­ring-Straße vom Kinder­haus e.V. und der Göttin­ger Tafel eine größere Spende über­reichen. Viele von insgesamt rund 140 ange­schrie­benen Geschäfts­partnern waren dem Vorschlag der Gesell­schaft gefolgt und haben auf die üblichen weih­nacht­lichen Gratifi­kationen verzichtet. So kamen für die KiTa in der Wolfgang-Dö­ring-Straße 2.780 Euro und für die Göttin­ger Tafel 2.680 Euro zusam­men, die durch die Städtische Woh­nungsbau jeweils auf 3.000 Euro aufge­rundet wurden. „Diese Koope­ration macht erneut deutlich, dass gute Zusam­men­arbeit etwas Positi­ves bewirken kann“, betont die Geschäfts­führerin der Städti­schen Woh­nungsbau GmbH, Claudia Leu­ner-Ha­verich, die sich herz­lich bei den Spendern bedankt.

Badeparadies Eiswiese
10millionster Besucher
BadeparadiesEin beachtliches Ergebnis: ausgerechnet am Freitag, den 13. (Februar) konnte die Göttinger Sport und Freizeit GmbH den 10mil­lionsten Besucher begrü­ßen. Er – ein regel­mäßiger Schwim­mer, der vier­mal die Woche das Bad besucht – sowie die 9.999.999 Besu­cherin und der 10.000.001. Besu­cher konnten eine SparCard in Empfang nehmen, die ihnen das Leben im und mit dem Wasser nun noch deut­lich attrak­tiver macht.

Elektromobilität
Renaissance für Oldtimer
Tüftler erwecken alte Autos zu neuem Leben
Kabinen­rollerTüftler erwecken zu­nehmend alte Kult­mar­ken wie­der zum Le­ben und stel­len Klas­si­ker ge­mäß dem Mot­to „Zu­rück in die Zu­kunft“ als Klein­serie auf die Rä­der. So ge­sche­hen beim Mes­ser­schmidt Kabinen­roller (Abb.). Der Inbegriff des Wirt­schafts­wunders sorgt als Schmal­spur­flitzer mit E-Antrieb für jede Menge Fahrspaß. Der regionale Energie­versor­ger Wemag mit Sitz in Schwerin hat einen Trabbi elektri­siert und bietet Umbau­sätze auch für Käfer und Co. Und auf Mallorca erweckt ein Schwabe die vor 95 Jahren unter­gegan­gene mallor­quini­sche Auto­marle „Loryc“ im klassi­schen Blech­kleid mit Elektro­motor wieder zum Leben.Weitere Informationen

Universitätsmedizin spendet Schutzkleidung
für Partnerkrankenhaus in Ghana

Schutzkleidungumg — 70 Schutzanzüge und 300 Schutzmasken hat die Uni­ver­sitätsmedizin Göttingen (UMG) für sein Partner­kran­kenhaus in St. Martin de Porres Hospital in Eikwe/ Ghana gespendet. Eikwe liegt an der Grenze zur Elfen­bein­küste in West­afrika. In Westafrika kam es vermehrt zu Erkran­kungen an Ebola. Die Schutz­kleidung kam bereits bei einem ersten Verdachts­fall zum Einsatz.Weitere Informationen

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Polizeiberichte
Tagesaktuelle Meldungen
Die ausführlichen Polizeiberichte finden Sie hier: Weitere Informationen

Tödlicher Zimmerbrand
im Maßregelvollzug

lü — Nach einem Zimmer­brand im „Festen Haus“ des Maßregel­vollzuges Nieder­sachsen im Tonkuh­lenweg konnte am Morgen des 04.03. ein 46-jähriger Patient nur noch tot geborgen werden.

BMW-Coupé vom
Ausstellungsgelände gestohlen

lü — Autodiebe haben am vergan­genen Wochen­ende (20. bis 23.02.) vom Aus­stellungs­gelände eines Kraft­fahr­zeug­händlers an der Kasseler Land­straße ein schwarzes BMW-Coupé 335d gestohlen.

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