| |
Kurz & bündig
Kultur · Wissenschaft
Kultur
Der Radiotipp |
Alltag im Niemandsland. Zankapfel Nordkosovo. Zehntausende feierten an diesem Tag in den Straßen von Prishtina. Am 17. Februar 2008 erklärte sich die einst jugoslawische Provinz Kosovo zum unabhängigen Staat. Faktisch ist Kosovo seitdem ein geteiltes Land. Im Norden leben etwa 50.000 Serben. Die allermeisten wollen mit den kosovarischen Institutionen nichts zu tun haben. Überquert man den Fluss Ibar in der geteilten Stadt Mitrovica, betritt man faktisch ein anderes Land. Während im übrigen Kosovo der Euro das Zahlungsmittel ist, wird hier ganz selbstverständlich weiter mit dem serbischen Dinar bezahlt. An den Kiosken liegen Belgrader Zeitungen aus, auch die Gehälter der Angestellten des Krankenhauses und der Universität kommen direkt aus Belgrad. Bislang wurde die faktische Eigenständigkeit des Nordkosovo weitgehend toleriert. Doch in Prishtina mehren sich nun die Stimmen, den Norden des Landes notfalls auch mit Gewalt zu integrieren. Und für Belgrad erweist sich der ungeklärte Status des Nordkosovo als Haupthindernis für die Annäherung an die Europäische Union.
►Am 28. Jan. um 11.05 Uhr. Deutschlandfunk.
|
Deutsches Theater
Spielplanänderung
Die für Dienstag, 31. Januar, angekündigte Vorstellung Der Zauberberg muss entfallen (die Vorstellung wird am 6. März nachgeholt). Anstelle der für Mittwoch, 1. Februar angekündigten Vorstellung Torquato Tasso zeigt das DT um 19.45 Uhr im Großen Haus Patrick Barlows Die 39 Stufen (die entfallende Vorstellung wird am 14. März nachgeholt). Aufgrund der Länge der Inszenierung wird die für Freitag, 3. Februar im Anschluss an die Vorstellung Der Zauberberg angekündigte Diskussion Im Dialog – Theater trifft auf Philosophie verschoben, der neue Matinee-Termin wird noch bekanntgegeben.
Torhaus-Galerie
Finissage
Mehr als 400 Besucher/innen haben bislang trotz eingeschränkter Öffnungszeiten die Ausstellung „Energiewände“ des Malers Dietmar Robert Schröter im Torhaus des Alten Stadtfriedhofs besucht. Dieser Erfolg wird mit einer kleinen Finissage am 5. Februar gefeiert. Schröter wird bereits zwei Stunden früher anwesend sein, um Fragen zu seinen Arbeiten zu beantworten und den Wünschen einiger Besucher/innen nach einem persönlichen Gespräch zu entsprechen. Anschließend spricht Nils König über Kunst e.V. und stellt das Programm der Kunst-Gala am 19. Februar vor. Angelika Campos de Melo wird die Finissage wieder musikalisch begleiten.
→ Veranstaltungen.
Pauliner Kirche
„Der rote Wunderschirm“
Ausstellung verlängert
Mehr als 5000 Besucher haben die Ausstellung von Kinderbüchern bislang besucht. Aufgrund des großen Interesses wird sie nun um zwei Wochen verlängert und ist bis zum 26. Februar zu sehen. Im Mittelpunkt steht die kulturhistorisch einzigartige Sammlung historischer Kinder- und Jugendliteratur des Hannoveraner Politikwissenschaftlers und Verfassungsrechtlers Prof. Dr. Jürgen Seifert (1928 bis 2005), die die Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur in einem Zeitraum von nahezu 300 Jahren dokumentiert. 2008 wurde die „Sammlung Seifert“ vom Seminar für Deutsche Philologie erworben.
→ Ausstellungen
Museum
Bis März völlig
ausgebucht
Zusätzliche Angebote
pdg — Bereits jetzt sind sämtliche Veranstaltungen des Städtischen Museums in den Monaten Januar bis März ausgebucht. Wegen der erfreulich großen Nachfrage werden deshalb mehrere Zusatztermine angeboten. Sie betreffen die Reihe „Museum für Kinder“. Einzelheiten dazu siehe → Veranstaltungen.
Preisverleihung
Göttinger Elch
Ohne Antje Kunstmann
aber mit Alice Schwarzer
Alice Schwarzer, Herausgeberin der Zeitschrift Emma, wird ihrer Freundin Franziska Becker mit einem Grußwort zum Göttinger Elch gratulieren. Leider musste Verlegerin Antje Kunstmann ihre Teilnahme an der Verleihung wegen einer Erkrankung kurzfristig absagen.
→ Restkarten unter Tel. 496911.
Reihe Historischer Musik
Le Petit Concert Baroque
gewinnt Wettbewerb
Das Ensemble Le Petit Concert Baroque ist der Gewinner des Nachwuchswettbewerbs Göttinger Reihe Historischer Musik 2011/12. Das Ensemble setzte sich gegen Ombre et Soleil, Concordi Musici und Michaelis Consort durch. Besonders hervorgehoben wurde von der Jury die Ensembleleistung der zwei Cembalistinnen. In ihrem Programm thematisierten die zwei Schwestern Chani und Nadja Lesaulnier „Liebesgefühle auf der weltlichen und geistlichen Bühne“. Die ausgewählten Werke hatten die Musikerinnen selbst transkribiert. Beispielsweise erklang die Arie „Venti, turbini, prestate“ aus der Händel-Oper „Rinaldo“ auf dem Cembalo. Bei der Auswahl und Transkription der Kompositionen achteten sie unter anderem besonders darauf, dass die Musik die im Text transportierten Gefühle ausdrücke, so das Schwesternpaar.
Das Publikum kann die Gewinner nochmals bei einem Auftritt im Rahmen der Händel-Festspiele am 20. Mai in der Aula der Universität in Göttingen erleben. Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen finden vom 17. bis 28. Mai statt.
Skulpturenwettbewerb
am Markt entschieden
pdg — Der im August dieses Jahres gestartete „Skulpturenwettbewerb Kornmarktpassage“ ist erfolgreich abgeschlossen worden. Unter insgesamt 20 Beiträgen hat sich die Jury in ihrer Sitzung am 14. Dezember für den Entwurf „Göttinger Erhebung“ von Andreas Weizenbach aus Hüttlingen entschieden. Für die Realisierung und den Ankauf des preisgekrönten Entwurfs sowie für die Vergabe weiterer Preisgelder stehen privat gespendet 30.000 Euro zur Verfügung.
Zum Seitenanfang
Wissenschaft
PhysikOlympiade 2012
Nachwuchsphysiker im DLR
Deutschlands beste Nachwuchsphysiker treten vom 28. Januar bis 3. Februar am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen im Auswahlverfahren für die Internationale PhysikOlympiade 2012 gegeneinander an. Die 51 Schüler/innen im Alter von 15 bis 19 Jahren haben sich unter bundesweit mehr als 500 Kandidaten qualifiziert. Darunter befindet sich erstmals seit Jahren ein Schüler aus Göttingen.
Aerodynamik
Buckelwale als Vorbild
Hubschrauber wendiger machen
Moderne Hubschrauber könnten deutlich schneller und manövrierfähiger sein, wenn ihnen nicht die Aerodynamik bestimmte Grenzen auferlegen würde. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen haben jetzt eine Möglichkeit, die Manövrierfähigkeit zu steigern, im Flugversuch getestet. Die Idee haben sie beim Buckelwal abgeschaut.
Renaissance-Epos
wiederentdeckt
pug — Rund 500 Jahre lang galt die Felsinais, ein Epos des italienischen Dichters Marco Girolamo Vida, als verschollen. Nun hat der Philologe Prof. Dr. Thomas Haye von der Universität Göttingen das Werk in der Vatikanischen Bibliothek entdeckt. Vida verherrlichte in der Felsinais den Kampf von Papst Julius II. um die Stadt Bologna zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Bei dem nun entdeckten Schriftstück handelt es sich um die Widmungshandschrift, die Papst Julius II. im Jahr 1507 überreicht wurde. „Diese sensationelle Entdeckung ermöglicht zahlreiche neue Erkenntnisse über Vidas frühe Biografie“, erläutert Prof. Haye. „Ferner stellt die Felsinais einen wichtigen Beitrag zur literarischen Verherrlichung von Papst Julius II. dar.“
Marco Girolamo Vida (1485 bis 1566) gilt als größter lateinischer Dichter seiner Zeit, dessen Werke die weitere Entwicklung der frühneuzeitlichen Literatur maßgeblich prägten. In seinem Lehrgedicht De arte poetica, einer Anleitung zur Komposition von Epen, formulierte er die wichtigste Dichtungstheorie der Renaissance. Über Vidas frühe Werke war bislang nur wenig bekannt. Von der Felsinais kannte man lediglich den Titel, der sich vom antiken Namen der Stadt Bologna (Felsina) ableitet. Die Wissenschaftler am Zentrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung der Universität Göttingen wollen den Fund nun durch eine textkritische Edition der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt drei Jahre lang mit insgesamt 158.000 Euro.
Klimafolgen in Niedersachsen
Zweite Förderphase beginnt
pug — Den Folgen des Klimawandels für Niedersachsen gehen in einem groß angelegten Projekt zur Klimafolgenforschung insgesamt 19 Universitäten und Forschungseinrichtungen nach. Der Forschungsverbund „Klimafolgenforschung in Niedersachsen (KLIFF)“ wird koordiniert von der Universität Göttingen. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das Projekt seit 2009. Nun wurde nach einer erfolgreichen Zwischenbegutachtung eine weitere zweijährige Förderphase mit einem Volumen von insgesamt fünf Millionen Euro bewilligt. Insgesamt besteht KLIFF aus sieben themenbezogenen Forschungsverbünden, die sich auf die Bereiche Klima, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz und Tourismus, Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Raumplanung konzentrieren. 
Elektronischer Service
für
ausländische Forscher-Alumni
Konzept ausgezeichnet
pug — Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat im Wettbewerb „Forscher-Alumni deutscher Universitäten“ unter anderem das Konzept der Universität Göttingen ausgezeichnet. Die Hochschule plant elektronische Service-Angebote für ausländische Gastwissenschaftler und will damit auf ihre erfolgreiche Alumni-Arbeit aufbauen. Ein spezielles eResearch-Portal soll Informationen und Kontakte rund um die Universität und die außeruniversitären Einrichtungen des Göttingen Research Campus bündeln. Ausländischen Forscherinnen und Forschern will die Universität Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich eResearch anbieten. Darüber hinaus erhalten die Gastwissenschaftler Online-Zugang zu den elektronischen Ressourcen der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.
Bioenergie
Land verlängert Förderung
für Forschungsprojekt
„Akzeptanz stößt an Grenzen“
pug — Das Land Niedersachsen hat die Förderung für ein Forschungsprojekt zum Thema Bioenergie an der Universität Göttingen um zwei weitere Jahre verlängert. Die Fördersumme des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur beträgt insgesamt 1,6 Millionen Euro. Der seit Anfang 2009 laufende Forschungsverbund „Nachhaltige Nutzung von Energie aus Biomasse im Spannungsfeld von Klimaschutz, Landschaft und Gesellschaft“ ist am Interdisziplinären Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) der Universität angesiedelt.
Geowissenschaften
Algen heute stärker verbreitet
als im Präkambrium
pug — Algen gibt es seit mehr als 1,5 Milliarden Jahren auf der Erde, doch über ihre Verbreitung in den erdgeschichtlich frühen Ozeanen ist bislang nur wenig bekannt. Wissenschaftler der Universität Göttingen und der amerikanischen University of Tennessee in Knoxville haben nun herausgefunden, dass die Organismen in ihrer heutigen Form entgegen bisheriger Annahmen zu Beginn ihrer Existenz wohl nur wenig verbreitet waren: In den sauerstoff- und nährstoffarmen Gewässern der damaligen Zeit waren sie den besser angepassten Bakterien unterlegen.
Ideenwettbewerb
Uni prämiert Vorschläge für
bessere Lehr- und Lernkultur
pug — Aus über 50 Vorschlägen hat die Universität Göttingen die diesjährigen Preisträger ihres Ideenwettbewerbs für Studierende gekürt. Unter dem Motto „Innovativ Lernen – Neugierig Forschen – Ideen für eine bessere Lehr- und Lernkultur“ haben Studierende ihre Ideen und Wünsche eingesandt. „Die zahlreichen innovativen Ideen zeigen das hohe kreative Potenzial der Studierenden und machen den Ideenwettbewerb zu einer wichtigen Quelle für Verbesserungen in der Lehre“, so Vizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Lücke, Schirmherr des Ideenwettbewerbs. Insgesamt sechs Vorschläge wurden prämiert, die besten drei erhielten Geldpreise.
Gender Studies
Wissenschaftskarrieren
und Geschlecht
pug — „Wissenschaftskarrieren und Geschlecht. Fallstudien zu Frankreich – Deutschland – Österreich“ heißt der Titel eines Forschungsprojekts an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Eingeworben wurde das Projekt von der Soziologin PD Dr. Ilse Costas vom Institut für Soziologie der Universität. Im Rahmen eines „Paketantrags“ von Wissenschaftlerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wird untersucht, wie sich die Konstitution von Wissenschaftskarrieren und Geschlecht durch die Umstellung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf unternehmerische Steuerungsformen seit dem Jahr 2000 verändert hat. Das Gesamtprojekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem österreichischen Fonds zu Förderung der wissenschaftlichen Forschung und dem Schweizerischen Nationalfonds gefördert.
Mikroskopie
Deutschlandweit einzigartiges
Gerät
in Göttinger Zoologie
pug — An der Universität Göttingen ist das deutschlandweit erste Elektronenmikroskop (FEI Quanta 250 FEG) mit einem integrierten Ultramikrotom für die Untersuchung kleinster Tiere und Gewebeproben in Betrieb genommen worden. Es deckt das Leistungsspektrum herkömmlicher elektronenmikroskopischer Verfahren ab und bietet zusätzlich die Möglichkeit, Proben von Zellgröße bis ins kleinste Detail hinein dreidimensional darzustellen. Das neue Elektronenmikroskop soll insbesondere dazu dienen, neue Erkenntnisse zur Evolution und den Verwandtschaftsbeziehungen der Organismen zu gewinnen.
Raumfahrt
Antriebstest
eines
Experimental-Raumfahrzeuges
Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einem der europaweit bedeutendsten Hyperschallwindkanäle in Göttingen nach. Sie testen den Antrieb des australischen Experimental-Raumfahrzeuges Scramspace 1, das 2013 starten soll.
Demografieforschung
Bevölkerungsrückgang
per
Genomanalyse verifiziert
pug — Zeitgleich mit dem Eintreffen der Europäer in Nord- und Südamerika kam es zu einer deutlichen Reduzierung der indigenen Bevölkerung auf den beiden Kontinenten. Das haben Wissenschaftler der Universität Göttingen und der amerikanischen University of Washington in Seattle erstmals in einer genetischen Studie gezeigt. Die Forscher konnten mithilfe einer umfassenden Analyse weiblicher Genome nachweisen, dass die Bevölkerungszahlen vor rund 500 Jahren vorübergehend um etwa 50 Prozent sanken. Damit bestätigen sie historische Überlieferungen, nach denen Krankheiten, Krieg, Hunger und Versklavung, die mit den Europäern Einzug in die amerikanischen Kontinente hielten, schwerwiegende Folgen für die dort lebenden Menschen hatten.
Biophysik
Neues aus der
Enzymforschung
pug — Bestimmte Enzyme, die bei der Zellteilung für den Transport von Chromosomen zuständig sind, können sowohl ihre Geschwindigkeit als auch ihre Laufrichtung ändern. Das haben Wissenschaftler des DFG-Forschungszentrums und Exzellenzclusters „Molekularphysiologie des Gehirns“ an der Universität Göttingen sowie der Ben-Gurion-Universität des Negev in Israel herausgefunden. Die Forscher widerlegten damit die bisherige Annahme, dass jedes dieser sogenannten Motorproteine auf eine bestimmte Laufrichtung vorprogrammiert sei. Die neuen Erkenntnisse lassen die Nanometer-großen „Bio“-Maschinen weit leistungsfähiger und vielseitiger erscheinen als bislang vermutet.
Agrarökologie
Natürlichen Feinden von
Blattläusen auf der Spur
pug — Getreideblattläuse können in Getreidefeldern großen Schaden anrichten und erhebliche Ertragsausfälle verursachen. Doch die Blattläuse haben zahlreiche natürliche Feinde, die ihre Vermehrung begrenzen. Agrarökologen der Universität Göttingen haben nun in einer europaweiten Studie experimentell untersucht, wie die Gegenspieler der Blattläuse wirken. Sie fanden heraus, dass die Blattlausdichte ohne natürliche Feinde dreimal höher ist.
Neue Sonderforschungsbereiche
Regenwald als Plantagen/
Entstehung von Planeten
pug — Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ab dem 1. Januar 2012 an der Universität Göttingen zwei neue Sonderforschungsbereiche (SFB): „Ökologische und sozioökonomische Funktionen tropischer Tieflandregenwald-Transformationssysteme (Sumatra, Indonesien)“ an der Biologischen Fakultät und „Astrophysikalische Strömungsinstabilität und Turbulenz“ an der Fakultät für Physik. 
Geobiologie
Pilz- und Baum-Symbiosen
schon vor 52 Millionen Jahren
pug — Geobiologen der Universität Göttingen haben in einem 52 Millionen Jahre alten indischen Bernstein frühe Belege für eine noch heute vorkommende Form der Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzenwurzeln entdeckt, die sogenannten Mykorrhizen. Diese bezeichnen eine weitverbreitete Form der Lebensgemeinschaft zwischen Bodenpilzen und den Wurzeln bestimmter Pflanzen.
Bestseller
Göttinger Predigten
im Internet
Bereits 6 Millionen Besucher
Die „Göttinger Predigten im Internet“, 1997 von dem Göttinger Theologen Prof. Dr. Ulrich Nembach ins Leben gerufen, gehören inzwischen zu den meistbesuchten Internetseiten der Universität. Sie sind zudem Vorreiter für eine ganze Reihe weiterer Predigtprojekte im Internet. Im Oktober verzeichnete die Seite den sechsmillionsten Besucher seit ihrem Erscheinen. Durchschnittlich werden pro Monat über 700.000 Anfragen beantwortet. Auf der Internetseite www.predigten.uni-goettingen.de können die Besucher aktuelle Predigten zu allen Sonn- und Feiertagen des Jahres in fünf Sprachen abrufen, außerdem Predigten zu besonderen Anlässen wie etwa dem Schulbeginn. Auch ganze Reihen mit thematischen Schwerpunkten beispielsweise zur christlichen Liebe oder dem Vaterunser sind vorhanden, ebenso ein umfangreiches Archiv mit zurzeit über 6.500 Texten.
Die Besucher der Internetseite kommen aus rund 120 Ländern. International ist auch die Gruppe der Autorinnen und Autoren der Predigten. Dabei handelt es sich um Universitätsangehörige, Bischöfe oder Gemeindepfarrer aus aller Welt. Die Predigten wenden sich an Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensumständen. „Die Autoren bemühen sich daher besonders, homiletische, soziologische und wirtschaftliche Fragestellungen mit methodischen und didaktischen Ansätzen zu verknüpfen und die Ansätze von Theologinnen und Theologen weltweit mit einzubinden“, erklärt Prof. Nembach. Aktuell werden Texte in deutscher, englischer, dänischer, spanischer und portugiesischer Sprache angeboten.
Paläontologe
Bernsteinvorkommen
in der Südsee
pug — Ein internationales Forscherteam untersucht während einer sechswöchigen Expedition nach Neuseeland und Neukaledonien erstmals systematisch die Bernsteinvorkommen der Region. Die Wissenschaftler unter Leitung des Paläontologen Dr. Alexander Schmidt vom Courant Forschungszentrum Geobiologie erhoffen sich davon Aussagen über die Entwicklung der Ökosysteme Neuseelands. Für Paläontologen sind Bernsteine der südlichen Halbkugel besonders interessant, da sich die meisten bisher bekannten Vorkommen auf der Nordhalbkugel befinden. 
Zum Seitenanfang
|
|
Politische Gängelung
Erster Europäischer Theatertag für Toleranz
Angesichts der politischen Entwicklungen in Ungarn haben zahlreiche Theater in ganz Europa den 1. Februar als ersten Europäischen Theatertag für Toleranz ausgerufen. An diesem Mittwoch wird das „Neue Theater Budapest“ an zwei Intendanten übergeben, die bekannte ungarische Rechtsradikale sind.
|
 |
Neues Theater in Budapest Foto: Misibacsi |
Einer von ihnen war Gründer einer rechtsextremen Partei und betreibt heute noch eine Zeitschrift, in der er antisemitische, antiziganistische und rassistische Hetzschriften veröffentlicht. Da es sich um ein subventioniertes Theater einer europäischen Hauptstadt handelt und der Oberbürgermeister im Alleingang diese Entscheidung gefällt hat, sehen viele Theatermacher und Schauspieler einen Tabubruch. Gemeinsam mit C. Bernd Sucher haben sie eine Initiative gestartet, die sich gegen die schleichende Akzeptanz von Faschisten im öffentlichen Leben richtet. Ungarn ist nicht das einzige Land Europas mit starken rechtsextremen Parteien. In zahlreichen europäischen Theatern, auch im Deutschen Theater in Göttingen, wird am 1. Februar vor den Vorstellungen ein Memorandum verlesen, das zu Toleranz, Vielfalt und Solidarität für die Schwächeren im eigenen Umfeld aufruft.
►Das Memorandum können Sie unter dem folgenden Link nachlesen.
Regionale Landwirtschaft
Städter erobern sich naturnahe Lebensweise zurück
„Veggie-Day“ am Hainberg-Gymnasium ▪ Aktion „Bauer hält Hof“ / Göttinger Genussfahrten
„Wir haben es satt!“ – Demo zur Grünen Woche ▪ Transition Town: Solidarische Landwirtschaft
Das Turbo-Abitur kam später, Turbo-Landwirtschaft hingegen gibt es schon länger. Seit jenen Tagen nämlich, als bäuerliche Betriebe zur Großproduktion ansetzten, als aus ihnen Industriebetriebe wurden mit Massentierhaltung, aus Bauern Agraringenieure. Mit verheerenden Folgen: Nun wird voraussichtlich sogar das Getreide knapp, wird der Brotpreis steigen, weil Landwirte heute Zulieferer der Autoindustrie sind, weil Ackerflächen für die Produktion von „Bio“-Sprit gebraucht werden, die sich eher rentieren als der Anbau gesunder Lebensmittel. Es sind Flächen, auf denen frei laufende Hühner scharren und genießbare Eier legen könnten, Schweine oder Rinder genug Auslauf hätten, so dass sie – wenn auch weniger – so doch schmackhaftes Fleisch nach einem artgerechten, kurzen Leben liefern könnten.
 |
 |
| |
Respekt vor der lebenden Kreatur: Früher übliche Hühnerhaltung Foto: Maqi |
Dem entgegen stehen jedoch die Gier und der Zynismus einer Industrie, die mit bäuerlicher Landwirtschaft so viel am Hut hat wie die Agrarminister mit Tier- und Landschaftsschutz und mit ihrem Respekt vor der lebenden Kreatur. Es gehört schon eine gute Portion Zynismus dazu, Lebewesen so aufwachsen zu lassen, wie es immer noch in beispielsweise niedersächsischen Ställen an der Tagesordnung ist, mithilfe skrupelloser Massenproduzenten und protegiert durch politische Handlanger in den Ministerien, deren verwandtschaftliche Beziehungen mitunter bis in die Betriebe der industriellen Massentierhalter hinein reichen. Landwirtschaftsminister/innen, eilfertig zum Kotau gegenüber jenen Vertretern bereit, deren Namen sie bereits im Titel führen, zugleich auch noch mit dem Tier- oder Verbraucherschutz zu betrauen, das ist ähnlich absurd wie etwa das Umwelt-Ressort einem Wirtschafts- oder Verkehrsministerium anzugliedern – oder einer Bauverwaltung wie etwa in Göttingen.
 |
 |
„Biomasse“ auf endlosen Monokulturen: Rapsfeld Foto: Daniel Schwen |
Die Ergebnisse solch industriellen Wachstumswahns brechen sich nun langsam Bahn. Aktuell etwa durch antibiotikaverseuchte Landwirte mit multiresistenten Keimen, von denen mittlerweile ein Viertel der niedersächsischen Bauernschaft betroffen ist. Nicht mehr ganz so aktuell, weil seit langem schon gebräuchlich, durch den Anbau von „Biomasse“ auf endlosen Monokulturen für die angeblich so umweltschonende Energiegewinnung, die tatsächlich jedoch die natürliche Flora und Fauna radikal ausrottet. Und der gern auch gentechnisch noch nachgeholfen werden darf, was sich dann, obwohl in Deutschland eigentlich verboten, auf unserem Frühstückstisch wiederfindet. Denn bereits heute sind, beispielsweise über das Viehfutter, „70 bis 80 Prozent der europäischen Lebensmittel“ mit der Petrischale im Labor in Berührung gekommen. So jedenfalls äußerte sich freimütig Philip von dem Bussche, Vorstandsvorsitzender eines der führenden Unternehmen von genmanipuliertem Saatgut, der KWS Saat AG, auf der letzten Jahreshauptversammlung im Dezember 2011 und quittierte damit und mit einem müden Lächeln diesbezügliche Protestaktionen aus dem anderen Lager.
Es sind Auswüchse einer Massengesellschaft, wie sie selbst nicht allzu naturverwöhnte, an kunststoffverschweißte Lebensmittel gewöhnte und feinstaubbelastete Stadtbewohner allmählich buchstäblich satt haben. Und so lautete auch die Parole während einer Großdemonstration anlässlich der Grünen Woche am 21. Januar in Berlin, als wütende Bürger massenhaft gegen Antibiotika im Geflügel und andere Sauereien in der Landwirtschaft auf die Straße gingen. Die Sensibilität gegenüber solche Produktionsweisen zum Nutzen von Großbetrieben und zum Schaden der Verbraucher ist inzwischen derart gewachsen, dass immer mehr Menschen dagegen aufbegehren — rechnet man die Teilnahme an der Demonstration während der Grünen Woche nicht mit dazu, allein mit drei weiteren Veranstaltungen in Göttingen während der zweiten Januar-Hälfte. Es zeigt, wie wichtig quer durch alle sozialen und Altersschichten hindurch dieses Anliegen den Menschen geworden ist und wie sehr sie sich von der Politik, aber auch von vielen Erzeugern, verschaukelt vorkommen.
Kundenfang im Internet
Cyber-Betrüger geben sich als falsche Polizeibeamte aus
Polizei warnt und rät zur Vorsicht
ok — Cyber-Betrüger versuchen aktuell bundesweit massiv, auf Onlineverkaufsplattformen (z.B. www.quoka.de) Kunden für hochwertige Elektronikartikel (iPad II) zu gewinnen. Die Betrugsmasche ist jetzt bis in unsere Region vorgedrungen: auch ein Göttinger Bürger hat mehrere Verkaufsangebote erhalten.
 |
 |
| |
Oft betrügerisch: verführerische Angebote im Internet Montage: vs |
Die Cyber-Betrüger gehen dabei wie folgt vor: Das günstige Angebot weckt die Vorstellung beim Interessenten, ein „Schnäppchen“ machen zu können. Vertrauen beim Kaufinteressenten wird erzeugt, indem die Betrüger vortäuschen, seriöse „Polizeibeamte“ zu sein. Als Beweis werden den potentiellen Käufern Kopien von Dienstausweisen via E-Mail übersandt. Was der Kunde nicht ahnt: die Dokumente sind verfälscht bzw. werden unberechtigt genutzt.
Später teilt der Cyber-Betrüger mit, dass er gerade leider Probleme mit seinem Girokonto habe, daher solle man den Kaufpreis an seine Schwester überweisen oder die Ware in Sylt abholen. So motiviert überweist der Kunde, welcher nicht extra nach Sylt fahren kann, sein Geld auf ein deutsches Girokonto – die Warenlieferung bleibt jedoch aus. Die Onlinebetrüger haben bundesweit eine Vielzahl von Finanzagenten angeworben, welche den Tätern Ihr Girokonto für Zahlungseingänge zur Verfügung gestellt haben. Die Finanzagenten leiten die Zahlungseingänge dann nach Abzug von 10% via Geldtransferunternehmen (z.B. Western Union) an Geldempfänger im Ausland weiter. Eine Finanzagentin der Cyber-Betrüger konnte durch die Göttinger Polizei lokalisiert werden – die Ermittlungen wegen Geldwäsche gegen die Frau hat das LKA Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen. Ermittlungen wegen Geldwäsche laufen außerdem aktuell bei den Landeskriminalämtern NRW, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin.
Da die Betrüger äußerst professionell agieren und immer noch aktiv sind, rät die Polizei zu besonderer Vorsicht und empfiehlt, auch bei vermeintlichen Schnäppchen aufmerksam zu bleiben, sich nicht von Ausweisen beeindrucken zu lassen, da diese gefälscht sein können, und Zahlungen nur im Austausch gegen Ware zu leisten (abholen falls möglich). Girokonten dritter Personen sollten tabu sein (Verkäufer und Zahlungsempfänger müssen identisch sein!) und die Identität des Verkäufers solle man – z.B. via Telefonrückruf – überprüfen.
Stadtplanung
Ein Bach verschwindet
Kritik des BUND an geplanten Baumaßnahmen in Weende
Eine „Straßenbau-Orgie“ wird einem schon arg malträtierten Bach den Rest geben, befürchtet die Naturschutz-Organisation BUND Göttingen und meint den Verlauf der Lutter im Weender Industriegebiet. Während Bürger des Ortsteils noch vor einiger Zeit in mühevoller, ehrenamtlicher Kleinarbeit und unter tatkräftiger Mitwirkung des damaligen Ortsbürgermeisters etwas weiter östlich den Bachverlauf gereinigt und versucht haben, ihn zu einem halbwegs natürlichen Gewässer zurückzuentwickeln, hat der Ortsrat gegen die jetzigen Pläne einer weiteren Versiegelung nichts einzuwenden.
Vielmehr verspricht er sich ebenso wie die Stadtverwaltung durch die neu zu schaffende Anbindung an das Güterverkehrszentrum (GVZ II) eine verkehrliche Entlastung – und da darf man nicht zimperlich sein. Bei den Planungen zum GVZ III zwischen Grone und Rosdorf war man es ja auch nicht, ebenso wenig wie bei den Erweiterungsplanungen für Freizeit In und Göttinger Tageblatt, auf deren bislang relativ unberührten Flächen plötzlich keinerlei schützenswerte Kreatur mehr vorzufinden war.
Immer noch sei die „autogerechte Stadt“ Ziel der Stadtverwaltung in Göttingen, wirft die Göttinger Sektion des Bund für Umwelt und Naturschutz den städtischen Planern vor. Die Stadt werde immer mehr auf die Bedürfnisse einer straßengebundenen Logistik ausgerichtet, der Grundsatz „Güterverkehr auf die Schiene“ scheine unbekannt. Unter dem massivem Einsatz finanzieller Steuermitteln werden nicht nur wertvolle Ackerflächen unter Asphalt und Beton begraben und neue Gewerbegebiete errichtet, es werden auch für den daraus resultierenden Güterverkehr ständig neue Straßen gebaut und bestehende erweitert. Das sei das Gegenteil einer nachhaltigen Entwicklung.
Beispiel Lutter: Von der Quelle im Göttinger Wald wird sie schon durch Herberhausen als Kanal geleitet, darf sich vor der Knochenmühle ein bisschen ausbreiten, wird dann aber unter die B27 gezwängt und muss sich bis Hoffmannshof durch ein neues Korsett quälen. In Weende dann immer mehr eingeengt, entschwindet sie ganz unter dem Boden, ist bis zur Einmündung in die Leine völlig verbaut und kommt im Lutteranger nur noch in kleinen Abschnitten an die Oberfläche. Nun hat der Bauausschuss noch eins draufgesetzt und beschlossen, dass auch diese Reste für die Erschließung des Güterverkehrszentrums größtenteils geopfert werden sollen. Die BUND-Kreisgruppe fordert deshalb eine Verminderung des Güterverkehrs, seine Verlagerung auf die Schiene und die vertiefte Prüfung einer alternativen, ggf. kostengünstigeren und naturverträglicheren Erschließung über den Rinschenrott oder die Hannoversche Straße.
Dazu allerdings müssten die Mitglieder im Göttinger Bau-Ausschuss wie auch jene in der Verwaltung erst einmal eine Sensibilität für Nachhaltigkeit entwickeln.
Neues Klimaschutz-Modellvorhaben
Stadt wirbt Fördermittel ein
pdg — Das Innenstadtquartier am Alten Botanischen Garten in Göttingen soll modellhaft nach Möglichkeiten für eine energetische Stadterneuerung untersucht werden. Die Stadt hat dafür erfolgreich Fördermittel aus dem Energie- und Klimafonds des Bundes in Höhe von knapp 93.000 Euro eingeworben. Damit erhöht sich die der Stadt aktuell zufließende Summe an Förderung für Klimaschutzaktivitäten auf über 340.000 Euro.
Im Rahmen ihrer Klimaschutzbemühungen will die Stadt Göttingen auch die historische Innenstadt mit ihrem baukulturell wertvollen und denkmalgeschützten Gebäudebestand in den Fokus nehmen. Die Göttinger Altstadt wurde jetzt in einem bundesweiten Wettbewerb um Fördermittel aus dem Energie- und Klimafonds des Bundes als eines von mehreren Projekten ausgewählt, in denen modellhaft die Möglichkeiten und Potenziale der energetischen Stadterneuerung ermittelt werden sollen. Die Stadt wird dieses Modellvorhaben im „Quartier am Botanischen Garten“ durchführen, dem nordöstlichen Viertel der Göttinger Altstadt zwischen Weender Straße, Theaterstraße und Wall. In diesem Bereich findet sich eine große Vielfalt von Gebäuden, wie sie für die Altstadt von Göttingen typisch sind. Das Spektrum reicht dabei vom denkmalgeschützten Fachwerkhaus bis zum Neubau der 1980er Jahre.
Neben sinnvollen Maßnahmen zur Energieeinsparung und -effizienz an Gebäuden, prüft das Projekt auch Möglichkeiten der zukunftsfähigen Energieerzeugung und -verteilung. Daraus wird für das Quartier ein Teil-Klimaschutzkonzept entwickelt. Ziel ist ein wirksamer Beitrag zur Energieeinsparung, aber auch die Sensibilisierung für die besonderen Anforderungen im historischen Stadtquartier. In einem ersten Schritt hat die Stadt alle Gebäude- und Grundstückseigentümer/innen des Quartiers am Botanischen Garten aufgerufen, sich an diesem Prozess zu beteiligen, sie erhalten einen Fragebogen. Zusätzlich werden von der Energieagentur Region Göttingen exemplarisch für zehn Gebäude kostenlos Energiebilanzen und -konzepte erstellt, die in das Quartierskonzept einfließen.
Weitere Fördermittel erhält Göttingen für die Erstellung eines Klimaschutz-Teilkonzepts „Klimafreundlicher Verkehr“ im Rahmen der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans (Gesamtkosten: rd. 150.000 Euro, Förderung von 70 Prozent für 2012/13) und für die Erarbeitung eines Wärmeversorgungskonzeptes zur Ermittlung von Potenzialen zur Energieeinsparung und zum Einsatz von erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung im Gebäudebereich (Gesamtkosten: rd. 48.000 Euro, Förderung von 70 Prozent für 2012). Gefördert werden daneben die teilweise Sanierung der Innenbeleuchtung in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (Installation von 250 energieeffizienten Leuchten mit sogenannten Präsenzsteuerungen; Stromeinsparung pro Jahr 38.000 Kilowattstunden; Kosten: rd. 67.000 Euro, Förderung von 25 Prozent für 2012) und die Anwendung von Klimaschutztechnologie bei der Stromnutzung in der Außenbeleuchtung (Installation von 430 energieeffizienten Leuchten mit LED-Lampen; Stromeinsparung pro Jahr 150.000 Kilowattstunden; Gesamtkosten rd. 240.000 Euro, Förderung von 40 Prozent für 2012).
Gute Aussichten hat die Stadt nach Angaben der Verwaltung ebenfalls bei der Aufnahme in das Förderprogramm „Masterplan Klimaschutz 100 Prozent“. Dort stehen für die Jahre 2012 bis 2015/16 jährlich weitere knapp 130.000 Euro in Aussicht. Die Entscheidung darüber fällt im Januar 2012.
→www.klimaschutz.goettingen.de
Skimming
Schon wieder Kartenlesegeräte manipuliert
Bislang rund 50 Geschädigte
Vier Wochen nach einem Skimming-Fall in Göttingen wurden jetzt vermutlich in einem Duderstädter Supermarkt im Einkaufszentrum „Feilenfabrik“ ebenfalls Kundendaten über zuvor manipulierte Kartenlesegeräte ausgelesen. Bislang haben sich rund 50 Geschädigte bei der Polizei in Duderstadt gemeldet. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Zahl der Betrugsopfer aber noch ansteigen wird. Nach ersten Schätzungen beträgt die aktuelle Schadenshöhe ca. 30.000 Euro.
Unklar ist derzeit noch, wann und in welcher Form die Lesegeräte manipuliert wurden. Als möglicher Tatzeitraum wird im Moment Mitte November angenommen. Aufschluss hierüber versprechen sich die Ermittler von der Auswertung der Kontenbewegungen der Geschädigten. Wie schon in Göttingen erfolgten die Geldabbuchungen vom Ausland aus, darunter u.a. aus Mexiko. Die Polizei Duderstadt hat zehn Kartenlesegeräte für weitere Untersuchungen sichergestellt.
Die Ermittler raten Geschäftsleuten angesichts des aktuellen Falls zu besonderer Aufmerksamkeit und dazu, sich ihre Kartenlesegeräte genau auszusehen. Manipulationen an Terminals sind manchmal mit dem bloßen Auge zu erkennen. Eine Überprüfung des Gerätes vor Inbetriebnahme sollte daher zur täglichen Routine gehören. Folgende Auffälligkeiten können Hinweise auf eine mögliche Manipulation sein:
- das Gehäuse kann ungewöhnliche Kratzspuren, geschmolzene Stellen oder andere Beschädigungen aufweisen,
- die angebrachten/aufgeklebten Siegel sind beschädigt oder sonst ungewöhnlich verändert,
- Ober- und Unterschale des Gerätes sind nicht mehr passgenau,
- die Schraubversiegelungen an der Unterseite des Gerätes weisen Beschädigungen auf.
Bei Verdachtsmomenten das Gerät auf keinen Fall in Betrieb nehmen und sofort die Polizei informieren.
Sachdienliche Hinweise nimmt die Duderstädter Polizei unter Telefon 05527/98010 entgegen.
Dritte Welt
Göttinger IGS-Schüler sammeln
mehr als 8000 Euro
für Projekte in Nicaragua
Spenden ermöglichen Kindern armer Familien den Besuch der teuren Sekundarstufe
Mit enormen Elan und großer Ausdauer haben die Jüngsten der Lichtenberg-Gesamtschule in Geismar (5. und 6. Jahrgang) am 10. und 11. November in den umliegenden Dörfern ihr Martins-Lied für Nicaragua in die Bevölkerung getragen. Während des Martins-Umzuges in der Göttinger Innenstadt hatte eine Schülerin der 5.6 besonderes Glück: ein Spender hatte kein Kleingeld und gab ihr gleich einen 50-Euro-Schein.
 |
Überschwängliche Freude bei den Schülern der IGS-Partnerschule. Rechts im Bild Gisbert Teepe, ehemaliger Schüler der IGS, der dort seinen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst absolviert, und Carla Ostermayer aus Stuttgart |
Insgesamt beteiligten sich alle 12 Klassen des 5. und 6. Jahrgangs an der Aktion. Normalerweise lässt die Sammelleidenschaft im 6. Jahrgang bei den älteren Schülern etwas nach, nicht jedoch in diesem Jahr. Als stolzes Ergebnis sind nun 4.958,65 (5. Jahrgang) und 3.465,05 Euro (6. Jahrgang) zusammengekommen, und selbst aus dem 7. Jahrgang machten sich noch zwei Schülerinnen auf den Weg und haben 75,10 Euro eingesammelt. Nach Abzug aller Kosten kommen damit 10.600 $ der Partnerschule in Nicaragua zugute. Angesichts solcher Summen war selbst der Zählautomat der Sparkasse Göttingen überfordert: an die zehnmal wohl versagte er unter dem Entsetzens-Geschrei der Schüler seinen Dienst, so dass ihm immer wieder ein Mitarbeiter auf die Sprünge helfen musste. Was der Zählautomat dann letztlich hartnäckig verweigerte – gute alte D-Mark etwa, auch Geld aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus Mexico, Russland und weiteren Ländern – konnten die Schüler wieder mitnehmen.
Ein Geschenk mit Sinn:
Patenschaften, die armen Schülern Bildung ermöglichen
Mit einem größeren Betrag soll nun zehn Grundschülern der Besuch einer weiterführenden Schule ermöglicht werden. Dabei handelt es sich um Schüler aus extrem armen Familien, die hochmotiviert und intelligent sind und unbedingt weiter zur Schule gehen wollen. Doch damit ist es nicht getan. Viele arme Schüler müssen dennoch weiterhin warten und darauf hoffen, dass sie eventuell von einem deutschen Paten gefördert werden, so dass sie ab Januar die teure Sekundarstufe besuchen und ihr Abitur machen können.
Innenstadt
Erneute Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt
Platzverweise und Elternbriefe
jk — Beamte der Polizei Göttingen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Göttingen haben von Freitag, 11.11., 21.00 Uhr, bis zum Sonntag, 12.11., gegen 3.00 Uhr in der Innenstadt und hier insbesondere in der Nikolaistraße erneut eine gezielte Kontrollaktion von Szenetreffpunkten durchgeführt. Parallel dazu war die Jugendhilfe Göttingen mit aufsuchenden Jugendpflegern u.a. im Bereich Cheltenhampark und auf dem Wilhelmsplatz unterwegs.
 |
 |
| |
Brennpunkte Wilhelmsplatz, Nikolaistraße: Jugend in hilflosem Zustand Fotos: vs |
Bis Mitternacht konzentrierten sich die Brennpunkt-Kontrollen auf anwesende Kinder und Jugendliche. An den verschiedenen Kontrollorten wurden dabei rund 50 Personen überprüft. Die Ordnungshüter stellten insgesamt 16 Verstöße nach dem Jugendschutzgesetz fest und sprachen Platzverweise aus. Ab 24.00 Uhr verlagerten die Kontrollteams ihre Tätigkeiten stationär in die Nikolaistraße. In einer dortigen Diskothek fand zu diesem Zeitpunkt eine Karnevalsveranstaltung statt. Das Lokal war entsprechend gut besucht. Gegen eine größere Gruppe alkoholisierter und laut auf der Straße herum grölender junger Heranwachsender sprachen die Beamten ebenfalls Platzverweise aus.
An bekannten Treffpunkten in der Innenstadt stellten die Streifenteams außerdem bei zwölf Jugendlichen die Personalien wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz fest und fertigten in diesem Zusammenhang elf sogenannte Elternbriefe wegen des unerlaubten Konsums von Alkohol und einen weiteren wegen Rauchens in der Öffentlichkeit. Ein 15 Jahre alter Jugendlicher musste wegen Verdachts auf eine Alkoholvergiftung in ein Göttinger Krankenhaus eingeliefert werden. Beamte entdeckten den jungen Göttinger in hilflosem Zustand und kaum ansprechbar in einer Bushaltestelle in der Zindelstraße und forderten einen Rettungswagen an.
Drei weitere alkoholisierte Jugendliche wurden von der Polizei an ihre Erziehungsberechtigten übergeben. Die beiden 15 und 16 Jahre alten Jungen und ein 15-jähriges Mädchen waren an verschiedenen Orten aufgegriffen worden. Ein bei dem 15 Jahre alten Jugendlichen durchgeführter Atemalkoholtest ergab 1,56 Promille. In allen Fällen festgestellter Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz werden die Jugendämter jetzt weitere Maßnahmen ergreifen, z.B. eine Gesprächsaufnahme mit den Erziehungsberechtigten. In dieser Nacht fertigten die Beamten darüber hinaus drei Ordnungswidrigkeiten gegen die Betreiber einer Gaststätte und zweier Einkaufsmärkte der Innenstadt wegen unerlaubter Abgabe von Alkohol an Jugendliche sowie eine weitere OWI-Anzeige nach der Stadtverordnung wegen Urinierens in der Öffentlichkeit. Erst am Wochenende zuvor hatten Polizei und Stadt gemeinsame Kontrollen durchgeführt und dabei ebenfalls etliche Verstöße festgestellt.
Landtag
„Dramatische Ballung der Probleme
in Schünemanns Amtsbereich“
Fall Grahl/Rechtsterrorismus/Flüchtlingspolitik – Grüne fordern umfassende Unterrichtung
Angesichts mehrerer sich aktuell zuspitzender Konfliktlagen mit möglicherweise weitreichenden Konsequenzen für die niedersächsische Innenpolitik haben die Landtagsgrünen für Mittwoch dieser Woche die umfassende Unterrichtung des zuständigen Landtagsausschusses beantragt. „Die Landesregierung muss sowohl zum ‚Fall Grahl‘ als auch zur Abschiebung der Familie Ngyuen, zum Vorwurf der Schikane gegenüber Asylbewerber/innen und zu den Aktivitäten der rechtsextremen Terroristen in Niedersachsen und der Rolle der niedersächsischen Sicherheitsbehörden umfassend Auskunft geben“, fordert der rechtspolitische Sprecher Helge Limburg in Hannover. Der Grünen-Politiker sprach von einer „fast dramatischen Ballung“ der Probleme im Amtsbereich von Innenminister Schünemann.
 |
 |
Asylanten-Mobber: Innenminister Uwe Schünemann Foto: Archiv |
Im Fall Grahl sind aus Sicht der Grünen immer noch die genauen Umstände des Steintorbesuchs des früheren Chefs der Zentralen Polizei-Direktion (ZPD) unklar. Auch eine Begründung für das späte Handeln des Innenministers stehe noch aus. „Der Innenminister täte gut daran, den Eindruck, er habe einen Parteifreund geschützt und erst unter öffentlichem Druck reagiert, wirksam zu entkräften. Bislang ist ihm das nicht gelungen“, sagte Limburg.
Im Zusammenhang mit den Verbindungen der Rechtsterroristen nach Niedersachsen erinnerte Limburg daran, dass dem hiesigen Verfassungsschutz in den letzten Jahren kontinuierlich neue Befugnisse, mehr Mittel und mehr Personal genehmigt wurden. Es stelle sich die Frage, warum es trotzdem möglich war, dass offenbar von Niedersachsen aus eine Terrorzelle derart massiv unterstützt werden konnte, so Limburg. Noch 2009 habe die Landesregierung auf seine Landtagsanfrage geantwortet, dass es keinerlei Hinweise auf rechtsterroristische Aktivitäten oder geplante Straftaten mit Waffen gebe.
Kürzlich ist darüber hinaus ein Fall bekannt geworden, in dem der als rechter Hardliner bekannte Innenminister mit juristisch fragwürdigen Mitteln versucht, eine gut integrierte algerische Asylanten-Familie aus Deutschland hinauszumobben. Notfalls sollte dem mit neuen Strafverfahren nachgeholfen werden. „Die Familie erhält zwar [im Falle einer Verurteilung] tatsächlich nur Tagessätze mit einem geringen Geldbetrag, allerdings ist dieser im Hinblick auf die bereits mehrfach gekürzten Leistungen nur schwierig aufzubringen“, wird der Minister in der Presse zitiert und hofft auf diese Weise, den Menschen das Leben hier unerträglich zu machen.
Energie
Stadt Göttingen bezieht nur noch Öko-Strom
pdg — Die Stadt Göttingen bezieht ganz im Sinne ihrer vielfältigen Klimaschutz-Aktivitäten weiterhin Strom nur aus regenerativen Energiequellen. Ab 1. Januar 2012 tritt ein entsprechender Liefervertrag zur Stromversorgung der städtischen Gebäude und der Straßenbeleuchtung außerhalb der Kernstadt mit der Lichtblick AG in Kraft.
Das ist das Ergebnis einer städtischen Ausschreibung, die nur Stromlieferung aus erneuerbaren Quellen oder aus der Kraft-Wärme-Kopplung vorsah. Der jährliche Strombedarf der Stadt liegt bei rund 10,6 Millionen Kilowattstunden. An der Ausschreibung haben sich allerdings neben dem Landkreis Northeim auch weitere städtischen Gesellschaften und Einrichtungen (Beschäftigungsförderung Göttingen, Deutsches Theater, Göttinger Seniorenzentrum gGmbH, Göttinger Sport- und Freizeit GmbH, Göttinger Bioenergiezentrum GmbH, Volkshochschule Göttingen, Kommunale Datenverarbeitungszentrale Südniedersachsen, musa e.V.) mit einem Gesamtvolumen von weiteren 13 Millionen Kilowattstunden beteiligt.
Der Liefervertrag ist über zwei Jahre abgeschlossen worden. Er beinhaltet die Option für zwei einjährige Verlängerungen. Im Vergleich zur vergangenen Ausschreibung für den städtischen Strombedarf im Jahr 2007 sei der Energiepreis relativ konstant geblieben, meint Oberbürgermeister Wolfgang Meyer. Andere, den Strompreis belastenden Abgaben seien allerdings deutlich gestiegen. Dennoch sei man mit dem Ergebnis der Ausschreibung wirtschaftlich zufrieden. Vor allem aber sei der ausschließliche Einsatz von Öko-Strom ein „deutliches Zeichen dafür, dass wir nicht nur über Klimaschutz reden, sondern dass unsere Stadt auch handelt“, erklärt der OB.
Universitätsbibliothek
Öffentlichkeit ausgeschlossen
Historischer Heyne-Saal wird dauerhaft geschlossen
pug/eb — Was nicht niet- und nagelfest ist, ist vor Kulturbanausen auch nicht gefeit. Kunstwerke werden heutzutage vielfach eher als Kapitalanlage gesehen denn als Kulturgut – wöchentliche Auktionen wie auch spektakuläre Diebstähle oder Fälschungen zeugen davon. Das Kulturgut Buch, zumal in alten Ausgaben, bleibt nicht verschont davon, es wird ebenso wertsteigernd verhökert wie auch geklaut, wohl auch von der heranwachsenden akademischen Elite. Mitarbeiter in der Alten Universitätsbibliothek können ein Lied davon singen: 157 Bände im Wert von rund 30.000 Euro sind nicht mehr auffindbar. Nun soll der historische Heyne-Saal vor Langfingern – und vor der Öffentlichkeit – geschützt werden. Nur Forschung ist dann noch möglich.
Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) unterzieht derzeit ihren gesamten historischen Buchbestand einer Generalrevision. Die Mitarbeiter der SUB prüfen rund 510.000 Bände, um die Vollzähligkeit zu ermitteln, etwaige Bücherverluste festzustellen und die Sicherheit der wertvollen historischen Bestände zu verbessern. Im sogenannten Heyne-Saal, in dem rund 160.000 alte Bücher zu ausgewählten Themenbereichen aufgestellt sind, ist die Revision mittlerweile beendet. Dort gelten 157 Bände im Wert von rund 30.000 Euro als Verluste. „Dabei handelt es sich um empfindliche Lücken in einem seit der Gründung unserer Bibliothek systematisch aufgebauten historischen Bestand, der in diesem Umfang in Deutschland einmalig ist“, erläutert SUB-Direktor Prof. Dr. Norbert Lossau. Nach jetzigem Kenntnisstand besteht kein Zusammenhang zu den Bücherdiebstählen eines Mitarbeiters der SUB in den Jahren 2006 bis 2009. Damals wurde eine erhebliche Anzahl wertvoller Bücher systematisch gestohlen.
Altes Stadtbad / Am Leinebogen
Baubeginn für weitere Kästen
in der nördlichen Innenstadt
Miteinander von Wohnen und gewerblicher Nutzung
Zu feiern gibt es immer was, auch in der Politik. Besonderes Talent dazu hatte einst Hans-Christoph Seebohm, 17 Jahre lang Bundesverkehrsminister dieser Republik. Er ließ keine Gelegenheit aus, hier mal ein quer über die Autobahn gezogenes weiß-rotes Absperrband durchzuschneiden oder dort mal einen Spaten anzusetzen, auf dass bald danach die Bagger den Rest erledigten.
 |
 |
| |
Eitel Sonnenschein mit eingeplant: Ostansicht Richtung Waageplatz Abb.: Delta-Bau |
Den Spaten angesetzt hatte am 7. November auch Oberbürgermeister Wolfgang Meyer, um einen sich „elendig lange“ hinziehenden Baubeginn in der nördlichen Innenstadt auf dem ehemaligen alten Stadtbadgelände zusammen mit Stadtbaurat Thomas Dienberg feierlich zu begehen. Geladen zu diesem „Festakt … mit anschließendem Mittagessen“ hatte der Investor Delta Bau AG. Der „hochwertige, sensible innerstädtische Standort am Leinekanal“ erfordert nach Aussagen der Stadtverwaltung eine „äußerste planerische Sorgfalt bei einer Neubebauung“, wird aber gleichwohl letztlich Gebäude in neumodischer Kastenbauweise gebären. Die zunehmende Konzentration solcher Bauweise in der nördlichen Innenstadt – benachbart befinden sich die Klötze Carree, Gothaer Haus und das alte Sparkassengebäude – dürfte, sobald die Patina des Neuen erst einmal verblasst ist, dem Quartier noch mehr von seinem immer mehr schwindenden Charme nehmen. Allerdings: besser als die beinahe zehn Jahre lang währende Brachlandschaft ist die nun begonnene Bebauung allemal und so kann nicht verwundern, dass die Verwaltung nach dem Strohhalm Delta Bau griff. Die geplanten Gebäude sollen nun „zwischen den vorhandenen Baustrukturen vermitteln und eine der zentralen Lage im Stadtgebiet angemessene bauliche Dichte widerspiegeln“.
Die jetzt entstehende Bebauung ist Ergebnis eines Wettbewerbs, dessen ursprüngliche Intention im Laufe der Zeit zumindest teilweise immer mehr verwässert wurde. So ließ sich die Stockleffsche Mühle am Leinekanal nicht zusammen mit dem übrigen Gelände vermarkten – und lässt sich immer noch nicht vermarkten, sodass nun die Städtische Wohnungsbau dafür einspringen soll. Und die einstigen Planungen einer Göttinger „Museumsmeile“ mit „Wissenshäusern“, die sich vom Städtischen Museum über das Neubaugelände bis zum Waageplatz erstrecken sollte, sind ebenfalls Makulatur. Denn als „Wissenshaus“ – Museum der Wissenschaft – liebäugelt die Universität nun mit dem alten Auditorium Maximum. Die Stadtverwaltung hat sich dem inzwischen angeschlossen, präferierte einst jedoch die ehemalige Justizvollzugsanstalt – und ist dafür auch finanziell bereits in Vorleistung getreten.
Für die nun zu errichtenden Gebäude, die sich ebensowenig in die einst kleinteilige Innenstadtstruktur einfügen wie die übrigen „Klötze“ an dieser Stelle, sondern nur weiter zerstören, was eh’ schon zerstört ist, ist „eine Nutzungsmischung festgesetzt, die eine geschäftlich und gastronomisch genutzte Erdgeschosszone und in den Obergeschossen Dienstleistungen und Wohnen vorsieht“. Es soll der Belebung und Entwicklung des Zentrums dienen, entsprechend dem Leitbild für innerstädtische Planungen, das u.a. auf dem Miteinander von Wohnen und gewerblicher Nutzung in der Innenstadt von Göttingen beruht.
 |
 |
„Fehlgriff“: Ursprünglich geplanter Bau am Groner Tor Abb.: bauwo Grundstücks AG |
Die Göttinger CDU-Ratsfraktion hat sich erfreut über den lang erwarteten Start der Bauarbeiten am Stadtbadareal gezeigt, fordert aber gleichzeitig zeitnahe Nutzungskonzepte für die Zukunft der Stockleffmühle, darüber hinaus des alten Stadtgefängnisses und der alten Tiermedizin am Groner Tor. Der baupolitische Sprecher der Fraktion, Holger Welskop, verspricht sich mit der Realisierung dieser Bebauung und der umfassenden Sanierung des Gothaer Hauses eine erhebliche Aufwertung dieses Teils der Innenstadt.
Die CDU fordert aber auch gleichzeitig Konzepte für die zukünftige Entwicklung anderer städtischer Flächen und Gebäude in der Innenstadt: „Wir warten seit fast einem Jahr auf eine realistische planerische Perspektive für die Stockleffmühle und seit kurzem steht dazu auch die Nachnutzung des alten Stadtgefängnisses zur Disposition“, erklärt Welskop. Darüber hinaus sei die alte Tiermedizin am Groner Tor inzwischen zu einem Schandfleck in bester Lage geworden. Die von der Stadt angestrebte zukünftige Nutzung des Areals am Groner Tor für einen ansprechenden Hotelneubau in Kombination mit weiteren Angeboten halte die CDU-Fraktion nach wie vor für richtig, „städtebaulich und architektonisch darf aber nicht wieder so ein Fehlgriff wie beim letzten Auswahlverfahren passieren, denn damit würde die Chance einer baulichen Aufwertung des Groner Tores als Entree in die Stadt sträflich vertan“, warnt er.
Öffentlicher Personen-Nahverkehr
Einzigartige Studie
untersucht detailliert Alternativen zum Busliniennetz
Konstruktive Bürgerbeteiligung wie von Parteien gefordert
Eine „stärker ausgeprägte Kultur der Mitsprache und der Beteiligung von Bürgern nicht nur bei städtebaulichen Planungsprozessen“ – so eine Forderung von Bündnis 90/Die Grünen im Göttinger Rat vom Frühjahr dieses Jahres – hat sich in Göttingen längst herausgebildet. Erinnert sei beispielsweise an das Engagement von Anwohnerinitiativen etwa in Roringen oder im Brauweg, insbesondere auch in der Wiesenstraße, wo es – im besten konservativen Sinn – um den Erhalt dort gewachsener Strukturen ging. Es ist ein Engagement, das mitunter ganz eigene, alternative Konzepte zur Bewahrung der Lebensqualität im jeweiligen Viertel hervorbringt, und diese Konzepte sind durchaus nicht immer identisch mit den Vorstellungen der Göttinger Stadtplaner.
 |
 |
Hans P.G. Hoorn im Jacobiviertel Foto: Uwe-Scheibler |
Weniger mit städtebaulichen als mit verkehrslenkenden Aspekten beschäftigt sich die Bürgerinitiative Jacobiviertel, welcher der ständige Busverkehr in der Jüdenstraße ein Dorn im Auge ist. Nach Ansicht von Anwohnern führt er sowohl durch seine hohe Frequenz als auch wegen massiver Erschütterungen während des Vorbeifahrens zu erheblichen Beeinträchtigungen der Aufenthaltsqualität im Quartier. Bereits in einer Eingabe vom November 2008 forderte die Initiative ein „Neues Buskonzept“ und arbeitete dazu Alternativen aus mit Tangentiallinien und nur noch einigen wenigen Busverbindungen quer durch die Innenstadt, die jedoch nach Meinung des von der Verwaltung bestellten Gutachters Volker Stölting nicht realisierbar sind. Der „ÖPNV in der City ist optimal“ jubilierte daraufhin die Verwaltung am 8. Januar 2010 in einer Pressemeldung unter Verweis auf Stölting.
Ganz anderer Ansicht ist hingegen der niederländische Experte Hans P.G. Hoorn, den die Initiative kürzlich erneut nach Göttingen einlud und der bei seinem zweiten Besuch die „autogerechte und bus-angepasste Innenstadt … ganz schwach“ fand und die „Radfahrer in der Fussgängerzone“ dazu. Während Hoorns Urteil „offensichtlich davon ab[hängt], wer ihn einlädt“, zielte Oberbürgermeister Wolfgang Meyer ein wenig unter die Gürtellinie, war das bei Stölting, der noch dazu von den Einladenden bezahlt wurde, selbstverständlich nicht der Fall. Das zeugt von wenig Souveränität gegenüber abweichenden Meinungen und auch von geringer Offenheit gegenüber neuen Ideen – was nicht weiter schlimm wäre, bliebe die Stadtplanung davon unberührt.
Wenig berührt hat sie offenbar auch ein umfangreiches „Ideenkonzept zur Optimierung des ÖPNV in Göttingen“, das nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit vor einiger Zeit im Bauausschuss kurz abgehandelt wurde und das von dem heute in Israel lebenden ehemaligen Göttinger Matthias Doerfer stammt. Zu kurz, wie Gö-Polis meint und das diskussionswürdige Konzept hiermit einem größeren Publikum zur Verfügung stellt (Download am Ende des Beitrags). Doerfers Konzept hat vermutlich allein schon deshalb wenig Chancen, weil es versucht, teilweise radikal umzudenken, statt lediglich auf den vorhandenen Gegebenheiten aufzubauen, obgleich es diese systematisch weiterentwickelt. In letzter Konsequenz führt es hin zu Taktzeiten von teilweise nur 10 Minuten – ein Ansinnen, das die Verwaltung in ihrer Bewertung mit zwei empörten Ausrufungszeichen (!!) versieht –, zu Oberleitungsbussen an der Peripherie bis hin zur Vernetzung regionaler S-Bahn-Verbindungen ins Umland. Ein solches Konzept erfordert jedoch eine langfristige Strategie und Denkweise, statt nur auf kurzfristige Erfolge zu setzen.
Kommunalstruktur
Eingeschränkt zukunftsfähig
Erste politische Stellungnahmen
Wozu eigentlich ein Gutachten, wenn sich sowieso niemand danach richten will? Die Vorstellung einer wissenschaftlichen Studie zu den Kommunalstrukturen im südlichen Niedersachsen hat einmal mehr deutlich gemacht, dass empirisch gewonnene Ergebnisse das eine sind – politische Willensentscheidungen sind das andere. Und nicht immer sind sie unter einen Hut zu bekommen.
Die drei Landräte und der Göttinger Oberbürgermeister, die da kürzlich mit dem Staatswissenschaftler Joachim Jens Hesse beisammen saßen, um sich von ihm die Zukunftsfähigkeit der Region erklären zu lassen, gingen durchaus nicht immer d’accord mit den Schlussfolgerungen des von ihm erstellten Gutachtens – und das war ihnen auch wichtig zu betonen.
Hesse diagnostiziert einen „unabweisbaren Handlungsbedarf“ zur Reformierung der kommunalen Strukturen in Südniedersachsen. Denn die Kreise Göttingen, Northeim und Osterode seien „aus sich selbst heraus“ nur noch „eingeschränkt zukunftsfähig“, nicht zuletzt auch, weil es an „großräumigem Denken und Handeln“ mangelt. Nachteilige Kleinteiligkeit, die einer weiteren Entwicklung entgegensteht, sieht Hesse also nicht nur in den Strukturen, sondern auch in den Köpfen.
Zu erkennen sei dies nicht zuletzt daran, führt der Wissenschaftler aus, dass Südniedersachsen „keine Stimme nach außen“ besitze, weder beim Bund noch gar bei der EU richtig wahrgenommen werde. Ansätze zur Schaffung einer regionalen Identität, etwa mithilfe des Regionalverbandes Südniedersachsen oder der SüdniedersachsenStiftung, seien sogar eher kontraproduktiv verlaufen. 
Naturschutz
Umweltvernichtungsausschuss
In einer Art vorauseilendem Gehorsam hat eine rot-grüne Mehrheit im Bauausschuss schnell noch vor der Sommerpause ein Göttinger Naherholungsgebiet zur Bebauung freigegeben und obendrein noch aus dem Landschaftsschutz entlassen. Plötzlich ist das, was man einst für wertvoll und schützenswert erachtete, einem opportunistischen Wertewandel unterworfen.
Und zwar ohne Not. Nicht dass dort etwa gebaut werden soll in absehbarer Zeit, aber es könnte ja mal gebaut werden oben in Nikolausberg am Fassberg. Obgleich die Max-Planck-Gesellschaft betont hat, dass auf absehbare Zeit keine Erweiterungen beabsichtigt sind und man nicht einmal wegen eines solchen Themas an die Stadt herangetreten ist. Dennoch hat diese sich zu einer „strategischen Baulandvorbereitung“ entschlossen, dem nun eines von drei unter Landschaftsschutz stehenden Arealen zum Opfer fallen wird.
Zwar handelt es sich dabei um die „am wenigsten wertvolle“ Fläche, wie die Untere Naturschutzbehörde den Bauversessenen zu verstehen gab, gleichwohl aber um eine wertvolle Fläche. Doch solche Nuancen waren im Bauausschuss wenig gefragt. Gefragt war vielmehr, „im internationalen Standortwettbewerb ein deutliches Profil und weiterhin eine führende Rolle einzunehmen“, da sind frühere Bewertungen eher hinderlich. Und jegliches Gerede über Nachhaltigkeit sowieso. 
Zum Seitenanfang
|
|
|
Kurz & bündig
Politik · Wirtschaft · Gesellschaft
Politik und Verwaltung
Verwaltung
Ausschuss- und
Ortsratssitzungen
Ortsrat Groß Ellershsn/
Hetjershsn/Knutbühren: 30. Januar
►Einzelheiten zu den Sitzungen auf Seite 1
_________________
Welt-Lepra-Tag
OB ruft zur Unterstützung
gegen Lepra auf
pdg — Der Göttinger Oberbürgermeister Wolfgang Meyer ruft die Göttinger Bevölkerung auf, aus Anlass des Welt-Lepra-Tages am Sonntag, 29. Januar, die Arbeit der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) zu unterstützen. Medizinisch ist Lepra heute vollständig heilbar – vorausgesetzt, sie wird rechtzeitig erkannt. Obwohl bereits 1981 ein Heilmittel gefunden wurde, leiden immer noch Hunderttausende an dieser Krankheit. Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. engagiert sich seit 50 Jahren für Menschen mit Lepra und ihre Familien und sorgt für medizinische und soziale Hilfe. Damit die DAHW den Kampf gegen die Lepra weiterhin so erfolgreich führen kann, braucht sie Unterstützung.
►Spenden können auf das Konto Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V., Konto-Nummer: 9696, Bankleitzahl: 790 500 00, Sparkasse Mainfranken Würzburg überwiesen werden.
Grüne
Bespitzelung von Politiker/innen
und
Journalisten unangemessen
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat unterstützt die Forderung des Göttinger Landtagsabgeordneten Patrick Humke nach Offenlegung seiner Verfassungsschutzakte. „Die willkürliche Dauerbespitzelung linker Strukturen aus nicht nachvollziehbaren Gründen muss ein Ende haben“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Rolf Becker, erst recht wenn die Betroffenen auf Grund ihrer gesellschaftlichen Funktion mit besonderen Persönlichkeitsrechten ausgestattet sind. „Der Landtagsabgeordnete Patrick Humke und der Göttinger Journalist Kai Budler sind nur die zwei prominentesten Göttinger Beispiele für mindestens zwei grundlegende Fehlentwicklungen des Verfassungsschutzes in Deutschland“, erläutert Becker. „Damit meine ich erstens die systematische Gleichsetzung des Gefährdungspotenzials „linker“ und „rechter“ Strukturen, die, wie die Morde der „Zwickauer Terrorzelle“ beweisen, fern jeder Realität ist, und zweitens die zunehmende Außerkraftsetzung von Grundrechten zur Befriedigung staatlicher Neugier mit immer umfassenderen technischen Mitteln.“
Heilsarmee
Einigkeit
über weiteres Vorgehen
pdg — Heilsarmee und Stadt Göttingen haben im Rahmen eines Gesprächs am 25. Januar vereinbart, wie im Hinblick auf die Zukunft des Männerwohnheims verfahren werden soll. Gemeinsame Priorität hat nach Mitteilung der Stadtverwaltung die Weiterführung des Wohnheims für alleinstehende Wohnungslose durch die Heilsarmee nach dem bisherigen Konzept. Der Weiterbetrieb des Wohnheims hängt jedoch von seiner künftigen Auslastung ab. Gemeinsam werden der Träger Heilsarmee und die Stadt den Bedarf und die künftige Belegungssituation beobachten.
Sollte die Belegung in Zukunft eine Weiterführung des bisherigen Wohnheimkonzepts nicht mehr erlauben, wollen Heilsarmee und die Stadt ein gemeinsames ambulantes Nachfolgekonzept erarbeiten. Die heutigen Bewohner der Einrichtung sollen, sofern sie Sozialhilfeempfänger sind, auch bei einem Konzeptwechsel am Standort weiterleben können. Heilsarmee und die Stadt werden in den nächsten Tagen mit den Bewohnern sprechen, um entsprechende Befürchtungen auszuräumen.
CDU/FDP: Reserveflächen vermarkten
Reserveflächen, die seinerzeit für Schulerweiterungen oder andere Planungen vorgesehen waren und die die Stadt vor Jahren gezielt erworben hat, sollten nach Auffassung der CDU/FDP-Ratsgruppe „zu Gunsten des dünnen Stadtsäckels vernünftig verwertet“ werden. Sie hat deshalb eine entsprechende Anfrage im Finanzausschuss eingebracht – und entdeckt dabei sogar ihr Herz für die Natur: „Ökologisch wie finanziell ist es immer von Vorteil, wenn bevorzugt Flächenreserven innerhalb des alten Siedlungskerns genutzt werden, bevor gute Ackerflächen mit hohem Erschließungsaufwand neu erschlossen werden“, erklärt die finanzpolitische Sprecherin, Brigitte Eiselt.
Haushaltsberatungen
CDU/FDP-Bündnis
sucht Zusammenarbeit
SPD und Grüne nicken zustimmend
Die CDU/FDP-Gruppe hielte es für ein „besonderes Signal“, wenn die Gespräche über den Haushalt 2012 und das vom Oberbürgermeister Wolfgang Meyer angekündigte Entschuldungsprogramm gemeinsam angegangen würden und bietet dafür „konstruktive Gespräche“ an. In diesem Sinne hat sie sich mit entsprechenden Schreiben an die Fraktionen des Mehrheitsbündnisses gewandt. Letzlich gehe es „um die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt“, darum, finanzielle Spielräume wieder zurückzugewinnen. „Wir werden die großen Herausforderungen, die vor uns stehen, nur gemeinsam lösen können“, so begründet der Vorsitzende der CDU-FDP-Gruppe im Rat, Fritz Güntzler, seinen Vorstoß. Um die Zukunftsfähigkeit der Stadt zu erhalten, sollte der Rat mit möglichst breiter Mehrheit die mit der Entschuldungshilfe des Landes verbundenen Entscheidungen treffen.
SPD und Grüne haben inzwischen das Gesprächsangebot angenommen, wollen sich aber bis nach dem 17. Februar damit Zeit lassen. An diesem Tag findet die nächste Ratssitzung statt.
Amtsblatt Nr. 2
pdg — Die öffentliche Bekanntmachung der Sitzung der Verbandsversammlung der Sparkassenzweckverbandes Göttingen am 30. Januar ist einziges Thema der zweiten Ausgabe des Amtsblatts für die Stadt Göttingen in diesem Jahr, die am Freitag, 20. Januar, erschienen ist.
Inhalt von Amtsblatt 1 war die Einladung zur Verbandsversammlung des Zweckverbandes für Tierkörperbeseitigung Südniedersachsen / Hannover als einziges Thema.
Das Amtsblatt ist kostenlos im Info-Büro im Neuen Rathaus, im Alten Rathaus, in der Stadtbibliothek sowie in den Verwaltungsstellen Geismar, Grone und Weende erhältlich und auch im Internet unter www.goettingen.de →Rathaus & OB →Politik & Rat →Amtsblatt zu finden.
Gelebte Städtepartnerschaften
Vorschau auf das Jahr 2012
pdg — 30jähriges Jubiläum der Zusammenarbeit mit Pau in Frankreich, feierlicher Auftakt im Jahr der in London stattfindenden Olympischen Spiele in Cheltenham und Musiker aus Nanjing beim Göttinger Jazz-Festival – das sind einige der Höhepunkte im Rahmen der für 2012 geplanten Partnerschaftsaktivitäten der Stadt Göttingen. 
Demografie
Mehr Kinder, weniger Ehen
pdg — Erste vorläufige Zahlen hat das Göttinger Standesamt im Rahmen seiner Jahresstatistik für 2011 vorgelegt: Danach wurden im vergangenen Jahr 2.246 Geburten* beurkundet. 2010 waren in Göttingen 2.158 Kinder zur Welt gekommen. Als beliebteste Vornamen für Mädchen entpuppten sich 2011 wie 2010 und 2009 Marie und Sophie. Auf Platz drei hat Anna die Mia abgelöst. Die Favoriten bei den Jungen hießen Maximilian, Elias und Lukas. 480 Ehen wurden im vergangenen Jahr in Göttingen geschlossen, 20 weniger als im Vorjahr. Gestiegen von acht auf elf ist die Zahl der registrierten Lebenspartnerschaften 2011, alle zwischen Frauen. Das Göttinger Sterbebuch verzeichnete 2.202 Beurkundungen*. 2010 waren es 2.178 gewesen. Die Zahl der Kirchenaustritte ist leicht gesunken – von 662 auf 655.
* Die Angaben beinhalten auch Personen ohne Wohnsitz in Göttingen.
Schülerwettbewerb I
Alle für Eine Welt. Eine Welt für Alle
Das Thema des Schulwettbewerbs des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik „Alle für Eine Welt. Eine Welt für Alle“ lautet „Was siehst du, was ich nicht sehe? Perspektive wechseln!“
Noch bis zum 7. März können Schüler/innen der Klassenstufen 1 bis 13 in Schulklassen sowie in Schülerteams oder Arbeitsgemeinschaften und Lerngruppen aller Art, auch aus deutschen Schulen im Ausland mitmachen. Außerdem können ganze Schulen teilnehmen. Die Wettbewerbsbeiträge und -projekte können Themen aufgreifen wie etwa „Kinder der Welt“, „Lebenswelten von Mädchen“, „Kinderrechte und (Mädchen-)Fußball“, „Entwicklung und Klimaschutz“ sowie „China als Entwicklungsland“. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. So können Texte, Filme, Daumenkinos und Theaterstücke ebenso eingereicht werden wie Multimediapräsentationen, Pantomime, Kunstwerke oder Plakate. Für die Gewinner gibt es Geldpreise. Zudem erhalten alle Teilnehmer/innen eine Urkunde des Bundespräsidenten.
►www.eineweltfueralle.de
Schülerwettbewerb II
Gegen Rechtsextremismus
Mit der Initiative „Gerechte Sache“ hat das Bundesjustizministerium einen Wettbewerb für Schüler/innen zwischen 14 und 20 Jahren ausgerufen, in dem die besten Ideen, Konzepte und Aktionen gegen Rechtsextremismus sowie deren Umsetzung prämiert werden sollen. Darauf macht der Göttinger Bundestagsabgeordnete Lutz Knopek (FDP) aufmerksam. Mit ihren Beiträgen können sich Einzelpersonen, Kleingruppen und ganze Schulklassen noch bis zum 30. April bewerben. Zu gewinnen gibt es Klassenreisen und für einzelne Teilnehmer ein MacBook Air sowie weitere interessante Preise. Politischer Extremismus sei unvereinbar mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. „Solche Ideenwettbewerbe leisten einen nicht unwesentlichen Beitrag, unser gesellschaftlich-demokratisches Immunsystem intakt zu halten“, meint der FDP-Politiker.
►www.gerechte-sache.de/wettbewerb
Bundestag
Beifall von ungewohnter Seite
Der Göttinger FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Lutz Knopek begrüßt das „überfällige Bekenntnis“ der Grünen-Bundestagsfraktion zum Ausbau sechs westdeutscher Autobahnen und damit „zur Notwendigkeit zentraler Straßeninfrastrukturprojekte“. Knopek hat damit zugleich die von ihm immer wieder protegierten Projekte einer Neutrassierung der B241 bei Uslar oder eine weitere Verlegung der B247 bei Obernfeld, Mingerode, Gerblingerode und Duderstadt im Blick. Zwar sieht Knopek „im Flächenverbrauch und dem Naturschutz wichtige Argumente, die im Einzelfall mit den Vorteilen gut ausgebauter Straßen abgewogen werden müssten“ – dann aber wohl eher doch zu Lasten der Natur: „Der Um- und Ausbau wichtiger Verkehrsprojekte ist auch jenseits der A7 für Südniedersachsen elementar. Wir brauchen auch künftig Investitionen in unsere Landes- und Bundesstraßen, um die Attraktivität der Region und die Zukunftschancen der hier ansässigen Betriebe zu stärken, die Bürger und insbesondere die Pendler zu entlasten, mehr Verkehrssicherheit zu gewährleisten und lästige Staus zu vermeiden“, so das Göttinger Bundestagsmitglied.
Unter einer solchen Maxime kann es jedoch nur darum gehen, die Natur allenfalls „behutsam“ zu zerstören anstatt sie – zu Lasten des Straßenbaus – intakt zu lassen. Es sind Argumente, mit denen vor gar nicht mal allzu langer Zeit regionale Parteigliederungen kläglich baden gegangen sind.
Zum Seitenanfang
Wirtschaft
Gewerbliche Wirtschaft
Deutsche Bahn AG
Von wegen Pünktlichkeit
Mehr als 2 Millionen Zugankünfte überprüft
Vier von fünf Fernzügen fahren pünktlich, sagt die Deutsche Bahn. Doch es gibt große Unterschiede – zum Beispiel je nach Zugart und Region. Die Stiftung Warentest hat im vergangenen Jahr an 20 wichtigen Bahnhöfen mehr als 2 Millionen Zugankünfte überprüft. Dabei schnitten Stralsund im Norden und Freiburg im Südwesten am besten ab. Als Bahnhof mit den häufigsten Verspätungen erwies sich der Hamburger Hauptbahnhof.
GWG
CDU gegen Personal-Geschachere
Die Göttinger CDU/FDP Ratsgruppe hat Oberbürgermeister Meyer aufgefordert, den Ablauf des Bewerbungsverfahrens und einen möglichen Ausschreibungstext für die Geschäftsführernachfolge bei der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft GWG in der nächsten Aufsichtsratssitzung vorzustellen. Es gibt Vermutungen, dass dieser Posten intern vergeben werden soll.
Nach Ansicht der CDU/FDP Gruppe hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit dem zugehörigen Bereich des Veranstaltungsmanagements von Lokhalle und Stadthalle eine herausgehobene Bedeutung für die wirtschaftliche und kulturelle Weiterentwicklung Göttingens. „Es muss jeder Eindruck vermieden werden, dass diese oder irgendeine andere Geschäftsführerposition einer städtischen Gesellschaft nach Parteibuch vergeben wird, hier geht es um Transparenz und Qualität bei wichtigen Personalentscheidungen“, erklärt der stellvertretende CDU/FDP Gruppenvorsitzende Holger Welskop und bemängelt: „Wir vermissen bis jetzt dazu eine eindeutige Aussage des Oberbürgermeisters und Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Meyer.“
Die hat er inzwischen gegeben: der Posten wird öffentlich ausgeschrieben.
Arbeitsmarkt im Dezember
Zum Jahresende stabil
Zum Jahresende präsentierte sich der Arbeitsmarkt in Südniedersachsen stabil. Der saisonübliche Anstieg der Arbeitslosenzahlen zum Jahresende fiel im Dezember deutlich geringer aus als in den vergangenen Jahren. So stieg die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Göttingen im zurückliegenden Monat um 186 bzw. 1,3%. Damit waren 14.858 Menschen arbeitslos gemeldet, 2.652 bzw. 15,1% weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote betrug konstant 6,6% und lag damit 1,2 Prozentpunkte unter dem Dezember-Wert 2010.
Göttinger Statistik – Aktuell
Nahversorgung mit Lebensmitteln
pdg — In der Stadt Göttingen gibt es insgesamt ein breites Angebot an Lebensmittelhandel, allerdings nicht mehr in manchen Bereichen außerhalb der Kernstadt. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung zur „Nahversorgung mit Lebensmitteln in Göttingen 2011“, die in der Publikationsreihe des Fachdienstes Statistik und Wahlen der Stadt Göttingen „Göttinger Statistik - Aktuell“ veröffentlicht wird. Deren Heft 35 ist jetzt erschienen.
Rettet den Regenwald
Die Euphorie, die sich einst um nachwachsende Rohstoffe als allein selig machender Ersatz für konventionelle Energieträger gebildet hatte, ist längst der Ernüchterung gewichen. Denn für die Gewinnung von Palm- und Sojaöl werden in Südamerika und Südostasien in großem Stil Urwälder vernichtet. Ebenso dafür, um unter dem Label der Ökologie in Europa angeblich umweltfreundlich gewonnene Nahrungsmittel anbieten zu können – bevorzugt auch in Ökoläden. EU und selbst der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung nehmen längst eine kritische Haltung gegenüber diesen „Alternativen“ ein. Die Organisation Rettet den Regenwald engagiert sich auf bewundernswerte Weise für den Erhalt der letzten noch verbliebenen ökologischen Reservate – wovon letztlich unsere Zukunft abhängt – und ruft regelmäßig zu Kampagnen gegen deren weitere Zerstörung auf. Gö-Polis wird sie an dieser Stelle ebenso regelmäßig veröffentlichen und möchte seine Leser dazu animieren, sich am Erhalt unserer Lebensgrundlagen aktiv zu beteiligen. Immer, wenn Sie an dieser Stelle ein neues Bild vorfinden, gibt es eine neue Aktion bzw. Neues zu berichten.
Seelöwen in Chile:
Sterben für Lachsbrötchen?
|
Foto: RdR
|
Die chilenische Regierung will Seelöwen, die an der Küste des Landes leben, abschießen. Die Meeressäuger würden der Fischerei-Industrie angeblich die Fänge wegschnappen und die Lachskäfige ausräubern. Doch nicht die Seelöwen haben den Pazifik vor Chile leergefressen – die Fischerei-Industrie hat sich durch Überfischung selbst in die Krise gebracht. Und die in riesigen schwimmenden Käfigen gezüchteten Lachse sterben massenhaft an einem aus Europa eingeschleppten Virus. Die Lachszucht verseucht zudem massiv die Ökosysteme. Zehntausend Fischer und Arbeiter haben nun kein Einkommen mehr. Als Sündenböcke für das Disaster sollen die Seelöwen sterben. Die chilenischen Umweltorganisationen bitten um unsere Unterstützung. Bitte schreiben Sie an den chilenischen Präsidenten:
http://www.regenwald.org
►Lesen Sie dazu auch den Bericht über die Aktivitäten des Göttinger Nicaragua-Vereins und sein Bemühen um Patenschaften für Kinder aus armen Verhältnissen in La Paz Centro, der Partnergemeinde.
Zum Seitenanfang
____________
Beruf und Karriere
Informationsveranstaltung
Arbeiten und Leben im Ausland
Schwerpunkt Europa
Wer sich mit dem Gedanken trägt oder bereits beschlossen hat, im Ausland zu arbeiten, sollte vor dem Reiseantritt wichtige Fragen klären. Interessierte erhalten bei dieser Informationsveranstaltung zahlreiche Tipps und Anregungen von den Spezialisten der Auslandsvermittlung der Agentur für Arbeit. Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Agentur bietet dafür am Dienstag, den 31. Januar, die Gelegenheit, sich dazu zu informieren und Fragen zu stellen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung jedoch erforderlich: Tel. 520-670 oder per E-Mail: goettingen.biz@arbeitsagentur.de.
►Am 31. Januar um 10.00 Uhr in der Bahnhofsallee 5.
Freiwilliges Ökologisches Jahr
Das Entwicklungspolitische Informationszentrum (EPIZ) vergibt vom 1. Februar bis 31. August eine Stelle für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Themenbereich „Eine Welt“. Träger der Stelle ist das Institut für angewandte Kulturforschung e.V. Die Aufgaben umfassen die Mitwirkung bei unseren Aktivitäten zur entwicklungspolitischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit wie etwa die Herstellung des regelmäßigen Informationsblattes, Planung und Durchführung von Veranstaltungen, Mitbetreuung der Leihbücherei und des Archivs und anderes mehr. Die Aufgaben werden weitgehend im Büro erledigt, wobei PC-Kenntnisse erforderlich und eigene Ideen willkommen sind. Gelegentliche Arbeiten am Abend oder am Wochenende sind möglich. Gesucht wird eine/n Freiwillige/n im Alter zwischen 18 und 26 Jahren, bei der oder dem entsprechendes Interesse vorhanden ist.
►Kontakt: Tel. 487066, info@epiz-goettingen.de
„Zurück in den Beruf“
Geförderte Bildungsangebote 2012
pdg — Frauen und Männer, die ihre Berufstätigkeit für die Arbeit in der Familie unterbrochen haben, finden im Weiterbildungsprogramm der von der städtischen Koordinierungsstelle „Frauenförderung in der privaten Wirtschaft“ herausgegebenen Broschüre „Zurück in den Beruf“ zahlreiche Angebote. Mehr als 30 Fortbildungen in Göttingen, Hann. Münden und Duderstadt finden immer vormittags statt, damit Probleme mit der Kinderbetreuung möglichst gering sind. „Wer während der Elternzeit beruflich am Ball bleiben oder als Berufsrückkehrerin die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern will, findet im Programm vielfältige Fortbildungsmöglichkeiten“ betont Ina Langanke, die Leiterin der städtischen Koordinierungsstelle.
Fernkurse Betriebswirtschaft
Große Preisunterschiede für Bildung
Kenntnisse in Betriebswirtschaft kann man sich „gut“ in sieben von neun Kursen in einem Fernlehrgang aneignen. So lautet das Urteil der Stiftung Warentest nach einer Untersuchung von neun Grundlagenkursen für Quereinsteiger. Unterschiede gab es vor allem bei Preis, Dauer und Art der Abschlussprüfung. Zwei Fernkurse erhielten nur die Note „Befriedigend“. Alle Kurse im Test sind von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht zugelassen, kosten 430 bis 2 700 Euro und dauern mindestens sechs Monate.
____________
Verbraucherschutz
Abofalle statt Flugticket
Gefälschten Gewinnspiel
Noch nie wurden so viele Daten wie heute gesammelt, analysiert und für (Abzock)-Geschäfte genutzt. Der aktuelle Facebook-Fall eines gefälschten Gewinnspiels im Namen der Lufthansa zeigt, wie schnell Daten für dreiste Abzockmethoden missbraucht werden können. An der virtuellen Pinnwand vieler Facebook-Freunde klebt der Satz: „Gewinnen Sie zwei Lufthansa-Tickets für Flüge in die ganze Welt (nur für begrenzte Zeit)“. Wer den Link anklickte, landete auf einer betrügerischen Gewinnspieleseite und wurde aufgefordert, die Handynummer anzugeben. Danach schnappte die Falle zu. Statt kostenloser Tickets hatte der Nutzer ein Spiele-Abonnement für knapp drei Euro pro Woche abgeschlossen. Wer auf ein solches Abo hereingefallen ist, sollte schnellstmöglich den angeblichen Vertragsschluss sowohl gegenüber dem Mobilfunkanbieter als auch dem Gewinnspieleanbieter bestreiten und darauf bestehen, lediglich an einem kostenlosen Gewinnspiel teilgenommen zu haben. Darüber hinaus ist der vermeintliche Vertrag wegen arglistiger Täuschung anzufechten und schließlich vorsorglich zu kündigen, rät Kathrin Körber von der Verbraucherzentrale Niedersachsen.
Girokonto
Bei Sparkassen und
Genossenschaftsbanken selten gratis
Nur knapp fünf Prozent der Sparkassen und Genossenschaftsbanken bieten ihr Girokonto wenigstens bei einem Kontomodell gratis an. Das zeigt eine Untersuchung der Zeitschrift Finanztest bei allen deutschen Banken. Häufig gibt es aber kostenlose Alternativen.
Verbraucherzentrale
Terminvereinbarung online möglich
Ratsuchende können jetzt über die neugestaltete Internetseite der Verbraucherzentrale direkt mit ihrer Beratungsstelle einen Termin vereinbaren. Dazu brauchen sie nur ihre Daten und den Beratungswunsch in das Anmeldeformular eintragen. Die Mitarbeiter der Beratungsstelle nehmen dann Kontakt zum Verbraucher auf. Ergänzend zur Online-Anmeldung ist die telefonische Erreichbarkeit ausgeweitet worden.
www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/ beratungsstellen. Die zentrale Rufnummer zur Terminvereinbarung lautet: (0511) 91196-0 (Mo bis Do 9 bis 17 Uhr, Fr 9 bis 14 Uhr).
Konrad Herzog & Partner
Kaffeefahrtenanbieter
droht:
Wer nicht mitfährt, soll zahlen
Vor einigen Wochen verschickte der angebliche Finanzdienstleister Konrad Herzog & Partner aus Ambühren zahlreiche Gewinnmitteilungen über 951,72 Euro. Aktuell erhalten Verbraucher von Konrad Herzog ein Erinnerungsschreiben, in dem auf den festgesetzten Gewinnübergabetermin hingewiesen wird. Der Anbieter finde es sehr ungewöhnlich, dass man auf den Gewinn verzichten wolle. Er habe deshalb kurzerhand für die Angeschriebenen Plätze reserviert für 25 Euro pro Person.
Abzocke am Geldautomaten
Bis zu 7,50 Euro Gebühr
Geldziehen bei Sparkassen und Volksbanken ist für Kunden fremder Banken oft sehr teuer. Den Spitzensatz von 7,50 Euro berechnet die Volksbank Eisenberg laut einer Erhebung der Zeitschrift Finanztest. Die Sparkasse Fürstenfeldbruck verlangt 5,99 und zahlreiche weitere Sparkassen und Volksbanken berechnen 5 Euro. Die günstigste Gebühr beträgt 1,89 Euro bei der PSD Niederbayern-Oberpfalz.
Besonders in ländlichen Gebieten, in denen es wenige Alternativen gibt, muss man bei Sparkassen und Volksbanken aber oft tief in die Tasche greifen, wenn man kein Kunde ist und Geld ziehen will. Nicht selten sind hier 5 Euro fällig. Billiger ist es bei den PSD-Banken (höchstens 1,95 Euro) und privaten Banken mit eigenen Automaten und ihren Automatenverbünden. Fremdkunden zahlen hier meist ebenfalls 1,95 Euro, der teuerste ermittelte Anbieter ist die SKG Bank mit einer Gebühr in Höhe von 4 Euro.
Immobilienrente
Die Immobilie zu Geld machen
und trotzdem darin wohnen bleiben
Wenn die Rente nicht zum Leben reicht, können Hauseigentümer jetzt ihre Immobilie zu Geld machen und gleichzeitig darin wohnen bleiben. Sie beleihen ihr Haus, nehmen einmalig einen Kredit auf, für den sie keine Raten zahlen müssen oder bekommen monatlich eine Rente ausgezahlt. Die Zeitschrift Finanztest hat sich die zurzeit angebotenen Modelle angesehen und berichtet darüber in ihrer Februar-Ausgabe.
Sonnenschutzmittel
Fantasiewerte beim Lichtschutzfaktor
Wer sich auf der Piste gegen Sonnenbrand schützen möchte, braucht eine gute Sonnencreme und auch Schutz für die Lippen. Die Stiftung Warentest hat acht Sonnenschutzmittel für den Winter untersucht und nicht immer ist drin, was drauf steht. Zwei unterschreiten den Lichtschutzfaktor um mehr als 20 Prozent, ein Mittel gibt Lichtschutzfaktor 30 an, kam aber im Labor auf mehr als 100. Das ist zu viel und nicht für jeden verträglich. 
Wäschetrockner
Mit Wärmepumpe besser
Trockner mit Wärmepumpe erobern den Markt. Zu Recht, urteilt die Stiftung Warentest. Die Technik spart gegenüber herkömmlichen Kondenstrocknern mehr als die Hälfte an Strom und ist mittlerweile kaum noch teurer. Der billigste „gute“ Trockner mit Wärmepumpe ist bereits für 500 Euro zu haben. 
Test
Roher Schinken:
Bio und Discounter liegen vorn
In einer Untersuchung der Stiftung Warentest von 27 abgepackten rohen Schinken in Scheiben der Sorten Schwarzwälder, Serrano und Parma schnitten Produkte mit Biosiegel sowie Discounterware am besten ab. Neben vielen „guten“ und „befriedigenden“ Produkten gab es auch dreimal nur die Note „Ausreichend“ für Schwarzwälder Schinken.
Schlankmacher
Verbraucherzentrale warnt
vor
irreführender Werbung
Nach wie vor werben Anbieter von Schlankheitsmitteln mit vielversprechenden Worten und Vorher-Nachher-Fotos von Frauen, die es in kurzer Zeit zur Traumfigur geschafft haben. Blitzdiäten, bei denen man schon in einer Woche fünf Kilogramm Gewicht verliert, gibt es nicht. Die Verbraucherzentrale warnt vor Schlankmachern, die auf diese unseriöse Weise beworben werden. 
Zum Seitenanfang
Gesellschaft
Leineberg
Neujahrsempfang beim Stadtteilbüro
Nach der am 6. Oktober erfolgten Vereinsgründung ist der Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Göttingen eingetragen worden. Das Finanzamt hat die Gemeinnützigkeit und Mildtätigkeit anerkannt. Damit ist die formale Grundlage für die erfolgreiche Fortführung des Stadteilbüros in der Allerstrasse geschaffen worden. 2012 sollen möglichst viele der bisher angebotenen Aktivitäten wie Begegnungstisch, Erzählcafe und „Leinefischer“ fortgeführt werden. Geplant ist die Einrichtung einer halben Stelle, die mit einer geeigneten Kraft besetzt werden soll und das bewährte Zusammenspiel zwischen Ehrenamtlichen, Praktikanten und Vorstand koordinieren soll. Jetzt aber gibt es erst einmal einen Neujahrsempfang.
►Am 31. Januar um 19 Uhr, Allerstr. 31.
Sport
Integratives Hallenfußballturnier
Offen - kostenlos - multikulturell
Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren sind am 3. Februar eingeladen, in Teams bis max. 10 Spielerinnen/Spieler beim offenen und kostenlosen multikulturellen Fußballturnier für Straßen- und Freizeitmannschaften (keine Vereinsmannschaften) teilzunehmen. „Kicken mit Fairness und Spaß am Spiel“ lautet die Devise dann in der Sporthalle der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Göttingen. Sparta Göttingen organisiert zusammen mit der Göttinger Polizei und dem Stadtsportbund (SSB) dieses Turnier für Jugendliche um den Moonsport – Weststadt-Cup.
Moonsport ist als ein Präventionsprojekt von der Polizei Göttingen ins Leben gerufen worden. Seit Juni 2008 ist der Stadtsportbund offizieller „Moonsport-Veranstalter“ und wird von mehr als 10 Netzwerkpartnern, unter anderem von Sparta unterstützt.
→ www.moonsport.de
►Team- oder Einzelanmeldungen sind bis zum 1.02. bei Hansi Lechte (Sparta) unter Telefon 43548 möglich. Hallenschuhe und Sportzeug sind mitzubringen.
Neuer KOB in der Oststadt
jk — Die Göttinger Oststadt bekommt einen neuen Kontaktbereichsbeamten (KOB). Sein Name: Rüdiger Iben. Der 52 Jahre alte Duderstädter tritt damit die Nachfolge seines Kollegen Bernhard Breitling an, der den Dienstposten seit mehr als dreizehn Jahren innehatte. In den letzten Monaten waren beide schon zusammen unterwegs. Was auf Iben zukommt, hat er von Breitling schon erfahren: der trug während seiner gesamten Dienstzeit einen Schrittzähler. Ergebnis: 13.320 Kilometer war er zu Fuß im Stadtteil unterwegs.
Rüdiger Iben ist seit 35 Jahren bei der Polizei. Während dieser Zeit war er in unterschiedlichen Dienstbereichen tätig. Neben Verwendungen im Einsatz- und Streifendienst und im Kriminalermittlungsdienst gehörte er mehrere Jahre zum Team der
Innenstadtwache am Markt und zum Präventionsteam. Zehn Jahre war Iben zudem Angehöriger der Polizeipuppenbühne. Seit 2008 ist er Busscout-Trainer.
Das Büro von Polizeikommissar Rüdiger Iben befindet
sich in der Danziger Straße 40. Sprechzeiten: Di–Do
von 14.00–15.00 Uhr und nach tel. Absprache (507-4367).
Recht & Gesetz
Erkennungsdienstliche
Vorladung rechtens
ma — Das Verwaltungsgericht Göttingen hat in einem Urteil vom 25. Januar die Klage eines 21-jährigen Göttingers gegen seine Vorladung zur erkennungsdienstlichen Behandlung abgewiesen und damit die Maßnahme der Polizei als rechtmäßig bestätigt. Gegen den damals 19-Jährigen ist wegen Körperverletzung, begangen während einer Demonstration im Januar 2010, ermittelt worden. In diesem Zusammenhang sollte er erkennungsdienstlich (Fingerabdrücke und Lichtbilder) behandelt werden, wogegen er klagte.
Jugendmedienworkshop 2012
Zwischen Ehre und Amt
Der Deutsche Bundestag lädt gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung und der Jugendpresse Deutschland zum mittlerweile neunten Mal 30 junge Journalist/innen zu einem Workshop nach Berlin ein. Dieser findet vom 25. bis 30. März 2012 im Deutschen Bundestag statt. „Auftrag Gesellschaft. Zwischen Ehre und Amt – Dein Dienst für die Demokratie?“ heißt der Titel der Veranstaltung in diesem Jahr. Die Teilnehmer/innen werden sich mit der Rolle des bürgerschaftlichen Engagements – sei es im Ehrenamt, Freiwilligen Sozialen Jahr, Freiwilligen Wehrdienst oder Bundesfreiwilligendienst – im gesamtdemokratischen Getriebe auseinandersetzen.
Zum Seitenanfang
Polizei
Tagesaktuelle Meldungen
Die ausführlichen Polizeiberichte finden Sie hier: 
Sexualaufklärung verhindert
jk — Aus einem in der Straße „Am weißen Steine“ geparkten weißen Dacia Kombi haben Unbekannte in der Nacht zu Freitag (27.01.) eine Plastikbox gestohlen. Darin befand sich Lehrmaterial zur Sexualaufklärung.
85-Jährige überführt Trickbetrüger
jk — Eine pfiffige 85 Jahre alte Rentnerin aus Herberhausen hat am Donnerstagnachmittag (26.01.) einen Trickbetrüger aus Polen, der die Frau eigentlich selbst überrumpeln und mithilfe des „Enkeltricks“ finanziell ausnehmen wollte, geschickt hinters Licht geführt.
Frau bei Überfall schwer verletzt
jk — Vor ihrem Wohnhaus in Duderstadt in der Berliner Straße ist am Dienstmorgen (24.01.) gegen 07.45 Uhr eine 46 Jahre alte Frau von einem unbekannten Mann angegriffen und schwer verletzt worden.
Wertschrank gestohlen
jk — Aus einer Bäckereifiliale im Stegemühlenweg haben Unbekannte in der Nacht zu Donnerstag (26.01.) einen Wertschrank gestohlen.
Einbruchswerkzeug: VW Golf
jk — Mit einem zuvor in Bovenden gestohlenen VW Golf sind Unbekannte Donnerstagnacht (26.01.) gegen 3.15 Uhr rückwärts in die zum Teil verglaste Haupteingangstür einer Flippothek in Ebergötzen gefahren und haben anschließend einen Geldwechselautomaten aus dem Geschäft gestohlen.
Sperrmüllfledderer unter der Lupe
jk — Am 23. und 24.01. schaute die Polizei Bovenden Sperrmüllfledderern auf die Finger. Unterstützt wurden die Ermittler dabei von einem Experten vom Umweltamt des Landkreises Göttingen. Insgesamt stellten die Beamten bei der zweitägigen Kontrollaktion 21 Personalien fest und sprachen zehn Platzverweise aus.
Sicherheitsabstand ignoriert,
vierfacher Schaden
jk — Bei einem Verkehrsunfall mit vier beteiligten Autos ist am Dienstagabend (24.01.) auf der Bundesstraße 3 Sachschaden in noch unbekannter Höhe entstanden. Verletzt wurde niemand.
Unbekannte Autofahrerin
beschädigt geparkten Pkw
jk — Die Polizei Göttingen ist auf der Suche nach einer unbekannten Autofahrerin, die am Montagnachmittag (23.01.) gegen 13.30 Uhr im Rohnsweg im Vorbeifahren einen silberfarbenen VW Golf aus dem Kreis Unna (UN-) beschädigt hat.
Schockanrufe in Göttingen
jk — Am späten Sonntagnachmittag (22.01.) sind bei insgesamt sechs Göttinger Familien mit osteuropäischer Herkunft dubiose Schockanrufe eingegangen. In den in deutscher und/oder russischer Sprache geführten Telefonaten gaben eine unbekannte Frau und/oder ein Mann vor, dass ein enger Verwandter der Angerufenen in einen Unfall verwickelt gewesen bzw. selbst bei einem Unfall verletzt worden sei und man jetzt ganz dringend Bargeld für notwendige Operationen, ärztliche Behandlungen oder Rechtsanwaltskosten benötigt würde.
Geschädigter Autofahrer gesucht
jk — Beim Rangieren mit seinem Anhänger hat ein 41 Jahre alter Autofahrer aus dem Raum Lüneburg Sonntagnacht (22.01.) in der Zeit zwischen 1.00 und 1.30 Uhr an der Einmündung Am Leinekanal/Mühlenstraße nach eigenen Angaben einen blauen Skoda am linken Außenspiegel beschädigt.
Einbrecher kamen durch Terrassentür
jk — Aus einem Reihenhaus im Göttinger Stadtteil Grone haben Unbekannte am Sonntag (22.01.) in der Zeit zwischen 14.00 und 22.30 Uhr bei einem Einbruch Bargeld, Schmuck und eine Münzsammlung gestohlen.
Zum Seitenanfang
|
|