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Die Online-Ausgabe von Logo hatte sich zum Ziel gesetzt, neben anderen sozialen und humanistischen Themensetzungen schwerpunktmäßig über die fortschreitende und systematische Zerstörung der Umwelt und damit der Lebensgrundlagen des Menschen zu berichten und dafür zu sensibilisieren, dass der Erhalt der Natur ein lohnenswertes, zudem ein überlebenswichtiges Ziel sein könnte.

Dies ist uns nicht gelungen. Bis auf eine kleine Minderheit, die sich der in Kürze heraufziehenden gravierenden Probleme bewusst ist und kritisch das eigene Verhalten reflektiert und ändert, werden diese Probleme nicht nur von dem größten Teil der Bevölkerung ignoriert, sondern – trotz Kenntnis der Fakten – auch von den meisten in verantwortlicher Position befindlichen politisch Handelnden.

Hiiiilfe - Plastikmüll

Längst warnen Wissenschaftler nicht mehr vor heraufziehenden Umweltkatastrophen, sprechen vielmehr inzwischen vom unmittelbar bevorstehenden „Point of no return“ beim Klimawandel, davon also, dass die Schwelle zur Umkehr bereits überschritten ist oder in Kürze überschritten sein wird, sodass es für Gegenmaßnahmen bereits zu spät ist.

Dieser Zug wird nicht mehr aufzuhalten sein – dafür ist der Mensch nicht gemacht. In den wenigen erdgeschichtlichen Sekunden seiner Existenz ist es ihm – spätestens seit der Industriealisierung im 19. Jahrhundert – gelungen, eine Verwüstung zu hinterlassen, wie sie allenfalls am Ende der Kreidezeit zum Aussterben der Dinosaurier und vieler anderer Arten führte.

Neu an der nun beginnenden Epoche ist, dass nicht etwa ein Meteoriteneinschlag Klimawandel und Artensterben befördert, sondern dass die bevorstehenden Katastrophen menschengemacht sind – dass eine Gattung, die sich selbst Verstand zuschreibt und über andere Gattungen erhebt, den Planeten unbewohnbar macht. Dieser Prozess hat bereits begonnen – ein Prozess globaler, menschengemachter Zerstörung. Er ist so fundamental, dass er die Epoche des Holozäns beendet und nun ein neuer und wohl auch letzter erdgeschichtlicher Abschnitt eingeleitet wird.

Wir stehen am Beginn des Anthropozäns, wie der Nobelpreisträger Paul Crutzen eher aus einer plötzlichen Laune heraus einmal formulierte: Menschen statt natürliche Einflüsse prägen nunmehr den Planeten auf eine unheilvolle Weise, bringen eine über Jahrmillionen austarierte Natur aus dem Gleichgewicht und sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen. Und sie sägen immer weiter.

Dieser Prozess soll hier demnächst dokumentiert werden,* indem kontinuierlich die selbstzerstörerische Art, das natürliche Gefüge aus dem Gleichgewicht zu bringen oder durch Unterlassen erforderlicher Maßnahmen eine lebenswerte Umwelt zu bewahren, protokolliert wird – global wie lokal, von der Vergiftung der Nahrungskette im Großen bis zur Vernichtung von Hamster- und Molchbiotopen im vermeintlich Kleinen auf lokaler Ebene.

Es ist eine Chronologie des Untergangs – die Chronologie des Anthropozäns.

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* Zunächst noch unter der bisherigen URL www.goe-polis.de

 

 


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