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Kurz & bündig
Kultur · Wissenschaft


Kultur

Premieren
Jugendliche im Wunderland
Mit der Stückentwicklung Alice … im Wunderland des JT-Jugendclubs folgt die nächste Premiere des Jungen Theaters (am 24. Mai um 20 Uhr). Ein Stück auf der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsenwerden. Die Spieler des Jugendclubs transportieren ihre Lebensfragen in Carrolls Klassiker und erzählen mit Humor die poetische Geschichte.
Der Jugendclub ist einer von fünf Clubs des Jungen Theaters, in denen sich Laien regelmäßig treffen, um gemeinsam unter professioneller Anleitung Theater zu spielen.
Tragödie im Schwarzwald
Nur einen Tag später bringt das Deutsche Theater Wilhelm Hauffs Märchen vom Kohlenmunk-Peter auf die Bühne (am 25. Mai um 20 Uhr), der als Köhler im Schwarzwald sein kaum auskömmliches Dasein fristet und so gern reich wäre. Dafür lässt er sich mit guten wie bösen Geistern im Wald ein, gelangt tatsächlich zu enormem Reichtum und wird zudem ein rechter Widerling. Seine Herzlosigkeit jedoch macht ihn ganz und gar nicht glücklich, sodass er liebend gern seine Gefühlskälte wieder eintauschen würde.
Ein schönes Märchen, das leider nicht der Realität standhält, fragt man mal die Ackermänner, Zumwinkels, Winterkorns, Tavares oder Appels, die trotz unermesslichen Reichtums dank kalter Herzen durchaus nicht unglücklich sind.

Universität
Ethnologische Sammlung schließt
Zum vorläufig letzten Mal haben Besucher im Rahmen der „Sonntagsspaziergänge“ am Sonntag, 27. Mai, Gelegenheit, die Ethnologische Sammlung der Universität zu besichtigen. Sie wird in den kommenden Jahren modernisiert. Jeweils zur vollen Stunde finden Kurzführungen durch einzelne Sammlungsteile statt. Der Eintritt ist frei. Die Ethnologische Sammlung ist eine der bedeutendsten Lehr- und Forschungssammlungen im deutschsprachigen Raum. Ihre Anfänge reichen bis in die Zeit der Aufklärung zurück. Das Museum bleibt für voraussichtlich zwei Jahre geschlossen.

Händel-Festspiele Göttingen
Gemischte Bilanz
Rund 14.000 Gäste (2017: 19.000) aus aller Welt besuchten die 75 Veranstaltungen zwischen dem 10. und 21. Mai in Göttingen und der Region, davon 4.000 (2017: 6.000) bei kostenlosen und Kooperationsveranstaltungen. Allein die Festspieloper „Arminio“, inszeniert vom Schweizer Regisseur Erich Sidler und unter der Musikalischen Leitung des Künstlerischen Leiters der Festspiele, Laurence Cummings, lockte mit sechs Vorstellungen sowie der Familienfassung über knapp 4.000 Besucher ins Deutsche Theater Göttingen und zum Public Viewing in die Lokhalle Göttingen. Für die Opernaufführungen im Deutschen Theater Göttingen bedeutet dies eine Auslastung von 90%. Mit 7.000 Karten weniger im Verkauf als im Vorjahr (2018: ca. 12.000, 2017: knapp 19.000) lagen die Festspiele mit knapp 10.000 verkauften Karten (2017: 13.000) planmäßig unter den Zahlen der Vorjahre, was an einer bewusst reduzierten Anzahl der Veranstaltungen bzw. der Wahl der Spielstätten liegt. Die Gesamtauslastung der Festspiele liegt bei 84%, was einer Steigerung von 14 Prozentpunkten gegenüber dem letzten Jahr entspricht.Weitere Informationen

Göttinger Elch
Dieses Jahr an Pit Knorr und Wiglaf Droste
pdg — Der Satirepreis Göttinger Elch geht in diesem Jahr gleich an zwei Künstler. Die Jury hat in weiser Voraussicht auf die Bedürftigkeit des Landes zum satirischen Doppelschlag ausgeholt und als Preisträger Pit Knorr und Wiglaf Droste nominiert. Warum? Weil die Jury es kann und so entschied. Und weil sich so diese unschöne Lücke in der ELCH-Jahreszählung formidabel schließen lässt: 1998 wurde bekanntlich kein ELCH vergeben, aber nun gibt’s 22 Elche in 22 Jahren.Weitere Informationen

„Mach mal halblang!“
3. Kurzfilmfestival steht bevor
Das Göttinger FilmnetzWerk e.V. richtet vom 24.–26. Mai das dritte Kurzfilmfestival „Mach mal halblang!“ in Göttingen aus. In diesem Jahr konnte die Theater-, Film- und Fernsehschauspielerin Gerit Kling, die aktuell in der ZDF-Serie „Notruf Hafenkante“ zu sehen ist, für den Vorsitz der fünfköpfigen Jury gewonnen werden. Die Auftaktveranstaltung präsentiert die Vorführung der nominierten Filme im Kino Lumière.
Als integrativer Bestandteil des Festivalkonzepts ist der Göttinger Filmpreis Teil der Förderung der regionalen Filmszene, die eines der Hauptanliegen des Göttinger FilmnetzWerks e.V. ist. Hiesige Filmemacher stellen mit ihren kurzen Geschichten ihr kreatives Potential und filmtechnisches Können einem breiten Publikum vor.
Seinen Abschluss findet das Festival am 26. Mai im Rahmen einer von Lars Wätzold moderierten Gala. Dann werden nicht nur die „Göttinger Golden Shorts“ und der lokale Göttinger Filmpreis durch die Jury vergeben, sondern auch alle Gewinnerfilme noch einmal in voller Länge gezeigt.

Samuel-Bogumił-Linde-Literaturpreis
Preisverleihung am 3. Juni
Navid Kermani und Małgorzata Szejnert erhalten den Samuel-Bogumił-Linde-Literaturpreis 2018. Tickets zur Preisverleihung sind jetzt im Deutschen Theater erhältlich. Pro Person werden max. 2 Karten vergeben. Als Laudator für Navid Kermani hat Bundespräsident a.D. Joachim Gauck sein Kommen zugesagt. Die Laudatio auf Małgorzata Szejnert wird Adam Michnik, Bürgerrechtler, Oppositioneller, Mitbegründer und führender Kopf der Gewerkschaftsbewegung Solidarność und Chefredakteur der angesehenen Warschauer Tageszeitung Gazeta Wyborcza halten. Die Verleihung findet in Anwesenheit der Preisträger, der Laudatoren sowie Delegationen aus Göttingens polnischer Partnerstadt Toruń und aus den Partnerstädten Cheltenham, Pau und Wittenberg statt.Weitere Informationen

 
Wissenschaft

Renaturierung
Forscherteam ermittelt
Erholungszeitraum tropischer Torfsümpfe

pug — Nach derzeitigen Erkenntnissen nimmt die Landbiosphäre 30 Prozent des vom Menschen produzierten CO2 auf und trägt so erheblich dazu bei, die globale Erwärmung zu drosseln. Zu den bedeutendsten terrestrischen Kohlenstoffspeichern gehören tropische Torfsumpfwälder, die jedoch zunehmend gerodet werden. Daten zu ihrer Regenerationsfähigkeit fehlten bisher völlig, sind aber für Schutz- und Renaturierungsprojekte unerlässlich. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Göttingen haben nun erstmals anhand von paläoökologischen Untersuchungen herausgefunden, in welchem Zeitraum sich ein tropischer Torfwald nach einer Störung erholen kann.Weitere Informationen

Molekulare Biowissenschaften
Förderung des SFB 860 verlängert
pug — Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung des Sonderforschungsbereichs (SFB) 860 „Integrative Strukturbiologie dynamischer makromolekularer Komplexe“ erneut um vier Jahre verlängert. Die DFG unterstützt die Wissenschaftler/innen ab dem 1. Juli mit insgesamt rund 9,7 Millionen Euro. Der SFB 860 besteht seit Juli 2010 und ist am Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (GZMB) angesiedelt.Weitere Informationen

Hörschwäche
Neuer Ansatz für künstliche Hörhilfen
mpi/umg — Optogenetische Cochlea-Implantate lassen taube Menschen eines Tages möglicherweise Musik hören. Forscherteam aus Frankfurter und Göttinger Hörforschern findet Voraussetzung für die verbesserte Verarbeitung von Tonfrequenzen über rote Lichtpulse.Weitere Informationen

Ur- und Frühgeschichte
Älteste Holzskulptur der Welt
ist 11.500 Jahre alt

pug — Seit mehr als 100 Jahren steht im Museum von Jekaterinburg eine monumentale Holzskulptur, die 1894 rund 50 Kilometer nördlich der Stadt im Shigir-Moor von Goldschürfern entdeckt wurde. Ihr Alter war jahrzehntelang völlig unklar. Ein deutsch-russi­sches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat nun erstmals eine systematische Radiokarbondatierung der Figur organisiert: Mit einem Alter von rund 11.500 Jahren ist die Figur deutlich älter als erwartet und die älteste bekannte Holzskulptur der Welt.Weitere Informationen

Agrarökologie
Biodiversitätsgerechter Kakaoanbau
Zweisprachiges Handbuch für Kleinbauern
pug — Indonesien gehört zu den weltweit wichtigsten Kakao-Produ­zenten. Seit vielen Jahren erforschen Göttinger Wissenschaftler/innen zusammen mit Kollegen und Kakaobauern aus Indonesien den Anbau in sogenannten Agroforstsystemen. Dabei wachsen die Nutzpflanzen nicht in Monokultur, sondern zusammen mit Schattenbäumen. Diese Landnutzungsform sichert nicht nur die Existenz von Millionen von Kleinbauern, sie hat auch den Vorteil großer biologischer Vielfalt. Vögel und Fledermäuse sind hier zum Beispiel reich vertreten und fressen Schädlinge, was zu höheren Ernten führt. Diese und andere Erkenntnisse haben die Wissenschaftler nun in einem zweisprachigen Buch zusammengefasst, um zu einem besseren Verständnis vom Management im Kakaoanbau vor Ort beizutragen.Weitere Informationen

Forum Wissen
Land gibt 2,9 Mio. Euro
für „Räume des Wissens“

pug — Reise, Werkstatt, Holzweg – die Ausstellung „Räume des Wissens“ im zukünftigen Forum Wissen der Universität Göttingen hat ein bisher einzigartiges Konzept. Aus diesem Grund fördert das Land Niedersachsen das Projekt mit 2,9 Millionen Euro. Die Mittel kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).
Die Niedersächsische Ministerin für Regionale Entwicklung, Birgit Honé, betonte, dass sich solche Projekte nur mit Kooperation und gemeinsamem regionalen Engagement realisieren lassen. Eine Einschätzung, der sich der Landkreis Göttingen anschließt. Auch er fördert das Projekt mit einer Million Euro; die Zuwendung stellt das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport zur Verfügung. „Die Universität Göttingen und die Region prägen einander, das wird beiden Seiten immer stärker bewusst. Die ‚Räume des Wissens‘ stehen exemplarisch für dieses gemeinsame Bewusstsein, füreinander da zu sein und voneinander zu profitieren“, so Christel Wemheuer, Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen.
Die Basisausstellung „Räume des Wissens“ wird anhand von Objekten aus rund 70 Sammlungen der Universität Göttingen zeigen, wie Wissen geschaffen wird: von wem, wie, unter welchen Bedingungen, von welchen Ausgangspunkten, mit welchen Zielen. Die Fragestellung ist fächerübergreifend und bezieht sich auf die Vergangenheit, die Gegenwart und wirft Perspektiven in die Zukunft.

Volkswirtschaften
Deutlich geringeres Wachstum
als angenommen

pug — Viele ökonomische Modelle und politische Debatten gehen von der Annahme aus, dass Volkswirtschaften exponentiell, also in stetigen Raten von zwei bis drei Prozent wachsen. Ökonomen des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Universität Göttingen haben Daten von 18 Ländern neu ausgewertet und fanden heraus, dass entwickelte Volkswirtschaften deutlich weniger wachsen als angenommen: Die Wirtschaft in vielen Ländern Europas sowie in Kanada und den USA wuchs in diesem Zeitraum eher linear, das heißt mit abnehmenden Wachstumsraten. Nur zwei der untersuchten Länder erreichten die angenommenen Wachstumsraten. Die Wissenschaftler fordern daher, diese verschiedenen Wachstumspfade in volkswirtschaftlichen Modellen und in der wirtschaftspolitischen Planung zu berücksichtigen.Weitere Informationen

Ernährung
Analyse des globalen Hungerproblems
pug — Um Fortschritte beim weltweiten Kampf gegen den Hunger einschätzen zu können, muss man zunächst in der Lage sein, das Ausmaß des Hungers zu messen. Neben dem Problem der unzureichenden Kalorienversorgung gibt es auch den so genannten versteckten Hunger – den Mangel an Mikronährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Göttingen haben nun eine Methode vorgeschlagen, die die unterschiedlichen Formen des Hungers und die daraus resultierenden gesundheitlichen Folgen berücksichtigt.Weitere Informationen

Neurologie
Körperliche Aktivität
auch für Nachkommen gut

dzne/umg — Körperliche und geistige Aktivität sind nicht nur gut für das eigene Gehirn, sie können auch die Lernfähigkeit späterer Nachkommen beeinflussen – zu-mindest im Mausmodell. Diese besondere Form der Vererbung wird durch bestimmte RNA-Moleküle vermittelt. Sie beeinflussen die Genaktivität und reichern sich nach körperlicher und geistiger Aktivität im Gehirn sowie in den Keimzellen an. Das berichten Prof. Dr. André Fischer und Fachkollegen vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Göttingen und München und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).Weitere Informationen

Ökolandbau
Potenziale und Grenzen der Biolandwirtschaft
pug — Eine Studie der Universität Göttingen belegt, dass nur die Kombination von ökologischen und konventionellen Anbautechniken eine global nachhaltige Landwirtschaft garantieren kann. Agrarökonomen untersuchten den Einfluss des Ökolandbaus auf Umwelt, Klima und Gesundheit in unterschiedlichen Teilen der Welt. Dabei fanden sie heraus, dass der Anbau von Biolebensmitteln zu viel Ackerfläche benötigt, um sich weltweit positiv auf die Artenvielfalt auswirken zu können. Zudem ist er in ärmeren Ländern zur Ernährungssicherung ungeeignet.Weitere Informationen

Geobiologie
Mikrobielles Leben schon vor 3,5 Mia. Jahren
pug — Die Suche nach den ältesten Lebensspuren auf der Erde ist eine der größten Herausforderungen aktueller geobiologischer Forschung. Einer Forschergruppe unter der Federführung von Geobiologen der Universität Göttingen ist es nun gelungen, in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen Westaustraliens die ältesten molekularen Fossilien nachzuweisen.Weitere Informationen

Agrarwissenschaften
Winterweizen blühen früher
Folgen von Klimawandel und Züchtung
pug — Verschiebungen der Entwicklungsstadien von Pflanzen im Jahresverlauf gelten als wichtiger Indikator für den Klimawandel. Agrarwissenschaftler der Universität Göttingen haben in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Bonn untersucht, wie sich der Blühzeitpunkt von Winterweizen in den vergangenen 60 Jahren in Deutschland verändert hat. Die Auswertung von fast 500.000 Beobachtungen der Pflanzenentwicklung ergab, dass der Winterweizen heute etwa 14 Tage früher blüht als vor 60 Jahren. Experimentell konnten sie nachweisen, dass nicht nur die gestiegenen Temperaturen, sondern auch die Veränderung der Sorten durch Züchtung zu dem früheren Blühzeitpunkt beitragen.Weitere Informationen

Neurobiologie
Zusätzliche Funktion von Opsinen
pug — Forscher der Universität Göttingen haben entdeckt, dass Opsinen – Fotopigmente in den Augen von Tieren – noch eine weitere Aufgabe erfüllen: Sie kommen nicht nur in den Augen, sondern auch in den Mechanorezeptoren entlang des Körpers vor, wo sie für die Fortbewegung verantwortlich sind.Weitere Informationen

Pflanzenökologie
Bestäubung: Bienen bringen’s
Bestäubungsvarianten untersucht
pug — Ein interdisziplinäres Forscherteam der Universität Göttingen konnte erstmals zeigen, dass die Blütenbestäubung durch Bienen eine deutlich bessere Fruchtqualität bewirkt als bei Selbstbestäubung. Die Insektenbestäubung hat einen entscheidenden Einfluss auf die hormonellen Prozesse während der Fruchtentwicklung, die im Vergleich mit Früchten aus eigenbestäubten Blüten zu einem typischeren Geschmacksergebnis führen. Zwar erzielt die aufwändige Bestäubung per Menschenhand qualitativ ähnlich gute Früchte, doch sie ist umständlich, teuer und zeitintensiv. Nur die Insektenbestäubung kann der steigenden Lebensmittelnachfrage gerecht werden sowie Ertrag und Qualität der Produkte und damit ihre Vermarktbarkeit garantieren.Weitere Informationen

Agrarökologie
Globaler Konflikt:
Agrarproduktion vs. Artenvielfalt

pug — Eine gezielte Landnutzungsplanung könnte den Konflikt zwischen landwirtschaftlicher Produktion und Naturschutz mindern. Wissenschaftler der Universität Göttingen, des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), des Helm­holtz-Zen­trums für Umweltforschung (UFZ) und der Universität Münster haben weltweite Datensätze ausgewertet – einerseits zur Verbreitung und zu den ökologischen Anforderungen tausender Tierarten, anderseits zur landwirtschaftlichen Produktion der weltweit wichtigsten Feldfrüchte.Weitere Informationen

Molekularbiologie
Neue Erkenntnisse
bei Hunchback-Protein

pug — Das sogenannte Hunchback-Protein spielt offenbar eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Blut-Hirn-Schranke. Die Existenz dieses Proteins ist seit langem bekannt. Biologinnen und Biologen der Universität Göttingen konnten nun aber erstmals zeigen, dass der Verlust der Funktion in der Taufliege Drosophila melanogaster dazu führt, dass die Blut-Hirn-Schranke nicht mehr funktioniert.Weitere Informationen

U4-Netzwerk
Spitzenergebnisse erzielt
pug — Seit zehn Jahren arbeiten die Universitäten Göttingen, Gent, Groningen und Uppsala im internationalen Netzwerk „U4“ eng zusammen. Eine vergleichende wissenschaftliche Studie des International Centre for Higher Education Research (INCHER) in Kassel bescheinigt den Partnern nun herausragende Ergebnisse: Im Hinblick auf gemeinsame Veröffentlichungen, Drittmittelprojekte und Studiengänge, den Austausch von Forschenden, Studierenden und Beschäftigten sowie die Kooperation in Leitung und Verwaltung belegt das Netzwerk Spitzenplätze.
Das INCHER untersuchte 21 internationale Hochschulnetzwerke mit deutscher Beteiligung, die von 2013 bis 2016 im Programm „Strategische Partnerschaften und thematische Netzwerke“ des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) gefördert wurden. Das U4-Netzwerk schnitt im Vergleich in allen Rubriken als eins der erfolgreichsten Netzwerke des gesamten Programms ab.
→www.u4network.eu

Agrarwirtschaft
Wildbienen bevorzugen kleine Felder
pug — Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat herausgefunden, dass in Agrarlandschaften mit kleinen Feldern mehr Wildbienen vorkommen als in Landschaften mit großen Feldern. Das höhere Aufkommen von Wildbienen führte zu einer verbesserten Bestäubung der dort angebauten Pflanzen. Überraschenderweise fanden sich weniger Wildbienen in Landschaften, in denen viele verschiedene Feldfrüchte angebaut wurden.Weitere Informationen

Evolutionsbiologie
Neue Hypothese
zur sexuellen Fortpflanzung

Wer Sex hat, rostet nicht
pug — Warum ist die sexuelle Fortpflanzung bei allen höheren Lebewesen dominant? Worin liegen die Vorteile dieses aufwändigen Prozesses? Um diese kontroversen Fragen der Evolutionsbiologie zu beantworten, haben Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Amsterdam die Entstehung von Lebewesen mit Zellkern vor etwa zwei Milliarden Jahren rekonstruiert. Ihre Hypothese: Mit der Entwicklung der Sauerstoffatmung wuchs die Gefahr von oxidativen Schäden an der DNA durch Sauerstoffradikale. Vor diesem Hintergrund diente Sex womöglich ursprünglich in erster Linie der DNA-Reparatur.Weitere Informationen

Genforschung
Insekten und Wirbeltiere
ähnlicher als gedacht

pug — Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung eines Embryos ist die Achsenbildung. Dabei wird festgelegt, auf welcher Seite der Kopf und auf welcher Seite das Hinterteil entstehen sollen. Wenn die Achsenbildung nicht richtig abläuft, entstehen Embryonen mit zwei Hinterteilen oder zwei Köpfen. Forscherinnen und Forscher der Universitäten Göttingen und Erlangen-Nürnberg haben nun herausgefunden, dass dieser Prozess bei Insekten und Wirbeltieren weniger unterschiedlich verläuft als bisher gedacht.Weitere Informationen

Nachhaltige Bioenergieversorgung
Praxisbezogene Studienergebnisse
pug — Mehr als fünf Jahre hat ein interdisziplinär arbeitendes Forscherteam an der Universität Göttingen die Chancen und Risiken der Bioenergie im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung untersucht. Die Ergebnisse dieser Forschung wurden nun unter dem Titel „Bioenergie im Spannungsfeld – Wege zu einer nachhaltigen Bioenergieversorgung“ veröffentlicht. Die Untersuchungen zeigen, wie die Produktion und die energetische Nutzung der Biomasse mit den Anforderungen des Klimaschutzes, der Biodiversität, des Landschaftsschutzes sowie der Nahrungsmittelversorgung, aber auch mit ökonomischen Aspekten in Einklang zu bringen sind. Die Forschung stützt sich auf den ländlichen Raum Niedersachsen, stellt jedoch auch Bezüge zur Gesamtsituation in Deutschland her.Weitere Informationen

Nanoskopie
Welt der Synapsen wird transparenter
umg/cnmpb/MPI-BPC — Durchbruch bei der Erforschung der Signalwege: Göttinger Wissenschaftler entwickeln höchstauflösende Messungen der Kalziumkonzentration und entschlüsseln die Zahl und Funktion von Kalziumkanälen an der Synapse.Weitere Informationen

Elektronenmikroskopie
Attosekunden-Pulse erzeugt
pug — Forschern der Universität Göttingen ist es gelungen, Elektronenblitze zu formen und zu messen, die kürzer als ein einzelner Lichtzyklus sind.Weitere Informationen

Agrarwissenschaften
Ersatz für Sojaschrot als Tierfutter
pug — Schweine und Masthähnchen können nur gesund aufwachsen, wenn sie optimal ernährt werden. Dabei spielt insbesondere die Proteinversorgung eine herausragende Rolle. In Deutschland stammt ein Großteil des Futterproteins aus Soja-Importen. Wissenschaftler der Universität Göttingen erforschen zurzeit, ob und wie Soja durch Insekten- oder Algenmehle ersetzt werden kann. Erste Ergebnisse haben gezeigt, dass die Tiere das neue Futter gut annehmen und verwerten können. Was die Forscher nicht erwähnen: dass zu einem gesunden Aufwachsen nicht nur das Futter, sondern auch die Tierhaltung gehört.Weitere Informationen

Lebensmittelkennzeichnung
Göttinger Forscher empfehlen Ampel
pug — Forscher der Universität Göttingen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Ampelkennzeichen, die Farbkodierung mit Nährwertangaben verbinden, vielen Konsumenten am besten helfen, gesündere Kaufentscheidungen zu treffen. Die Forscher/innen untersuchten, welche persönlichen und situativen Faktoren die Verarbeitung von Nährwertinformationen beeinflussen.Weitere Informationen

Biologie
Asexuelle Fortpflanzung
mitunter vorteilhaft

pug — Sexuelle Fortpflanzung ist die dominante Form der Reproduktion im Tier- und Pflanzenreich. Trotzdem gibt es Arten, die sich teilweise oder ausschließlich asexuell vermehren. Überraschenderweise sind diese oft weiter verbreitet als ihre nächsten sexuellen Verwandten. Die Ursachen dieses „Geografische Parthenogenese“ genannten Phänomens sind bislang umstritten. Ein internationales Forscherteam der Universitäten Wien und Göttingen hat dazu nun ein neues Computermodell entwickelt.Weitere Informationen

Astronomie
Inaktives Schwarzes Loch
Seltsames Verhalten eines Sterns
pug — Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat erstmals ein inaktives Schwarzes Loch im Herzen eines Kugelsternhaufens entdeckt. Den Wissenschaftler/innen fiel das seltsame Verhalten eines Sterns auf, der offenbar ein unsichtbares Schwarzes Loch mit etwa der vierfachen Masse der Sonne umkreist. Bei der Entdeckung handelt es sich gleichzeitig um das erste inaktive Schwarze Loch, das durch den direkten Nachweis seiner Anziehungskraft gefunden wurde.Weitere Informationen

Flüchtlingskrise 2015
Forschungsprojekt zur Migration
pug — Ein europäisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen untersucht die Reaktionen der europäischen Staaten auf die sogenannte Flüchtlingskrise von 2015. Die Forschung erfolgt im Rahmen des EU-Projekts „RESPOND: Multilevel Governance of Mass Migration in Europe and Beyond“ und beschäftigt sich mit verschiedenen Steuerungsebenen von Grenzmanagement, Aufnahme- und Integrationsstrategien. Am Projekt sind 14 in- und außereuropäische Forschungseinrichtungen sowie zwei Menschenrechtsorganisationen beteiligt. Von der Universität Göttingen arbeiten Prof. Dr. Sabine Hess vom Institut für Kulturanthropologie/ Europäische Ethnologie und Prof. Dr. Alexander-Kenneth Nagel vom Institut für Soziologie mit.Weitere Informationen

Astronomie
Nie zuvor gesehene Welten beobachtet
pug — Einem internationalen Team von Astronomen unter Beteiligung der Universität Göttingen ist die bisher tiefste spektroskopische Durchmusterung einer Himmelsregion gelungen. Mit Hilfe des MUSE-Instruments (Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (engl. European Southern Observatory, kurz ESO) konnten die Forscherinnen und Forscher die Entfernungen und Eigenschaften von 1600 sehr lichtschwachen Galaxien messen. Darunter befinden sich 72 Galaxien, die nie zuvor beobachtet worden waren.Weitere Informationen
Siehe auch weiter unten in dieser Spalte: →Spektrograf entdeckt weiteren Planeten.

Geowissenschaften
Archaische Bakterienriffe
Mikrobiologen untersuchen Atolle
pug — Fünf Geo- und Mikrobiologen der Universität Göttingen sind mit Proben von kalkigen Lagunenschlämmen und Kalkriffen von einer vierwöchigen Expedition auf das Aldabra Atoll im Indischen Ozean zurückgekehrt. Die Analyse der Proben soll erstmals ein umfassendes Bild zu den mikrobiellen Gemeinschaften auf diesem Atoll liefern. Vor Ort sah das Team auch die Auswirkungen des Klimawandels.Weitere Informationen

Agrarwissenschaften
Neue Konzepte
zur Schweinehaltung

pug — Die anhaltende gesellschaftliche Kritik an der Nutztierhaltung setzt die gesamte Branche der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung massiv unter Druck. Tierhaltungssysteme müssen deshalb heutzutage nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ethische und gesellschaftliche Kriterien erfüllen. Wie sich die verschiedenen Erwartungen miteinander vereinbaren lassen, erforschen Wissenschaftler/innen unter der Leitung der Universität Göttingen im Verbundprojekt „Virtueller Stall der Zukunft“.Weitere Informationen

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Kurz & bündig
Politik · Wirtschaft · Gesellschaft

Politik und Verwaltung

Verwaltung
Öffentliche Sitzungstermine
Ausschüsse für Kultur und Wissenschaft
<leer>und für Bauen, Planung und Grundstücke:
24. Mai
Ortsrat Roringen: 24. Mai
Ausschuss für Umwelt,
<leer> Klimaschutz und Mobilität:
29. Mai
Schulausschuss: 31. Mai
Ortsrat Geismar: 31. Mai
Einzelheiten zu den Sitzungen auf →Politik, Seite 1

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Neuen Rathaus
Parkdeck wird gesperrt
pdg — Am 26. Mai wird das Parkdeck im Parkhaus am Neuen Rathaus der Stadt Göttingen gereinigt. Es wird daher bereits am Freitag, 25. Mai, ab 17 Uhr bis einschließlich Samstag, 26. Mai, gesperrt. Am Sonntag, 27. Mai, steht das Parkdeck der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung.

Göttinger Entsorgungsbetriebe
stellen Abfuhrtermine um

Beginnend mit dem 28. Mai stellen die Göttinger Entsorgungsbetriebe die Abfallsammlung um. Die neuen Termine für Abfallsammeltouren betreffen die grauen, grünen und blauen Sammelgefäße in den Größen zwischen 40 und 1.100 Litern Fassungsvolumina. Die neuen Abfallsammeltouren werden ab nächster Woche sukzessive im Stadtgebiet umgesetzt. Im Zusammenhang mit ggf. verlängerten Abfuhrintervallen zum Umsetzungsstichtag nehmen die GEB zeitweise kostenlos Beistellsäcke mit.
Weitere Informationen unter Telefon 400 5 400.

Stadtjugendring in der Kritik
In einem offenen Brief zeigen sich sowohl der Junge Union Stadtverband wie auch die Jungen Liberalen irritiert über das öffentliche Auftreten des Jugendrings auf seiner Facebookseite. Dieser kritisierte dort das Verhalten der Stadt im Umgang mit der unrechtmäßigen Hausbesetzung im ehemaligen Goethe-Institut in der Merkelstraße. „Der Stadtjugendring hat sich hier klar hinter einer Straftat positioniert und sich für diese ausgesprochen. Gerade für eine Jugendvertretung ist dies im höchsten Maß zu kritisieren!“, so der JU-Vorsitzende Benedict Eberwien. Auch bemängeln beide Verbände die Nichtwahrung der politischen Neutralität des Jugendrings.

Kreistag
Linke-Piraten-Partei+-Gruppe
beharrt auf Glyphosatverbot

Kreistag ohne großes Problembewusstsein
Die Gruppe Linke-Piraten-Partei+ wird trotz der ablehnenden Haltung der anderen Parteien weiterhin ihren Antrag gegen den Einsatz von Glyphosat aufrechterhalten, um damit auch einen Beitrag gegen das Insektensterben zu leisten. „Die Änderungsanträge von CDU und der Gruppe SPD/GRÜNE/FWLG gehen an der Sache vorbei“, so der Gruppenvorsitzender Dr. Eckhard Fascher.
Der CDU-Antrag sieht lediglich ein Bekenntnis zur Regelung im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien im Bund vor. Dort jedoch sei kein Datum festgelegt, bis wann der Einsatz des Giftes beendet werden soll. Wenigstens enthalte der Antrag der Kreistagsmehrheit die Forderung nach einem Glyphosat-Verbot, ohne dass dies jedoch weiter konkretisiert werde. „Unser Antrag geht weiter und bezieht auch die Zivilgesellschaft mit ein“, erklärt Gruppenmitglied Rieke Wolters. „Wir möchten ein Bündnis vor Ort gegen den Glyphosateinsatz auf den Weg bringen.“ Sie weist darauf hin, dass von den ca. 550 Wildbienenarten 300 in ihrer Existenz gefährdet sind. Der Einsatz von Spritzmitteln sei neben der ausgeräumten Landschaft eine der Ursachen für diese bedrohliche Entwicklung.
Der Antrag der Gruppe bezieht neben der Landwirtschaft auch Gartenbaubetriebe, Hausmeisterservice, Gemeinden und Städten, Straßenbauverwaltungen und die privaten Haushalte mit ein. Ein glyphosatfreier Landkreis Göttingen wäre zudem eine wunderbare Werbung für die Region. Eine abschließende Entscheidung hierzu soll im Kreistag Göttingen am 20. Juni erfolgen.

Amtsblatt Nr. 11
Kindertagesstättengebühren und -ordnung
pdg — Die vom Rat beschlossene Entgeldordnung für Kindertagesstätten der Stadt Göttingen sowie die ebenfalls vom Rat beschlossene Kita-Ordnung werden in der elften Ausgabe des Amtsblatts für die Stadt Göttingen in diesem Jahr veröffentlicht, die am 24. Mai erscheint und sich auch mit der amtlichen Bekanntmachung personeller Veränderungen im Ortsrat Göttin­gen-Niko­laus­berg beschäftigt.
Im vorherigen Amtsblatt ging es um den Bebauungsplan zwischen der Lotzestraße und der Felix-Klein-Straße, um die Verlegung des „Kleinen Wassers“ von der Karl-Grünklee-Straße bis zur Einmündung in die Weende sowie um die Satzungsänderung der Sparkasse Göttingen.
Das Amtsblatt ist kostenlos im Info-Büro im Neuen Rathaus, im Alten Rathaus, in der Stadtbibliothek sowie in den Verwaltungsstellen Geismar, Grone und Weende erhältlich und im Internet unter www.goettingen.de →Rathaus & OB →Rat & Ortsräte →Amtsblatt zu finden.

Schnullerbaumfest am 13. Juni
Schnullerbaumfestpdg — Göttingen feiert am 13. Juni ab 16.00 Uhr im Cheltenham-Park am Spielplatz Rosengarten zum elften Mal ein Schnullerbaumfest. Um den Abschied vom geliebten Schnuller etwas zu erleichtern, können Kleinkinder gemeinsam mit ihren Eltern im Hubsteiger hinauf in den Kronenbereich des Schnullerbaumes fahren und ihn dort an einem Bändchen aufhängen. Nach überstandenem Abschied erhält jedes Kind zum Andenken eine offizielle, von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler unterzeichnete „Schnullerurkunde“. Ein Rahmenprogramm und Erfrischungen begleiten das Fest und verkürzen eventuelle Wartezeiten. Seit dem ersten Fest im Jahr 2010 haben sich rund 500 Göttinger Kinder auf diese Weise erfolgreich vom Babynuckel getrennt.
Um die Planung zu erleichtern, bittet der städtische Fachdienst Jugendarbeit/Jugendförderung bis zum 9. Juni um eine Anmeldung unter Telefon 400-3127 oder per E-Mail unter g.nolte@goettingen.de

Junge Liberale fördern Verwahrlosung
Der Niedersächsische Städtetag fordert den Innenminister Boris Pistorius dazu auf, die Möglichkeit eines Alkoholverbots auf öffentlichen Plätzen im neuen Polizeigesetz zu prüfen. Dagegen wendet sich empört die Jugendorganisation der FDP. „Göttingen ist nicht die Bronx. Der öffentliche Raum gehört den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt und nicht dem Niedersächsischen Städtetag", argumentieren sie. Vielleicht sollten sie sich mal in die Nikolaistraße oder andere Göttinger Brennpunkte begeben.

Kunstquartier
Spendable Förderer
Nach Aussagen von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler hat sich eine Reihe von Förderern des unter enormen Kostensteigerungen leidenden Großprojekts Kunstquartier (KuQua) im Nikolaiviertel gefunden. So hat der Duderstädter Unternehmer Hans Georg Näder in Aussicht gestellt, bis zu einer Million Euro für das Quartier zu spenden. Die Göttinger Firma Sartorius will darüber hinaus dafür sorgen, dass der Eintritt ins Kunsthaus für die ersten Jahre frei bleiben wird. Der in direkter Nachbarschaft ansässige Verleger Gerhard Steidl wird auf seinem Gelände auf eigene Kosten einen Pavillon errichten und es mit einer vom Künstler Jim Dine gestalteten Kunstinstallation ausstatten. Hinzu kommt die Zusage einer Privatspende von bis zu 52.000 Euro.
Unterstützung erfährt das Quartier auch beim KuQua-Stammtisch, bei dem Anwohnerinnen und Anwohner sowie Interessierte regelmäßig zusammenkommen und über den aktuellen Stand informiert werden.
„Dieses Engagement erfüllt mich mit Stolz“, betont Oberbürgermeister Köhler, denn eine derartig großzügige Unterstützung sei nicht selbstverständlich. Es unterstreiche auch, wie wertvoll das KuQua für Göttingen sei. Es werde die Kunst- und Kulturszene der Stadt bereichern sowie neue Zielgruppen auch über Stadt- und Landesgrenzen hinweg erschließen, so Köhler.
Allerdings ist jetzt schon abzusehen, dass sich die Realisierung des Projektes um mindestestens ein halbes Jahr nach hinten verschiebt.

Behinderten-Beirat
Kandidaten gesucht – Neuwahl im September
pdg — Für eine Amtszeit von drei Jahren (bis 2021) wird der Beirat für Menschen mit Behinderungen am 4. September neu gewählt. Die Wahl findet ab 15.30 Uhr im Ratssaal im Neuen Rathaus statt. Der Beirat setzt sich für die Interessen von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen ein. Er besteht aus neun stimmberechtigen Mitgliedern und neun Stellvertreter/innen als Fachleute in eigener Sache. Sie beraten Ausschüsse und sprechen Empfehlungen aus.
Aktiv stimmberechtigt und zur Wahl aufgerufen sind alle Menschen mit Behinderungen, die mindestens 16 Jahre alt sind, ihren Erstwohnsitz in Göttingen haben und eine Bescheinigung zum Nachweis ihrer Behinderung (§2NGBB) besitzen. Kandidieren können all diejenigen, die das aktive Stimmrecht besitzen. Auch Menschen ohne Behinderungen, die als Vertreterinnen und Vertreter von Selbsthilfe-Vereinen oder Organisationen im Behindertenbereich agieren, können kandidieren.
Bewerbungsschluss ist der 28. August. Anmeldeunterlagen für Kandidaturen sind im Büro der Behindertenkoordination Romina Ruhs erhältlich oder online unter www.goettingen.de/beiratswahl abrufbar. Für Fragen und Anregungen ist sie per E-Mail r.ruhs@goettingen bzw. telefonisch montags bis donnerstags von 8 bis 13 Uhr unter 400-2176 erreichbar.

Seeburger See
Gering entwickeltes Umweltbewusstsein
etablierter Kreistagsparteien

Der Umweltausschuss des Landkreises Göttingen hat sich in seiner Sitzung am 9.Mai mit den Vorschlägen der Gruppe Linke-Piraten-Partei+ zur Verbesserung der Situation am Seeburger See beschäftigt. „Wie so oft in den letzten Monaten“, so die Gruppe, seien deren Vorschläge von einer ganz großen Koalition aus SPD, CDU, Grünen, FWG und Verwaltung abgelehnt worden. Die Antragsteller befürchten durch starke Erwärmung und damit einhergehendem Sauerstoffmangel ein mögliches Umkippen des Sees und schlagen konkrete Gegenmaßnahmen vor. Ganz im Sinne Merkelscher Politik des Abwartens soll auch hier abgewartet werden – bis Ende des Jahres zumindest, wenn die Verwaltung erste Untersuchungsergebnisse dazu vorlegen will. Dies jedoch sei, so die Sicht der Gruppe, ziemlich unverständlich, „weil die Fakten schon bekannt sind“. Auch ein weiterer Vorschlag zur Sauerstoffanreicherung bei großer Hitze wurde zumindest bis zur Juni-Sitzung des Umweltausschusses vertagt.

Radweg Esebeck - Barterode
Grüne beantragen Lückenschluss
„Nach Fertigstellung der Radwegeverbindung von Elliehausen nach Esebeck in 2018/2019 ist es konsequent, die Radweglücke Richtung Barterode zu schließen. Dadurch entsteht eine durchgehende Radwegverbindung über Barterode/Wibbecke, Güntersen, Imbsen/Dransfeld, Löwenhagen, Bursfelde bis zum Weserradweg. Der aufgezeigte Radweg wird Bestandteil des Klimaplan Verkehrsentwicklung und stellt somit eine Maßnahme für die künftige klimaschonende Mobilität dar“, so Harald Wiedemann im städtischen Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke sowie im Ortsrat Elliehausen/Esebeck. Da der Flecken Adelebsen beabsichtige, einen Radweg von Barterode bis an die Stadtgrenze von Göttingen Richtung Esebeck anzulegen, sei es zur Verbesserung der Radwegeinfrastruktur nur konsequent und richtig, wenn die Stadt Göttingen auf ihrer Gemarkung den Lückenschluss vornimmt. Dadurch, so Wiedemann, würde ein „sinkender Anteil einrollender Pkws“ erfolgen und somit eine spürbare Entlastung der Bewohner/innen.

Sommerferien
Ferienkalender 2018 erschienen
Betreuer/innen gesucht
Während der Sommerferien 2018 gibt es wieder viele interessante Angebote für Kinder und Jugendliche von fünf bis 17 aus Stadt und Landkreis. Druckfrisch ist dazu der Ferienkalender erschienen. Im Programm stehen beispielsweise Mitmach-Aktionen am Gartetalbahnhof, Ausflüge in Freizeit- und Tierparks, Straßenfeste, Kurse, Besichtigungen, Wochenfreizeiten und vieles mehr. Der Kalender wird über die Göttinger Schulen verteilt und liegt in vielen öffentlichen Einrichtungen aus.
Für die Betreuung von sechs- bis zwölfjährigen Kindern während der Ferienaktionen sucht die Stadt noch Betreuerinnen und Betreuer. Zu den Voraussetzungen für die Mitarbeit zählen Erfahrung an und Spaß bei der Arbeit mit Kindern. Der Nachweis einer Jugendleiterinnen- bzw. Jugendleiter-Card (Juleica) oder eines Übungsleiterinnenscheines bzw. Übungsleiterscheins ist erwünscht. Für diese ehrenamtliche Tätigkeit wird eine Aufwandsentschädigung gezahlt sowie eine Praktikumsbescheinigung ausgestellt.
Informationen rund um den Ferienkalender gibt es unter den Telefonnummern 0551/400-2689 oder 400-3291 sowie online unter www.ferien-goettingen-anmeldung.de

Stadtentwicklung
Kunstquartier wird drastisch teurer
CDU strikt gegen Mehrausgaben
pdg — Die derzeitige gute Konjunktur im Baubereich führt auch im kommunalen Bereich zu Verteuerungen von Baumaßnahmen. So rechnet die Bauverwaltung der Stadt Göttingen unter anderem für das Förderprojekt „Kunstquartier“ (KuQua) mit einer Kostenerhöhung um voraussichtlich rund 20 Prozent. Insbesondere der Neubau des Galeriegebäudes „Kunsthaus“ in der Düsteren Straße 7 ist davon betroffen.
„Wie wir auch bei anderen Projekten bereits feststellen mussten, führen die derzeit meistens bestens gefüllten Auftragsbücher von Baufirmen und Handwerksbetrieben zu weniger Angeboten und zu deutlich höheren Preisen“, sagt Stadtbaurat Thomas Dienberg in einer Stellungnahme. Das sei zwar gut für die Firmen, bereite aber Bauherren und vor allem den Kommunen immer häufiger Kopfschmerzen. Denn letztere müssen ihre Bauaufträge öffentlich ausscheiben – und bekommen zunehmend nur wenige oder sogar gar keine Angebote von Firmen.
So hatte im Rahmen der Ausschreibung der Rohbauarbeiten für das Galeriegebäude nur ein Unternehmen ein Angebot abgegeben. Dieses lag 37 Prozent über der konkretisierten Kostenberechnung, die unmittelbar vor der Ausschreibung im Februar mit aktuellen Preisen erstellt wurde. „Daher ist heute bereits absehbar, dass bei gleichbleibend hohem Preisniveau auch weitere Ausschreibungen über den ermittelten Kosten liegen werden“, erläutert Dienberg. In der Summe werde dies zu etwa einer Million Euro Mehrkosten im Rahmen des Projektes führen. Sollte die Preisentwicklung ihre aktuelle Tendenz beibehalten, könne sich die Summe erneut ändern.
Ursprünglich hatte die Stadt die Projektkosten mit fünf Millionen Euro angesetzt, wovon viereinhalb Millionen Euro als Zuschuss vom Bundesbauministerium gefördert werden. Derzeit muss die Stadt mit Projektkosten in Höhe von mindestens sechs Millionen Euro rechnen. Zusätzlich führt die aktuelle Marktlage zu einer zeitlichen Verschiebung, da sich die Beauftragungen deutlich verzögern. Geplant war die Fertigstellung des Hauses bislang bis Ende 2019. Der Baubeginn war für Anfang Mai angesetzt und verschiebt sich nun voraussichtlich auf August. Die Fertigstellung des Neubaus wird sich entsprechend verzögern.
Die CDU-Fraktion sieht in der fatalen Entwicklung seitens der Stadtverwaltung insbeondere „ein Eingeständnis ihrer Fehleinschätzung in Sachen Bauleitplanung und Kostencontrolling“. Es stelle sich die Frage, wie seriös und ernsthaft große Projekte durch die Verwaltung in Göttingen geplant und umgesetzt werden können. Hans Otto Arnold (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, wies darauf hin, dass „bereits seit Planungsbeginn dieser netten Idee absehbar war, dass die Kosten knapp kalkuliert waren und sehr wahrscheinlich zu massiven Einschnitten für andere Kultureinrichtungen führen werden, um finanzielle Defizite im Haushalt auffangen zu können. Dieser Fall könnte jetzt eintreten.“Weitere Informationen

Göttinger Fair-Trade-Portal
Einkaufsverzeichnis fair gehandelter Produkte
pdg — Entwicklungspolitisches Handeln gewinnt in einer global vernetzten Welt zunehmend an Bedeutung. Auch die kommunale Ebene muss dabei einer Vielzahl an gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen gerecht werden. Seit 2013 bilden Stadt und Landkreis die ‚Fairtrade-Region Göttingen’. In der dazugehörigen Steuerungsgruppe sitzen Vertreterinnen und Vertreter aus Stadt- und Kreisverwaltung sowie des Entwicklungspolitischen Informationszentrums EPIZ, der Contigo Fairtrade GmbH, des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen und der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen BIGS.
Die gemeinsame ‚Koordinierungsstelle für kommunale Entwicklungspolitik’ von Stadt und Landkreis Göttingen hat jetzt den offiziellen Startschuss für das Informationsportal für fairen Handel und faire Beschaffung gegeben. Das Portal bietet ein übersichtliches und zeitgemäßes Einkaufsverzeichnis für fair gehandelte Produkte in der Region.Weitere Informationen
→www.fairtrade-regiongoettingen.de


Wirtschaft

Gewerbliche Wirtschaft

Löhne
Tarifbindung nimmt weiter ab
Der Anteil der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben ist seit 1996 deutlich zurückgegangen. Arbeiteten damals in Westdeutschland 70 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit Branchentarifvertrag, waren es im Jahr 2017 noch 49 Prozent. In Ostdeutschland sank der entsprechende Anteil der Beschäftigten von 56 auf 34 Prozent. Das zeigen Daten des IAB-Betriebspanels, einer jährlichen Befragung von rund 15.000 Betrieben durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).Weitere Informationen

Arbeitszeit
Viele würden gern weniger arbeiten
50 Prozent der männlichen und gut 40 Prozent der weiblichen Beschäftigten würden ihre Arbeitszeit gerne um mindestens 2,5 Wochenstunden verkürzen. Überdurchschnittlich häufig wollen Beschäftigte mit höheren Bildungsabschlüssen und größerer beruflicher Autonomie weniger arbeiten. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.Weitere Informationen

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Weiterhin in guter Verfassung
Pünktlich zum nahenden 1. Mai, dem Tag der Arbeit, sind die aktuellen Zahlen für den Arbeitsmarkt in der Region veröffentlicht worden. Die Agentur für Arbeit Göttingen informiert in ihrem neuesten Bericht über die Entwicklung in Südniedersachsen.Weitere Informationen

Elektroschrott
Änderung im ElektroG
Registrierung für Hersteller
Ab dem 15. August werden nahezu alle elektrischen und elektronischen Geräte vom Elektro- und Elektronikgerätegesetz umfasst (Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten; kurz: ElektroG). Damit soll sichergestellt werden, dass mehr Altgeräte im Recycling landen. Nun müssen sich auch Hersteller von bislang noch nicht betroffenen Geräten registrieren und sich an den Entsorgungskosten beteiligen, beispielsweise Hersteller von Bekleidung und Möbeln mit elektrischen Funktionen. Ein weiteres Beispiel von Produkten, die bislang noch nicht erfasst waren, sind etwa Schuhe mit dauerhaft und fest eingebauter elektronischer Dämpfung oder mit Leuchtmitteln. Nicht betroffen sind nur explizit im Gesetz genannte Ausnahmen. Ab 1. Mai können Hersteller, die zukünftig neu unter die Vorschriften des ElektroG fallen, Registrierungsanträge bei der zuständigen stiftung elektro-altgeräte register (stiftung ear) stellen.

IAB-Arbeitsmarktbarometer
Trotz Dämpfer auf gutem Niveau
Im vergangenen Monat erreichte das IAB-Arbeits­marktbarometer noch ein neues Allzeithoch, aber im April gibt es einen Dämpfer: Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verliert gegenüber dem Stand im März 0,9 Punkte. „Auch der aktuelle Stand von 104,5 Punkten lässt aber noch eine sehr gute Arbeitsmarktentwicklung in den kommenden Monaten erwarten“, betont Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungs­bereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“.Weitere Informationen

Globale Umweltzerstörung
durch Politik und Konzerne

Die Organisation Rettet den Regenwald engagiert sich auf bewundernswerte Weise für den Erhalt der letzten noch verbliebenen ökologischen Reservate – wovon letztlich unsere Zukunft abhängt – und ruft regelmäßig zu Kampagnen gegen deren weitere Zerstörung auf. Gö-Polis veröffentlicht sie hier und möchte seine Leser dazu animieren, sich am Erhalt unserer Lebensgrundlagen aktiv zu beteiligen. Immer, wenn Sie an dieser Stelle ein neues Bild vorfinden, gibt es eine neue Aktion bzw. Neues zu berichten.

Bundesregierung
Klöckner (CDU) diffamiert Tierschützer
Sie kennen bestimmt solche Fotos und Videos: Schweine und Hühner, die in beklagenswertem Zustand in dreckigen Ställen leben, Qualen leiden. Die Belege dafür stammen oft von Tierschutz-Aktivisten, die in Ställe einbrechen. Anders sind die Beweise nicht zu beschaffen. Die Aktionen der Tierschützer sind nötig – leider. Denn häufig versagen die Behörden bei Kontrollen oder vertuschen die Missstände.

Rettet den Regenwald
<leer>Foto: tierretter.de

Doch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) diffamiert die Tierschützer als „selbsternannte Stallpolizei“ und will sie härter bestrafen. Die Ministerin greift damit die Falschen an. Statt kriminelle Tierhalter konsequent zu verfolgen, kriminalisiert sie die Tierschützer, die Gesetzesverstöße und Missstände aufdecken.
Bitte fordern Sie mit uns: Tierschützer dürfen nicht kriminalisiert werden. Vielmehr müssen Unternehmer bestraft werden, in deren Betrieben Tiere gequält werden. Tierschützer sind keine Verbrecher!
www.regenwald.org

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Bildung - Beruf - Karriere

Zentrale Studienberatung
Offene Sprechstunden für Studierende
Von Montag, 28. Mai, bis Montag, 18. Juni, bietet die Zentrale Studienberatung der Universität Göttingen Workshops, offene Sprechstunden sowie online-Beratung für Studierende an, die überlegen, ihr Studienfach zu wechseln. Ziel ist es, zur anstehenden Bewerbungsphase Studienzweifel rechtzeitig zu klären und bei Bedarf eine tragfähige zweite Studienentscheidung zu treffen. Ein weiterer Workshop zu Lernstrategien soll gezielt Studienzweifel mit Bezug auf die anstehende Prüfungsphase aufgreifen. Die Veranstaltungsreihe „Monday-Check“ richtet sich insbesondere an Studierende der ersten beiden Semester. Alle Veranstaltungen finden montags statt.
→ www.uni-goettingen.de/Monday-Check

Vermittlung älterer Arbeitsloser
Handicaps Gesundheit und EDV-Kenntnisse
Oft auch Vorbehalte von Arbeitgeberseite
Rund eine halbe Million Arbeitslose sind 55 Jahre und älter. Laut Experteninterviews mit 61 Vermittlungsfachkräften der Arbeitsagenturen sind gesundheitliche Einschränkungen, zu geringe oder veraltete EDV-Kenntnisse und Vorbehalte von Arbeitgebern die häufigsten Hürden für die Rückkehr Älterer in Beschäftigung. Die Befragten befürworten eine intensivere Betreuung, spezielle Beratungs- und Förderangebote für Ältere und mehr Marketingkampagnen und Messen mit dem Schwerpunkt Ältere. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.Weitere Informationen

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Verbraucherschutz

Aktuelle Produkt-Tests über
• Kinderhochstühle
• Autokindersitze

Neue Bücher für Verbraucher
Finanztest Spezial: Meine Immobilie
Handbuch Pilze
Bluthochdruck-Medikamente

Wechselhelfer für Strom und Gas
Viele Versprechen, wenig Garantien
Auch 20 Jahre nach der Liberalisierung des deutschen Energiemarktes sind viele Verbraucher zurückhaltend, wenn es um den Wechsel des Strom- oder Gasanbieters geht. Zu viel Aufwand, zu viel Risiko – so die häufigsten Bedenken. Ein neues Angebot lässt da aufhorchen: Sogenannte Wechselservices oder -helfer versprechen, Kunden bei der Auswahl der Tarife zu unterstützen und bei Bedarf automatisch einen Anbieterwechsel einzuleiten. Auf diese Weise könne der Nutzer nicht nur Jahr für Jahr sparen, sondern auch sicher sein, stets zu einem seriösen Anbieter zu wechseln. Im Rahmen des Projekts Marktwächter Energie für Niedersachsen hat die Verbraucherzentrale Niedersachsen die neuen Angebote genauer analysiert. Ergebnis: Ein Mehrwert für Verbraucher ist oftmals nicht zu erkennen.Weitere Informationen

Marktcheck
Nahrungsergänzungsmittel für Kinder
Jedes zehnte Kind bekommt täglich Nahrungs-ergänzungsmittel oder mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherte Lebensmittel, einige sogar beides. Doch halten die Produkte, was sie versprechen? Die Verbraucherzentralen haben 26 Nahrungsergänzungen für Kinder auf Zusammensetzung und Werbeaussagen geprüft. Die Ergebnisse sind teils alarmierend.Weitere Informationen

Krankentagegeld
Tarife von gut bis mangelhaft
Privates Krankentagegeld bietet Schutz gegen Verdienstausfall bei langer Krankheit und ist sinnvoll für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer und Selbstständige, wenn die Lücke zum Nettogehalt besonders groß oder das Gehalt jeden Monat fest verplant ist – zum Beispiel für einen Kredit. Finanztest hat für die Juni-Ausgabe 76 Tarife aller privaten Krankenversicherer untersucht untersucht, die für gesetzlich Versicherte zugänglich sind. Die Ergebnisse reichen von gut bis mangelhaft.Weitere Informationen

Rabatt-Portale
Lohnender als Rabattkarten
Mit Cashback-Portalen können sich Kunden in vielen Onlineshops attraktive Rabatte sichern. Oft sind es 3 bis 6 Prozent des Endpreises, im besten Fall sind sogar mehr als 10 Prozent drin. Das ist deutlich mehr als bei den Rabattkarten wie Payback. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift Finanztest in ihrer Juni-Ausgabe, für die sie acht Cashback-Portale mit vielen umsatzstarken Onlinehändlern als Partner untersucht hat. Die Tester prüften, wie hoch die Rabatte sind, ob es Fallen für die Kunden gibt und wie es um die Datenschutzbestimmungen steht.Weitere Informationen

Fleisch
Verbraucherzentralen
fordern staatliches Label

Haltungskompass von Lidl unter der Lupe
Tierschutz steht hoch im Kurs. Immer mehr Verbraucher wünschen sich eine artgerechte Nutztierhaltung. Der Handel reagiert darauf mit neuen Marken und Labeln. Lidl hat kürzlich einen vierstufigen „Haltungskompass“ eingeführt. Die Verbraucherzentralen wollten wissen, welche Kennzeichnungen beim Frischfleischangebot von Lidl vorhanden sind. In zehn Bundesländern und insgesamt 13 Filialen haben sie das Sortiment stichprobenartig geprüft.Weitere Informationen


Gesellschaft

Lenglern
Drei Rehkitze schwer verletzt
PETA erstattet Strafanzeige
Die Tierrechtsorganisation PETA hat nach dem Tod von drei Rehkitzen auf einer Wiese bei Lenglern bei der Staatsanwaltschaft Göttingen Strafanzeige wegen Verdacht des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sowie gegen das Naturschutzgesetz gegen an der Mahd beteiligte Personen erstattet. Ein Landwirt hatte offenbar die Tiere übergemäht und sie so schwer verletzt, dass sie starben. Er hatte die Wiese nicht wie empfohlen vor dem Mähen kontrolliert.
RehkitzFoto: Jan Bo Kristensen

„Es ist allgemein bekannt, dass Tierkinder, die nicht schnell genug fliehen können, von den scharfen Klingen der Mähmaschine aufgeschlitzt, verstümmelt oder regelrecht zerhackt werden“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA. „Wer keine ausreichenden Schutzmaßnahmen vor und während der Mahd trifft, nimmt den Tod der Tiere ganz offensichtlich in Kauf – und dies ist strafbar.“
Landwirte sind dazu verpflichtet, den zuständigen Jäger über eine bevorstehende Mahd zu informieren, damit dieser entsprechende Vorkehrungen treffen kann. Dennoch werden in Deutschland jährlich etwa 100.000 Rehe durch Mähmaschinenarbeiten schwer verletzt oder getötet. Der sogenannte „Drückinstinkt“ der Jungtiere führt dazu, dass Rehkitze bei drohender Gefahr meist bewegungslos auf dem Boden verharren und auf ihre Tarnung vertrauen, statt zu fliehen. Tiergerechte und kostengünstige Vergrämungsmaßnahmen, wie flatternde Bänder oder Duftzäune, schrecken Rehmütter auf und führen dazu, dass sie ein besseres Versteck für ihren Nachwuchs suchen. Weitere Möglichkeiten sind der Einsatz von Hunden oder modernen Infrarotsensoren – den sogenannten „Wildrettern“ –, mit denen die Felder abgesucht werden können.
Die Tierrechtsorganisation zeigte in der Vergangenheit wiederholt Landwirte wegen solcher Unterlassungshandlungen an, denn nach einem rechtskräftigen Urteil des Amtsgerichts Biedenkopf sowie eines solchen des Amtsgerichts Euskirchen ist dieses Vorgehen strafbar.

Häusliche Pflege
Bürokratie für Angehörige sehr belastend
Eine Studie des Instituts forsa im Auftrag der Verbraucherzentralen zeigt: Pflegende Angehörige erleben die Antragstellung und die Phase bis zur Feststellung des Pflegegrades als sehr belastend. Sie fühlen sich unsicher und wenig informiert. Zudem nutzen sie Beratungsangebote eher selten.Weitere Informationen

Göttinger Bürgerfrühstück
Tischreservierungen ab sofort
Das beliebte Göttinger Bürgerfrühstück findet am Sonntag, den 3. Juni, auf dem Göttinger Wochenmarkt an der Hospitalstraße statt. Zwischen 11 und 14 Uhr sind Gruppen wie Einzelgäste wieder herzlich zum gemeinsamen Frühstück eingeladen. Musik, Kinderprogramm und Tombola gehören dazu. Die Anmeldung zur Teilnahme und die reservierung des Lieblingstischs aus dem Vorjahr ist ab sofort möglich. Ein Platz kostet Euro 6,25 pro Person, Euro 50 für 8 Personen (1 Tisch). Frühstück kann für Euro 5,00 pro Person hinzubestellt werden. Ebenso kann eigenes Frühstück samt individueller Tischdekoration mitgebracht werden. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 1.000 Gästen. Reservierungen unter Tel. 38489872 bzw. post@buergerstiftung-goettingen.de


Polizeiberichte
Tagesaktuelle Meldungen
Die ausführlichen Polizeiberichte finden Sie hier:Weitere Informationen

108 Verstöße bei Verkehrskontrollen
jan — Bei gezielten Verkehrskontrollen im Stadtgebiet Göttingen haben Polizeibeamte mit Unterstützung von Mitarbeiter/innen des Ordnungsamtes am Mittwoch (23.0.5.) insgesamt 108 Verkehrsverstöße festgestellt und geahndet.

Motorradfahrer mit 206 km/h
jk — Bei einer Geschwindigkeitsmessung an der Bundesstraße 3 zwischen Groß Ellershausen und dem Groner Holz haben Beamte der Verfügungseinheit der Polizeiinspektion Göttingen am Pfingstmontag (21.05.) im Laufe des Tages einen 26 Jahre alten Motorradfahrer mit 206 km/h anstatt der erlaubten 100 km/h geblitzt.

Einbruch in Bäckereifiliale
jk — Durch die gewaltsam geöffnete Eingangstür sind Unbekannte in der Nacht zu Mittwoch (23.05.) in eine Bäckereifiliale im Nonnenstieg eingedrungen und haben einen Wertschrank samt Inhalt gestohlen.

Berauschter Biker sucht das Weite
jk — Ein unter Drogeneinfluss stehender E-Bikefahrer hat Dienstagnacht (22.05.) versucht, vor einer Funkstreife der Polizei zu flüchten.

Dealer nach Verfolgung festgenommen
jk — Nach einer abenteuerlichen Verfolgung über mehrere Grundstücke am Göttinger Kiessee hat ein Polizist am Montagnachmittag (21.05.) gegen 15.25 Uhr einen mutmaßlichen Drogendealer festgenommen.

Versuchter Überfall auf Spielhalle
jk — Während der Öffnungszeit haben zwei maskierte ca. 160cm große Männer am Freitagabend (18.05.) versucht, eine Spielhalle in der Düsteren Straße zu überfallen. Verletzt wurde niemand.

Radfahrerin überfallen
jk — Auf dem Verbindungsweg zwischen der Groner Landstraße und der Straße Am Hasengraben haben zwei maskierte Männer nach bislang vorliegenden Erkenntnissen am Donnerstagabend (17.05.) gegen 23.10 Uhr eine 53 Jahre alte Frau überfallen und ihr die Handtasche geraubt.

Studentin bedrängt
jk — Ein ca. 175 cm großer, ca. 25 Jahre alter Mann mit kurzen dunklen Haaren hat am frühen Mittwochabend (16.05.) gegen 18.15 Uhr eine 22-jährige Studentin unsittlich berührt und bedrängt.

Fahrrad aus Tiefgarage gestohlen
jk — Aus der Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses in der Lissabonstraße haben Unbekannte in der Nacht zu Donnerstag (17.05.) ein hochwertiges, neongrünes Fatbike gestohlen.

Überfall auf Spielhalle
jk — Zwei maskierte Männer haben Mittwochnacht (16.05.) eine Spielhalle an der Göttinger Bahnhofsallee überfallen und dabei nach ersten Informationen vermutlich einen mittleren dreistelligen Geldbetrag erbeutet.

<leer>

Wettbewerb
Nachhaltige urbane Logistik
Innovative Ideen für Umwelt- und Klimaschutz in der Stadt gesucht

Der Lieferverkehr in den Städten nimmt weiter zu und belastet die Umwelt. Lastenräder, Elektrofahrzeuge und kleine dezentrale Logistikstandorte können daher einen wichtigen Beitrag zu mehr Umwelt- und Klimaschutz in der Stadt leisten. Um solche Beispiele bekannt zu machen und neue innovative Ideen anzustoßen, hat das Bundesumweltministerium jetzt gemeinsam mit dem Umweltbundesamt den Bundeswettbewerb „Nachhaltige urbane Logistik" gestartet.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Aktiver Klimaschutz und eine bessere Lebensqualität sind zwei wichtige Aufgaben für die Städte. Mit der Förderung von Elektro-Lieferwagen im Sofortprogramm Saubere Luft unterstützen wir die Kommunen bereits bei diesen Aufgaben. Mit dem Bundeswettbewerb zur urbanen Logistik wollen wir darüber hinaus neue Potenziale entdecken für eine Verkehrswende in der städtischen Logistik.“

Teilnehmen können Unternehmen, Hochschulen und Kommunen mit bereits laufenden oder realisierten Projekten oder mit Konzepten, die noch auf ihre Umsetzung warten. Wichtig ist, dass die Projekte oder Konzepte im Bereich der urbanen Logistik einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten, die Emissionen vor Ort senken und gleichzeitig auch sozial und wirtschaftlich nachhaltig sind.
Einreichungsschluss ist am 15. Juli 2018. Ein Preisgeld in Höhe von 70.000 Euro wird auf die Gewinnerprojekte verteilt. Eine Jury aus Expertinnen und Experten entscheidet darüber, welche Bewerbungen Ende des Jahres als Sieger gekürt werden.
 

Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger: „Lieferfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren verursachen klima- und gesundheitsschädliche Emissionen. Es wird Zeit, dass wir konsequent nach Lösungen für dieses Problem suchen. Wir freuen uns daher auf viele gute Ideen und Projekte, die dabei helfen, den urbanen Raum langfristig umweltverträglich mit Waren und Gütern zu versorgen.“

Fast ein Fünftel der innerstädtischen verkehrsbedingten NO2-Emissionen stammt aus Nutzfahrzeugen, von denen viele für die Belieferung von Bewohnern, Geschäften und Unternehmen im Einsatz sind. Neben den gesundheitsschädlichen Emissionen belastet der Lieferverkehr die Städte auch durch Lärm und verursacht Treibhausgasemissionen. Der Bundeswettbewerb „Nachhaltige urbane Logistik“ soll dazu beitragen, diese schädlichen Emissionen zu verringern und Umwelt- und Klimaschutz in den städtischen Verkehr zu bringen.

Umweltbundesamt: Trinkwasser in Deutschland von guter Qualität
Grenzwerte nur selten überschritten / Resultate durchaus kritikwürdig
Trinkwasser aus großen zentralen Anlagen besitzt in Deutschland weiter eine sehr gute Qualität. Das ist das Ergebnis des aktuellen Berichts zur Trinkwasserqualität des Umweltbundesamtes (UBA). Grenzwertüberschreitungen sind, wie schon in den Vorjahren, absolute Einzelfälle.

Selbst der Problemstoff Nitrat, der im Grundwasser teilweise in überhöhten Konzentrationen auftritt – insbesondere dort, wo intensive Landwirtschaft betrieben wird – überschreitet im Trinkwasser seit mehreren Jahren nicht mehr den Grenzwert. Auch bei nahezu allen mikrobiologischen und chemischen Qualitätsanforderungen halten über 99,9 Prozent der überwachten Proben die strengen rechtlichen Vorgaben ein. Das UBA hat im aktuellen Bericht für die Jahre 2014 bis 2016 die Ergebnisse der Untersuchungen aus allen größeren Wasserversorgungen veröffentlicht – diese versorgen rund 88 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Grundlage sind die Meldungen der Bundesländer an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das UBA.

Verbraucher bleiben dennoch auch angesichts solcher Testate weiterhin skeptisch. Nicht unerheblich ist vielleicht auch, was in der Studie nicht untersucht wurde. So geht das UBA beispielsweise mit keiner Silbe auf die Belastung durch Mikroplastik ein, das sich mittlerweile in nahezu allen Gewässern und vielen Nahrungsmitteln findet und auch nicht herausfilterbar ist. Fakt ist auch, dass die kommunalen Wasserwirtschaftsbetriebe zunehmend mehr unter der Aufgabe stöhnen, eine solche vom UBA attestierte Qualität vorzuhalten. Und dass deutsche Fließgewässer selbst in einer vermeintlich noch „unberührten Natur“ infolge von Verunreinigungen kaum noch ohne Schaumbläschen an ihren Rändern auskommen, kann jede/r mit eigenen Augen nachvollziehen – wenn er oder sie denn mal hinschaut.Weitere Informationen

 

Wohnungsbau
Rat beschließt Förderprogramm
Verlorene Zuschüsse für Schaffung bezahlbarer Wohnungen

In der seiner Sitzung vom 16. Mai hat der Rat der Stadt mit der Mehrheit von SPD und Grünen ein Förderprogramm in Höhe von 3,5 Mio. Euro zur Schaffung von sozialem und preisgünstigem Wohnraum auf den Weg gebracht. Entsprechend dem „Kommunalen Handlungskonzept zur Schaffung und Sicherung von bezahlbarem Wohnraum in Göttingen“, das der Verwaltungsausschuss der Stadt am 12. März des Jahres beschlossen hat, vergibt die Stadt nunmehr nicht rückzahlbare Zuschüsse für den Bau von Wohnungen für untere Einkommensgruppen. Für den Zeitraum von 2018 bis 2021 stehen dafür 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

La Paz
Angesichts der Bevölkerungsexplosion ein immer knapper werdendes Gut: Wohnraum, hier in La Paz (Bolivien)Foto: Alex Proimos

Das kommunale Handlungskonzept soll einen Anreiz zur schnellen Schaffung von sozialem und preisgünstigen Wohnraum für die private Wohnungswirtschaft geben. „Bis 2021 stellt die Stadt insgesamt 3,5 Mio. Euro an verlorenen Zuschüssen für diejenigen Unternehmen bereit, die bei Neubauten einen genau festgelegten Anteil an sozial geförderten und preisgünstigen Wohnraum schaffen“ erklärt dazu die baupolitische Sprecherin der SPD, Sylvia Binkenstein. „Das ist ein wichtiger Impuls für die Schaffung bezahlbarer Wohnungen“, sagt auch Stadträtin Petra Broistedt in einer Stellungnahme. „Wir fördern einerseits den Neubau von Wohnungen, andererseits kaufen wir Belegrechte in vorhandenen Bestandwohnungen vor allem für Menschen, die besonders von Wohnraumnot betroffen sind, an.“

Die kommunale Förderung wird in Form eines verlorenen Zuschusses speziell für den Bau von Mietwohnungen nach dem Windhundprinzip vergeben. Möglich sind verlorene Zuschüsse in Höhe von bis zu 160 Euro pro Quadratmeter geschaffenem Wohnraum. Daneben ist eine Förderung von bereits vorhandenem Wohnraum möglich, wenn er für auf dem Wohnungsmarkt benachteiligte Gruppen bereitgestellt wird. Die jeweilige Förderung kann ab sofort frist- und formlos bei der kommunalen Wohnraumförderstelle der Stadt beantragt werden. Sie ergänzt die Landesförderung und kann dort als Eigenkapital eingebracht werden. In ihren Genuss kommen private und institutionelle Bauherren im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel.

„Eine kommunale Wohnungsbauförderung ist für eine Stadt der Größe Göttingens nicht üblich. Wir setzen damit eine besondere Priorität auf sozialen Wohnungsbau“, betont Broistedt. Der Änderung der Richtlinie zur Förderung des Wohnungsbaus vorangegangen war im letzten Jahr bereits die Verabschiedung einer Stellplatzsatzung sowie die Einführung einer Quote zur Schaffung von Sozialwohnungen.

„Neben den Bemühungen der Städtischen Wohnungsbau, im Rahmen ihrer Möglichkeiten neuen Wohnraum zu schaffen und Altbestände zu sanieren, sowie der Arbeit der Stadtverwaltung an neuen Bebauungsplänen kann dieses Instrument auf dem Göttinger Wohnungsmarkt regulierend in die richtige Richtung wirken“, hofft auch Tom Wedrins (SPD).

CDU und die Linken hatten sich gegen das Programm ausgesprochen.

 

E-Mobilität
Elektro-Fahrzeuge dürfen frei parken – und kassieren Knöllchen
Grüne haben Fragen

Die Grünen haben aufgrund von Vorfällen mit dem Ordnungsamt der Stadt Göttingen durch Bürgermeister Holefleisch eine Anfrage in Sachen „Handhabungen zur E-Mobilität“ eingereicht. Anlass dazu war, wie die Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes, Viola von Cramon, mitteilt, dass Bedienstete des Ordnungsamtes für E-Mobile, die auf Ratsbeschluss bis zum 30. Juni 2020 im Stadtgebiet gebührenfrei parken dürfen, Ordnungswidrigkeitsbescheide wegen Falschparkens oder „Parken ohne Parkschein“ verteilt hatten.

Die Verwaltung hat inzwischen reagiert: „Im Zuge der Förderung der E-Mobilität wird festgestellt, dass für E-Zweiräder die gleichen Parkvergünstigungen gelten, wie für E-KFZ. So können E-Roller, E-Motorräder E-Lastenfahrräder, S-Pedelec etc. auf parkscheinpflichtigen Parkplätzen bis zur Dauer der Höchstparkzeit kostenlos parken. Die Führer dieser Fahrzeuge haben durch geeignete Maßnahmen (Parkscheibe) das Einhalten der Parkhöchstdauer nachzuweisen.“

E-Car
 
Knöllchenfrei vor Windsor Castle: E-Mobilität mit StilFoto: Kamkorp

Allerdings sei der Vorschlag, E-Zweirad-Fahrzeuge mit einer Parkscheibe zu versehen, schwierig in der Praxis umzusetzen, zumal es für solche Fahrzeuge in der StVO nicht einmal eine Parkscheibenpflicht gibt, so Edgar Schulz von der AG Mobilität der Kreisgrünen. Tatsächlich hätten vereinzelt Mitarbeiter/innen des Ordnungsamtes E-Autos mit Parkscheibe und die auch durch entsprechende Typenbezeichnungen des Herstellers, z.B. „electric drive“ etc. eindeutig als E-Mobile erkennbar waren, dennoch mit einer Ordnungsmaßnahme belegt. Sich hierbei auf die alleinige Nummernschild-Kennzeichnung „E“ am Ende des Nummernschildes zurückzuziehen, greift jedoch auch nicht, da es eine solche „E“-Kennzeichnungspflicht in manchen Landkreisen gar nicht gibt. Somit würden Besucher/innen der Stadt von außerhalb des Landkreises Göttingen benachteiligt. Die Ankündigung der Stadtverwaltung, dass eine automatische Einstellung bei Widerspruch durch den E-Fahrzeughalter erfolgt, sei leider auch nicht korrekt, wie ein Fall aus der Vergangenheit zeige, so Schulz weiter.

Um Ärger mit solchen Widersprüchen grundsätzlich aus dem Weg zu gehen, wäre es aus Sicht der Grünen angemessen, die Mitarbeiter/innen des Ordnungsamtes in Sachen E-Mobilität besser einzuweisen und grundsätzlich mit einem bürgerfreundlicheren Augenmaß zu agieren. Sie beraten derzeit in der AG Mobilität über eine bessere Kennzeichnung solcher Fahrzeuge, etwa durch einen Aufkleber, der dann bei Nachweis eines E-Antriebes beim Straßenverkehrsamt bei Stadt und Kreis erhältlich sein könnte.

 

Umwelt
Mikroverunreinigungen in Gewässern – UBA gibt Empfehlungen
Vorsorgen statt sanieren, um Altlasten in Zukunft zu vermeiden

Rückstände von Arzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln, Bioziden und anderen Chemikalien können schon in geringen Konzentrationen nachteilige Wirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit haben. Diese Mikroverunreinigungen werden nicht zuletzt dank verfeinerter Analyseverfahren zunehmend in unseren Gewässern nachgewiesen. Daher schlägt das Umweltbundesamt (UBA) nun ein Maßnahmenpaket vor, um Stoffeinträge in die Gewässer zu minimieren. Langlebige Stoffe, die in die Gewässer gelangen, führen dort oft jahrzehntelang zu Problemen.

GewaesserverschmutzungBeispiele aus der Vergangenheit sind Tributylzinnverbindungen (TBT, aus bioziden Bootsanstrichen), Perfluoroktansulfonsäure (PFOS, aus Löschschäumen und Galvanikbädern) oder Diuron (aus Pflanzenschutzmitteln). Gegenwärtig werden in Gewässern zunehmend Arzneimittelwirkstoffe wie Diclofenac und Ibuprofen gemessen.

Bei der Herstellung, Verarbeitung, Verwendung und Entsorgung von Chemikalien können diese als Mikroverunreinigungen auf verschiedenen Wegen in das Grundwasser, die Flüsse, die Seen und die Meere gelangen: Durch Abwässer aus Kläranlagen, Abschwemmung aus Böden, Auswaschung über Niederschläge, Versickerung oder Direktanwendung im Gewässer. Das Umweltbundesamt hat die Eintragspfade analysiert, kritische Stoffeigenschaften benannt und Handlungsempfehlungen abgeleitet. Es zeigt sich: Nur eine Kombination von Maßnahmen bei der Herstellung, bei den Verwendungen und der Abwasserbehandlung kann einen umfassenden Schutz bewirken.Weitere Informationen

 

Stadtrat
Vorsitzende Sylvia Binkenstein resigniert
Rücktritt wegen Vorwurfs der Verquickung von Mandat und Anwaltstätigkeit

Die Ratsvorsitzende Sylvia Binkenstein (SPD) ist von ihrem Amt zurückgetreten. Anlass dafür waren seit längerem anhaltende Vorwürfe gegen die Politikerin, die soziale Komponente im Namen ihrer Partei nicht so ganz wichtig zu nehmen. Ratsvertreter forderten deshalb eine Abwahl der Juristin. Dem ist sie jetzt zuvorgekommen.

Sylvia Binkenstein
 
Halstuch als Markenzeichen: Sylvia BinkensteinFoto: Stadt Gö

Als anwaltliche Vertretung eines offenbar nicht sehr mieterfreundlich gesonnenen Bauherrn, der in der Zimmermannstraße eine Wohnanlage modernisieren lässt und dabei offenbar wenig Skrupel verspürt, Mieter auf teilweise unwürdige Weise zu schikanieren, hat Binkenstein, so der Vorwurf, nicht nur dessen Interessen mit juristischen Mitteln vertreten, sondern auch versucht, kritische Nachfragen dazu in den politischen Gremien zu unterbinden. Auf eine Anfrage des Ratsherrn Gerd Nier (GöLinke) zu der Angelegenheit drohte sie im Februar mit der juristischen „Keule" Unterlassungs-Erklärung – und zwar noch während der Sitzung. Nier wollte lediglich wissen, ob die Verwaltung Kenntnis habe von der Situation in Weende und Möglichkeiten sähe, auf den Vermieter einzuwirken, den Beschwerden der Mieter/innen zu entsprechen.

Diese außerordentlich schnelle Reaktion Binkensteins auf eine noch nicht einmal öffentlich gestellte Anfrage war für viele Involvierte zugleich ein Hinweis darauf, dass hier, vermutlich über Mitglieder im Ortsrat Weende, Informationen durchgestochen wurden, zumal bereits zuvor Hilfeersuchen der drangsalierten Mieter/innen an SPD-Ortsrats­mitglieder anschließend zu Kündigungen seitens des Investors führten. Aufgrund solcher Vorkommnisse sahen sich der Weender Vorstandsvorsitzende Horst Reinert und sein Stellvertreter Kris Runge gezwungen, ihre Ämter niederzulegen – wegen „unverzeihlichen Vertrauensbruchs“ und weil die Personen hinter dem Leak sich nicht zu erkennen gaben.

Noch während der Ratssitzung am (Freitag!) 13. April weinte die SPD-Ratsfraktion ihrer ehemaligen Ratsvorsitzenden dicke Tränen nach. Ob die sich als stellvertretende Vorsitzende im Bauausschuss wird halten können, ist letztlich auch eine Charakterfrage.

Die SPD-Ratsfraktion Göttingen erklärt:
Wir alle, die Mitglieder der SPD-Ratsfraktion, sind tief betroffen über den Umgang mit Sylvia Binkenstein und unserer Fraktion, den wir in den letzten Tagen und Wochen erlebt haben. Wir können und wollen nach dem Rücktritt der Ratsvorsitzenden nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.
Der Rat der Stadt Göttingen ist kein Parlament. Seine Vorsitzende ist keine Präsidentin. Die Ratsvorsitzende hat keine „präsidiale Vorbildfunktion“. Sie repräsentiert nicht „in besonderer Weise die Stadt“. Dies tut zuerst der von den Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt direkt gewählte Oberbürgermeister und in seiner Vertretung die vom Rat gewählten Bürgermeister. Schon diese begrifflichen Missgriffe entlarven die Verfasser des Abberufungsantrages.
Unter dem Deckmäntelchen einer vermeintlich höheren Moralität sollte heute [am 13. April – Red.] über ein Ratsmitglied und ihre Arbeit als Ratsvorsitzende geurteilt werden, obwohl die Kommunalaufsicht keinen Rechtsverstoß im Handeln erkennen kann.
Vor diesem Hintergrund ist uns allen die übliche Sitzungs-, Debatten- und Abstimmungsdisziplin heute nicht möglich. Jeder von uns wird individuell auf die Situation reagieren. Allein der Fraktionsvorstand wird Sitzungsdisziplin halten.
Wir werden die klugen und neutralen Sitzungsleitungen von Sylvia Binkenstein vermissen. Sie verdient dafür Respekt und Anerkennung. Wir wünschen uns mehr Kollegialität, mehr Respekt. Wenn es um die Zukunft Göttingens geht, dann werden wir uns engagieren!

Antragsteller weisen Vorwürfe zurück
Die Piratenpartei Göttingen weist die Vorwürfe der SPD entschieden zurück, es habe sich bei dem Antrag zur Abberufung der Ratsvorsitzenden Sylvia Binkenstein um reinen Populismus gehandelt. „Im Gegenteil, ein ordentlicher Ratsantrag gehört zu den demokratischen Mitteln, wie auch der öffentliche Diskurs darüber“, erklären Sie in einer Reaktion auf Vorwürfe der SPD-Ratsfraktion. Der Politikstil der SPD hingegen, juristischen Druck gegen ehrenamtliche Mandatsträger anderer Parteien zu tolerieren, biete vielmehr Populisten ein gefundenes Fressen und fördere die Politikverdrossenheit. „Frau Binkenstein hat aus Sicht der Piraten – und aller anderen Parteien im Rat außer der SPD – instinktlos gehandelt. Wenn nun vom Stadtverband der SPD behauptet wird, der Antrag sei ,populistisch‘ und ,verlogen‘, scheint man sich nicht darüber im Klaren zu sein, dass man damit die Ratsmehrheit, die diesem Antrag zugestimmt hätte, diffamiert – auch den eigenen Haushaltspartner im Rat, die Ratsfraktion der Grünen.“ Schon allein der äußere Anschein eines Interessenkonflikts schade dem Ansehen des Rates der Stadt Göttingen sowie der gesamten Kommunalpolitik.
Die vollständige Stellungnahme lesen Sie hier:Weitere Informationen

 

Klimabilanz 2017
Emissionen gehen leicht zurück
Niedrigere Emissionen im Energiebereich, höhere im Verkehrssektor

Klimabilanz 2017: Emissionen gehen leicht zurück Niedrigere Emissionen im Energiebereich, höhere im Verkehrssektor Gemeinsame Pressemitteilung von Umweltbundesamt und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit In Deutschland wurden 2017 insgesamt 904,7 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt – 4,7 Millionen Tonnen weniger als 2016. Das zeigt die erste Prognose-Berechnung des Umweltbundesamtes (UBA). Während die Emissionen im Energiebereich deutlich zurückgingen, stiegen sie im Verkehrssektor sowie in der Industrie an. Daher sind zusätzliche Maßnahmen nötig, um Deutschland wieder auf Kurs in Richtung der Klimaziele zu bringen.

Gegenüber 1990 hat Deutschland seine Emissionen bis zum Jahr 2017 um 27,7 Prozent gesenkt. Das für 2020 vereinbarte Klimaziel von 40 Prozent soll so schnell wie möglich erreicht werden. Bis 2030 müssen die Emissionen um mindestens 55 Prozent gesenkt werden.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die Klimabilanz 2017 zeigt ein gemischtes Bild. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien haben wir bereits viel erreicht. Hier werden wir mit neuen Sonderausschreibungen weitere große Schritte machen. Im Verkehrsbereich geht die Entwicklung leider immer noch in die falsche Richtung. Für Klimaschutz und saubere Luft brauchen wir eine grundlegende Verkehrswende. Das muss ein Schwerpunkt in dieser Legislaturperiode werden. Wir werden in diesem Jahr erstmals ein Klimaschutzgesetz vorbereiten und 2019 verabschieden. Damit werden wir sicherstellen, dass wir das 2030-Ziel zuverlässig und verbindlich erreichen.“

Den deutlichsten Rückgang gab es in der Energiewirtschaft: Hier gingen die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um 13,7 Millionen Tonnen zurück (minus 4,1 Prozent). Zentraler Grund dafür ist, dass infolge der hohen Windkrafteinspeisung weniger Steinkohle verstromt wurde. Zudem wurden im Laufe des Jahres 2017 Steinkohlekraftwerke mit einer Kapazität von insgesamt mehr als 3 Gigawatt stillgelegt bzw. in die Netzreserve überführt. Im vierten Quartal gingen noch zwei weitere Braunkohlekraftwerke in die Sicherheitsbereitschaft. Im Verkehrssektor stiegen die Emissionen 2017.Weitere Informationen

 

Göttinger Wald
Naturschützer empört über wildes Mountainbiking
Göttinger Stadtwald als Sportarena

Hauptsache Spaß! Was kümmert da schon das Bisschen halbwegs unberührte Natur, welches zwischen all dem Müll nicht nur in den Ozeanen, sondern auch neben den zumeist versiegelten Wegen im Göttinger Wald, der doch als Flora-Fau­na-Habi­tat-Ge­biet eigentlich europäischen Schutzstatus genießt, noch zu finden ist? Wozu Erholung, wenn diese Reste von Grün doch vor allem als Event-Refugium taugen? So denken nicht nur Konzertveranstalter, so denken auch Freizeitsportler auf ihren Mountainbikes.

Kerstlingeröder Feld
 
Sportliche Instinktlosikeit: Tiefe Furchen im Magerrasen des Kerstlingeröder FeldesFoto: BUND

Inzwischen sind die Zerstörungen so augenfällig, dass der Göttinger Bund für Umwelt und Naturschutz und mit ihm die Biologische Schutzgemeinschaft sowie die Naturschutzbeauftragte der Stadt Göttingen, Britta Walbrun, auf die Barrikaden gehen. Missachtung und Schädigung erfahre dieses Schutzgebiet leider zunehmend durch einzelne Mountainbiker, beklagen sie öffentlich. Diese durchquerten den Göttinger Stadtwald und das Kerstlingeröder Feld auch abseits der Wege, durchpflügten dabei wertvolle Biotopflächen und legen sogar Sprungschanzen an. Rückzugsbereiche für teils seltene Wildtierarten würden massiv gestört – ein klarer Verstoß gegen das bestehende Naturschutzgesetz.

Nach §1 Abs. (1) NSG Verordnung sind alle Handlungen verboten, die „das NSG oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern“. Darüber hinaus ist nach §3 Abs. (3) untersagt „2. wild lebende Tiere oder die Ruhe der Natur ohne vernünftigen Grund durch Lärm oder auf andere Weise zu stören“ und „3. abseits der Fahrwege Rad zu fahren“.  

Damit der Göttinger Stadtwald nicht zur Sportarena verkommt, müssten nicht nur das städtische Forstamt und dessen Mitarbeiter verstärkt diesen Ordnungswidrigkeiten nachgehen und sie zur Anzeige bringen, hier müsse auch „juristisch entschlossen und mit Null-Toleranz“ dem Naturfrevel begegnet werden, so ihre Forderung, „um deutlich zu machen, dass es sich dabei um alles andere als ein Kavaliersdelikt handelt“.

Ganz so neu ist das Thema nicht – auch nicht für die Lokalpolitik. Schon einmal stand es in früheren Jahren auf der Tagesordnung des Umwelt-Ausschusses. Und wie so oft, wenn die Politik sich nicht zu helfen weiß oder Angst vor der eigenen Courage bekommt, weil Verbote und ihre sanktionierte Durchsetzung einer weltoffenen Stadt nicht gut zu Gesicht stehen, hatte man das Problem seinerzeit zu lösen versucht, indem man an die Einsichtsfähigkeit der Verursacher appellierte. Solche Appelle an Vernunft und Einsichtsfähigkeit haben immer schon zu durchschlagenden Erfolgen geführt, insbesondere beim Verhalten von Verkehrsteilnehmern. Aktuell sind sie aber auch gerade wieder bei jenen Saubermännern zu beobachten, die das Nikolaiviertel trotz aller Appelle erneut buchstäblich in den Dreck ziehen.

 

Stickstoffdioxid
Erhebliche Gesundheitsbelastungen durch NO2
UBA-Studie ordnet Gesundheitsbelastung in Deutschland ein

Die NO2-Konzentrationen in der Außenluft in Deutschland führen zu erheblichen Gesundheitsbelastungen. Dies zeigt eine Studie des Umweltbundesamts (UBA). Demnach lassen sich für das Jahr 2014 statistisch etwa 6.000 vorzeitige Todesfälle aufgrund von Herz-Kreis­lauf-Erkran­kungen auf die NO2-Hinter­grund-Belas­tung im ländlichen und städtischen Raum zurückführen. Die Studie zeigt außerdem: Die Belastung mit Stickstoffdioxid steht im Zusammenhang mit Krankheiten wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Schlaganfall, der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) und Asthma.

Autoabgase

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: „Die Studie zeigt, wie sehr Stickstoffdioxid der Gesundheit in Deutschland schadet. Wir sollten alles unternehmen, damit unsere Luft sauber und gesund ist. Gerade in den verkehrsreichen Städten besteht Handlungsbedarf. Das hat das Bundesverwaltungsgericht bestätigt. Selbst Fahrverbote sind als letztes Mittel demnach möglich.“

Die Studie zeigt unter anderem, dass acht Prozent der bestehenden Diabetes mellitus-Erkrankungen in Deutschland im Jahr 2014 auf Stickstoffdioxid in der Außenluft zurückzuführen waren. Dies entspricht etwa 437.000 Krankheitsfällen. Bei bestehenden Asthmaerkrankungen liegt der prozentuale Anteil der Erkrankungen, die auf die Belastung mit NO2 zurückzuführen sind, mit rund 14 Prozent sogar noch höher. Dies entspricht etwa 439.000 Krankheitsfällen. Epidemiologische Studien ermöglichen zwar keine Aussagen über ursächliche Beziehungen. Jedoch liefern sie zahlreiche konsistente Ergebnisse über die statistischen Zusammenhänge zwischen negativen gesundheitlichen Auswirkungen und NO2-Belastungen.

Für die im Rahmen der Studie verwendeten Modellrechnungen liegen dabei bewusst vorsichtige Annahmen zugrunde: Zum einen wurden nur Krankheiten berücksichtigt, die mit hoher Gewissheit in Zusammenhang mit Stickstoffdioxidbelastungen stehen. Zum anderen wurden für NO2-Belastungen unterhalb von 10 μg/m3 keine gesundheitlichen Auswirkungen berechnet, da hier aktuell nicht ausreichend verlässliche Studien vorliegen, die den Zusammenhang zwischen diesen niedrigen Konzentrationen und gesundheitlichen Effekten zweifelsfrei bestätigen. Zudem wurde für die Gesamtbevölkerung in Deutschland, aufgrund methodischer Limitationen, lediglich die NO2-Belastung des städtischen und ländlichen Hintergrunds berücksichtigt und bestehende Spitzenbelastungen an verkehrsreichen Straßen („Hot Spots“) nicht miteinbezogen.Weitere Informationen

 

Sport
CDU: Jedes Grundschulkind soll Schwimmen lernen
„Grundlage für alle Wassersportarten“

In der kommenden Sitzung des Schulausschusses stellt die Göttinger CDU-Ratsfraktion der Verwaltung den Prüfauftrag, zwei Varianten zu erarbeiten auf dessen Grundlage Göttinger Grundschulkindern das Schwimmen beigebracht werden soll.

Kajak-Wassesport
 
Besser mit Schwimmkenntnissen: Kajak-WassesportFoto: Cantonga

Variante 1 sieht dabei vor, die Schwimmausbildung im betreuten Nachmittagsangebot zu ermöglichen. Für die CDU-Ratsfraktion ist dabei von besonderer Bedeutung, dass eine größtmögliche Einbindung öffentlicher Institutionen und Einrichtungen, wie dem Sportzentrum der Universität, dem Weender Krankenhaus, der Asklepios Klinik oder dem Zentrum für ältere Menschen in Grone, erfolgt, um ein koordiniertes Vorgehen zu ermöglichen. Aus pädagogischer Sicht sei es für die Antragsteller von Bedeutung, dass am Tage des Schwimmunterrichtes den betroffenen Klassen keine Hausaufgaben gestellt werden, um größtmögliche Schwimmzeiten zu erreichen.

Nach Auskunft des schulpolitischen Sprechers der SPD-Ratsfraktion, Tom Wedrins, kann die Stadt mit Landesmitteln in Höhe von 3,7 Millionen Euro für den Schulbau rechnen. Zusammen mit den 5 Millionen Euro aus dem Nachtragshaushalt könnte nun die Modernisierung von Schulen angegangen werden. Bereits mit Beschluss des Doppelhaushaltes 2017/18 stünden darüber hinaus ungefähr 20 Millionen Euro für Baumaßnahmen in Schulen bereit, so Wedrins. Vor diesem Hintergrund sei es hilfreich, dass die Stadt Göttingen durch das Schulstättenentwicklungskonzept bereits einen Teil ihrer Hausaufgaben erledigt habe.  

Variante 2 soll ein Konzept erarbeiten, mit dem der Schwimmunterricht in der Schulzeit, nach Möglichkeit unterstützt durch Vereine wie den ASC 46 und die TWG 1861 mit ihren hauptamtlichen Schwimmsportlehrern, realisiert werden soll. Idealerweise soll der Schwimmunterricht gemeinsam mit dem Schulpersonal erfolgen. Dabei muss der Lehrplan an diesen Tagen so gestaltet sein, dass ein Schwimmangebot umsetzbar ist.

Dr. Thomas Häntsch, der schulpolitische Sprecher der Fraktion, ist der Ansicht, dass „die Grundlage für alle Wassersportarten das Schwimmen bildet. Um diese Kompetenz zu erwerben, sei es frühzeitig notwendig, Kindern das Schwimmen beizubringen. Kinder, die nicht schwimmen können, haben oftmals keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zu Erlebnisorten wie Schwimmbädern oder natürlichen Badegewässern. Deswegen bittet die CDU-Fraktion die GoeSF, zu prüfen, wie ein diesbezügliches Angebot für Kinder der Grundschulen realisiert werden kann. Auch der Stadtsportbund Göttingen wäre bereit, ein Programm „Schwimmen für Schulkinder“ zu entwerfen und gemeinsam mit den Göttinger Institutionen zu realisieren.

CDU-Fraktion möchte den Kompetenzerwerb von Kindern, vor allem pädagogisch begleitet, im Schulsport fördern. Schwimmen habe innerhalb des Schulsportes eine zentrale Bedeutung. Darüber hinaus stelle das Schwimmen eine Freizeitaktivität mit großem entwicklungsfördernden Potenzial dar“, so Häntsch.

 

Stickstoffdioxidbelastung
2017: Grenzwertüberschreitungen in rund 70 Kommunen
Nachrüstung mit Katalysatoren nötig

Die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid (NO2) ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Die Zahl der Kommunen mit Grenzwertüberschreitungen nahm nach erster Schätzung von 90 auf 70 ab. Das zeigt die Auswertung der vorläufigen Messdaten der Länder und des Umweltbundesamtes (UBA). Dennoch: An rund 46 Prozent der verkehrsnahen Messstationen wurde der Grenzwert von 40µg/m³ im Jahresmittel überschritten, an zwei Drittel dieser Stationen mit Werten von mehr als 45µg/m³ sogar deutlich.

„Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Wir sind aber noch längst nicht am Ziel. Immer noch liegen viele Städte deutlich über dem seit 2010 einzuhaltenden Grenzwert, viele Einwohner sind also weiter zu viel gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid ausgesetzt. Schuld sind vor allem die Diesel-Autos mit hohen Realemissionen, die oftmals erst in den vergangen Jahren zugelassen wurden und in den Städten unterwegs sind“, sagte Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA. „Wie vom Umweltbundesamt im Sommer 2017 geschätzt, werden die Maßnahmen des Diesel-Gipfels mit Software-Updates und Umtauschprämien nicht ausreichen, um die Luft in den Städten so zu verbessern, dass die Grenzwerte überall eingehalten werden. Wir brauchen dringend die Hardware-Nachrüstung der Autos und leichten Nutzfahrzeuge. Nur so können wir die Gesundheitsbelastungen durch Stickstoffoxide schnell und vor allem dauerhaft senken.“Weitere Informationen

 

Elternbeiträge für Kindergärten
Grüne fordern vollständige Kostenübernahme
Scharfe Kritik am aktuellen Angebot der Landesregierung

Das Land will die vollständige Beitragsbefreiung der Kindergärten. Das Ziel der kostenfreien Bildung teilen die Grünen im Rat der Stadt Göttingen, üben aber scharfe Kritik an dem aktuellen Angebot der Landesregierung an die Kommunen und fordern ein radikales Umdenken.

Die Beitragsfreiheit in Kindergärten war zentrales Wahlversprechen von CDU und SPD auf Landesebene. In den aktuellen Haushaltsverhandlungen soll das umgesetzt werden. Modell für die Kompensationszahlung an die Kommunen für das erste und zweite Kindergarten-Jahr sollen ersten Informationen zu Folge die Erstattungspauschalen für das dritte Jahr sein. Diese reichen jedoch bei weitem nicht aus, kritisieren die Grünen.

Regina Meyer, Vorsitzende des Jungendhilfeausschusses in Göttingen: „In Göttingen gehen 80 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen ganztags in den Kindergarten. Ihre Eltern zahlen dafür – je nach Einordung in der Einkommens-Staffel – zwischen 210 und 300 Euro. Vom Land erstattet werden sollen pro Platz nur 167 Euro.“ Das sei viel zu wenig. Sie verlangt eine deutliche Steigerung des Haushaltsansatzes sowie die Abkehr von Erstattungspauschalen, die regionale Unterschiede nicht berücksichtigen. Vielmehr solle das Land einen fixen Anteil an den Gesamtkosten übernehmen. Nach einer Forderung des Niedersächsischen Städtetags (NST) sollten zwei Drittel der gesamten doppischen Betriebskosten übernommen werden. In keinem Fall, so Meyer dürften die Kommunen gegenüber der aktuellen Situation finanzielle Einbußen erleiden.

„Es kann nicht sein, dass ein Wahlgeschenk der Landes-GroKo die Stadt Göttingen jährlich 1,6 Millionen kostet“, kritisiert auch Rolf Becker, Vorsitzender der Grünen Fraktion im Rat. „Das Geld haben wir schlicht nicht. Und sinkende Kita-Qualität können und wollen wir uns nicht leisten.“ Die Grünen im Rat der Stadt befürchten landesweit einen massiven Einbruch der Kita-Qualität, sollten die Pläne, wie derzeit von der Landesregierung vorgeschlagen, umgesetzt werden.

 

Konsum
Marktanteile von grünen Produkten steigen
CO2-Emissionen im Konsumsektor dennoch unverändert

Der Umsatz mit grünen Produkten in den Konsumbereichen Wohnen, Mobilität und Ernährung ist 2015 um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Dennoch haben sich die CO2-Emissionen im Konsumsektor kaum verändert. Dies zeigt eine Studie „Grüne Produkte in Deutschland 2017 – Marktbeobachtungen für die Umweltpolitik“ des Umweltbundesamtes (UBA).

So sind die CO2-Emissionen im Konsumbereich von 7,9 Tonnen pro Person und Jahr im Jahr 2005 lediglich um ein Prozent auf 7,8 Tonnen im Jahr 2014 gesunken. „Die Richtung stimmt, aber der Umsatz mit umweltfreundlichen Produkten wächst zu langsam. Dies liegt vor allem daran, dass die Preise für Produkte nicht die realen Kosten für die Umwelt widerspiegeln. Unser Konsum trägt ganz wesentlich zu Umweltbelastungen bei, daher sollten die Umweltkosten eingepreist werden“, sagt UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

Bereits zum dritten Mal betrachtet das UBA die Marktentwicklung ausgewählter grüner Produkte in den drei zentralen Konsumbereichen Wohnen, Mobilität und Ernährung. Die Marktzahlen von 2008 bis 2015 werden dabei der Entwicklung der CO2-Emissionen des Konsums gegenübergestellt. Daneben wurden erstmalig die Marktentwicklungen der Umweltlabel Blauer Engel (Papier), EU Ecolabel (Hygieneartikel), FSC und PEFC (Holz) sowie GOTS (Textilien) untersucht.  

Trotz Zuwachs bei grünen Produkten sinken die Umweltbelastungen nicht: Die Emissionen im Bereich Mobilität sind wegen stark steigenden Emissionen beim Luftverkehr und kaum abnehmender Emissionen bei der Automobilität leicht um 0,4 Prozent gestiegen. Im Bereich Ernährung sind die Emissionen – vor allem aufgrund des hohen Fleischkonsums – mit rund neun Prozent sogar deutlich gestiegen. Die CO2 -Emissionen im Bereich Wohnen sind dank energetischer Sanierungen immerhin um rund zehn Prozent in den letzten zehn Jahren gesunken. Gleichzeitig tragen das Wachstum der durchschnittlichen Wohnfläche ebenso wie die zunehmende Geräteausstattung insbesondere im Bereich Informations- und Telekommunikationstechnik zu Umweltbelastungen bei.

Wohnen (Heizen und Strom), Mobilität und Ernährung sind für 80 Prozent der CO2-Emissionen des privaten Konsums verantwortlich. Die Studie untersucht den Umsatz grüner Produkte in diesen Konsumbereichen anhand der Marktentwicklung von Umweltsiegeln. Im Papiersegment beispielsweise ist der Blaue Engel verbreitet und bekannt – rund 17 Prozent der Hygienepapiere tragen den Blauen Engel, Marktanteile wie auch Umsätze haben seit 2012 leicht zugelegt. Umweltsiegel sind der Studie zufolge vor allem dann erfolgreich, wenn mit den grünen Produkten auch Geld gespart werden kann und wenn der Staat die Label durch Gesetze fördert. Ein Beispiel hierfür ist das sehr erfolgreiche EU -Energielabel: Zum einen lassen sich mit energieeffizienten Geräten Stromkosten sparen. Zum anderen ist das EU-Energielabel nicht freiwillig, sondern Pflicht.

 

Das hat gerade noch gefehlt
Laserinstallation an allen Feiertagen
Weitere Verschandelung der Stadt durch eine instinktlose Verwaltung

Göttingen ist nicht gerade mit sensiblen Stadtgestaltern in der Verwaltungsspitze gesegnet, eher von „Machern“, „Entwicklern“ und „innovativen Vorantreibern“. Jetzt freuen Sie sich über ein Danaergeschenk, welches sie für eine „Attraktion“ halten: ein „großzügiger Spender“ hat ihnen eine Laserinstallation vermacht, die ab Heiligabend jährlich an insgesamt 25 (!) gesetzlichen und kirchlichen Feier- und anderen Gedenktagen sowie aus Anlass einiger Kulturveranstaltungen den nächtlichen Himmel über der Innenstadt erleuchten wird. Beginn: immer eine Stunde nach Sonnenuntergang bis Mitternacht.

Gänseliesel
 
So ginge es auch: Ruhe ausstrahlende Beleuchtung am GänselieselFotos: vs

Statt also zukünftig in romantischen Abendstunden den natürlichen Nachthimmel zu betrachten und sich vielleicht zu einer Sternschnuppe einen innigen Wunsch auszudenken, wird dies künftig überstrahlt werden von einem „Vier-Kirchen-Laser“ – zu Weihnachten festlich und ruhig, an Silvester ab 00.00 Uhr als „Feuerwerk“. Es wird Eulen, Fledermäuse und anderes Nachtgetier vertreiben, kann Zugvögel aus der Bahn werfen und menschliche Bewohner, die sich noch eine gewisse Sensibilität zur immer weiter verschandelten Umwelt bewahrt haben, den Schlaf rauben.

Macht nichts, schließlich muss es ja vorangehen. Deshalb ist die Verwaltung auch voll des Lobes über das kulturelle Engagement des Spenders: Hier werde dankenswerter Weise Verantwortung für Stadt und Region übernommen. Das sei nach wie vor wichtig.

Doch kann man das durchaus anders sehen: Verantwortung übernehmen heißt nämlich auch, behutsam mit den noch verbliebenen Schätzen dieser Stadt umzugehen, sie zu bewahren statt um jeden billigen Preis zu verändern. Vielleicht also sollte man die Laserkanonen besser mal auf – beispielsweise – die völlig marode Stockelefsmühle am Leinekanal (Abb. unten) richten, um zu verdeutlichen, wo es bei der Göttinger Stadtentwicklung fehlt.

StockelefsmühleVor etwa zehn Jahren wurde in dieser Stadt in Politik und Verwaltung ausführlich über das Thema „Lichtverschmutzung“ in Innenstädten diskutiert. Seinerzeit hatte man es vorgeblich als ernstes Problem erkannt und kurzfristig sogar alternative Beleuchtungskonzepte (Abb. oben) vorgestellt. Es blieb bei dieser einen opportunistischen Hinwendung zum Thema, weil das gerade – nicht nur in Göttingen – aktuell war, um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden. Ein ernst gemeintes Anliegen war es den Planern offenbar nicht.

Zwar verfügt die Stadt inzwischen über einen Lärmaktionsplan, einen solchen Plan gegen die Lichtverschmutzung sucht man jedoch vergebens. Er wäre ebenso dringlich, lässt sich aber offenbar unter den gegenwärtigen politischen Konstellationen nicht realisieren. Da ist es wohl eher wahrscheinlich, dass bald auch Hubschrauber-Rundflüge über der Stadt als „Attraktion“ vermarktet werden, wenn sich denn nur ein großzügiger Spender dafür findet. Dazu braucht es nicht einmal Feiertage, sondern nur opportunistische politische Voraussetzungen.
Das kommt auf die Göttinger zu, wenn sie sich nicht dagegen zur Wehr setzen, Laserverschmutzung an folgenden Tagen: Neujahr, Ostersonntag, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag, Gedenktage aus Anlass des Kriegsendes und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, Fronleichnam, Nacht des Wissens, Internationaler Museumstag, Eröffnung der Göttinger Händelfestspiele, Tag des offenen Denkmals, Erntedankfest, Mauerfall und Grenzöffnung, Tag der Deutschen Einheit, Reformationstag, Volkstrauertag, Allerheiligen, 09.11. Gedenkstunde Mahnmal Synagoge, Buß- und Bettag, 1. Advent, 2. Advent, 3. Advent, Heiligabend 4. Advent, 1. Weihnachtstag, Silvester.

 

Bernd Althusmann
Fängt gut an: Kaum im Amt, schon Wort gebrochen
Niedersächsicher Wirtschaftsminister ignoriert eigenes Versprechen

Es ist nur wenige Wochen her, dass sich die ehemalige rot-grüne Landesregierung mit heftigen Vorwürfen seitens der CDU konfrontiert sah, die ihr angesichts des Skandals beim Volkswagen-Konzern – von diesem gern als „Dieselproblematik“ beschönigt – eine zu enge Verbandelung und insbesondere zu laxe Aufsicht gegenüber dem Unternehmen vorwarf. Solche Vorwürfe bestanden und bestehen durchaus zu Recht.

Auch in der Bevölkerung werden solche Verflechtungen zwischen Politik und Industrie zunehmend argwöhnisch betrachtet. Und weil die Christdemokraten während des niedersächsischen Wahlkampfs einer in den Augen vieler Wähler ziemlich aufrichtigen und vor allem zumeist von Lobby-Interessen unbeeinflussten Landespolitik sonst nicht viel entgegen setzen konnten, sahen sie im Fall VW jedenfalls einen argumentativen Hebel, mit dem sie der Weil-Regierung am Zeug flicken konnten und hatten dafür auch gute Argumente auf ihrer Seite.

Die Landesregierung ist immerhin mit 20 Prozent an Volkswagen beteiligt und mit zwei Mandaten im Aufsichtsrat vertreten, was immer wieder auch auf Unmut in der EU stößt. Ein beherztes Eingreifen von ihr in den weltweiten Betrugsskandal war jedenfalls nicht zu erkennen, obgleich eines dieser Aufsichtsrat-Mandate traditionell der Ministerpräsident ausübt. Das zweite wurde bislang ebenfalls immer an ein Kabinettsmitglied vergeben, was aber nirgendwo zwingend festgelegt ist. Insbesondere fraglich ist auch, ob durch eine solche Verfahrensweise immer auch genügender Sachverstand mit in den Aufsichtsrat einzieht.

 
Foto: Olaf Kosinsky

Bernd Althusmann, Spitzenkandidat der niedersächsischen CDU und nunmehr als Wirtschaftsminister in der neuen Landesregierung, weil eine egoistische Umfallerin bei den Grünen unbedingt ihr Mandat behalten wollte und deshalb die Seiten wechselte, hatte sich im Wahlkampf weit aus dem Fenster gelehnt und staatsmännisch gegeben: Noch im August trat er laut und öffentlich dafür ein, das zweite der Landesregierung zustehende Mandat an einen von außerhalb kommenden Wirtschaftsexperten, etwa an einen Wirtschaftsprüfer zu vergeben. „Das kann man nicht mal eben nebenher machen", sagte er damals dem NDR.

Kann man offenbar doch: Am 12. Dezember wurde Althusmann zum Aufsichtsrat im VW-Konzern bestimmt. Der Minister hat also schlicht gelogen. Belogen hat er insbesondere jene Wähler, die ihn vielleicht gerade wegen seiner vermeintlich weitsichtigen Äußerungen gewählt haben.

Sie hätten gewarnt sein können, schon früher nämlich hat es Althusmann mit der Wahrhaftigkeit nicht so genau genommen: 2011 kamen Vorwürfe auf, dass er in seiner Dissertation an etlichen Stellen inhaltlich oder wörtlich Texte aus anderen wissenschaftlichen Werken übernommen haben soll, ohne dies entsprechend zu kennzeichnen. Althusmann selbst räumte zwar „handwerkliche Fehler“ ein, schloss aber politische Konsequenzen aus. Eine damals eingesetzte Untersuchungskommission kam zu dem Ergebnis, dass sich Plagiatsvorwürfe zwar nicht erhärten ließen, die Arbeit aber „Mängel von erheblichem Gewicht“ enthalte.

Nötig hätte das neue Aufsichtsratsmitglied die aktuelle Kehrtwende von seinen ursprünglichen Wahlkampfversprechen eigentlich nicht. Als Wähler fragt man sich jedoch, von welcher Ethik ein solches Verhalten geleitet wird: Ist es einfach nur Machtgeilheit oder auch Gier?

 

Göttinger Süden
Statt Golfplatz jetzt Grüngürtel
Grüne wollen volles Programm

Nachdem Überlegungen, im Göttinger Süden einen Golfplatz einzurichten, nicht zuletzt am Widerstand der Bevölkerung wie auch am Ortsrat Geismar gescheitert sind, gehen die nachfolgenden Planungen nunmehr davon aus, im Bereich zwischen Duderstädter Landstraße und Kiessee einen Grüngürtel zu entwickeln.

Das ist möglicherweise immer noch besser als ein auch für die Öffentlichkeit zugängliches, gepflegtes Golf-Ressort, aber doch eben auch wieder eine von Menschenhand entwickelte Kulturlandschaft, also ein widernatürlicher Eingriff in die Natur, wie er allerorten täglich durch den Menschen stattfindet. Von der Südumgehung über den Golfplatz bis nun zu einem Grüngürtel hat diese Region inzwischen alle gedanklichen Experimente lokalpolitischer Planungswut durchlitten. Aktuell stehen nunmehr drei Varianten zur Diskussion:

1. eine bebauungsnahe Entwicklung am unmittelbaren südlichen Siedlungsrand in Kombination mit einer Durchgrünung dieses südlichen Siedlungsrandes,
2. die Entwicklung eines Grünzugs innerhalb der Feldflur südlich des Siedlungsrandes, jedoch stadt­rand-, also siedlungsnah, oder
3. eine siedlungsferne Entwicklung im Zusammenhang mit dem siedlungsfernen Rundweg um Göttingen.

Geismar Süd - Grüngürtel
Quelle: Wette + Gödecke GbR
Die Grü­nen sehen in den vor­geschla­genen Vari­anten „eine hervor­ragende Grund­lage für die Ent­wick­lung“ eines Grün­gürtels und wollen sich dafür ein­set­zen, dass alle drei Aus­bau­stufen umge­setzt werden“, erklärt Sabine Mor­gen­roth, Vorsit­zende im Aus­schuss für Umwelt, Klima­schutz und Mobi­lität. Eine solche Umset­zung werde zwar lange dauern, müsse aber konse­quent betrie­ben werden. Ein erster kleiner Baustein sei mit der Pflanz­aktion alter Obst­baum­arten an der Stein­metz­kurve bereits gelegt worden, „kleinere Maß­nah­men wie Bänke könnten sehr schnell folgen.“

Da die bestehenden Wegeverbindungen überwiegend in Nord-Süd-Richtung verlaufen und zentrale Querverbindungen fehlen, müssten diese zusätzlich geschaffen werden, heißt es in der Konzeptplanung des beauftragten Planungsbüros. Je nach Variante und angesprochener Nutzergruppe sollen diese unterschiedliche Oberflächenbelege bekommen, weiterhin sollen „zusätzliche Gartenflächen, so genannte Flächen für Gemeinschaftsgärten, die Entwicklung von landschaftsbildprägenden Strukturen, ökologische Gewässeraufwertung und die Schaffung von Aufenthaltsbereichen in der Konzeptplanung berücksichtigt“ werden – nicht jedoch die „Neuausweisung für Sportplätze oder eine Parkanlage“.

Ebenso sollen die „Bedürfnisse der vorkommenden Feldhamster und Agrarvögel, wie beispielsweise Feldlerche, Rebhuhn und Rotmilan“, bei den Planungen berücksichtigt werden – alles bedrohte Tierarten, die nur noch vereinzelt vorzufinden sind und denen das immer weitere Vordringen geplanter kultivierter Landschaftsräume wenig Chancen zum Überleben bietet. Der dramatische Rückgang von 75 Prozent der Insektenpopulation wird hingegen nicht berücksichtigt, wohl, weil er zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung zwar offensichtlich, aber noch nicht wissenschaftlich untermauert und öffentlich bekannt war.

Wegequalität
 
Beispiele vermeintlich guter, schlechter und ungeeigneter, jedoch für Wanderer sowie Flora und Fauna hervorragender, weitgehend naturbelassener WegebeschaffenheitFotos: Wette + Gödecke GbR

Berücksichtigt wurde hingegen die Qualität der bereits bestehenden Wege. Als „gut“ oder zumindest „normal“ werden dabei zumeist befestigte, also gepflasterte oder asphaltierte Wege klassifiziert, weil sie „vor allem für Skater“, aber auch für Radler „sehr gut geeignet“ sind – Wege, wie sie auch zunehmend im Göttinger Wald anzutreffen sind. Weil die Planer offenbar eher Sportler in den Fokus ihrer Überlegungen rücken statt Erholung Suchende oder gar Naturliebhaber, sind Strecken, „die das Befahren erschweren“, logischerweise für sie eher weniger geeignet.

Zu solchen Werturteilen kommt man zumeist dann, wenn man das „Freizeitpotenzial“ der Zivilgesellschaft immer besser erschließen will und diese dann immer weiter in die Lebensräume eben von Feldlerche, Rebhuhn und Rotmilan vordringt. „Alle im Ausschuss vertretenen Parteien wollen die ausgeräumte Feldflur im Süden Göttingens wieder einräumen! Das ist ein ermutigendes Zeichen“, freut sich Sabine Morgenroth. Das kann man machen, wobei man sorgsam auf das „Mobiliar“ achten sollte.

Man könnte es jedoch auch lassen. Das nennt sich dann Renaturierung.

 

Carsharing
Grüne fordern kostenfreie öffentliche Stellplätze
Car Sharing soll Aufwertung erfahren

Ein neues Gesetz eröffnet die Möglichkeit, Mietfahrzeugen des Car Sharing-Systems Bevorrechtigungen beim Parken auf öffentlichen Straßen und beim Erheben von Parkgebühren einzuräumen. Kommunen können damit sowohl stationsbasierten als auch stationsunabhängigen („free-floating“) Fahrzeugen kostenfreie Stellplätze reservieren. Das möchte die Grünen-Ratsfraktion auch in Göttingen realisiert wissen.

 
Vielfach der Zeit schon voraus: Char Sharing eMobil in Göttingen

Sabine Morgenroth, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität, sieht darin „einen großen Beitrag, [um] die Anzahl an Autos in Städten wirksam zu reduzieren. Wenn wir Car­shar­ing-Fahr­zeu­gen kostenfreie Parkplätze im öffentlichen Raum in attraktiven Lagen anbieten, kann das mehr Menschen zum Umsteigen motivieren.“

Doch wie das? Wer lediglich auf ein anderes Fahrzeug umsteigt, fährt immer noch mit einem Pkw in die Stadt – wenn auch nicht mehr mit dem eigenen. Wirksamer dürfte sicherlich sein, wenn mehr Menschen weniger Autos benutzten, wenn sie etwa auf Busse umsteigen oder mit ihrem Privatfahrzeug nur dann in die Stadt einfahren dürfen, sofern dieses mit mindestens zwei Personen besetzt ist. Manche Städte praktizieren es bereits oder erheben eine Gebühr für den Besuch ihrer Innenstädte.

Der Grüne Ulrich Holefleisch hält dagegen und verweist auf Studien, wonach ein einziges Car Shar­ing-Fahr­zeug bis zu 20 private Pkw ersetzen könne. „Das ist nicht nur eine nachhaltigere Nutzung von Ressourcen, sondern spart auch Raum: Es entstehen Flächen für Grünanlagen und die Parksituation wird entschärft. Mehr Platz dem Carsharing bedeutet: mehr Platz dem Menschen.“

Der dann leider oftmals für die Ansiedlung von Großmärkten genutzt wird. Immerhin würde der Gedanke des Car Sharing sicherlich eine Aufwertung erfahren, die ihm zu gönnen ist: „Ein großer Vorteil reservierter Stellplätze für Car Sharing-Fahrzeuge besteht darin, dass sie sichtbar im Stadtbild verankert werden. Sie werden gleichrangig präsent sein wie Bahnhöfe, Bushaltestellen und Taxis – und nicht mehr in Hinterhöfen versteckt. Daraus erhoffen wir uns eine häufigere Nutzung dieser neuen Mobilitätsform“, schiebt Sabine Morgenroth ein weiteres Argument nach.

So neu ist diese von vielen bereits praktizierte Mobilitätsform zwar nicht mehr, aber eine noch weitere Verbreitung, insbesondere in den Hirnen von lustbetonten Autonarren, ist ihr durchaus zu wünschen.

 
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