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    Spacer 22.09.2017 0:29 SpacerOptimiert für das Format 16:9    
 

Kurz & bündig
Kultur · Wissenschaft


Kultur

Interkulturelle Woche 2017
„Vielfalt verbindet“
Interkulturelle Wochepdg — Die bundesweit veranstaltete Interkulturelle Woche sorgt auch in Göttingen in der Zeit vom 24. bis zum 30. September dieses Jahres für ein abwechslungsreiches Veranstaltungs­geschehen. „Vielfalt verbindet“ lautet das vom Büro für Integration der Stadt aktiv aufgegriffene Motto 2017. Insgesamt 33 unterschiedliche Veranstaltungen laden in der letzten Septemberwoche dazu ein, die interkulturelle Vielfalt in der Stadt zu entdecken und zu erleben.
Das Programm wird von einer Vielzahl an Akteuren gestaltet, die dabei zu verschiedenen Veranstaltungsformaten einladen. Dazu gehören u.a. Ausstellungen, Vorträge, ein- und mehrsprachige Lesungen, Tage der offenen Tür, Schnuppersprachkurse, interkulturelle Feste sowie Theater-, Musik-, Informations- oder Diskussionsveranstaltungen.
Das vom Integrationsbüro zusammengestellte Programm „Vielfalt verbindet“ bietet zahlreiche Möglichkeiten des Kennenlernens und des Austausches an verschiedenen Orten in der Stadt. In der ist schon lange sichtbar, wie vielfältig Göttingen ist, schreibt Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler in seinem Vorwort. Toleranz und Chancengleichheit seien zentrale Werte, die in Göttingen im interkulturellen Austausch bereits gelebt würden. Von der Vielfalt dieser Angebote könne man sich während der Interkulturellen Woche überzeugen.
Das Programmheft erhalten Sie hier:Weitere Informationen

Herbstferien mit Bären
Kinderprogramm
im Zoologischen Museum

Auch in diesen Herbstferien bietet das Zoologische Museum der Universität Göttingen wieder Veranstaltungen für Kinder an. Zum einen geht es um Bären, wo sie leben und wie sie zu unterscheiden sind. Zum anderen gilt es, die Strategien von Tieren zu erkunden. Wie können diese im Winter überleben? Wer teilnehmen möchte, sollte sich unbedingt anmelden.
Kinder und Eltern sind darüber hinaus herzlich in die Sammlungen der Sonntagsspaziergänge eingeladen.
www.uni-goettingen.de/de/herbstfe­rienpro­gramm+2017/190528.html

Städtisches Museum
Lutherbilder
aus sechs Jahrhunderten

Die Wanderausstellung „Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten“ ist bis zum 19. Oktober dieses Jahres im Städtischen Museum Göttingen im Rahmen der aktuellen Ausstellung „1529 – Aufruhr und Umbruch“ zu sehen, jedoch nur wochentags und nicht an den Wochenenden. Der Besuch der Ausstellung ist im Eintrittspreis enthalten. Martin Luther ist eine der am häufigsten dargestellten Personen der Geschichte. Die Lutherhalle Wittenberg bewahrt ca. 2400 verschiedene Lutherbilder auf. Allein zu Luthers Lebzeiten entstanden rund 500 Bilder.Weitere Informationen
→www.museum.goettingen.de

Göttingen-App
Rege Nachfrage
tig — Vor einem Jahr ging die neue Göttingen App an den Start. Seitdem steigen die Downloadzahlen kontinuierlich. Bisher wurde sie 3.300mal heruntergeladen, allein im vergangenen Monat waren es 650 Downloads. Bei der Weiterentwicklung der App legt der Göttingen Tourismus viel Wert auf interaktive Tools, die vor allem die Orientierung vor Ort erleichtern. Seit Kurzem ergänzt eine Restaurantbewertung das Serviceangebot. Die Göttingen App bietet einen informativen und kompakten Blick auf alles Wissenswerte für Besucher der Stadt aber auch für Alt- und Neubürger und Studierende. Tipps, u.a. zu Kunst & Kultur, Shopping, Essen & Trinken, Nightlife, Sport und Ausflugszielen, versorgen mit zahlreichen guten Ideen zur Freizeitgestaltung. Ein Rundgang führt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Stadtbibliothek
Ehrenamtliche Vorleser gesucht
Die Stadtbibliothek sucht ab sofort ehrenamtliche Vorleserinnen und Vorleser, die Kindern ab vier Jahren samstags ab 11.00 Uhr vorlesen möchten. Wer Interesse am Vorlesen hat, meldet sich bitte unter e.richter@goettingen.de

Göttinger Barockorchester
Gastspiel mit Uraufführung
in Tschechien

Am 24. und 25. August gastierte das Göttinger Barockorchester (Leitung: Antonius Adamske) auf Einladung der tschechischen Händel-Gesellschaft im historisch-barocken Schlosstheater Valtice/Feldsberg (Mähren) und interpretierte dort vor begeisterten Zuschauern die Oper „Armide“ von Jean-Baptiste Lully (1632–1687; Libretto: Philippe Quinault ). Diese Oper wurde zum ersten Mal überhaupt in Tschechien dargeboten.Weitere Informationen

2. Auflage: AZUBI-KulturTicket
Ausbildungsbetriebe können ab sofort die neue Ausgabe des „Azubi-Kulturtickets“ für ihre Auszubildenden bestellen. Die Plastikkarte hat die Größe einer Visitenkarte und ermöglicht bei 47 Kultureinrichtungen in Südniedersachsen einen stark vergünstigten Eintritt. Die meisten Anbieter gewähren einen Halbpreisrabatt. Das Ticket gilt vom 1. September bis zum 31. August 2018.
→ www.azubi-kulturticket.de
25 Euro. Zu erwerben beim Landschaftsverband Südniedersachsen e.V..

Stadtfriedhof
Fresken der Kapelle restauriert
pdg — In enger Abstimmung mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt sind die Fresken der vier Evangelisten Matthäus, Lukas, Johannes und Markus in der Kapelle auf dem Göttinger Stadtfriedhof restauriert worden. Neben einer im Laufe der Jahre entstandenen Verschmutzung, waren durch Feuchtigkeit Ausblühungen, Abplatzungen und Verfärbungen entstanden, die nun beseitigt worden sind.Weitere Informationen

Jugendliteratur 1925–1945
Uni erwirbt Privatsammlung
pug — Mädchen- und Abenteuergeschichten, Zeitschriften und Werbeheftchen aus den Jahren 1925 bis 1945 hat eine Sammlerin zusammengetragen. Aus sozialgeschichtlichem Interesse wollte sie festhalten, welche Interessen, Gedanken und Gefühle Kinder und Jugendliche ihrer Generation geprägt haben. Nun hat die Abteilung Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur am Seminar für Deutsche Philologie der Universität Göttingen die einmalige Privatsammlung mit 18.000 Titeln erworben. Sie ergänzt die universitäre Sammlung historischer Kinder- und Jugendliteratur und soll in Forschung und Lehre genutzt werden.Weitere Informationen

Literatur
Bücherboxx
am Johanniskirchhof

pdg — Nachdem die gelbe Telefonzelle in den vergangenen Jahren mehr und mehr aus dem öffentlichen Straßenbild und dem Bewusstsein vieler Menschen verschwunden ist, kehrt sie nun bis November nach Göttingen zurück – wenn auch mit anderer Nutzung. Seit Donnerstag, 27. Juli, macht eine ausrangierte Fernsprechkabine, die zu einer mobilen Straßenbibliothek umgewandelt wurde, den Johanniskirchhof zum Leseort. Die „Bücherboxx“ ist eine kostenlose Büchertauschbörse, die nach dem Prinzip „Bring ein Buch – nimm ein Buch – lies ein Buch“ funktioniert.Weitere Informationen

Jugendtheaterprojekt
„Eine Bühne für eure Rechte“
Noch in dieser Spielzeit startet ein Jugendtheaterprojekt des Instituts für angewandte Kulturforschung e.V. (ifak) in Zusammenarbeit mit dem Jungen Theater mit dem Titel „Eine Bühne für eure Rechte“.

Jugendtheaterprojekt

Vor 25 Jahren ratifizierte Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention. Dies nimmt das ifak zum Anlass, ein Theaterprojekt mit Jugendlichen zu Kinder- und Menschenrechten zu organisieren. Kinderrechten eine Bühne zu geben und damit diesem wichtigen Thema mehr Öffentlichkeit zu verschaffen, ist das Anliegen, das das Institut zu diesem Projekt inspirierte und das von einem breiten Bündnis Göttinger Organisationen und Initiativen unterstützt wird. Mit einem Workshop, einem Theaterwettbewerb und einer Ausstellung sollen die teilnehmenden Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren Gelegenheit bekommen, die Thematik kreativ mit Leben zu füllen.
Am Ende locken u.a. ein Auftritt im Jungen Theater für die vier Finalisten des Theaterwettbewerbs, eine Berlinfahrt für die beiden besten Gruppen des Finales und ein Theaterworkshop beim Jungen Theater bzw. Theaterkarten für eine Aufführung des Jungen Theaters Göttingen für die dritt- und viertplatzierten Gruppen.
Mehr zum Wettbewerb und zum Workshop über die Links.

 
Wissenschaft

Exoplaneten
Titanoxid nachgewiesen
pug — Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat erstmals Titanoxid in der Atmosphäre eines Exoplaneten nachgewiesen. Die Wissenschaftler/innen nutzten das Instrument FORS2 am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO). Dessen Beobachtungsdaten lieferten einzigartige Informationen über die chemische Zusammensetzung sowie das Temperatur- und Druckprofil des Planeten WASP-19b, ein ungewöhnlicher und sehr heißer Planet vom Typ „Heißer Jupiter“.Weitere Informationen

Demografie
Kinder älterer Väter
haben selbst weniger Kinder

pug — Das durchschnittliche Alter von Eltern bei der Geburt ihrer Kinder steigt in Industrieländern seit den 1970er-Jahren. Je älter der Vater bei der Befruchtung ist, desto größer ist die Anzahl neuer genetischer Mutationen, die er an das Kind weitergibt. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat in einer historisch und international vergleichenden Studie herausgefunden, dass Kinder älterer Väter selbst weniger eigene Kinder zeugen.Weitere Informationen

Mikrobiologie
Lunge gegen Pilzsporen
Abwehrmechanismus entdeckt
pug — Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat herausgefunden, wie sich der menschliche Körper gegen Pilzinfektionen schützt. Mit jedem Atemzug gelangen Pilzsporen in die Lunge, wo sie gefährliche Infektionen auslösen können. Die Wissenschaftler/innen aus Deutschland, Israel und den USA fanden nun heraus, dass das Immunsystem des Menschen bei den Pilzsporen in der Lunge eine Art Selbstmord-Mechanismus auslöst, der dazu führt, dass die Pilzsporen sich selbst zerstören.Weitere Informationen

Neugründung
Kompetenzzentrum
Allgemeinmedizin

umg — Allgemeinmedizin zukunftsfest machen – das ist das gemeinsame Ziel des neuen Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin in Niedersachsen. Ende 2016 hatte der Gesetzgeber die Weichen für eine neue Förderung der Weiterbildung im Fach Allgemeinmedizin gestellt: In jedem Bundesland soll ein sogenanntes Kompe-tenzzentrum Allgemeinmedizin gefördert werden.Weitere Informationen

Monokulturen
Plantagen
zerstören Biodiversität

pug — Sattsam bekannte Ergebnisse hat ein Forscherteam der Universität Göttingen nochmals in einer groß angelegten Studie verifiziert, nämlich wie sich die Umwandlung von tropischem Regenwald zu Kautschuk- und Ölpalm-Plantagen auf die Biodiversität der betroffenen Ökosysteme auswirkt: katastrophal. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden heraus, dass sowohl die Anzahl der Tier- und Pflanzenarten als auch die Anzahl der individuellen Tiere und Pflanzen abnimmt, insbesondere bei Tieren, die sich räuberisch ernähren. Darüber hinaus stellten sie fest, dass die Interaktion zwischen den verschiedenen Organismen reguliert, wie das gesamte Ökosystem auf die Umwandlung reagiert.Weitere Informationen

Demenz
Erhöhtes Risiko durch
frühe psychische Erkrankungen

umg/dzne — Göttinger Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Göttingen enträtseln den Zusammenhang zwischen psychiatrischen Erkrankungen in der Jugend und dem Risiko, im Alter an der Alzheimerdemenz zu erkranken. Sie haben einen Ansatzpunkt gefunden, wie sich die molekulare Ursache behandeln ließe.Weitere Informationen

Agrarökologie
Vergleich groß- und
kleinräumiger Landwirtschaft

pug — Agrarökologen der Universität Göttingen haben die traditionell großräumige Landwirtschaft im Osten mit der kleinräumigen Landwirtschaft im Westen Deutschlands sowohl ökologisch als auch ökonomisch verglichen. Dabei konnten sie zeigen, dass kleine Äcker höhere Kosten verursachen, aber die Biodiversität ähnlich stark fördern wie der ökologische Landbau. Dagegen ist die Umstellung zum Öko-Landbau in beiden Landschaftstypen mit einer Verdopplung des Gewinns verbunden.Weitere Informationen

Medizin
Neues Verfahren
für die Sinnesforschung

umg — Forscher der Universitätsmedizin Göttingen und des Italienischen Instituts für Technologie entwickeln neues Verfahren für die Sinnesforschung: Aus den Reaktionen von Nervenzellen auf Sinnesreize lassen sich die Verschaltungen der Nervenzellen in einem Netzwerk sichtbar machen.Weitere Informationen

Biologie
Schuppentiere in Afrika
von Ausrottung bedroht

pug — Die Jagd auf Schuppentiere, die derzeit am häufigsten illegal gehandelten Säugetiere der Welt, ist in Zentralafrika zwischen 1970 und 2014 um 150 Prozent gestiegen. Das hat ein internationales Wissenschaftlerteam festgestellt. Die auch von Naturschutzorganisationen gesammelten empirischen Daten zeigen, dass bis zu 2,7 Millionen Schuppentiere jährlich aus den Wäldern Kameruns, der Zentralafrikanischen Republik, Äquatorial-Guineas, Gabuns, der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo verschwinden.Weitere Informationen

Bestandsaufnahme
Nach Luchsen
nun Wildkatzen

pug — Seit einigen Jahren streifen wieder Luchse durch die Wälder im Norden Hessens. Diese Wälder sind auch die angestammte Heimat der Europäischen Wildkatze. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Universität Göttingen und des hessischen Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) soll nun die Wildkatzen-Population in Nordhessen untersucht werden.Weitere Informationen

Allgemeinmedizin
Bärentraubenblätter
statt Ibuprofen?

Forschungsprojekt untersucht Wirksamkeit
umg — Bärentraubenblätter gelten seit Jahrhunderten als Heilpflanze mit positiver Wirkung gegen entzündliche Erkrankungen. Zur Behandlung von Harnwegsinfektionen werden die Blätter des grünen Zwergstrauchs vor allem in der traditionellen Volksmedizin von Europa bis Nordamerika verwendet. Doch fehlen bislang wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit. Das will eine klinische Studie der Allgemeinmedizin an der Universitätsmedizin Göttingen ändern.Weitere Informationen

Biologie
Genomduplikation
bei Gliederfüßern nachgewiesen

pug — Bisher wurde lediglich bei Wirbeltieren eine Verdopplung des Erbguts festgestellt. Wie ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Göttingen nun erstmals herausgefunden hat, haben die Genome von Spinnen und Skorpionen ebenfalls eine Genomduplikation durchlaufen. Der Begriff „Genom“ bezeichnet dabei das gesamte Erbgut, welches in jeder einzelnen Körperzelle hinterlegt ist und die Information für die arttypische Ausbildung von Merkmalen enthält.Weitere Informationen

Astrophysik
Elektronendichte
in Plasmawolken untersucht

pug — Sonnen-Protuberanzen bestehen aus einem Plasma elektrisch leitfähiger Ionen und Elektronen, das sich nur sehr eingeschränkt im Magnetfeld bewegen kann. Protuberanzen-Wolken schweben daher oftmals wochenlang hoch über derselben Stelle der Sonnenoberfläche. Ein wichtiges Maß für die Beschreibung dieses Plasmas ist die Dichte der freien Elektronen, die bislang für Sonnen-Protuberanzen mit Ungenauigkeiten behaftet ist. Wissenschaftler haben nun die Elektronen-Dichte aus dem Helligkeits-Verhältnis zweier Spektral-Linien neu ermittelt.Weitere Informationen

Astrophysik
Stärkste Magnetfelder
auf M-Zwergen beobachtet

pug — Ein internationales Team von Wissenschaftlern unter der Leitung der Universität Göttingen hat unerwartet starke Magnetfelder auf einigen schnell rotierenden M-Zwergen entdeckt, Sternen mit Massen zwischen 0,5 und 0,1 Sonnenmassen. Lange Zeit nahm man an, dass der Dynamo in diesen Sternen bei einer maximalen Magnetfeldstärke von ungefähr vier Kilogauss (kG) saturiert, wenn die Rotation des Sterns eine bestimmte Rate überschreitet. Indem sie exakte Beobachtungen und die neuesten Modelle verwendeten, entdeckten die Forscher, dass einige voll konvektive M-Zwerge viel stärkere Magnetfelder von bis zu sieben kG generieren. Sie zeigten, dass Sterne mit starken Magnetfeldern auch die einfachste dipol-dominierte Magnetfeldgeometrie aufweisen, während Sterne mit komplexerer Geometrie keine Felder stärker als ungefähr vier kG produzieren können.Weitere Informationen

Optoelektronik
Laserartiges Licht mithilfe
von Halbleitern beeinflusst

pug— Einem deutsch-kanadischen Forscherteam ist ein viel versprechender technologischer Fortschritt in der Optoelektronik gelungen. Die Wissenschaftler der Universität Göttingen und des National Research Council Kanada in Ottawa konnten zeigen, dass sich die Erzeugung von laserartigem Licht durch lokale strukturelle oder chemische Veränderungen in Halbleitern beeinflussen lässt. Ihre Ergebnisse könnten zur Entwicklung von neuartigen Bausteinen für optoelektronische Elemente zur kohärenten Erzeugung und Kontrolle von Licht im ultravioletten Wellenlängenbereich führen.Weitere Informationen

Forschungsprojekte
Kampf gegen Keime
pug/ekw — Gleich zwei Forschungsprojekte beschäftigen sich in nächster Zeit mit Krankenhausinfektionen durch gefährlichen Bakterien – ein immer mehr um sich greifendes Problem. Am Institut für Physikalische Chemie der Universität setzt man darauf, mithilfe neu zu entwickelnder Sensoren den Erregern besser auf die Spur kommen zu können. Am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende befasst man sich, gemeinsam mit der Universitätsmedizin Göttingen, mit der gezielten Eindämmung von Clostridium difficile, ein Darmbakterium und einer der gefährlichsten Krankenhauskeime insbesondere für ältere Patienten.Weitere Informationen

Geowissenschaften
Bernsteinsammlung erweitert
Verschollene Inklusen wiederentdeckt
pug — Die Königsberger Bernsteinsammlung war einst die größte wissenschaftliche Sammlung tierischer und pflanzlicher Einschlüsse in Bernstein aus dem Baltikum. Teile der Sammlung wurden 1944 von Königsberg in den Westen transportiert. Der gerettete Bestand – knapp 20.000 Objekte, darunter etwa 12.000 Einschlüsse von Insekten und anderen Organismen – wird heute an der Universität Göttingen treuhänderisch für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz verwahrt und wissenschaftlich betreut. Der Kustos des Geowissenschaftlichen Museums der Universität Göttingen, Dr. Alexander Gehler, stieß nun am Museum of Comparative Zoology der Harvard University auf Material, das der Königsberger Sammlung zuzuordnen ist. Im Juni 2017 wurden knapp 400 wertvolle Objekte wieder mit der in Göttingen aufbewahrten Sammlung vereint.Weitere Informationen

Grauer Star
Seltener Gendefekt entschlüsselt
pug — Der graue Star, auch Katarakt genannt, ist eine Erkrankung des Auges, bei der es zur Trübung der Linse und Beeinträchtigung des Sehens bis zur Erblindung kommt. Eine seltene Form des grauen Stars ist der Morgagni-Katarakt, bei dem der Linsenkern nach der Verflüssigung der Linsenrinde nach unten absinkt. Dessen Ursache war bisher unbekannt. Wissenschaftler/innen am Tierärztlichen Institut der Universität Göttingen ist es nun in Zusammenarbeit mit Kolleg/innen der Universitätsmedizin Göttingen, des Deutschen Primatenzentrums, der Tierärztlichen Hochschule Hannover sowie des Universitätsklinikums des Saarlands gelungen, diese auch beim Menschen vorkommende besondere Form des grauen Stars molekulargenetisch zu entschlüsseln.Weitere Informationen

Kreativitätswettbewerb
Göttinger Studenten erfolgreich
pug — Ein Fledermauslehrpfad auf Zypern, eine Internetplattform für kurzzeitige Mietverhältnisse und eine Lernreise zu spannenden Schulen: 13 studentische Projekte wurden in der achten Runde des Kreativitätswettbewerbs für Studierende an der Universität Göttingen prämiert. Im vergangenen Wintersemester hatte die Hochschule ihre Studierenden aufgefordert, Vorschläge für originelle Projekte einzureichen, die sie im Team oder allein umsetzen möchten. Insgesamt gingen 37 Projektskizzen ein. Eine Jury wählte die besten Vorschläge aus, die jetzt in einer Feierstunde in der Kleinen Aula am Wilhelmsplatz ausgezeichnet wurden.Weitere Informationen

Häusliche Pflege
Umfrage unter Pflegebetroffenen
pug — Ist die ambulante Pflege durch die jüngsten Pflegereformen bedarfsgerechter geworden? Das wollen Wissenschaftler/innen der Universität ab dem 15. Juni mithilfe einer Umfrage herausfinden. Im Mittelpunkt steht die Frage, was aus Sicht von Pflegebedürftigen und ihren Pflegepersonen für eine bedarfsgerechte pflegerische Versorgung wichtig ist und wie die derzeitige Rechtslage diesen Bedürfnissen gerecht wird. Darüber hinaus wollen die Forscher untersuchen, ob und wie sich die Bedürfnisse von Pflegebedürftigen in der Stadt und auf dem Land unterscheiden.Weitere Informationen

ERC Consolidator Grant
Forschungsrat fördert
Untersuchung der Sehprozesse
in den Nervenzellen des Auges

umg — Prof. Dr. Tim Gollisch, Leiter der Arbeitsgruppe für Experimentelle Retinaforschung an der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), erhält eine hochdotierte Förderung des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC). Ziel des geförderten Forschungsvorhabens ist: Die Verschaltungen der Nervenzellen im Auge und ihre Funktionsweise im Sehprozess sollen besser verstanden werden. Langfristig könnte dieses Wissen helfen, bei krankheitsbedingtem Absterben der Lichtrezeptoren im Auge ein Teil des Sehvermögens durch künstliche Anregung der Nervenzellen wiederherzustellen.Weitere Informationen

Klinische Psychotherapie
Biomarker als möglicher Ansatz
gegen Schizophrenie

dzne/umg — Laborversuche und Daten aus Untersuchungen von Menschen mit Schizophrenie deuten auf neue Möglichkeiten der Diagnose und individualisierten Behandlung hin. Dabei geht es um die Messung der Konzentration eines an der Genregulation beteiligten Proteins im Blut und darum, dessen Aktivität medikamentös zu beeinflussen.Weitere Informationen

Psychologie
Steuerehrlichkeit unter Zwang
und aus Verantwortungsgefühl

pug — Zahlen wir eher Steuern, wenn uns das Finanzamt mit strengen Kontrollen dazu zwingt oder wenn an unsere gesellschaftliche Verantwortung appelliert wird? Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat die Auswirkungen von unterschiedlichen Maßnahmen von Steuerbehörden auf die Entscheidungen der Steuerzahler untersucht. Die Wissenschaftler/innen fanden heraus, dass wir in der Regel sowohl unter Zwang als auch aus Verantwortungsgefühl Steuern zahlen – die Motivation dahinter scheint aber jeweils eine andere zu sein.Weitere Informationen

3D-Mikroskopie
Forscherverbund entwickelt
und testet neue Technologie

umg — Krankhaft veränderte Zellen in Gewebe-Biopsien besser und noch genauer als bisher möglich erkennbar zu machen, ist das Ziel eines Forschungsverbundes um Göttinger Forscher und Mediziner. Liefern soll solche Bilder ein neues „Lichtscheiben“-Mikroskop für dreidimensionale Aufnahmen von Gewebeproben.Weitere Informationen

Zuwanderung
Forschung zu sozio-kulturellen
Integrationsprozessen

pug — Wissenschaftler der Universitäten Göttingen, Bamberg und Konstanz beschäftigen sich in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt mit den strukturellen und sozio-kulturellen Integrationsprozessen von jüngst Zugewanderten in Deutschland. Das Projekt „Aktuelle europäische Binnen- und Flüchtlingsmigration nach Deutschland: Zuzugsprozesse und frühe Integrationsverläufe“ zielt darauf ab, auf Grundlage neuer Paneldaten und anhand einer größeren Zahl von Neuzuwanderergruppen die derzeit Zuziehenden zu beschreiben, aktuelle Fragen der Migrations- und Integrationsforschung zu beantworten und Informationen für die politische Steuerung des Migrations- und Integrationsgeschehens zu liefern.Weitere Informationen

Biobank
UMG jetzt BRD-weit vernetzt
umg — Die UMG Biobank hat sich mit zehn weiteren deutschen Biobankstandorten in der German Biobank Alliance (GBA) zusammengeschlossen. Der neue Verbund startete am 1. Mai und ebnet den Weg für einen nationalen und europaweiten Bio-proben- und Datenaustausch zwischen Biobanken.Weitere Informationen

Mikrobiologie
Antibiotikaresistenzen
auf der Spur

pug — Viele gefährliche Krankheitserreger sind heute gegen eine Reihe von Antibiotika resistent. Daher ist die Suche nach neuen Wirkprinzipien und Wirkstoffen zur ihrer Bekämpfung ein zentrales Anliegen der mikrobiologischen Forschung. Von großer Bedeutung für die Entwicklung neuer Therapien sind sogenannte „essentielle Funktionen“ von Erregern: Funktionen, ohne die ein Bakterium nicht überleben kann. Viele Erreger, die schon Resistenzen gebildet haben, wie zum Beispiel Staphylococcus aureus MRSA, besitzen ein essentielles Signalmolekül, das sogenannte zyklische di-AMP. Ein von der Universität Göttingen geführtes Forscherteam hat nun erstmals beschrieben, warum dieses Molekül so bedeutsam ist.Weitere Informationen

Physik
Magnetwiderstand
atomar vermessen

pug — Wissenschaftlern der Universität Göttingen ist es gelungen, den Einfluss eines Magnetfeldes auf den elektrischen Stromtransport auf mikroskopischer Ebene zu verstehen. Mit Hilfe eines eigens hierfür konstruierten Rastertunnelmikroskops war es ihnen erstmals möglich, den Elektronenfluss bis auf die atomare Skala zu vermessen.Weitere Informationen

Diabetes
Globale Kosten
bei 1,3 Billionen US-Dollar

pug — Diabetes gehört mit geschätzt über 420 Millionen Betroffenen zu den weltweit häufigsten Stoffwechselerkrankungen. Wissenschaftler der Universität Göttingen haben in Kooperation mit einem internationalen Forscherteam errechnet, dass sich die globalen Kosten der Krankheit für das Jahr 2015 auf 1,3 Billionen US-Dollar belaufen. Das entspricht 1,8 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.Weitere Informationen

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Kurz & bündig
Politik · Wirtschaft · Gesellschaft


Politik und Verwaltung

Verwaltung
Ausschuss- und Ortsratssitzungen
Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz
<leer>und Mobilität:
26. September
Betriebsausschuss Umweltdienste: 26. September
Ortsrat Geismar: 28. September
Einzelheiten zu den Sitzungen auf Seite 1

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Albert Schweitzer Stiftung
Wahlempfehlung gegen Massentierhaltung
Aktionstag in der Fußgängerzone
Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt gibt am Freitag, den 22. September, in der Göttinger Innenstadt eine öffentliche Wahlempfehlung ab: Für das Ende der Massentierhaltung ist nicht allein die Politik, sondern auch die Wahl auf dem eigenen Teller entscheidend, sagt die Tierschutz-Stiftung. Daher bietet sie den Passanten vor Ort die Möglichkeit, mit dem kostenlosen Online-Kurs »Vegan Taste Week« die vegane Ernährung kennenzulernen. Die Tierschützer sind mit ihren Moving-Boards zwischen Gänseliesel und Heinz-Erhardt-Platz unterwegs.
Mehr Informationen: →Veranstaltungen

Verwaltung
Führerschein- und Elterngeldstelle geschlossen
pdg — Wegen unaufschiebbarer Renovierungsarbeiten bleibt die Führerscheinstelle im Fachdienst Straßenverkehr im Neuen Rathaus am 22. und 25. September und ggf. auch noch am 26. September für den Publikumsverkehr geschlossen.
Auch die Elterngeldstelle bleibt am Freitag, 22. September, geschlossen. Während der Öffnungszeiten wird eine Notvertretung lediglich Anträge entgegennehmen und Antragsformulare ausgeben.

Bundestagswahl
Briefwahl noch bis 22. September
Leutheusser-Schnarrenberger in Göttingen
WahlenDie letzte Möglichkeit zu Briefwahl für die Bundestagswahl am kommenden Sonntag besteht am Freitag, 22. September. Wer am Wahlsonntag verhindert ist, kann seine Stimme im Briefwahlbüro des Referates Statistik und Wahlen im Neuen Rathaus, noch am Donnerstag, 21. September, von 8.30 bis 18.30 Uhr, und am Freitag, 22. September, von 8.30 bis 18.00 Uhr, abgeben. Da die Wahlleitung für den Bundestagswahlkreis 53 Göttingen beim Landkreis Göttingen liegt, gibt es im Neuen Rathaus der Stadt am Abend der Bundestagswahl kein Informationsangebot zum Stand der Auszählung bzw. zum lokalen Endergebnis. Ab 18.00 stehen allerdings auf der städtischen Homepage unter www.goettingen.de und auf der städtischen Wahlplattform unter www.wahlen.goettingen.de durch Klick auf den Button „Wahlergebnisse online“ die entsprechenden Ergebnisse je nach Stand der Auszählung zur Verfügung – für das Stadtgebiet Göttingen insgesamt, für die Göttinger Ortsteile, die Wahlbereiche und die Stimmbezirke sowie für benachbarte südniedersächsische Kommunen und den kompletten Bundestagswahlkreis.

Erinnerungskultur
Gedenktafel für Franz Herzog
Chorgründer und Komponist
pdg — Zu Ehren des Musikpädagogen und Komponisten Franz Herzog wird am 23. September am Felix-Klein-Gymnasium (Böttinger Straße 17) eine Gedenktafel enthüllt. Die kleine Feierstunde beginnt um 10.00 Uhr. Die Laudatio hält der 1. Vorsitzende des Göttinger Knabenchors e.V., Herbert Schur. Im Anschluss findet ab 11.00 Uhr in der Aula des FKG ein Empfang statt. Festredner ist Prof. Matthias Hermann von der Musikhochschule Carl Maria von Weber in Dresden.
Herzog, vor 100 Jahren im Vogtland geboren, kam 1953 als Musiklehrer an die Göttinger Oberschule für Jungen (heute: Felix-Klein-Gymnasium). Aus dem von ihm dort gegründeten Schulchor erwuchs 1962 der Göttinger Knabenchor, der sich besonders in den 70er Jahren auch überregional einen Ruf erwarb. Herzog, seit 1978 Ehrenmedaillenträger der Stadt, starb 1986 in Göttingen. Er hat Chor- und Orchesterwerke, Kammermusik und Messen verfasst. Der Göttinger Knabenchor singt im Rahmen des Festaktes zu Werken von Franz Herzog.

Geismar
Informationstafel für jüdischen Friedhof
pdg — Eine Informationstafel zum unter Denkmalschutz stehenden jüdischen Friedhof in Geismar soll am Sonntag, 24. September, der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die vom Ortsrat organisierte Veranstaltung zur Enthüllung der Tafel am Standort Hauptstraße beginnt um 15.00 Uhr. Der in Vergessenheit geratene jüdische Friedhof zu Geismar soll wieder zur Erinnerungskultur des Ortsteils gehören, erklärte Ortsbürgermeister Thomas Harms dazu. Wer seiner verstorbenen jüdischen Mitbürger/innen nicht gedenke, sei einer geschichtlichen Aufarbeitung der Vernichtung der Juden in Europa nicht fähig. Die Aufstellung der Tafel entspricht einem Wunsch des Ortsrates. Ihren Text hat Ortsheimatpfleger Dr. Martin Heinzelmann recherchiert und verfasst.

Gehrenring
Sanierungsarbeiten
Zeitweise Vollsperrung
pdg — Die Stadt lässt ab Montag, 25. September, die BaustelleFahrbahn im Gehrenring sanieren. Die gesamte Fahrbahnoberfläche sowie Teile der Bord- und Gossenanlagen werden erneuert. In der ersten Woche finden die Bauarbeiten unter Verkehr statt. In der zweiten und dritten Woche, vom 4. bis 13. Oktober, wird der Sanierungsbereich für den Durchgangsverkehr vollgesperrt. Der Verkehr wird über die Bornbreite und die Charlottenburger Straße umgeleitet. Die Linienbusse der Göttinger Verkehrsbetriebe GmbH fahren während der Vollsperrung eine Umleitung.
Weitere Informationen zu den Busumleitungen wird es in Kürze im Internet unter www.goevb.de geben.

Göttinger Statistik Journal II/2017
Statistikpdg — In der Publikationsreihe des Referats Statistik und Wahlen der Stadt Göttingen „Göttinger Statistik – Journal“ ist die Ausgabe 2/2017 dieses vierteljährlichen Berichtsdienstes erschienen. Er präsentiert für die Monate April bis Juni 2017 und für das zugehörige Quartal 2/2017 eine Vielzahl von Daten und Fakten über die Stadt Göttingen. Eingestreute farbige Grafiken im direkten Zahlenkontext erleichtern die Interpretation der tabellarischen Sachzusammenhänge. Diesen wiederkehrenden Informationsblock zur kontinuierlichen Stadtbeobachtung umrahmen kurze textliche Informationen über Aktuelles und Wissenswertes aus der Göttinger Statistik. Die aktuelle Ausgabe des Journals befasst sich mit bereits erfolgten und noch anstehenden Wahlen im Jahr 2017, stellt kurz die neuen interaktiven Gebietsprofile vor und weist auf das Faltblatt 2017 hin, welches die Stadt Göttingen kurz und knapp in Zahlen vorstellt.
Die aktuelle Ausgabe ist beim Referat Statistik und Wahlen (Dienstgebäude Reinhäuser Landstraße des Neuen Rathauses, 4.OG) erhältlich oder online unter www.goesis.goettingen.de →Statistische Publikationen. In der Online-Präsentation des Göttinger Statistischen Informationssystems GÖSIS finden sich auch weitere statistische Informationen zur Stadt Göttingen und ihren Gebietsteilen.

Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen
Info-Turm renoviert
pdg — Der Info-Turm des Verkehrsverbunds Süd-Nieder­sachsen (VSN) auf dem Zentralen Omnibusbahnhof hat neue Farbe bekommen und wurde mit einem Leuchtschild ausgestattet. Durch das Schild soll das Gebäude aus allen Richtungen schon von Weitem wahrgenommen und auf das Servicecenter aufmerksam gemacht werden. Im Info-Turm selbst erhalten Kund/innen montags bis freitags von 7.00 bis 17.00 Uhr Fahrplanauskünfte und allgemeine Informationen für Bus und Bahn, dazu Tarifberatung, Fahrkartenverkauf und Beratung. In den neuen Anstrich des Turms und in Elektroarbeiten hat die Stadt investiert, an den Kosten für das Leuchtschild hat sich der Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) zur Hälfte beteiligt.
Infos zu Fahrplänen, Fahrpreisen, Verkehrsbehinderungen etc. außerhalb der Öffnungszeiten: →www.vsninfo.de

Landtagswahl
8 Wahlvorschläge
pdg — Der Wahlausschuss des Landtagswahlkreises 17 Göttingen-Stadt hat in seiner Sitzung am 15. September alle acht eingegangenen Wahlvorschläge für die Landtagswahl am 15. Oktober einstimmig angenommen. Somit treten im Wahlkreis 17 die folgenden acht Kandidaten und Kandidatinnen (in der Reihenfolge auf dem Stimmzettel) an: Dr. Ludwig Theuvsen (CDU), Dr. Gabriele Andretta (SPD), Stefan Wenzel (Grüne), Felicitas Oldenburg (FDP), Dr. Eckhard Fascher (Die.Linke), Michael Goldmann (AfD Niedersachsen), Dr. Christian Prachar (Die Partei), Yusuf Demirbag (Einzelbewerber).

Chinesisch-Deutsche Industriestädteallianz
Göttingen verstärkt
Zusammenarbeit mit Folterstaat

pdg/eb — Die Stadt Göttingen bewirbt sich um eine Mitgliedschaft in der „Chinesisch-Deutschen Industriestädteallianz“ (ISA), einem Netzwerk von leistungsstarken Industriestädten und Städten mit industrienahen Dienstleistungen in Deutschland und China, das 2016 gegründet wurde und dem gegenwärtig 16 chinesische und elf deutsche Kommunen angehören. Die Stadt befindet sich bereits im Beitrittsverfahren. Der Fokus der Allianz liegt auf dem Wirtschafts- und Handelsaustausch zwischen den beiden Ländern sowie auf der intensiven Zusammenarbeit von Wissenschaft und Forschung. Die ISA möchte insbesondere den direkten Austausch zwischen Unternehmen, Branchen und Forschungseinrichtungen fördern. Davon sollen gerade kleine und mittelständische Firmen der Mitgliederstädte profitieren, denen die ISA einen Zugang zum chinesischen Markt eröffnen will. Eine neue Online-Unternehmensdatenbank mit Eckdaten über die Städte sowie deren Firmen wird eingerichtet und informiert die Mitglieder über Partner und Projekte. Mit der Mitgliedschaft können Göttinger Wirtschaft und Wissenschaft auf eine Vielzahl von neuen und gewinnbringenden Kontakten zugreifen. Vorgesehen sind außerdem wechselnde, regelmäßige Konsultationen der Mitgliedsstädte der ISA in China und Deutschland. Die Allianz tritt dabei nicht in Konkurrenz zu bestehenden Städtepartnerschaften, sondern ergänzt sie und schafft zusätzliche Kooperationsmöglichkeiten.
Spätestens seit der von Seiten der Uni vorangetriebenen und von lokalpolitisch interessierter Seite aufgegriffenen Partnerschaft zur Millionenmetropole Nanjing in 2010 wurden gravierende Menschenrechtsverletzungen im Reich der Mitte, etwa die Inhaftierung und Folter von kritischen Anwälten oder die Verschleppung von Hongkonger Buchhändlern, bestenfalls stillschweigend zur Kenntnis genommen und eher als Störfaktor der angeblich „wertfreien“ wissenschaftlichen wie auch lokalen Zusammenarbeit angesehen. Damalige Beteuerungen, dass man ja gerade die Zusammenarbeit suchen müsse, um Veränderungen bewirken zu können und Menschenrechtsverletzungen „mit Sicherheit auch später noch angesprochen werden“ (Katharina Lankeit, SPD), wirken angesichts der bisherigen Entwicklung nicht nur wie menschenverachtender Hohn, sie sind auch eine Lüge.

Amtsblatt Nr. 16
Haushaltssatzung / Bebauungsplan Weende
pdg — Die Jahresabschlüsse 2016 einer Reihe städtischer Gesellschaften, der Auslegungsbeschluss für die 2. Änderung des Bebauungsplans Göttingen-Weende Nr. 28 „Paul-Löbe-Weg“ und die vom Rat beschlossene Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Leinetal“ sind Themen der 16. Ausgabe des Amtsblatts für die Stadt Göttingen.
Um die Jahresabschlüsse 2016 einer Reihe städtischer Gesellschaften sowie um die Jahresrechnung 2015 für die Stadt Göttingen, Wahlbekanntmachungen zur 19. Wahl des Deutschen Bundestages am 24. September und die Satzung über die Veränderungssperre der Stadt Göttingen für den Geltungsbereich des Bebauungsplans Göttingen Nr. 250 „Weender Tor West“ ging es u.a. in der 15. Ausgabe des Amtsblatts für die Stadt Göttingen.
Das Amtsblatt ist kostenlos im Info-Büro im Neuen Rathaus, im Alten Rathaus, in der Stadtbibliothek sowie in den Verwaltungsstellen Geismar, Grone und Weende erhältlich und im Internet unter www.goettingen.de →Rathaus & OB →Rat & Ortsräte →Amtsblatt zu finden.


Wirtschaft

Gewerbliche Wirtschaft

Crowdfunding
Erster Insolvenzantrag
bei Immobilienprojekt

Erstmals müssen Anleger bei einem Crowdfunding-Immobilienprojekt um ihr Geld fürchten: Über die Internet-Plattform Zinsland.de liehen sich zwei Projektentwicklungsgesellschaften Geld von Anlegern für den Bau der Mikroapartmenthäuser Luvebelle in Berlin-Tempelhof. Wenige Wochen vor einem geplanten Rückzahlungstermin meldeten sie Insolvenz an. Das berichtet test.de, das Onlineportal der Stiftung Warentest. „Der Fall illustriert, welch böse Überraschungen beim Crowdfunding drohen können, denn die Finanzierungsstruktur wirkte in der Fundingphase eher risikoarm“, sagt Renate Daum, Finanzexpertin der Stiftung Warentest.

„Medizincampus“ an der Robert-Koch-Straße
Mithilfe der Einrichtung eines „Sondervermögens zur Nachholung von Investitionen bei den Hochschulen in staatlicher Verantwortung“ soll u.a. eine Modernisierung der baulichen und infrastrukturellen Voraussetzungen der Göttinger Universitätsmedizin vorangetrieben werden. Dazu wurde ein „Generalentwicklungsplan 2.0“ entwickelt, der, nicht zuletzt aufgrund der sich dramatisch wandelnden Altersstruktur in der Region Südniedersachsen, den schrittweisen Neubau von klinischen Funktions- und Versorgungsgebäuden im Umfeld des bestehenden Zentralgebäudes vorsieht. Ein Neubau des Campus sei zudem deutlich wirtschaftlicher, schneller und funktionaler als eine Sanierung, heißt es.

Medizincampus
Die Generalentwicklungsplanung 2.0Grafik: astoc

Bei der „Generalentwicklungsplanung 2.0“ richtet sich die UMG am Bedarf von an Krankheitsbildern orientierten, interdisziplinären Strukturen und Versorgungsangeboten aus. Beispiele hierfür sind die Planung klinischer Gebäude z.B. für ein „Eltern-Kind-Zentrum“ (mit pädiatrischen und kinderchirurgischen Bereichen, Perinatal- und Kinder-Notfallzentrum), ein „Kopf-Zentrum“ (Hals-Nasen-Ohrenklinik, Augenheilkunde, Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie) oder ein „Onkologisches Zentrum“ (onkologische Fachdisziplinen).
Die Bau-stufen sind bis zum Jahr 2033 angelegt. Insgesamt kostet die Umsetzung der „Ge-neralentwicklungsplanung 2.0“ für den klinischen Bereich rund 1,1 Mrd. Euro.
Der Goettinger Abgeordnete Stefan Wenzel (Gruene) bezeichnete die Planung fuer den Neubau der Universitaetsmedizin Goettingen als wegweisend. Die finanzielle Absicherung und voranschreitende Planung sichere die medizinische Forschung und die Patientenversorgung auf hohem Niveau‎. Zugleich wuerden viele tausend Arbeitsplaetze abgesichert.

Arbeitsvolumen
14,2 Milliarden Stunden im zweiten Quartal
Im zweiten Quartal 2017 arbeiteten die Erwerbstätigen in Deutschland insgesamt 14,2 Milliarden Stunden und damit 0,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Grund hierfür war die geringere Zahl der potenziellen Arbeitstage im Vergleich zum Vorjahresquartal. So lagen u.a. die Osterfeiertage in diesem Jahr sehr spät, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).Weitere Informationen

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Regional weiterhin stabil
Auch im August präsentierte sich der Arbeitsmarkt in Südniedersachsen in der nun seit Monaten gewohnt guten Verfassung. Die neuesten Daten der Agentur für Arbeit Göttingen weisen für August 14.255 Arbeitslose aus. Das entspricht im Vergleich zum Vormonat einem leichten Rückgang um 78 bzw. 0,5%. Gegenüber August 2016 sank die Zahl um 215 (1,5%). Dem saisonalen Verlauf entsprechend schlug im zurückliegenden Monat ein erneuter Anstieg der jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahren zu Buche. In dieser Altersgruppe waren im August 1.846 Arbeitslose zu verzeichnen, 129 bzw. 7,5% mehr als im Vormonat und 10 (0,5%) mehr als vor Jahresfrist.Weitere Informationen

IAB-Arbeitsmarktbarometer
Kaum noch Rückgang der Arbeitslosigkeit
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im August zum dritten Mal in Folge gefallen. Gegenüber dem Vormonat gab der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) um 0,2 auf 103,6 Punkte nach. Die Arbeitslosigkeit wird in den kommenden Monaten kaum noch sinken.Weitere Informationen

Zweites Quartal 2017
Neuer Höchststand: 1,1 Millionen offene Stellen
Im zweiten Quartal 2017 gab es bundesweit 1.099.000 offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Damit lag die Zahl um 35.000 über dem bisherigen Höchststand vom ersten Quartal 2017 mit 1.064.000 offenen Stellen. Gegenüber dem zweiten Quartal 2016 erhöhte sich die Zahl der offenen Stellen sogar um 114.000. Das geht aus der IAB-Stellenerhebung hervor, einer repräsentativen Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).Weitere Informationen

Globale Umweltzerstörung
durch Politik und Konzerne

Die Organisation Rettet den Regenwald engagiert sich auf bewundernswerte Weise für den Erhalt der letzten noch verbliebenen ökologischen Reservate – wovon letztlich unsere Zukunft abhängt – und ruft regelmäßig zu Kampagnen gegen deren weitere Zerstörung auf. Gö-Polis veröffentlicht sie hier und möchte seine Leser dazu animieren, sich am Erhalt unserer Lebensgrundlagen aktiv zu beteiligen. Immer, wenn Sie an dieser Stelle ein neues Bild vorfinden, gibt es eine neue Aktion bzw. Neues zu berichten.

Glyphosat
Monsanto-Gift endgültig stoppen
Das Tauziehen um Glyphosat, besser bekannt unter dem Markennamen Roundup von Monsanto, geht in die wohl letzte Runde. Zwischen dem 4. und 6. Oktober entscheidet der Ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel der EU-Kommission über das Ende oder die erneute Zulassung des Breitbandherbizids in der EU. Glyphosat beschert der Chemieindustrie Milliardeneinnahmen. Es ist das weltweit am meisten verkaufte Spritzmittel.

Foto: Quelle unbek.

So vergiftet Glyphosat nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere Lebensmittel und am Ende uns. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat als "vermutlich krebserregend" eingestuft. Während die Bürgerinnen und Bürger in der EU Glyphosat mehrheitlich klar ablehnen, ringen die Politiker noch mit ihrer Entscheidung. Schon vergangenes Jahr zeigten Frankreich, Italien, die Niederlande und Schweden einer geplanten erneuten Zulassung des Totalherbizids für zehn Jahre die rote Karte. Deutschland enthielt sich damals der Stimme.
Ende des Jahres läuft die Genehmigung für den Einsatz des Herbizids in der EU aus. Bitte helfen Sie, den Chemiewahn zu beenden:
www.regenwald.org

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Bildung - Beruf - Karriere

Kinder-Uni startet ins neue Semester
pug — Mit der Vorlesung „Chemie, die begeistert: Experimente mit Farben, Feuer und Explosionen“ von Prof. Dr. Thomas Waitz startet die Kinder-Uni der Universität Göttingen am Mittwoch, 27. September, ins Wintersemester 2017/2018. Weitere Themen sind unter anderem die Rolle der Naturwissenschaften in Hollywood-Blockbustern, die Krankheit Krebs und Kinderdarstellungen in der Antike.
Am 8. November geht der aus dem Fernsehen und durch seinen erfolgreichen Youtube-Kanal bekannte Wissenschaftsjournalist Mirko Drotschmann („MrWissen2go“) gemeinsam mit dem Göttinger Juristen Prof. Dr. Thomas Mann der Frage „Wie wird man eigentlich Bundeskanzler(in)?“ nach.
Nach 13 Jahren unter der Leitung von Peter Brammer ist in diesem Semester erstmals der Koordinator der Universitären Schülerlabore, Dr. Gilbert Heß, für das Programm verantwortlich. „Wir werden die grundsätzliche Struktur der erfolgreichen Veranstaltungsreihe erhalten“, so Heß. „Es wäre unsinnig, ein so gut etabliertes und in der Region bekanntes Format wie die Kinder-Uni zu ändern.“ Das Programm beinhaltet demnach weiterhin Vorlesungen, Seminare und Workshops sowie die letzte Vorlesung im Semester mit dem Titel „KiK – Kinder informieren Kinder“, bei der die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv mitarbeiten und Vorträge halten – ein Veranstaltungsformat, das es nur in Göttingen gibt.
Auch die Vertiefungsseminare zu den Vorlesungen, Workshops und die Kooperation mit dem Internationalen Schreibzentrum der Universität, aus der bereits vier Bücher mit eigenen Geschichten der Kinder hervorgegangen sind, werden erneut angeboten. Heß möchte allerdings die Kinder künftig noch aktiver in die Vorlesungen einbinden: Im Vorfeld der Eröffnungsveranstaltung am 27. September können Schülerinnen und Schüler erstmals Fragen stellen, die in der letzten Viertelstunde der Vorlesung beantwortet werden. „Die Kinder-Uni ist ein weithin sichtbares Aushängeschild der Universität Göttingen“, so Heß. „Sie fügt sich hervorragend in unser Konzept der vielfältigen, nach Altersgruppen, Veranstaltungsarten und Themengebieten gestaffelten Formate der universitären Angebote für Schülerinnen und Schüler ein, die wir künftig noch stärker ausdifferenzieren wollen.“
Anmeldungen für die erste Vorlesung sind ab sofort im Internet unter www.kinder-uni.uni-goettingen.de möglich.

Stammzelltherapien
Öffentlicher Dialog
über Chancen und Risiken

Experten aus Medizin, Recht, Ethik und Wirtschaft diskutieren am 20. und 21. Oktober in der Alten Mensa über neuartige Stammzelltherapien, die in Deutschland bislang noch nicht in der Klinik getestet wurden. Der rasche Fortschritt in der medizinischen Forschung macht den Einsatz der neuartigen Stammzellen zur Behandlung von Menschen bereits in naher Zukunft möglich, wurde in Deutschland bislang jedoch noch nicht am Menschen angewandt. Können die neuartigen Stammzellen Wege eröffnen, um neue Therapien für degenerative Erkrankungen zu entwickeln?
Die deutschsprachige Konferenz mit Workshops ist öffentlich. Anmeldung erforderlich bis 30. September unter www.clinhips.de →Veranstaltungen

Drogen / Schule
Medienpaket zur Cannabisprävention
Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat die Kampagne „Die Rauchmelder – Chris und Nik machen den Cannabischeck“ entwickelt. Hauptzielgruppe sind 10- bis 14-Jährige, da in diesem Alter die ersten einschlägigen Erfahrungen gemacht werden. In Videospots machen die Protagonisten Chris und Nik den sog. Faktencheck rund um Cannabis &. Co. und gehen auf Augenhöhe mit der Zielgruppe auf die Risiken und Gefahren des Cannabiskonsums ein.
Die Polizei setzt die Videospots bereits seit geraumer Zeit in ihrer Präventionsarbeit an Schulen ein. Der DVD liegt neu ein Begleitheft mit umfassenden Informationen zur Cannabisprävention bei, sodass auch Lehrkräfte und Sozialarbeiter diese in bestehende Schulkonzepte einbeziehen können. Das Medienpaket wird in den kommenden Tagen von der Beauftragten für Jugendsachen der Polizeiinspektion Göttingen Jacqueline Emmermann an die weiterführenden Schulen im Landkreis Göttingen verteilt. Die Schulen im Stadtgebiet wurden bereits versorgt.
Landesweit haben Drogendelikte im Zusammenhang mit Cannabis seit 2007 speziell in der Altersgruppe der Minderjährigen zugenommen. Deren Fallzahlen haben sich in den letzten acht Jahren nahezu verdoppelt und einen absoluten Höchststand erreicht: Waren es in 2007 noch 1.632 Delikte, gab es in 2015 bereits 3.292 Verstöße. Marihuana und Co. Sind beliebter denn je. Auch in Stadt und Landkreis Göttingen. Die Zahl der minderjährigen Tatverdächtigen stieg laut Polizeilicher Kriminalstatistik in 2015 von 99 auf 151 in 2016 an.

Ausbildungsabsolventen
Zwei Drittel werden direkt übernommen
Für die meisten Ausbildungsabsolventen verläuft der Berufseinstieg reibungslos, geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Rund zwei Drittel der Ausbildungsabsolventen werden direkt vom Ausbildungsbetrieb übernommen. Vier Fünfteln der Ausbildungsabsolventen gelingt der Berufseinstieg nach dem Ausbildungsende, ohne arbeitslos zu werden.Weitere Informationen

Studentenwerk
Hilfe für Erstsemester ohne Unterkunft
2.000 Studierende auf der Warteliste
Wie in den Vorjahren bietet das Studentenwerk Göttingen zum Beginn des Wintersemesters durch preisgünstige Hotelübernachtungen Studienanfängern, die bei der Wohnungssuche noch nicht erfolgreich waren, seine Hilfe an. Bis zu 40 Erstsemester können ab dem 4. Oktober im B & B Hotel Göttingen-City im Maschmühlenweg temporär unterkommen. Von hier aus ist der Zentralcampus in nur fünf Minuten zu Fuß erreichbar. Buchbar sind Übernachtungen in 20 Doppelzimmern, die jeweils mit Einzelbetten ausgestattet sind. Falls ein Frühstück gewünscht ist, kann dieses gegen einen geringen Aufpreis im Hotel hinzugebucht werden. Die temporäre Übernachtungsmöglichkeit endet am 30. November.
Zu zahlen sind 5 Euro pro Person und Tag im Servicebüro Studentisches Wohnen des Studentenwerks Göttingen. Alle wichtigen Informationen zur Buchung finden Interessierte auf der Website www.studentenwerk-goettingen.de unter der Rubrik „Wohnen“. Wer einen Übernachtungsplatz in Anspruch nehmen möchte, muss einen Zulassungsbescheid oder eine Immatrikulationsbescheinigung für das Wintersemester 2017/18 für eine der Göttinger Hochschulen sowie einen gültigen Lichtbildausweis vorlegen. Die Vermietung erfolgt montags bis freitags von 11.00 bis 14.30 Uhr direkt im Servicebüro Studentisches Wohnen. Die Mitarbeiterinnen schließen die Mietverträge in der Reihenfolge der Besucher ab. Reservierungen vorab sind grundsätzlich nicht möglich.
Das Studentenwerk stellt zum Beginn des Wintersemesters 2017/18 in 41 Wohnobjekten insgesamt 4.511 Wohnplätze für Studierende bereit. Mehr als 2.000 Studierende befinden sich auf der Warteliste.
Das Servicebüro Studentisches Wohnen des Studentenwerks Göttingen befindet sich im Gebäude der Zentralmensa, Platz der Göttinger Sieben 4. Die Inanspruchnahme der Hotel-Übernachtung ist nur Erstsemestern möglich, die an der Hotelrezeption den vom Studentenwerk Göttingen unterzeichneten Einzahlungsbeleg in Verbindung mit ihrem amtlichen Lichtbildausweis vorlegen.
Durch die Anmietung von zwei Gebäuden im Albrecht-Thaer-Weg kann das Studentenwerk kurzfristig weitere Wohnplätze anbieten.

Grone
Englischkurs für Anfänger/innen
Ab Freitag, den 13. Oktober, startet im Nachbarschaftszentrum Grone ein Englischkurs für Anfänger/innen mit Vorkenntnissen: Ehemalig erworbenes Schulenglisch wird aufgefrischt, Grundlagen des Wortschatzes und der Grammatik werden wiederholt und Redewendungen sowie Smalltalk geübt. Der Kurs läuft freitags von 9.15 bis 10.45 Uhr, die Kursgebühr beträgt 42,00 Euro.
Anmeldung unter Telefon 3848120.

Altenpflege
IAB: Geförderte Weiterbildung lohnt sich
Die Teilnahme an einer geförderten Weiterbildung im Bereich der Altenpflege lohnt sich. Sowohl Umschulungen als auch kürzere Weiterbildungen verbessern die Arbeitsmarktchancen Arbeitsloser deutlich. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.Weitere Informationen

Jugend testet
Wettbewerb startet
Erledigt Siri Aufträge besser als Alexa oder Cortana? Sind Marken-Chips knuspriger als No-Name-Produkte? Welche App übersetzt fehlerfrei ins Englische? Fragen wie diese können Jugendliche beim Wettbewerb „Jugend testet“ untersuchen. Zu gewinnen gibt es Geldpreise im Gesamtwert von 12.000 Euro und Reisen nach Berlin.
Anmeldungen ab sofort unter →www.jugend-testet.de

Weiterbildungen
Zehn Prozent aller Weiterbildungen
in der Informations-
und Kommunikationstechnologie

Zehn Prozent aller Weiterbildungskurse in Deutschland entfallen auf den Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, die auf einer repräsentativen Befragung von mehr als 10.000 Erwachsenen im Rahmen des Nationalen Bildungspanels (NEPS) beruht.Weitere Informationen

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Verbraucherschutz

Aktuelle Produkt-Tests über
• Tracking-Blocker
• Wandfarben
• Matratzen
• Gemüsechips
• Smartes Spielzeug

Neue Bücher für Verbraucher
Der sichere Weg zum Eigenheim
Kinofeeling im Wohnzimmer
Meine DIY-Küche: Leckere Sachen selber machen
Kreative Rezepte für jede Jahreszeit

Aktuelle Verbrauchertäuschungen
Auf dem Verbraucherschutz-Portal Lebensmittelklarheit.de beanstandet die Verbraucherzentrale aktuell folgende Produkte wegen irreführender oder falscher Angaben auf der Verpackung:
<leer>• pcd Erdnusspaste
<leer>• Ferrero Kinder Maxi King
<leer>• Biscoteria Kuchen
Einzelheiten dazu und wie die betroffenen Firmen auf die Beanstandungen reagieren, auf der Verbraucherschutz-Seite.Weitere Informationen

Betriebsrentenstärkungsgesetz
Neue Anreize zum Sparen ab 2018?
Das Rentenniveau wird in Deutschland weiter sinken. Wer nicht privat vorsorgt, steuert auf eine Versorgungslücke im Alter zu. Doch: Hohe Gebühren, renditeschwache Produkte und intransparente Verträge schrecken viele Verbraucher ab. Um die Verbreitung staatlich geförderter Altersvorsorge zu steigern, hat die Bundesregierung das Betriebsrentenstärkungsgesetz beschlossen. Doch kann es wirklich neue Anreize zum Sparen geben? Die Verbraucherzentrale Niedersachsen erklärt, wer von den Änderungen profitiert.Weitere Informationen

BGH-Urteil
So bekommen Sparkassenkunden ihr Geld zurück
Spektakulärer Erfolg für die Schutzgemeinschaft für Bankkunden: Gleich acht verschiedene Sparkassen-Gebühren hat der Bundesgerichtshof jetzt aufgrund einer Klage der Schutzgemeinschaft hin gekippt. Kunden können die Erstattung solcher Gebühren fordern – und zwar bis zurück ins Jahr 2014. Die Schutzgemeinschaft hatte gegen die Sparkasse Freiburg Nördlicher Breisgau geklagt. Die Klauseln finden sich jedoch auch bei zahlreichen anderen Sparkassen. Grund für die Rechtswidrigkeit: Es handele sich teils um Gebühren für Tätigkeiten, zu denen die jeweilige Sparkasse von Gesetzes wegen verpflichtet sei und teils seien die Gebühren nicht an den Kosten orientiert, begründeten die BGH-Richter ihr Urteil.
Die Stiftung Warentest erklärt, was Sparkassenkunden tun müssen, um ihr Geld zurückzuerhalten.Weitere Informationen

Google Home Lautsprecher
Was der Lautsprecher kann und was nicht
Seit August bietet Google seinen sprachgesteuerten Lautsprecher-Assistenten Google Home auch in Deutschland an. Beworben wird das 149-Euro-Gerät als Wissensquelle und persönlicher Assistent, aber auch als Multimedia- und Smart-Home-Zentrale. Im Schnelltest der Stiftung Warentestzeigt das schmucke Technikspielzeug allerdings auch, was es alles noch nicht kann.
Fazit der Tester: Wer kein Problem hat, Google noch mehr in sein Leben zu lassen, könnte durchaus Gefallen an dem Assistenten finden.

Vitaminpräparate
Viele sind zu hoch dosiert
Viele frei verkaufte Vitaminpräparate überschreiten deutlich die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlenen Tageshöchstdosierungen in Nahrungsergänzungsmitteln. Das zeigt eine Stichprobe der Stiftung Warentest in Drogerien, Reformhäusern, Apotheken, Supermärkten und im Internet: Von 35 exemplarisch eingekauften Mitteln liegen 26 laut Packungsangabe deutlich, 10 davon mit dem bis zu 34-Fachen sogar drastisch über dem empfohlenen Wert.Weitere Informationen

Fitnessstudios
Nur eine Kette schneidet gut ab
Fitnessstudios mit guten Geräten finden Sportler schon ab etwa 20 Euro im Monat. Gute Betreuung ist in den von der Stiftung Warentest geprüften überregionalen Clubs hingegen rar – mit einer Ausnahme. Kieser Training bietet nicht nur gute Trainingsbedingungen, sondern auch eine gute Betreuung und schneidet als einzige Kette insgesamt gut ab. Allerdings bietet Kieser nur Gerätetraining an, es gibt kein Ausdauertraining, keine Kurse und keine Wellnessangebote.Weitere Informationen

Abzocke
Vorsicht vor falschen PC-Spezialisten
Erst Angst machen, dann abkassieren: Verbraucher in Niedersachsen werden per Anruf oder Online-Werbung gewarnt, ihr Rechner sei gefährdet. Schnelle Hilfe versprechen angebliche Computerspezialisten, die sich über eine Fernwartung-Software Zugang zum Rechner verschaffen – und für den Support plus Virenschutz bis zu 300 Euro für ein Jahresabo abkassieren. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt eindringlich davor, Fremden Zugriff auf den eigenen Rechner zu gewähren.
Betroffene haben aus Unsicherheit gezahlt und für ein Jahr Support und Virenschutz bis zu 279 Euro bezahlt. „Neben dem finanziellen Schaden, ist besonders der Eingriff in die Privatsphäre erschreckend“, sagt Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Über die Fernwartung ermöglicht der Verbraucher den vollständigen Zugriff auf jede noch so kleine Datei.“ Statt einer wirksamen Sicherheits-Software können auch schadhafte Programme installiert oder private Daten ausgelesen werden.
Eine Fernwartung sollte niemals durch unbekannte Personen zugelassen werden.

ALDI Talk
Kein Anschluss für Flüchtlinge
„Die günstigen Prepaid Tarif-Optionen sprechen alle Kundenbedürfnisse an“ – so bewirbt ALDI Talk zurzeit sein Mobilfunkangebot. Ausgerechnet Geflüchteten bleibt der Zugang aber oft verwehrt, wie Beschwerden bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen zeigen. Das Problem: Seit 1. Juli 2017 gilt auch für Prepaid-Verträge eine Ausweispflicht. Nutzer von SIM-Karten auf Guthabenbasis müssen sich beim Kauf eindeutig identifizieren. Die von ALDI Talk eingesetzten Verfahren können jedoch keine Aufenthaltsgestattung verarbeiten. Damit ist die Aktivierung der SIM-Karte für viele Flüchtlinge nicht möglich, das gekaufte Prepaid-Paket nutzlos.Weitere Informationen

Girokonto
Wer mehr als 60 Euro Gebühren zahlt,
sollte wechseln

Bankkunden müssen sich nicht alles bieten lassen. Gebühren für ein Girokonto, die 60 Euro im Jahr übersteigen, sind nach Ansicht der Stiftung Warentest ein Grund, sich ein günstigeres Konto zu suchen. Die Tester haben für die September-Ausgabe von Finanztest 231 Gehalts- und Girokonten von 104 Banken geprüft und sogar noch 23 Kontomodelle gefunden, die ohne Wenn und Aber kostenfrei sind.Weitere Informationen


Gesellschaft

Über 38.000 suchten Rat zu Vergiftungen
Giftinformationszentrum-Nord legt Jahresbericht 2016 vor
umg — Insgesamt 38.623 Anfragen zu Vergiftungen haben die ärztlichen Beraterinnen und Berater des GIZ-Nord im Jahr 2016 beantwortet. Der 24-Stunden-Service wurde zu 59 Prozent von Bürgerinnen und Bürgern und 41 Prozent von medizinischem Fachpersonal genutzt. „Die Zahl der Anfragen von über 38.000 zeigt, wie notwendig eine fachliche Beratung und der Notfallservice sind. Die Resonanz belegt zudem, wie gut das GIZ in der Bevölkerung und bei den Ärztinnen und Ärzten bekannt und akzeptiert ist", sagen Dr. Martin Ebbecke und Prof. Dr. Andreas Schaper, die seit dem Jahr 2015 das GIZ-Nord leiten.Weitere Informationen

Sozialarbeit
Babybesuchsdienste auch in der Weststadt
pdg — Seit 2012 werden in Göttingen im Ortsteil Grone und nun auch in der Weststadt junge Familien von speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen der Ev. Familienbildungsstätte besucht, um über das breite Beratungs- und Hilfeangebot vor Ort zu informieren. Dabei stehen der persönliche Austausch und Informationen im Vordergrund. Die Besuche finden statt, wenn die Babys ca. acht bis zehn Wochen alt sind, das erste Einleben als Familie bewältigt wurde und andere Hilfeangebote wie von Hebammen nicht mehr präsent sind.Weitere Informationen

Bürgerstiftung
Zivilcouragepreis 2017 ausgelobt
Bereits zum 5. Mal wird der Göttinger Zivilcouragepreis verliehen. Wer Menschen in Gefahr hilft und gegen körperliche wie verbale Angriffe in Schutz nimmt, zeigt Zivilcourage. Couragiertes Handeln kann ebenso bedeuten, sich zunächst in Sicherheit zu bringen und Hilfe zu organisieren. Ausgezeichnet werden mutige Menschen, die auch in unbequemen Situationen handeln, wenn sich Andere abwenden und wegschauen.
Wie schon in den Vorjahren würdigen die Stadt Göttingen und die Bürgerstiftung Göttingen mit der Verleihung Menschen, die „Gesicht zeigen“, und die durch ihr verantwortungsvolles Verhalten ein Vorbild für andere geben. Der Göttinger Zivilcouragepreis 2017 ist mit 2.000 Euro dotiert. Schulen, Polizei, Feuerwehr, Sportvereine, alle anderen Göttinger Einrichtungen und insbesondere Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, couragiertes Handeln zu sehen und darüber zu berichten.
Die Kandidat/innen für den Zivilcouragepreis 2017 müssen durch Dritte vorgeschlagen werden. Vorschläge mit Kurzbeschreibung des Beispiels für Zivilcourage sind bis zum 6. Oktober zu richten an: Bürgerstiftung Göttingen, Lange Geismarstr. 71, 37073 Göttingen. Telefon 38489872, E-Mail: zivilcouragepreis@buergerstiftung-goettingen.de


Polizeiberichte
Tagesaktuelle Meldungen
Die ausführlichen Polizeiberichte finden Sie hier:Weitere Informationen

Klausberg: Einbruch in Wohnhaus
jk — Aus einem Einfamilienhaus am Klausberg haben Unbekannte am Mittwoch (20.09.) im Laufe des Tages bei einem Einbruch nach ersten Informationen diversen Schmuck gestohlen.

Fünf Kellereinbrüche
jan — Unbekannte Täter haben gewaltsam in insgesamt fünf Kellerräumen in Mehrfamilienhäusern in Göttingen eingebrochen.

Ostviertel: Versuchter Wohnungseinbruch
jk — Am helllichten Tag hat ein unbekannter Mann nach ersten Erkenntnissen am Montag (18.09.) mit einem unbekannten Gegenstand eine Fensterscheibe eines Einfamilienhauses in der Merkelstraße eingeworfen.

Einbruch in City-Restaurant
jk — Aus einem Restaurant in der Roten Straße haben Unbekannte bei einem Einbruch in der Nacht zu Montag (18.09.) Bargeld in noch unbekannter Höhe gestohlen.

Versuchter Raub auf Pizzeria
jan — Zwei Unbekannte haben am Sonntag (17.09.) in der Königsallee einen Pizza-Lieferservice überfallen. Beute erlangte die Räuber jedoch nicht.

Motorradfahrer verunglückt im Groner Holz
sie — Zu einem Verkehrsunfall mit einem leicht verletzten Motorradfahrer und erheblichem Sachschaden ist es am Sonntag (17. Septmeber) gegen 16.20 Uhr auf der Bundesstrasse 3 zwischen Groß Ellershausen und dem Groner Holz in Fahrtrichtung Dransfeld gekommen.

Fünf Autoaufbrüche in einer Nacht
jk — Unbekannte haben in der Nacht zu Donnerstag (14.09.) in der Hainbundstraße, der Herzberger Landstraße und im Höltyweg insgesamt fünf geparkte Pkw aufgebrochen und u.a. Navigationsgeräte, Fahrerairbags sowie Lenkräder ausgebaut

Vermehrte Diebstähle von Transportern
jan — In der jüngsten Vergangenheit kam es im gesamten Bundesgebiet vermehrt zu Diebstählen von Transportern der sogenannten „Sprinter-Klasse“. Die Polizei gibt Tipps für Halter.

Falscher Handwerker bestiehlt Seniorin
jan — Ein Trickdieb hatte am Mittwoch (13.09.) eine ältere Frau in ihrer Wohnung im Grünen Weg. Der Täter erbeutete Schmuck in noch unbekannter Höhe.

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Urban Mining
Rohstoffquellen direkt vor der Haustür
Runder Tisch gegen Meeresmüll

Bauschutt
Bauschutt oder geschreddertes Glas wird bereits heute, teilweise testweise, im Straßenbau verwandtFoto: 4028mdk09

Deutschland ist Großverbraucher von Rohstoffen, wird dabei aber gern als „rohstoffarm“ bezeichnet. Tatsächlich ist das Land bei Erzen und vielen wichtigen Industriemineralien nahezu vollständig auf Importe angewiesen. Hohe Preisschwankungen, fragwürdige Umwelt- und Sozialstandards sowie teilweise menschenunwürdige Abbaubedingungen sind die Kehrseiten unseres Konsums und Ressourcenhungers. Dabei sind wir umgeben von über 50 Milliarden Tonnen an wertvollen Materialien. Warum also nicht die riesigen Rohstoffquellen erschließen, die wir uns selbst geschaffen haben?

Urban Mining bezeichnet die gezielte Rohstoffgewinnung im städtischen und kommunalen Raum. Dazu hat das Umweltbundesamt eine neuen Broschüre herausgegeben, mit der es Impulse zur Ressourcenschonung geben will.

Nach wie vor fördert Deutschland große Mengen an Baustoffen aus Steinbrüchen und Kiesgruben. Allerdings ist das Land dicht besiedelt, und die Bereitschaft in der Bevölkerung, die negativen Umweltauswirkungen des Bergbaus sowie von Abgrabungen hinzunehmen, ist in den vergangenen Jahrzehnten spürbar zurückgegangen. In Zukunft sind kreative Ansätze gefragt, wie Deutschland mit den zu erwartenden Rohstoffengpässen und teuren Importen umgehen soll. Urban Mining wird Teil einer solchen nationalen Strategie.

Ein großes Potenzial an Rohstoffen steckt nämlich in unseren Städten, in ungenutzten Bauwerken, Anlagen und Konsumprodukten. Insgesamt jedoch wird dieses Rohstoffpotenzial von der Gesellschaft noch kaum als solches begriffen. Das Umweltbundesamt setzt sich für eine langfristig intensivere Nutzung dieser Rohstoffreserven ein und möchte attraktivere Rahmenbedingungen schaffen.Weitere Informationen

Runder Tisch gegen Meeresmüll geht in die zweite Runde
Die Einträge von menschlichen Abfällen in die Meere stellen hier ein beständiges Problem dar, welches die gesamte Meeresumwelt in einem nicht akzeptablen Ausmaß beeinträchtigt. Dabei dominieren Kunststoffe deutlich die Funde. Das Problem ist aber nicht auf die Nord- oder Ostsee beschränkt: Weltweit wird die Verschmutzung der Meere durch Müll als eines der wichtigsten globalen Umweltprobleme unserer Zeit angesehen.

Basstölpel
 
Von einem Plstiknetz strangulierter Basstölpel neben brütendem VogelFoto: Engelberger

Auf Initiative von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel und der Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, wurde im März letzten Jahres ein Runder Tisch gegen Meeresmüll eingerichtet. Er soll Maßnahmen gegen die weitere Belastung der Meere entwickeln und für deren Umsetzung sowie ein breites gesellschaftliches Problembewusstsein sorgen.

Der Runde Tisch orientiert sich einerseits an den Vorgaben der europäischen Meeres­strategie-Rahmen­richtlinie, deren Ziel Meere ohne Belastungen durch Abfälle sind. Andererseits entwickeln die Beteiligten zahlreiche weitere Handlungsoptionen gegen Meeresmüll. Die Ergebnisse verschiedener Meeres-Monitoringprojekte verdeutlichen das Ausmaß des Problems: So finden sich auf 100 Meter Nordseestrand knapp 400 Müllteile und auf 100 Meter Ostseestrand 70 Müllteile. 70 Prozent und mehr davon sind Kunststoffe. Am Meeresboden der südlichen Nordsee liegen im Schnitt elf Kilogramm Müll pro Quadratkilometer, der Großteil auch dort Kunststoffe. Zudem hatten fast alle toten Eissturmvögel an deutschen Nordseestränden Kunststoffe im Magen.

Die eingerichteten Arbeitsgruppen des Runden Tisches haben jetzt einenZwischenbericht vorgelegt. Der Bericht enthält eine Erhebung der Eintragswege von Kunststoffabfällen und Mikroplastik in die Meere sowie Vorschläge, wie das Thema Meeresmüll in den Lehrplänen an Schulen besser verankert werden kann.Weitere Informationen

 

Klimaschutz-Bericht Göttingen
Weiterhin hohe Anstrengungen erforderlich
Treibhausgas-Emissionen von 7,08 t jährlich pro Einwohner

pdg — Der Klimaschutz-Bericht 2015/16 zeigt, dass in Göttingen bereits zahlreiche Aktivitäten im Klimaschutz umgesetzt wurden, derzeit umgesetzt werden oder geplant sind. Sie haben bereits erste positive Effekte hinsichtlich der Entwicklung des Energieverbrauchs und der Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen. Dennoch können die gesetzten Klimaschutzziele mittel- und langfristig nur erreicht werden, wenn weiterhin hohe Anstrengungen unternommen werden, heißt es in einer Erklärung der Stadt Göttingen. Welche das sein werden, hat sie jetzt ein weiteres Mal ausführlich dargelegt.

Die Stadt Göttingen hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2050 klimaneutral zu werden und gehört damit zu den bundesweiten Vorreitern in Sachen Klimaschutz. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die Treibhausgasemissionen, also der Ausstoß klimaschädlicher Gase, fast vollständig auf Null und der Energiebedarf mindestens um die Hälfte reduziert werden. Der verbleibende Energiebedarf soll ausschließlich aus erneuerbaren Energien aus Stadt und Region Göttingen erzeugt werden. Im Masterplan 100% Klimaschutz wurden dazu Strategien festgeschrieben und mit Meilensteinen Zwischenschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität gesetzt. Im Klimaschutz-Bericht, den die Stadt Göttingen aktuell für die Jahre 2015/2016 erstellt, werden die seit 2014 verfolgten Ziele überprüft.

Der Bericht bilanziert, wie viel Energie in Göttingen 2015/2016 verbraucht wurde und wie viel erneuerbare Energien in Stadt und Region erzeugt wurden. Daraus lässt sich die ausgestoßene Menge klimaschädlicher (sog. Treibhaus-)Gase ableiten. Der gesamte Energieverbrauch liegt im Jahr 2015 bei 2.148 GWh (davon 640 GWh Strom und 1.508 GWh Wärme), die daraus resultierenden Treibhausgas-Emissionen liegen bei rund 940.000 t jährlich. Dies entspricht einem Pro-Kopf-Ausstoß von 7,08 t je Einwohner. Verschiedene Meilensteine und Indikatoren im Masterplan 100% Klimaschutz ermöglichen den Vergleich des aktuellen Zustands in Göttingen mit den gesetzten Zielen.Weitere Informationen

 

Diesel-Skandal
Software-Updates reichen nicht aus für saubere Luft
Hendricks: Hersteller auch für Hardware-Nachrüstungen verantwortlich

Rechtzeitig vor der Wahl weitet sich der deutsche Diesel-Skandal immer mehr zu einem Politik-Skandal aus, weil es die traditionell enge Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft unmöglich macht, ersterer zu einem das Gemeinwohl förderlichen Rückgrat zu verhelfen und letztere dadurch in ihre Schranken zu weisen. Die damit einhergehende Unfähigkeit oder besser: Unwilligkeit politischer Entscheidungsträger, gesundheitliche Schäden von der Bevölkerung abzuwenden, wurde nunmehr in einer Studie des Umweltbundesamtes eindrucksvoll bestätigt. Doch der CSU-Bun­des­verkehrs­minister hat nichts Eiligeres zu tun, als die Aussagen der Studie zu relativieren. Das Versagen der Politik scheint offenbar nur noch durch die Justiz aufzuhalten zu sein.

 
Gesundheit? Hauptsache, die Wirtschaft brummt.Foto: vs

Zwar führen die beim Dieselforum am 2. August beschlossenen Maßnahmen zu einer Senkung der Stickstoffdioxidbelastung in den deutschen Städten von bis zu sechs Prozent, teil das Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium mit, doch diese Senkung reiche in den meisten betroffenen Städten nicht aus, um den Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter einzuhalten, der in der EU zum Schutz der menschlichen Gesundheit gilt. Das ergeben Modellrechnungen, die das Amt (UBA) und Ministerin Barbara Hendricks in Auftrag gegeben hatten.

Hendricks: „Die Bevölkerung in den deutschen Städten hat ein Recht auf saubere Luft. Deshalb brauchen wir Maßnahmen, die zu einer raschen Senkung der Stickstoffdioxidbelastung führen. Der Dieselgipfel war ein erster Schritt, dem dringend weitere und größere Schritte folgen müssen. Es kann nicht sein, dass sich einige Hersteller selbst vor Software-Updates drücken. Auch die Weigerung der Autoindustrie, sich mit technischen Nachrüstungen zu befassen, ist für mich nicht akzeptabel. Ich kann den Automobilherstellern nur raten, hier schnell Lösungen zu entwickeln. Eines muss dabei klar sein: Wie bei den Software-Updates sind auch bei den Hardware-Nachrüstungen die Hersteller verantwortlich. Und auch die Kosten hierfür müssen natürlich vollständig von den Fahrzeugherstellern getragen werden.“Weitere Informationen

 

Max-Planck-Studie
„Wir schaffen das!“ – einigermaßen
Untersuchung zur Unterbringung von Geflüchteten in Göttingen

Ein Team des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen ist in einer von der Volkswagen-Stiftung finanzierten Studie der Frage nachgegangen, ob die Bedingungen in den Flüchtlingsunterkünften, die von ganz unterschiedlichen Einrichtungen betrieben werden, auch so gestaltet sind, dass Integration gelingen kann.

Durch die Ankunft von mehr als einer Million Geflüchteter seit 2015 sah sich die deutsche Gesellschaft vor die Aufgabe gestellt, diese Menschen innerhalb kurzer Zeit aufzunehmen und unterzubringen – eine erhebliche Leistung. Die Unterbringung ist ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zur vielfach geforderten Integration der Neuankömmlinge in die Gesellschaft. Untersucht wurde unter diesem Aspekt eine Vielzahl von Unterkünften in Göttingen, wo knapp 1500 Asylsuchende und 81 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht sind (Stand: Ende 2016) – das sind viermal mehr als 2014.

Dem Forscherteam ging es u.a. konkret um folgende Aspekte: Wohnsituation, Verpflegung, finanzielle Unterstützung, Gesundheit und Rechtsberatung. Die Studie zeigt, dass einerseits die entsprechenden Angebote, andererseits auch die Bedürfnisse der Geflüchteten sehr unterschiedlich sind. Damit liefert sie wichtige Erkenntnisse dafür, wie man die Angebote künftig besser auf die Bedürfnisse einzelner Geflüchteter abstimmen kann. Steven Vertovec, Direktor des Max-Planck-Instituts, hält dies für dringend notwendig, denn „die Bedingungen für Integration sollten bereits in den Flüchtlingsunterkünften geschaffen werden“.

Derzeit seien die Startbedingungen für die einzelnen Menschen in den verschiedenen Einrichtungen sehr unterschiedlich. Dadurch würden einige Geflüchtete sehr viel schneller an gesellschaftlichen Prozessen teilhaben können als andere, so Vertovec. Die Erkenntnisse können dazu beitragen, dass die Prozesse bei der Unterbringung künftig fairer und reibungsloser gestaltet werden – so wäre man gut vorbereitet, wenn wieder verstärkt Geflüchtete nach Deutschland kommen.
Die englischsprachige Studie ist hier einsehbar:Weitere Informationen

 

Wohnraummangel
Ratssitzung ganz im Zeichen der Wohnraummisere

Ganz unter dem Eindruck des in Göttingen knapper werdenden Wohnraums steht die kommende Ratssitzung am 18. August, gleich sechs Anträge befassen sich damit. Zudem lässt sich das Thema wunderbar für den beginnenden Wahlkampf instrumentalisieren, und die beteiligten Parteien machen davon auch gern Gebrauch. Besucher der Ratssitzung müssen vermutlich am Freitag über ausreichend „Sitzfleisch“ verfügen, auch wenn sich der Verwaltungsausschuss im Vorfeld darauf geeinigt hat, alle Initiativanträge zum Thema Wohnungsbau in einer „Generaldebatte“ abzuhandeln.

Dieser „schädliche Mix aus heißer Luft und unrealistischen Forderungen“, so die Christdemokraten zu den vorliegenden Anträgen, wovon sie wohlweislich den eigenen natürlich außen vor lassen, enthalte „bereits vielfach durchdiskutierte Probleme, gepaart mit unrealistischen Forderungen, die dem Wohnungsbau in Göttingen „eher schaden als nutzen würden“. Das muss man allerdings nicht teilen.

Ganz anders dagegen der Ratsantrag der CDU, meinen deren Verfasser, wobei der sich allerdings lediglich darauf beschränkt, die vom niedersächsischen Sozial- und Bauministerium für Göttingen vorgelegten und hier vielfach mit Verwunderung bis Unverständnis zur Kenntnis genommenen Zielzahlen für die Wohnraumversorgung bis zum Jahr 2030 durch den OB in Hannover korrigieren zu lassen. Der solle nach dem Willen der CDUler dort bitteschön vorstellig werden und die Ministerialen wieder auf den Boden der Realitäten zurückholen, sprich: ihnen die im Auftrag der Stadt vom Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH (GEWOS) ermittelten Zahlen schmackhaft machen (vgl. dazu weiter unten: →Zoff um Wohnraumbedarfsplanung).

Allerdings: Bei aller Freude der Christdemokraten darüber, dass die Genossen nun „nicht darum herumkommen, sich vom Gutachten ihrer eigenen Ministerin zu distanzieren“, wie der Begründung ihres Antrages zu entnehmen ist, er schafft noch lange keinen neuen Wohnraum oder zumindest neue Flächen dafür, sondern allenfalls die Hoffnung auf künftige Fördermittel.

Da ist der SPD-Antrag, der ansonsten nur das wiederhole, „was der Vorsitzende des Bau- und Planungsausschusses, Hans Otto Arnold (CDU), bereits in der letzten Sitzung vor der Sommerpause deutlich kritisiert hatte“, schon etwas konkreter. Nicht nur Arnolds Partei nämlich kritisiert, dass die Ausweisung von fünf neuen Baugebieten nicht vorankommt, wofür man vor allem die Bauverwaltung verantwortlich macht. Die Sozialdemokraten stellen sich dem Problem allerdings nicht nur resignierend, sondern wollen der Verwaltung vielmehr konkret Beine machen, „die am 19. Mai 2016 im Bauausschuss und am 27. Juni 2016 im Verwaltungsausschuss beschlossenen Aufstellungsbeschlüsse für die Erstellung von insgesamt fünf Bebauungsplänen … bis zum 30. November 2017 umzusetzen und die jeweiligen Vorlagen für die Beschlussfassung zur Auslegung der Bebauungspläne für die Ratssitzung am 16. Dezember 2017 zu erstellen“. Ob das angesichts immer noch knappen Personals tatsächlich helfen wird, bezweifelt Arnold allerdings: „Beim Nachtragshaushalt im November wird sich zeigen, ob aus dem bloßen Wortgeklingel konkrete Personalstellen werden.“ Sehr viel mehr als Wortgeklingel ist ein solches Gemaule allerdings auch nicht.

Piraten nehmen Verwaltung in Schutz
Ähnlich die Piraten-Partei, die ausnahmsweise mal die Verwaltung ausdrücklich in Schutz nimmt. Es bestehe von ihrer Seite jedenfalls kein Anlass zur Vermutung, die Verwaltung würde zu langsam arbeiten, meldet sie sich zu Wort. „Rechtssichere Bebauungspläne können bekanntlich nicht innerhalb sehr kurzer Zeit fertig ausgearbeitet vorgelegt werden, ohne formale Fehler zu riskieren, die solche Projekte noch viel länger hinauszögern können.“ Im Gegenteil sollten sich die Sozialdemokraten mal an die eigene Nase fassen, erinnern die Piraten an „schwerste Versäumnisse in der Wohnungsbaupolitik in Land und Bund“ unter Mitwirkung der SPD, als „jahrelang … versäumt [wurde], vorausschauend zu planen“: „Es war auf den Tag genau bekannt, wann genau wie viele Sozialwohnungen in wie vielen Städten aus der Förderung herausfallen. Es waren Erfahrungswerte bekannt, wie viele Wohnungen pro Jahr bei stagnierender Bevölkerung dem Markt von alleine verlorengehen. Die Dimension der heutigen Probleme war schon vor 20 Jahren sehr gut zu berechnen.“ Insofern stehe die SPD heute vor den „Trümmern ihrer eigenen verantwortungslosen Wohnungs- und Sozialpolitik der vergangenen zwei bis drei Jahrzehnte“.

„Schuss nach hinten losgegangen“
„Endlich ausreichend bezahlbaren Wohnraum in Göttingen zu schaffen, ist eine Mammutaufgabe“, lästert der Grüne Thomas Harms über die SPD, „da nicht an einem Strang zu ziehen, sondern die Hauptakteure öffentlich an den Pranger zu stellen, ist mehr als hinderlich.“ Damit will seine Fraktion der Bauverwaltung und insbesondere Stadtbaurat Thomas Dienberg den Rücken stärken, der sich in der August-Ratssitzung harschen Vorwürfen seitens der Genossen ausgesetzt sah. Harms: „Wer der Bauverwaltung Untätigkeit vorwirft, hat entweder überhaupt keine Ahnung vom Ablauf von Bebauungsplanverfahren oder ist gezielt auf Stimmungsmache.“
So ganz nach hinten losgegangen ist dieser Schuss indes nicht: Immerhin stieß der SPD-Antrag ja nicht rundweg auf Ablehnung, sondern wurde zur weiteren Beratung in eine gemeinsame Sitzung von Bau- und Sozialausschuss überwiesen.

Modell Soziale Bodennutzung
Mit einem von gleich drei Ratsanträgen wollen Bündnis 90/Die Grünen verhindern, dass Wohnbauland in Göttingen zum Spekulationsobjekt wird und verweisen in diesem Zusammenhang auf Münster in Westfalen: auch dort herrsche Wohnraummangel und entsprechend attraktiv sei es, diesen zu schaffen, da sich auch hochpreisige Immobilien bestens vermieten lassen. „Gebraucht wird aber vorwiegend sozialer und bezahlbarer Wohnraum – der sich wiederum für die Investoren kaum rechnet“, erläutert Grünen-Mitglied Dagmar Sakowsky. „Daher hat die Stadt Münster als eine der ersten Kommunen in Deutschland zum Instrument der Sozialen Bodennutzung gegriffen. Gebaut werden darf nur dort, wo die Flächen der Stadt gehören, wo die Eigentümer die Hälfte der Fläche an die Stadt veräußern oder wo sie sich vertraglich dazu verpflichten, eine Zielvereinbarung zu treffen.“

Analog des Münsteraner Modells wollen auch die Grünen eine soziale und ökologische Bodennutzung für Göttingen fordern. Die Stadt soll sich verpflichten, auf eigenen Flächen 60 Prozent bezahlbaren Geschosswohnungsbau zu realisieren und sie soll keine Bauanträge von Investoren genehmigen, die nicht wenigstens 30 Prozent Wohnraum in dem Segment vorsehen. Dazu soll eine Richtlinie für städtebauliche Verträge erarbeitet werden, in denen diese und weitere ökologische und soziale Kriterien der städtischen Quartiersentwicklung berücksichtigt sind.

Erwartungsgemäß am weitesten geht die Göttinger Linke mit ihrem Antrag zum Göttinger Wohnungsbau. Sie will eine Mindestquote für den Sozialen Wohnungsbau festgeschrieben wissen, beim Bau ab 25 Wohnungen oder ab 2500 Quadratmetern Wohnfläche sollen mindestens 30 Prozent davon im öffentlich geförderten Wohnungsbau errichtet werden. Für Wohnprojekte mit 100 und mehr Wohneinheiten sollte sogar eine Quote von 50 Prozent angestrebt werden, meint sie. Und: die Laufzeit der Sozialbindung sollte nicht unter 30 Jahre betragen.

Würde man diesem Antrag folgen und für fast alle Wohnungsbauvorhaben feste Quoten für eine Sozialbindung festgeschrieben, so würde das den Wohnungsbau „eher abwürgen als beflügeln, zumal kein Mensch weiß, ob und wie Land und Bund solche Projekte fördern werden“, erklärt Carina Hermann (CDU), Mitglied des Bauausschusses. Das allerdings könnte man in Erfahrung bringen oder auch darauf hinarbeiten.

So bleibt es vor allem bei übergreifender Nörgelei der Christdemokraten gegenüber allen anderen Anträgen. Doch Nörgelei allein bringt nichts auf den Weg. Und konstruktiv ist sie auch nicht.

 

SozialCard
SPD: Überarbeitung dringend geboten
Ergänzende Informationsbroschüre

Die SozialCard sollte nach Ansicht der Sozialdemokraten im Rat um neue Angebote erweitert werden. Einen entsprechenden Antrag wollen sie zur Ratssitzung am 18. August einbringen. Mit ihr können Kinder und Erwachsene in einer schwierigen Lebenslage viele Angebote, insbesondere in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sport und Kultur, ermäßigt oder kostenlos nutzen.

Nach Ansicht der sozialpolitischen Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, Insa Wiethaup, sei die Karte ein Erfolgsprojekt „und soll es auch bleiben“, eben deshalb fordert sie eine Überarbeitung und Aktualisierung der damit verbundenen vergünstigten Angebote. Mobilität und Teilhabe sei ein wichtiges sozialpolitisches Ziel. „Diesem können wir mit einer verbesserten SozialCard sowie dem zum 1. August bereits eingeführten Sozialticket ein gutes Stück näherkommen“, ergänzt der Sozialausschussvorsitzende Dr. Klaus-Peter Hermann.

Klaus-Peter HermannHermann (Abb.) fordert zudem, gemeinsam mit der SozialCard eine neu zu erstellende Informationsbroschüre allen Empfängern von Transferleistungen automatisch mit dem ersten Bescheid auszuhändigen. In dieser SozialCard-Broschüre sollten alle wichtigen Informationen übersichtlich zusammengestellt sein, um die in Göttingen verfügbaren Angebote und Möglichkeiten auch nutzen zu können. Damit auch alle profitieren können, sollte nach Vorstellung der SPD die SozialCard-Broschüre nicht nur in unterschiedlichen Sprachen, sondern auch in leicht verständlicher Sprache erhältlich sein.

Eine SozialCard erhalten Empfänger/innen von Arbeitslosengeld II (SGB II), von Wohngeld (WoGG), von Sozialhilfe (SGB XII) sowie von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz von der Stadtverwaltung. Eingeführt wurde sie Sozialcard eines Ratsbeschlusses im November 2008. Sie soll das oft knappe Budget betroffener Menschen entlasten.

 

Stadtplanung
Zoff um Wohnraumbedarfsplanung
„Wahlkampfgetöse weder hilfreich, noch angebracht“

Nachdem die Verwaltung die vom Land im 23. Bericht zur Wohnungsmarktbeobachtung vorgelegten Zielzahlen für die Wohnraumversorgung bis zum Jahr 2030 in Göttingen „mit Zurückhaltung“ (die Göttinger Stadträtin Petra Broistedt) zur Kenntnis genommen hat, springen ihr nun die Sozialdemokraten bei – und feuern gleichzeitig eine Breitseite gegen die Rats-CDU ab. Deren „Wahlkampfgetöse“ sei „weder hilfreich noch angebracht“.

Was die Verwaltung besonders stört: Im Bericht des CIMA Instituts für Regionalwirtschaft, den das Land in Auftrag gegeben hatte, werden lediglich die knapp 119.000 in Göttingen lebenden Menschen mit Hauptwohnsitz zugrunde gelegt. Wer von solchen Zahlen ausgehe und nicht – einschließlich der hier Studierenden – von der Gesamtzahl von rund 134.000, der müsse zwangsläufig zu anderen Ergebnissen kommen, so Broistedt. „Dass wir in Göttingen einen äußerst angespannten studentischen Wohnungsmarkt haben, dass die großen Unternehmen der Wohnungswirtschaft lange Wartelisten für preisgünstigen Wohnraum führen, das alles scheint mir darüber hinaus viel zu wenig gewichtet“, erklärt sie.

Baugebiet
 
Neuzeitlicher Fortschritt: Immer mehr Baugebiete verschlingen immer mehr Flächen Foto: Klaus Leidorf

Die Sozialdemokraten legen nun mit einem CDU-Bashing nach: die CDU-Ratsfraktion habe sich bisher „einen schlanken Fuß gemacht“, indem sie sich der Verantwortung verweigerte. Zudem habe sie mit dafür gesorgt, dass wichtige Flächen nicht mehr im Flächennutzungsplan vertreten sind. „Flächen wie der Bismarckstein und Helmsgrund wurden mit CDU-Unterstützung gekippt. Damit sind mögliche Wohnungen in dreistelliger Zahl nicht mehr baubar. Anschließend enthält sich dann die CDU auch noch bei einem so entscheidenden Thema wie dem Flächennutzungsplan. Das ist alles wenig glaubwürdig“, so Fraktionschef Tom Wedrins.

Wedrins verkennt allerdings, dass die so „gekippten“ Gebiete durchaus basisdemokratisch gekippt wurden: Betroffene Anwohner wie auch Ortsräte haben sich explizit gegen die Freigabe ihrer Naherholungsgebiete für eine solche weitere Bebauung ausgesprochen. Und sich der Verantwortung zu weiterer Flächenversiegelung zu entziehen kann ja auch heißen, sich der Verantwortung zum Landschaftserhalt zu stellen. Das kann man den Christdemokraten zwar nicht ohne weiteres unterstellen, klar wird durch solch eine Konfliktgemengelage aber auch, dass es angesichts eines hemmungslos weitergehenden Flächenverbrauchs und in dessen Folge zunehmender Umweltbelastungen keine einfachen Lösungen gibt. Die Forderung nach Ausweisung immer weiterer Baugebiete ist zwar in einer Stadt mit überwiegend bauwütigen, SPD-nahen Verwaltungsspitzen populär – aber vielleicht auch zu einfach, solange kaum andere, einen solchen Tunnelblick vermeidende, zukunftsgerichtete politische Einsichten im Rat vertreten sind. Zukunftsgerichtet heißt hier, den Blick auch auf die mittlerweile globalen Konsequenzen bauwütiger Politik zu richten.

Broistedt jedenfalls sieht „bis zum heutigen Tag keinen Anlass, an den Aussagen unserer eigenen, noch vor einem Jahr aktualisierten Prognose zu zweifeln“, die vom Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH (GEWOS) bis 2030 einen Bedarf von rund 4.800 neuen Wohneinheiten ermittelt hat.

Besonders ärgerlich finden die Sozialdemokraten, dass die CDU auch dem Göttinger Bündnis für Wohnen ihre Zustimmung verweigert hat. Dort hatte die SPD einen Plan vorgelegt um „konkret und effizient Bebauungspläne fertigzustellen“. „Bisher gab es von Seiten der CDU nur Schlechtmacherei und Verhinderungsargumente“, erklärt die baupolitische Sprecherin Sylvia Binkenstein unter dem Eindruck der heraufziehenden Bundestagswahl und versucht, Bauausschussmitglied Hans-Otto Arnold (CDU) für sich zu vereinnahmen: „Wir sind uns sicher, einem versierten Fachpolitiker wie Hans-Otto Arnold … ist das alles zuwider. Er muss aber nun den Torpedo-Kurs seiner Fraktion befolgen.“

Kommunen sind längst zu mächtigen Wirtschaftseinheiten geworden. Und wie in jedem anderen Wirtschaftssektor auch nimmt der „Betrieb Kommune“ zielgerichtet Einfluss auf die Nachfrage, hier auf die Nachfrage nach neuen Wohneinheiten, anderswo auf die Nachfrage neuer Industrieansiedlungen, wirbt um steuerzahlende Zuzügler zum Wohle des Betriebsergebnisses. Dass diese Wachstumsideologie auch zum Wohle der bereits hier wohnenden Bevölkerung geschieht, ist längst nicht mehr ausgemacht. Einem solchen Wachstum zugunsten von Konsolidierung und Nachhaltigkeit Einhalt zu gebieten, es käme in den Köpfen der meisten Lokalpolitiker bislang einem Sakrileg gleich.

 

Umfrage
Göttinger leben gerne hier
Aber nur die Hälfte will hier länger bleiben

Der Junge Union Stadtverband Göttingen (JU) hat in den vergangenen Wochen eine Umfrage durchgeführt und ausgewertet, was Göttingern an ihrer Stadt gefällt und was nicht. Während die Zufriedenheit etwa mit der Universität sehr hoch ist, gibt es in den Bereichen „Stadtplanung“, „Verkehr“ und „Wirtschaft“ noch dringenden Verbesserungsbedarf.

Leben gern in der Stadt – aber nur vorübergehend: Studierende auf dem Zental-CamppusFoto: vs

Durchgeführt wurde die Umfrage von der Arbeitsgemeinschaft Programm (AG Programm) des JU-Stadtverbandes. Die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft, Anna Grill, erläutert: „Die Teilnahme war über mehrere Wochen sowohl online, als auch mehrfach in der Innenstadt möglich. Unser Ziel war es, vor allem die Sichtweise junger Leute abzubilden. Daher ist es erfreulich, dass 80 Prozent der Teilnehmer unter 35 Jahren alt waren.“ Über 87 Prozent der Befragten leben sehr gerne oder gerne in Göttingen, aus Sicht der JU ein sehr erfreuliches Ergebnis. Allerdings bestätige sich, dass Göttingen meist eine „Durchgangsstation“ für junge Menschen sei: Nur 55 Prozent der Befragten können sich vorstellen, die nächsten zehn Jahre ihres Lebens in Göttingen zu verbringen.

Die Befragten sollten Göttingen außerdem mit anderen Städten in verschiedenen Bereichen vergleichen, dabei zählte der subjektive Eindruck der Teilnehmer. Das auffälligste positive Ergebnis war dabei die Bewertung des Bereiches Wissenschaft: Über 74 Prozent vertraten die Auffassung, dass Göttingen in diesem Bereich besser ist als andere Städte. Im Bereich Wirtschaft waren jedoch nur 11 Prozent dieser Meinung. Noch schlechter schnitt im Vergleich nur der Bereich Stadtplanung ab: Hier wurde unter anderem die Wohnraumsituation bewertet. Fast die Hälfte der Befragten bewertet die Stadtplanung in Göttingen schlechter als in anderen Städten. Auffällig sei auch der Bereich Verkehr gewesen: So hat zwar nur ein Drittel der Befragten die Verkehrssituation als schlechter als in anderen Städten bewertet, allerdings wurden konkrete Probleme wie Parkplatzmangel, Ampelschaltungen und vermeidbare Staus am häufigsten genannt. Die Junge Union will sich daher als nächstes mit den Problemen der Göttinger Verkehrsplanung auseinandersetzen.

Insgesamt sind die JUler mit den Ergebnissen der Umfrage zufrieden: „Wir sind froh, dass die überwältigende Mehrheit der Teilnehmer gerne in unserer Stadt lebt. Aber es ist deutlich geworden, dass die Stadt in einigen Bereichen zwingend handeln muss. Vielleicht sinkt dann auch die Anzahl derjenigen, die Göttingen nur als Durchgangsstation betrachten“, so Grill. Dass fast 9 von 10 Befragten gerne hier leben, sei ein starkes Bekenntnis zur Attraktivität der Stadt. Die benannten Problemfelder zeigten aber auch, dass Göttingen durchaus noch Nachholbedarf habe.
Eine statistische Auswertung der Umfrage finden Sie hier:Weitere Informationen

 

Umweltbundesamt
Masterplan für Hitzewellen
UBA erarbeitet Handlungsempfehlungen zum Schutz der menschlichen Gesundheit

Hohe Temperaturen und Hitzewellen führen zunehmend zu Gesundheitsproblemen – die Folgen des Klimawandels werden auch in Deutschland stärker spürbar. Mit Hitzeaktionsplänen können sich Länder und Kommunen für solche länger dauernden Hitzeperioden rüsten, um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Dafür hat das Umweltbundesamt einen Masterplan entwickelt.

Oberrhein im Sommer 2015
 
Der Oberrhein im Sommer 2015Foto: Jivee Blau

Besonders ausgeprägte und andauernde Hitzeperioden gab es in Deutschland in den Jahren 2003, 2010 und 2015. Steigende Temperaturen führen auch zu steigenden Gesundheitsrisiken. Hitze kann die Menschen stark belasten und führte in den letzten Jahren zu einer hitzebedingten Zunahme von Krankheits- und Todesfällen. Allein in Deutschland wurden etwa 7000 Todesfälle der Hitzeperiode des Jahres 2003 zugerechnet sowie zahlreiche hitzebedingte Krankheitsfälle aufgrund von Dehydrierung, Hitzschlag, Herz- und Kreislauferkrankungen.

Erfrischung gefällig?
Mineralwasser vielfach mit Spuren aus Landwirtschaft, Industrie u.a.

In einem Test der Stiftung Warentest von 30 Medium-Wässern schnitten nur 11 mit gut ab. Die Prüfer fanden unerwünschte Spuren aus Landwirtschaft, Industrie und Haushaltsabwasser sowie Fehler im Geschmack, meist hervorgerufen durch die Kunststoffflaschen, in die das Wasser abgefüllt wird. Beim Schlusslicht im Test beanstandeten die Tester einen vergleichsweise hohen Gehalt an Chrom (VI).Weitere Informationen

 

Zur Unterstützung der Länder- und Kommunalverwaltungen erarbeitete die vom Bundesumweltministerium ( BMUB ) geleitete Bund-Länder Ad-hoc Arbeitsgruppe „Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ Handlungsempfehlungen, um Hitzeaktionspläne zum Schutz der menschlichen Gesundheit zu erstellen. Sie sind als Masterplan zu verstehen, um Menschen und ihre Gesundheit bei lang anhaltenden hohen sommerlichen Temperaturen besser zu schützen. Dabei soll zum Beispiel das Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure in Krankenhäusern und Kindertageseinrichtungen verbessert werden. Sie umfassen kurzfristig sowie langfristig umsetzbare Aktivitäten, unter anderem:

  • die koordinierte Kommunikation von Informationen, Tipps, Verhaltenshinweisen für die Bevölkerung zur individuellen Anpassung;
  • die Einrichtung einer Nachbarschaftshilfe, um Risikogruppen aktiv zu unterstützen;
  • die Installation von gebäudebezogenen Kühlungsmaßnahmen (Rollläden, Markisen und Außenjalousien);
  • an extremer Hitze ausgerichtete Architektur, Stadt- und Bauplanung.

Die Handlungsempfehlungen des Umweltbundesamtes wurden im Auftrage des BMUB zusammen mit zahlreichen Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen erstellt.

 

Flüchtlingsunterbringung
CDU: IWF und Siekhöhe erhalten
Grüne: Schnell zu selbstbestimmtem Leben

Kein Mensch weiß, wie sich der Zustrom von Flüchtlingen in den nächsten Monaten entwickeln wird. Trotzdem will und muss die Stadt Göttingen noch vor der Sommerpause eine Entscheidung treffen, wie ein Teil der teuer vorgehaltenen Kapazitäten für deren Unterbringung eingespart werden kann, für die es keinerlei Hilfen vom Land Niedersachsen gibt. Entgegen der Verwaltungsvorlage aus dem Sozialausschuss schlägt nun die CDU-Ratsfraktion vor, sowohl die Einrichtung auf der Siekhöhe wie das ehemalige IWF-Gelände am Nonnenstieg zu halten, dafür aber das neue Gebäude am Albrecht-Thaer-Weg mit 300 Appartements direkt als Studentenwohnheim zu nutzen.

„Bei der „Ankommenseinrichtung“ auf der Siekhöhe und bei dem Flüchtlingsheim am Nonnenstieg handelt es sich um zwei stark differenzierte Angebote, die nicht einfach gegeneinander ausgetauscht werden können“, erklärt Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion. Die große Halle auf der Siekhöhe verfügt über eine besondere medizinische wie auch personelle Ausstattung, die dieses Objekt speziell für die neu in der Stadt ankommenden Flüchtlinge in besonderem Maße qualifiziert. Mit den offenen, beengten Schlafbereichen und der fehlenden Einbindung in ein urbanes Umfeld spielt sich die gesamte Freizeit für alle Altersstufen allerdings in einem großen und offenen Bereich ab. Die Unterkunft ist daher für eine längerfristige Unterbringung von Flüchtlingen, insbesondere von Familien, nicht geeignet, auch vor dem Hintergrund, dass neben den fehlenden Rückzugsmöglichkeiten (außer einem „Paarzimmer“) keine Möglichkeit der Selbstverpflegung besteht. Allerdings wird diese Einrichtung angesichts völlig unsicherer Perspektiven auch künftig kurzfristig erhebliche Kapazitäten bieten, sollten die Flüchtlingszahlen wieder drastisch ansteigen.

Verwaltungsausschuss
Reduzierung zugestimmt

pdg — Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat am 26. Juni das Konzept zur weiteren Reduzierung der Kapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen verabschiedet und mehrheitlich die Schließung der Gemeinschaftseinrichtung am Nonnenstieg zum 31. August 2018 sowie den zunächst einjährigen Weiterbetrieb der Einrichtung am Anna-Vandenhoeck-Ring beschlossen. Er folgte damit einer ebenfalls bereits am 13. Juni mehrheitlich gefassten Empfehlung des Ausschusses für Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau, der sich zuvor bereits Anfang Mai dafür ausgesprochen hatte, drei weitere kommunalen Unterkünfte (Bürgerstraße, Gustav-Bielefeld-Straße, Große Breite) zu schließen bzw. nicht wieder zu belegen und in der im Bau befindliche Einrichtung am Albrecht-Thaer-Weg nur 150 und nicht 300 Plätze zu nutzen. Ein Änderungsantrag der CDU-Fraktion, der auf den Weiterbetrieb sowohl im Nonnenstieg wie im Anna-Vandenhoeck-Ring unter Verzicht auf eine Belegung am Albrecht-Thaer-Weg abzielte, fand nicht die erforderliche Mehrheit. Zu dem vom Verwaltungsausschuss beschlossenen Reduzierungskonzept , das in den nächsten 14 Monaten den Abbau von über 400 Plätzen vorsieht, zählt auch der Auftrag an die Verwaltung, mit dem Landkreis Göttingen über die Übernahme weiterer 100 Geflüchteter im kommenden Jahr zu verhandeln.

PIRATENundPARTEI-Ratsgruppe
Sozialverträglicher Wohnraum „Illusion“
Die am 12. August im Sozialausschuss aufgestellte Behauptung der Verwaltung, am IWF-Gelände könne sozialverträglicher Wohnraum realisiert werden, hält die PIRATENundPARTEI-Ratsgruppe für eine Illusion. Francisco Welter-Schultes (Piraten) bezeichnet derartige Ankündigungen als unseriös. Wie die Grünen solche Äußerungen ungeprüft und unkritisch hinnehmen und sie zur Entscheidungsgrundlage heranziehen konnten, die IWF-Unterkunft zu schließen, ist für die Ratsgruppe nicht nachvollziehbar.
„Auf 30% der Baufläche Wohnungsbau für unter 7,00 Euro Miete zu realisieren, kann nicht funktionieren, in keiner Mischkalkulation. Auch nicht dann, wenn sämtliche Bäume gefällt werden und städtebaulich das niedrigste Niveau umgesetzt wird. Der Investor müsste Millionen Euro Verluste einkalkulieren.", so Welter-Schultes. Die Ankündigung, sozialen Wohnraum auf dem IWF-Gelände schaffen zu können, spreche gegen jegliche Erfahrung.
Die Wohnungsgenossenschaft plant, wenige Meter neben dem IWF auf ihrem eigenen längst amortisierten Grundstück im Nikolausberger Weg, Geschosswohnungsbau mit 80 Wohnungen zu realisieren. Hierfür seien Mietpreise von etwa 10 bis 11 Euro anvisiert, so die Genossenschaft, kostengünstiger gehe es heutzutage beim besten Willen schlichtweg nicht.
Der Investor des IWF-Bauprojekts habe bereits 6 Millionen Euro für das Grundstück bezahlt, was zu den Abriss- und Baukosten hinzukomme. Der Mietpreis wäre deutlich höher als 11 Euro. Wohnraum mit Sozialbindung bedeutet 5,60 Euro. In einer Mischkalkulation Preise von unter 7 Euro zu erreichen, sei angesichts solcher Kosten nicht darstellbar, da die Gegenfinanzierung in derselben Wohnanlage nicht möglich ist. Mehr als 15 Euro Miete für die teuersten Wohnungen zu erzielen wäre utopisch, schon gar nicht angesichts der zu erwartenden sehr dichten Bebauung und der Aussicht auf zahlreiche Bewohner, die auf soziale Mietpreise angewiesen sind. „Folglich müsste der Investor das Angebot ,sozialer Wohnraum auf 30% der Fläche‘ nach unseren Schätzungen mit etwa 10 Millionen Euro aus der eigenen Tasche bezuschussen. Es wäre ein völlig unwirtschaftliches Unterfangen“, so Welter-Schultes weiter.
PIRATEN und PARTEI vermuten, die Stadt wolle Konflikten mit dem Investor aus dem Weg gehen, dessen Bauvorhaben auf dem IWF-Gelände bereits seit 2012 verzögert wird. Anstatt die Bedürfnisse der Bürger/innen zu berücksichtigen, sollen einseitig die Interessen eines Privatinvestors umgesetzt werden - und die können keinen sozialen Wohnungsbau beinhalten.

Die Einrichtung im ehemaligen IWF-Gelände am Nonnenstieg vermittelt nach Ansicht der CDU einen ganz anderen Charakter: Es handelt sich um ein Wohnheim, in dem manche Familien seit Eröffnung der Einrichtung wohnen und sich dort nach eigenem Bekunden gut untergebracht fühlen. Relativ kleine, aber helle Zimmer für ein bis zwei Personen, nebeneinander liegende Zimmer für Familien, jeweils sanitäre Einrichtungen und Küche pro Flur, mehrere Gemeinschaftsräume (ein großer Sportraum, ein Theaterraum u.a. für das Boat-People Theaterprojekt, ein tolles Kinderspielzimmer, ein extra Raum für die Hausaufgabenbetreuung, ein Musikraum für Bandproben und ein schönes Außengelände mit Spielgeräten und Fußballtoren für die Kids sowie Grillmöglichkeiten für Bewohner und Ehrenamtliche) schaffen eine vergleichsweise hohe Aufenthaltsqualität für Alt und Jung, Geflüchtete und Ehrenamtliche. In Summe ergibt dieses einen ansprechenden Wohncharakter, bei dem sowohl die Privatsphäre der Geflüchteten gewahrt bleibt, als auch genug Räume für Begegnungen mit Gleichgesinnten und Ehrenamtlichen zur Verfügung stehen. Zudem befinden sich am Nonnenstieg KiTas und verschiedene Schulen in fußläufiger Entfernung zur Unterkunft. Auch kann ohne Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel die Innenstadt erreicht werden. Diese Vorteile erleichtern ganz wesentlich die gesellschaftliche Integration der dort untergebrachten Menschen.

Wenn beide Einrichtungen mit ihren unterschiedlichen Qualitäten erhalten bleiben sollen, muss die Frage beantwortet werden, wo an anderer Stelle Unterbringungskapazitäten wegfallen sollen, ist auch der CDU-Ratsfraktion klar. Dafür bietet sich ihrer Meinung nach das Appartementprojekt der Städtischen Wohnungsbau Göttingen GmbH im Albrecht-Thaer-Weg an. Von Anfang an sei hier so geplant worden, dass dieses Gebäude langfristig als Studentenwohnheim genutzt werden kann – nun könnte diese in der Nähe des Klinikums wie auch zahlreicher anderer Uni-Einrichtungen gelegene Kapazität von 300 Plätzen sofort - und vollständig für studentisches Wohnen genutzt werden.

Der Verzicht auf die Nutzung für die Unterbringung von geflüchteten Menschen würde damit einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung des äußerst angespannten und durch starke Mietpreissteigerungen gekennzeichneten studentischen Wohnungsmarktes in Göttingen leisten.

Grüne: Schnell zu selbstbestimmtem Leben
„Geht es um Geld und Arbeitsplätze oder um die Geflüchteten?“ fragt Thomas Harms, Grünen-Mitglied im Sozialausschuss der Stadt angesichts der jüngsten Berichterstattung zur Schließung der Unterkunft für Geflüchtete am IWF. Darin hatte der Leiter sein Bedauern über das Ende der Unterkunft zum Ausdruck gebracht und darauf verwiesen, dass sich viele der Geflüchteten in der Unterkunft so wohl fühlten, dass sie gar nicht ausziehen wollten. Harms: „Wir wollen, dass Geflüchtete möglichst schnell ein selbstbestimmtes Leben in unserer Stadt führen können. Für die Betreiber/innen einer Unterkunft heißt das: Die Geflüchteten auch loslassen zu können. Für das selbstbestimmte Leben bedarf es mehr bezahlbaren und sozialen Wohnraum, auch und gerade am Nonnenstieg. Wir als Politik haben auch dafür zu sorgen, dass dieser Wohnraum zur Verfügung steht.“

Damit untermauert Harms die bisherige Position der Grünen, dass weder das IWF noch die Unterkunft auf der Siekhöhe optimale Bedingungen böten. Auf dem IWF-Gelände böte sich hingegen die Chance zu sozialem Wohnungsbau, der insbesondere Geflüchteten zu Gute kommen könnte. Die Unterkunft könne also trotz der guten Arbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen nur eine Übergangslösung sein. Primäres Ziel müsse vielmehr sein, Geflüchtete in regulären Wohnraum zu bringen, was heißt, Gemeinschaftsunterkünfte zu Gunsten von Wohnungsbau zu schließen – eben auch auf dem IWF Gelände.“

 

Lebensqualität
Zu viel Dünger: Trinkwasser könnte teurer werden
Umweltbundesamt warnt – Preissteigerung bis zu 45 Prozent möglich

Trinkwasser könnte in etlichen Regionen Deutschlands in Zukunft spürbar teurer werden. Grund ist die hohe Belastung des Grundwassers mit Nitrat. Über 27 Prozent der Grundwasserkörper überschreiten derzeit den Grenzwert von 50mg/l. Wenn die Nitrateinträge dort nicht bald sinken, müssen betroffene Wasserversorger zu teuren Aufbereitungsmethoden greifen, um das Rohwasser von Nitrat zu reinigen. Einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zufolge kann dies die Trinkwasserkosten um 55 bis 76 Cent pro Kubikmeter erhöhen. Das entspricht einer Preissteigerung von 32 bis 45 Prozent. Eine vierköpfige Familie müsste dann bis zu 134 Euro im Jahr mehr bezahlen.

Güllewagen
Unser täglich Gift gib uns heute: Gülle-Ausbringung mit Güllewagen
Foto: Ra Boe

Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Mit den Neuregelungen in der Düngeverordnung wurden lange überfällige Schritte eingeleitet, die hoffentlich die Belastungen so weit senken, dass den Trinkwasserkunden die teure Aufbereitung erspart bleibt. Wichtig sind jetzt eine konsequente Umsetzung und verstärkte Kontrollen in den betroffenen Regionen. Falls sich diese Belastungen nicht verringern, müssten weitere und strengere Auflagen für die Landwirtschaft erfolgen.“

Gerade in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen ist das Grundwasser häufig durch zu viel Stickstoff belastet. Grund sind die auf den Feldern aufgebrachten Gülle und Mist aus der intensiven Tierhaltung oder Mineraldünger für beispielsweise Obst- und Gemüseanbau. Wasserversorger versuchen bereits heute, das Wasser mit unterschiedlichen Maßnahmen zu schützen, indem sie die darüber liegenden Flächen selbst pachten, Brunnen verlagern oder belastetes mit unbelastetem Wasser mischen. Auch diese Kosten fließen bereits heute in den Trinkwasserpreis mit ein.

Doch derartige Maßnahmen werden in Zukunft in hochbelasteten Regionen nicht ausreichen, um den Nitratwert im Trinkwasser niedrig zu halten. Die UBA-Studie hat dies mit Daten von und in Kooperation mit drei großen Wasserversorgern untersucht: OOWV (Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband), Rheinenergie und RWW (Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft). Ergebnis: In einigen Gebieten könnte bald der Fall eintreten, dass das Wasser zusätzlich gereinigt werden muss.Weitere Informationen

 

Elektromobilität
Konsequente CDU-Quengelei zahlt sich endlich aus
Hybrid-Busse bald auch in Göttingen / GöVB erhöht Preise

Jahrelang wurde in Göttingen bei der Anschaffung neuer Stadtbusse über die geeignetste Antriebstechnik diskutiert – aber eben nur diskutiert. Jetzt endlich scheint sich etwas zu bewegen: Voraussichtlich noch in diesem Jahr werden die Göttinger Verkehrsbetriebe drei Hybrid-Busse anschaffen und setzen damit, wenn auch nicht ganz freiwillig, ein erstes Zeichen in den Einstieg umweltfreundlicherer Verkehrsmittel. Möglich macht es ein konsequentes Insistieren der CDU-Ratsfraktion, die seit vielen Jahren schon weg vom Diesel will.

Nach Recherchen des Magazins „ZDFzoom" scheint die Bundesregierung aktiv daran mitzuwirken, betrogenen Besitzern manipulierter Fahrzeuge eine angemessene Entschädigung vorzuenthalten, weil die entstehenden Kosten zu einer existenziellen Krise der „systemrelevanten“ Autoindustrie und damit zu gesamtwirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen führen könnte. Deshalb, so das Magazin, einigte man sich auf ein kostengünstiges Software-Update, womit die betroffenen Dieselautos angeblich wieder in Übereinstimmung mit den Gesetzen sein sollten. Doch Messungen an auf diese Weise „nachgebesserten“ Fahrzeugen zeigen das Gegenteil.
Geheimakte VW
 

Angesichts aktueller Skandale in der Automobilindustrie mit kriminell hohen Abgaswerten, die von einem CSU-geführten Verkehrsministerium nur nachsichtig belächelt werden, das den getäuschten Verbraucher dafür im Regen stehen und gebeutelte Städte überlegen lässt, ihre Innenstädte durch Fahrverbote für solche betrügerisch manipulierten Stinker dicht zu machen, scheinen alternative öffentliche Verkehrsmittel im städtischen Raum dringend geboten. Selbst wenn sie zunächst nur ein sogenannter „Tropfen auf den heißen Stein“ sind, so sind sie doch immerhin ein Anfang, setzen ein Zeichen.

Es hat lange gebraucht zu diesem Zeichen, gegen das sich – nicht zuletzt aus Kostengründen – die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) vehement gesperrt haben und darin von Grünen und Sozialdemokraten bestärkt wurden. „Moderne Stadtbusse mit Motortechnik und Abgasfilter nach Euro 5-Norm sind vorbildliche Fahrzeuge, die zudem die Option für regenerative Kraftstoffe bieten“, meinten während des Kommunalwahlkampfs 2006 noch die Ratsmitglieder Tom Wedrins (SPD) und Ulrich Holefleisch (Grüne). Damals wussten sie es nicht besser. Doch schon damals setzte Daniel Helberg, aus Hannover importierter CDU-Kandidat für den OB-Posten, auf alternative Energien – allerdings auf Erdgas. Das ist zwar kein nachwachsender Kraftstoff, hätte also nur als längerfristige Übergangslösung getaugt, aber immerhin wäre man mit deutlich weniger Schadstoffen wohl auch aus der CO2-Falle herausgekommen. Helberg wollte zudem bereits vorhandene privatwirtschaftliche Infrastruktur zur Betankung der Busflotte nutzen, um die GöVB vor enormen Investitionskosten zu bewahren.

Hybridbus
 
Hybridbus an einer LadestationFoto: Stauffen

Die kommen jetzt gleichwohl auf sie zu, zum Beispiel durch geeignete Vorrichtungen, um Fahrzeuge auch an den Endstationen mit Strom betanken zu können. Überwiegend jedoch werden auch solche Busse ihre elektrische Energie vom dieselgetriebenen Motor beziehen müssen, reichen die Kapazitäten doch allenfalls für Kurzstrecken, z.B. für eine Fahrt durch die Innenstadt. Dort aber immerhin können sie, sofern es nicht bei den drei Testfahrzeugen bleibt, durchaus die Luftqualität ein wenig beeinflussen – wenn das denn nicht durch den konventionell motorisierten Lieferverkehr wieder zunichte gemacht würde. Der vom niedersächsischen Umweltministerum ausgewiesene Luftqualitätsindex für Göttingen wird zwar mit „gut“ ausgewiesen, doch liegt die Stadt niedersachsenweit gleichwohl in der Spitzengruppe jener Städte mit der höchsten Feinstaubbelastung (Messpunkt Bürgerstraße, Grenzwert 14mal überschritten).

Ob Elektrobusse zudem das Gelbe vom Ei sind, ist aber nicht einmal ausgemacht. Eine ernsthafte Alternative wäre der Wasserstoffantrieb, sobald endlich die damit noch verbundenen Probleme der Speicherung dieses unerschöpflichen Energieträgers sowie – auch hier – die Probleme der Infrastruktur beherzt angegangen würden. Lediglich 400 Tankstellen plant die Bundesregierung bis zum Jahr 2023 und noch wird ein Großteil des Wasserstoffs aus fossilen Energieträgern gewonnen, was aber durchaus auch per Elektrolyse direkt aus Wasser geschehen könnte. Wasserstoff ließe sich direkt in modifizierten Otto-Motoren verwenden, doch nur wenige Hersteller, etwa BMW, Daimler Benz und Mazda, forschen an dieser Technologie. Auch der Lkw-Hersteller MAN experimentiert bereits seit 1999 mit Wasserstoff, drei Busse wurden beispielsweise am Flughafen München eingesetzt und 2006 setzte MAN ebenfalls zwei Busse mit Wasserstoff bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin ein. Auch die Berliner Verkehrsgesellschaft testet seit 2008 14 Wasserstoff-Busse im Linienverkehr.

Deutlich mehr Autohersteller setzen jedoch auf die Brennstoffzellentechnik, bei der Wasserstoff zunächst in elektrische Energie umgewandelt wird und einen Elektromotor im Fahrzeug antreibt. Sie erzielt höhere Wirkungsgrade – insbesondere im Teillastbereich – und ermöglicht gleichzeitig einen lautlosen Betrieb. Jedenfalls wären bei beiden Wasserstoff-Antrieben Diskussionen um schädliche Abgase ein für allemal vom Tisch.

Die nun für Göttingen vorgesehenen Hybrid-Busse werden auch weiterhin mit Diesel betrieben, sind gleichwohl aber ein Schritt in die richtige Richtung. „Mit dem jetzt vorgestellten und beschlossenen Konzept zeichnet sich endlich ein klarer Wandel ab, auch wenn der Systemwechsel Jahrzehnte bis zur vollen Umsetzung benötigen wird“, freut sich nun der „grüne“ Christdemokrat Hans-Georg Scherer ein wenig zu euphorisch, der wohl auch maßgeblich als Mitglied im Aufsichtsrat der Göttinger Verkehrsbetriebe diesen auf die Füße getreten hat. Doch solch ein Systemwechsel kostet. Und so ärgert sich Scherer gleichzeitig über die anstehende Fahrpreiserhöhung der GöVB: „Wir werden den Einstieg in die E-Mobilität nicht umsonst bekommen, aber die diesjährige Tariferhöhung hat damit absolut nicht zu tun. Wir warnen die Geschäftsführung davor, allgemeine Kostensteigerungen dem geplanten Systemwechsel anzulasten. Wenn die Göttinger Ratspolitik gemeinsam den Umstieg wünscht, dann wird sie dafür auch die notwendigen (Steuer-)Mittel bereitstellen müssen. Aus dem Portemonnaie der einzelnen Nutzer kann und darf diese große Aufgabe sicher nicht bewältigt werden.“

Doch irgendwo muss das Geld ja herkommen. Dann eben aus dem Portemonnaie aller (potenziellen) Nutzer.

 

Wohnraum
Grüne wollen Leerstand beenden
Landesgesetz „in greifbarer Nähe“

Die Grünen-Fraktion im Rat der Stadt Göttingen fordert in einem aktuellen Antrag, eine Satzung für die Stadt Göttingen zu entwickeln, die dazu geeignet ist, die Zweckentfremdung von Wohnraum zu verhindern.

Dazu der Fraktionsvorsitzende Rolf Becker: „Bereits seit längerem setzen wir uns – sowohl durch eine Ratsinitiative als auch gegenüber der Landesebene – dafür ein, der Zweckentfremdung von Wohnraum durch Leerstand wirksam begegnen zu können. Bisher waren uns als niedersächsischer Kommune hier die Hände gebunden, da ein entsprechendes Gesetz auf Landesebene fehlte. Dieses ist nun in greifbarer Nähe.“

Thomas Harms„Der unseligen Zweckentfremdung von Wohnraum in dieser Stadt muss endlich der Garaus gemacht werden. So wie in Kirchen keine Kartoffeln eingelagert werden sollen, dürfen aus Wohnungen keine Spekulationsobjekte gemacht werden“, ergänzt Thomas Harms (Abb.), Pastor und Grüner im Ausschuss für Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau zu den „teilweise haarsträubenden Zweckentfremdungen“ von Wohnungen in der Stadt.

Aktuell ist auf Landesebene der Entwurf für ein Gesetz über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum in Abstimmung. Becker: „Wir freuen uns, dass Niedersachsen auf dem besten Wege ist, ein wirksames Instrument gegen Wohnraumzweckentfremdung zu gestalten.“ Die Grünen gehen davon aus, dass das Gesetz Anfang 2018 in Kraft tritt. Ziel ihres Antrags ist, dass auch die entsprechende Göttinger Satzung zum 1.1. 2018 in Kraft tritt, sodass ab Jahresbeginn gegen Wohnraumzweckentfremdung wirksam vorgegangen werden kann.

Harms abschließend: „Wir wollen den vorhandenen Wohnraum dem Wohnraummarkt wieder umfänglich zugänglich machen, um die Wohnungsnot nicht nur durch neues Bauen zu lindern.“
Der Antrag im Wortlaut:Weitere Informationen

 
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