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Kurz & bündig
Kultur · Wissenschaft


Kultur

Städtisches Museum
Länger geöffnet
Wegen des um 19.00 Uhr im Tapetensaal beginnenden Chansonabends bleibt das Städtische Museum Göttingen am Freitag, 19. Januar, länger geöffnet. Besucher/innen haben an diesem Tag die Möglichkeit, die Ausstellung „1529 – Aufruhr und Umbruch“ von 11.00 Uhr bis 30 Uhr zu besichtigen.

Junges Theater
Musikshow-Premiere
Eine weitere Musikshow steht an auf der Bühne am Wochenmarkt. Nachdem Tausendmal berührt! zu einem großen Erfolg wurde, haben sich Tobias Sosinka (Inszenierung) und Fred Kerkmann (Musik) erneut dieser Sparte zugewandt und laden unter dem geschichtsträchtigen Titel Satisfaction zu einem weiteren musikalischen Feuerwerk. Mit dieser nun bereits vierten Musikshow begibt sich das Ensemble des JT mit bewährter Live-Band wiederum auf eine „wilde Forschungsreise durch ein halbes Jahrhundert“ diesmal der Geschichte des Rock'n'Roll“.
Das passt gut in Zeiten, in denen offenbar sogar die Operette fröhliche Urständ feiert. Es kommt halt alles irgendwann einmal wieder – wenn es nicht gerade die Knickerbocker sind.
Premiere am 19. Januar um 20 Uhr.

Stadtbibliothek
Kinderbuchwochen
KinderbuchwochenVom 27. Januar bis zum 10. Februar finden in der Kinderbibliothek der Stadtbibliothek die 19. Kinderbuchwochen statt. Zur Eröffnung liest um 11 Uhr Ilse Neuhaus die Geschichte „Ein Löwe in der Bibliothek“. Der Eintritt ist frei. Am 31. Januar veranstaltet die Bibliothek von 19.30 bis ca. 22.00 Uhr einen Abend für Kinder von neun bis elf Jahre: „1, 2, 3, 4..., wenn’s Zeugnisse gibt, dann feiern wir“. „Spiel mit!“ heißt es in diesem Jahr. Ob auf dem Tisch, dem Boden oder dem Tablet - es gibt viele Spiele zum Ausprobieren. Eintrittskarten kosten 5,00 Euro, beinhalten auch einen Imbiss und sind an der Information im Erdgeschoss der Stadtbibliothek zu kaufen. Was noch alles während der Kinderbuchwochen passiert, steht im Programmheft, das in der Bibliothek ausliegt, und immer aktuell unter www.stadtbibliothek.goettingen.de

ÖPNV
Nach der Party sicher nach Hause
Nachtbus zwischen GÖ - NOM - EIN
Ein neuer Nachtbus „Einbecker Nachteule“ verkehrt zwischen Göttingen, Northeim und Einbeck. Für Freizeit- und Kulturveranstalter in diesen Städten können damit weitere Gäste anlocken, da der Nachtbus nach Abendveranstaltungen eine komfortable und sichere Alternative für den Nachhauseweg ermöglicht.
NachtbusDer letzte Zug fährt Samstag- und Sonntagnachts um 0.23 Uhr und endet in Northeim. Dort knüpft um 0.45 Uhr in Northeim die Buslinie 230 an, die bis Einbeck fährt und hier um 1.30 Uhr ankommt. Für Nachtschwärmer fahren außerdem die Buslinien 180/235 um 2.47 Uhr ab Göttingen über Northeim nach Einbeck, Ankunft dort ist um 4.00 Uhr. Die Nachtbuslinie wird zusätzlich in Fahrtrichtung Göttingen bedient.
Um 1.34 Uhr können Nachtschwärmer ab Einbeck über Northeim nach Göttingen fahren, Ankunftszeit dort ist um 2.46 Uhr.
Der Nachtbus bietet eine preiswerte Alternative für den Heimweg. Zustiegsmöglichkeiten gibt es in Göttingen, Nörten-Hardenberg, Northeim, Stöckheim, Drüber, Sülbeck, Hohnstedt, Salzderhelden und Einbeck. Darüber hinaus gibt es diverse Bedarfshalte, an denen die Fahrgäste aussteigen können.
→www.vsninfo.de/de/fahrplaene/nachteule-einbeck

„Buntes Göttingen“ auch 2018
Thema „Gemeinsam“ –
Erstes Treffen im Januar

Auch in neuen Jahr soll das Fest „Buntes Göttingen“ unter dem Motto „Gemeinsam für Demokratie und Toleranz – gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus!“ am Gänseliesel stattfinden – als Zeichen der gesamten Stadt, ihrer Bürger und Bürgerinnen, Initiativen, Vereinen, Unternehmen, künstlerischen und/oder politischen Akteuren und vielen anderen Organisationen. Das Programm, Standpläne sowie die gesamte Organisation für den Tag übernimmt erneut das Referat des Oberbürgermeisters im Neuen Rathaus.
Buntes GöttingenGrundsätzlich sollen wieder ein Bühnenprogramm sowie Informationsstände angeboten werden. Um mehr Platz für die Informationsstände zu haben, sollen die Stände im nächsten Jahr großzügiger aufgestellt werden. Wie die genaue Planung aussehen wird, bemisst sich auch an der Anzahl der Informationsstände. Außerdem ist ein Bühnenprogramm angedacht, welches das Thema „Gemeinsam“ aufnimmt. Wünschenswert wäre es, wenn die sich bereiterklärenden beteiligten Akteure „gemeinsam“ ein Bühnenprogramm erarbeiten, um den Gedanken des gemeinsamen Wirkens gegenüber Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus künstlerisch zu vermitteln, teilt das Referat mit. Daher möchten die Organisierer bereits im Januar einen ersten Termin für künstlerisch Interessierte anbieten, um sich zum einen über das „Bunte Göttingen“ zu informieren sowie gegebenfalls gemeinsam ein Bühnenprogramm anzudenken.
Dieses erste Treffen soll am Dienstag, den 23.01. um 16 Uhr im Raum 1118 (11. Stock) im Neuen Rathaus stattfinden. „Vielleicht haben Sie ja wieder Zeit und Lust, für unsere Stadt ein Zeichen zu setzten. Wir würden uns freuen, Sie (wieder) zu sehen und mit Ihnen gemeinsam deutlich Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entgegenzutreten“, ruft das OB-Referat zur Beteiligung auf.

Lichtenberg-Jubiläumsjahr
Erfreuliche Bilanz
Mehr als 000 Besucher/innen haben an der ein oder anderen Veranstaltung über den großen kleinen und genialischen Göttinger Schalk Lichtenberg teilgenommen. Ekaterina Ershova, die als städtische Referentin das Jahresprogramm koordinierte, spricht von überdurchschnittlich hohen Besucherzahlen, von einem auch überregional positiven Medienecho und von zahlreichen Netzwerkkooperationen. „Wir haben von allen Veranstaltern ein sehr positives Feedback bekommen,“ erklärt sie. Mit dabei waren u.a. die Universität Göttingen, die Staats-und Universitätsbibliothek, die Akademie der Wissenschaften, die beiden Göttinger Theater und eine private Theaterproduktion, die städtische Kulturverwaltung, die Stadtbibliothek, Städtisches Museum und Stadtarchiv, das Künstlerhaus, der Göttingen Tourismus e.V. und natürlich die Lichtenberg-Gesellschaft. Fünf Ausstellungen, über 20 Theateraufführungen, Lesungen, eine Vorlesungsreihe, 30 Stadtführungen, zwei Gedenkveranstaltungen und eine wissenschaftliche Tagung fanden im Rahmen des Gedenkjahres statt. Eine mit Vorträgen verbundene Ausstellung des Lichtenberg-Kollegs wird noch im April 2018 stattfinden.

Kulturbonus Südniedersachsen
10. Ausgabe erschienen
Zum zehnten Mal ist dieser Tage die Broschüre „Kulturbonus Südniedersachsen“ erschienen. 96 Kultureinrichtungen haben sich darin zusammengeschlossen und machen dem Käufer der Broschüre ein ganz besonderes Angebot: eine Ermäßigung auf den Eintrittspreis um 50 Prozent bzw. „2 für 1“. Sie möchten damit dazu einladen, das vielfältige Kulturangebot der Region Südniedersachsen – also von Hann. Münden im Süden bis Buchhagen im Norden, von Fürstenberg im Westen bis Walkenried im Osten – zu entdecken. Es deckt alle Sparten, von Theater über Musik bis zum Kabarett, ab. Auch viele kleine und feine Kulturinitiativen werden vorgestellt.
Für 10,00 Euro Schutzgebühr ist das Gutscheinheft in den Touristinformationen in Südniedersachsen, vielen Buchhandlungen, bei vielen teilnehmenden Kultureinrichtungen und beim Herausgeber, dem Landschaftsverband Südniedersachsen e.V. (Tel.: 0551 63443264 oder www.kulturbonus.info) erhältlich.

Stadtbibliothek
Neue Medienangebote
pdg — Kurz vor Weihnachten gibt es zwei neue Medienangebote in der Stadtbibliothek. Im Erdgeschoss können ab sofort Blu-rays ausgeliehen werden. Blu-ray ist die High-Definition-Nachfolgerin der DVD und bietet eine erheblich gesteigerte Datenrate und Speicherkapazität. Die Ausleihe einer Blu-ray kostet 2,00 Euro für zwei Wochen. Wie bei allen Bestsellern kann die Leihfrist nicht verlängert werden, eine Vormerkung ist nicht möglich. In der
Kinderbibliothek finden Interessierte ab sofort Tonies, den neuen Hörspiel-Spaß für Kinder. Wer möchte, kann die Starter-Box bei Vorlage eines gültigen Bibliotheksausweises ausprobieren und sich die Funktionsweise erklären lassen. Es gibt drei unterschiedliche Toniegruppen: Hörspiel, Lieder und Wissen. Die Tonies können direkt in der Kinderbibliothek für zwei Wochen ausgeliehen werden.

Alexanderstiftung
Preise vergeben
Die Jury der Göttinger Alexanderstiftung hat die diesjährigen Preisträger bekannt gegeben. Anja Danisewitsch erhält den Alexanderpreis für ihren Beitrag über Heinrich Detering mit dem Titel „Kann man Literatur leben?“ im Faktor-Magazin, Ulrich Drees für seinen Beitrag „Die Mutter der Reformation – Herzogin Elisabeth von Brandenburg – eine Powerfrau des 16. Jahrhunderts“, erschienen im Charak­ter-Maga­zin. Heidi Niemann erhält den Alexanderpreis für ihren Text über die Wandmalereien von Julius Klingebiel, ihr Text trägt den Titel „Frei in der Zelle“, erschienen im Faktor-Magazin. Die Preisverleihung findet am Samstag, den 3. Februar, um 11 Uhr im Deutschen Theater statt.

Kulturförderung
Kulturverbund hat Hoffnung
Mit einem neuen Hoffnungsschimmer blicken die Mitglieder des Kulturverbundes in die Zukunft. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion beim eintägigen Festival „Wir sind Kultur“, das der Verbund Mitte November erstmals in der Stadthalle veranstaltete, hatte Göttingens Kulturdezernentin Petra Broistedt Gesprächsbereitschaft zu den dort angesprochenen Missständen bekundet.Weitere Informationen

 
Wissenschaft

Astronomie
Inaktives Schwarzes Loch
Seltsames Verhalten eines Sterns
pug — Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat erstmals ein inaktives Schwarzes Loch im Herzen eines Kugelsternhaufens entdeckt. Den Wissenschaftler/innen fiel das seltsame Verhalten eines Sterns auf, der offenbar ein unsichtbares Schwarzes Loch mit etwa der vierfachen Masse der Sonne umkreist. Bei der Entdeckung handelt es sich gleichzeitig um das erste inaktive Schwarze Loch, das durch den direkten Nachweis seiner Anziehungskraft gefunden wurde.Weitere Informationen

Flüchtlingskrise 2015
Forschungsprojekt zur Migration
pug — Ein europäisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen untersucht die Reaktionen der europäischen Staaten auf die sogenannte Flüchtlingskrise von 2015. Die Forschung erfolgt im Rahmen des EU-Projekts „RESPOND: Multilevel Governance of Mass Migration in Europe and Beyond“ und beschäftigt sich mit verschiedenen Steuerungsebenen von Grenzmanagement, Aufnahme- und Integrationsstrategien. Am Projekt sind 14 in- und außereuropäische Forschungseinrichtungen sowie zwei Menschenrechtsorganisationen beteiligt. Von der Universität Göttingen arbeiten Prof. Dr. Sabine Hess vom Institut für Kulturanthropologie/ Europäische Ethnologie und Prof. Dr. Alexander-Kenneth Nagel vom Institut für Soziologie mit.Weitere Informationen

Astronomie
Nie zuvor gesehene Welten beobachtet
pug — Einem internationalen Team von Astronomen unter Beteiligung der Universität Göttingen ist die bisher tiefste spektroskopische Durchmusterung einer Himmelsregion gelungen. Mit Hilfe des MUSE-Instruments (Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (engl. European Southern Observatory, kurz ESO) konnten die Forscherinnen und Forscher die Entfernungen und Eigenschaften von 1600 sehr lichtschwachen Galaxien messen. Darunter befinden sich 72 Galaxien, die nie zuvor beobachtet worden waren.Weitere Informationen
Siehe auch weiter unten in dieser Spalte: →Spektrograf entdeckt weiteren Planeten.

Geowissenschaften
Archaische Bakterienriffe
Mikrobiologen untersuchen Atolle
pug — Fünf Geo- und Mikrobiologen der Universität Göttingen sind mit Proben von kalkigen Lagunenschlämmen und Kalkriffen von einer vierwöchigen Expedition auf das Aldabra Atoll im Indischen Ozean zurückgekehrt. Die Analyse der Proben soll erstmals ein umfassendes Bild zu den mikrobiellen Gemeinschaften auf diesem Atoll liefern. Vor Ort sah das Team auch die Auswirkungen des Klimawandels.Weitere Informationen

Agrarwissenschaften
Neue Konzepte
zur Schweinehaltung

pug — Die anhaltende gesellschaftliche Kritik an der Nutztierhaltung setzt die gesamte Branche der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung massiv unter Druck. Tierhaltungssysteme müssen deshalb heutzutage nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ethische und gesellschaftliche Kriterien erfüllen. Wie sich die verschiedenen Erwartungen miteinander vereinbaren lassen, erforschen Wissenschaftler/innen unter der Leitung der Universität Göttingen im Verbundprojekt „Virtueller Stall der Zukunft“.Weitere Informationen

Sarkom
Neue Ansätze
für die Krebstherapie

umg — Ein interdisziplinäres Team unter Leitung von Krebsforschern der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat einen grundlegend neuen Ansatz zur Behandlung seltener, hochaggressiver Angiosarkome entdeckt. Dies sind seltene bösartige Gefäßtumore, für die derzeit als Behandlungsmöglichkeiten neben ihrer chirurgischen Entfernung nur noch die Strahlen- und Chemotherapie zur Verfügung stehen. Jedoch sprechen bösartige Gefäßtumore bislang meist nur schlecht auf solche Therapien an.Weitere Informationen

Herzmuskelschwäche
Neue Erkenntnisse
zur Vorbeugung

umg — Forschern der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und der Indiana University School of Medicine, USA ist es gemeinsam gelungen, in einem Mausmodell die Zellteilung in erwachsenen Herzmuskelzellen erneut zu aktivieren. Diese Fähigkeit konnte bei einer Druckbelastung des Herzens einer Herzschwäche vorbeugen und die Überlebensrate deutlich verlängern.Weitere Informationen

Astronomie
Spektrograf entdeckt weiteren Planeten
pug — Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach erdähnlichen Planeten. Jetzt haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den ersten neuen Planeten gefunden: Er trägt den Namen HD 147379b und ist etwas schwerer als der Planet Neptun in unserem Sonnensystem. Sein Mutterstern ist ein sogenannter M-Stern und nur ungefähr halb so schwer wie die Sonne. Die Ergebnisse wurden auf einer wissenschaftlichen Tagung in Göttingen vorgestellt.Weitere Informationen

Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leibniz-Preis für Göttinger Physiker
Der Physiker Prof. Dr. Claus Ropers von der Universität Göttingen erhält den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die DFG würdigt damit seine führende Rolle auf dem Gebiet der zeitaufgelösten Elektronenmikroskopie, insbesondere seine jüngsten Erfolge bei der Manipulation des Quantenzustands freier Elektronen und der Kontrolle der Photoemission aus scharfen Metallspitzen mittels Terahertz- und optischen Feldern. Die Jury hob auch seine Forschung zur Erzeugung extrem ultravioletter Strahlung an plasmonischen Nanostrukturen hervor. Sie betonte seine Fähigkeit, komplexe theoretische Konzepte experimentell zu realisieren und damit eine Vielzahl von innovativen Forschungsansätzen zu initiieren wie im Bereich der ultraschnellen Elektronenmikroskopie. Der Leibniz-Preis ist mit jeweils 2,5 Millionen Euro dotiert und gilt als einer der wichtigsten Forschungsförderpreise in Deutschland.Weitere Informationen

Ideenwettbewerb
Universität prämiert Ideen
pug — Interdisziplinäre Exkursionen, ein QR-Pfad durch Göttingen und ein „Grünes Büro“ für Nachhaltigkeit: Die Universität Göttingen hat Vorschläge aus dem Ideenwettbewerb für Studierende 2017 prämiert. Thema der diesjährigen Ausschreibung war „Bewegt studieren!“. 51 Vorschläge wurden eingesendet, für vier Ideen gab es Geld- und Sachpreise.Weitere Informationen

„Jena-Experiment“
Artenverlust zerstört Ökosysteme
2002 startete das „Jena-Experiment“, eines der größten Biodiversitätsexperimente weltweit. Daran beteiligt sind auch Wissenschaftler/innen der Universität Göttingen. Das Jena-Experiment konnte aufgrund seiner Breite erstmals beweisen, dass ein Verlust der Artenvielfalt negative Konsequenzen für viele einzelne Komponenten und Prozesse in Ökosystemen hat. Eine erste Bilanz des Langzeitprojekts liegt nun vor.Weitere Informationen

Herzklappen
Neues Therapieverfahren
umg — Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist das erste Universitätsklinikum in Niedersachsen, das Patienten mit undichter Herzklappe mit einem „CardioBand“ versorgt. Die schonende, über Katheter durchgeführte Behandlung ist besonders für Patienten geeignet, für die eine Operation mit Herzlungenmaschine zu riskant ist.Weitere Informationen

Molekulare Biowissenschaften
Wann Viren krank machen
pug — Viren können krank machen – aber nur, wenn sie es schaffen, ins Innere unserer Zellen zu gelangen. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat herausgefunden, wie Viren die Membranoberflächen ihrer Wirtszellen erkennen. Die Lösung dieses molekularen Puzzles ermöglicht die Entwicklung neuer Therapien, die Zellen vor dem Eindringen von Viren schützen und Epidemien wie Zika- und Denguefieber verhindern können.Weitere Informationen

Physik
Phasenübergang an Oberflächen
Neue Methode zur Beobachtung
pug — Forscher der Universität Göttingen haben eine neue Methode vorgestellt, mit der die ultraschnelle Umwandlung zwischen Phasen an Oberflächen beobachtet werden kann. Phasenumwandlungen gehören zu den alltäglichen physikalischen Phänomenen, die uns beim Schmelzen, Gefrieren, Verdampfen oder Kondensieren begegnen. Änderungen des Aggregatzustandes sind jedoch nur eine spezielle Form der Phasenumwandlung; in vielen Materialien gibt es darüber hinaus auch Übergänge zwischen verschiedenen Kristallstrukturen. Diese verschiedenen „Phasen“ haben häufig sehr unterschiedliche mechanische, elektronische und magnetische Eigenschaften.Weitere Informationen

Landwirtschaft Niedersachsen
Einheitsbrei oder noch Vielfalt?
pug — Heutige Anbaustrukturen zeigen, dass immer weniger Früchte auf immer größerem Flächenumfang angebaut werden. Bisher gab es über die tatsächlichen Fruchtfolgen keine verlässlichen Daten. Agrarforscher des Zentrums für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung der Universität Göttingen haben ein Schema entwickelt, mit dem erstmals Fruchtfolgemuster der vergangenen Jahre erkannt und verglichen werden können. Damit konnten sie am Beispiel von Niedersachen zeigen, dass es sowohl abwechslungsreiche Fruchtfolgen als auch einseitige Anbaumuster gibt.Weitere Informationen

Bioklimatologie
Abholzung von Regenwald
erwärmt Indonesien

pug — In den vergangenen Jahrzehnten wurden auf der indonesischen Insel Sumatra große Waldflächen durch Gummi- und Ölpalmenplantagen ersetzt. Ein internationales Forscherteam unter Leitung der Universität Göttingen hat nun herausgefunden, dass durch diese veränderte Landnutzung die Temperaturen in der Region steigen. Dies wiederum könnte sich auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirken sowie Teile des Landes anfälliger für Flächenbrände machen.Weitere Informationen

Parkinson
Neue Protein-Interaktionen
erklären Defizite

cnmpb/umg — Gebeugte Haltung, schlurfender Gang und ein maskenhafter Gesichtsausdruck sind sichtbare Auswirkungen der Parkinson’schen Erkrankung. Doch neben diesen Einschränkungen in der Motorik kommen im Laufe der Erkrankung auch Defizite im Erinnerungsvermögen hinzu. Wissenschaftler des Exzellenzclusters CNMPB an der Universitätsmedizin Göttingen beschreiben jetzt einen neuen molekularen Signalweg als Ansatzpunkt für die Behandlung von kognitiven Einschränkungen bei der Parkinson’schen Erkrankung.Weitere Informationen

Agrarökonomie
Äthiopien: Bauern kaufen zu
statt selbst zu produzieren

pug — Die am stärksten von Hunger und Mangelernährung betroffene Bevölkerungsgruppe in Afrika sind die Kleinbauern. Häufig wird angenommen, dass afrikanische Kleinbauern die meisten konsumierten Lebensmittel selbst produzieren. Eine neue Studie von Agrarökonomen der Universität Göttingen zeigt allerdings, dass der größere Teil der Lebensmittel in Wirklichkeit auf Märkten zugekauft wird. Somit sind Märkte für die Ernährung der Kleinbauernhaushalte wichtiger als die eigene Lebensmittelproduktion.Weitere Informationen

Fluoreszenzmikroskopie
Auflösung verdoppelt
pug — Göttinger Forschern ist es gelungen, die Auflösung in der Fluoreszenzmikroskopie zu verdoppeln, ohne dabei Kompromisse hinsichtlich der Geschwindigkeit oder andere Einschränkungen hinnehmen zu müssen.Weitere Informationen

Asexuelle Fortpflanzung
Vom Liebesleben
der Hornmilben

pug — Forscher/innen der Universitäten Göttingen und Lausanne haben herausgefunden, dass Hornmilben (Oribatiden), eine im Boden häufige Tiergruppe, die sich sehr lange asexuell verhalten, schädliche Mutationen besser wieder loswerden kön­nen als ihre Ver­wand­ten, die sich sexuell fort­pflanzen.
Sexuelle Fortpflanzung hat viele Vorteile für das Überleben von Tierarten. So sorgt diese Art der Fortpflanzung unter anderem dafür, dass sich schädliche Mutationen nicht so stark ansammeln. Bei manchen Tierarten, wie zum Beispiel einigen Hornmilbenarten, ging Sex jedoch im Laufe der Evolution verloren und die asexuelle Fortpflanzung durch Klone hat sich durchgesetzt. Bisher war es wissenschaftlicher Konsens, dass dieser Wechsel zu einer schrittweisen Ansammlung schädlicher Mutationen führt und auf lange Sicht das Aussterben der Art nach sich zieht.Weitere Informationen

Exzellenz-Wettbewerb
Uni einen Schritt weiter
pug — Die Universität Göttingen und ihre Partner am Göttingen Campus sind im Wettbewerb um Fördergelder aus der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern dabei. Anfang April 2017 hatte die Universität sechs Antragsskizzen für Exzellenzcluster eingereicht; sie kann nun Vollanträge für vier Cluster einreichen. Die Themen sind „Multiscale Bioimaging“, „Primatenkognition“, „Konstruktionen des Religiösen“ und „Integrative Landnutzungswissenschaften für nachhaltige Entwicklung“.Weitere Informationen

Takotsubo-Syndrom
„Gebrochenes Herz“ –
erste Hilfe in Sicht

umg — Göttinger Herzforschern ist es erstmals gelungen, genetische Ursachen bei Patienten mit dem „Broken-Heart-Syndrom“ zu identifizieren.Weitere Informationen

Exoplaneten
Titanoxid nachgewiesen
pug — Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat erstmals Titanoxid in der Atmosphäre eines Exoplaneten nachgewiesen. Die Wissenschaftler/innen nutzten das Instrument FORS2 am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO). Dessen Beobachtungsdaten lieferten einzigartige Informationen über die chemische Zusammensetzung sowie das Temperatur- und Druckprofil des Planeten WASP-19b, ein ungewöhnlicher und sehr heißer Planet vom Typ „Heißer Jupiter“.Weitere Informationen

Demografie
Kinder älterer Väter
haben selbst weniger Kinder

pug — Das durchschnittliche Alter von Eltern bei der Geburt ihrer Kinder steigt in Industrieländern seit den 1970er-Jahren. Je älter der Vater bei der Befruchtung ist, desto größer ist die Anzahl neuer genetischer Mutationen, die er an das Kind weitergibt. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat in einer historisch und international vergleichenden Studie herausgefunden, dass Kinder älterer Väter selbst weniger eigene Kinder zeugen.Weitere Informationen

Mikrobiologie
Lunge gegen Pilzsporen
Abwehrmechanismus entdeckt
pug — Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat herausgefunden, wie sich der menschliche Körper gegen Pilzinfektionen schützt. Mit jedem Atemzug gelangen Pilzsporen in die Lunge, wo sie gefährliche Infektionen auslösen können. Die Wissenschaftler/innen aus Deutschland, Israel und den USA fanden nun heraus, dass das Immunsystem des Menschen bei den Pilzsporen in der Lunge eine Art Selbstmord-Mechanismus auslöst, der dazu führt, dass die Pilzsporen sich selbst zerstören.Weitere Informationen

Neugründung
Kompetenzzentrum
Allgemeinmedizin

umg — Allgemeinmedizin zukunftsfest machen – das ist das gemeinsame Ziel des neuen Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin in Niedersachsen. Ende 2016 hatte der Gesetzgeber die Weichen für eine neue Förderung der Weiterbildung im Fach Allgemeinmedizin gestellt: In jedem Bundesland soll ein sogenanntes Kompe-tenzzentrum Allgemeinmedizin gefördert werden.Weitere Informationen

Monokulturen
Plantagen
zerstören Biodiversität

pug — Sattsam bekannte Ergebnisse hat ein Forscherteam der Universität Göttingen nochmals in einer groß angelegten Studie verifiziert, nämlich wie sich die Umwandlung von tropischem Regenwald zu Kautschuk- und Ölpalm-Plantagen auf die Biodiversität der betroffenen Ökosysteme auswirkt: katastrophal. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden heraus, dass sowohl die Anzahl der Tier- und Pflanzenarten als auch die Anzahl der individuellen Tiere und Pflanzen abnimmt, insbesondere bei Tieren, die sich räuberisch ernähren. Darüber hinaus stellten sie fest, dass die Interaktion zwischen den verschiedenen Organismen reguliert, wie das gesamte Ökosystem auf die Umwandlung reagiert.Weitere Informationen

Demenz
Erhöhtes Risiko durch
frühe psychische Erkrankungen

umg/dzne — Göttinger Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Göttingen enträtseln den Zusammenhang zwischen psychiatrischen Erkrankungen in der Jugend und dem Risiko, im Alter an der Alzheimerdemenz zu erkranken. Sie haben einen Ansatzpunkt gefunden, wie sich die molekulare Ursache behandeln ließe.Weitere Informationen

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Kurz & bündig
Politik · Wirtschaft · Gesellschaft
Politik und Verwaltung

Verwaltung
Ausschuss- und Ortsratssitzungen
<leer>Klimaschutz und Mobilität: 23. Januar
Ratssitzung: 24. Januar
Schulausschuss: 25. Januar
Ortsrat Geismar: 25. Januar
Ortsrat Grone: 25. Januar
Einzelheiten zu den Sitzungen auf Seite 1

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Verwaltung
Fachbereich Jugend / UVG geschlossen
pdg — Die Mitarbeiter/innen des Sachgebiets „Unterhaltsvorschüsse“ (UVG) im Fachbereich Jugend der Stadt Göttingen im Neuen Rathaus stehen für Publikumsverkehr am 22. und 23. Januar nicht zur Verfügung. Die Büros sind wegen einer internen Fortbildungsveranstaltung an beiden Tagen geschlossen.

Verkehr
Lärmschutz am Holtenser Berg
Widersprüchliches Verhalten der CDU
pdg/eb — Ab sofort wird auf der Bundesstraße 27 in Höhe des Holtenser Berges eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80km/h gelten. Das hat die städtische Straßenverkehrsbehörde jetzt angeordnet. Die entsprechende Ausschilderung in beiden Fahrtrichtungen wird die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Bad Gandersheim) durch die Straßenbaumeisterei Göttingen jetzt vornehmen. Grundlage für die Maßnahme ist ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Lärmgutachten, welches zu dem Ergebnis gekommen ist, dass die Werte der Richtlinie für den Verkehrslärmschutz an Bundesfernstraßen überschritten werden. Betroffen sind insbesondere Wohngebäude westlich der Europaallee.
Das Gutachten und das weitere Vorgehen der Verwaltung waren Themen einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität Ende November 2017. Dort war dem Vorschlag von Stadtbaurat Thomas Dienberg gefolgt worden, sich um Aufnahme in das Lärmsanierungsprogramm des Landes zu bemühen, unter Hinweis auf den Lärmschutz eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu veranlassen und anschließend Geschwindigkeitsmessungen vorzunehmen.
Die CDU/FDP-Ratsgruppe hatte sich bereits 2013 vehement für ein Tempolimit auf dem Autobahnzubringer eingesetzt und soger Tempo 60 dafür gefordert. Schon damals beklagten Anwohner den starken Schwerlastverkehr „zu allen Tageszeiten“ und befürchteten eine erhebliche Zunahme der Lärmbelastung durch den neuen Anschluss an das Güterverkehrszentrum. Ein damals einstimmig beschlossener Ratsantrag der Christdemokraten gab der Stadtverwaltung auf, sie möge sich bei der zuständigen Landesbehörde eben genau dafür einsetzen und Lkws über 7,5 Tonnen auf 60km/h drosseln.
Die hier zu verfolgende Entwicklung ist ein weiteres ungutes Beispiel dafür, wie vermeintlich segensreiches Wachstum durch unreflektierte Siedlungspolitik zu immer weniger Lebensqualität führt.
Während sich die Christdemokraten das Tempolimit am Holtenser Berg durchaus auf ihre Fahnen schreiben können, lassen sie unverständlicherweise die ähnlich gebeutelten Anwohner der Reinhäuser Landstraße im Regen stehen: die dort von der Verkehrsbehörde in Hannover seit langem blockierte Begrenzung auf 3okm/h in den Abendstunden soll ihrer Meinung nach dauerhaft fortbestehen. Die rot-grüne Ratsmehrheit hingegen plädiert sogar für eine Ausweitung auch tagsüber.Weitere Informationen

Amtsblatt Nr. 1
Taxipreise
pdg — Die erste Ausgabe 2018 des Amtsblatts für die Stadt Göttingen hat als einziges Thema die „Verordnung über Beförderungsentgelte und -bedingungen im Gelegenheitsverkehr mit Taxen usw.“ in Stadt und Landkreis zum Inhalt.
Die vorherige Ausgabe beinhaltete u.a. Veröffentlichungen zur neuen Stellplatzsatzung sowie zu acht Vereinbarungen mit dem Landkreis, ab 2018 geltende Veränderungen in Satzungen und Ordnungen aus dem Geschäftsbereich der Göttinger Entsorgungsbetriebe, Satzungsbeschlüsse für mehrere Bebauungspläne, der Jahresabschluss der Beteiligungsgesellschaft Stadt Göttingen mbH und eine Reihe von Zweckvereinbarungen mit dem Landkreis Göttingen.
Das Amtsblatt ist kostenlos im Info-Büro im Neuen Rathaus, im Alten Rathaus, in der Stadtbibliothek sowie in den Verwaltungsstellen Geismar, Grone und Weende erhältlich und im Internet unter www.goettingen.de →Rathaus & OB →Rat & Ortsräte →Amtsblatt zu finden.

Klimaschutz
Heftige Kritik am
BioWärmeZentrum

Das in der Göttinger Weststadt geplante Biowärmezentrum für die Verbrennung von Frisch- und Altholz aus der Region stößt auf heftige Kritik bei einem Bündnis gegen ein solches Projekt. Von den Grünen und der SPD als „Meilenstein der Nachhaltigkeit zur Senkung des CO2-Ausstoßes bezeichnet“, hält dieses ein Biowärmezentrum für „Greenwashing“ und damit für Augenwischerei. „Durch die Verbrennung von Altholz und Restbeständen aus der holzverarbeitenden Industrie geraten mit den Abgasen unvermeidbar gesundheitsschädliche Stoffe und Partikel in die Atemluft“, so Prof. Dr. Rolf Bertram, emeritierter Professor für physikalische Chemie. „Unter diesen Luftschadstoffen auch die als Seveso-Gifte bekannten Dioxine und hochgefährliche Feinstaubpartikel.“ Das Bündnis fordert ein „Recht auf saubere Luft“ statt ein Greenwashing Projekt und lädt deshalb am 24. Januar um 19.00 Uhr zu einer öffentlichen Diskussion in das Zentrale Hörsaalgebäude Universität.
SPD und Grüne dafür
SPD und Grüne äußern sich positiv über das Projekt. Das sei „genau das, was wir in Göttingen brauchen“, erklären die Fraktionsvorsitzenden von SPD und Bündnis 90/die Grünen, Tom Wedrins und Rolf Becker.
Die Göttinger Linke Ratsfraktion spricht sich gegen ein solches Vorhaben aus.Weitere Informationen


Wirtschaft

Gewerbliche Wirtschaft

Sparkasse Göttingen
Erneut unanständig hoher Rekordgewinn
Die Sparkasse Göttingen weist für das vergangene Jahr erneut einen Rekordgewinn von über 24,0 Mio. Euro aus, toppt das Ergebnis von 2016 noch einmal und straft damit das Wehklagen der Branche eindrucksvoll Lügen. Verbraucher partizipieren davon jedoch nicht – beispielsweise durch Gebührensenkungen oder Zinsanpassungen nach oben. Allerdings wurde die für die Banker erfreuliche Bilanz dieses Jahr nicht so großspurig verkündet wie noch im letzten Jahr, als dies sogar die Kritik des Oberbürgermeisters hervorrief und sich einige Ratsfraktionen in ihrer Forderderung bestärkt sahen, die Ausschüttung des Gewinnanteils an die Kommune deutlich zu erhöhen. Dann ließe sich allerdings wohl nicht ein solcher Protzbau realisieren, wie er derzeit am Groner Tor entsteht.
Die Göttinger Linke nimmt deshalb „die diesjährige Bescheidenheit in der Formulierung“ einerseits schmunzelnd zur Kenntnis, kritisiert aber andererseits, dass erneut versucht werde, den kräftigen Gewinn vollständig in der Sparkasse zu halten. Sie hofft dabei auf den neuen Stadtkämmerer: „Dieser …, der CDU angehörende Kämmerer einer nordrheinwestfälischen Stadt befürwortete eindeutig eine angemessene Ausschüttung der Sparkasse. Er verwies dabei nicht nur auf die Praxis in seiner Stadt Lemgo, sondern auf 70 Prozent aller Sparkassen in NRW.“

Nahverkehr Südharz
Pro Bahn: Mehr Busse gut,
Bahnfrühverbindungen wären besser

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert erneut die Einrichtung von Frühverbindungen auf den Bahnstrecke von Walkenried sowie von Seesen und Osterode nach Northeim und Göttingen. Die ehrenamtlich arbeitende Fahrgastvertretung kritisiert die Ablehnung der entsprechenden Kreistagsresolution durch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) als „wenig überzeugend“. „Wir sind aber sehr erfreut, dass der Zweckverband Verkehrsverbund Südniedersachsen nach einem entsprechenden Kreistagsbeschluss die Gelegenheit nutzt, den Bahnknoten Herzberg spürbar besser an den Regionalbusverkehr am Südharz anzubinden“, erklärte der Sprecher des Pro Bahn-Regionalverbandes Südniedersachsen, Gerd Aschoff.
Neben neuen Abendverbindungen, bei denen Regionalbusse der Linien 450, 454 und 457 noch spät abends Fahrgäste aus dem Zug aufnehmen, sind für den Fahrgastverband die Frühverbindungen von Bad Lauterberg und Osterode am Harz von besonderer Bedeutung. Ab 4. Februar können Berufspendler auf dem Weg nach Göttingen oder Hannover schon um 5.26 Uhr in Herzberg vom Regionalbus aus Bad Lauterberg oder Osterode in den Zug steigen. Aschoff: „Das ist eine wichtige Verbesserung für Berufstätige, denen die Verbindungen eine Stunde später nicht genügen und deshalb auf das Auto angewiesen waren.“ Sobald sich zeige, dass die neuen Verbindungen bei den Fahrgästen ankommen, müsse der Frühzug von Walkenried/Bad Sachsa und von Osterode wieder auf den Tisch. Pro Bahn forderte die Kreistagsfraktionen und Landrat Bernhard Reuter auf, sich bei der LNVG Niedersachsen und den Thüringer Nachbarn weiter für die Frühzugverbindung einzusetzen, die im Zeichen der Kreisfusion von großer Bedeutung sei, dem östlichen Südharz nicht das Gefühl zu geben, abgehängt zu werden.

Arbeitsmarkt
Chronische Arbeitslosigkeit seit Jahren rückläufig
Die Zahl der Menschen in Deutschland, die nachhaltige Beschäftigungsprobleme aufweisen, ist seit dem Jahr 2006 deutlich gesunken. Ihr Anteil an der Gesamtheit der Erwerbstätigen und der Erwerbslosen hat sich seitdem halbiert: Er sank von mehr als sechs auf rund drei Prozent. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).Weitere Informationen

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Dezember:
Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent

Mit einem leichten saisonalen Anstieg der Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vormonat endete in Südniedersachsen das Jahr 2017. Nach Angaben der Arbeitsagentur Göttingen waren im Dezember 13.634 Menschen arbeitslos gemeldet, 106 bzw. 0,8% mehr als im November. Damit fiel der Anstieg der Arbeitslosenzahl geringer als das durchschnittliche Zugangsplus der vergangenen Jahre aus. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 36 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (0,3%). Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 5,7%, was sowohl der Quote des Vormonats, als auch der vom Dezember 2016 entspricht.Weitere Informationen

IAB-Arbeitsmarktbarometer
Auf hohem Niveau nochmals zugelegt
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer hat im Dezember auf hohem Niveau noch einmal etwas zugelegt: Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) steigt gegenüber dem Vormonat um 0,1 auf 104,9 Punkte. Damit zeigen sich sehr gute Aussichten für die Entwicklung des Arbeitsmarkts in den kommenden Monaten.Weitere Informationen

Globale Umweltzerstörung
durch Politik und Konzerne

Die Organisation Rettet den Regenwald engagiert sich auf bewundernswerte Weise für den Erhalt der letzten noch verbliebenen ökologischen Reservate – wovon letztlich unsere Zukunft abhängt – und ruft regelmäßig zu Kampagnen gegen deren weitere Zerstörung auf. Gö-Polis veröffentlicht sie hier und möchte seine Leser dazu animieren, sich am Erhalt unserer Lebensgrundlagen aktiv zu beteiligen. Immer, wenn Sie an dieser Stelle ein neues Bild vorfinden, gibt es eine neue Aktion bzw. Neues zu berichten.

Indonesien
Stoppt das Abschlachten
von Elefanten für Biodiesel!

Ende Dezember wurde in der Provinz Aceh in Indonesien eine trächtige Elefantenkuh auf einer Palmölplantage vergiftet aufgefunden. Weil der Regenwald für immer neue Palmölplantagen weichen muss, suchen die Tiere auf den Ölpalmpflanzungen nach Futter. Mindestens 11 Elefanten starben 2017 allein in Aceh, die meisten wurden von Menschen getötet.

Rettet den Regenwald
<leer>Foto: Sabah Wildlife Department, Borneo

Zurück bleiben oft Waisen, die wie Menschenkinder um ihre Mutter trauern und ohne sie kaum überleben können. Das Foto aus Sabah auf Borneo von dem kleinen Elefanten neben seiner vergifteten Mutter ging vor fünf Jahren um die Welt. Viele weitere bedrohte Tierarten wie Orang Utan, Tiger und Nashorn sind durch die Abholzung ihres Lebensraums ebenso zum Aussterben verurteilt. Und auch die lokale Bevölkerung, vor allem Indigene und Kleinbauern, verliert ihr Land und ihre angestammten Lebensgrundlagen.
Eine der Hauptursachen für die Tragödie im Regenwald liegt in der Biospritpolitk der Europäischen Union (EU). Aus Palmöl wird EU-weit etwa die Hälfte des Biodiesels hergestellt. Aber auch bei uns in Europa verursachen die industriellen Monokulturen mit Raps, Mais, Weizen und Zuckerrübe für die Biospritproduktion einen dramatischen Rückgang der Artenvielfalt.
Doch noch ist es nicht zu spät: Aktuell entscheiden die EU und ihre Mitgliedsländer über die Biospritpolitik für die kommenden Jahre bis 2030. Am 17. Januar stimmt das EU-Parla­ment darüber ab. Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition für ein Ende der schädlichen Bioenergiepolitik der EU.
Rettung auch für Sumatras Waldelefanten
Die Waldelefanten auf Sumatra verlieren ihre Lebensräume. Sie werden gewildert und auf den Plantagen vergiftet, die einmal ihr Regenwald waren. Sumatra-Elefanten sind die kleinsten Mitglieder der Asiatischen Elefanten. Unsere Partner tun alles, um Natur und Wildtiere zu schützen. Dafür brauchen sie unsere Hilfe.
www.regenwald.org

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Bildung - Beruf - Karriere

Weiterführende Schulen
Zentraler Eltern-Infotag am 22. Februar
pdg — Die Stadt und der Landkreis Göttingen wollen gemeinsam die Eltern von Schüler/innen der dritten und vierten Klassen von Grundschulen aus Göttingen, Adelebsen, Bovenden, Friedland, Gleichen, Rosdorf, Radolfshausen und Dransfeld in einer zentralen Informationsveranstaltung am Donnerstag, 22. Februar, ab 19.30 Uhr in der Stadthalle Göttingen am Albani-Platz über die weiterführenden Schulen informieren. Es geht um einen Überblick über die weiterführenden Schulen im gemeinsamen Schulbezirk in Stadt und Altkreis Göttingen sowie der Bonifatiusschule II. Dabei werden auch die Themen Einzugsbereiche, Ganztagsschulwesen, Mittagessen, Anmeldeverfahren und die Vorstellung der einzelnen Schulformen eine Rolle spielen.
Als Anmeldetermine sind in diesem Jahr für die Gesamtschulen und die Gymnasien der 2. und der 3. Mai vorgesehen. Die Schulen werden in der Abendveranstaltung mit Informationsständen vertreten sein, um Fragen zu den einzelnen Schulen im Anschluss an die Veranstaltung zu beantworten. Informationen zu den weiterführenden Schulen in Göttingen können schon jetzt über Homepages der Schulen bezogen werden. Die weiterführenden Schulen organisieren darüber hinaus an mehr als 20 Terminen vor allem im März und im April Informationsveranstaltungen und Tage der offenen Tür.

Weiterbildungsprogramm
„Zurück in den Beruf“
Frauen und Männer, die ihre Berufstätigkeit für die Arbeit in der Familie unterbrochen haben, finden im Weiterbildungsprogramm „Zurück in den Beruf“ der städtischen Koordinierungsstelle „Frauenförderung in der privaten Wirtschaft“ zahlreiche Angebote. Mehr als 30 Weiterbildungsveranstaltungen finden in Kooperation mit der Volkshochschule Göttingen Osterode gGmbH in Stadt und Landkreis statt.Weitere Informationen

2018: Was sich ändert
Mehr Geld, mehr Urlaub, mehr Gerechtigkeit
Man muss nicht orakeln, um zu wissen, was sich 2018 in Deutschland alles ändert, denn vieles steht schon in den entsprechenden Gesetzen und muss nur noch umgesetzt werden. Die Stiftung Warentest hat in einer langen Liste zusammengestellt, womit zu rechnen ist. Freuen können sich unter anderem Hartz-IV-Empfänger, weil sie mehr Geld bekommen, Arbeitnehmer, die mit klug gewählten Brückentagen ihren Urlaub verdoppeln können, schwangere Schülerinnen und Studentinnen, weil sie freiwillig an Vorlesungen o.ä. teilnehmen dürfen und Menschen, die sich weder als männlich noch als weiblich betrachten, da das dritte Geschlecht als positive Geschlechtsbezeichnung aufgenommen wird.Weitere Informationen

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Verbraucherschutz

Aktuelle Produkt-Tests über
• Naturjoghurt
• Vakuum-Garer
• Geräuschreduzierende Kopfhörer

Neue Bücher für Verbraucher
Gesunde Ernährung ohne Diät
test Jahrbuch 2018
Finanztest Jahrbuch 2018
Steuererklärung 2017/2018
Gesundes Wohnen – Leben ohne Schadstoffe

Tachobetrug
Betrügern auf die Schliche kommen
Auf dem Gebrauchtwagenmarkt grassiert eine Seuche: die Manipulation von Tachos. Das dreiste Zurückstellen der Anzeige bringt beim Verkauf eines Autos im Schnitt 3.000 Euro mehr. Die Polizei schätzt, dass bei einem von drei Angeboten etwas faul ist am Kilometerstand – da fehlten oft mehr als 100.000 Kilometer.Weitere Informationen

Meltdown & Spectre
Sicherheits-Update
drosselt Leistung kaum

Microsoft und Apple haben ihre Betriebssysteme gegen die prozessorbedingten Schwachstellen Meltdown und Spectre gerüstet. Windows, MacOS und iOS spielen Updates ein. Sie beeinflussen die Leistung von Notebooks, Ultrabooks, Convertibles und Tablets erfreulicherweise kaum, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt.Weitere Informationen

Reiseveranstalter
Deutliche Preisunterschiede
bei ähnlichen Leistungen

Gleiches Hotel und fast identische Leistungen – aber 542 Euro Preisunterschied für eine 10-tägige Reise in die Dominikanische Republik für zwei Personen. Das ist nur ein Beispiel für die Preisunterschiede zwischen den großen sechs Reiseveranstaltern, die die Stiftung Warentest jetzt ermittelt hat. Ob Familien-, Paar-, Fernreisen oder All-inklusive-Reisen: Dertour liegt mit den Preisen für seine Pauschalreisen meist 13 bis 20 Prozent über dem Durchschnittspreis, während beispielsweise Schauinsland-Reisen sieben bis elf Prozent unter dem Mittelwert liegt.Weitere Informationen

Betrug
Online-Modul enttarnt Fake-Shops

Volle Innenstädte, überfüllte Geschäfte und lange Schlangen an den Kassen: Immer mehr Verbraucher verzichten auf den Trubel und kaufen Weihnachtsgeschenke lieber online. Das machen sich Fake-Shops zunutze: Mit besonders günstigen Preisen oder längst vergriffenen Produkten locken sie Verbraucher in die Falle. Der Käufer zahlt per Vorkasse, die bestellte Ware wird nicht geliefert oder ist von schlechter Qualität.
Um Betrug vorzubeugen, haben die Verbraucherzentralen ein Online-Modul entwickelt. Es erklärt, wie Kunden Fake-Shops erkennen und Enttäuschungen unterm Baum vermeiden können.Weitere Informationen

Transparenzverordnung
Regelungen unzureichend
Kunden fühlen sich im Stich gelassen
Seit Mai 2017 ist die Transparenzverordnung in Kraft. Sie ermöglicht es, Tarife zu vergleichen und vertragliche Leistungen zu überprüfen. Ein großes Manko ist jedoch, dass Verbraucher im Falle eines Vertragsbruchs keine Rechtssicherheit erhalten. In einer Online-Umfrage wollte die Verbraucherzentrale Niedersachsen wissen, welche Erfahrungen Kunden bei Problemen mit ihrem Telekommunikationsanbieter gemacht haben. Das Ergebnis: Das Ungleichgewicht zwischen Anbieter und Verbraucher ist nach wie vor spürbar, die Mehrheit der Befragten fühlt sich bei Problemen allein gelassen. Die Verbraucherzentrale fordert weitere Regelungen, um die Rechte der Verbraucher zu stärken.Weitere Informationen


Gesellschaft

Ausgezeichnet! – Wettbewerb
für vorbildliche Bürgerbeteiligung

Erstmals suchen das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt deutschlandweit nach Projekten, Strategien und Regelungen mit gelungener Bürgerbeteiligung. Barbara Hendricks: „Bürgerdialoge und neue Beteiligungsformate können dazu beitragen, bessere politische Lösungen zu finden. Ob Beteiligung zu Vorhaben, Strategien oder Gesetzen – machen Sie mit und zeigen Sie, wie gute Bürgerbeteiligung aussehen und gelingen kann!“
Der neue Wettbewerb von BMUB und UBA soll dazu beitragen, Bürgerbeteiligungsprozesse fortzuentwickeln und zu stärken. Er richtet sich an Vorhabenträger, Ministerien oder Kommunen, die vorbildliche Bürgerbeteiligungsprozesse vor allem im Bau-, Städtebau-, Umweltbereich durchgeführt haben. Die Frist zum Einreichen von Wettbewerbsbeiträgen endet am 31. März 20Weitere Informationen


Polizeiberichte
Tagesaktuelle Meldungen
Die ausführlichen Polizeiberichte finden Sie hier:Weitere Informationen

Versuchter Einbruch in Betrieb
jan — Unbekannte Täter versuchten am Mittwoch (17.01.) in die Räumlichkeiten eines Betriebes in der Martin-Luther-Straße einzudringen.

Passanten bedroht
jan — Am Montagmittag (15.01.) sind zwei Polizisten bei einem Einsatz leicht verletzt worden. Ein vermutlich unter Drogeneinfluss stehender 31-jähriger Göttinger hatte Passanten angepöbelt und auch verbal bedroht.

Falsche Microsoft-Mitarbeiter
jk — Eine Zeit lang war Ruhe, doch nun treten sie erneut auf: Anrufe von falschen „Microsoft-Mitarbeitern“ kommen seit ein paar Wochen wieder sehr häufig vor, sagen die Experten der Task Force Cybercrime/Digitale Spuren (TF CC/DS) der Polizeiinspektion Göttingen und raten angesichts dieser aktuellen Entwicklung zu besonderer Vorsicht.

Kellereinbruch
jan — Unbekannte Einbrecher sind zwischen dem 10. und 11. Januar in ein Mehrfamilienhaus im Narzissenweg eingedrungen und haben einen Kellerraum aufgebrochen. Die Täter erbeuten Werkzeuge und Bekleidung.

Eigentümer von Diebesgut gesucht
jan — Nach einem Einbruch in ein Bürogebäude in Göttingen im September 2017 konnte die Polizei einen 40-Jährigen Tatverdächtigen ermitteln und schließlich festnehmen. Der Göttinger ist der Polizei kein Unbekannter. Jetzt sucht sie die Eigentümer offenbar gestohlener Gegenstände, die sie in seiner Wohnung gefunden hat.

Einbrüche in Wohnhäuser
jan — In ein Einfamilienhaus in der Berliner Straße in Bovenden sind unbekannte Täter am Donnerstag (11.01.) eingebrochen. In der Nacht zum selben Tag wurde auch in ein Reihenhaus im Rosenwinkel eingebrochen.

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Elternbeiträge für Kindergärten
Grüne fordern vollständige Kostenübernahme
Scharfe Kritik am aktuellen Angebot der Landesregierung

Das Land will die vollständige Beitragsbefreiung der Kindergärten. Das Ziel der kostenfreien Bildung teilen die Grünen im Rat der Stadt Göttingen, üben aber scharfe Kritik an dem aktuellen Angebot der Landesregierung an die Kommunen und fordern ein radikales Umdenken.

Die Beitragsfreiheit in Kindergärten war zentrales Wahlversprechen von CDU und SPD auf Landesebene. In den aktuellen Haushaltsverhandlungen soll das umgesetzt werden. Modell für die Kompensationszahlung an die Kommunen für das erste und zweite Kindergarten-Jahr sollen ersten Informationen zu Folge die Erstattungspauschalen für das dritte Jahr sein. Diese reichen jedoch bei weitem nicht aus, kritisieren die Grünen.

Regina Meyer, Vorsitzende des Jungendhilfeausschusses in Göttingen: „In Göttingen gehen 80 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen ganztags in den Kindergarten. Ihre Eltern zahlen dafür – je nach Einordung in der Einkommens-Staffel – zwischen 210 und 300 Euro. Vom Land erstattet werden sollen pro Platz nur 167 Euro.“ Das sei viel zu wenig. Sie verlangt eine deutliche Steigerung des Haushaltsansatzes sowie die Abkehr von Erstattungspauschalen, die regionale Unterschiede nicht berücksichtigen. Vielmehr solle das Land einen fixen Anteil an den Gesamtkosten übernehmen. Nach einer Forderung des Niedersächsischen Städtetags (NST) sollten zwei Drittel der gesamten doppischen Betriebskosten übernommen werden. In keinem Fall, so Meyer dürften die Kommunen gegenüber der aktuellen Situation finanzielle Einbußen erleiden.

„Es kann nicht sein, dass ein Wahlgeschenk der Landes-GroKo die Stadt Göttingen jährlich 1,6 Millionen kostet“, kritisiert auch Rolf Becker, Vorsitzender der Grünen Fraktion im Rat. „Das Geld haben wir schlicht nicht. Und sinkende Kita-Qualität können und wollen wir uns nicht leisten.“ Die Grünen im Rat der Stadt befürchten landesweit einen massiven Einbruch der Kita-Qualität, sollten die Pläne, wie derzeit von der Landesregierung vorgeschlagen, umgesetzt werden.

 

Konsum
Marktanteile von grünen Produkten steigen
CO2-Emissionen im Konsumsektor dennoch unverändert

Der Umsatz mit grünen Produkten in den Konsumbereichen Wohnen, Mobilität und Ernährung ist 2015 um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Dennoch haben sich die CO2-Emissionen im Konsumsektor kaum verändert. Dies zeigt eine Studie „Grüne Produkte in Deutschland 2017 – Marktbeobachtungen für die Umweltpolitik“ des Umweltbundesamtes (UBA).

So sind die CO2-Emissionen im Konsumbereich von 7,9 Tonnen pro Person und Jahr im Jahr 2005 lediglich um ein Prozent auf 7,8 Tonnen im Jahr 2014 gesunken. „Die Richtung stimmt, aber der Umsatz mit umweltfreundlichen Produkten wächst zu langsam. Dies liegt vor allem daran, dass die Preise für Produkte nicht die realen Kosten für die Umwelt widerspiegeln. Unser Konsum trägt ganz wesentlich zu Umweltbelastungen bei, daher sollten die Umweltkosten eingepreist werden“, sagt UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

Bereits zum dritten Mal betrachtet das UBA die Marktentwicklung ausgewählter grüner Produkte in den drei zentralen Konsumbereichen Wohnen, Mobilität und Ernährung. Die Marktzahlen von 2008 bis 2015 werden dabei der Entwicklung der CO2-Emissionen des Konsums gegenübergestellt. Daneben wurden erstmalig die Marktentwicklungen der Umweltlabel Blauer Engel (Papier), EU Ecolabel (Hygieneartikel), FSC und PEFC (Holz) sowie GOTS (Textilien) untersucht.  

Trotz Zuwachs bei grünen Produkten sinken die Umweltbelastungen nicht: Die Emissionen im Bereich Mobilität sind wegen stark steigenden Emissionen beim Luftverkehr und kaum abnehmender Emissionen bei der Automobilität leicht um 0,4 Prozent gestiegen. Im Bereich Ernährung sind die Emissionen – vor allem aufgrund des hohen Fleischkonsums – mit rund neun Prozent sogar deutlich gestiegen. Die CO2 -Emissionen im Bereich Wohnen sind dank energetischer Sanierungen immerhin um rund zehn Prozent in den letzten zehn Jahren gesunken. Gleichzeitig tragen das Wachstum der durchschnittlichen Wohnfläche ebenso wie die zunehmende Geräteausstattung insbesondere im Bereich Informations- und Telekommunikationstechnik zu Umweltbelastungen bei.

Wohnen (Heizen und Strom), Mobilität und Ernährung sind für 80 Prozent der CO2-Emissionen des privaten Konsums verantwortlich. Die Studie untersucht den Umsatz grüner Produkte in diesen Konsumbereichen anhand der Marktentwicklung von Umweltsiegeln. Im Papiersegment beispielsweise ist der Blaue Engel verbreitet und bekannt – rund 17 Prozent der Hygienepapiere tragen den Blauen Engel, Marktanteile wie auch Umsätze haben seit 2012 leicht zugelegt. Umweltsiegel sind der Studie zufolge vor allem dann erfolgreich, wenn mit den grünen Produkten auch Geld gespart werden kann und wenn der Staat die Label durch Gesetze fördert. Ein Beispiel hierfür ist das sehr erfolgreiche EU -Energielabel: Zum einen lassen sich mit energieeffizienten Geräten Stromkosten sparen. Zum anderen ist das EU-Energielabel nicht freiwillig, sondern Pflicht.

 

Das hat gerade noch gefehlt
Laserinstallation an allen Feiertagen
Weitere Verschandelung der Stadt durch eine instinktlose Verwaltung

Göttingen ist nicht gerade mit sensiblen Stadtgestaltern in der Verwaltungsspitze gesegnet, eher von „Machern“, „Entwicklern“ und „innovativen Vorantreibern“. Jetzt freuen Sie sich über ein Danaergeschenk, welches sie für eine „Attraktion“ halten: ein „großzügiger Spender“ hat ihnen eine Laserinstallation vermacht, die ab Heiligabend jährlich an insgesamt 25 (!) gesetzlichen und kirchlichen Feier- und anderen Gedenktagen sowie aus Anlass einiger Kulturveranstaltungen den nächtlichen Himmel über der Innenstadt erleuchten wird. Beginn: immer eine Stunde nach Sonnenuntergang bis Mitternacht.

Gänseliesel
 
So ginge es auch: Ruhe ausstrahlende Beleuchtung am GänselieselFotos: vs

Statt also zukünftig in romantischen Abendstunden den natürlichen Nachthimmel zu betrachten und sich vielleicht zu einer Sternschnuppe einen innigen Wunsch auszudenken, wird dies künftig überstrahlt werden von einem „Vier-Kirchen-Laser“ – zu Weihnachten festlich und ruhig, an Silvester ab 00.00 Uhr als „Feuerwerk“. Es wird Eulen, Fledermäuse und anderes Nachtgetier vertreiben, kann Zugvögel aus der Bahn werfen und menschliche Bewohner, die sich noch eine gewisse Sensibilität zur immer weiter verschandelten Umwelt bewahrt haben, den Schlaf rauben.

Macht nichts, schließlich muss es ja vorangehen. Deshalb ist die Verwaltung auch voll des Lobes über das kulturelle Engagement des Spenders: Hier werde dankenswerter Weise Verantwortung für Stadt und Region übernommen. Das sei nach wie vor wichtig.

Doch kann man das durchaus anders sehen: Verantwortung übernehmen heißt nämlich auch, behutsam mit den noch verbliebenen Schätzen dieser Stadt umzugehen, sie zu bewahren statt um jeden billigen Preis zu verändern. Vielleicht also sollte man die Laserkanonen besser mal auf – beispielsweise – die völlig marode Stockelefsmühle am Leinekanal (Abb. unten) richten, um zu verdeutlichen, wo es bei der Göttinger Stadtentwicklung fehlt.

StockelefsmühleVor etwa zehn Jahren wurde in dieser Stadt in Politik und Verwaltung ausführlich über das Thema „Lichtverschmutzung“ in Innenstädten diskutiert. Seinerzeit hatte man es vorgeblich als ernstes Problem erkannt und kurzfristig sogar alternative Beleuchtungskonzepte (Abb. oben) vorgestellt. Es blieb bei dieser einen opportunistischen Hinwendung zum Thema, weil das gerade – nicht nur in Göttingen – aktuell war, um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden. Ein ernst gemeintes Anliegen war es den Planern offenbar nicht.

Zwar verfügt die Stadt inzwischen über einen Lärmaktionsplan, einen solchen Plan gegen die Lichtverschmutzung sucht man jedoch vergebens. Er wäre ebenso dringlich, lässt sich aber offenbar unter den gegenwärtigen politischen Konstellationen nicht realisieren. Da ist es wohl eher wahrscheinlich, dass bald auch Hubschrauber-Rundflüge über der Stadt als „Attraktion“ vermarktet werden, wenn sich denn nur ein großzügiger Spender dafür findet. Dazu braucht es nicht einmal Feiertage, sondern nur opportunistische politische Voraussetzungen.
Das kommt auf die Göttinger zu, wenn sie sich nicht dagegen zur Wehr setzen, Laserverschmutzung an folgenden Tagen: Neujahr, Ostersonntag, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag, Gedenktage aus Anlass des Kriegsendes und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, Fronleichnam, Nacht des Wissens, Internationaler Museumstag, Eröffnung der Göttinger Händelfestspiele, Tag des offenen Denkmals, Erntedankfest, Mauerfall und Grenzöffnung, Tag der Deutschen Einheit, Reformationstag, Volkstrauertag, Allerheiligen, 09.11. Gedenkstunde Mahnmal Synagoge, Buß- und Bettag, 1. Advent, 2. Advent, 3. Advent, Heiligabend 4. Advent, 1. Weihnachtstag, Silvester.

 

Bernd Althusmann
Fängt gut an: Kaum im Amt, schon Wort gebrochen
Niedersächsicher Wirtschaftsminister ignoriert eigenes Versprechen

Es ist nur wenige Wochen her, dass sich die ehemalige rot-grüne Landesregierung mit heftigen Vorwürfen seitens der CDU konfrontiert sah, die ihr angesichts des Skandals beim Volkswagen-Konzern – von diesem gern als „Dieselproblematik“ beschönigt – eine zu enge Verbandelung und insbesondere zu laxe Aufsicht gegenüber dem Unternehmen vorwarf. Solche Vorwürfe bestanden und bestehen durchaus zu Recht.

Auch in der Bevölkerung werden solche Verflechtungen zwischen Politik und Industrie zunehmend argwöhnisch betrachtet. Und weil die Christdemokraten während des niedersächsischen Wahlkampfs einer in den Augen vieler Wähler ziemlich aufrichtigen und vor allem zumeist von Lobby-Interessen unbeeinflussten Landespolitik sonst nicht viel entgegen setzen konnten, sahen sie im Fall VW jedenfalls einen argumentativen Hebel, mit dem sie der Weil-Regierung am Zeug flicken konnten und hatten dafür auch gute Argumente auf ihrer Seite.

Die Landesregierung ist immerhin mit 20 Prozent an Volkswagen beteiligt und mit zwei Mandaten im Aufsichtsrat vertreten, was immer wieder auch auf Unmut in der EU stößt. Ein beherztes Eingreifen von ihr in den weltweiten Betrugsskandal war jedenfalls nicht zu erkennen, obgleich eines dieser Aufsichtsrat-Mandate traditionell der Ministerpräsident ausübt. Das zweite wurde bislang ebenfalls immer an ein Kabinettsmitglied vergeben, was aber nirgendwo zwingend festgelegt ist. Insbesondere fraglich ist auch, ob durch eine solche Verfahrensweise immer auch genügender Sachverstand mit in den Aufsichtsrat einzieht.

 
Foto: Olaf Kosinsky

Bernd Althusmann, Spitzenkandidat der niedersächsischen CDU und nunmehr als Wirtschaftsminister in der neuen Landesregierung, weil eine egoistische Umfallerin bei den Grünen unbedingt ihr Mandat behalten wollte und deshalb die Seiten wechselte, hatte sich im Wahlkampf weit aus dem Fenster gelehnt und staatsmännisch gegeben: Noch im August trat er laut und öffentlich dafür ein, das zweite der Landesregierung zustehende Mandat an einen von außerhalb kommenden Wirtschaftsexperten, etwa an einen Wirtschaftsprüfer zu vergeben. „Das kann man nicht mal eben nebenher machen", sagte er damals dem NDR.

Kann man offenbar doch: Am 12. Dezember wurde Althusmann zum Aufsichtsrat im VW-Konzern bestimmt. Der Minister hat also schlicht gelogen. Belogen hat er insbesondere jene Wähler, die ihn vielleicht gerade wegen seiner vermeintlich weitsichtigen Äußerungen gewählt haben.

Sie hätten gewarnt sein können, schon früher nämlich hat es Althusmann mit der Wahrhaftigkeit nicht so genau genommen: 2011 kamen Vorwürfe auf, dass er in seiner Dissertation an etlichen Stellen inhaltlich oder wörtlich Texte aus anderen wissenschaftlichen Werken übernommen haben soll, ohne dies entsprechend zu kennzeichnen. Althusmann selbst räumte zwar „handwerkliche Fehler“ ein, schloss aber politische Konsequenzen aus. Eine damals eingesetzte Untersuchungskommission kam zu dem Ergebnis, dass sich Plagiatsvorwürfe zwar nicht erhärten ließen, die Arbeit aber „Mängel von erheblichem Gewicht“ enthalte.

Nötig hätte das neue Aufsichtsratsmitglied die aktuelle Kehrtwende von seinen ursprünglichen Wahlkampfversprechen eigentlich nicht. Als Wähler fragt man sich jedoch, von welcher Ethik ein solches Verhalten geleitet wird: Ist es einfach nur Machtgeilheit oder auch Gier?

 

Göttinger Süden
Statt Golfplatz jetzt Grüngürtel
Grüne wollen volles Programm

Nachdem Überlegungen, im Göttinger Süden einen Golfplatz einzurichten, nicht zuletzt am Widerstand der Bevölkerung wie auch am Ortsrat Geismar gescheitert sind, gehen die nachfolgenden Planungen nunmehr davon aus, im Bereich zwischen Duderstädter Landstraße und Kiessee einen Grüngürtel zu entwickeln.

Das ist möglicherweise immer noch besser als ein auch für die Öffentlichkeit zugängliches, gepflegtes Golf-Ressort, aber doch eben auch wieder eine von Menschenhand entwickelte Kulturlandschaft, also ein widernatürlicher Eingriff in die Natur, wie er allerorten täglich durch den Menschen stattfindet. Von der Südumgehung über den Golfplatz bis nun zu einem Grüngürtel hat diese Region inzwischen alle gedanklichen Experimente lokalpolitischer Planungswut durchlitten. Aktuell stehen nunmehr drei Varianten zur Diskussion:

1. eine bebauungsnahe Entwicklung am unmittelbaren südlichen Siedlungsrand in Kombination mit einer Durchgrünung dieses südlichen Siedlungsrandes,
2. die Entwicklung eines Grünzugs innerhalb der Feldflur südlich des Siedlungsrandes, jedoch stadt­rand-, also siedlungsnah, oder
3. eine siedlungsferne Entwicklung im Zusammenhang mit dem siedlungsfernen Rundweg um Göttingen.

Geismar Süd - Grüngürtel
Quelle: Wette + Gödecke GbR
Die Grü­nen sehen in den vor­geschla­genen Vari­anten „eine hervor­ragende Grund­lage für die Ent­wick­lung“ eines Grün­gürtels und wollen sich dafür ein­set­zen, dass alle drei Aus­bau­stufen umge­setzt werden“, erklärt Sabine Mor­gen­roth, Vorsit­zende im Aus­schuss für Umwelt, Klima­schutz und Mobi­lität. Eine solche Umset­zung werde zwar lange dauern, müsse aber konse­quent betrie­ben werden. Ein erster kleiner Baustein sei mit der Pflanz­aktion alter Obst­baum­arten an der Stein­metz­kurve bereits gelegt worden, „kleinere Maß­nah­men wie Bänke könnten sehr schnell folgen.“

Da die bestehenden Wegeverbindungen überwiegend in Nord-Süd-Richtung verlaufen und zentrale Querverbindungen fehlen, müssten diese zusätzlich geschaffen werden, heißt es in der Konzeptplanung des beauftragten Planungsbüros. Je nach Variante und angesprochener Nutzergruppe sollen diese unterschiedliche Oberflächenbelege bekommen, weiterhin sollen „zusätzliche Gartenflächen, so genannte Flächen für Gemeinschaftsgärten, die Entwicklung von landschaftsbildprägenden Strukturen, ökologische Gewässeraufwertung und die Schaffung von Aufenthaltsbereichen in der Konzeptplanung berücksichtigt“ werden – nicht jedoch die „Neuausweisung für Sportplätze oder eine Parkanlage“.

Ebenso sollen die „Bedürfnisse der vorkommenden Feldhamster und Agrarvögel, wie beispielsweise Feldlerche, Rebhuhn und Rotmilan“, bei den Planungen berücksichtigt werden – alles bedrohte Tierarten, die nur noch vereinzelt vorzufinden sind und denen das immer weitere Vordringen geplanter kultivierter Landschaftsräume wenig Chancen zum Überleben bietet. Der dramatische Rückgang von 75 Prozent der Insektenpopulation wird hingegen nicht berücksichtigt, wohl, weil er zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung zwar offensichtlich, aber noch nicht wissenschaftlich untermauert und öffentlich bekannt war.

Wegequalität
 
Beispiele vermeintlich guter, schlechter und ungeeigneter, jedoch für Wanderer sowie Flora und Fauna hervorragender, weitgehend naturbelassener WegebeschaffenheitFotos: Wette + Gödecke GbR

Berücksichtigt wurde hingegen die Qualität der bereits bestehenden Wege. Als „gut“ oder zumindest „normal“ werden dabei zumeist befestigte, also gepflasterte oder asphaltierte Wege klassifiziert, weil sie „vor allem für Skater“, aber auch für Radler „sehr gut geeignet“ sind – Wege, wie sie auch zunehmend im Göttinger Wald anzutreffen sind. Weil die Planer offenbar eher Sportler in den Fokus ihrer Überlegungen rücken statt Erholung Suchende oder gar Naturliebhaber, sind Strecken, „die das Befahren erschweren“, logischerweise für sie eher weniger geeignet.

Zu solchen Werturteilen kommt man zumeist dann, wenn man das „Freizeitpotenzial“ der Zivilgesellschaft immer besser erschließen will und diese dann immer weiter in die Lebensräume eben von Feldlerche, Rebhuhn und Rotmilan vordringt. „Alle im Ausschuss vertretenen Parteien wollen die ausgeräumte Feldflur im Süden Göttingens wieder einräumen! Das ist ein ermutigendes Zeichen“, freut sich Sabine Morgenroth. Das kann man machen, wobei man sorgsam auf das „Mobiliar“ achten sollte.

Man könnte es jedoch auch lassen. Das nennt sich dann Renaturierung.

 

Carsharing
Grüne fordern kostenfreie öffentliche Stellplätze
Car Sharing soll Aufwertung erfahren

Ein neues Gesetz eröffnet die Möglichkeit, Mietfahrzeugen des Car Sharing-Systems Bevorrechtigungen beim Parken auf öffentlichen Straßen und beim Erheben von Parkgebühren einzuräumen. Kommunen können damit sowohl stationsbasierten als auch stationsunabhängigen („free-floating“) Fahrzeugen kostenfreie Stellplätze reservieren. Das möchte die Grünen-Ratsfraktion auch in Göttingen realisiert wissen.

 
Vielfach der Zeit schon voraus: Char Sharing eMobil in Göttingen

Sabine Morgenroth, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität, sieht darin „einen großen Beitrag, [um] die Anzahl an Autos in Städten wirksam zu reduzieren. Wenn wir Car­shar­ing-Fahr­zeu­gen kostenfreie Parkplätze im öffentlichen Raum in attraktiven Lagen anbieten, kann das mehr Menschen zum Umsteigen motivieren.“

Doch wie das? Wer lediglich auf ein anderes Fahrzeug umsteigt, fährt immer noch mit einem Pkw in die Stadt – wenn auch nicht mehr mit dem eigenen. Wirksamer dürfte sicherlich sein, wenn mehr Menschen weniger Autos benutzten, wenn sie etwa auf Busse umsteigen oder mit ihrem Privatfahrzeug nur dann in die Stadt einfahren dürfen, sofern dieses mit mindestens zwei Personen besetzt ist. Manche Städte praktizieren es bereits oder erheben eine Gebühr für den Besuch ihrer Innenstädte.

Der Grüne Ulrich Holefleisch hält dagegen und verweist auf Studien, wonach ein einziges Car Shar­ing-Fahr­zeug bis zu 20 private Pkw ersetzen könne. „Das ist nicht nur eine nachhaltigere Nutzung von Ressourcen, sondern spart auch Raum: Es entstehen Flächen für Grünanlagen und die Parksituation wird entschärft. Mehr Platz dem Carsharing bedeutet: mehr Platz dem Menschen.“

Der dann leider oftmals für die Ansiedlung von Großmärkten genutzt wird. Immerhin würde der Gedanke des Car Sharing sicherlich eine Aufwertung erfahren, die ihm zu gönnen ist: „Ein großer Vorteil reservierter Stellplätze für Car Sharing-Fahrzeuge besteht darin, dass sie sichtbar im Stadtbild verankert werden. Sie werden gleichrangig präsent sein wie Bahnhöfe, Bushaltestellen und Taxis – und nicht mehr in Hinterhöfen versteckt. Daraus erhoffen wir uns eine häufigere Nutzung dieser neuen Mobilitätsform“, schiebt Sabine Morgenroth ein weiteres Argument nach.

So neu ist diese von vielen bereits praktizierte Mobilitätsform zwar nicht mehr, aber eine noch weitere Verbreitung, insbesondere in den Hirnen von lustbetonten Autonarren, ist ihr durchaus zu wünschen.

 

Umweltbundesamt
Mehr Blühstreifen und Brachflächen
für Schutz von Insekten und Vögeln nötig

Zulassungspraxis muss indirekte Folgen von Pflanzenschutzmitteln
für Artenvielfalt stärker berücksichtigen

Die nationalen Zulassungsbehörden müssen indirekte Effekte von Pflanzenschutzmitteln auf die biologische Vielfalt stärker berücksichtigen. Dies belegt ein neues Rechtsgutachten für das Umweltbundesamt (UBA), was allerdings den noch amtierenden CSU-Land­wirtschafts­minister Christian Schmidt nicht daran hindert, Koalitionsabsprachen zu brechen und im Interesse bedenkenloser Klientelpolitik der Weiterverwendung von Glyphosat „entgegen der Weisungslage“ (Kanzlerin Merkel) zuzustimmen. Kann eine SPD nun überhaupt ernsthaft in neue Koalitionsverhandlungen einstreten, wenn sie so vorgeführt wird?

 
Bundesdeutsche Agrarpolitik: Skrupellose Pestizidausbringung zugunsten höherer ErträgeFoto: Miquel Pujol

Die indirekten Effekte von Pflanzenschutzmitteln auf die biologische Vielfalt entstehen etwa, wenn Feldlerchen und andere Vögel keine Nahrung mehr auf Äckern finden, da Pflanzenschutzmittel unbeabsichtigt Insekten und andere Nahrung der Vögel töten. Obwohl dieser Schutz vor indirekten Auswirkungen auf die biologische Vielfalt durch EU- und nationales Recht gesetzlich vorgeschrieben ist, erfolgt das in der Praxis nur unzureichend.

Ein neues Rechtsgutachten für das Umweltbundesamt (UBA) rät daher dazu, den Einsatz besonders biodiversitätsschädigender Mittel stärker unter Vorbehalt zu stellen: „Das bedeutet, dass die Anwendung von Mitteln mit starken indirekten Auswirkungen nur noch erlaubt ist, wenn der Betrieb einen Mindestanteil an Flächen vorweisen kann, auf denen auch Ackerwildkräuter wachsen. Insekten und Vögel können so unbeeinflusst von Pflanzenschutzmitteln leben und fressen. Blühstreifen, Brachflächen oder unbehandelte Dünnsaaten können dafür geeignet sein. Auf diesen ökologischen Ausgleichsflächen müsste jeglicher chemischer Pflanzenschutz unterbleiben“, sagte Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA.Weitere Informationen

 

Kultur
SPD: Mehr Möglichkeiten für Open Air schaffen
„Nachhaltige und kostengünstige Lösung“ gefordert

Die SPD-Ratsfraktion möchte die Verwaltung prüfen lassen, ob und wo eine geeignete „innenstadtnahe Fläche zur Errichtung einer … temporären Außenspielstätte für die Kultureinrichtungen“ geschaffen werden könnte. Im Hinblick auf die anstehenden Sanierungen der Stadthalle sowie des Otfried-Müller-Hauses ist den Genossen deutlich geworden, dass daran Mangel besteht.

Seit per Verwaltungsgerichts-Beschluss die Göttinger Fußgängerzone nicht mehr zur Partymeile erklärt werden kann, ist der öffentliche Raum für solche – zumeist erhebliche Emissionen verursachende – Events in der Tat knapp in der Stadt geworden. Und das Auslagern in den mehr und mehr zu einer Kulturlandschaft verkommenen Göttinger Wald, z.B. am KWP, ist für eine sich als grüne Hochburg verstehende Kommune eher ein Skandal denn eine Lösung. Das ist so ähnlich, wie mit dem SUV zur angesagten Diskussion über den Klimawandel zu fahren.

Gleichwohl verkneift es sich der Antrag der Genossen nicht, das mittlerweile zum Modewort verkommene „nachhaltig“ im Antrag mit aufzuführen – was immer die Genossen darunter verstehen –, denn so sollte eine solche Außenspielstätte schon beschaffen sein, meint die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, Ellen Fischer-Kallmann, zudem in zentraler Lage und gut erreichbar sowie dann auch für Schulen und Kitas zur Verfügung stehen.

Sie sollte also nicht nur viele flexible Nutzungsmöglichkeiten bieten, so Fischer-Kallmann weiter, sondern es müsse eben auch „eine nachhaltige und kostengünstige Lösung“ her. Mehr noch: „Eine solche zentrale Spielstätte stärkt im Übrigen auch die Attraktivität des Oberzentrums.“ Will heißen: Mehr Besucher, mehr zahlende Gäste, mehr Umsatz, mehr Verkehr – Kultur als Wirtschaftsfaktor.

Das hat mit Nachhaltigkeit nicht mehr allzu viel zu tun. Würde man sich darauf wirklich besinnen, bliebe der Vorstoß der SPD-Fraktion sicher ein im Prinzip guter Vorschlag (wenn nicht die, die nicht wollen, auch nicht mitfeiern bzw. sich die Nacht um die Ohren schlagen müssen). Angesichts knapper Flächen in einer Stadt, in der schon die Wohnungsnachfrage kaum mehr befriedigt werden kann, dürfte das jedoch immer schwieriger werden.
Der Antrag im Wortlaut:Weitere Informationen

 

Tierhaltung
Katzenplage soll eingedämmt werden
Ratsfraktionen stimmen Kastrationspflicht einstimmig zu

Ein im Jahr 2010 vergeblicher Vorstoß der CDU-Ratsfraktion, der Katzenplage in Göttingen Herr zu werden, hat jetzt zum Erfolg geführt. Alle im Rat vertetenen Parteien und Gruppierungen sind sich mittlerweile darin einig, dass auch Katzenhalter/innen Verantwortung für Ihre Tiere übernehmen müssen und haben einen entsprechenden fraktionsübergreifenden Antrag einstimmig gebilligt.

Katze
Freie Wildbahn: freilaufende KatzeFoto: Red Ed

Nach dem Vorbild anderer Städte – allein achtzig in Niedersachsen – soll nunmehr klar festgelegt werden, dass Besitzer ihre Katzen vor dem „Freigang“ sowohl kastrieren wie mit einem Chip versehen lassen müssen. Als Katzenhalter gilt auch derjenige, der freilaufende Katzen regelmäßig füttert. Durch eine solche Verordnung erhoffen sich die CDU-Initiatoren und mit ihnen die übrigen Ratsvertreter u.a. für die Tierschutzvereine bessere Möglichkeiten zur Finanzierung der Kastration von Fundtieren. Zudem sei eine solche Verordnung ein „wichtiger Beitrag zur Vermeidung von teilweise erheblichen Verletzungen, von Unterernährung, Verwahrlosung und damit insgesamt zum Tierwohl“.

Finanziell stoßen Tierheime und Tierschutzvereine schon lange an ihre Grenzen. In dem parteiübergreifenden Antrag wird dargelegt, dass die Kastration einer Katze bzw. eines Katers Kosten von etwa 100,00 Euro verursacht. „Bei Vorliegen einer Kastrationsverordnung können Tierheime oder Tierschutzvereine beim Verband Niedersächsischer Tierschutzvereine Mittel für die Kastration und Kennzeichnung untergebrachter Katzen beantragen. Auch die Änderung der Gebührenordnung für Tierärzte trägt dazu bei, die Kostenlage der Tierheime nicht weiter zu verschärfen und das unkontrollierte Anwachsen der Katzenpopulation durch Kastration zu verhindern, denn Tierärzte können nun mit Tierschutzvereinen vergünstigte Sätze für die Kastration von frei lebenden Straßenkatzen vereinbaren“ heißt es weiter. Wenn dann durch die Verordnung auch Katzenbesitzer stärker in die Pflicht genommen werden, ihre Freigänger-Katzen kastrieren zu lassen, lasse sich die Population und damit das Elend endlich dauerhaft verkleinern.

Katze
 
Auf Beutezug: freilaufende Katze

Einen ähnlichen Antrag hatten die Christdemokraten schon einmal im Frühjahr 2010 eingebracht, damals auch unter Verweis auf die „Dezimierung freilebender und bestandsbedrohter Tierarten“. Die Diskussion darüber zog sich unter heftiger Beteiligung vermeintlicher Tierfreunde über ein Jahr hin. Auch die Grünen im Rat verwässerten das ursprüngliche Anliegen durch einen Änderungsantrag, indem an alle Göttinger Katzenbesitzer auf lediglich freiwilliger Basis appelliert werden sollte. Im Übrigen hoffe man auf Rahmenbedingungen vom Bund. Und: Eine andere Möglichkeit wäre eine kommunale Katzensteuer, „das wollen wir aber derzeit nicht weiterdenken“ (Marie Kollenrott).

Schade eigentlich. Sie wird jedem Hunde- oder Pferdebesitzer auch abverlangt – Tierhaltern, deren Tiere sich sehr viel besser kontrollieren lassen. Damals blieb es lediglich bei einer Empfehlung an „alle Katzenbesitzer, deren Katzen frei herumlaufen, … ihre Katzen kastrieren zu lassen, denn „die Stadt Göttingen erlässt derzeit keine Verordnung zur Kastration von Katzen“ (Ratsbeschluss vom 25.02. 2011). Eine von der Stadt erlassene Verordnung sei „nicht nur mit erheblichen Kosten, sondern auch mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden. Würde gegen die Verordnung verstoßen, müssten Sanktionen ergriffen werden. Kontrollen, ob die Verordnung eingehalten wird, können mit dem derzeitigen Personal des Stadtordnungsdienstes nicht gewährleistet werden“.

Was sich daran inzwischen zum Positiven verändert hat, darauf darf man gespannt sein. Die Personalsituation jedenfalls nicht.

 

Projektstart
Klimaschutz im Zentrum
Bewerber/innen für klimaschutzrelevante Vorhaben gesucht

pdg — Am Mittwoch, Oktober 2017, startete das vom Klimaschutzmanagement der Stadt Göttingen im Rahmen verschiedener Partnerschaften entwickelte Projekt „Klimaschutz im Zentrum“. Ziel des Vorhabens ist, Klimaschutz in der Göttinger Innenstadt sicht- und erlebbar zu machen.

Für fünf unterschiedliche Themenbereiche werden ab sofort Bewerber/innen gesucht, die eigene klimaschutzrelevante Vorhaben innerhalb des Göttinger Stadtwalls umsetzen wollen. Die Stadt und ihre Partner/innen wählen aus den Bewerbungen verschiedene Projekte aus, unterstützen sie intensiv und beraten fachkundig. Angesprochen sind beispielsweise Personen mit Hauseigentum, die Interesse an einer energetischen Sanierung haben, sowie der Einzelhandel und gastronomische Betriebe, die ihre Unternehmen klimabewussten gestalten möchten.

Göttingen will bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden und alle Treibhausgasemissionen auf null reduzieren. Damit dieses ambitionierte Vorhaben erreicht werden kann, haben die Stadt Göttingen, die Georg-August-Universität Göttingen und die Stadtwerke Göttingen AG 2014 gemeinsam mit vielen weiteren Akteurinnen und Akteuren eine Klimaschutzstrategie erarbeitet – den Masterplan 100 Prozent Klimaschutz. Dieser zeigt, wie der Weg dorthin aussehen kann.
→ www.klimaschutz.goettingen.de/service
 

Auch private oder gemeinschaftliche Initiativen – zum Beispiel zur Schaffung urbaner Gärten oder begrünter Fassaden oder zur Entwicklung von Ansätzen einer klimafreundlichen Mobilität – sind gefragt. Im Einzelnen umfasst die Unterstützung für eine begrenzte Teilnehmerzahl im Zeitraum bis Herbst 2018 fachkundige Beratungen von der Planung bis zur Umsetzung sowie finanzielle Unterstützung. Außerdem werden bereits abgeschlossene Projekte gesucht, nach deren Vorbild Anreize zur Nachahmung geschaffen werden können.

Im Anschluss an die offizielle Eröffnung der Klimaschutz-Tage 2017, die unter anderem mit einem Vortrag des international anerkannten Meteorologen und Klimaforschers Prof. Dr. Mojib Latif, am Dienstag, 21. November, um 17.30 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses stattfindet, wird das Projekt ab ca. 19.00 Uhr vorgestellt.
Eine ausführliche Broschüre zum Projekt „Klimaschutz im Zentrum“ liegt im gesamten Stadtgebiet aus. Alle Informationen finden sich auch unter www.klimaschutz.goettingen.de/zentrum

 

Bauverwaltung
CDU will zusätzliche Stellen
Personalknappheit wegen Arbeitsverdichtung durch Tariferhöhungen

Nach Einschätzung der Christdemokraten häufen sich Klagen von Bauherren, Planungs- und Genehmigungsverfahren für den Wohnungsbau, aber vor allem für gewerbliche Investitionen dauerten zu lange. Nachdem im Planungsbereich einige zusätzliche Stellen besetzt werden konnten, beantragt nun die CDU-Ratsfraktion, auch im Fachdienst Bauordnung zwei zusätzliche Sachbearbeiterstellen zu schaffen und zu besetzen. Dafür sollen im Nachtragshaushalt für das Jahr 2018 die Planstellen verankert werden.

„Die Stadt Göttingen kann es sich schlicht nicht leisten, durch Verzögerungen bei der Bearbeitung von Genehmigungsverfahren Investoren zu verprellen – schließlich erwarten und benötigen wir hier in den nächsten Jahren Milliardeninvestitionen. Die umfangreichen Genehmigungen für den Neubau des Universitätsklinikums werden zudem weitere personelle Ressourcen erfordern“, erklärt Hans Otto Arnold (CDU), Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses. „Im Sozialbereich gab es beim Anschwellen des Flüchtlingsstromes eindeutige Vorgaben: Für eine bestimmte Fallzahl ein zusätzlicher Sachbearbeiter. Im Bau- und Planungsbereich gibt es solche Standards nicht – aber wenn alle so dringend mehr Wohnungen und Investitionen in Göttingen wünschen, dann müssen Politik und Verwaltung auch die personellen Voraussetzungen für eine zügige Abwicklung schaffen.“

Für die Jahre 2017 und 2018 war ein Doppelhaushalt verabschiedet worden. Auf zwei Jahre lassen sich aber nicht alle notwendigen Veränderungen voraussehen und planen. Deshalb wird der Oberbürgermeister in der Novembersitzung des Rates für das kommende Jahr einen sogenannten Nachtragshaushalt einbringen. Damit ergibt sich auch die Möglichkeit, den Stellenplan an aktuelle Bedürfnisse anzupassen. „Nachdem sich alle Kräfte im Rat so für den Wohnungsbau stark gemacht haben, bin ich mir ziemlich sicher, dass unser Antrag eine Mehrheit finden wird“, glaubt Olaf Feuerstein (CDU), Mitglied im Bauausschuss.

Feuerstein: „Wir haben in Göttingen in den letzten fünf Jahren 5.000 zusätzliche, vollwertige Beschäftigungsverhältnisse dazugewinnen können – aber der Wohnungsbau hat nicht mitgehalten. Wenn alle, die hier zusätzlich Arbeit gefunden haben, auch ins Stadtgebiet hätten zuziehen können, dann würden wir heute ohne Zweifel auch unter die neue Gattung der sogenannten „Schwarmstädte“ in Deutschland fallen. Unter diesem Begriff gibt es eine Liste von dreißig, überwiegend Universitätsstädten, die sich in den letzten Jahren durch besonders starken Zuzug ausgezeichnet haben. Aber in drei bis fünf Jahren werden wir auch dazu gezählt werden, wenn wir es geschafft haben werden, die vielen angeschobenen Planungen zu realisieren.“

Die anhaltende Personalknappheit in der Verwaltung wird sich voraussichtlich noch verschärfen – durch die regelmäßigen Lohnforderungen der gewerkschaftlich Organisierten im Öffentlichen Dienst nämlich, die regelmäßig auf hohem Niveau klagen und seit der letzten Tariferhöhung schon jetzt zur zeitweiligen Schließung ganzer Fachbereiche im Neuen Rathaus führt. Vielleicht sollten die Kolleg/inn/en weniger auf die Möglichkeit eines zweiten Urlaubs schielen als auf die damit einhergehende Arbeitsverdichtung.

 

Verbraucherschutz
60 Jahre Verbraucherzentrale Niedersachsen
Beratung demnächst sogar per Videochat von zu Hause aus

Am 30. September 1957 nahm die erste Beratungsstelle zum Schutz der Verbraucher in Hannover ihre Arbeit auf. Rund 30 Millionen Menschen haben seitdem die Angebote der Verbraucherzentrale Niedersachsen genutzt. In den ersten Jahren ging es darum, Hausfrauen beim Einrichten, Einkaufen und sparsamen Wirtschaften zu unterstützen. Heute ist das Angebot wesentlich vielfältiger und spricht alle Verbraucher an. Fragen zum Verbraucherrecht, zu Telekommunikation und Internet, Altersvorsorge und Versicherungen stehen jetzt im Vordergrund. Eines ist seit 1957 jedoch unverändert: die Unabhängigkeit der Beratung.

VZN-Statistik
Die im Jahr 2016 am häufigsten nachgefragten Beratungsangbote im Regionalzentrum GöttingenGrafik: VZN

„Seitdem ist viel passiert, die Themen haben sich verändert, unsere Angebote wurden professionalisiert und mit den Verbrauchern weiterentwickelt“, blickt Petra Kristandt, Geschäftsführerin in Hannover, auf eine erfolgreiche Zeit zurück. „Wie eine Waschmaschine funktioniert, ist heute selbstverständlich. Dafür nehmen die Probleme im Bereich Telekommunikation und Internet seit Jahren zu. Der Abschluss von Verträgen aller Art, Versicherungen und Altersvorsorgeprodukten wird immer intransparenter und komplizierter“, so Kristandt. Hier sei unabhängiger Rat gefragt, den die Verbraucherzentrale Dank öffentlicher Finanzierung biete.

Denn inzwischen schätzt auch die Politik den enorm hohen Stellenwert dieser Organisation im Bewusstsein der Bevölkerung wieder richtig ein, nachdem die Verbraucherzentrale in früheren Jahren unter einer schwarz-gelben Landesregierung mit erheblichen Mittelkürzungen und in deren Folge mit der Schließung von Geschäftsstellen zu kämpfen hatte – zum Nachteil der Verbraucher.

Um den Service weiter zu verbessern, stehen im Jubiläumsjahr einige Neuerungen an. So soll der Zugang zu den Beratungsangeboten auf der Website erleichtert und deren Nutzung auch mit Smartphones und Tablets möglich werden. Zudem wird Ende November der Startschuss für die Videoberatung fallen: Verbraucher können sich dann per Videochat von zu Hause beraten lassen. Inhaltliche Schwerpunkte sieht Kristandt zukünftig bei den Themen Altersvorsorge und Digitalisierung: „Um möglichst viele Menschen im Alter ausreichend abzusichern, ist mehr Transparenz nötig. Außerdem brauchen wir die Einführung eines Non-Profit-Vorsorgeprodukts – mit einer Kapitalverwaltung ohne Anbieter-Gewinninteressen.“ Eine wichtige Aufgabe sei zudem, verbraucherorientierte Regulierungen bei der Digitalisierung durchzusetzen, um Verbraucher weder zu überfordern oder zu diskriminieren noch gegenüber Anbietern zu benachteiligen.
Gö-Polis berichtet unter Wirtschaft auf Seite 3 regelmäßig über Verbraucherschutzthemen.

 
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