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    Spacer 26.07.2017 12:02 SpacerOptimiert für das Format 16:9    
 

Kurz & bündig
Kultur · Wissenschaft

Radiotipp

Länderzeit. Überschrittene Abgaswerte und drohende Fahrverbote: Welche Zukunft haben Dieselfahrzeuge in Deutschland?
Hörertel.: 00800.44644464.

10.10 Uhr, Deutschlandfunk.

Rudolstadt Festival 2017. Amy Macdonald, Gerardo Jerez le Cam Ensemble, Ringsgwandl, Helgi Jonssón und Toots & the Maytals.
20.00 Uhr, NDR kultur / hr2-kultur.


Kultur

Kinder-Vorlese-Sommer
Neue Betreuer/innen gesucht
pdg — Der Göttinger Kinder-Vorlese-Sommer vom Fachbereich Jugend und der Stadtbibliothekin wird diesem Jahr zum 14. Mal organisiert und sucht neue Betreuer/innen. Gabi Rottkord und Karin Steinfeld verabschieden sich, um sich neuen Aufgaben zuzuwenden. Sechs Jahre haben sie in den Sommerferien vorgelesen und mit ihren kleinen und großen Gästen auf den Spielplätzen gebastelt. 2014 belegten sie mit dem Projekt beim Deutschen Lesepreis den dritten Platz. Die Stadtbibliothek sucht nun für das nächste Jahr neue Betreuer/innen. Wer Interesse hat, kann sich noch im Rahmen von zwei Veranstaltungen des Jahres 2017 informieren und Gabi Rottkord und Karin Steinfeld befragen: am 26.Juli auf dem Spielplatz Leineberg (Weserstr. 30a) und am 2. August am Spiel-Schiff am Kiessee, jeweils ab 16.00 Uhr.
Weitere Infos bei e.richter@goettingen.de

Mal was Neues:
Wahl eines Genderliesels
Die PARTEI „Göttingen“ veranstaltet dieses Jahr die erste Wahl eines Genderliesels als Gegenveranstaltung zur Wahl des Gänseliesels und lädt dazu alle interessierten Bürger/innen der Stadt ein, die älter als 16 Jahre alt sind, ihre Bewerbungen ab dem 16. Juni per E-Mail an genderliesel@gmail.com zu schicken. Parallel dazu können auch alle Göttinger Haus- und Nutztiere als neue Gans beworben werden. Das finale Casting findet am 24. September statt, genaue Zeit und Ort werden noch bekannt gegeben.
„Bei diesem Casting kann wirklich jeder mitmachen, der die Motivation und die Zeit dazu findet, denn wir wollen Göttingen als Stadt eine authentische Person und ein authentisches Tier als Aushängeschild geben und außerdem niemanden aufgrund des Geschlechts oder des Alters von der Wahl ausschließen“, so der Kreisverbandsvorsitzende Harald Manninga.
Interessierte werden gebeten, als Teil ihrer Bewerbungen ein Foto von sich selbst und ein kurzes Schreiben zur eigenen Person und der Motivation zur Teilnahme zu senden. Personen, die ihr Haus- oder Nutztier anmelden wollen, schicken bitte ein Foto des Tiers mit einer kurzen Beschreibung und dem Namen des Besitzers. Die PARTEI „Göttingen“ sammelt bis zum 17. September alle Bewerbungen: Dann wird entschieden werden, wer das Genderliesel 2017 wird.

„Buntes Göttingen“
Fest nimmt Gestalt an
pdg/eb — Als vielfältige, weltoffene und tolerante Stadt, in der Gewalt, Faschismus und Rassismus keinen Platz haben, präsentiert sich Göttingen zum zweiten Mal am 5. August auf dem Markt vor dem Alten Rathaus mit dem Fest „Buntes Göttingen“ und folgt damit einem Ratsbeschluss aus dem vergangenen Jahr. Mit der Premiere in 2016 wurde der erste Grundstein für eine weitere langfristige und positive Auseinandersetzung mit den Themen Flucht und Einwanderung wie mit der Vielfalt unterschiedlicher Menschen und ihren unterschiedlichen Lebensweisen gelegt.
Bis jetzt haben sich 26 Organisationen und Institutionen für die Beteiligung mit einem Informationsstand vor dem Alten Rathaus angemeldet, teilt die Stadt mit – von Amnesty International bis zum Tamilischen Integrationsverein. Mitmach-Aktionen oder Workshops planen viele weitere Teilnehmer, künstlerische Beiträge kommen voraussichtlich u.a. vom African Culture Club und dem TanzZentrum Göttingen.
Auch die politische Diskussion soll nicht zu kurz kommen. Darüber sind die Organisatoren u.a. mit dem Institut für Demokratieforschung, mit der Gesellschaft für bedrohte Völker und mit der Präventionsstelle „Politisch motivierte Kriminalität“ des Landeskriminalamtes im Gespräch. „Wir haben die Charta der Vielfalt unterzeichnet“, erklärt Oberbürgermeister Köhler und weist in diesem Zusammenhang auf die „Charta der Vielfalt“ hin, die man „aus voller Überzeugung“ unterzeichnet habe – und das werde die Stadt am 5. August auch unter Beweis stellen.

Göttinger Kulturstiftung
Knapp 20.000 Euro
für Kultureinrichtungen

Die Göttinger Kulturstiftung hat bei ihrer ersten Vergabe im Jahr 2017 an insgesamt 14 Projekte Fördermittel in Höhe von knapp 20.000 Euro vergeben. Der Schwerpunkt lag diesmal nach Angaben der Stiftung im Bereich der Musikprojekte. Die Vielzahl, Vielfalt und Qualität der bereits zur ersten Vergabe im Jahr 2017 eingereichten Anträge verdeutliche das große kulturelle Potenzial auch kleiner Kulturveranstalter in unserer Stadt, zeige gleichzeitig aber auch, wie groß ihre Probleme bei der Finanzierung von attraktiven Kulturprojekten seien, erklärt die Stiftung dazu ergänzend – eine immer wiederkehrende Aussage, die regelmäßig in ihren Mitteilungen über die Vergabe der Mittel zu lesen ist.

KUNST e.V.
Neuer alter Vorstand
Der Verein KUNST e.V. hat auf seiner Jahreshauptversammlung den bisherigen Vorstand bestätigt. Anne Moldenhauer (KAZ), Wilfried Arnold (Lumiere), Inge Mathes (DT) und Nils König bleiben für weitere zwei Jahre im Amt. Auch an der inhaltlichen Ausrichtung wird sich nichts ändern: für die Anliegen Göttinger Kulturschaffender bei der Politik zu sensibilisieren, was ihm mit der jährlichen KUNST-Gala auch eindrucksvoll gelingt. Aus deren Erlösen wiederum werden vom Verein lokale Kulturprojekte gefördert.

Karzer-Restaurierung
Uni bedankt sich bei Förderern
Mit einem Empfang zum zehnten Jubiläum der Wiedereröffnung des Karzers bedankt sich die Universität bei den Förderern, die seine damalige Restaurierung ermöglicht hatten. Die Zeichnungen, Wappenbilder, Gemälde und Schattenrisse des historischen Gefängnisses wurden seinerzeit u.a. mit einem weichen Pinsel gesäubert und lose Farbpartikel mit einem speziellen Leim fixiert. Wo Farbe abgeplatzt oder Flächen beschädigt waren, wurden die Fehlstellen behutsam ergänzt, die Wände aus Lehmputz gefestigt.
Seitdem ist der Karzer auch wieder im Rahmen von Stadtführungen zu besichtigen.

Jugendtheaterprojekt
„Eine Bühne für eure Rechte“
Noch in dieser Spielzeit startet ein Jugendtheaterprojekt des Instituts für angewandte Kulturforschung e.V. (ifak) in Zusammenarbeit mit dem Jungen Theater mit dem Titel „Eine Bühne für eure Rechte“.
Vor 25 Jahren ratifizierte Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention. Dies nimmt das ifak zum Anlass, ein Theaterprojekt mit Jugendlichen zu Kinder- und Menschenrechten zu organisieren. Kinderrechten eine Bühne zu geben und damit diesem wichtigen Thema mehr Öffentlichkeit zu verschaffen, ist das Anliegen, das das Institut zu diesem Projekt inspirierte und das von einem breiten Bündnis Göttinger Organisationen und Initiativen unterstützt wird. Mit einem Workshop, einem Theaterwettbewerb und einer Ausstellung sollen die teilnehmenden Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren Gelegenheit bekommen, die Thematik kreativ mit Leben zu füllen.
Am Ende locken u.a. ein Auftritt im Jungen Theater für die vier Finalisten des Theaterwettbewerbs, eine Berlinfahrt für die beiden besten Gruppen des Finales und ein Theaterworkshop beim Jungen Theater bzw. Theaterkarten für eine Aufführung des Jungen Theaters Göttingen für die dritt- und viertplatzierten Gruppen.
Mehr zum Wettbewerb und zum Workshop über die Links.

Weltkrieg I + 68er-Bewegung
Objekte
für Ausstellungen gesucht

pdg — Das Städtische Museum Göttingen und das YLAB-Geisteswissenschaftliches Schülerlabor sind bei der Vorbereitung für zwei große Ausstellungen auf der Suche nach Objekten. Denn im Jahr 2018 wird an zwei historische Ereignisse erinnert, die die deutsche Geschichte auf unterschiedliche Weise nachhaltig geprägt haben: die Niederlage Deutschlands im 1. Weltkrieg und die Revolution vom November 1918 bedeuteten das Ende der Monarchie, in deren Folge mit der Weimarer Republik der erste demokratische Staat auf deutschem Boden entstand, dessen Scheitern entscheidend für den Aufstieg des Nationalsozialismus war.Weitere Informationen

Lichtenberg zum 275.
Kleiner Mann
mit großer Ausstrahlung

pdg — Am 1. Juli jährt sich der Geburtstag von Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799) zum 275. Mal. Der geniale Experimentalphysiker, Erfinder des Plus/Minus-Zeichens und Blitzableiters, Philosoph und Aphoristiker, an den in Göttingen zwei Denkmäler auf dem Marktplatz und vor der Paulinerkirche im Papendiek erinnern, lebte und wirkte von 1763 an bis zu seinem Tode in Göttingen, vor allem im heutigen Künstlerhaus/Lichtenberg-Haus in der Gotmarstr. 1. Über seine naturwissenschaftlichen Entdeckungen hinaus gilt Lichtenberg als einer der wichtigsten Impulsgeber der Aufklärung und als Begründer des deutschsprachigen Aphorismus. Der Fachbereich Kultur der Stadt Göttingen hat neben vielen anderen eine Reihe von Veranstaltungen und Ausstellungen im Jubiläumsjahr geplant.Weitere Informationen

 
Wissenschaft

Astrophysik
Elektronendichte
in Plasmawolken untersucht

pug — Sonnen-Protuberanzen bestehen aus einem Plasma elektrisch leitfähiger Ionen und Elektronen, das sich nur sehr eingeschränkt im Magnetfeld bewegen kann. Protuberanzen-Wolken schweben daher oftmals wochenlang hoch über derselben Stelle der Sonnenoberfläche. Ein wichtiges Maß für die Beschreibung dieses Plasmas ist die Dichte der freien Elektronen, die bislang für Sonnen-Protuberanzen mit Ungenauigkeiten behaftet ist. Wissenschaftler haben nun die Elektronen-Dichte aus dem Helligkeits-Verhältnis zweier Spektral-Linien neu ermittelt.Weitere Informationen

Astrophysik
Stärkste Magnetfelder
auf M-Zwergen beobachtet

pug — Ein internationales Team von Wissenschaftlern unter der Leitung der Universität Göttingen hat unerwartet starke Magnetfelder auf einigen schnell rotierenden M-Zwergen entdeckt, Sternen mit Massen zwischen 0,5 und 0,1 Sonnenmassen. Lange Zeit nahm man an, dass der Dynamo in diesen Sternen bei einer maximalen Magnetfeldstärke von ungefähr vier Kilogauss (kG) saturiert, wenn die Rotation des Sterns eine bestimmte Rate überschreitet. Indem sie exakte Beobachtungen und die neuesten Modelle verwendeten, entdeckten die Forscher, dass einige voll konvektive M-Zwerge viel stärkere Magnetfelder von bis zu sieben kG generieren. Sie zeigten, dass Sterne mit starken Magnetfeldern auch die einfachste dipol-dominierte Magnetfeldgeometrie aufweisen, während Sterne mit komplexerer Geometrie keine Felder stärker als ungefähr vier kG produzieren können.Weitere Informationen

Optoelektronik
Laserartiges Licht mithilfe
von Halbleitern beeinflusst

pug— Einem deutsch-kanadischen Forscherteam ist ein viel versprechender technologischer Fortschritt in der Optoelektronik gelungen. Die Wissenschaftler der Universität Göttingen und des National Research Council Kanada in Ottawa konnten zeigen, dass sich die Erzeugung von laserartigem Licht durch lokale strukturelle oder chemische Veränderungen in Halbleitern beeinflussen lässt. Ihre Ergebnisse könnten zur Entwicklung von neuartigen Bausteinen für optoelektronische Elemente zur kohärenten Erzeugung und Kontrolle von Licht im ultravioletten Wellenlängenbereich führen.Weitere Informationen

Forschungsprojekte
Kampf gegen Keime
pug/ekw — Gleich zwei Forschungsprojekte beschäftigen sich in nächster Zeit mit Krankenhausinfektionen durch gefährlichen Bakterien – ein immer mehr um sich greifendes Problem. Am Institut für Physikalische Chemie der Universität setzt man darauf, mithilfe neu zu entwickelnder Sensoren den Erregern besser auf die Spur kommen zu können. Am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende befasst man sich, gemeinsam mit der Universitätsmedizin Göttingen, mit der gezielten Eindämmung von Clostridium difficile, ein Darmbakterium und einer der gefährlichsten Krankenhauskeime insbesondere für ältere Patienten.Weitere Informationen

Geowissenschaften
Bernsteinsammlung erweitert
Verschollene Inklusen wiederentdeckt
pug — Die Königsberger Bernsteinsammlung war einst die größte wissenschaftliche Sammlung tierischer und pflanzlicher Einschlüsse in Bernstein aus dem Baltikum. Teile der Sammlung wurden 1944 von Königsberg in den Westen transportiert. Der gerettete Bestand – knapp 20.000 Objekte, darunter etwa 12.000 Einschlüsse von Insekten und anderen Organismen – wird heute an der Universität Göttingen treuhänderisch für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz verwahrt und wissenschaftlich betreut. Der Kustos des Geowissenschaftlichen Museums der Universität Göttingen, Dr. Alexander Gehler, stieß nun am Museum of Comparative Zoology der Harvard University auf Material, das der Königsberger Sammlung zuzuordnen ist. Im Juni 2017 wurden knapp 400 wertvolle Objekte wieder mit der in Göttingen aufbewahrten Sammlung vereint.Weitere Informationen

Grauer Star
Seltener Gendefekt entschlüsselt
pug — Der graue Star, auch Katarakt genannt, ist eine Erkrankung des Auges, bei der es zur Trübung der Linse und Beeinträchtigung des Sehens bis zur Erblindung kommt. Eine seltene Form des grauen Stars ist der Morgagni-Katarakt, bei dem der Linsenkern nach der Verflüssigung der Linsenrinde nach unten absinkt. Dessen Ursache war bisher unbekannt. Wissenschaftler/innen am Tierärztlichen Institut der Universität Göttingen ist es nun in Zusammenarbeit mit Kolleg/innen der Universitätsmedizin Göttingen, des Deutschen Primatenzentrums, der Tierärztlichen Hochschule Hannover sowie des Universitätsklinikums des Saarlands gelungen, diese auch beim Menschen vorkommende besondere Form des grauen Stars molekulargenetisch zu entschlüsseln.Weitere Informationen

Kreativitätswettbewerb
Göttinger Studenten erfolgreich
pug — Ein Fledermauslehrpfad auf Zypern, eine Internetplattform für kurzzeitige Mietverhältnisse und eine Lernreise zu spannenden Schulen: 13 studentische Projekte wurden in der achten Runde des Kreativitätswettbewerbs für Studierende an der Universität Göttingen prämiert. Im vergangenen Wintersemester hatte die Hochschule ihre Studierenden aufgefordert, Vorschläge für originelle Projekte einzureichen, die sie im Team oder allein umsetzen möchten. Insgesamt gingen 37 Projektskizzen ein. Eine Jury wählte die besten Vorschläge aus, die jetzt in einer Feierstunde in der Kleinen Aula am Wilhelmsplatz ausgezeichnet wurden.Weitere Informationen

Häusliche Pflege
Umfrage unter Pflegebetroffenen
pug — Ist die ambulante Pflege durch die jüngsten Pflegereformen bedarfsgerechter geworden? Das wollen Wissenschaftler/innen der Universität ab dem 15. Juni mithilfe einer Umfrage herausfinden. Im Mittelpunkt steht die Frage, was aus Sicht von Pflegebedürftigen und ihren Pflegepersonen für eine bedarfsgerechte pflegerische Versorgung wichtig ist und wie die derzeitige Rechtslage diesen Bedürfnissen gerecht wird. Darüber hinaus wollen die Forscher untersuchen, ob und wie sich die Bedürfnisse von Pflegebedürftigen in der Stadt und auf dem Land unterscheiden.Weitere Informationen

ERC Consolidator Grant
Forschungsrat fördert
Untersuchung der Sehprozesse
in den Nervenzellen des Auges

umg — Prof. Dr. Tim Gollisch, Leiter der Arbeitsgruppe für Experimentelle Retinaforschung an der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), erhält eine hochdotierte Förderung des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC). Ziel des geförderten Forschungsvorhabens ist: Die Verschaltungen der Nervenzellen im Auge und ihre Funktionsweise im Sehprozess sollen besser verstanden werden. Langfristig könnte dieses Wissen helfen, bei krankheitsbedingtem Absterben der Lichtrezeptoren im Auge ein Teil des Sehvermögens durch künstliche Anregung der Nervenzellen wiederherzustellen.Weitere Informationen

Klinische Psychotherapie
Biomarker als möglicher Ansatz
gegen Schizophrenie

dzne/umg — Laborversuche und Daten aus Untersuchungen von Menschen mit Schizophrenie deuten auf neue Möglichkeiten der Diagnose und individualisierten Behandlung hin. Dabei geht es um die Messung der Konzentration eines an der Genregulation beteiligten Proteins im Blut und darum, dessen Aktivität medikamentös zu beeinflussen.Weitere Informationen

Psychologie
Steuerehrlichkeit unter Zwang
und aus Verantwortungsgefühl

pug — Zahlen wir eher Steuern, wenn uns das Finanzamt mit strengen Kontrollen dazu zwingt oder wenn an unsere gesellschaftliche Verantwortung appelliert wird? Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat die Auswirkungen von unterschiedlichen Maßnahmen von Steuerbehörden auf die Entscheidungen der Steuerzahler untersucht. Die Wissenschaftler/innen fanden heraus, dass wir in der Regel sowohl unter Zwang als auch aus Verantwortungsgefühl Steuern zahlen – die Motivation dahinter scheint aber jeweils eine andere zu sein.Weitere Informationen

3D-Mikroskopie
Forscherverbund entwickelt
und testet neue Technologie

umg — Krankhaft veränderte Zellen in Gewebe-Biopsien besser und noch genauer als bisher möglich erkennbar zu machen, ist das Ziel eines Forschungsverbundes um Göttinger Forscher und Mediziner. Liefern soll solche Bilder ein neues „Lichtscheiben“-Mikroskop für dreidimensionale Aufnahmen von Gewebeproben.Weitere Informationen

Zuwanderung
Forschung zu sozio-kulturellen
Integrationsprozessen

pug — Wissenschaftler der Universitäten Göttingen, Bamberg und Konstanz beschäftigen sich in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt mit den strukturellen und sozio-kulturellen Integrationsprozessen von jüngst Zugewanderten in Deutschland. Das Projekt „Aktuelle europäische Binnen- und Flüchtlingsmigration nach Deutschland: Zuzugsprozesse und frühe Integrationsverläufe“ zielt darauf ab, auf Grundlage neuer Paneldaten und anhand einer größeren Zahl von Neuzuwanderergruppen die derzeit Zuziehenden zu beschreiben, aktuelle Fragen der Migrations- und Integrationsforschung zu beantworten und Informationen für die politische Steuerung des Migrations- und Integrationsgeschehens zu liefern.Weitere Informationen

Biobank
UMG jetzt BRD-weit vernetzt
umg — Die UMG Biobank hat sich mit zehn weiteren deutschen Biobankstandorten in der German Biobank Alliance (GBA) zusammengeschlossen. Der neue Verbund startete am 1. Mai und ebnet den Weg für einen nationalen und europaweiten Bio-proben- und Datenaustausch zwischen Biobanken.Weitere Informationen

Mikrobiologie
Antibiotikaresistenzen
auf der Spur

pug — Viele gefährliche Krankheitserreger sind heute gegen eine Reihe von Antibiotika resistent. Daher ist die Suche nach neuen Wirkprinzipien und Wirkstoffen zur ihrer Bekämpfung ein zentrales Anliegen der mikrobiologischen Forschung. Von großer Bedeutung für die Entwicklung neuer Therapien sind sogenannte „essentielle Funktionen“ von Erregern: Funktionen, ohne die ein Bakterium nicht überleben kann. Viele Erreger, die schon Resistenzen gebildet haben, wie zum Beispiel Staphylococcus aureus MRSA, besitzen ein essentielles Signalmolekül, das sogenannte zyklische di-AMP. Ein von der Universität Göttingen geführtes Forscherteam hat nun erstmals beschrieben, warum dieses Molekül so bedeutsam ist.Weitere Informationen

Physik
Magnetwiderstand
atomar vermessen

pug — Wissenschaftlern der Universität Göttingen ist es gelungen, den Einfluss eines Magnetfeldes auf den elektrischen Stromtransport auf mikroskopischer Ebene zu verstehen. Mit Hilfe eines eigens hierfür konstruierten Rastertunnelmikroskops war es ihnen erstmals möglich, den Elektronenfluss bis auf die atomare Skala zu vermessen.Weitere Informationen

Diabetes
Globale Kosten
bei 1,3 Billionen US-Dollar

pug — Diabetes gehört mit geschätzt über 420 Millionen Betroffenen zu den weltweit häufigsten Stoffwechselerkrankungen. Wissenschaftler der Universität Göttingen haben in Kooperation mit einem internationalen Forscherteam errechnet, dass sich die globalen Kosten der Krankheit für das Jahr 2015 auf 1,3 Billionen US-Dollar belaufen. Das entspricht 1,8 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.Weitere Informationen

Geowissenschaften
Über 150 neue Fossilien entdeckt
pug — Ein Forscherteam der Universitäten Göttingen und Helsinki hat 152 neue fossile Flechten in Bernsteinen entdeckt und analysiert. Die Fossilien sind zwischen 24 und 47 Millionen Jahre alt und stammen von zwei bedeutenden europäischen Bernsteinlagerstätten: aus dem Baltikum und aus Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Bisher existierten lediglich 15 fossile Belege von Flechten. Mit dem Fund hat sich die Zahl der bekannten Flechtenfossilien also mehr als verzehnfacht.Weitere Informationen

Physik
Laserpulse in Echtzeit gefilmt
pug — Zwei Lichtstrahlen kreuzen sich typischerweise ohne großen Effekt. Klirrend aneinanderschlagende Laserschwerter gibt es also nur im Kino. Im Inneren eines Lasers allerdings können sich intensive Lichtpulse durchaus gegenseitig anziehen oder abstoßen. Einem Forscherteam der Universität Göttingen und der University of California in Los Angeles ist es nun gelungen, das schnelle „Duell“ zweier Pulse in Echtzeit zu verfolgen.Weitere Informationen

Parkinson
Neue Einblicke
umg — Wissenschaftler des Exzellenzclusters CNMPB an der UMG liefern neue Einblicke in die Parkinson’sche Erkrankung und studieren den Einfluss verschiedener Faktoren auf die Toxizität des alpha-Synuklein-Proteins. Das Absterben von Nervenzellen gilt als die Ursache für die Parkinson’sche Erkrankung. Doch die genauen molekularen Vorgänge, die dazu führen, sind bisher noch wenig verstanden. Warum erkranken manche Menschen im Alter, während andere verschont bleiben? Wieso haben Diabetiker ein erhöhtes Risiko, an Parkinson zu erkranken?Weitere Informationen

Augenheilkunde
„Déjà-vu“-Detektoren im Auge
umg — Forscher der Universitätsmedizin Göttingen haben untersucht, wie die Nervenzellen des Auges auf die ständigen Änderungen der Augenposition reagieren und entdecken „Déjà-vu“-Detektoren.Weitere Informationen

Forstwissenschaften
Hilfe für Braunbären
pug — Trotz der Prägung durch den Menschen gibt es in Europa Regionen mit hoher biologischer Vielfalt und Populationen großer Raubtiere wie Braunbären. Diese Prädatoren an der Spitze des Nahrungsnetzes haben einen charismatischen sowie kulturellen Wert und regulieren großflächig Biodiversität und Ökosystemfunktionen. Der Erhalt der Braunbären hängt von Strategien ab, die die Ausbreitung der Tiere und den Austausch zwischen Teilpopulationen ermöglichen, aber auch Konflikte mit Menschen verringern. Daher untersucht ein europäisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen im Rahmen des Projekts „Bear Connect“, inwieweit ökologische Netzwerke Landschaften funktional miteinander verbinden und Nachhaltigkeit erhalten können.Weitere Informationen

Astrophysik
Suche nach
erdähnlichen Planeten

Alien-Hype reißt nicht ab
pug — Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert eine neue Forschergruppe zur Suche nach erdähnlichen Planeten an der Universität Göttingen. Unter der Überschrift „Blaue Erden bei Roten Sternen“ wollen die Wissenschaftler/innen nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems suchen. Die Koordination liegt beim Institut für Astrophysik der Universität Göttingen, an der Gruppe beteiligt sind die Universitäten Hamburg und Heidelberg, die Landessternwarte Tautenburg und das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Die beantragte Fördersumme liegt bei insgesamt rund zwei Millionen Euro für zunächst drei Jahre.Weitere Informationen

Milchviehhaltung
Öffentlichkeit gegen frühe
Trennung von Muttertieren

eb/pug — Man sollte mal mit den Kindern von Landwirten ebenso verfahren, wie diese es mit dem ihnen anvertrauten Vieh tun – ein empörter Aufschrei der Zunft würde durch die Feldmarken gellen. Doch beim Rindvieh finden sie nichts dabei, kleine Kälber gleich nach der Geburt von den Müttern zu trennen, es könnte sich sonst ja negativ auf die Milchleistung auswirken. Eine gerade veröffentlichte repräsentative Online-Befragung hat, wie sollte es auch anders sein, eine deutliche Ablehnung solch früher Trennung von Kuh und Kalb unter den Teilnehmer/innen ergeben. Dann was für Landwirte vielleicht nur ein Stück Fleisch mit vier Beinen darstellt, ist mindestens ebenso empfindsam wie es die Fleischproduzenten sein sollten, die gerne von glücklichen Tieren auf saftigen Almweiden faseln.Weitere Informationen

Historische Landesforschung
Niedersachsens Klöster im Web
pug — Im Jahr 2013 hat das Institut für Historische Landesforschung der Universität Göttingen das Niedersächsische Klosterbuch herausgegeben. Darin wurden alle bis 1810 gegründeten Domkapitel, Stifte, Klöster, Ordenskommenden, Beginen- und Begardenhäuser systematisch erfasst. Nun haben die Göttinger Historikerinnen und Historiker hieraus die wichtigsten Daten zu jedem Kloster, verschwunden oder noch in Betrieb, erstmals koordinatengenau kartiert und im Internet zugänglich gemacht.Weitere Informationen

Physik
Mikroskopie per Laseranregung
eb/pug — Göttingen scheint sich zu einem wissenschaftlichen Zentrum der Mikroskopie zu entwickeln. Nachdem erst kürzlich Stefan Hell vom MPI ein optisches Mikroskop entwickelt hat, das erstmals nur millionstel Millimeter voneinander entfernte Moleküle abbilden kann (vgl. →Ausstellungen), legen jetzt Wissenschaftler vom IV. Physikalischen Institut der Uni nach: ihnen ist es gelungen, gepulste Laseranregung mit der Rastertunnelmikroskopie zu verbinden. Als erste Anwendung ihres neuen Verfahrens studierten sie Ladungsprozesse an und innerhalb von Halbleiteroberflächen. So konnten sie erstmals den Einfluss von atomaren Defekten, beispielsweise isolierten Siliziumatomen, im Galliumarsenid vermessen.Weitere Informationen

Klimawandel
Waldverlust und Dürre
als Teufelskreis

pug — Ein internationales Forscherteam analysierte den Zusammenhang zwischen Dürre und Waldverlust. Der Waldverlust durch Abholzung im Amazonasgebiet und die mögliche Abnahme der Regenfälle dort könnten einen Teufelskreis in Gang bringen: Wenn Trockenzeiten mit dem menschengemachten Klimawandel zunehmen, steigt zusätzlich das Risiko eines sich selbst verstärkenden Waldverlusts. Worauf jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch ganz von selbst kommen kann, hat ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen ebenfalls herausgefunden. Allerdings, so die Forscher, kann große Artenvielfalt von Bäumen in einem Waldabschnitt dessen Überlebenschancen merklich erhöhen.Weitere Informationen

 

Umfrage
Göttinger leben gerne hier
Aber nur die Hälfte will hier länger bleiben

Der Junge Union Stadtverband Göttingen (JU) hat in den vergangenen Wochen eine Umfrage durchgeführt und ausgewertet, was Göttingern an ihrer Stadt gefällt und was nicht. Während die Zufriedenheit etwa mit der Universität sehr hoch ist, gibt es in den Bereichen „Stadtplanung“, „Verkehr“ und „Wirtschaft“ noch dringenden Verbesserungsbedarf.

Leben gern in der Stadt – aber nur vorübergehend: Studierende auf dem Zental-CamppusFoto: vs

Durchgeführt wurde die Umfrage von der Arbeitsgemeinschaft Programm (AG Programm) des JU-Stadtverbandes. Die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft, Anna Grill, erläutert: „Die Teilnahme war über mehrere Wochen sowohl online, als auch mehrfach in der Innenstadt möglich. Unser Ziel war es, vor allem die Sichtweise junger Leute abzubilden. Daher ist es erfreulich, dass 80 Prozent der Teilnehmer unter 35 Jahren alt waren.“ Über 87 Prozent der Befragten leben sehr gerne oder gerne in Göttingen, aus Sicht der JU ein sehr erfreuliches Ergebnis. Allerdings bestätige sich, dass Göttingen meist eine „Durchgangsstation“ für junge Menschen sei: Nur 55 Prozent der Befragten können sich vorstellen, die nächsten zehn Jahre ihres Lebens in Göttingen zu verbringen.

Die Befragten sollten Göttingen außerdem mit anderen Städten in verschiedenen Bereichen vergleichen, dabei zählte der subjektive Eindruck der Teilnehmer. Das auffälligste positive Ergebnis war dabei die Bewertung des Bereiches Wissenschaft: Über 74 Prozent vertraten die Auffassung, dass Göttingen in diesem Bereich besser ist als andere Städte. Im Bereich Wirtschaft waren jedoch nur 11 Prozent dieser Meinung. Noch schlechter schnitt im Vergleich nur der Bereich Stadtplanung ab: Hier wurde unter anderem die Wohnraumsituation bewertet. Fast die Hälfte der Befragten bewertet die Stadtplanung in Göttingen schlechter als in anderen Städten. Auffällig sei auch der Bereich Verkehr gewesen: So hat zwar nur ein Drittel der Befragten die Verkehrssituation als schlechter als in anderen Städten bewertet, allerdings wurden konkrete Probleme wie Parkplatzmangel, Ampelschaltungen und vermeidbare Staus am häufigsten genannt. Die Junge Union will sich daher als nächstes mit den Problemen der Göttinger Verkehrsplanung auseinandersetzen.

Insgesamt sind die JUler mit den Ergebnissen der Umfrage zufrieden: „Wir sind froh, dass die überwältigende Mehrheit der Teilnehmer gerne in unserer Stadt lebt. Aber es ist deutlich geworden, dass die Stadt in einigen Bereichen zwingend handeln muss. Vielleicht sinkt dann auch die Anzahl derjenigen, die Göttingen nur als Durchgangsstation betrachten“, so Grill. Dass fast 9 von 10 Befragten gerne hier leben, sei ein starkes Bekenntnis zur Attraktivität der Stadt. Die benannten Problemfelder zeigten aber auch, dass Göttingen durchaus noch Nachholbedarf habe.
Vgl. dazu auch den nebenstehenden Bericht zur Sesshaftigkeit. Eine statistische Auswertung der Umfrage finden Sie hier:Weitere Informationen

 

Umweltbundesamt
Masterplan für Hitzewellen
UBA erarbeitet Handlungsempfehlungen zum Schutz der menschlichen Gesundheit

Hohe Temperaturen und Hitzewellen führen zunehmend zu Gesundheitsproblemen – die Folgen des Klimawandels werden auch in Deutschland stärker spürbar. Mit Hitzeaktionsplänen können sich Länder und Kommunen für solche länger dauernden Hitzeperioden rüsten, um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Dafür hat das Umweltbundesamt einen Masterplan entwickelt.

Oberrhein im Sommer 2015
 
Der Oberrhein im Sommer 2015Foto: Jivee Blau

Besonders ausgeprägte und andauernde Hitzeperioden gab es in Deutschland in den Jahren 2003, 2010 und 2015. Steigende Temperaturen führen auch zu steigenden Gesundheitsrisiken. Hitze kann die Menschen stark belasten und führte in den letzten Jahren zu einer hitzebedingten Zunahme von Krankheits- und Todesfällen. Allein in Deutschland wurden etwa 7000 Todesfälle der Hitzeperiode des Jahres 2003 zugerechnet sowie zahlreiche hitzebedingte Krankheitsfälle aufgrund von Dehydrierung, Hitzschlag, Herz- und Kreislauferkrankungen.

Erfrischung gefällig?
Mineralwasser vielfach mit Spuren aus Landwirtschaft, Industrie u.a.

In einem Test der Stiftung Warentest von 30 Medium-Wässern schnitten nur 11 mit gut ab. Die Prüfer fanden unerwünschte Spuren aus Landwirtschaft, Industrie und Haushaltsabwasser sowie Fehler im Geschmack, meist hervorgerufen durch die Kunststoffflaschen, in die das Wasser abgefüllt wird. Beim Schlusslicht im Test beanstandeten die Tester einen vergleichsweise hohen Gehalt an Chrom (VI).Weitere Informationen

 

Zur Unterstützung der Länder- und Kommunalverwaltungen erarbeitete die vom Bundesumweltministerium ( BMUB ) geleitete Bund-Länder Ad-hoc Arbeitsgruppe „Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ Handlungsempfehlungen, um Hitzeaktionspläne zum Schutz der menschlichen Gesundheit zu erstellen. Sie sind als Masterplan zu verstehen, um Menschen und ihre Gesundheit bei lang anhaltenden hohen sommerlichen Temperaturen besser zu schützen. Dabei soll zum Beispiel das Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure in Krankenhäusern und Kindertageseinrichtungen verbessert werden. Sie umfassen kurzfristig sowie langfristig umsetzbare Aktivitäten, unter anderem:

  • die koordinierte Kommunikation von Informationen, Tipps, Verhaltenshinweisen für die Bevölkerung zur individuellen Anpassung;
  • die Einrichtung einer Nachbarschaftshilfe, um Risikogruppen aktiv zu unterstützen;
  • die Installation von gebäudebezogenen Kühlungsmaßnahmen (Rollläden, Markisen und Außenjalousien);
  • an extremer Hitze ausgerichtete Architektur, Stadt- und Bauplanung.

Die Handlungsempfehlungen des Umweltbundesamtes wurden im Auftrage des BMUB zusammen mit zahlreichen Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen erstellt.

 

Flüchtlingsunterbringung
CDU: IWF und Siekhöhe erhalten
Grüne: Schnell zu selbstbestimmtem Leben

Kein Mensch weiß, wie sich der Zustrom von Flüchtlingen in den nächsten Monaten entwickeln wird. Trotzdem will und muss die Stadt Göttingen noch vor der Sommerpause eine Entscheidung treffen, wie ein Teil der teuer vorgehaltenen Kapazitäten für deren Unterbringung eingespart werden kann, für die es keinerlei Hilfen vom Land Niedersachsen gibt. Entgegen der Verwaltungsvorlage aus dem Sozialausschuss schlägt nun die CDU-Ratsfraktion vor, sowohl die Einrichtung auf der Siekhöhe wie das ehemalige IWF-Gelände am Nonnenstieg zu halten, dafür aber das neue Gebäude am Albrecht-Thaer-Weg mit 300 Appartements direkt als Studentenwohnheim zu nutzen.

„Bei der „Ankommenseinrichtung“ auf der Siekhöhe und bei dem Flüchtlingsheim am Nonnenstieg handelt es sich um zwei stark differenzierte Angebote, die nicht einfach gegeneinander ausgetauscht werden können“, erklärt Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion. Die große Halle auf der Siekhöhe verfügt über eine besondere medizinische wie auch personelle Ausstattung, die dieses Objekt speziell für die neu in der Stadt ankommenden Flüchtlinge in besonderem Maße qualifiziert. Mit den offenen, beengten Schlafbereichen und der fehlenden Einbindung in ein urbanes Umfeld spielt sich die gesamte Freizeit für alle Altersstufen allerdings in einem großen und offenen Bereich ab. Die Unterkunft ist daher für eine längerfristige Unterbringung von Flüchtlingen, insbesondere von Familien, nicht geeignet, auch vor dem Hintergrund, dass neben den fehlenden Rückzugsmöglichkeiten (außer einem „Paarzimmer“) keine Möglichkeit der Selbstverpflegung besteht. Allerdings wird diese Einrichtung angesichts völlig unsicherer Perspektiven auch künftig kurzfristig erhebliche Kapazitäten bieten, sollten die Flüchtlingszahlen wieder drastisch ansteigen.

Verwaltungsausschuss
Reduzierung zugestimmt

pdg — Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat am 26. Juni das Konzept zur weiteren Reduzierung der Kapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen verabschiedet und mehrheitlich die Schließung der Gemeinschaftseinrichtung am Nonnenstieg zum 31. August 2018 sowie den zunächst einjährigen Weiterbetrieb der Einrichtung am Anna-Vandenhoeck-Ring beschlossen. Er folgte damit einer ebenfalls bereits am 13. Juni mehrheitlich gefassten Empfehlung des Ausschusses für Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau, der sich zuvor bereits Anfang Mai dafür ausgesprochen hatte, drei weitere kommunalen Unterkünfte (Bürgerstraße, Gustav-Bielefeld-Straße, Große Breite) zu schließen bzw. nicht wieder zu belegen und in der im Bau befindliche Einrichtung am Albrecht-Thaer-Weg nur 150 und nicht 300 Plätze zu nutzen. Ein Änderungsantrag der CDU-Fraktion, der auf den Weiterbetrieb sowohl im Nonnenstieg wie im Anna-Vandenhoeck-Ring unter Verzicht auf eine Belegung am Albrecht-Thaer-Weg abzielte, fand nicht die erforderliche Mehrheit. Zu dem vom Verwaltungsausschuss beschlossenen Reduzierungskonzept , das in den nächsten 14 Monaten den Abbau von über 400 Plätzen vorsieht, zählt auch der Auftrag an die Verwaltung, mit dem Landkreis Göttingen über die Übernahme weiterer 100 Geflüchteter im kommenden Jahr zu verhandeln.

PIRATENundPARTEI-Ratsgruppe
Sozialverträglicher Wohnraum „Illusion“
Die am 12. August im Sozialausschuss aufgestellte Behauptung der Verwaltung, am IWF-Gelände könne sozialverträglicher Wohnraum realisiert werden, hält die PIRATENundPARTEI-Ratsgruppe für eine Illusion. Francisco Welter-Schultes (Piraten) bezeichnet derartige Ankündigungen als unseriös. Wie die Grünen solche Äußerungen ungeprüft und unkritisch hinnehmen und sie zur Entscheidungsgrundlage heranziehen konnten, die IWF-Unterkunft zu schließen, ist für die Ratsgruppe nicht nachvollziehbar.
„Auf 30% der Baufläche Wohnungsbau für unter 7,00 Euro Miete zu realisieren, kann nicht funktionieren, in keiner Mischkalkulation. Auch nicht dann, wenn sämtliche Bäume gefällt werden und städtebaulich das niedrigste Niveau umgesetzt wird. Der Investor müsste Millionen Euro Verluste einkalkulieren.", so Welter-Schultes. Die Ankündigung, sozialen Wohnraum auf dem IWF-Gelände schaffen zu können, spreche gegen jegliche Erfahrung.
Die Wohnungsgenossenschaft plant, wenige Meter neben dem IWF auf ihrem eigenen längst amortisierten Grundstück im Nikolausberger Weg, Geschosswohnungsbau mit 80 Wohnungen zu realisieren. Hierfür seien Mietpreise von etwa 10 bis 11 Euro anvisiert, so die Genossenschaft, kostengünstiger gehe es heutzutage beim besten Willen schlichtweg nicht.
Der Investor des IWF-Bauprojekts habe bereits 6 Millionen Euro für das Grundstück bezahlt, was zu den Abriss- und Baukosten hinzukomme. Der Mietpreis wäre deutlich höher als 11 Euro. Wohnraum mit Sozialbindung bedeutet 5,60 Euro. In einer Mischkalkulation Preise von unter 7 Euro zu erreichen, sei angesichts solcher Kosten nicht darstellbar, da die Gegenfinanzierung in derselben Wohnanlage nicht möglich ist. Mehr als 15 Euro Miete für die teuersten Wohnungen zu erzielen wäre utopisch, schon gar nicht angesichts der zu erwartenden sehr dichten Bebauung und der Aussicht auf zahlreiche Bewohner, die auf soziale Mietpreise angewiesen sind. „Folglich müsste der Investor das Angebot ,sozialer Wohnraum auf 30% der Fläche‘ nach unseren Schätzungen mit etwa 10 Millionen Euro aus der eigenen Tasche bezuschussen. Es wäre ein völlig unwirtschaftliches Unterfangen“, so Welter-Schultes weiter.
PIRATEN und PARTEI vermuten, die Stadt wolle Konflikten mit dem Investor aus dem Weg gehen, dessen Bauvorhaben auf dem IWF-Gelände bereits seit 2012 verzögert wird. Anstatt die Bedürfnisse der Bürger/innen zu berücksichtigen, sollen einseitig die Interessen eines Privatinvestors umgesetzt werden - und die können keinen sozialen Wohnungsbau beinhalten.

Die Einrichtung im ehemaligen IWF-Gelände am Nonnenstieg vermittelt nach Ansicht der CDU einen ganz anderen Charakter: Es handelt sich um ein Wohnheim, in dem manche Familien seit Eröffnung der Einrichtung wohnen und sich dort nach eigenem Bekunden gut untergebracht fühlen. Relativ kleine, aber helle Zimmer für ein bis zwei Personen, nebeneinander liegende Zimmer für Familien, jeweils sanitäre Einrichtungen und Küche pro Flur, mehrere Gemeinschaftsräume (ein großer Sportraum, ein Theaterraum u.a. für das Boat-People Theaterprojekt, ein tolles Kinderspielzimmer, ein extra Raum für die Hausaufgabenbetreuung, ein Musikraum für Bandproben und ein schönes Außengelände mit Spielgeräten und Fußballtoren für die Kids sowie Grillmöglichkeiten für Bewohner und Ehrenamtliche) schaffen eine vergleichsweise hohe Aufenthaltsqualität für Alt und Jung, Geflüchtete und Ehrenamtliche. In Summe ergibt dieses einen ansprechenden Wohncharakter, bei dem sowohl die Privatsphäre der Geflüchteten gewahrt bleibt, als auch genug Räume für Begegnungen mit Gleichgesinnten und Ehrenamtlichen zur Verfügung stehen. Zudem befinden sich am Nonnenstieg KiTas und verschiedene Schulen in fußläufiger Entfernung zur Unterkunft. Auch kann ohne Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel die Innenstadt erreicht werden. Diese Vorteile erleichtern ganz wesentlich die gesellschaftliche Integration der dort untergebrachten Menschen.

Wenn beide Einrichtungen mit ihren unterschiedlichen Qualitäten erhalten bleiben sollen, muss die Frage beantwortet werden, wo an anderer Stelle Unterbringungskapazitäten wegfallen sollen, ist auch der CDU-Ratsfraktion klar. Dafür bietet sich ihrer Meinung nach das Appartementprojekt der Städtischen Wohnungsbau Göttingen GmbH im Albrecht-Thaer-Weg an. Von Anfang an sei hier so geplant worden, dass dieses Gebäude langfristig als Studentenwohnheim genutzt werden kann – nun könnte diese in der Nähe des Klinikums wie auch zahlreicher anderer Uni-Einrichtungen gelegene Kapazität von 300 Plätzen sofort - und vollständig für studentisches Wohnen genutzt werden.

Der Verzicht auf die Nutzung für die Unterbringung von geflüchteten Menschen würde damit einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung des äußerst angespannten und durch starke Mietpreissteigerungen gekennzeichneten studentischen Wohnungsmarktes in Göttingen leisten.

Grüne: Schnell zu selbstbestimmtem Leben
„Geht es um Geld und Arbeitsplätze oder um die Geflüchteten?“ fragt Thomas Harms, Grünen-Mitglied im Sozialausschuss der Stadt angesichts der jüngsten Berichterstattung zur Schließung der Unterkunft für Geflüchtete am IWF. Darin hatte der Leiter sein Bedauern über das Ende der Unterkunft zum Ausdruck gebracht und darauf verwiesen, dass sich viele der Geflüchteten in der Unterkunft so wohl fühlten, dass sie gar nicht ausziehen wollten. Harms: „Wir wollen, dass Geflüchtete möglichst schnell ein selbstbestimmtes Leben in unserer Stadt führen können. Für die Betreiber/innen einer Unterkunft heißt das: Die Geflüchteten auch loslassen zu können. Für das selbstbestimmte Leben bedarf es mehr bezahlbaren und sozialen Wohnraum, auch und gerade am Nonnenstieg. Wir als Politik haben auch dafür zu sorgen, dass dieser Wohnraum zur Verfügung steht.“

Damit untermauert Harms die bisherige Position der Grünen, dass weder das IWF noch die Unterkunft auf der Siekhöhe optimale Bedingungen böten. Auf dem IWF-Gelände böte sich hingegen die Chance zu sozialem Wohnungsbau, der insbesondere Geflüchteten zu Gute kommen könnte. Die Unterkunft könne also trotz der guten Arbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen nur eine Übergangslösung sein. Primäres Ziel müsse vielmehr sein, Geflüchtete in regulären Wohnraum zu bringen, was heißt, Gemeinschaftsunterkünfte zu Gunsten von Wohnungsbau zu schließen – eben auch auf dem IWF Gelände.“

 

Lebensqualität
Zu viel Dünger: Trinkwasser könnte teurer werden
Umweltbundesamt warnt – Preissteigerung bis zu 45 Prozent möglich

Trinkwasser könnte in etlichen Regionen Deutschlands in Zukunft spürbar teurer werden. Grund ist die hohe Belastung des Grundwassers mit Nitrat. Über 27 Prozent der Grundwasserkörper überschreiten derzeit den Grenzwert von 50mg/l. Wenn die Nitrateinträge dort nicht bald sinken, müssen betroffene Wasserversorger zu teuren Aufbereitungsmethoden greifen, um das Rohwasser von Nitrat zu reinigen. Einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zufolge kann dies die Trinkwasserkosten um 55 bis 76 Cent pro Kubikmeter erhöhen. Das entspricht einer Preissteigerung von 32 bis 45 Prozent. Eine vierköpfige Familie müsste dann bis zu 134 Euro im Jahr mehr bezahlen.

Güllewagen
Unser täglich Gift gib uns heute: Gülle-Ausbringung mit Güllewagen
Foto: Ra Boe

Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Mit den Neuregelungen in der Düngeverordnung wurden lange überfällige Schritte eingeleitet, die hoffentlich die Belastungen so weit senken, dass den Trinkwasserkunden die teure Aufbereitung erspart bleibt. Wichtig sind jetzt eine konsequente Umsetzung und verstärkte Kontrollen in den betroffenen Regionen. Falls sich diese Belastungen nicht verringern, müssten weitere und strengere Auflagen für die Landwirtschaft erfolgen.“

Gerade in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen ist das Grundwasser häufig durch zu viel Stickstoff belastet. Grund sind die auf den Feldern aufgebrachten Gülle und Mist aus der intensiven Tierhaltung oder Mineraldünger für beispielsweise Obst- und Gemüseanbau. Wasserversorger versuchen bereits heute, das Wasser mit unterschiedlichen Maßnahmen zu schützen, indem sie die darüber liegenden Flächen selbst pachten, Brunnen verlagern oder belastetes mit unbelastetem Wasser mischen. Auch diese Kosten fließen bereits heute in den Trinkwasserpreis mit ein.

Doch derartige Maßnahmen werden in Zukunft in hochbelasteten Regionen nicht ausreichen, um den Nitratwert im Trinkwasser niedrig zu halten. Die UBA-Studie hat dies mit Daten von und in Kooperation mit drei großen Wasserversorgern untersucht: OOWV (Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband), Rheinenergie und RWW (Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft). Ergebnis: In einigen Gebieten könnte bald der Fall eintreten, dass das Wasser zusätzlich gereinigt werden muss.Weitere Informationen

 

Elektromobilität
Konsequente CDU-Quengelei zahlt sich endlich aus
Hybrid-Busse bald auch in Göttingen / GöVB erhöht Preise

Jahrelang wurde in Göttingen bei der Anschaffung neuer Stadtbusse über die geeignetste Antriebstechnik diskutiert – aber eben nur diskutiert. Jetzt endlich scheint sich etwas zu bewegen: Voraussichtlich noch in diesem Jahr werden die Göttinger Verkehrsbetriebe drei Hybrid-Busse anschaffen und setzen damit, wenn auch nicht ganz freiwillig, ein erstes Zeichen in den Einstieg umweltfreundlicherer Verkehrsmittel. Möglich macht es ein konsequentes Insistieren der CDU-Ratsfraktion, die seit vielen Jahren schon weg vom Diesel will.

Nach Recherchen des Magazins „ZDFzoom" scheint die Bundesregierung aktiv daran mitzuwirken, betrogenen Besitzern manipulierter Fahrzeuge eine angemessene Entschädigung vorzuenthalten, weil die entstehenden Kosten zu einer existenziellen Krise der „systemrelevanten“ Autoindustrie und damit zu gesamtwirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen führen könnte. Deshalb, so das Magazin, einigte man sich auf ein kostengünstiges Software-Update, womit die betroffenen Dieselautos angeblich wieder in Übereinstimmung mit den Gesetzen sein sollten. Doch Messungen an auf diese Weise „nachgebesserten“ Fahrzeugen zeigen das Gegenteil.
Geheimakte VW
 

Angesichts aktueller Skandale in der Automobilindustrie mit kriminell hohen Abgaswerten, die von einem CSU-geführten Verkehrsministerium nur nachsichtig belächelt werden, das den getäuschten Verbraucher dafür im Regen stehen und gebeutelte Städte überlegen lässt, ihre Innenstädte durch Fahrverbote für solche betrügerisch manipulierten Stinker dicht zu machen, scheinen alternative öffentliche Verkehrsmittel im städtischen Raum dringend geboten. Selbst wenn sie zunächst nur ein sogenannter „Tropfen auf den heißen Stein“ sind, so sind sie doch immerhin ein Anfang, setzen ein Zeichen.

Es hat lange gebraucht zu diesem Zeichen, gegen das sich – nicht zuletzt aus Kostengründen – die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) vehement gesperrt haben und darin von Grünen und Sozialdemokraten bestärkt wurden. „Moderne Stadtbusse mit Motortechnik und Abgasfilter nach Euro 5-Norm sind vorbildliche Fahrzeuge, die zudem die Option für regenerative Kraftstoffe bieten“, meinten während des Kommunalwahlkampfs 2006 noch die Ratsmitglieder Tom Wedrins (SPD) und Ulrich Holefleisch (Grüne). Damals wussten sie es nicht besser. Doch schon damals setzte Daniel Helberg, aus Hannover importierter CDU-Kandidat für den OB-Posten, auf alternative Energien – allerdings auf Erdgas. Das ist zwar kein nachwachsender Kraftstoff, hätte also nur als längerfristige Übergangslösung getaugt, aber immerhin wäre man mit deutlich weniger Schadstoffen wohl auch aus der CO2-Falle herausgekommen. Helberg wollte zudem bereits vorhandene privatwirtschaftliche Infrastruktur zur Betankung der Busflotte nutzen, um die GöVB vor enormen Investitionskosten zu bewahren.

Hybridbus
 
Hybridbus an einer LadestationFoto: Stauffen

Die kommen jetzt gleichwohl auf sie zu, zum Beispiel durch geeignete Vorrichtungen, um Fahrzeuge auch an den Endstationen mit Strom betanken zu können. Überwiegend jedoch werden auch solche Busse ihre elektrische Energie vom dieselgetriebenen Motor beziehen müssen, reichen die Kapazitäten doch allenfalls für Kurzstrecken, z.B. für eine Fahrt durch die Innenstadt. Dort aber immerhin können sie, sofern es nicht bei den drei Testfahrzeugen bleibt, durchaus die Luftqualität ein wenig beeinflussen – wenn das denn nicht durch den konventionell motorisierten Lieferverkehr wieder zunichte gemacht würde. Der vom niedersächsischen Umweltministerum ausgewiesene Luftqualitätsindex für Göttingen wird zwar mit „gut“ ausgewiesen, doch liegt die Stadt niedersachsenweit gleichwohl in der Spitzengruppe jener Städte mit der höchsten Feinstaubbelastung (Messpunkt Bürgerstraße, Grenzwert 14mal überschritten).

Ob Elektrobusse zudem das Gelbe vom Ei sind, ist aber nicht einmal ausgemacht. Eine ernsthafte Alternative wäre der Wasserstoffantrieb, sobald endlich die damit noch verbundenen Probleme der Speicherung dieses unerschöpflichen Energieträgers sowie – auch hier – die Probleme der Infrastruktur beherzt angegangen würden. Lediglich 400 Tankstellen plant die Bundesregierung bis zum Jahr 2023 und noch wird ein Großteil des Wasserstoffs aus fossilen Energieträgern gewonnen, was aber durchaus auch per Elektrolyse direkt aus Wasser geschehen könnte. Wasserstoff ließe sich direkt in modifizierten Otto-Motoren verwenden, doch nur wenige Hersteller, etwa BMW, Daimler Benz und Mazda, forschen an dieser Technologie. Auch der Lkw-Hersteller MAN experimentiert bereits seit 1999 mit Wasserstoff, drei Busse wurden beispielsweise am Flughafen München eingesetzt und 2006 setzte MAN ebenfalls zwei Busse mit Wasserstoff bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin ein. Auch die Berliner Verkehrsgesellschaft testet seit 2008 14 Wasserstoff-Busse im Linienverkehr.

Deutlich mehr Autohersteller setzen jedoch auf die Brennstoffzellentechnik, bei der Wasserstoff zunächst in elektrische Energie umgewandelt wird und einen Elektromotor im Fahrzeug antreibt. Sie erzielt höhere Wirkungsgrade – insbesondere im Teillastbereich – und ermöglicht gleichzeitig einen lautlosen Betrieb. Jedenfalls wären bei beiden Wasserstoff-Antrieben Diskussionen um schädliche Abgase ein für allemal vom Tisch.

Die nun für Göttingen vorgesehenen Hybrid-Busse werden auch weiterhin mit Diesel betrieben, sind gleichwohl aber ein Schritt in die richtige Richtung. „Mit dem jetzt vorgestellten und beschlossenen Konzept zeichnet sich endlich ein klarer Wandel ab, auch wenn der Systemwechsel Jahrzehnte bis zur vollen Umsetzung benötigen wird“, freut sich nun der „grüne“ Christdemokrat Hans-Georg Scherer ein wenig zu euphorisch, der wohl auch maßgeblich als Mitglied im Aufsichtsrat der Göttinger Verkehrsbetriebe diesen auf die Füße getreten hat. Doch solch ein Systemwechsel kostet. Und so ärgert sich Scherer gleichzeitig über die anstehende Fahrpreiserhöhung der GöVB: „Wir werden den Einstieg in die E-Mobilität nicht umsonst bekommen, aber die diesjährige Tariferhöhung hat damit absolut nicht zu tun. Wir warnen die Geschäftsführung davor, allgemeine Kostensteigerungen dem geplanten Systemwechsel anzulasten. Wenn die Göttinger Ratspolitik gemeinsam den Umstieg wünscht, dann wird sie dafür auch die notwendigen (Steuer-)Mittel bereitstellen müssen. Aus dem Portemonnaie der einzelnen Nutzer kann und darf diese große Aufgabe sicher nicht bewältigt werden.“

Doch irgendwo muss das Geld ja herkommen. Dann eben aus dem Portemonnaie aller (potenziellen) Nutzer.

 

Wohnraum
Grüne wollen Leerstand beenden
Landesgesetz „in greifbarer Nähe“

Die Grünen-Fraktion im Rat der Stadt Göttingen fordert in einem aktuellen Antrag, eine Satzung für die Stadt Göttingen zu entwickeln, die dazu geeignet ist, die Zweckentfremdung von Wohnraum zu verhindern.

Dazu der Fraktionsvorsitzende Rolf Becker: „Bereits seit längerem setzen wir uns – sowohl durch eine Ratsinitiative als auch gegenüber der Landesebene – dafür ein, der Zweckentfremdung von Wohnraum durch Leerstand wirksam begegnen zu können. Bisher waren uns als niedersächsischer Kommune hier die Hände gebunden, da ein entsprechendes Gesetz auf Landesebene fehlte. Dieses ist nun in greifbarer Nähe.“

Thomas Harms„Der unseligen Zweckentfremdung von Wohnraum in dieser Stadt muss endlich der Garaus gemacht werden. So wie in Kirchen keine Kartoffeln eingelagert werden sollen, dürfen aus Wohnungen keine Spekulationsobjekte gemacht werden“, ergänzt Thomas Harms (Abb.), Pastor und Grüner im Ausschuss für Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau zu den „teilweise haarsträubenden Zweckentfremdungen“ von Wohnungen in der Stadt.

Aktuell ist auf Landesebene der Entwurf für ein Gesetz über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum in Abstimmung. Becker: „Wir freuen uns, dass Niedersachsen auf dem besten Wege ist, ein wirksames Instrument gegen Wohnraumzweckentfremdung zu gestalten.“ Die Grünen gehen davon aus, dass das Gesetz Anfang 2018 in Kraft tritt. Ziel ihres Antrags ist, dass auch die entsprechende Göttinger Satzung zum 1.1. 2018 in Kraft tritt, sodass ab Jahresbeginn gegen Wohnraumzweckentfremdung wirksam vorgegangen werden kann.

Harms abschließend: „Wir wollen den vorhandenen Wohnraum dem Wohnraummarkt wieder umfänglich zugänglich machen, um die Wohnungsnot nicht nur durch neues Bauen zu lindern.“
Der Antrag im Wortlaut:Weitere Informationen

 

Kriminalität
Häufung von Fahrraddiebstählen erschreckt Ratsparteien
Sichere Stellplätze sollen Abhilfe schaffen / ADFC-Test lässt Göttingen gut abschneiden

Die Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen im Rat der Stadt sehen sich angesichts jüngst veröffentlichter Zahlen zum Fahrraddiebstahl darin bestätigt, dass sichere Radabstellanlagen in Göttingen dringend benötigt werden. Sie fordern deshalb die Verwaltung auf, einen gemeinsamen Antrag im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität zügig zu behandeln und noch in diesem Jahr sichere Stellplätze für (Elektro-) Fahrräder im Innenstadtbereich zu schaffen.

 
Diebstahl Werk von Sekunden: kaum gesicherte Räder in der CityFoto: L. Krey

Bereits in der Ratssitzung am 12. Mai hatten die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag zum Thema E-Mobilität auf den Weg gebracht. „Die Verwaltung wird beauftragt an vier Standorten im Innenstadtbereich (inkl. Bahnhofsbereich) sichere Stellplätze für jeweils bis zu fünf (Elektro-) Fahrräder einzurichten“, heißt es darin. Zwar wird der Radverkehr in Göttingen stark gefördert, doch gebe es angesichts der Zunahme „weder quantitativ noch qualitativ ausreichend sichere Fahrradstellplätze“, bemängelt Ausschussmitglied Uli Holefleisch (Grüne). Fahrraddiebstahl sei leider alltäglich geworden.

Vor allem ist er bestens organisiert, wie Recherchen von TV-Magazinen ergeben haben. Und: die Polizei ist ziemlich machtlos, sofern die Täter nicht unmittelbar beim Diebstahl gestellt werden. Im Westen der Republik beispielsweise existieren große Fahrrad-Umschlagplätze, die sich jedoch dem Zugriff der Justiz entziehen, solange kein konkreter Tatverdacht nachweisbar ist, weil sie sich auf Privatgelände befinden. Dort werden Unmengen von Rädern unter den Augen der Öffentlichkeit verschoben. Das dort lastwagenweise abtransportierte Diebesgut findet sich wenig später dann im Baltikum wieder, wie Recherchen mit eigens dafür präparierten Rädern ergeben haben.

Im aktuellen Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) wurde Niedersachsen als fahrradfreundlichstes Bundesland in Deutschland bezeichnet. Unter den Städten zwischen 100.000 und 200.000 Einwohnern konnte Göttingen bundesweit den Spitzenplatz belegen. „Dass ausgerechnet Göttingen mit seinem Radschnellweg bundesweit führt, bestätigt unsere Fahrradpolitik mit Weitsicht“, meinen die Landtags-Grünen dazu: Nur den Bestand zu erhalten bringe noch keine Verkehrswende, man müsse auch die Herausforderungen von morgen mitdenken und ins Handeln einfließen lassen. Deshalb: „Der Berufsradverkehr braucht Radschnellwege.“
„Auch wenn Göttingen jetzt einen ersten Platz belegt hat, so ist doch bei einer Gesamtnote von 3,3 noch einiges zu tun“, meint der verkehrspolitische Sprecher der Göttinger SPD-Fraktion, Volker Grothey. Besonders der häufige Fahrraddiebstahl und schlechte Führung an Baustellen sowie seltene Falschparkerkontrollen auf Radwegen wurden von den Befragten in Göttingen moniert.
 

Die von den Antragstellern geforderten „sicheren Abstellplätze“ können da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein, zumal sie ja nur E-Bikes berücksichtigen. Die werden zwar bevorzugt geklaut, das Gros der Diebstähle betrifft allerdings ganz normale – zumeist hochwertige – Räder. Folglich werden, so die Vermutung der Antragsteller, „aus Angst vor Diebstahl oder mutwilliger Zerstörung … teure Fahrräder häufig nicht benutzt; stattdessen werden ältere, zumeist weniger gute Fahrräder eingesetzt oder Radfahrten ganz unterlassen.“

„Ob eine Fahrt mit dem Fahrrad gestartet wird, hängt auch von den Bedingungen am Ziel ab“, meint der mobilitätspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Volker Grothey. „Das sichere Parken am oder in der Nähe des Zielpunktes beeinflusst die Entscheidung zu Gunsten der Fahrradnutzung.“ Mit der Einrichtung von fünf sicheren Abstellplätzen an vier verschiedenen Standorten sollen nun erste Erfahrungen gesammelt werden, ob und unter welchen Bedingungen die Plätze angenommen werden, mit dem Hauptaugenmerk auf zentrale Lage, praktische Handhabung und Schutz vor Diebstahl. Andere Kommunen haben bereits mit abschließbaren Fahrradboxen experimentiert, da könne man sich vielleicht etwas abgucken. Dem professionell organisierten Diebstahl allerdings wird dies wohl kaum Einhalt gebieten.
Der Rats-Antrag im Wortlaut:Weitere Informationen

 

Flächennutzungsplan
Grüne für Beschleunigung und Intensivierung des Wohnungsbaus
SPD: Flächenversiegelung „Meilenstein für die Weiterentwicklung unserer Stadt“

Mit ihrer Zustimmung zum vorliegenden Flächennutzungsplan (FNP) machen die Grünen im Rat den Weg frei für die gemeinsam mit der SPD initiierten Ratsbeschlüsse zur Beschleunigung und Intensivierung des Wohnungsbaus. Das klingt zunächst einmal sehr sozial, hat aber durchaus auch seine Kehrseiten. Würde man nämlich dieselben Formulierungen „Beschleunigung und Intensivierung“ beispielsweise auf die Landwirtschaft oder auf das Bevölkerungswachstum anwenden, so wird schlagartig deutlich, dass sich zunehmend verschärfende gesellschaftliche Problemfelder mit solchen Beschreibungen allenfalls temporär mildern lassen, keineswegs aber einer zukunftsfähigen Lösung im Sinne von Nachhaltigkeit zugeführt werden.

Nun wird man von einer SPD nicht allzuviel mehr verlangen können als ihr tradiertes Verhaftetsein in Forderungen nach vermeintlich sozialen „Fortschritten“, welche in Zeiten deutlicher Unterprivilegierung der Arbeiterschaft wohl ihre Berechtigung hatten, die es so jedoch heute gar nicht mehr gibt. Von einer relativ jungen Partei wie den Grünen müsste man hingegen mehr verlangen können als „Es sei an der Zeit, jetzt beschleunigt zu bauen“, wie der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Rat der Stadt, Rolf Becker, die Zustimmung seiner Fraktion begründet, denn: „Sollten wir das nicht schaffen, steigen die Immobilienpreise weiter, mit all den sozialen Folgen.“

Noch mal davongekommen: Areal für geplanten Golfplatz im Süden von Geismar (im Hintergrund)Foto: vs

Sollten sie es jedoch schaffen, werden die Grünen – und nicht nur sie – über kurz oder lang erneut vor die Wahl gestellt, welche Kleingärten oder anderen innerstädtischen Grünflächen sie wegen des zunehmenden Siedlungsdrucks anheim geben wollen oder – schlimmer noch – welche eigentlich schützenswerten Landschaften aus der näheren Umgebung plötzlich nicht mehr für schützenswert erachtet werden. Warum es so kommen wird? Weil bis heute niemand den politischen Mut aufbringt zu sagen: „Stopp – bis hierher und nicht weiter.“ Denn rote Linien sind längst schon überschritten. Und der Druck wird auch erkannt: „Viel Potenzial sehen die Grünen bei der weiteren Entwicklung von Elliehausen, es könnte auch den Druck aus der angespannten Diskussionslage am Holtenser Berg nehmen“, erklärt Becker.

Dass ihm die Zustimmung zum Flächennutzungsplan selbst nicht ganz geheuer ist, gibt er freimütig zu: „Trotz allem bleibt der FNP ein Kompromiss und aus Grüner Perspektive kritikwürdig.“ Statt massiv in die Nachverdichtung zu gehen oder neue Quartiere ganz bewusst zu gründen, werde die Stadt überall in Fortführung der aktuellen Wohnbebauung weiter ausgefranst. Man wolle deshalb die Umsetzung der Planungen „kritisch-konstruktiv“ begleiten. Die grüne Vorsitzende im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität, Sabine Morgenroth, hält ihrer Partei entschuldigend zugute, dass es wenigstens gelungen sei, „einige besonders schützenswerte Flächen im Außenbereich aus der Flächenbevorratung herauszunehmen und im Landschaftsschutz zu belassen“ und zählt dabei den avisierten Golfplatz südlich von Geismar auf, das Areal um den Bismarckstein und den Helmsgrund.

Was sie nicht sagt, aber zwischen den Zeilen herauszulesen ist: dass einige ursprünglich schützenswerte Flächen nun plötzlich nicht mehr schützenswert sind und – so darf man bei andauerndem und politisch gefördertem Siedlungsdruck prognostizieren – auch diese Schutzgebiete einmal dem politischen Opportunismus zum Opfer fallen werden. Da stellt sich dann ein grundsätzliches Problem der Grünen: wollen sie eine etablierte, glattgeschliffene 15-Prozent-Partei bleiben oder sich auf ihre ursprünglichen Werte besinnen, auch auf die Gefahr hin, zunächst bei fünf bis acht Prozent vor sich hin zu dümpeln. Aber davon scheinen sie ja gar nicht mehr allzu weit entfernt zu sein. Sie sollten es als Chance begreifen.

SPD: „Meilenstein für die Weiterentwicklung unserer Stadt“
Der neue Flächennutzungsplan sei ein „Meilenstein für die Weiterentwicklung unserer Stadt und ihrer Ortsteile“, sekundiert auch die baupolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sylvia Binkenstein, der alte sei zahlreichen „neuen Herausforderungen“ nicht mehr gerecht geworden. Das war nicht anders zu erwarten. Denn Arbeitsplätze zu schaffen und dafür Wohnraum bereit zu stellen, „die Belange der Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie … Standorte für Gewerbe und Industrie“ expandieren zu lassen, auch wenn dabei immer mehr Lebensressourcen flöten gehen, kann in den Augen von Sozialdemokraten nur sozial sein. Da muss man nicht lange über Spätfolgen solcher zahlreichen „neuen Herausforderungen“ nachdenken, das können andere Generationen später tun. So hofft man, mit kurzfristigen und wohl auch kurzsichtigen Erfolgen die Wähler bei der Stange zu halten, was aber nun schon dreimal in die Hose gegangen ist.

Vorausschauendes Denken und über spätere Konsequenzen nachdenken? Fehlanzeige. Da unterscheiden sich die beiden Göttinger Koalitionäre nicht allzu sehr. Die Geister, die man regelmäßig ruft, indem man Wachstum mit Wohlstand gleichsetzt, bekommt man heute kaum noch in die Flasche zurück. Man will es wohl auch gar nicht, weil es Wählerstimmen kosten würde. So unterbleibt, was eigentlich erforderlich wäre, schiebt man wesentliche Probleme, die längst gelöst werden müssten (und könnten), immer weiter vor sich her, weil man die Bürger mit nicht einlösbaren Versprechungen jahrzehntelang „angefüttert“ hat. Sie hätten längst „abgestillt“ werden müssen.

Dass die Bundesregierung genug für den Umweltschutz tue – dieser Meinung sind nach einer Studie des Umweltministeriums vom April dieses Jahres lediglich neun Prozent der Befragten. Dabei folgt der Umweltschutz nach ihren Aussagen in der Rangordnung der aktuell wichtigsten Probleme gleich an dritter Stelle, hinter Zuwanderung und Kriminalität. Doch so autoverwöhnt, wie sie von der Politik umworben werden, so inkonsequent sind sie: zwar geben 61 Prozent der Autofahrer in Großstädten an, zu einem Umstieg auf andere Verkehrsmittel bereit zu sein, verwirklichen tun sie es aber nicht. Angeblich stehen dem zu hohe Hürden, will heißen: Unbequemlichkeiten entgegen.
Im Mikrokosmos Göttingen kann man es nachvollziehen.

 

Verkehr
UBA: Deutlich mehr Geld für Busse und Bahnen nötig
Nur strikter Subventionsabbau setzt ausreichend Geld für attraktiven ÖPNV frei

Schlechte Luft, Lärm, Staus, zu wenig Grün – viele Menschen in Städten plagen diese Probleme. In einer neuen Publikation skizziert das Umweltbundesamt (UBA), wie eine Stadt der Zukunft aussehen kann, die lärmarm und grün ist und in der die Menschen umweltfreundlich unterwegs sind. Kernelement dieser „Stadt für Morgen“: ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr.

Alexander Dobrindt
 
Umweltschädliche Subventionen für mehr als 28 Milliarden Euro: Automobilförderer und Witzfigur Alexander Dobrindt (CSU) – hier im Karneval
Foto: Kandschwar

Ergänzt wird dieser um Fuß- und Radverkehr sowie elektrisch angetriebene, automatisiert fahrende Carsharing-Autos. Saubere Luft, Ruhe und mehr Grün in der Stadt – das gehe nur mit mehr Bussen und Bahnen und mit weniger Autos. Der öffentliche Personennahverkehr sei das Rückgrat der Stadtmobilität, so das Umweltbundesamt. Er müsse aber gestärkt werden und vor allem ausreichend finanziert sein. „Wenn wir umweltschädliche Subventionen endlich abbauen und die Gelder in den ÖPNV umschichten, gelingt das auch“, so UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Möglich wäre es: Die umweltschädlichen Subventionen des Verkehrssektors belaufen sich derzeit auf mehr als 28 Milliarden Euro pro Jahr. Für einen leistungsstarken ÖPNV wären pro Jahr nur rund elf Milliarden Euro nötig (Angabe des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, VDV).

Die Analyse des UBA zeigt außerdem: Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern benötigen nicht mehr als 150 Fahrzeuge pro 1.000 Einwohner, um eine uneingeschränkte Mobilität anzubieten. Diese wären als Carsharing-Fahrzeuge unterwegs und könnten jederzeit von den Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden. Bei weniger als 150 Pkw brauchen die Fahrzeuge auch nahezu keine öffentlichen Stellplätze mehr. Straßen und Parkplätze würden nach und nach zu Grün- und Aufenthaltsflächen oder zu Bauland, um innerstädtischen Wohnraum zu schaffen. Zudem bekäme der Radverkehr mehr Raum und es entsteht mehr Platz für den Ausbau des ÖPNV. In deutschen Großstädten mit über 100.000 Einwohnern gibt es derzeit im Schnitt etwa 450 Pkw pro 1.000 Einwohner.

Damit die Menschen in der Stadt für Morgen genauso mobil sind wie heute, müssten die Alternativen zum eigenen Pkw deutlich attraktiver werden. Dies belegt auch ein weiteres gerade abgeschlossenes Forschungsprojekt des UBA: Demnach funktioniert Carsharing besonders gut, wenn es mit ÖPNV und Leihfahrrädern verknüpft ist. Carsharing kann jedoch nur maximal 15 Prozent der Verkehrsleistung in größeren Städten einsparen. Krautzberger: „Carsharing kann den ÖPNV ergänzen, aber nicht ersetzen. Wenn wir umweltfreundlich mobil sein wollen, geht das nur mit einem stark verbesserten ÖPNV. Unser Ziel sollte sein, ohne eigenes Auto in der Stadt genauso mobil zu bleiben. Es wird aber auch immer Autos in Großstädten geben, man kann eben nicht alles mit dem ÖPNV transportieren.“

„Die letzte Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten zeigt, wir hier drohen als Stadt in eine Falle zu laufen. Die Autofahrten im Kernbereich der Stadt nehmen wieder zu, die Fahrten mit dem Rad zwar auch, aber der ÖPNV verharrt, weil als zu unkomfortabel empfunden, auf der Stelle. Und das bei steigenden Kosten.
Gut, dass wir jetzt anfangen, E-Mobilität bei den Bussen umzusetzen, um die Emissionen im Stadtbereich zu reduzieren, aber für die Göttinger Verkehrsbetriebe bedeutet dies erst einmal zusätzliche Kosten, und das ohne einen einzigen zusätzlichen Fahrgast. Der Umbau der GöVB zum Mobilitätsdienstleister kann so nicht gelingen. Wenn wir hier weitermachen wie bisher, wird der Betrieb mehr als 10 Mio. Euro Defizit im Jahr haben und wir werden uns hier im Rat und in der Öffentlichkeit in einem fruchtlosen Streit Linienkürzungen versus Fahrpreiserhöhungen verfangen.
Einen Ausweg aus diesem Dilemma könnte eine Bürger/innenkarte für alle Menschen in Göttingen und den umliegenden Gemeinden bieten. Eine Bürgerkarte, die finanziert durch alle erwachsenen Einwohner/innen des Gebiets, allen eine ÖPNV-Mobilität ermöglicht. Die Grundidee kennen Sie vom Semesterticket für Studierende. Über diese Bürger/innenkarte und ihre Finanzierung müsste selbstverständlich erst einmal eine offene Diskussion mit den Bürger/innen geführt werden. Sicher kein einfaches Ansinnen, aber eines, dessen Umsetzung viele unserer Mobilitätsprobleme lösen würde, angefangen von der krankmachenden Luftverpestung im Kernbereich der Stadt, den Parkplatzproblemen und dem stockenden Verkehr bis hin zur Reduktion der Unfallgefahr und Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.
Insbesondere unter sozialpolitischer Perspektive ein begrüßenswertes Projekt: Sind es doch überwiegend die weniger vermögenden Menschen, die an besonders schadstoffbelasteten Straßen wohnen und oft selbst über keinen eigenen Pkw verfügen. Alleine allerdings können Kommunen den notwendigen Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs nicht finanzieren, hier sind Bund und Länder gefordert. Der Umbau der GöVB zum umfassenden Mobilitätsdienstleister würde aus unserer Sicht zudem die Verwirklichung der E-mobilen City-Logistik und weitere Aufgaben mehr beinhalten.“
Fraktions-Chef Rolf Becker (B90/Grüne) in seiner Rede zum Haushalt am 17.03. 2017

 

Klimabilanz 2016
Verkehr und kühle Witterung lassen Emissionen steigen
Fast 4 Mio. to mehr Treibhausgase als 2015 – Verkehrssektor sogar über Niveau von 1990
Umweltbundesamt empfiehlt Kontingentierung und Handel mit Flächenzertifikaten

In Deutschland wurden 2016 insgesamt fast 906 Mio. Tonnen Treibhausgase freigesetzt – etwa 4 Millionen Tonnen mehr als 2015. Das zeigen aktuelle Prognose-Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA). Am stärksten gestiegen sind die Emissionen im Verkehrssektor: Hier sind es 5,4 Millionen Tonnen mehr als 2015, ein Plus von 3,4 Prozent.

Der Anstieg der Verkehrsemissionen geht vor allem darauf zurück, dass mehr Diesel getankt wurde und der Straßengüterverkehr um 2,8 Prozent gewachsen ist. „Die Klimagasemissionen des Verkehrs liegen mittlerweile 2 Millionen Tonnen über dem Wert von 1990. Wenn sich im Verkehrssektor nicht bald etwas bewegt, werden wir unsere Klimaschutzziele verfehlen. Die Effizienzsteigerungen bei Fahrzeugen sind durch das Verkehrswachstum auf der Straße verpufft“, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, seine Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu mindern, derzeit ergibt sich nur eine Minderung von 27,6 Prozent.

Anders als auf der Straße erlebte der klimafreundliche Schienengüterverkehr 2016 einen Rückgang bei den transportierten Tonnenkilometern um 0,5 Prozent. Grund sind die zu niedrigen Mautsätze für Lkw und die günstigen Spritpreise. Letztere führten zu einem Plus von 3,5 Prozent beim Dieselabsatz (Benzin: plus 2 Prozent). Krautzberger: „Für eine Verkehrswende sollte die Maut auf das gesamte Straßennetz und auf alle Lkw-Klassen ausgeweitet werden. So können wir die Umweltschäden durch Treibhausgase und Lärm den Verursachern besser anlasten.“

Umweltbundesamt empfiehlt Kontingentierung und Handel mit Flächenzertifikaten
In Deutschland werden jeden Tag 66 Hektar Fläche verbraucht. Diese Zersiedelung hat erhebliche negative Folgen für die Umwelt. Die Bundesregierung hat sich deshalb in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu senken – bis 2030 soll er weniger als 30 Hektar betragen. Der in einer Studie des Umweltbundesamts (UBA) entwickelte Aktionsplan Flächensparen zeigt: Das derzeitige Bau- und Planungsrecht reicht allein nicht aus, um das „30 Hektar-Ziel“ zu erreichen. Das Ziel muss verbindlich festgelegt werden, die Fläche nach einem festen Schlüssel auf die Länder und weiter auf die Kommunen verteilt werden. Die Umsetzung könnte durch einen kommunalen Handel mit Flächenzertifikaten erfolgen, dessen Praxistauglichkeit in einem bundesweiten Modellversuch bereits erfolgreich erprobt wurde.

UBA-Präsidentin Krautzberger: „Der Flächenverbrauch zählt zu den drängenden Umweltproblemen in Deutschland. Jeden Tag bebauen und versiegeln wir 66 Hektar Land – eine Fläche etwa so groß wie 90 Fußballfelder. Die Landschaft wird immer weiter zersiedelt. Boden und Grundwasser werden belastet, die Lebensräume vieler Arten zerstört, mehr Verkehr führt zu mehr Lärm und Abgasen. Unser Flächenverbrauch ist immer noch mehr als doppelt so hoch wie ursprünglich von der Bundesregierung bis 2020 angestrebt. Das Ziel ist klar: Wir müssen unseren Flächenverbrauch reduzieren. Das werden wir nur durch Kontingentierung und verbindliche Mengenbegrenzungen erreichen.“Weitere Informationen

 

Wiedergutmachung
Stadt will dieses Jahr 300 Bäume pflanzen
Schwaches Trostpflaster für dauerhafte Flächenversiegelungen

eb/pdg — Klingt gut: Ab dem 20. März bis Ende April will die Stadt rund 200 Neuanflanzungen nicht nur zum Ersatz für im vergangenen Winter gefällte Bäume, sondern auch zur Mehrung des vorhandenen Baumbestandes sowie zur Kompensation versiegelter Flächen durchführen. Weitere 100 Pflanzungen sollen dann im Herbst erfolgen. Das mag zwar die fortschreitende Umweltzerstörung – auch in Göttingen – vielleicht ein wenig lindern, verhindern aber tut es sie nicht. Was so gut klingt, ist teilweise nur Augenwischerei.

Insgesamt sollen in diesem Frühjahr rund 130 Bäume durch Mitarbeiter des Baubetriebshofes an Straßen und in Park- und Grünanlagen in die Erde kommen. Die Jungbäume stammen aus einer Baumschule in Wahlsburg / Lippoldsberg, die nach entsprechender Ausschreibung den Auftrag für die Lieferung in diesem Jahr erhalten hat. Weitere ca. 70 Baumpflanzungen werden an ansässige Firmen des Garten- und Landschaftsbaues vergeben. Größere Pflanzungen finden in den nächsten Wochen am Kiessee (16 Bäume: ein Speierling, sechs Zier-Kirschen, jeweils drei Rotbuchen, Weißtannen und Sommerlinden), auf dem Bartholomäus-Friedhof (22 Bäume: elf Zuckerahorn, acht Zerr-Eichen und drei Walnüsse) und an der Kiesseestraße (sieben Ulmen) statt.

Baumfällung
 
„Fortschritt“ durch Versiegelung: Im Ringen mit der Stadtentwicklung zieht die Natur immer den Kürzeren Foto: vs

Weil Bäume eine wichtige ökologische Funktion erfüllen und die Stadt attraktiv machen, so die Verwaltung, schöpft der Fachbereich die vorhandenen finanziellen Mittel jedes Jahr vollständig aus. Das muss er wohl auch, wird diese wichtige ökologische Funktion an anderer Stelle doch durch massive städteplanerische Eingriffe systematisch und dauerhaft wieder gestört. Die vom Gesetzgeber nach dem Bundesnaturschutzgesetz vorgeschriebenen „Ausgleichsmaßnahmen“ mit dem darin geregelten generellen Verschlechterungsverbot für Natur und Landschaft sind da nur scheinbar ein probates Mittel, dieser dauerhaften Zerstörung Einhalt zu gebieten. Denn eine Baum­an­pflanzung als Ersatzmaßnahme für die Zerstörung des Bodens durch Versiegelung kann allenfalls den Verlust der Luftqualität kompensieren, den Verlust des Bodens selbst hingegen nicht. Und in der Folge auch nicht den Artenschwund, der sich immer mehr beschleunigt und billigend in Kauf genommen wird.

„Nun geht es darum, gemeinsam die Erwartungen an Grüne Lösungen und Ideen zu erfüllen und Grüne Antworten auf die anstehenden Herausforderungen zu liefern", erklärt passend zum Thema aber ganz unabhängig davon die gerade zur Sprecherin des Grünen-Kkreisvorstands gewähle Viola von Cramon. Man brauche „für die nächsten Monate … einen schlag­kräf­tigen, mutigen und selbstbewussten Kreisvorstand“. Na dann.  

„Die große Herausforderung ist nicht das Pflanzen selbst, sondern sind die Bewässerung und Pflege bis zum vollständigen Anwachsen am Standort“, meint die der städtischen Bauverwaltung unterstellte Leiterin des Fachbereichs Stadtgrün und Umwelt, Gudrun Friedrich-Braun. Als der Mensch noch nicht so massiv in die Natur eingegriffen hatte wie es heute der Fall ist, konnte diese Herausforderung die Natur noch selbst übernehmen – und auch lösen. Jetzt, wo man meint, im Rahmen permanenter stadtplanerischer Überlegungen lenkend eingreifen zu müssen, kostet ihn diese Herausforderung glatt bis zu 1.500 Euro – für die Vorbereitung des Standortes, die Pflanzware, für Substrat, Verankerung, Bewässerungs- und Belüftungsset, Gehwegangleichungen sowie die Fertigstellungs- und schließlich Entwicklungspflege. Für Pflanzungen in Park- und Grünanlagen – dort gibt es ja noch Reste kultivierter Natur – sind der Aufwand und damit auch die Kosten etwas geringer.

Kosten, die man zumindest teilweise vermeiden könnte, wenn kompensatorische Maßnahmen gar nicht erst erforderlich würden – wenn also Flächenversiegelungen endlich einmal Einhalt geboten würde, für die solche Baumanpflanzungen nur scheinbar ein adäquater Ersatz sind. Entsiegelt nämlich wird dadurch kein einziger Quadratmeter unserer Lebensgrundlage.

 

Finanzen
Verwaltung soll Geld künftig nachhaltig anlegen
Neue Richtlinie für Kapitalanlagen / Verwaltungshandeln selbst nicht betroffen

Die Stadt Göttingen wird ab April einen Teil ihres Kapitals nur noch dort anlegen, wo mit diesem Geld nachhaltig gewirtschaftet wird. Damit haben die Göttinger Grünen ein wichtiges kommunalpolitisches Ziel erreicht, das sie erst im November letzten Jahres in einem Antrag im Rat formuliert und auf den Weg gebracht hatten. Göttingen zählt damit nach Münster und Stuttgart zu einer der ersten Städte in Deutschland, die eine solche halbwegs nachhaltige Strategie bei der Anlage ihres Finanzvermögens verfolgen.

B90/Die Grünen
Dringlichkeitsantrag zum Parkplatzausbau am Kiessee
 

Zur Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke am 9. März hatten die Grünen wegen der Parkplätze, die die Stadtverwaltung aktuell eigenmächtig errichten lässt, einen Dringlichkeitsantrag gestellt. Darin fordern sie u.a., dass der Ausbau „unverzüglich bis auf Weiteres gestoppt“ wird, verweisen auf die aktuellen Befragungsergebnisse zur gestiegenen Autonutzung der Bevölkerung und verlangen die Umsetzung der vom Rat beschlossenen Umwelt- und Klimaschutzziele.

 

Die Fahrradstadt Münster hatte sich bereits zur Zeit der Göttinger Antragstellung dazu verpflichtet, sich nicht an Unternehmen zu beteiligen, die Kinderarbeit zulassen, Militärwaffen herstellen oder vertreiben, die Atomenergie erzeugen oder auf nicht nachhaltige und klimaschädliche Energien setzen oder die Schiefergasgewinnung (Fracking) betreiben. Die nun beschlossene „Richtlinie für Kapitalanlagen der Stadt Göttingen“ betrifft hauptsächlich das Vermögen von Stiftungen und Pensionsrücklagen – zusammen immerhin knapp 80 Millionen Euro – schließt aber auch die städtischen Gesellschaften mit ein.

Sicherheit geht vor Ertrag, heißt es in der neuen Richtlinie, die Geldanlage darf deshalb „überwiegend nur in solchen Bereichen erfolgen, in denen eine Rückzahlung des gesamten nominalen Anlagekapitals gewährleistet werden kann“. Im neu hinzugekommenen §11 ist nun geregelt, dass für „alle Kapitalanlagen … der Grundsatz der Nachhaltigkeit im Sinne der Definition der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (sogenannte „Brundtland-Kommission“) gilt, worunter nicht nur die auch für Münster geltenden Kritierien aufgelistet werden, sondern in einer recht unverbindlichen Empfehlung zusätzlich auch noch weitere ethische Grundsätze „anzustreben“ sind, etwa keine Beteiligung an Gen-Tech-Unternehmen oder solchen, die Tierversuche für die Herstellung von Kosmetika durchführen, keine Beteiligung auch an Unternehmen, denen eklatante Bestechungs- oder Korruptionsfälle nachgewiesen worden sind.

 
Nachhaltigkeit bedeutet, nicht mehr zu verbrauchen oder zu zerstören, als sich auf natürliche Weise wieder regenerieren kann. Was mit kleinen zusätzlichen Parkflächen am Kiessee anfängt und weitere Verkehre nach sich zieht, hört schließlich bei der dauerhaften Landschaftszerstörung auf. Hier bei Houston/Texas.Foto: Dhanix

„Wenn wir Geldanlagen tätigen, dann geben wir den Firmen die Möglichkeit, mit diesem Geld zu investieren. Fördern sollten wir also da, wo wir den Investitionszweck gutheißen, nicht da, wo die größte Rendite lockt“, erklärt die finanzpolitische Sprecherin der Grünen, Dagmar Sakowsky, das Prinzip. Es geht in der Anlagerichtlinie folglich um den Boykott von Geldanlagen, die den eigenen Zielen widersprechen und damit potenziell einen Bumerang-Effekt auslösen. „Wenn wir nachhaltig investieren, hat das in dreifacher Hinsicht unschätzbare Vorteile“, meint Sakowsky: „Die Finanzen sind langfristig auf ein sicheres Fundament gestellt, wir fördern unsere nachhaltigen Klimaschutzziele und wir entziehen Firmen, die gegen grundsätzliche ethische Normen verstoßen, die Finanzierungsgrundlage.“ Jetzt sei es wichtig, dass sich das Divestment noch in weiteren Kommunen, auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene durchsetzt.

Allerdings nutzen selbst die besten Kapitalanlagen nichts, solange man vor Ort mit der Nachhaltigkeit recht berserkerhaft umgeht. Gerade erst feierten Stadtverwaltung und SPD beispielsweise die Planierung von Flächen zugunsten weiterer Autostellplätze am ehemaligen Erholungs- und mittlerweile Eventgebiet Kiessee als großartigen Erfolg, ermöglicht sie doch motorisierten Besuchern eine noch bequemere Anreise zu Funsport und Feiern in den benachbarten Vereinsheimen – und zieht damit weitere Verkehre in die schon jetzt hochbelasteten umgebenen Straßen. Es ist dies – wie etwa auch ein geplanter Hotelneubau in der Leine-Aue – nur eines von vielen Negativ-Beispielen in dieser Stadt, das einer unhinterfragten Wachstumsideologie insbesondere in der Göttinger Stadtentwicklung geschuldet ist.

Kreditinstitute oder sonstige Finanzdienstleister dürfen übrigens jetzt nur noch unter Beachtung der neuen Anlagengrundsätze mit der Vermögensbetreuung beauftragt werden, heißt es in der Richtlinie weiter. Bei einer erstmaligen Beauftragung sollen die darin formulierten Grundsätze als Vertragsbestandteil in die Vermögensverwaltungsverträge einbezogen werden. Was nicht heißt, dass Kreditinstitute in ihrem sonstigen Geschäftsgebaren mit anderen Partnern solche Verhaltensweisen ebenfalls an den Tag legen müssen, sie vielmehr nach wie vor konterkarieren können. Die von Dagmar Sakowsky postulierten „unschätzbaren Vorteile“ sind deshalb lediglich relativ, vielleicht gar Augenwischerei. Konsequenter wäre es vielmehr, Finanzdienstleister, die auch in nicht nachhaltige Projekte investieren – die also ökologisch verwerflich handeln – generell von der Vermögensverwaltung auszuschließen.

Solche humanistisch orientierten Kreditinstitute gibt es durchaus. Wer etwa auf die Website der EthikBank gerät, eine zum Verbund der Volksbanken gehörige Direktbank, erfährt dort sofort an herausragender Stelle, dass „Basis aller Geschäfte […] ihre sozialökologische Anlagepolitik – ein Mix aus Tabu- und Positivkriterien [ist]. So investiert die EthikBank das Geld ihrer Kunden nicht in Rüstungsgeschäfte, Atomkraft oder in Unternehmen, die Kinderarbeit zulassen.“ Es folgt eine ganze Reihe weiterer Selbstverpflichtungen, die deutlich über jene jetzt für die Stadt Göttingen beschlossenen oder lediglich anzustrebenden hinausgehen. Und: Auch „die Unternehmen, die Geld von der EthikBank bekommen, müssen sich aktiv für eine nachhaltige Wirtschaftsweise engagieren“.

Die EthikBank ist nicht die einzige Bank, die sich ethisch-ökologischen Ansprüchen verschrieben hat und mit der sich ein „Bumerang-Effekt“ wohl wirklich vermeiden ließe (weitere Banken etwa unter https://utopia.de/bestenlisten/die-besten-gruenen-banken/). Kommunen könnten also noch sehr viel mehr bewegen, wenn sie denn wollten. Dazu allerdings müssten sie sich erst einmal aus der institutionellen Umklammerung mit den Sparkassen lösen – und der ein oder andere Kommunalpolitiker oder Verwaltungsfunktionär liebgewordene Vergünstigungen drangeben.

 

Kriminalstatistik 2016
Göttinger Polizei klopft sich selbst auf die Schulter
Sinkende Fallzahlen, aber Zunahme von Cybercrime und Gewalt gegen Beamte

Viel Eigenlob bei der Göttinger Polizei: Uwe Lührig, nicht ganz uneitler Präsident der Polizeidirektion Göttingen, hat jetzt die Kriminalstatistik des vergangenen Jahres vorgestellt und kommt zu einem erfreulichen Ergebnis. „Die Bürgerinnen und Bürger können sich auf ihre Polizei verlassen. Sie leben in unserem Zuständigkeitsbereich sehr sicher“, vermeldet Lührig stolz. Das mag zwar die Statistik hergeben – und Statistiken geben vieles her, je nachdem, mit welchen Zahlen und Bezugsgrößen man jongliert – nur sollte man solche Urteile besser den Bürger/innen überlassen. Ob die allein in den letzten Tagen von Einbrüchen, versuchtem Handy-Raub oder Anmache betroffenen Personen eine solche Einschätzung teilen, bleibt dahingestellt.

 
Neue Dunkelfeldstudie
Die Kriminologische Forschungsstelle (KFST) des Landeskriminalamtes Niedersachsen (LKA NI) führt von März 2017 an eine weitere Befragung zum Dunkelfeld der Kriminalität in Niedersachsen, darunter auch in Göttingen, durch. Mit der in dieser Form bundesweit einzigartigen Erhebung machte sich das LKA NI bereits mit einer ersten und zweiten Befragung im März 2013 und Februar 2015 auf den Weg, um Informationen über die nicht zur Anzeige gebrachte Kriminalitätslage in Niedersachsen zu erlangen. Die Erkenntnisse dieser von Beginn an auf Wiederholbarkeit angelegten Studie ergänzen die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS).Weitere Informationen

Das soll keineswegs die Verdienste der Ordnungshüter schmälern, die einen ziemlich undankbaren Job zu verrichten haben und oftmals für Auseinandersetzungen den Kopf hinhalten müssen, die in einer Zivilgesellschaft eigentlich selbstregelnd erledigt werden oder gar nicht erst auftauchen sollten – und das bei einer extrem angespannten Personalsituation. So lässt sich beispielsweise der neue Ermittlungsschwerpunkt „Wohnungseinbruch“ nur bewerkstelligen, indem an anderer Stelle möglicherweise Personalressourcen abgezogen werden müssen. Wenn also in der aktuell vorgelegten Statistik stolz von „sinkenden Fallzahlen“ die Rede ist, so sind damit doch immerhin noch mehr als 79.000 Delikte gemeint und die ebenso stolz genannte stabile Aufklärungsquote von knapp 63 Prozent bedeutet eben auch, das mehr als 29.000 kriminelle Handlungen ohne Konsequenzen bleiben. Ganz ohne Zweifel ist angesichts solcher Zahlen hier auch die Politik gefragt.Weitere Informationen

 

Umwelt
Energiewende scheint zu wirken – nur nicht beim Verkehr
Stickstoffdioxid weiter Schadstoff Nummer 1 bei der Luftqualität

2015 wurden in Deutschland insgesamt 901,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Das sind 2,3 Millionen Tonnen bzw. 0,3 Prozent weniger als 2014 und 27,9 Prozent weniger im Vergleich zu 1990. Dies zeigen die Berechnungen, die das Umweltbundesamt (UBA) jetzt an die Europäische Kommission übermittelt hat. Jedoch war die Luft in deutschen Städten zu stark mit Stickstoffdioxid belastet. Das zeigt die Auswertung der vorläufigen Messdaten der Länder und des Umweltbundesamtes (UBA). An gut 57 Prozent der verkehrsnahen Messstationen wurde der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) im Jahresmittel überschritten. Seit 2010 zeigt sich ein nur leicht abnehmender Trend.

Alte Dieselautos besonders problematischFoto: Amada44

Die größten Minderungen erzielte mit 11,8 Millionen Tonnen die Energiewirtschaft. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: „Die Energiewende beginnt zu wirken. Immer mehr Strom stammt aus Sonne, Wind oder Wasser und nicht mehr aus Kohle oder Öl. Das zeigt sich in weiter sinkenden Emissionen. Jetzt heißt es aber dranbleiben: Um unser Klima zu schützen und die Klimaziele von Paris zu erreichen, müssen wir schrittweise komplett aus der Kohleverstromung aussteigen.“

Im Verkehrssektor, der hier in die Emissionen des Energiesektors eingerechnet ist, sind die Treibhausgasemissionen dagegen erneut leicht angestiegen. Mit 160,8 Millionen Tonnen wurden in 2015 knapp 0,7 Millionen Tonnen CO2 -Äquivalente mehr als im Vorjahr emittiert. Verantwortlich für den Anstieg sind gestiegene Fahrleistungen im Straßenverkehr. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort. „Die Zahlen zeigen: Nur mit der Elektromobilität haben wir eine Chance, die Emissionen des Verkehrs zu senken“, so Krautzberger.

Deutliche Fortschritte beim Feinstaub
2016 sei das Jahr mit den niedrigsten Belastungen seit 2000, sstellt das UBA fest. Auch die Ozonkonzentrationen waren im Vergleich zu den letzten 20 Jahren eher niedrig. Für Ozon und Feinstaub werden aber weiter die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Werte deutlich überschritten; diese sind wesentlich strenger als die geltenden EU-Grenzwerte.

„Schuld sind in den Städten vor allem alte Diesel-Autos“, stellt Maria Krautzberger fest. „Es kann aus Sicht des Gesundheitsschutzes nicht akzeptiert werden, dass die Kommunen keine Handhabe haben, um beispielsweise Dieselautos mit hohem Ausstoß aus den belasteten Innenstädten auszuschließen. Deutschland ist auch gegenüber der EU verpflichtet, für saubere Luft in den Städten zu sorgen. Dazu kann die Blaue Plakette einen wichtigen Beitrag leisten. Die Kommunen brauchen eine bundeseinheitliche Regelung, die festlegt, wer die blaue Plakette bekommt und wer nicht. Schließlich geht es darum, die Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger zu schützen.“Weitere Informationen

 

Kurz & bündig
Politik · Wirtschaft · Gesellschaft


Politik und Verwaltung

Verwaltung
Ausschuss- und Ortsratssitzungen
Sommerpause
Einzelheiten zu den Sitzungen auf Seite 1

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Paradiesische Zeiten für Fische
Regen macht Stadt zu schaffen
Entsorgungszentrum Königsbühl geschlossen

Die anhaltenden Regenfälle hinterlassen auch im Göttinger Stadtgebiet Spuren:
Hochwasser Der hohe Wasserpegelstand der Leine behindert die Zufahrt zum Entsorgungszentrum Königsbühl. Anlieferungen sind weder zum Bioenergiezentrum noch zur Bauabfallverwertungsanlage möglich. + Die Hennebergstraße in Weende ist aufgrund eines Wasserrohrbruchs bis voraussichtlich Freitag, 28. Juli, gesperrt + Um 6.22 Uhr musste der städtische Baubetriebshof am Dienstagmorgen (25. Juli) den Sandweg sperren + Die Berufsfeuerwehr verzeichnet eine wachsende Zahl von Einsätzen im Stadtgebiet, z.B. wegen unter Wasser stehender Keller+ Offene Baustellen sind „zugelaufen“, z.B. die entsorgte Kieselrot-Fläche an der Astrid-Lindgren-Schule + Wasser ist in die Versorgungsschächte auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus eingetreten + Die Zufahrt zum Entsorgungszentrum Königsbühl der Göttinger Entsorgungsbetriebe ist seit Dienstagmittag (25. Juli) gesperrt + Auf dem Parkfriedhof Junkerberg mussten Wegeflächen gesperrt werden. Sichtbar sind nach Angaben der Friedhofsverwaltung zahlreiche eingebrochene Grabgruften + Der Bauhof kontrolliert die wasserbautechnischen Anlagen in der Stadt + Der Aushub aus den Bohrlöchern der Kuqua-Baustelle muss zwischengelagert werden, da er zu nass ist, um deponiert zu werden + Ansonsten vermelden die Hoch- und Tiefbauverwaltung sowie die Göttinger Sport und Freizeit GmbH keine besonderen Vorkommnisse + Die Berufsfeuerwehr beobachtet aufmerksam die Entwicklung des Pegels der Leine im Stadtgebiet, der gegen 13.30 Uhr am 25. Juli bei 1,90m lag. Prognose: Steigend + Ein Ausflug in die Leineaue ist gegenwärtig nicht empfehlenswert.

Ehrung
Gedenktafel für Paul Bernays
Paul Bernayspdg — Zu Ehren des Mathematikers Paul Bernays wird Göttingens Kulturdezernentin Petra Broistedt am 26. Juli um 17.00 Uhr am Gebäude Nikolausberger Weg 43 eine Gedenktafel enthüllen. Die Laudatio hält Prof. Dr. Michael Rathjen von der University of Leeds.
Paul Bernays wurde am 17. Oktober 1888 in London als Sohn einer deutsch-jüdischen Familie geboren und wuchs ab 1895 in Berlin auf, wo er 1907 sein Abitur ablegte und sein Studium begann. Ab 1909 studierte Bernays in Göttingen und wurde 1912 bei Edmund Landau promoviert; zudem engagierte er sich intensiv im Kreis des Philosophen Leonard Nelson. Von 1913 bis 1917 war er als Privatdozent in Zürich tätig, bis ihn David Hilbert zurück nach Göttingen holte, wo er zunächst als Assistent und von 1922 an als außerordentlicher Professor am Mathematischen Institut der Georg-August-Universität Göttingen forschte und lehrte.
Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde Paul Bernays mit Richard Courant, Emmy Noether und anderen 1933 von den Nationalsozialisten entlassen und kehrte nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin 1934 nach Zürich zurück, wo er sich mit einer spärlich besoldeten Dozentur über Wasser hielt. 1945 wurde er zum Extraordinarius der ETH Zürich ernannt. Bernays emeritierte 1959 und starb am 18. September 1977 in Zürich.
Er war ein international renommierter Mathematiker, dessen akademischer Werdegang in keiner Weise seiner wissenschaftlichen Bedeutung entspricht, weil die Entlassung aufgrund seiner jüdischen Herkunft eine adäquate Karriere verhinderte. Bernays baute ab 1917 gemeinsam mit David Hilbert dessen Beweistheorie aus und avancierte zur treibenden Kraft der Durchführung dieses grundlagentheoretischen Programmes. Die Zusammenarbeit von Hilbert und Bernays fand ihren Höhepunkt in dem berühmten zweibändigen Standardwerk der Beweistheorie „Grundlagen der Mathematik“, das Bernays größtenteils alleine und nach 1933 bereits in Zürich verfasste. Anschließend legte Bernays Arbeiten zur axiomatischen Mengenlehre vor und trug zur Grundlagenforschung bei. Seine Mengenlehre bildete eine wesentliche Basis für die spätere Neumann-Bernays-Gödel-Mengenlehre.

Rosdorfer Weg
Sanierung Leinebrücke wird verschoben
Sperrung des Sandwegs
pdg — Weil nicht feststeht, wann der Sandweg nach dem Dauerregen der vergangenen Tage wieder für den Verkehr frei gegeben werden kann, verzichtet die Stadt zunächst auf den Abschluss der Fugensanierung an der Leinebrücke am Rosdorfer Weg. Die Arbeiten sollten am Donnerstag, 27. Juli 2017, unter halbseitiger Sperrung der Brücke stattfinden.

Versorgungsamt
Sprechtag
pdg — Der nächste Sprechtag des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie, Standort Hildesheim (Versorgungsamt) in Göttingen findet am Donnerstag, 27. Juli, von 9.00 bis 12.00 Uhr und 13.30 bis 15.00 Uhr in Zi. 118 im Neuen Rathaus statt (keine Beratung zu allgemeinen Rentenangelegenheiten). Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Das Landesamt ist wie folgt zu erreichen: Nds. Landesamt für Soziales, Jugend und Familie – Versorgungsamt –, Kreuzstraße 8, 31134 Hildesheim. Telefon: 05121 3040, Fax: 05121 304611, www.soziales.niedersachsen.de

Neues Rathaus
Dienststellen geschlossen
pdg — Die Elterngeldstelle im Neuen Rathaus bleibt am Donnerstag, 27., und Freitag, 28. Juli, sowie am Mittwoch, 2. August, für den Publikumsverkehr geschlossen. Während der Öffnungszeiten wird eine Notvertretung lediglich Anträge entgegennehmen und Antragsformulare ausgeben.
Im Fachdienst Ordnung- und Gewerbeangelegenheiten werden die Mitarbeiter/innen im Bereich Gewerbe am Mittwoch, 2., und Donnerstag, 3. August, für den Einsatz eines neuen Software-Programms geschult. Deshalb sind an diesen beiden Tagen Dienstleistungen in Sachen Gewerbeanzeigen und Marktwesen oder Auskünfte aus dem Gewerbezentralregister nicht möglich.

Amtsblatt Nr. 13
Haushaltssatzung / Bebauungsplan Weende
pdg — Um die Veröffentlichung von Satzungen für den Haushalt der Stadt Göttingen in den Jahren 2017 und 2018 sowie über eine Veränderungssperre für den Geltungsbereich des Bebauungsplans Göttingen-Weende Nr. 7 (1. Änderung „Zwischen Hannoverscher und Rudolf-Diesel-Straße“) geht es in der 13. Ausgabe des Amtsblatts für die Stadt Göttingen, die am Mittwoch, 26. Juli, erscheint
Um den städtischen Beteiligungsbericht für das vergangene Jahr und die Jahresabschlüsse 2015 bzw. 2016 einer Reihe städtischer Gesellschaften sowie um das amtliche Ergebnis der Wahl zum Göttinger Integrationsrat geht es u.a. in der 12. Ausgabe des Amtsblatts für die Stadt Göttingen.
Das Amtsblatt ist kostenlos im Info-Büro im Neuen Rathaus, im Alten Rathaus, in der Stadtbibliothek sowie in den Verwaltungsstellen Geismar, Grone und Weende erhältlich und im Internet unter www.goettingen.de →Rathaus & OB →Rat & Ortsräte →Amtsblatt zu finden.

E-Mobilität
SPD: E-Radschnellweg Erfolgsmodell
Deutlicher Widerspruch von den Piraten
ZählstationDie von der SPD bejubelte Frequentierung des E-Radschnellweges vom Bahnhof zum Uni-Nordcampus als Erfolgsmodell können die Piraten so nicht teilen. Die Sozialdemokraten hatten sich darüber gefreut, dass am 6. Juli bereits 500.000 Radfahrer an der Zählstation am Bahnhof registriert wurden. Sie finden „diese Zahlen … wirklich klasse“ und freuen sich „riesig“, dass die Strecke so gut angenommen wird, soder mobilitätspolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Volker Grothey.
Die Piraten halten dagegen und eine solche Ansicht für „aus der Luft gegriffen und nicht durch die Zahlen bestätigt“. Die Zahl von 500.000 Fahrrädern am Bahnhof wurde nach Angaben aus dem Baudezernat im vergangenen Jahr bereits am 25. Juni erreicht und lag am 6. Juli 2016 schon bei 536.000. Dies entspreche einem Rückgang des Radverkehrsaufkommens am Bahnhof von 7 Prozent innerhalb nur eines Jahres, sorgen sich die Piraten. Das sei zwar eine Abschwächung gegenüber dem Jahr davor, aber immerhin ein weiterer Rückgang. Sie kritisieren in diesem Zusammenhang auch, den geplanten E-Radschnellweg zwischen Groner Tor und Rosdorfer Kreisel auf eine kurvenreiche, langsame und unattraktive Strecke durch das Wohnviertel Gartetalbahnhof-Leinestraße-Eisenbahnstraße zu legen, wo Radfahrer dreimal an gefährlichen Kreuzungen abbremsen müssten. „Die SPD redet sich die Welt schön und spricht von Erfolgen, die es nicht gibt“, so Francisco Welter-Schultes, Mitglied des Mobilitätsausschusses.
Gleichwohl sollte man die Kirche vielleicht im Dorf lassen. Eine halbe Million Nutzer sind schließlich kein Pappenstiel, auch wenn man den Rückgang im Auge behalten sollte – dann aber bitte langfristiger. Mobilitätsverhalten, gerade auch bei motorisierten Teilnehmern, wandelt sich nicht von einem Tag auf den anderen und auch nicht gleich innerhalb eines Jahres. Nicht umsonst schließlich ist Göttingen auch als eine der fahrradfreundlichsten Städte im ADFC-Fahrradklimatest genannt worden.

Junge Union
Juzi sollte nicht finanziell unterstützt werden
Angesichts der guerillamaßig organisierten Krawalle in Hamburg fordert die Göttinger Junge Union (JU), das Göttinger „,Jugendzentrum‘ Innenstadt“ (Juzi) von städtischen Fördertöpfen abzunabeln. Es erhält derzeit jährlich zwischen 70 bis 80.000 Euro, ohne dass für die Öffentlichkeit nachvollziehbar ist, wofür.
Juzi„Solidarität mit allen Gefangenen des G20“ (links) und „ACAB“ (All Cops Are Bastards): freie Meinungsäußerung am JuziFoto: JUMit Jugend haben viele Besucher des Zentrums in der Tat nicht mehr viel am Hut; die dort zum Teil verkehrenden, teilweise professionell organisierten und bestens vernetzten Spätadoleszenten schlagen gern auch mal, zum Beispiel in der benachbarten SPD-Zentrale, Scheiben ein, setzen dort Anwaltspraxen in Brand oder flackern verhasste Verbindungshäuser ab, um nach vollbrachten Taten im Labyrinth der Roten Straße 2–6 unterzutauchen.
Die Forderung der JU ist so neu nicht, wurde auch schon von anderer Seite erhoben und scheiterte regelmäßig und oft mit der Begründung, dadurch einen sozialen Brennpunkt besser unter Kontrolle zu haben. Ein mittlerweile wenig nachvollziehbares Argument, das zunehmend ins Leere läuft, denn den Beweis ist man, öffentlich jedenfalls, bislang schuldig geblieben.

Städtepartnerschaft
Göttinger/innen besuchen Cheltenham
pdg — Deutlich mehr als 100 Göttinger/innen brechen in der vorletzten Juli-Woche zur Feier des „Göttingen Festivals 2017“ in der englischen Stadt Cheltenham auf, mit der Göttingen seit inzwischen 66 Jahren durch eine Städtepartnerschaft verbunden ist. Rund 50 nehmen an einer organisierten Bürgerreise teil, etwa 60 reisen in eigener Regie auf die Insel, darunter eine 33köpfige, vom Stadtsportbund und dem ASC Göttingen zusammengestellte Gruppe. Daneben sind 13 Jugendliche und ihre Betreuer in den Tagen des Festivals zu Gast in Cheltenham. Sie nehmen auf Initiative des Göttinger Partnerschaftsvereins am Projekt „Sport und Sprache“ teil.Weitere Informationen

Piraten
Ascherberg unter Naturschutz
Kritik an Kahlschlag im Unterholz
Die Göttinger Piraten kritisieren die in den vergangenen beiden Jahren erfolgten Rodungsmaßnahmen am Ascherberg-Waldrand westlich des Göttinger Kiessees und fordern, den betroffenen Waldbereich abzugrenzen und unter Naturschutz zu stellen. In den vergangenen beiden Jahren hatte die Stadt am Ascherberg-Waldrand mehrere Male stark in den Strauchbestand eingegriffen, was unter anderem von Ornithologen als Kahlschlag im Unterholz kritisiert worden war. In einem breiten Bereich wurde sämtliches Unterholz entfernt, die Wurzeln der Sträucher aus dem Boden genommen und der Waldboden massiv beeinträchtigt. Naturschützer wiesen darauf hin, dass durch die Maßnahmen der Lebensraum mehrerer Dutzend Vogelarten betroffen war.
AscherbergKahlschlag am AscherbergFoto: Piraten„Das Bundesnaturschutzgesetz bietet hier eine Möglichkeit, das Waldgebiet westlich des Kiessees unter Naturschutz zu stellen – und zwar auch, nachdem der Waldrand zerstört wurde. Ziel muss die Wiederherstellung einer Lebensgemeinschaft wild lebender Tier- und Pflanzenarten sein. Und genau das wollen wir“, fordert Francisco Welter-Schultes, Mitglied im Umweltausschuss.
Bio-Indikator Leuchtkäfer verschwunden
Nicht nur für Vögel, auch Leuchtkäfer („Glühwürmchen“) seien inzwischen verschwunden. Die Weibchen sind flugunfähige Bodentiere und auf einen intakten Waldboden angewiesen. „Leuchtkäfer sind eine Indikatorart für intakte Bodenbedingungen und leben bevorzugt in Auwäldern, die es in den Flussniederungen heute kaum noch gibt. … Selten lässt sich das zunehmende Verschwinden von Nutzinsekten so unmittelbar beobachten wie im Fall des zerstörten Ascherberg-Waldrandes“, so Welter-Schultes weiter. Weil intakte Naturböden und Strauchbestände in deutschen Städten immer stärker unter Druck stehen, ist der Kleine Leuchtkäfer inzwischen deutlich seltener geworden.
Ein weiteres Problem stellt die zunehmende Lichtverschmutzung in den späten Abendstunden dar. Fliegende Leuchtkäfermännchen scheuen Kunstlicht. Leuchtkäferlarven ernähren sich von Nacktschnecken und gelten daher als Nützlinge im Gartenbau. Mit dem Rückgang der Leuchtkäferpopulationen gerät in Göttingen ein weiteres Nutzinsekt immer stärker unter Druck.

Leineaue
Renaturierung als Glücksfall
Die renaturierte Leineaue scheint sich zu einem „Biodiversitäts-Hotspot“ zu entwickeln. Das hat ein Exkursionsteam von BUND und Biologischer Schutzgemeinschaft festgestellt. Es fand im renaturierten Abschnitt hinter der Lokhalle eine große Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten. Innerhalb von nur eineinhalb Stunden haben die Naturfreunde insgesamt 116 Pflanzen- und Tierarten gefunden und bestimmt, darunter 13 Vogelarten, 6 unterschiedliche Hautflügler, je 5 Schmetterlings- und Schwebfliegenarten, eine Libellen- und 3 Fischarten – sogar solche, die in Niedersachsen auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Tierarten stehen. Innerhalb weniger Jahre seien so durch Revitalisierungsmaßnahmen (Entfernen der Steinbefestigung am Rande des Normalwasserbetts, Abflachen der Böschungen, Einbringen von Röhricht) und die Eigendynamik des Fließgewässers aus einem strukturlosen Hochwassertrog Sand- und Kiesbänke, kleine Inseln sowie ruhige und stark bewegte Bereiche entstanden, freuen sich die Naturschützer.
Bei aller Freude zeigt es zugleich, welchen Schaden gedankenlose Stadtentwicklung anrichtet. Die Revitalisierung der Leineaue müsse nun auch weiterhin zeitnah fortgesetzt werden, fordert deshalb Ralph Mederake von der BUND-Kreisgruppe: „Die Stadtverwaltung muss dazu Fördergelder beantragen und die Politik muss dies einfordern.“


Wirtschaft

Gewerbliche Wirtschaft

Nachhaltiges Lieferkettenmanagement
Praxisleitfaden unterstützt Unternehmen
Die wesentlichen Umweltauswirkungen von Unternehmen entstehen oftmals nicht am Standort selbst, sondern in den teils weit verzweigten Lieferketten. Unternehmen befassen sich daher verstärkt mit den ökologischen und sozialen Auswirkungen in ihrer Lieferkette, entweder aus eigenem Engagement heraus oder weil Kunden, Investoren und andere Interessensgruppen mehr Nachhaltigkeit einfordern. Ein neuer Praxisleitfaden des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes bietet nun Hilfestellungen und soll vor allem kleine und mittlere Unternehmen unterstützen.Weitere Informationen

Ältere Arbeitnehmer
Kürzere und flexible Arbeitszeiten
halten Rentenberechtigte

Jeder dritte Betrieb versucht, rentenberechtigte Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Kürzere und flexiblere Arbeitszeiten anzubieten waren dabei die wichtigsten Maßnahmen, um die Mitarbeiter zu halten. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.Weitere Informationen

Förderung
Gezielte Beratung für Startups
Die GWG bietet gemeinsam mit einem renommierten interdisziplinären Beratungsunternehmen ein Konzept für eine gezielte Beratung in der frühen Gründungsphase an, um herausragende Gründerteams in diesen Weichenstellungen zu unterstützen. Dafür lobt die GWG jährlich fünf Beratungsgutscheine für dieses Angebot aus. Gründerinnen und Gründer können sich persönlich für dieses Angebot bewerben oder werden von Partnern dafür vorgeschlagen.Weitere Informationen

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Sommerpause am Arbeitsmarkt
Etwas früher als in den letzten Jahren machte sich die übliche saisonale Entwicklung auf dem südniedersächsischen Arbeitsmarkt mit einem geringfügigen Anstieg der Arbeitslosenzahlen bemerkbar. Gegenüber Mai waren 28 bzw. 0,2% mehr Menschen im Agenturbezirk Göttingen arbeitslos gemeldet, so dass die Zahl auf 13.887 anstieg. Gegenüber Juni 2016 waren 110 Menschen weniger arbeitslos (0,8%). Die Arbeitslosenquote liegt mit derzeit 5,8% stabil auf dem Niveau des Vormonats. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank sie um 0,1 Prozentpunkte.Weitere Informationen

IAB-Arbeitsmarktbarometer
Hohes Niveau, aber leichter Rückgang
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Juni erstmals wieder gesunken, nachdem es zuvor mehr als ein Jahr lang angestiegen war. Gegenüber dem Vormonat gab der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) um 0,3 auf 104,2 Punkte nach.Weitere Informationen

Globale Umweltzerstörung
durch Politik und Konzerne

Die Organisation Rettet den Regenwald engagiert sich auf bewundernswerte Weise für den Erhalt der letzten noch verbliebenen ökologischen Reservate – wovon letztlich unsere Zukunft abhängt – und ruft regelmäßig zu Kampagnen gegen deren weitere Zerstörung auf. Gö-Polis veröffentlicht sie hier und möchte seine Leser dazu animieren, sich am Erhalt unserer Lebensgrundlagen aktiv zu beteiligen. Immer, wenn Sie an dieser Stelle ein neues Bild vorfinden, gibt es eine neue Aktion bzw. Neues zu berichten.

Paraguay
Täglich 20.000 Säcke Holzkohle
aus einzigartigen Urwaldgebieten

Die tropischen Trockenwälder des Chaco in Paraguay verschwinden in rasendem Tempo – schneller als jedes andere Waldgebiet der Erde. Die Jahrhunderte alten Quebracho-Bäume werden in qualmenden Meilern zu Holzkohle verwandelt, die in Supermärkten in Europa und den USA verkauft wird. Deutschland allein importiert 20.000 Säcke Holzkohle aus Paraguay pro Tag. Die Abholzungen vernichten einzigartige Urwaldgebiete, die der Lebensraum von Jaguaren, Gürteltieren und vielen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten sind. Auch eines der letzten indigenen Völker, das in Isolation von der industrialisierten Welt lebt, ist bedroht. Ohne den Wald können die Ayoreo nicht überleben.
Jeden Tag verschlingen die Holzkohlehersteller Urwälder mit einer Fläche von 30 Fußballfeldern, um uns mit Holzkohle für den Grill zu versorgen. Die englische Umweltorganisation Earthsight hat die Holzkohle von den Rodungen im Chaco bis in europäische Supermärkte verfolgt, darunter von Aldi, Lidl und Carrefour. Auch Tankstellen bieten häufig solche Ware an. Wenn Sie Ihren Grill mit Holzkohle befeuern, verbrennen Sie vielleicht ungewollt ein Stück Chaco-Urwald samt seiner artenreichen Flora und Fauna. Denn auf den Beuteln der Holzkohle finden sich in der Regel keine Hinweise über die Herkunft der Holzkohle, sondern nur die Namen von Vertriebsgesellschaften in Europa.
Bitte helfen Sie, die Supermärkte davon zu überzeugen, keine Holzkohle aus Urwaldzerstörung in Paraguay zu verkaufen. Uunterzeichnen Sie die Petition:
www.regenwald.org

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Bildung - Beruf - Karriere

Aktionswochen Duales Studium
Agentur für Arbeit organisiert Veranstaltungsreihe
Vielfalt und Bedeutung der dualen Studienangebote sind in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Daher hat das Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit Göttingen in der Zeit vom 9. August bis zum 19. September die „Aktionswochen Duales Studium“ organisiert. In dieser Zeit werden 20 Veranstaltungen im Agenturbezirk angeboten. Neben Göttinger Unternehmen öffnen auch Betriebe in Obernjesa, Northeim und Kalefeld ihre Tore, um angehenden (Fach-) Abiturienten und Abiturientinnen duale Studiengänge und Unternehmen vorzustellen. Neben Firmen aus Südniedersachsen stellen auch Arbeitgeber des Öffentlichen Dienstes ihre Studienmöglichkeiten vor. Diese Veranstaltungen finden zum Teil im Göttinger BiZ statt.
Eine allgemeine Informationsveranstaltung zum Thema „Duales Studium – Studium und Ausbildung in einem“ der Berufsberatung für Abiturienten ergänzt das vielfältige Angebot.
Die Teilnahme an den jeweiligen Veranstaltungen ist kostenlos, aus organisatorischen Gründen wird jedoch um Anmeldung gebeten: entweder telefonisch unter 520-670, per E-Mail an goettingen.biz@arbeitsagentur.de oder persönlich im BiZ. Die gesamte Übersicht der teilnehmenden Unternehmen samt Zeitplan ist im Internet unter www.arbeitsagentur.de/veranstaltungen unter Eingabe des Veranstaltungsortes Göttingen zu finden.

Berufsunfähigkeitsversicherung
Viele gute Angebote im Test
In einem aktuellen Test von Berufsunfähigkeitsversicherungen der Stiftung Warentest haben 31 Angebote mit der Bestnote Sehr gut abgeschnitten. Fast ebenso viele Angebote erhalten ein „Gut“. Interessenten sollten jedoch genau auf die Tarifbezeichnung achten. Denn neben ihren Toptarifen haben Versicherer oft Basistarife mit deutlich weniger Leistungen im Angebot.Weitere Informationen

Hochschulnetzwerk
Bildung durch Verantwortung
pug — Schwimmunterricht für sozial benachteiligte Kinder, Übersetzungshilfe für geflüchtete Menschen und Rechtsberatung bei der Göttinger Tafel: Viele Studierende engagieren sich ehrenamtlich im Rahmen ihres Studiums. Für diese Zielgruppe bietet die Universität Göttingen in einer Reihe von Workshops und Seminaren das Lehr- und Lernkonzept „Service Learning“ an. Dabei können die Studierenden ihr Engagement wissenschaftlich reflektieren und zugleich das im Studium erworbene Fachwissen für praktische Problemstellungen verwenden. Um das Service Learning zu unterstützen und nach außen besser sichtbar zu machen, ist die Universität nun dem „Hochschulnetzwerk für Bildung durch Verantwortung e.V.“ als offizielles Mitglied beigetreten. Der Verein ist ein Zusammenschluss von 36 Hochschulen, der das zivilgesellschaftliche Engagement von Studierenden, Lehrenden und anderen Hochschulangehörigen stärken und zur gesellschaftlichen Öffnung des Wissenschaftssystems beitragen möchte.Weitere Informationen

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Verbraucherschutz

Aktuelle Produkt-Tests über
• Akku-Heckenscheren
• Smart-Home-Systeme
• Staubsauger
• Sonnenschutzmittel

Neue Bücher für Verbraucher
test Spezial: Kameras
Finanztest Spezial: Ihre Rente
Handbuch Geldanlage

Rad- und E-Bike-Versicherungen
Lohnend bei hochwertigen Rädern
Ein Fahrrad kann teuer sein und entsprechend attraktiv für Diebe. Ist es weg, zahlt unter bestimmten Bedingungen die Hausratversicherung – oder eine spezielle Fahrradversicherung, die sich laut Stiftung Warentest vor allem dann lohnt, wenn es sich um ein teures Rad handelt, wie etwa ein gutes Rennrad oder ein E-Bike. Oder wenn man in einer Stadt wohnt, in der öfter mal Räder verschwinden. 25 Versicherungen für hochwertige Fahrräder wurden untersucht. Das Ergebnis: Ein 500-Euro-Rad kann man schon für 46 Euro im Jahr gut und günstig versichern, ein 2.500 Euro teures E-Bike für 66 Euro, ein 4.000 Euro teures mit 100 Euro.Weitere Informationen

Unwetterschäden
Neue Regelung für staatliche Soforthilfen
Anfang Juni haben sich die Ministerpräsidenten der Länder auf eine neue Regelung für staatliche Soforthilfen bei Unwetterschäden verständigt: Mehr Bundesbürger sollen sich gegen Naturgefahren versichern. Bei extremen Unwetterschäden wird es auch weiterhin eine staatliche Soforthilfe geben – davon profitieren sollen aber nur solche Bürger, die sich zuvor erfolglos um eine Elementarschadensversicherung bemüht haben oder denen ein Vertragsangebot zu wirtschaftlich unzumutbaren Bedingungen angeboten worden ist. Die Verbraucherzentrale rät deshalb allen Hausbesitzern, sich auf jeden Fall um die zusätzliche Absicherung ihrer Wohngebäude auch gegen Naturgefahren zu kümmern.Weitere Informationen

Fehlerhafte Versicherungsverträge
Millionen Kunden haben Recht auf mehr Geld
Eine Rückabwicklung der Lebens- oder Rentenversicherung kann sich für Millionen Kunden lohnen: Selbst lange nach dem Vertragsende sind oft noch Tausende Euro Nachschlag drin. Grund sind massenhaft fehlerhafte oder unvollständige Widerspruchsbelehrungen, wie die Zeitschrift Finanztest berichtet.Weitere Informationen

Dispozinsen
Neue Tricks von Banken
Die Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost verlangt bei ihren Konten Direkt und Klassik 13,75 Prozent für die Kontoüberziehung. Im Schnitt liegt der Dispozins bei 9,78 Prozent, obwohl sich Banken zu 0 Prozent Geld bei der Europäischen Zentralbank leihen können. Dies ergab ein großer Test von 1377 Banken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken der Zeitschrift Finanztest.Weitere Informationen

Stiftung Warentest und ADAC warnen
Zwei Kindersitze sind ein Sicherheitsrisiko
Die Stiftung Warentest und der ADAC warnen vor den Kindersitzen Recaro Optia in Verbindung mit der Recaro SmartClick Base und vor dem Grand-Sitz von Jané. Bei den von den Verbraucherschutzorganisationen durchgeführten Tests lösten sie sich beim Frontalcrash. Somit besteht ein hohes Sicherheitsrisiko. Beim Crash löste sich beim Recaro die Sitzschale von der Isofix-Station und flog in hohem Bogen durch das Prüflabor. Im realen Unfallgeschehen könnten sich Kind und Mitfahrer schwer verletzen. Der Grand-Sitz von Jané kann für Kinder bis 18 Kilogramm mit Isofix eingebaut werden. Die Isofix-Verbindung hielt den enormen Kräften beim Frontalcrash aber nicht stand und löste sich ebenfalls. Die Stiftung Warentest und der ADAC raten vom Kauf dieser Modelle ab.Weitere Informationen

Ethisch-ökologische Fonds
Rendite mit gutem Gewissen
Weniger als fünf Prozent der Fonds berücksichtigen bei der Auswahl der Wertpapiere ausdrücklich ethische oder ökologische Kriterien. Die meisten achten in erster Linie auf Renditechancen und weniger darauf, wie die Gewinne erwirtschaftet werden. Die Zeitschrift Finanztest hat 58 saubere Alternativen zu herkömmlichen Fonds untersucht und Kriterien definiert, die Fonds mit Nachhaltigkeitsanspruch mindestens erfüllen sollten.Weitere Informationen

Portionsgrößen
Hersteller rechnen Produkte gesund
Mengenangaben oft unrealistisch klein
Freiwillige Portionsgrößen auf Lebensmittelverpackungen stimmen häufig nicht mit den tatsächlichen Essgewohnheiten überein. Zu diesem Schluss kommen die Verbraucherzentralen in einer bundesweiten, interaktiven Befragung von Verbraucher/innen. Demnach verzehrten die Teilnehmenden im Durchschnitt mehr als zweimal so viel Müsli oder Chips wie auf den Etiketten als Portionsgröße deklariert. Die Verbraucherzentralen fordern von der Lebensmittelindustrie sinnvolle Angaben.Weitere Informationen


Gesellschaft

Great Barrier Run
Dritte Auflage des Hindernislaufs
Nach dem großen Teilnehmer- und Zuschauerzuspruch der ersten beiden Austragungen des „Great Barrier Run“ gibt es 2017 die dritte Auflage des Hindernislaufs. Der „Great Barrier Run“ bietet auf drei verschiedenen Streckenlängen von 5, 10 und 15 Kilometern Länge Laufvergnügen kombiniert mit abwechslungsreichen Hindernissen. Der Hochschulsport der Universität Göttingen veranstaltet den Lauf am Sonnabend, 16. September. Die Anmeldung ist bereits freigeschaltet und schon über 600 Startplätze sind vergeben. Im vergangenen Jahr nahmen insgesamt 1.200 Sportbegeisterte teil.
Great Barrier Run„Wir werden probieren, unsere Kapazitäten zu erhöhen. Allerdings sind uns irgendwann natürliche Grenzen gesetzt“, sagt Projektleiter Mischa Lumme. 18 Hindernisse gilt es auf der Fünf-Kilometer-Strecke zu überwinden. Während einige Hindernisse erklettert werden müssen, sind für andere Kraft und Geschicklichkeit gefragt. „Wir wollen wieder einen attraktiven Lauf schaffen, bei dem es auf den Spaß an der Bewegung ankommt. Bei allen Hindernissen ist Teamwork der Schlüssel zum Erfolg“, so Lumme.
Darüber hinaus gibt es wieder eigene Wertungen für Schulen und Firmen. Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren können in ihren Klassen und Kursen über die Fünf-Kilometer-Distanz starten. Alle Firmen und Schulen werden auch im Rahmen der Gesamtwertung erfasst. Anmeldungen sind über das Internet unter www.great-barrier-run.de möglich. Alle Informationen sind zudem auf Facebook unter www.facebook.com/GreatBarrierRun zu finden.

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Polizeiberichte
Tagesaktuelle Meldungen
Die ausführlichen Polizeiberichte finden Sie hier:Weitere Informationen

Einbrecher festgenommen
jan — Am Samstag (22.07.) konnte die Polizei nach Zeugenhinweise zwei vermeintliche Einbrecher in Göttingen vorläufig festnehmen.

Schützenplatz: Renault gestohlen
jan — Vom Parkplatz auf dem Schützenplatz in Göttingen haben Unbekannte in der Zeit zwischen Samstag (22. Juli ) und Sonntag (23. Juli ) einen schwarzen Renault Koleos mit Worbiser Kennzeichen (WBS) gestohlen.

Pizzabringdienst überfallen –
Täter festgenommen

jk — Zwei maskierte Räuber haben am Donnerstagabend (20.07.) gegen 23.10 Uhr einen Pizzabringdienst in Weende überfallen und dabei nach ersten Informationen einen geringen vierstelligen Geldbetrag erbeutet.

Hochwertiges E-Bike gestohlen
jk — Im Johanniskirchhof in der Göttinger Innenstadt haben Unbekannte am Mittwochvormittag (19.07.) ein E-Bike im Wert von knapp 4.000 Euro gestohlen.

Versuchter Einbruch in Fachgeschäft
jk — Die ausgelöste optische und akustische Alarmanlage eines Fachgeschäftes für Motorradzubehör hat Mittwochnacht (19.07.) gegen 1.45 Uhr in der Werner-von-Siemens-Straße mutmaßliche Einbrecher in die Flucht geschlagen.

Unfallflucht in Grone
jk — Auf dem Parkplatz der katholischen Kirche in Grone ist am Samstagmittag (15.07.) in der Zeit zwischen 13.00 und 13.45 Uhr ein abgestellter schwarzer Audi A3 bei einem Unfall erheblich an der hinteren Stoßstange beschädigt worden.

Einbruch in Bäckereifiliale
jk — Durch ein gewaltsam geöffnetes Fenster sind Unbekannte in der Nacht zu Sonntag (16.07.) in eine Bäckereifiliale im Waldweg eingedrungen und haben im Innern einen Wertschrank aufgebrochen.

Rosdorf: Zwei Brände
im ehemaligen Schlachthof

jk — Im ehemaligen Schlachthof in Rosdorf hat es am Wochenende (15. und 16.07.) zweimal gebrannt. Das Gebäude wird seit Längerem nicht genutzt und steht leer.

         
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