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Großraum Südniedersachsen
Die Region Südniedersachsen wurde vor kurzem noch im bundesweiten Wettbewerb „Regionen der Zukunft“ ausgezeichnet. Einige positive Ansätze konnten angeführt werden, die in Richtung Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit zeigen. Aktuelle Entwicklungen gefährden allerdings dieses anspruchsvolle Ziel. Nachhaltigkeit bedeutet hier eine Entwicklung hin zu einer Region mit hoher Lebensqualität, die sozialen Systeme qualitativ zu stärken und die natürlichen Lebensgrundlagen, sowie die Biodiversität zu erhalten. Mehrere negative Trends zeichnen sich nach Auffassung der Umweltschutzorganisation inzwischen ab, die bei ihr und in großen Teilen der Bevölkerung erhebliche Bedenken auslösen:
Rechnet man den Umweltverbrauch der Region Südniedersachsen auf einen globalen Maßstab um, dann würde eine Erde allein nicht ausreichen, um die Ressourcen dafür bereitstellen zu können. Die südniedersächsische Bevölkerung lebt also auf Kosten anderer Landstriche, was zumeist von politischen und Entscheidungsträgern in den Verwaltungen sogar gefördert, jedenfalls dem nicht entgegengesteuert wird. Dieses Missverhältnis zeigt auch, dass gesellschaftlich wichtige Werte wie „Gleichberechtigung“, „Solidarität“ und „Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen“ in Gefahr sind. Offenbar kennen unsere Politiker den Artikel 1 unserer Landesverfassung nicht mehr, erklärt der BUND. Denn darin heißt es: „Das Land Niedersachsen ist ein freiheitlicher, republikanischer, demokratischer, sozialer und dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verpflichteter Rechtsstaat in der Bundesrepublik Deutschland.“
Gelebte Städtepartnerschaften Die Partnerschaften der Stadt sind auch im neuen Jahr lebendig wie zuvor. Schon im Mai besteht Gelegenheit, sich vom „Olympischen Fieber“ in diesem Jahr in Großbritannien anstecken zu lassen. Denn am 23. Mai wird das Olympische Feuer in der englischen Partnerstadt Cheltenham Station einlegen, bevor es rechtzeitig zur Eröffnung der Spiele am 27. Juli in London eintrifft. Das ist ein wichtiger Tag für die Stadt Cheltenham. Deshalb hat sie Delegationen aus allen Partnerstädten eingeladen, auch Göttingen ist dabei. Um auch Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit zu geben, die Olympische Flamme live zu erleben, wird eine Bürgerreise mit dem Bus vom 20. bis zum 25. Mai angeboten. Geplant sind Übernachtungen in Brügge/Belgien auf der Hinreise sowie in London auf der Rückfahrt. Anmeldungen hierfür nimmt die Firma Randhahn Busreisen entgegen (Tel. 05 51/6 22 60).
Die jährliche Begegnung „Sport und Sprache“ für Jugendliche wird auch in diesem Jahr wieder in Cheltenham stattfinden. Das gemeinsame Angebot der Stadt und der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GöSF) hat sich in den vergangenen Jahren großer Beliebtheit erfreut. Wer schon jetzt Pläne für die Sommerferien machen möchte, für den ist das Angebot für 13 bis 18jährige Jugendliche sicher interessant. Vom 21. Juli bis 3. August 2012 geht es auf die Insel. Die Teilnehmer/innen erwarten qualifizierter Sprachunterricht in kleinen Lerngruppen und unterschiedliche sportliche Aktivitäten. Gewohnt und gegessen wird in Familien. Dadurch entstehen auch Kontakte zu Jugendlichen in Cheltenham. Ausflüge in die Umgebung und ein Abstecher nach London sind obligatorisch. Genaue Informationen zum Programm sowie die Anmeldung sind möglich über die GöSF, Tel. 05 51/50 70 91 43 oder bei der Stadt Göttingen, Referat des Oberbürgermeisters, Tel. 05 51/4 00 – 23 26. Am 30. Mai bekommt Göttingen Besuch aus der südfranzösischen Partnerstadt Pau, um das 30jährige Jubiläum der Zusammenarbeit zu begehen. Ende Oktober ist dann der Gegenbesuch in Pau geplant. Wer Ende Mai Gäste aus Pau bei sich aufnehmen bzw. im Herbst mit nach Frankreich reisen möchte, kann sich schon jetzt bei der Stadt Göttingen, Referat des Oberbürgermeisters (Tel. 400-2326) melden. Zum 35. Jazz-Festival im November werden Musiker aus der chinesischen Stadt Nanjing zu Gast sein, mit der Göttingen seit zwei Jahren freundschaftlich verbunden ist. Schließlich wird auch 2012 der gemeinsam ausgelobte Linde-Literaturpreis verliehen – dieses Mal in Göttingen wiederum ein besonders wichtiges Ereignis in der Zusammenarbeit mit der polnischen Partnerstadt Thorn.
Öffentlicher Personen-Nahverkehr
Ausgehend von einer „jahrzehntelangen unkoordinierten Anpassung des ÖPNV an die stetigen Änderungen des Bedarfs“ und eingedenk der Erkenntnis, dass „selbst der immer wieder mal geforderte ‚Nulltarif‘ … in einer individualistischen Wohlstandsgesellschaft für viele keine Alternative“ sein kann (vgl. Kasten rechts), beschäftigt sich Doerfer anschließend umfassend mit dem Liniennetz, beleuchtet Netzstruktur und Taktdichten, um schließlich detaillierte Berechnungen zu möglichen Fahrzeitverkürzungen und zur Verbesserung von Umsteigemöglichkeiten anzustellen. Nach seinen ausführlichen Darlegungen ergibt sich hernach „aus allen Richtungen eine Verkürzung der Fahrzeit in die Innenstadt und auch eine teils deutliche Beschleunigung auf den meisten Umsteigeverbindungen“. Schließlich geht der Autor auf die bestehende und eine mögliche Tarifstruktur ebenso ein wie auf Aspekte des Service. Untermauert werden seine Ausführungen u.a. mit detaillierten Tabellen. Doerfer bot sich an, sein Papier persönlich vorzustellen und hoffte auf „eine ernsthafte Prüfung des Ideenkonzepts“. Die mag intern vielleicht stattgefunden haben. In der Verwaltungsvorlage für die Ausschussmitglieder allerdings ist lediglich von „eine[r] erste[n] Begutachtung des ÖPNV-Konzeptes von Herrn Doerfer“ die Rede, die dann ergeben habe, „dass der Anregung nicht in vollem Umfang gefolgt werden kann“. Unter Verweis auf das für 2013 neu anstehende, fünfjährige Nahverkehrsplan-Konzept für die Stadt und die dort festgelegten inhaltlichen Zielsetzungen* – die übrigens nicht im Widerspruch zu den Ausführungen Doerfers stehen – heißt es dann weiter hinten lapidar, dass „Anregungen von Bürgern, wie i.d.F. die förmliche Anregung von Herrn Doerfer nach §22c NGO, … dabei in den Diskussionsprozess mit eingebunden werden“ können.
Verkehrsplaner Sören Koss findet das Konzept zwar „beindruckend“, aber heute gehe man so nicht mehr an diese Aufgabenstellung heran, vielmehr per elektronischer Einspeisung in Datennetze. Über die Validität der auf Doerfersche Weise zusammengetragenen Daten sagt dies hingegen wenig aus. Man wolle zudem gern selbst überlegen, so Koss, wie man an mehr Fahrgäste herankomme; Teile aus der Studie könnten dabei sicher berücksichtigt werden. Außerdem, moniert der Verkehrsplaner, enthalte die Arbeit einige Inkonsequenzen und er bezweifle darüber hinaus die im Ideenkonzept prognostizierten Kosteneinsparungen. Zum Beispiel müsse man beim Abriss mit durch Fördergelder errichtete Haltestellen diese Gelder dann zurückzahlen. Dass sie an anderer Stelle aufgrund eines geänderten Liniennetzes wieder errichtet, sie mithin also lediglich umgesetzt würden, scheint offenbar keine Rolle zu spielen. Ob man also diesem Ideenkonzept nicht „in vollem Umfang“ folgen mag oder gar in vollem Umfang nicht folgen mag, muss sich noch herausstellen. Konfrontiert mit der Stellungnahme der Verwaltung – auch diese stellt Gö-Polis den Lesern per Download zur Verfügung, versehen mit aktuellen Anmerkungen Doerfers dazu – sowie mit dem kurzen Statement von Sören Koss zu dessen Ideenkonzept zeigt Doerfer sich ernüchtert. Die Stellungnahme findet er „etwas dürftig“, sie zeige, „wie man das ja in solchen Fällen kennt“, keinen wirklichen Willen, sich anregen zu lassen. „Der immer wieder von Uli Holefleisch** geäußerte politische Wille zu einer breiten Bürgebeteiligung im Sinne des linksliberalen Ideals eines verantwortlichen und aufgeklärten Bürgers scheitert am Schreibtisch der Verwaltung“, resumiert der Architekt. „Ich habe damit meine Erfahrung von beiden Seiten der Medaille, auch als freier Berater.“ Im Detail zitiere die Stellungnahme einzelne Vorschläge, die, aus dem Zusammenhang gerissen, dann als unrealistisch erscheinen müssen. Am 11. November wird sich der neu gewählte Göttinger Rat noch einmal mit diesen Vorschlägen auseinandersetzen – vermutlich kurz, denn nach Vorlage der Verwaltung soll er sie lediglich „zur Kenntnis“ nehmen. Doerfer selbst hielte es für sinnvoll, „mit Einführung der Änderungen … eine komplette Kalenderwoche die kostenlose Benutzung des gesamten Busnetzes zu ermöglichen, um das Kennenlernen des Netzes und die Akzeptanz der Änderungen zu verbessern“ – eine Idee, die auch ganz unabhängig von seinem Ideenkonzept durchaus dazu angetan sein könnte, die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs in Göttingen zu erhöhen. Die Verwaltung zeigt sich für solche und ähnliche Vorschläge zwar „dankbar“ und auch „bestrebt, im Rahmen der Nahverkehrsplan-Erarbeitung die Vorschläge von Herrn Doerfer in den Diskussionsprozess einfließen zu lassen“. Sie kann sich aber bereits „bei erster Betrachtung“ kaum vorstellen, wie sie sich finanziell darstellen ließen. Genau darum aber wird es gehen müssen – um Vorstellungskraft und Innovationsfreudigkeit. Hier können Sie folgende Dokumente herunterladen:
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