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Neue BücherWeitere Informationen

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Autokindersitze und Kinderhochstühle
Immer wieder Schrott dabeiWeitere Informationen

Marktcheck
Nahrungsergänzungsmittel
für Kinder
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Krankentagegeld
Tarife von gut bis mangelhaftWeitere Informationen

Rabatt-Portale
Lohnender als RabattkartenWeitere Informationen

Heizungspumpen
Wechseln zahlt sich ausWeitere Informationen

Automatische Gartenbewässerung
Nur ein System taugt wasWeitere Informationen

Rasenroboter
Keiner ohne UnfallrisikoWeitere Informationen

Fleisch
Verbraucherzentralen
fordern staatliches Label
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Rabatt-Portale
Lohnender als Rabattkarten
Mit Cashback-Portalen können sich Kunden in vielen Onlineshops attraktive Rabatte sichern. Oft sind es 3 bis 6 Prozent des Endpreises, im besten Fall sind sogar mehr als 10 Prozent drin. Das ist deutlich mehr als bei den Rabattkarten wie Payback. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift Finanztest in ihrer Juni-Ausgabe, für die sie acht Cashback-Portale mit vielen umsatzstarken Onlinehändlern als Partner untersucht hat. Die Tester prüften, wie hoch die Rabatte sind, ob es Fallen für die Kunden gibt und wie es um die Datenschutzbestimmungen steht.
Die Cashback-Portale erhalten von Onlinehändlern für die Vermittlung eines Einkaufs eine Provision. Davon geben sie einen Teil an die Kunden weiter. Insbesondere bei größeren Anschaffungen lohnt es sich, ein Cashback-Portal zu nutzen. Die Höhe der Rückvergütung unterscheidet sich von Branche zu Branche und von Portal zu Portal. Meist bekommt man zwischen 3 und 6 Prozent Rabatt, mitunter aber auch mehr als 10 Prozent. Das ist deutlich mehr als bei Rabattkarten. Bei Payback und Deutschlandcard sind es oft nur 0,5 bis 1 Prozent Nachlass.
Ein guter Cashback-Anbieter sollte mit möglichst vielen großen Onlineshops zusammenarbeiten. Die Spitzenreiter im Test kooperieren mit 72 der Top-100-Händler in Deutschland. Sie bieten auch die Auszahlung des angesammelten Cashback-Guthabens schon ab dem ersten Euro. Die Datenschutzbestimmungen der Portale sind wenig problematisch, in einigen Fällen kritisieren die Tester aber unzulässige Klauseln in den Geschäftsbedingungen.
Erschienen in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter www.test.de/cashback-portale

Fleisch
Verbraucherzentralen
fordern staatliches Label

Haltungskompass von Lidl unter der Lupe
Tierschutz steht hoch im Kurs. Immer mehr Verbraucher wünschen sich eine artgerechte Nutztierhaltung. Der Handel reagiert darauf mit neuen Marken und Labeln. Lidl hat kürzlich einen vierstufigen „Haltungskompass“ eingeführt. Die Verbraucherzentralen wollten wissen, welche Kennzeichnungen beim Frischfleischangebot von Lidl vorhanden sind. In zehn Bundesländern und insgesamt 13 Filialen haben sie das Sortiment stichprobenartig geprüft.
Vier Siegel mit den Ziffern 1 bis 4 stehen bei den Eigenmarken von Lidl für verschiedene Haltungsstandards bei Frischfleisch – von den gesetzlichen Mindestanforderungen bis zum Öko-Standard. „Eine Kennzeichnung der Tierhaltung ist ein guter Ansatz. Doch jedes zusätzlich eingeführte Siegel macht es Verbrauchern schwerer, den Labeldschungel zu durchschauen“, sagt Janina Willers, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Um Kunden Orientierung beim Einkauf zu geben, brauchen wir schnell ein einheitliches, mehrstufiges staatliches Tierwohllabel mit hohen Tierschutzstandards.“
Bei der Untersuchung haben die Verbraucherzentralen überwiegend Fleisch gefunden, das lediglich den gesetzlichen Mindeststandard einhält. Mit dem geringfügig höheren Tierschutzstandard der Stufe 2 „Stallhaltung plus“ war nur frisches ungewürztes Geflügelfleisch zu haben, das von Betrieben der Brancheninitiative Tierwohl stammt. Diese Betriebe bieten ihren Tieren beispielsweise zehn Prozent mehr Platz. Allerdings gibt es bei der Kennzeichnung widersprüchliche Angaben. Auf gut der Hälfte dieser Geflügelpackungen steht, dass das Fleisch möglicherweise nicht aus Betrieben der Initiative Tierwohl stammt. „Lidl muss hier zwingend nachbessern“, so Willers.
Frischfleisch, das höhere Tierschutzstandards erfüllt, wie Zugang der Tiere zu Außenklimabereichen, ist bei Lidl quasi nicht im Angebot: Lediglich ein Produkt mit dem Sigel der Stufe 3 war in einigen Filialen zu finden („ganze Hähnchen“). Das Siegel der Stufe 4 „Bio“ war nur auf wenigen Packungen mit Hackfleisch und Gulasch zu entdecken. Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner sollte das angekündigte staatliche Tierwohllabel zügig auf den Weg bringen, um den zunehmenden Labeldschungel zu stoppen. Denn nur ein einheitliches staatliches Siegel, das hohe Standards für Tierschutz und Tiergesundheit garantiert, schafft Transparenz und Verlässlichkeit für den Verbraucher.

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Neue Bücher

Finanztest Spezial
Meine Immobilie
Bauen, kaufen, modernisieren
in Zeiten niedriger Zinsen

iPhone SupertricksBetongold hat immer noch Konjunktur, und laut Stiftung Warentest ist es angesichts niedriger Zinsen nicht zu spät für den Bau oder Kauf einer eigenen Immobilie. Das neue Finanztest-Sonderheft „Meine Immobilie“ zeigt, wie man die eigene Wohnung solide und günstig finanziert, informiert über staatliche Förderungen und gibt Tipps zum Abschluss von Verträgen. „Langfristig“, sagt Redakteur Jörg Sahr, „ist das Wohnen in den eigenen vier Wände oft günstiger als in einer Mietwohnung.“
Auch wenn Wohnungen gerade in Großstädten sehr teuer sind, kann es sich lohnen, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen. Das neue Sonderheft der Stiftung Warentest zeigt wie es geht und liefert in einem handfesten Rundumschlag alle nötigen Informationen gleich mit. Leser finden im Heft einen Überblick über den deutschen Immobilienmarkt und bekommen umfassende Informationen zur Finanzierung. Dies gilt vom ersten Kassensturz bis hin zu konkreten Konditionen und Finanzierungswegen, bei denen Wohn-Riester und Förderkredite von Bund, Ländern und Kommunen den Wunsch zur eigenen Immobilie erleichtern.
Wer bereits in den eigenen vier Wänden wohnt, erfährt alles Wissenswerte rund um die Anschlussfinanzierung, wenn die Zinsbindung ausläuft. Besitzer, die modernisieren wollen, fahren gut, wenn sie Energiesparmaßnahmen umsetzen, weil es dann mitunter satte Zuschüsse gibt. Eine große Tabelle vergleicht Heizsysteme und hilft, das passende System aus Heizungsanlage inklusive Solarthermie oder Photovoltaik zu finden. Und nach einem Kapitel, das sich um die relevanten Versicherungen fürs Eigenheim dreht, folgt noch vor dem großen Serviceteil eine Rechtsberatung mit vielen Tipps, die Geld und vor allem Ärger sparen helfen. Viele Checklisten machen es leicht, bei der für viele größten Anschaffung ihres Lebens einen kühlen Kopf zu bewahren, die richtigen Fragen zu stellen und kluge Entscheidungen zu fällen.
Finanztest Spezial Meine Immobilie. 128 Seiten, 10,00 Euro. im Handel oder online unter www.test.de/immobilien

Handbuch Pilze
Was Pilzsammler wissen sollten
Handbuch PilzeEine ganz neue Welt tut sich auf, wenn es „in die Pilze geht“. Leckerste Exemplare von Maronen über den Pfifferling bis zum Steinpilz landen auf dem Teller, werden getrocknet, eingesalzen oder in Essig eingelegt. Sie enthalten hochwertige Proteine, aber auch B-Vitamine und sind damit sehr gesund, vor allem für Veganer. Andere Pilze können aber auch empfindliche Mägen reizen oder Giftstoffe enthalten, was zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen oder Atemnot und Angst führen kann – oder zum Tod. Genau hinsehen heißt also die Devise; bloß keinen Speisepilz mit einem Giftpilz verwechseln und lieber nochmal nachschlagen. Die Stiftung Warentest legt rechtzeitig zur Sammelsaison mit Handbuch Pilze einen dicken Wälzer vor, der die interessantesten Pilze in Bild und Text ausführlich vorstellt und Lust darauf macht, sich sofort ins Sammelvergnügen zu stürzen.
Auch wer sich bisher nie damit befasst hat, kann es mit den „Anfängerpilzen“ in diesem Buch wagen, sein Pilzgericht selbst zu sammeln. Diese können höchstens mit anderen Speisepilzen verwechselt werden. Weitere Kategorien für fortgeschrittene Sammler zeigen Pilze, die man auch mit schwach giftigen oder gefährlich giftigen Exemplaren verwechseln kann, etwa die Spitz-Morchel mit der Giftlorchel. Und rot ist nicht nur der Fliegenpilz, den wohl jeder kennt, sondern auch das Symbol im Buch für die Pilze, die schädlich bis tödlich sein können.
Das schwedische Autorenteam, das schon seit 40 Jahren in Wäldern und auf Wiesen sammelnd unterwegs ist, erklärt die Einteilung der Pilze in Gruppen und beschreibt die typischen Lebensräume, das Sammeln und Säubern so lesenswert und anschaulich, dass auch Anfänger schnell Erfolge haben und sich Pilzbouillon, Pilzmehl oder frittierte Krause Glucke zubereiten können (Rezepte im Buch).
Handbuch Pilze. 226 Seiten, 29,90 Euro. Im Handel und online unter www.test.de/handbuch-pilze

Bluthochdruck-Medikamente
Präparate geprüft und bewertet
Cover Bluthochdruck-MedikamenteEin gutes Medikament senkt nicht nur den Blutdruck. Es muss auch belegen, dass es die schwerwiegenden Folgen des Bluthochdrucks verhindern kann und auf Dauer gut verträglich ist. Für die Behandlung sind Hunderte von Medikamenten zugelassen. Welche für wen geeinigt sind, erklärt die Stiftung Warentest mit diesem neuen Ratgeber.
Das Buch enthält die bewährten Beurteilungen der Stiftung Warentest zu allen wichtigen Blutdruckmitteln. Im umfangreichen Ratgeberteil werden konkrete Fragen der Betroffenen zu wichtigen Aspekten rund um die Arzneimitteleinnahme beantwortet. Dazu gibt es viele Tipps zum Leben mit Bluthochdruck und wie sich die Erkrankung auch ohne Medikamente therapieren lässt.
Bluthochdruck ist nicht nur Männersache. Bei Frauen, aber auch bei Kindern und generell bei älteren Menschen, sind einige Besonderheiten zu beachten, denn sie reagieren empfindlicher auf Medikamente. Ihr Körper braucht oft länger, um die Wirksubstanzen abzubauen und auszuscheiden, sodass sie dauerhafter und stärker wirken können.
Medikamente im Test: Bluthochdruck. 160 Seiten. im Handel oder online unter www.test.de/medikamente-bluthochdruck


Autokindersitze und Kinderhochstühle
Immer wieder Schrott dabei
Mangelhafte Sicherung und kritische Schadstoffe

Von 23 getesteten Autokindersitzen schnitten 17 gut ab. Wegen Sicherheitsmängel und kritischen Schadstoffen wurde jedoch auch dreimal ein Mangelhaft vergeben; so die Stiftung Warentest und der ADAC in ihrem aktuellen Test Autokindersitze. Insgesamt wurden 23 Babyschalen und Kindersitze in allen Größen auf ihre Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und den Schadstoffgehalt untersucht.

Test-Autokindersitze
 
Wenn sich die Gurte lösen, nutzt der beste Sitz nichts
Foto: Stiftung Warentest

Richtig gefährlich wurde es bei einem Frontalaufprall: Bei einem Sitz riss die Gurthalterung aus der Rücklehne und der Dummy schleuderte weit nach vorn. Der Sitz bekam die Note Mangelhaft. Zwei Sitze fielen wegen kritischer Schadstoffe durch. In einem Sitzbezug fanden die Tester das Flammschutzmittel TCPP. Der Gehalt lag um das Vielfache über dem Grenzwert. In einem weiteren wurde Naphthalin gefunden, ein Stoff der vermutlich krebserregend ist.

Alle anderen Sitze im Test sind gut und befriedigend. Erstmals wurde mit dem „Maxi-Cosi Axissfix Air“ auch ein Kindersitz mit integrierten Airbags getestet und für gut befunden. Bei einem Frontal- und Seitenaufprall öffnet sich ein in den Gurten integrierter Airbag, der dem Kopf des Kindes zusätzlich Schutz bietet. Neben den 23 neuen Modellen finden sich im Produktfinder auf test.de weitere 268 getestete und im Handel erhältliche Autokindersitze für alle Altersklassen.

Jeder zweite Kinderhochstuhl unsicher oder mit Schadstoffen
Ein weiterer Test von Kinderhochstühlen durch die Stiftung Warentest hat ebenfalls teilweise wenig überzeugende Ergebniss erbracht. Viele Hochstühle im Test eerwiesen sich als gefährlich, wenig komfortabel für die Kleinen oder enthalten Schadstoffe. Nur drei sind zu empfehlen. Bei Kinderhochstühlen gebe es noch viel zu verbessern, so die Prüfer. Getestet wurden 20 Kinderhochstühlen, darunter Treppenhochstühle, teils mit Babywippe sowie Hoch- und Klappstühle zu Preisen von 21 bis 480 Euro. Insgesamt waren elf Stühle mangelhaft, einer ausreichend, fünf befriedigend und nur drei waren gut.

Kinderhochstühle
Foto: Stiftung Warentest

Die konstruktiven Mängel bei den Sitzen können zu schweren Verletzungen führen: Im Kinderhochstuhl Tamino von Geuther zum Beispiel können Kinder die Beine durch eine Öffnung stecken und durchrutschen. Es ist lebensgefährlich, wenn der Kopf im Stuhl hängen bleibt. Hauck Alpha+ lässt so viel Platz zwischen Bügel und Sitz, dass Kinder problemlos aus dem Sitz klettern können. Der mitgelieferte Sitzgurt ist nur mit einem Klettverschluss befestigt. Geschwister können ihn leicht lösen. Weitere acht geprüfte Stühle sind so gebaut, dass Kinder allein herausklettern können. Die Tester raten Eltern, Kinder in diesen Sitzen unbedingt anzuschnallen.

Wenn Kinder anfangen im Hochstuhl zu sitzen, stecken sie alles in den Mund. Sie lutschen an den Polstern oder verteilen das Essen auf dem Tischchen, bevor sie es essen. In den Sitzpolstern von Herlag und Roba fanden die Tester sehr hohe Mengen an Formaldehyd. Das Mittel zur Textilveredlung reizt Haut und Schleimhäute. Es kann Krebs sowie allergische Hautreaktionen auslösen. Im Polster des Roba-Hochstuhls fanden die Tester auch hohe Mengen Naphthalin – genauso wie im Chicco, Fillikid, Pinolino und TecTake. Der polyzyklische Kohlenwasserstoff kann vermutlich Krebs auslösen. Darüber hinaus enthält das Polster von TecTake die Weichmacher DINP (Diisononylphthalat) und DEHP (Diethylhexylphthalat). Vor allem DEHP kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, das Kind im Mutterleib schädigen. Im Sitzpolster des Peg Pérego stellte die Stiftung Warentest hohe Mengen TDCPP fest – ein Flammschutzmittel, das vermutlich ebenfalls Krebs erzeugen kann.

„All diese Schadstoffe haben in Kinderhochstühlen nichts verloren. Offenbar vernachlässigen einige Anbieter die Qualitätskontrollen“, sagt Dr. Axel Neisser, wissenschaftlicher Leiter bei der Stiftung Warentest.
Erschienen in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/autokindersitze bzw. www.test.de/kinderhochstuhl

 

Wechselhelfer für Strom und Gas
Viele Versprechen, wenig Garantien
Geschäftsbedingungen oftmals intransparent

Auch 20 Jahre nach der Liberalisierung des deutschen Energiemarktes sind viele Verbraucher zurückhaltend, wenn es um den Wechsel des Strom- oder Gasanbieters geht. Zu viel Aufwand, zu viel Risiko – so die häufigsten Bedenken. Ein neues Angebot lässt da aufhorchen: Sogenannte Wechselservices oder -helfer versprechen, Kunden bei der Auswahl der Tarife zu unterstützen und bei Bedarf automatisch einen Anbieterwechsel einzuleiten. Auf diese Weise könne der Nutzer nicht nur Jahr für Jahr sparen, sondern auch sicher sein, stets zu einem seriösen Anbieter zu wechseln. Im Rahmen des Projekts Marktwächter Energie für Niedersachsen hat die Verbraucherzentrale Niedersachsen die neuen Angebote genauer analysiert. Ergebnis: Ein Mehrwert für Verbraucher ist oftmals nicht zu erkennen.

Insgesamt hat die Verbraucherzentrale zehn verschiedene Portale untersucht: SwitchUp, cheapenergy24, Wechselfuchs, Wechselpilot, StromAuskunft, eSave, Switchandsave, Switch Clever, HausPilot und Deine-Versorger.de. „Gemeinsames Merkmal aller Angebote ist, dass sie dem Kunden eine Art Rundum-sorglos-Paket in Aussicht stellen“, sagt Christina Peitz, Energieexpertin im Projekt Marktwächter Energie für Niedersachsen. Dem Nutzer werde versprochen, dass er sich künftig nicht mehr selbst um seine Verträge kümmern müsse, sondern ein professioneller Helfer die Preise beobachte und Wechsel einleite. Zudem werben die Dienstleister damit, dass sie alle Angebote einer genauen Kontrolle unterziehen und dem Nutzer ausschließlich empfehlenswerte Anbieter und Tarife vorschlagen.

„Die zentralen Versprechen lauten also Entlastung und Sicherheit“, sagt Peitz. „Bei beiden Punkten ergeben sich aus unserer Sicht jedoch erhebliche Zweifel.“ So zeigt die Analyse beispielsweise, dass sich die Kunden keineswegs komplett aus der Betreuung ihrer Verträge zurückziehen können: Bei den meisten Portalen gibt es sehr wohl Aufgaben, die der Kunde selbst übernehmen muss, etwa die Überwachung von möglichen Preiserhöhungen. Zudem sind die Geschäftsbedingungen oftmals so intransparent, dass der Kunde bei der Beauftragung gar nicht absehen kann, was genau auf ihn zukommt.

Auch ein genauer Blick auf die empfohlenen Tarife lässt Zweifel an dem versprochenen Rundum-sorglos-Paket aufkommen: So ist bei keinem einzigen der untersuchten Wechselservices durchgehend zu erkennen, welche Kriterien bei der Auswahl der Angebote genutzt werden. Stattdessen finden sich auch hier zumeist nur vage Angaben, beispielsweise der Hinweis auf eine kurze Vertragslaufzeit. Insgesamt ergeben sich aus Sicht der Verbraucherzentrale Niedersachsen erhebliche Zweifel, ob Verbraucher tatsächlich von den versprochenen Vorteilen der Wechselservices profitieren können. „Die Ergebnisse der einzelnen Portale sind zwar durchaus unterschiedlich, unsere zentralen Kritikpunkte wie die unzureichende Qualitätssicherung betreffen jedoch alle Anbieter“, so Peitz.
→marktwaechter-energie.de/studie-wechselservices/

 

Marktcheck
Nahrungsergänzungsmittel für Kinder
Ergebnisse teilweise alarmierend

Jedes zehnte Kind bekommt täglich Nahrungs-ergänzungsmittel oder mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherte Lebensmittel, einige sogar beides. Doch halten die Produkte, was sie versprechen? Die Verbraucherzentralen haben 26 Nahrungsergänzungen für Kinder auf Zusammensetzung und Werbeaussagen geprüft. Die Ergebnisse sind teils alarmierend.

Bei 85 Prozent der Produkte liegt mindestens eines der Vitamine oder Mineralstoffe über dem Referenzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für 4- bis 7-Jährige. Beispiel Vitamin C: Die empfohlene tägliche Zufuhr beträgt 30 mg. Die Produkte im Test weisen eine Spannbreite von 20 bis 200 mg Vitamin C auf. Ähnlich bei Biotin: Die DGE empfiehlt 10 bis 15 µg, die Nahrungsergänzungsmittel enthalten zwischen 10 und 150 µg.

Mehr als die Hälfte der Produkte überschreitet die vom Bundesinstitut für Risikobewertung vorgeschlagenen Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungs-mitteln oder liegt an der Grenze. Das ist besonders kritisch, da diese Werte für Personen ab 15 Jahren gelten. So können sich fettlösliche Vitamine A oder D im Körper anreichern und sich negativ auf die Gesundheit auswirken – etwa in Form von Kopfschmerzen, Übelkeit oder Müdigkeit. „Der Gesetzgeber sollte verbindliche Höchstmengen für Vitamine und Mineral-stoffe in Nahrungsergänzungsmitteln festlegen und dabei die spezifischen Bedürfnisse von Kindern berücksichtigen“, sagt Willers. Ohne eine verbindliche Regelung seien Nahrungsergänzungsmittel für Kinder keine sichere Produktgruppe und sollten besser gemieden werden.

Vor allem Produkte in Form von Bonbons oder Bärchen bergen die Gefahr, mit Süßigkeiten verwechselt und in größeren Mengen verzehrt zu werden. Doch auch bei ordnungsgemäßer, regelmäßiger Einnahme kosten die Nahrungsergänzungsmittel des Marktchecks pro Jahr bis zu 520 Euro pro Kind – ohne erwiesenen Nutzen. Die gesundheitsbezogenen Angaben (Health Claims) auf den Verpackungen waren zwar überwiegend zulässig; dennoch vermitteln sie oft ein falsches Bild: Eine übermäßige Zufuhr von Nährstoffen verbessert nicht die Leistungsfähigkeit oder Gehirnfunktion. Immerhin 39 Claims sollten nach Ansicht der Verbraucherzentralen von der Lebensmittel-überwachung oder gerichtlich geprüft werden, da zugelassene gesundheitsbezogene Aussagen verstärkt oder vereinfacht werden.

 

Cover

Krankentagegeld
Tarife von gut bis mangelhaft

Privates Krankentagegeld bietet Schutz gegen Verdienstausfall bei langer Krankheit und ist sinnvoll für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer und Selbstständige, wenn die Lücke zum Nettogehalt besonders groß oder das Gehalt jeden Monat fest verplant ist – zum Beispiel für einen Kredit. Finanztest hat für die Juni-Ausgabe 76 Tarife aller privaten Krankenversicherer untersucht untersucht, die für gesetzlich Versicherte zugänglich sind. Die Ergebnisse reichen von gut bis mangelhaft.

Der Test zeigt, je früher Kunden den Vertrag abschließen, desto günstiger können sie ein privates Krankentagegeld versichern. Der 32-jährige Modell-Arbeitnehmer zahlt für einen der drei besten Tarife zwischen 10 und 13 Euro monatlich und bekommt ab der siebenten Krankheitswoche als Ergänzung zum gesetzlichen Krankengeld dafür 40 Euro täglich privates Krankentagegeld. Ist der Kunde bei Abschluss 52 Jahre alt, zahlt er dafür zwischen 24 und 28 Euro monatlich, also mehr als doppelt so viel.

Bei Selbstständigen, die freiwillig Mitglied einer Krankenkasse sind, ist es komplizierter. Sie haben nicht automatisch Anspruch auf gesetzliches Krankengeld. Sie können wählen, ob sie das Krankengeld ihrer Kasse erhalten wollen oder finanzielle Risiken bei längerer Arbeitsunfähigkeit lieber komplett über einen privaten Versicherer absichern oder beides kombinieren.
Erschienen in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter www.test.de/krankentagegeld