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Arbeitsmarkt im Januar
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar gehört zu den typischen saisonalen Schwankungen, die sich immer wieder in den Verlaufskurven finden. Der 31.12. beendet nicht nur das alte Kalenderjahr, sondern als Quartals- und Jahresende auch zahlreiche Arbeitsverhältnisse. Er fällt in den meisten Unternehmen mit dem Ende des Geschäftsjahres zusammen und markiert somit einen Zeitpunkt, an dem zunächst Bilanz gezogen wird und die Personalplanung gegebenenfalls korrigiert wird“, erläuterte Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen, die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Auch im Einzelhandel würden zum Januar nach dem Ende des Weihnachtsgeschäftes viele befristete Verträge auslaufen. Da viele Menschen sich nach einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung arbeitslos meldeten, war der Zugang aus Beschäftigung insbesondere im Bereich der Arbeitslosenversicherung zu spüren.
Aussagekräftiger bezüglich der Situation am Arbeitsmarkt ist der Blick auf die Vorjahreszahlen. Hier zeigt sich, wie positiv sich der Arbeitsmarkt im Verlauf des zurückliegenden Jahres entwickelt hat. Denn gegenüber Januar 2011 sank die Zahl der Arbeitslosen um 2.872 bzw. 14,8%. Besonders stark profitierten Jugendliche unter 25 Jahren. Hier sank die Arbeitslosigkeit um 19,6% auf 1.365. Agentur für Arbeit Göttingen Seite 2 von 3 Deutlich zurück ging allerdings im Vergleich zum Vorjahresmonat die Zahl der Stellenangebote, die der Arbeitsagentur von Betrieben und Verwaltung gemeldet wurden. Im Vergleich zum Januar 2011 sank die Zahl der Stellenzugänge um 93 bzw. 13,0% auf 621. Gläser sieht hierfür insbesondere zwei Gründe: „Zum einen hören wir von den Betrieben, dass sie zwar Aufträge haben, aber mit Blick auf die finanziellen Unsicherheiten im Rahmen der europäischen Schuldenkrise mit Investitionen, auch in Personal, zögern. Zum anderen hat der bisher sehr milde Verlauf des Winters dazu geführt, dass die Firmen, die in den Außenbereichen arbeiten, ihr Personal nicht entlassen mussten. Dementsprechend besteht dort natürlich aktuell auch keine Nachfrage.“ Dennoch liegt das aktuelle Stellenangebot in Südniedersachsen mit insgesamt 1.937 Stellen um 163 bzw. 9,2% über dem Vorjahr. Unterbeschäftigung Entwicklung der Arbeitslosigkeit
Entwicklung in den Landkreisen Am deutlichsten sank die Arbeitslosigkeit im Landkreis Göttingen. Hier waren im Januar 2.221 Menschen bzw. 21,2% weniger Menschen arbeitslos als im Vorjahresmonat. Die Entwicklung war insbesondere dem Rückgang um rund 30% in der Grundsicherung für Arbeitsuchende geschuldet. Zum Statistikstichtag waren somit im Landkreis Göttingen 8.255 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote im Landkreis betrug 6,5% und lag damit 1,8 Prozentpunkte unter der Quote des Vorjahresmonats. Auch im Landkreis Northeim sank die Arbeitslosigkeit. Im Januar waren 5.383 Menschen arbeitslos, 351 bzw. 6,1% weniger als im Januar 2011. Die Arbeitslosenquote betrug 7,7%, vor einem Jahr hatte sie noch 8,2% betragen. Der Landkreis Osterode meldete eine Arbeitslosenquote von aktuell 9,8%. Die Arbeitslosenquote lag 1,1 Prozentpunkte unter der Januar-Quote 2011. 3.741 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 419 bzw. 10,1% weniger als im Vorjahresmonat. Mit 7,4% liegt die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk über der durchschnittlichen Arbeitslosenquote Niedersachsens, die im Januar 7,0 betrug. Im Vergleich zu den niedersächsischen Nachbarbezirken weist der Göttinger Agenturbezirk jedoch weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote aus. Im Agenturbezirk Hildesheim lag die Arbeitslosenquote bei 7,6% und damit 1,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Die Arbeitsagentur Hameln meldete eine Arbeitslosenquote von 8,7% (Januar 2011: 9,0%). Im Agenturbezirk Goslar lag die Arbeitslosenquote mit 9,4% 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Die Arbeitsagentur Nordhausen, die auf thüringischer Seite an den Göttinger Agenturbezirk angrenzt, meldete eine Arbeitslosenquote von 11,1%, im Januar 2011 hatte sie noch bei 12,3% gelegen. * Dazu gehören Personen, die mit Arbeitsmarktmaßnahmen wie z.B. beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Grünungszuschuss oder Altersteilzeit gefördert werden, oder sich in einem arbeitsmarktpolitischen Sonderstatus befinden. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.
Umweltzerstörung
Am 14. Dezember 2011 hat Unilever-Sprecher Merlin Koene einer Abordnung von Indigenen und Menschenrechtlern aus Sumatra ein Versprechen gegeben. Mit nacktem Oberkörper stand Ureinwohner Bidin vor Unilevers Zentrale in der Hamburger HafenCity, um zu demonstrieren: Euer Palmöllieferant Wilmar hat unser Land geraubt, unseren Wald und unsere Häuser zerstört und auf uns schießen lassen. Er hat uns zu Bettlern gemacht! Koene zeigte sich besorgt um die Gesundheit des zitternden Mannes, zog sein wärmendes Jackett aus und versprach später: „Wir werden mit Wilmar Kontakt aufnehmen und den Konzern drängen, die zerstörten Häuser wieder aufzubauen – und zwar dort, wo die Leute wohnen wollen.“ Nach 30 Tagen werde Unilever berichten, wie weit der Wiederaufbau in den zerstörten Siedlungen vorangekommen ist. Zeugen dieser Aussage waren Vertreter der Organisationen Robin Wood und Rettet den Regenwald, die eine Delegation von sieben Indonesiern nach Deutschland eingeladen hatten. Hintergrund sind fortgesetzte Menschenrechtsverletzungen und illegale Abholzung durch den weltgrößten Palmölkonzern Wilmar International. So zerstörte Wilmar im August 2011 zusammen mit Polizeieinheiten das inmitten von Palmölplantagen gelegene Dorf Sungai Beruang sowie benachbarte Siedlungen, um den Widerstand der Bewohner gegen die Palmölindustrie zu brechen. Unilever zählt zu den Großkunden von Wilmar und ist mitverantwortlich für die Rechtsverstöße seines Lieferanten.
Unilever hat sein Versprechen vom 14. Dezember 2011 gebrochen. Die Frist ist verstrichen, ohne dass auch nur ein Dorf wieder aufgebaut wurde. Im Gegenteil: Für die Betroffenen, die ihr Land verloren haben und jetzt obdachlos sind, spitzt sich die Lage weiter zu. Am 14. und 15. Januar 2012 umstellten Polizeieinheiten die provisorisch aufgestellten Zelte von Bidins Familienclan, setzten ihn fest und verhörten ihn. Unilever hat keinen Bericht über den Wiederaufbau der zerstörten Siedlungen abgeliefert und kauft noch immer Palmöl von Wilmar. Doch die Menschen vor Ort lassen sich nicht einschüchtern. Ihr Widerstand wächst. Am 10. Januar besetzten Tausende Aktivist/innen aus ganz Sumatra die Plantage der Wilmar-Tochter Asiatic Persada. Zwei Tage darauf versammelten sich Menschen zu einer Demonstration in der Provinz Jambi, um mit blutverschmierten Transparenten gegen die Gewalt und Vertreibung durch Wilmar und die Polizei zu protestieren. „Wir fordern Unilever auf, sofort die Verträge mit Wilmar zu kündigen“, sagt Aktivist Feri Irawan, der ebenfalls an der Protestaktion gegen Unilever in Hamburg beteiligt war. „Das ist die einzige Sprache, die Wilmar versteht.“
Deutsche Bahn AG
In Stralsund kamen im Durchschnitt 85 Prozent der Fernzüge pünktlich an oder waren allenfalls wenige Minuten im Verzug. Eine Verspätung ab 6 Minuten hatten nur 15 Prozent der Intercity(IC)-Züge, die hier im Fernverkehr unterwegs sind. Bei Zugläufen, die sich oft über viele hundert Kilometer quer durch Deutschland erstrecken, sind dies recht gute Werte. Auch in Freiburg – wichtiger Zwischenhalt im Verkehr mit der Schweiz – profitierten die Fahrgäste von überdurchschnittlich vielen pünktlichen Zugankünften. Drittplatzierter Bahnhof im Test ist Leipzig – mit deutlichen Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr. Basis der Auswertung sind die Ankunftszeiten von mehr als 2 Millionen Zügen. Deren Daten wurden über das Kundeninformationssystem der DB („Ist mein Zug pünktlich?“) erfasst. Die Bahnkunden profitierten vom milden Winterwetter. Im Dezember fuhren die Züge so pünktlich wie schon lange nicht mehr. Von Weihnachten bis Silvester kamen an den 20 Bahnhöfen im Test mehr als 90 Prozent der ICE, EC und IC auf die Minute pünktlich an oder waren allenfalls leicht im Verzug. Die Stiftung Warentest ermittelte den ersten Weihnachtsfeiertag als den Tag des Jahres 2011 mit den besten Pünktlichkeitswerten. Ein Jahr zuvor hatten die Fahrgäste noch unter dem „Winterchaos“ gelitten. Damals fuhr wochenlang oft mehr als jeder zweite Fernzug seinem Fahrplan hinterher. Die guten Pünktlichkeitswerte zum Jahresende zeigen, dass der Schienenverkehr unter günstigen Bedingungen auch in Deutschland problemlos rollt – sogar ähnlich pünktlich wie im Bahnmusterland Schweiz. Gutes Wetter, wenige Baustellen und eine geringere Anzahl von Güterzügen ermöglichten eine „wesentlich höhere Verfügbarkeit des Schienennetzes“, so Bahnvorstand Homburg. Schlussfolgerung aus Kundensicht: Wenn das Schienennetz ausgebaut und die Engpässe beseitigt würden, könnten die Züge auch „im Normalbetrieb“ deutlich pünktlicher fahren.
Tatsächlich fehlt aber für viele Bahnbauprojekte das Geld. Experten kritisieren, dass sowohl in den Streckenneubau als auch in die Sanierung und den Unterhalt des bestehenden Netzes zu wenig investiert werde. Engpässe an Knotenpunkten, eingleisige Streckenabschnitte, Langsamfahrstellen und vielfältige technische Störungen bremsen immer wieder den Zugverkehr. So deuten die schlechten Pünktlichkeitswerte für Hamburg auf Engpässe im Verkehr zu den deutschen Seehäfen hin. In einer Presseerklärung warnt die Deutsche Bahn (DB) ihre Kunden schon einmal vor. Bereits jetzt sei absehbar, dass die Züge in den kommenden Monaten nicht so pünktlich wie im Dezember rollen könnten. Bautätigkeit und Güterverkehrsaufkommen würden wieder signifikant anziehen. Diese würden zu einer spürbar höheren Auslastung des Schienennetzes mit entsprechenden Auswirkungen auf die Pünktlichkeit führen. Die Chance, bei knappen Umsteigezeiten einen Anschlusszug zu erreichen, wäre dann wieder schlechter. Im Jahresdurchschnitt ermittelte die Stiftung Warentest für die Fernzüge an den 20 Bahnhöfen eine Verspätungsquote von etwa 24 Prozent. Zum Vergleich: Für das Gesamtnetz nennt die DB in ihrer eigenen Jahresstatistik eine günstigere Verspätungsquote von 20 Prozent. Dieser Unterschied ist ein Indiz für die häufige Überlastung der wichtigen Knotenpunkte. Interessant für Bahnkunden sind die Pünktlichkeitswerte der verschiedenen Zugarten. Bei früheren Untersuchungen hatten die schnellen ICE-Züge erstaunlich schlecht abgeschnitten. Anders im letzten Quartal des Jahres 2011: Hier erreichte das DB-Flaggschiff ähnliche Pünktlichkeitswerte wie IC- und EC-Züge. Schlusslichter unter den Fernzügen waren die City-Nightline-Nachtzüge. Im Vergleich aller Zugarten halten die Regionalbahnen (RB) ihre Fahrpläne am besten ein. Im Sommer ebenso wie im Winter kamen immerhin 93 Prozent von ihnen pünktlich an oder verspäteten sich allenfalls um wenige Minuten. Nur 7 Prozent waren 6 Minuten oder mehr verspätet. Die Regionalexpresszüge (RE), die relativ weite Wege zurücklegen, waren hingegen etwas unpünktlicher. Durchschnittswert für alle Regionalverkehrszüge an den 20 Bahnhöfen: 12 Prozent mit Verspätungen ab 6 Minuten. Relativ pünktlich war der Nahverkehr vor allem im Südwesten, in Saarbrücken, Mannheim und Freiburg.
Göttinger Statistik – Aktuell In diesem Beitrag wird die Nahversorgung mit Lebensmitteln durch den Einzelhandel im Stadtgebiet Göttingens analysiert. Ziel der Untersuchung ist es, die Angebotssituation in der Stadt möglichst kleinräumig darzustellen und zu prüfen, inwieweit hinsichtlich der Angebotsausstattung räumliche Disparitäten bestehen. Insgesamt wurden 46 Verkaufsstellen mit einer Verkaufsfläche von 67.437 qm untersucht. Es handelt sich hierbei um die Ergebnisse eines Projektes in Kombination mit einer praxisorientierten Lehrveranstaltung am Geographischen Institut der Universität Göttingen, Abteilung Humangeographie. Die Untersuchungen zeigen, dass die Stadt Göttingen über ein sehr breites Angebot an Lebensmitteleinzelhandel verfügt. Jedoch bestehen innerhalb des gesamtstädtischen Raumes große Unterschiede der Nahversorgung und auch der Erreichbarkeit dieser Anbieter. Teilweise konzentriert sich das Angebot gemeinsam mit anderen Anbietern an bestimmten Standorten, um die daraus resultierenden Agglomerationsvorteile zu nutzen. In einigen Gebieten, vor allem abseits der Kernstadt, ist ein einst vorhandenes Angebot weggebrochen. Die ausbleibende Nachfrage durch die Bevölkerung vor Ort ist hier sicher ein wesentlicher Grund. Da die Einwohner mehrheitlich mobil sind, orientieren sie sich heute verstärkt an Standorten abseits ihrer Wohngebiete. Allerdings existieren in Göttingen auch regelrecht unterversorgte Gebiete mit relativ hoher Bevölkerungsdichte, die grundsätzlich als Ansiedlungsgebiete in Frage kämen, wie z.B. der Holtenser Berg.
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