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Regionale Landwirtschaft
So veranstaltete das Hainberg-Gymnasiumam 19. Januar einen sogenannten „Veggie-Day“, der auf Beschluss der Gesamtkonferenz zustande gekommen war und auf die Problematik des Konsums tierischer Produkte aufmerksam sowie die vegetarische und vegane Lebensweise besser verständlich machen sollte. Mithilfe eines pädagogischen Ansatzes konnten so auf vielfältige und spielerische Art Alternativen zum Fleischkonsum aufgezeigt werden. Bereits 2011 gab es schon einmal einen solchen Tag, damals an der IGS in Geismar. Zu dem jetzigen gründete sich eigens eine „Veggie-AG“ an der Schule, die gezielt auf diesen Tag hinarbeitete. Die Schulmensa bot an diesem Tag ausschließlich vegetarisches Essen an. Eine bunte Mischung von Informationen und Aktionen gab es rundherum: Filme, ein Quiz, Ratespiele, Stellwände mit Postern und Info-Tafeln und vieles andere mehr, und zum Probieren wurden frisch gezapftes Schoolwater und frisch zubereitete Smoothies angeboten. Ziel ist nach Auskunft von AG-Mitgliedern die Einführung eines offiziellen Veggie-Days, was zur Folge hätte, dass ein Mal pro Woche ausschließlich vegetarisches Essen in städtischen Betrieben, Schulen und Kindergärten auf den Tisch käme.
Am 4. Februar bietet der Göttinger Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine zweite Göttinger Genussfahrt im Rahmen der Aktion „Bauer hält Hof“ an (Anmeldeschluss war der 20. Januar). Mit einer solchen Genussfahrt soll auf strukturelle Missstände, die sich in den Jahrzehnten nach dem letzten Weltkrieg immer deutlicher entwickelt haben, aufmerksam gemacht werden. Dazu laden bundesweit Erwerbstätige in der Landwirtschaft auf ihre Höfe ein, um die Realitäten auf einem Bauernhof direkt erfahrbar zu machen und um so Debatten über die europäische Agrarpolitik anzustoßen. In Göttingen werden diese „Genussfahrten“ vom BUND Göttingen in Kooperation mit Slow Food Göttingen und der Jungen Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Witzenhausen organisiert.
Die zweite „Göttinger Genussfahrt“ wird auf den „Hof Erle“ nach Klein Lengden führen. Hier bewirtschaftet ein Landwirt zusammen mit seiner Frau einen konventionellen Schweinemastbetrieb im Haupterwerb. Seine Produkte werden über den hofeigenen Laden und die Fleischerei Sebert in Geismar direkt vermarktet. Von Massenprotesten unter dem Motto „Wir haben es satt!“ war die Grüne Woche in Berlin am 21. Januar begleitet, wozu auch mehr als 30 Göttinger Organistaionen aus Politik, Landwirtschaft, dem Naturschutz und dem Lebensmittelhandel aufgerufen hatten. „Wir müssen für eine ökologische, bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft und gegen Agrogentechnik sowie industrielle Tierfabriken kämpfen“, erklärten beispielsweise die Grünen zu ihrer Teilnahme. Den Agrarpolitikern, die sich parallel zur diesjährigen Landwirtschaftsmesse „Grüne Woche“ in Berlin treffen, müsse klargemacht werden, dass sich diese Politik endlich ändern muss, so ein Mitglied des Kreisvorstandes. Die halbherzigen Lösungsvorschläge, wie sie zurzeit aus dem Landwirtschaftsministerium von Ilse Aigner zum Antibiotikaskandal bei Geflügelmast zu hören sind, zeigten erneut, dass die Bundesregierung kein Interesse habe, den notwendigen Systemwechsel in der Landwirtschaft auf den Weg zu bringen. Weder der Dioxinskandal noch die aktuellen besorgniserregenden Meldungen über antibiotikaresistente Keime auf Hähnchenfleisch brächten die schwarz-gelbe Regierung bislang zum Umdenken.
Im Rahmen einer Transition Town-Bewegung gründete sich auf Initiative der hiesigen Untergliederung „Göttingen im Wandel“ am 22. Januar die Kooperative Solidarische Landwirtschaft als Kooperationsprojekt mit dem Gärtnerhof Landolfshausen. Auf Anhieb fanden sich etwa 60 Interessierte ein, die langfristig mit einem Hof zusammenarbeiten wollen, sich dabei die jährlichen Kosten dieses Hofes gemeinsam teilen und im Voraus finanzieren und dafür im Gegenzug einen entsprechenden Anteil an der Ernte erhalten – zusätzlich die Gewissheit, dass die Landwirt/innen mit dem anvertrauten Land, Wasser, Tieren und Pflanzen verantwortlich und nachhaltig umgehen.
Ärzte ohne Grenzen
In Afghanistan herrscht Krieg. Ärzte ohne Grenzen weist darauf hin, dass die Bundeswehr und die Bundesregierung als Konfliktparteien dafür Verantwortung tragen, dass unparteiische humanitäre Hilfe die Menschen in Not erreicht. „Ärzte ohne Grenzen leistet in Afghanistan unabhängig von jeder Konfliktpartei und von jeglichen Regierungsgeldern medizinische Hilfe für Menschen in Not“, erklärt Frank Dörner, Geschäftsführer der Organisation in Deutschland. „Unsere Arbeit wird aber erschwert dadurch, dass Militär und Politik in den vergangenen Jahren versucht haben, humanitäre Hilfe als Komponente ihrer militärischen Strategie zu missbrauchen. Darunter leiden am Ende die Patienten.“ Humanitäre Organisationen wurden von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen im vergangenen Jahr als „weiche Komponente“ des NATO-Einsatzes bezeichnet, und Angehörige der Bundeswehr beschreiben sich als Wegbereiter und Informationsbeschaffer für Nichtregierungsorganisationen. In Afghanistan gibt es eine dringende Notwendigkeit für unparteiische und unabhängige medizinische Hilfe. Nach Ansicht von Ärzte ohne Grenzen wird das auf absehbare Zeit auch so bleiben. Die Hilfe muss sich ausschließlich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren und nicht an militärisch-politischen Zielen. Ihr Erfolg sollte allein nach medizinischen Kriterien beurteilt werden. Ärzte ohne Grenzen ist seit 1980 in Afghanistan tätig. Derzeit arbeiten Teams in Krankenhäusern in Kabul und Lashkargah, der Hauptstadt der Provinz Helmand. In Kundus hat die Organisation im August eine chirurgische Klinik eröffnet. Ärzte ohne Grenzen beschäftigt insgesamt etwa 1.000 Mitarbeiter in Afghanistan. In den Krankenhäusern herrscht ein striktes Waffenverbot, es gibt weder bewaffnetes Wachpersonal noch bewaffnete Eskorten. Ärzte ohne Grenzen akzeptiert keinerlei Regierungsgelder für die Projekte in Afghanistan. Sie werden ausschließlich aus privaten Spenden finanziert.
La Paz Centro Sie können helfen!
In La Paz Centro leben und arbeiten derzeit für ein Jahr vier Göttinger Praktikant/innen im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ, angegliedert dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit) und kümmern sich sowohl um die Verwaltung der Spendengelder als auch – in ihrer Freizeit und zusammen mit einheimischen Frauen – um ein ambitioniertes, im Aufbau befindliches Gemüseanbauprojekt („Verbesserung der Ernährungssicherung durch Gemüseanbau und Getreideproduktion mittels Kooperativenwirtschaft“), das maßgeblich von der Niedersächsischen Bingostiftung für Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit gefördert wird. In ihm geht es um den Erwerb landwirtschaftlich nutzbarer Flächen durch drei kleine Kooperativen, „um dem weltweit einsetzenden ,Land-Grabbing‘ für Bio-Sprit etwas entgegenzusetzen und die Bevölkerung von La Paz Centro vor dem Verlust wertvoller Anbauflächen zu schützen“, so die „Mutter der La-Paz-Bewegung“, Anna Leineweber. Dazu wurden die gesamten Rücklagen des Vereins Amistad con Nicaragua in den Ankauf von 10 Hektar Ackerland investiert.
Durch die sich nun ergebenden neuen Möglichkeiten zur Bewässerung, den Einsatz eines Traktors und notwendiger Fortbildungsmaßnahmen durch einen deutschen Entwicklungshelfer haben die Kooperativenmitglieder, das sind 25 in armen Verhältnissen lebende Familien, die Möglichkeit, Obst, Gemüse und Mais auch dann lokal kostengünstig anzubieten, wenn es – bedingt durch die Trockenzeit – rundherum teurer wird. Damit eröffnet sich für die Familien möglicherweise auch eine Perspektive, den Schul- und Universitätsbesuch ihrer Kinder zu gewährleisten. Bereits seit April läuft – wiederum mit Unterstützung der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung – das Projekt „Trinkwasser für die Landgemeinde Papalonal“, durch das 180 Familien eines benachbarten Dorfes Zugang zu sauberem Wasser bekommen haben. Auch hier haben Schüler/innen der Lichtenberg-Gesamtschule in Geismar im November vorigen Jahres mit 6.500 Euro Erlös aus dem Martins-Singen maßgeblich mit zum Erfolg beigetragen. |
________________ Jugendmedienworkshop 2012 |
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