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Skulpturenwettbewerb am Markt entschieden
pdg — Der im August dieses Jahres gestar­tete „Skulp­turen­wett­bewerb Korn­markt­pas­sage“ ist erfolg­reich abge­schlos­sen worden. Unter insgesamt 20 Beiträ­gen hat sich die Jury in ihrer Sitzung am 14. Dezem­ber für den Ent­wurf „Göttin­ger Erhe­bung“ von Andreas Weizen­bach aus Hütt­lingen entschie­den. Für die Reali­sierung und den Ankauf des preis­gekrön­ten Ent­wurfs sowie für die Ver­gabe weiterer Preis­gelder stehen privat gespen­det 30.000 Euro zur Ver­fü­gung.

Göttinger Erhebung Spacer
Beide Skulpturen sollen in Bronze (bzw. Aluminiumguss) und Stahl erstellt werden. Ihre Höhe beträgt jeweils ca. 150 cm.SpacerFoto: Stadt Göttingen

Gemeinsam mit der Eigentümerin eines der ältesten, denk­mal­geschütz­ten Gebäude inmit­ten der histo­rischen Altstadt am Markt schrieb der Fachbe­reich Kultur der Stadt Göttingen im August 2011 einen offenen Skulp­turen­wett­bewerb für regionale und über­regio­nale Künstle­rin­nen und Künstler bzw. Bild­haue­rin­nen und Bild­hauer aus, dessen Ergeb­nis nach der En­tschei­dung der Fach­jury nun vorliegt. Aufgabe war die künstle­rische Gestal­tung zweier Skulp­turen aus witte­rungs­festen, um­weltver­trägli­chen Mate­rialien (insbes. Bronze und Stein) für den Ein­gangs­bereich der Korn­markt­passage, Markt 7–8, vor dem histo­rischen Alten Rathaus. Thema­tisch sollten die ein­zurei­chen­den Arbeiten Bezug nehmen auf den stadt­ge­schicht­lichen Kon­text und die in Göttingen ausge­prägte Tradi­tion des selbstbe­wuss­ten und kriti­schen Bürger­tums, das sich in histo­risch über­lieferte Ge­schich­ten und Perso­nen bis heute nach­verfolgen lässt.

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Anz Böhme

Der 1. Preis – Rea­lisie­rung und Ankauf der Skulp­turen – geht an Andreas Welzen­bach aus Hütt­lingen. Sein Entwurf „Göttin­ger Erhe­bung“ erfüllt nach Meinung der Jury ideal­typisch in jeder Hinsicht die Kriterien der Auftrag­geber (Künstle­rische Qualität / Konzept, Material­beschaf­fenheit, Umsetzung der thema­tischen Vorgabe, Einpassung in das Raum­ensemble, Reali­sierung­saufwand). Stellver­tretend für andere Volks­helden nimmt Welzen­bach das Beispiel des relativ unbe­kannten Göttinger An‐ und Auf­rühres Johann Ernst Arminius von Rauschen­platt (1807–1868), der 1831 den Göttinger Aufstand anführte, und kombiniert ihn mit dem Vorgang der Auf‐ und Abwer­tung, des sich Erhebens und Erhoben­werdens dieser „Helden“-Figuren im Laufe der Geschichte. In seinem thema­tisch-figu­rativen Konzept stellt er zwei Skulp­turen gegen­über (rechts: Rauschen­bach in histori­sierender, verein­fachter Form­sprache auf Sockel mit abgesenkter, aber nur scheinbar ausfahr­barer Hubstange, links: tisch­artiger Sockel im Chippen­dale-Stil auf ausgefah­rener Hubstange), die in Form- und Material­gebung sowohl korres­pon­dieren als kontras­tieren.

Die Skulptur links ist ein tischartiger Sockel im Chippendale-Stil auf einer ausgefahrenen Hubstange. Rechts davon steht die Figur Johann Ernst Arminius von Rauschenplatt auf einem identischen Sockel unter dem sich ebenfalls eine Hubstange verbirgt – diese allerdings in eingefahrenem, abgesenktem Zustand. Durch die beiden unterschiedlich hohen Positionen deutet sich die mechanische Funktion und scheinbare Möglichkeit der rechten Skulptur an, mittels der Hydraulik auch nach oben ausgefahren werden zu können.

Dabei steht diese Figur doch bereits auf einem Sockel.
Sie hat sich selbst erhoben, um gesehen und gehört zu werden.
Das wirft spannende Fragen auf: Will die Figur nun noch weiter nach oben?
Soll sie dabei nur besser gehört – oder weiter erhöht und gar verklärt werden?

Allerdings ist der linke (ausgefahrene) Sockel leer!
Für wen steht er?
Für die anderen Helden in der Geschichte? Der Gegenwart? Oder der Zukunft?
Wurde es versäumt, ihn zu bestücken oder wartet der Sockel auf die, die sich noch erheben werden?

Die Hubstange ist ein technisches Element unserer Zeit. Sie bildet eine Verbindung in eine uns vertraute Bildsprache und ist eine sinnfällige aktuelle Version des Denkmal-Gedankens. Das Hochfahren, das Sich-Erheben wird anschaulich reduziert auf eine mechanische Handlung.

Gleichzeitig bietet die Ausführung der Figur weiteren Spielraum zur Interpretation, denn ihr Mund ist weit geöffnet. Diese Öffnung durchzieht den Kopf und die kleine Wand dahinter.
So kann man sich hinter der Figur verstecken, um diese Öffnung gleichsam zum eigenen Sprachrohr zu machen. Aus ihrem Mund ertönt dann unsere Kritik an den Missständen und Ungerechtigkeiten unserer Zeit …

Andreas Welzenbach

Die Jury überzeugte die hohe kom­bina­tori­sche Phan­tasie und zugleich geschlos­sen-skulp­turale Auffas­sung des Figura­tiven in dem Kon­zept­ent­wurf Andreas Welzen­bachs, der bewusst kon­trastiv Bezug nimmt auf den Ort „Markt­platz“ und deren Plastiken Gänse­liesel und Lichten­berg. In seiner witzig-grotes­ken Darstel­lung histo­rischer Figuren und Vorgänge sind kunst­geschicht­liche Anspie­lungen (von der sur­realis­tischen Plastik über die Gruppe „Spur“ zurück ins 16. Jahr­hun­dert) zu finden. Sein ironi­sches Hinter­fragen des Denk­mal-Ge­dan­kens und der „heroi­schen Ge­schichts­auffas­sung“ relativiert auf witzige Art und Weise histo­rische Ideolo­gien. Indem dem Betrach­ter durch die Maske des von Rauschen­platt (den geöff­neten Mund) die Mög­lich­keit gegeben wird, sich selbst zu artiku­lieren und sich zum eige­nen Sprach­rohr zu erheben, wird er buch­stäblich in die Skulptur selbst ein­bezogen.

Andreas Welzenbach, heute in Hütt­lingen leben­der Diplom-Bild­hauer wurde 1965 in Aalen geboren. Von 1990 bis 1996 studierte er bei O. H. Hajek und Stefan Bal­kenhol an der Staat­lichen Aka­demie für Bildende Künste Karls­ruhe Bild­hauerei, war Meister­schüler. In der ihn vertre­tenden Galerie Ahlers präsen­tierte Welzen­bach in den Jahren 2005 („Happy End“) und 2008 („So weit, so gut“) zwei Ausstel­lungen in Göttingen.

2. und 3. Preis
Der 2. und der 3. Preis des Wettbe­werbs. Links Ger­hard Haases „Die Einzig­artig­keit des Tinten­flecks“, ein in den Boden einge­lasse­nes gefärbtes Glas, welches durch eine punk­tuelle Licht­quelle beleuchtet wird (hier beispielhaft an anderer Stelle des Mark­platzes einmon­tiert). Rechts die Skulptur von Ludwig Kolb „Stadt­zeichen Circulus / Entwurf 100949“.
Fotos: Stadt Göttingen / Montage vs

In Anerkennung ihrer künst­leri­schen Ent­würfe entschied sich die Jury des Weiteren für „Die Einzig­artigkeit des Tinten­flecks“ von Gerhard Haase, Göttingen (2. Preis, Preisgeld. 1.000 Euro), und „Stadt­zeichen Circulus/Entwurf 100949“ von Ludwig Kolb, Göttingen (3. Preis, Preisgeld 500 Euro). Der Jury gehörten der Haus­eigen­tümer / Sponsor, der nament­lich nicht genannt werden möchte, die Göttinger Stadträte Dr. Dag­mar-Schla­peit Beck und Thomas Dien­berg, Reinhard Irmscher (BBK Süd­nieder­sachsen, Prof. em. Dr. Siegfried K. Lang (kunst­sach­verstän­diger Bürger), Angelika Daamen (Göttingen Touris­mus) sowie Karin Schrader und Hilmar Beck (Stadt Göttingen, Untere Denk­mal­schutzbe­hörde bzw. Fach­dienst Kultur) an.

 

Göttinger Figurentheatertage
Festival der Puppen vom 11. bis 26. Februar
pdg — Das Fes­ti­val der Göttinger Figurentheatertage ist in­zwi­schen weit über die Re­gion hin­aus be­kannt gewor­den. 19 renommierte Bühnen aus dem gesamten Bundesgebiet sind eingeladen worden, in 33 Aufführungen Kindern und Erwachsenen die Vielfalt dieser besonderen Theaterform zu zeigen.

Karawane der Tiere

Das Spektrum der Aufführungen reicht dabei vom Finger- und Handpuppentheater über Stabpuppen- und Marionettenaufführungen bis hin zu Schatten-, Masken- und Musiktheater, sowie Schauspiel und spiegelt die große Bandbreite des Figuren- und Objekttheaters wieder. Auch thematisch zeigt sich das Festival vielseitig. Das Spektrum reicht von leichten Operetten wie „Im Weißen Rössl“, über den derben Witz eines Volkstheaters beim „Fränkischen Jedermann“, bis hin zu bewegenden Inszenierungen wie „Anne Frank – verstecktes Leben“ und „Der Garten der Lüste“ als Abschluss im Deutschen Theater.

Das Festival startet auch in diesem Jahr wieder mit einem Maskenumzug. Am Sonnabend, 11. Februar 2012 wird die „Karawane der Tiere“ ab 11.30 Uhr, angeführt vom „Weißen Hirschen“, einer Walk-Act-Figur vom Theater der Nacht, vom Neuen zum Alten Rathaus ziehen. Musikalisch begleitet wird der Zug von den „Schrägen Vögeln“ mit Dudelsack und Pauken. Alle Kindergärten und Grundschulen von Stadt und Landkreis sind aufgerufen, für diesen Umzug Masken zu basteln und zusammen mit der ganzen Familie an der Karawane teilzunehmen. Ziel ist das Alte Rathaus. Im historischen Saal erwarten dort in der Zeit von 12.00 bis 14.00 Uhr vier Stationen im „Theater für Einzelgänger“ ihr Publikum. Beim „Theater für Einzelgänger“ sitzen sich je ein/e Spieler/in und ein/e Zuschauer/in gegenüber. In einem kleinen Bühnenkasten wird mit Figuren eine zwei bis dreiminütige Szene gespielt. Die Zuschauer/innen können Text und Musik über Kopfhörer verfolgen. Der Eintritt ist frei.

Im Weißen Rössl

Das Festival beginnt mit der Inszenierung „Im Weißen Rössl“, vom Kobalt Figurentheater aus Lübeck, ein österreichischer Abend mit singenden Marionetten, einem Kuhstall, Blitz und Donner, sowie Wein und herzhafter Brotzeit inklusive am 11. Februar ab 20.00 Uhr im Alten Rathaus zu sehen.
Karten im Vorverkauf gibt es in der Tourist-Information im Alten Rathaus am Markt für alle Vorstellungen im Alten Rathaus, im Lumiere, im Apex und im GDA-Wohnstift; für die Vorstellungen „Der Hobbit“ im Jungen Theater, für „Jona und der Wal“ im „Theater der Nacht“ (Northeim) und für „Der Garten der Lüste“ im Deutschen Theater. Für Kindergärten und Schulklassen ist eine Vorbestellung im Fachdienst Kultur, Tel. 400-2475, erforderlich. Programmhefte und Plakate gibt es ebenfalls beim Fachdienst Kultur im Neuen Rathaus sowie in den Vorverkaufsstellen und in vielen Kultureinrichtungen. Demnächst mehr unter →Veranstaltungen
www.figurentheater.goettingen.de

 

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Theater im OP
Dramatiker/innen-Wettbewerb
Preise vergeben
Das Theater im OP, die Bühne der Uni­versi­tät Göttin­gen, schrieb 2011 zum fünften Mal einen Wett­bewerb für Nach­wuchs­dramati­ker/in­nen aus. Unter dem Titel „Und wovon träumst du nachts“ wurde nach Utopien und Träumen gefragt. Im Dezember hat eine Jury drei Gewin­ner­stücke aus den zahl­reichen Ein­sendun­gen ausge­wählt.
Die Jury hat sich für drei (gleichwertige) Siegerstücke entschieden: Mia Frimmer hat sich mit ihrem Text Von dir über dich neben mir durchgesetzt. Die Berlinerin kommt aus dem Hörspiel-Metier, sie erhielt schon mehrere Preise, u.a. vom Berliner Hörspielfestival. Ein weiterer Preisträger ist Amit Esau mit seinem Stück Sand. Amit Esau ist ausgebildeter Schauspieler und mit dem Geburtsjahr 1988 der jüngste unter den Preisträgern. Dritter Preisträger ist Daniel Ratthei mit My Life Between the two Fucking Hemispheres of the Brain. Ratthei hat in Leipzig Schauspiel studiert, hatte Engagements in Osnabrück und Dresden und arbeitet derzeit als freier Schauspieler.
Die drei Stücke werden am Theater im OP inszeniert und feiern ihre Uraufführung samt Preisverleihung an die AutorInnen am Samstag, 12. Mai.

 

 

 

 

 
             
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